Kapitel 13 - Glas Trösch AG

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Kapitel 13 - Glas Trösch AG

204 I Isolierverglasungen Glas Trösch GmbH, Kempten, Deutschland


13. Isolierverglasungen

13.1. Grundlagen, Energiegewinn, Wohnkomfort

Das heute verwendete Isolierglas ist Resultat stetiger Weiterentwicklung und Verbesserung des

guten „alten Fensters“. Grosse Fenster, Fensterfronten sowie Glasfassaden bringen Helligkeit

und Lebensqualität.

Modernes, beschichtetes Mehrscheibenisolierglas erfüllt höchste Anforderungen und überzeugt

als lichtdurchlässiger Baustoff mit hervorragenden Wärmedämm- und Sonnenschutzeigenschaften.

Es benötigt eine geringe Einbautiefe und erreicht Spitzenwerte, die den Bedürfnissen und

Anforderungen der modernen Architektur gerecht werden. Zum Beispiel beim Wärme-, Sonnen-,

Schall- und Brandschutz, dies bei gleichzeitig einwandfreier Sicherheit und hohem Lichteinfall.

Ug-Werte von 0,4 W/m 2 K oder Schalldämmwerte um 50 dB sind heute möglich. Neben dem

Höchstmass an Wärmedämmung sind auch Energiegewinne durch passive Sonnenenergienutzung

möglich. Isolierglas ist ein durchdachter und lange erforschter Hochleistungs-Baustoff.

13.1.1. Isolierglas

Ein modernes Isolierglas ist eine Verglasungseinheit, hergestellt aus zwei oder mehreren Glasscheiben,

die am Rand ringsum durch einen Abstandhalter voneinander getrennt sind. Der Scheibenzwischenraum

wird durch verschiedene Dichtstoffe nach aussen gasdicht abgeschlossen und

verbindet die Glasscheiben dauerhaft miteinander. Die rings umlaufende Doppeldichtung verhindert

das Eindringen von Staub und Wasserdampf (Randverbund).

Das Prinzip der Isolierglaseinheit beruht auf der Tatsache, dass unbewegte Luft ein sehr schlechter

Wärmeleiter ist. Somit bildet das zwischen den Scheiben eingeschlossene Luftpolster eine

gute Wärmeisolierschicht.

13.

Scheibenzwischenraum (SZR)

Der Scheibenzwischenraum ist gefüllt mit einem Wärmedämmgas (Argon oder Krypton = Edelgase)

oder mit trockener Luft und nach aussen hermetisch abgeschlossen. Um zu vermeiden,

dass sich im SZR Kondenswasser an der kalten Aussenscheibe bildet, muss die eingeschlossene

Gas- oder Luftfüllung trocken sein. Dies erreicht man mit einem hygroskopischen Entfeuchtungsmittel,

das im Abstandhalter integriert ist und im SZR die Feuchtigkeit entzieht.

Beim Zusammenbau der Isolierglaseinheit herrscht im SZR der am Fertigungsort vorhandene

Luftdruck.

Scheibenabstand

Je nach Scheibenabstand ergeben sich verschiedene Werte für den Wärmedurchlasswiderstand

der Gas- oder Luftschicht im SZR. Der Maximalwert mit Luft wird bei ca. 15 mm erreicht. Hier liegt

das Optimum zwischen Wärmeleitung, die mit grösserem SZR abnimmt, und Konvektion (= Luftbewegung,

Energiefluss), die mit grösserem Abstand zunimmt und die Wärmedämmung wieder

verschlechtert.

Das Optimum bei Argon beträgt ca. 16 mm und bei Krypton ca. 10 mm.

Isolierverglasungen I 205


Randverbund

Der Randverbund soll die Glasscheiben dauerhaft verbinden und eine dampfdichte Sperre bilden,

die auf viele Jahre eine Nachdiffusion von Wasserdampf verhindern muss.

Er soll ausserdem natürliche Volumenänderungen der Luft im SZR durch Kälte und Wärme elastisch

ausgleichen und über die Zeit beständig gegen chemische Einwirkungen aus der Atmosphäre

und gegen Licht, insbesondere UV-Strahlen, sein.

Wärmedämmbeschichtung (SILVERSTAR)

Die Glasscheiben sind gegen die Scheibenzwischenräume mit lichtdurchlässigen, wärmereflektierenden

Schichten veredelt. Sie werden mittels Magnetron-Verfahren aufgetragen und bestehen

aus mehreren dünnsten Metall- oder Metalloxidschichten im Nanobereich.

Glasfalzraum/Fensterrahmen

Zur Erhaltung der Lebensdauer muss der Glasfalzraum zwischen Isolierglas und Fensterrahmen

immer ausreichend entlüftet sein, damit der Randverbund nicht durch Dauerfeuchtigkeit zerstört

wird.

Nutzungsdauer

Die praktische Nutzungsdauer von Mehrscheibenisolierglas liegt nach derzeitigem Kenntnisstand

bei 20 bis 30 Jahren. Die Nutzungsdauer ist überschritten, wenn Tauwasser im SZR auftritt.

Nutzen

Neben dem Witterungsschutz überzeugen moderne Isoliergläser durch nachfolgende Eigenschaften:

Energieverlust wird wesentlich verringert durch tiefen U g -Wert.

