Die japanische Umweltbewegung und internationale ...

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Die japanische Umweltbewegung und internationale ...

Umweltbewegungen in Japan 59

schaftlich verbrämten Walfang, der sich selbst auf Arten erstreckt, die unmittelbar

vom Aussterben bedroht sind.

Auch mit dem Walfang in Zusammenhang stehende Konzerne erleben auf ihrem

Heimatmarkt keinerlei Protest. Auf internationalen Druck hingegen reagieren

sie durchaus empfindlich. Ein Beispiel hierfür ist der japanische Lebensmittelgigant

Nissui mit seinen Tochtergesellschaften, zu denen mit Gorton’s in den USA und

Sealord in Neuseeland zwei der weltweit größten Seafood-Konzerne zählen. Auch

in Europa ist mit JP Klausen eine Nissui-Tochter Lieferant für Nestlé, Unilever

oder Heinz. Anfang des Jahres machte die Umweltschutzorganisation Greenpeace

in einer global angelegten Kampagne darauf aufmerksam, dass Nissui mit knapp

einem Drittel an Kyodo Senpaku, dem Betreiber der japanischen Walfangflotte,

beteiligt war. Im Januar kündigte – nach Aussage von Greenpeace aufgrund der

Kampagne – die argentinische Firma Pesquera Santa Elena ihre Lieferverträge

mit Nissui (Greenpeace 2006a), wenige Wochen später stieß Nissui seine Anteile

an Kyodo Senpaku vollständig ab. Übernommen haben die Aktien unter

anderem das japanische Institute of Cetacean Research, das vom japanischen Fischereiministerium

kofinanziert wird. Es vergibt die Walfangaufträge zu angeblich

wissenschaftlichen Zwecken an Kyodo Senpaku – sogar für das Walschutzgebiet

in der Antarktis (Greenpeace 2006b).

Greenpeace: International ein Riese, in Japan ein

Zwerg

Struktur und Arbeitsweise von Greenpeace

Die im Januar von Greenpeace initiierte Kampagne nutzte vor allem dem so

genannten Cyber-Aktivismus, der es Umweltschutz-Sympathisanten über das

Internet und E-Mail-Protest-Aktionen ermöglicht, mit geringem Aufwand wirkungsvoll

Druck auf Unternehmen oder Regierungsstellen auszuüben. In diesem

Fall gingen insgesamt rund 100.000 E-Mails bei mit Nissui vernetzten Unternehmen

ein (Greenpeace 2006b).

In jüngster Zeit setzt die im Jahr 1971 in Vancouver gegründete internationale

Umweltschutzorganisation verstärkt auf das Internet und ist so in der Lage, ihre

traditionelle weltweite Vernetzung weiter auszubauen und zu beschleunigen:

Greenpeace ist mittlerweile in 41 Ländern der Welt präsent und wird von ca. 2,7

Mio. Menschen unterstützt (Greenpeace 2005: 3). Unter dem Dach von Greenpe-

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