Helligkeit und Lebensqualität dank grosser Lichtdurchlässigkeit.

Solare Wärmegewinne durch vorteilhaften Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert).

Wirkungsvoller Sonnenschutz im Sommer.

Behaglichkeit in Fensternähe.

Natürliche Farbneutralität.

Kombination mit Schallschutz, Brandschutz und Sicherheit möglich.

Float- oder Spezialglas

Wärmedämmbeschichtung

Scheibenzwischenraum mit Wärmedämmgas oder getrockneter Luft

Abstandhalter mit hygroskopischem Entfeuchtungsmittel

Wasserdampfdichte und alterungsbeständige Doppeldichtung

Aufbau von 2fach-Isolierglas

206 I Isolierverglasungen


13.1.2. Energiegewinn und Behaglichkeit

Das Wärmedämmglas ist ein Isolierglas, das die Wärme möglichst im Raum zurückhalten soll.

Die wichtigsten Beurteilungskriterien beim Wärmedämmglas sind der Wärmedurchgangskoeffizient

(U g -Wert) und der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert).

Um eine wirksame Wärmedämmung bieten zu

können, muss ein Glas einen möglichst tiefen

U g -Wert aufweisen. Je tiefer der U g -Wert, desto

geringer der Wärmeverlust des Glases und

somit der Energieverbrauch. Entsprechend

sinken die Heizkosten und die Belastung der

Umwelt durch Schadstoffe.

Ein guter U g -Wert bedeutet auch höhere Temperaturen

an der Scheibenoberfläche auf der

Raumseite. Und damit eine ausgezeichnete

Behaglichkeit im Rauminneren, auch bei sehr

tiefen Aussentemperaturen.

Solare Wärmegewinne

Ein zusätzlicher Nutzen, nämlich die passive Sonnenenergienutzung, kann mit einem hohen

g-Wert erreicht werden. Der g-Wert gibt an, wie viel Energie von der auftreffenden Sonnenstrahlung

durch die Verglasung ins Rauminnere gelangt. Je höher der g-Wert, desto grösser ist der

Energiegewinn – desto stärker aber auch die Aufheizung. Entsprechend braucht es einen wirksamen

Sonnenschutz im Sommer.

Die Sonnenenergiegewinne durch die Verglasung sind in der Heizenergiebilanz von Gebäuden ein

sehr bestimmender Faktor. Oft sind sie grösser als die gesamten Lüftungswärmeverluste und

können auch bei nicht besonders optimierten Wohnbauten ohne weiteres mehr als die Hälfte des

verbleibenden Heizwärmebedarfs ausmachen. Bei Minergie-Bauten kann es sogar deutlich mehr

als der verbleibende Heizwärmebedarf sein (dieser wäre also ohne Sonnenenergiegewinne mehr

als doppelt so hoch).

Bei entsprechendem Konzept und Temperaturregelung ist der Ausnutzungsgrad in den Wintermonaten

besonders hoch, da es kaum Situationen gibt, in denen die Wärme wegen Überhitzung

nicht genutzt werden könnte. Die nutzbare Sonneneinstrahlung beträgt in unseren Breitengraden

ca. 600 – 800 W/m 2 .

Thermische Behaglichkeit

Bei konventionellen Isoliergläsern sind in Fensternähe Kältezonen zu verspüren. Ein unangenehm

kalter Luftzug macht sich bemerkbar. Nicht so beim Wärmedämm-Isolierglas SILVERSTAR.

Durch die ausserordentlich gute Wärmedämmung werden die unangenehmen Luftströme weitgehend

vermieden.

Isolierverglasungen I 207


Die Oberflächentemperatur der raumseitigen Fensterscheibe gleicht sich weitgehend an die

Raumtemperatur an. Kaltluftströme, die sich als Zugerscheinungen bemerkbar machen, treten

praktisch nicht auf, die Behaglichkeit wird gesteigert.

Ebenfalls wird die Kondensatbildung im Randbereich der Scheibe stark vermindert.

Kriterien der Behaglichkeit (SIA 180)

Für die Behaglichkeit ist die empfundene Temperatur massgebend, unter der Berücksichtigung

der Einflussfaktoren des Raumes und des Menschen.

Raumlufttemperatur

Oberflächentemperaturen

Luftbewegung

Relative Raumluftfeuchte

Tätigkeit und Bekleidung des Menschen

Optimale Raumtemperatur in Abhängigkeit von Tätigkeit und Bekleidung (SN EN ISO 7730)

met

3.0

0 0,1 0,2 0,3 m 2 K/W

10 °C

W/m 2

12 °C

16 °C

14 °C

± 5 °C

150

Spezifische Wärmeabgabe

2.0

1.0

18 °C

20 °C

22 °C

24 °C

26 °C

28 °C

± 4 °C

± 3 °C

100

50

± 1 °C ± 1,5 °C ± 2 °C ± 2,5 °C

0 1,0 2,0 c/o

Wärmedämmwert der Bekleidung

Beispiel: Geschäftskleidung bei sitzender Tätigkeit, ca. 22 °C Raumtemperatur

208 I Isolierverglasungen


Kaltluftabfall: Max. Ug-Werte in Abhängigkeit der Glashöhe

Ab einer Glashöhe von 1,7 m wird ein Isolierglas-U g -Wert von < 1,0 W/m 2 K verlangt.

Beim „Passivhaus ist das Behaglichkeitskriterium: U g 0,8 W/m 2 K.

U-Wert des Glases Ug in W/m 2 K

1,8

1,7

1,6

1,5

1,4

1,3

1,2

1,1

1,0

0,9

0,8

0,7

0,6

0,5

0,4

Beispiel:

Ug = 1,0 W/m 2 K (2fach)

Glashöhe max. 1,70 m

1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,4 2,6 2,8 3,0 3,2 3,4 3,6 3,8 4,0

Glashöhe h in m

Die Temperaturdifferenz zwischen Raumlufttemperatur und Oberflächentemperatur der

raumseitigen Scheibe bedeutet:

0 bis 5 °C Höchster Wohnkomfort, auch in unmittelbarer Fensternähe

Kein unangenehmes Zugluftempfingen in Fensternähe

Schwitzwasser und Vereisungen auf der raumseitigen Scheibe nur in

Ausnahmefällen möglich

Geringer Fremdwärmebedarf (Energieeinsparung)

5 bis 10 °C Mittlerer bis guter Wohnkomfort

Leichtes Zugluftempfinden in unmittelbarer Fensternähe möglich

Schwitzwasser und Vereisungen auf der raumseitigen Scheibe sind bei

Aussentemperaturen weit unter dem Gefrierpunkt möglich

Mittlerer Fremdwärmebedarf

über 10 °C Verminderter Wohnkomfort

Zugluftempfinden in Fensternähe

Schwitzwasser und Vereisungen auf der raumseitigen Scheibe sind bereits bei

Temperaturen unter dem Gefrierpunkt möglich

Grosser Fremdwärmebedarf

Massgebend für den Wohnkomfort eines Raumes ist die Temperaturdifferenz zwischen der Raumlufttemperatur

und der Oberflächentemperatur der angrenzenden Wandteile. Je grösser die Temperaturdifferenzen

sind, desto unbehaglicher ist das Empfinden der Bewohner. Bezogen auf das

Fenster, ist demzufolge die Oberflächentemperatur der raumseitigen Scheibe von Interesse.

Isolierverglasungen I 209


Oberflächentemperatur bei 20 °C Raumtemperatur

Glasart Ug-Wert Aussenlufttemperatur

0 °C - 5 °C - 11 °C - 14 °C

Einfachglas 5,8 W/m 2 K + 6 °C + 2 °C - 2 °C - 4 °C

2fach-Isolierglas 3,0 W/m 2 K + 12 °C + 11 °C + 8 °C + 7 °C

2fach-Isolierglas SILVERSTAR ZERO E 1,0 W/m 2 K + 18 °C + 17 °C + 16 °C + 16 °C

3fach-Isolierglas SILVERSTAR E-Linie 0,5 W/m 2 K + 19 °C + 18 °C + 18 °C + 18 °C

Behaglichkeit und Raumnutzung

Wohnkomfort ohne Kompromisse

Wohlige Atmosphäre in Fensternähe

Warme Glasoberflächentemperatur

40 %

100 %

Ansicht Verglasungsanteil

SILVERSTAR

Wärmedämmbeschichtung

Grundriss Verglasungsanteil

Ohne Wärmebeschichtung

Ug-Wert z. B. 3,0 W/m 2 K

SILVERSTAR Wärmedämmbeschichtung

Ug-Werte bis 0,4 W/m 2 K

Thermisch

isolierender

Randverbund

ACSplus

Raumgewinn durch

mehr Behaglichkeit

Komfortzone

Zusätzliche Wärmedämmung im Randbereich durch ACSplus

13.1.3. Energieeinsparung beim Isolierglas

Gegenüber einer herkömmlichen 2fach-Isolierverglasung (Ug-Wert ca. 3,0 W/m 2 K) beträgt

die Energieeinsparung mit einer 3fach SILVERSTAR E Isolierverglasung (Ug-Wert 0,5 W/m 2 K)

20 – 25 Liter Heizöl pro m 2 Fensterfläche und Heizperiode, bezogen auf 3500 Heizgradtage (Schweizerisches

Mittelland).

Die jährliche Einsparung bei einem Einfamilienhaus mit 30 m 2 Glasfläche beträgt demzufolge bis

750 Liter Heizöl pro Heizperiode.

210 I Isolierverglasungen


Energieeinsparung mit SILVERSTAR Isolierglas

Einsparpotenziale

Verbrauch 2fach-Isolierglas ohne

SILVERSTAR Wärmedämmbeschichtung

Ug-Wert 3,0 W/m 2 K

2fach-Isolierglas mit

SILVERSTAR Wärmedämmbeschichtung

Ug-Wert 1,1 W/m 2 K

3fach-Isolierglas mit

2 SILVERSTAR Wärmedämmbeschichtungen

Ug-Wert 0,5 W/m 2 K

Einsparung

30 l

Einsparung gegenüber

2fach-Isolierglas ohne

Beschichtung

11 l

5 l

19 l 25 l

63 % 83 %

Hochwärmedämmende Verglasungen reduzieren nachhaltig den Energieverbrauch

Verbesserung des Ug-Wertes von 3,0 W/m 2 K auf bis zu 0,4 W/m 2 K

Ausgezeichnete Wärmedämmung

Deutlich geringerer Energieverbrauch

Sehr hohe Kostenersparnis

Mehr Behaglichkeit und Wohnkomfort

Optimale Lösung auch für den Minergiehaus-Standard

Kombinierbar mit Schallschutz und Sicherheit

Wertsteigerung der Liegenschaft

13.2. Isolierglas Randverbundsystem

Dank hochwirksamen SILVERSTAR Beschichtungen verfügen moderne Isoliergläser über eine

sehr gute Wärmedämmung. Da der Wärmedämmwert für das gesamte Fenster massgeblich vom

Isolierglas Ug-Wert bestimmt wird, resultieren damit entscheidende Verbesserungen für das

gesamte Fenstersystem. Zudem kann heute eine Kondenswasserbildung auf der raumseitigen

Glasoberfläche auch bei extremen Bedingungen praktisch ausgeschlossen werden.

Im Randbereich wird das Wärmedämmverhalten nicht von den Beschichtungen, sondern vor

allem von der Konstruktion des so genannten Randverbunds beeinflusst.

Das heisst: Im Randbereich ist die Wärmedämmung weniger wirksam. Die Folge davon sind tiefere

Temperaturen an der inneren Oberfläche der Verglasung. In Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit

kann es daher bei kaltem Winterwetter zeitweilig zu Kondensatbildung im Randbereich kommen.

Isolierverglasungen I 211


Kondensatbildung im Randbereich

Traditionell waren früher Isoliergläser mit einem Abstandhalterprofil – dem Profil, das den Abstand

zwischen den beiden Glasscheiben bestimmt – aus Aluminium ausgerüstet. Diese qualitativ

einwandfreien Abstandhalter haben sich bei Glas Trösch seit über fünfzig Jahren bestens

bewährt. Aluminium ist jedoch ein Material, das die Wärme gut leitet und daher die geringere

Wärmedämmung im Randbereich mit verursacht.

Die Aufgaben des Isolierglas Randverbundes

Dauerhafter wasserdampf- und gasdichter Abschluss

Gewährleistung des gleichmässigen Abstandhaltens

Verträglichkeit gegenüber den Randverbunddichtstoffen

Auf Dauer keine chemischen Reaktionen

Integration von Sprossen muss sichergestellt sein

Aufbau Isolierglas

Masse Randverbund

RB

PH

DH

SZR

SZR = Scheibenzwischenraum

RB = Randbreite = 11,5 - 15,5 mm

PH = Profilhöhe = ca. 7 mm

DH = Dichtstoffhöhe = 4 - 8 mm

BH = Butylhöhe = ca. 3,5 mm

BD = Butyldicke = 0,7 mm

BH

BD

212 I Isolierverglasungen


13.2.1. ACS Randverbund

Bereits vor einigen Jahren hat Glas Trösch

mit dem ACS Randverbund ein System auf

den Markt gebracht, das die Wärmedämmung

im Randbereich wesentlich verbessert und so

dem Wunsch nach weitgehender Kondensatfreiheit

auch in den Randzonen nachkommt.

13.2.2. ACSplus Randverbund

ACS bedeutet „Anti Condensation System“ und

beschreibt die technische Funktion. Das Randverbundsystem

sorgt für verbesserte Wärmedämmung

und hat zur Aufgabe, Kondensaterscheinungen

im Randbereich zu minimieren.

Und genau damit werden Hygiene und Ästhetik

erheblich verbessert. ACSplus optimiert aber

auch die Wärmedämmung des Fensters und

hilft damit, wertvolle Heizenergie zu sparen.

ACSplus schwarz Querschnitt

Durch seine besondere Beschaffenheit nimmt ACSplus die Bewegungen des Isolierglases in sich

auf und belastet somit weniger das Dichtsystem des Randverbundes als herkömmliche Abstandhalter.

Dies ist auch von entscheidender Bedeutung für eine hohe Lebensdauer des Isolierglases.

Der Einbau von SILVERSTAR Isolierglas mit ACSplus bringt in jedem Fall Vorteile und kann daher

für jede Art von Fenster empfohlen werden.

ACSplus schwarz

(mattschwarz)

ACSplus grau

(mattgrau)

ACSplus weiss

(mattweiss)

Isolierverglasungen I 213


Die entscheidende Verbesserung mit ACSplus

Beispiel: 2fach-Verglasung (Aufbau 4-16-4):

Holzfenster (Uf = 1,3 W/m 2 K)

mit Isolierglas SILVERSTAR (U g = 1,0 W/m 2 K)

-10 °C 20 °C -10 °C

20 °C

15,7 °C 15,7 °C

5,2 °C 9,2 °C

mit Aluminium-Abstandhalter

mit ACSplus Abstandhalter

Beispiel: 3fach-Verglasung (Aufbau 4-12-4-12-4):

Holzfenster (Uf = 1,3 W/m 2 K)

mit Isolierglas SILVERSTAR (Ug = 0,7 W/m 2 K)

-10 °C 20 °C -10 °C

20 °C

17,3 °C

17,3 °C

7,4 °C

11,5 °C

mit Aluminium-Abstandhalter

mit ACSplus Abstandhalter

ACSplus = verbesserte Wärmedämmung im Randbereich des Isolierglases = höhere Oberflächentemperaturen

entlang des Fensterrahmens.

214 I Isolierverglasungen


Die wesentlichen Merkmale von ACSplus

Verbesserte Wärmedämmung im Randbereich

Keine Kondensatbildung im Randbereich

Verbesserung des Fenster Uw-Wertes (je nach Konstruktion zwischen 0,1 und 0,3 W/m 2 K)

13.2.3. Was ist eine Wärmebrücke?

Als Wärmebrücken werden Schwachstellen in der Aussenhülle eines Gebäudes bezeichnet. Sie

führen zu einem erhöhten Wärmeverlust und zu tieferen Oberflächentemperaturen auf der Raumseite

und damit zur Gefahr der Bildung von Tauwasser und Schimmelpilzen.

Der Isolierglas-Randverbund stellt im Hinblick auf die zunehmende Verbesserung der Ug-Werte

von Isolierglas eine Wärmebrücke von beachtlicher Länge dar. Der U g -Wert der Glasfläche wird

dadurch im Randbereich der Scheibe nicht erreicht.

Folgen für das Fenster

Beim Fenster entsteht eine typische Wärmebrücke im Randbereich beim Übergang zwischen

Rahmen und Verglasung. Die dadurch entstehenden tieferen Oberflächentemperaturen können

in diesem Bereich zeitweilig zu Kondensat führen. Die Wärmebrücke vermindert jedoch auch die

Wärmedämmung des Fensters insgesamt.

Mit dem wärmedämmenden Randverbund ACSplus kann die Kondensatanfälligkeit auf ein Minimum

reduziert und die Wärmedämmung des Fensters als ganzes Element wesentlich verbessert

werden.

13.2.4. Linearer Wärmedurchgangskoeffizient

Der lineare Wärmedurchgangskoeffizient Ψ g berücksichtigt den erhöhten Wärmedurchgang

durch den Isolierglas-Randverbund und den Glasfalzbereich des Rahmens.

Die wärmetechnische Bedeutung des Abstandhalters

Die Verbesserung des U-Wertes für das gesamte Fenster durch ACSplus hängt von der Geometrie

des Fensters ab. Der Wärmedurchgangskoeffizient wird nach SIA 380/1 errechnet.

Beispiel Fenster mit Aluminium-Abstandhalter

Bestandteil Fenster Material U-Wert/Psi-Wert

Fensterrahmen Holz/Metall 1,4 W/m 2 K

Verglasung 3fach-Isolierglas 0,5 W/m 2 K

Abstandhalter Aluminium 0,097 W/m

U-Wert gesamtes Fenster (U w )

1,07 W/m 2 K

Isolierverglasungen I 215


Beispiel Fenster mit Abstandhalter ACSplus

Bestandteil Fenster Material U-Wert/Psi-Wert

Fensterrahmen Holz/Metall 1,4 W/m 2 K

Verglasung SILVERSTAR E 4-4 0,5 W/m 2 K

Abstandhalter ACSplus 0,035W/m

U-Wert gesamtes Fenster (U w )

0,84 W/m 2 K

Verbesserung des Fenster U-Wertes (U) durch ACSplus 21,5 %

Isolierglas 3fach mit SILVERSTAR SELEKT und SILVERSTAR COMBI/Philipp-Morris International, Lausanne

Psi-Werte-Tabellen Ψ

Zur Berechnung des thermischen Wertes Uw (Fenster und Glas), ist der lineare Psi-Wert ein Faktor

der mit zu berücksichtigen ist. Er ist vom Isolierglasabstandhaltertyp und Fensterrahmentyp

abhängig. Der Psi-Wert wird ebenfalls dadurch beeinflusst, ob es sich um 2fach- oder 3fach-

Isolierglas handelt.

Bei der thermischen Berechnung hat der Isolierglasabstandhalter eine wesentliche Bedeutung,

besonders bei grossem Rahmenanteil.

216 I Isolierverglasungen


Aluminium

Aluminium

Metall mit thermischer

Trennung

Kunststoff Holz Holz/Metall

2fach-Isolierglas 0,111 0,077 0,081 0,092

3fach-Isolierglas 0,111 0,075 0,086 0,097

ACS

Edelstahl

Metall mit thermischer

Trennung

Kunststoff Holz Holz/Metall

2fach-Isolierglas 0,067 0,051 0,052 0,058

3fach-Isolierglas 0,063 0,048 0,052 0,057

ACS+

Edelstahl/

Kunststoff

Metall mit thermischer

Trennung

Kunststoff Holz Holz/Metall

2fach-Isolierglas 0,051 0,041 0,041 0,045

3fach-Isolierglas 0,045 0,038 0,040 0,043

ACSplus

Silikonmatrix

Metall mit thermischer

Trennung

Kunststoff Holz Holz/Metall

2fach-Isolierglas 0,041 0,035 0,034 0,037

3fach-Isolierglas 0,036 0,033 0,032 0,035

Psi-Werte, in Abhängigkeit von Abstandhaltertyp und Fensterrahmentyp (Quelle: ift Rosenheim)

Isolierverglasungen I 217


13.3. Wärmedämmung

Grosszügig verglaste Räume entsprechen heutigen Komfortvorstellungen. Im Zeitalter des bewussten

Umgangs mit Natur und Umwelt genügen die rein ästhetischen Forderungen nicht mehr.

Von einer modernen Wärmedämmverglasung wird heute wesentlich mehr verlangt.

Früher galt das Fenster und damit die Verglasung als „Energieloch“. In der Zwischenzeit haben die

Anstrengungen zur Verbesserung des Wärmedämmwertes bei Isoliergläsern eindrückliche Fortschritte

gebracht. Ein U g -Wert beim 2fach-Isolierglas von 1,0 W/m 2 K und beim 3fach-Isolierglas

von 0,6 W/m 2 K ist heute Standard. Damit ist die Verglasung zu einem hoch wärmedämmenden

Bauteil geworden.

Entwicklung U-Wert von Isolierverglasungen mit Argonfüllungen

U-Wert in W/m 2 K

6,0

5,0

4,0

3,5

3,0

1fach-Glas: U-Wert = 6,0 W/m 2 K

2fach-Iso: U-Wert = 2,8 W/m 2 K

3fach-Iso mit Argon-Füllung:

U-Wert = 2,2 W/m 2 K

2fach SILVERSTAR:

U-Wert = 1,3 W/m 2 K

3fach SILVERSTAR:

U-Wert = 0,8 W/m 2 K

2,5

2,0

1,5

3fach SILVERSTAR:

U-Wert = 0,7 W/m 2 K

3fach SILVERSTAR TRIII:

U-Wert = 0,6 W/m 2 K

1,0

0,5

0,2

Weltrekord 2003:

SILVERSTAR U 02: U = 0,2 W/m 2 K

3fach SILVERSTAR E:

U-Wert = 0,5 W/m 2 K

Jahr 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2007 2010

218 I Isolierverglasungen


Dies eröffnet neue Perspektiven. Mit der Angleichung der Oberflächentemperatur der Verglasung

an die übrigen Bauteile entfallen die lästigen Zugerscheinungen in Fensternähe. Die Räume

können besser genutzt werden. Durch das hohe Isoliervermögen bleiben die Temperaturen

konstanter. Dadurch können Heizanlagen kleiner dimensioniert und deren Steuerung wesentlich

vereinfacht werden.

Heizölverbrauch

pro m 2 Glasfläche

pro Jahr

Liter

70

60

50

40

30

20

10

Jahr

60 28 13 8 7 6 5

1950 1960 1970 1980 2000 2007 2010

13.3.1. Der U-Wert nach SN EN 674/673

Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt die Wärmemenge an, die pro Zeiteinheit durch 1 m 2 eines

Bauteils bei einem Temperaturunterschied der angrenzenden Raum- und Aussenluft von 1 K hindurchgeht.

Je kleiner der U-Wert, desto besser also die Wärmedämmung. Die Masseinheit ist

W/m 2 K.

Der U-Wert der Verglasung wird nach SN EN 674 mit dem Plattengerät gemessen oder nach

SN EN 673 berechnet.

Der U g -Wert in Abhängigkeit von Scheibenzwischenraum (SZR) und Gasfüllung, Füllgrad 90 %,

berechnet nach EN 673 am Beispiel des 3fach-Isolierglases SILVERSTAR E4 ( = 0,01).

U g -Wert

Scheibenzwischenraum bei

Luft Argon Krypton

0,4 W/m 2 K 2 x 12 mm

0,5 W/m 2 K 2 x 16 mm 2 x 10 mm

0,6 W/m 2 K 2 x 14 mm

0,7 W/m 2 K 2 x 16 mm 2 x 12 mm

0,8 W/m 2 K 2 x 14 mm 2 x 10 mm

Isolierverglasungen I 219


Faktoren, die den U-Wert des Isolierglases beeinflussen

Anzahl und Breite SZR

Füllung SZR

- Luft

- Argon

- Krypton

- Mischgase

Anzahl Wärmedämmbeschichtungen und Wirksamkeit

(Emissivität) der Beschichtungen

Isolierglas und U-Wert

Der Energieaustausch durch das Isolierglas erfolgt hauptsächlich in Form langwelliger infraroter

Strahlung. Die Energie wird von der Raumluft an die innere Scheibe abgegeben. Dadurch erwärmt

sich die raumseitige Scheibe einer Isolierverglasung. Durch Leitung, Konvektion und zum grössten

Teil durch Strahlung wird die Energie von der inneren zur äusseren Scheibe transportiert.

Diese gibt ihrerseits Energie durch Leitung, Abstrahlung und Konvektion an die Aussenluft ab.

Bei einer konventionellen 2fach-Isolierverglasung beträgt der Energieaustausch

33 % durch Wärmeleitung und Konvektion

67 % durch Strahlung

Energieaustausch bei Isolierglas ohne und mit Wärmedämmbeschichtung

Wärmedämmbeschichtung

Leitung

Leitung

33 %

33 %

Konvektion

Konvektion

Strahlung 67 % Strahlung 7 %

4 16 4

4 16 4

220 I Isolierverglasungen


Die U-Wert-Bezeichnungen des Fensters

In der europäischen Normung werden sämtliche Grössen auf Basis ihrer englischen Wortbezeichnung

abgekürzt:

Ug Glas – Glazing

Uf Rahmen – Frame

Uw Fenster – Window

Ucw Vorhangfassade – Curtain Wall

Der U-Wert für Gläser Ug

Grundsätzlich kann der Ug-Wert als Nennwert eines Glases entweder nach EN 673 berechnet

bzw. nach EN 674 oder EN 675 gemessen werden. Bei gasgefüllten Isoliergläsern wird der Ug-

Wert durch den festgelegten Gasfüllgrad von 90 % bestimmt. Das genaue Verfahren ist der Produktnorm

EN 1279-5 zu entnehmen.

1

2 + 3

Grundsätzlich ist der Ug-Wert mit einer Stelle

nach dem Komma anzugeben und so bei der

weiteren Berechnung zu verwenden.

Für die Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten

werden folgende Eingangsgrössen

benötigt:

4

1) Emissivität der Glasoberflächen zum Scheibenzwischenraum

2) Die Art der Gasfüllung im Scheibenzwischenraum

3) Der Gasfüllgrad im Scheibenzwischenraum

4) Die Scheibenzwischenraumbreite

Für die heute typische Wärmedämmverglasung (Beschichtung SILVERSTAR ZERO E mit einer

Emissivität von 1 % und einer Argon-Gasfüllung im SZR) ergibt sich bei einem 2fach-Isolierglas

mit 16 mm SZR ein Ug-Wert von 1,0 W/m 2 K.

Für den Ug-Wert spielt es keine Rolle, auf welcher Oberfläche zum SZR die Schicht liegt. Der

g-Wert kann sich je nach Lage der Schicht um mehrere % verändern.

U g -Wert – von 3,0 auf 0,4 W/m 2 K

Noch vor wenigen Jahrzehnten galt die Gebäudeverglasung als Energieloch, da keine ausreichende

Wärmedämmung erreicht werden konnte. Die in den Fünfzigerjahren eingesetzten Doppelverglasungen

wiesen einen U g -Wert von etwa 3,0 W/m 2 K auf, die ersten 2fach-Isoliergläser

um 1960 erreichten Werte um 2,8 W/m 2 K. Heute erzielen moderne Isoliergläser hervorragende

Wärmedämmwerte. Ein Ug-Wert von 0,4 W/m 2 K ist bei einem 3fach-Isolierglas aktueller Stand

der Technik. Damit ist die Verglasung zu einem hoch wärmedämmenden Bauteil geworden – bei

unbestrittenen Vorzügen hinsichtlich Optik, Langlebigkeit und Unterhalt.

Isolierverglasungen I 221


13.3.2. Emissivität (Low-E)

Die entscheidende Grösse für die U-Wert-Berechnung ist die Emissivität. Mit der Emissivität wird

die Wärmeabstrahlung einer Oberfläche im Verhältnis zu einem genau definierten, so genannten

„Schwarzen Körper“ bezeichnet. Je niedriger der Emissionsgrad εn einer Beschichtung ist, desto

wirkungsvoller ist das Isolierglas in Bezug auf die Wärmedämmung.

Emmisionsgrade ε n von Glas und anderen Materialien bei Raumtemperatur

Schwarzer Körper 100 %

Mauerwerk 94 %

Floatglas 89 %

Ziegelstein 88 %

Wasser und Eis 96 %

Wärmedämm-Isolierglas SILVERSTAR 1 % – 7 %

Aluminium 4 %

Kupfer 3 %

Silberbeschichtete Wärmedämmgläser werden in der Fachsprache als „Low-E-Gläser“ bezeichnet

(Low-Emissivity = niedrige Emissivität = niedrige Wärmeabstrahlung).

Magnetronbeschichtete SILVERSTAR Wärmedämmgläser weisen eine Emissivität zwischen 1 – 7 %

auf. Die Emissivität wird vom Beschichtungshersteller durch Messung ermittelt.

U g -Werte für 2fach-Isolierglas mit einer Wärmedämmbeschichtung SILVERSTAR ZERO E

(Emissivität 1 %) nach SN EN 673

SZR

Ug-Wert

Argon, Füllgrad 90 %

Luft

10 mm 1,4 W/m 2 K 1,8 W/m 2 K

12 mm 1,2 W/m 2 K 1,6 W/m 2 K

14 mm 1,1 W/m 2 K 1,4 W/m 2 K

16 mm 1,0 W/m 2 K 1,3 W/m 2 K

18 mm 1,1 W/m 2 K 1,3 W/m 2 K

20 mm 1,1 W/m 2 K 1,3 W/m 2 K

Bei Glas Trösch werden alle Werte nach EN 673 mit 90 % Gasfüllung berechnet.

222 I Isolierverglasungen


13.3.3. Der U-Wert des Fensters Uw

Die U-Werte an einem Fenster Uw = Uf + Ug

Glas Ug

Abstandhalter


Rahmen

Uf

Berechnungsverfahren des Wärmedurchgangskoeffizienten

des Fensters U w

Massgebende Normen, die für die Berechnungen

zu beachten sind: SIA 180, SIA 331,

SIA 380/1

Der Wärmedurchgangskoeffizient Uw eines Fensters

ist abhängig von:

Den Abmessungen und Flächenanteilen

(Rahmen/Glas) des Fensters

Dem Wärmedurchgangskoeffizienten des

Glases U g

Dem Wärmedurchgangskoeffizienten des

Rahmens U f

Dem längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten

im Übergangsbereich von Glas

und Rahmen Ψ g

Glasrand:

Glasfläche

A g, Ug

1150 mm

L g ; ψ g

Rahmenfläche: Af; Uf

1550 mm

Standardfenstergrösse 1550 x 1150 mm Aussenansicht

U g A g + U f A f + ψ L g

U w

A w

(W/m 2 K)

U w = Wärmedurchgangskoeffizient Fenster

U g = Wärmedurchgangskoeffizient Isolierglas

A g = Glasfläche

U f = Wärmedurchgangskoeffizient des Fensterrahmens

A f = Rahmenfläche

ψ = Linearer Wärmedurchgangskoeffizient des Glasrandes

L g = Glasrandlänge

A w = Gesamte Fensterfläche

Isolierverglasungen I 223


Uw-Werte für Normfenster

1550 x 1150 mm, Rahmenanteil 25 % mit Edelstahlabstandhalter ψg = 0,06 W/m 2 K.

Glas Ug

in W/m 2 K

Rahmen Uf in W/m 2 K

0,8 1,0 1,2 1,4 1,6 1,8 2,0 2,2 2,5 2,8

2,9 2,6 2,6 2,7 2,7 2,8 2,8 2,9 2,9 3,0 3,1

2,6 2,4 2,4 2,5 2,5 2,6 2,6 2,7 2,7 2,8 2,9

2,3 2,1 2,2 2,2 2,3 2,3 2,4 2,4 2,5 2,6 2,6

2,1 2,0 2,0 2,1 2,1 2,2 2,2 2,3 2,3 2,4 2,5

2,0 1,9 2,0 2,0 2,1 2,1 2,2 2,2 2,3 2,3 2,4

1,9 1,8 1,9 1,9 2,0 2,0 2,1 2,1 2,2 2,3 2,3

1,8 1,8 1,8 1,9 1,9 2,0 2,0 2,1 2,1 2,2 2,3

1,7 1,7 1,7 1,8 1,8 1,9 1,9 2,0 2,0 2,1 2,2

1,6 1,6 1,7 1,7 1,8 1,8 1,9 1,9 2,0 2,0 2,1

1,5 1,5 1,6 1,6 1,7 1,7 1,8 1,8 1,9 2,0 2,0

1,4 1,5 1,5 1,6 1,6 1,7 1,7 1,8 1,8 1,9 2,0

1,3 1,4 1,4 1,5 1,5 1,6 1,6 1,7 1,7 1,8 1,9

1,2 1,3 1,4 1,4 1,5 1,5 1,6 1,6 1,7 1,7 1,8

1,1 1,2 1,3 1,3 1,4 1,4 1,5 1,5 1,6 1,7 1,7

1,0 1,2 1,2 1,3 1,3 1,4 1,4 1,5 1,5 1,6 1,7

0,9 1,1 1,1 1,2 1,2 1,3 1,3 1,4 1,4 1,5 1,6

0,8 1,0 1,1 1,1 1,2 1,2 1,3 1,3 1,4 1,4 1,5

0,7 0,95 1,0 1,0 1,1 1,1 1,2 1,2 1,3 1,4 1,4

Werte erfüllen Anforderungen gegen unbeheizte Räume

Fettgedruckt: Sehr gute Werte für Fenster

Werte erfüllen Anforderungen gegen Aussenklima

13.3.4. SILVERSTAR Wärmedämm-Isolierglas

Mit effizienter Wärmedämmung die Energie der Sonne nutzen

Modernes Isolierglas für energieeffizientes Bauen muss eine hohe Wärmedämmung, also einen

möglichst niedrigen Ug-Wert aufweisen. Auf der anderen Seite ist es erwünscht, zur Nutzung der

kostenlosen Sonnenenergie möglichst viel Strahlung in den Raum hineinzulassen. Die SILVERSTAR

Wärmedämm-Isoliergläser halten wertvolle Wärmestrahlung im Raum, erlauben aber gleichzeitig

durch einen hohen g-Wert den grösstmöglichen Gewinn von solarer Energie.

Funktion von Wärmedämm-Isoliergläser

Für die hervorragenden Wärmedämmwerte der SILVERSTAR Isoliergläser sorgt das besondere

Schichtsystem. Es hat die Eigenschaft, kurzwellige Sonnenstrahlung beinahe ungehindert durchzulassen

(Transmission), langwellige Strahlung wie z. B. Heiz- oder Körperwärme hingegen zu

reflektieren. Die Scheibe wird damit für den grössten Teil der Heizstrahlung undurchlässig. Die

Wärme wird im Raum gehalten, der Energieverlust deutlich gesenkt. Der g-Wert gibt an, wie viel

Energie von der auftreffenden Sonneneinstrahlung (in Prozent) durch die Verglasung ins Rauminnere

gelangt. Je höher der g-Wert, umso mehr Energie wird über die Verglasung nach innen abgegeben.

Die Wärmedämmgläser SILVERSTAR E weisen auch bei tiefen Ug-Werten hohe g-Werte

auf und gewährleisten somit einen maximalen Wärmegewinn.

224 I Isolierverglasungen


13.3.5. Isolierglas SILVERSTAR E-Linie

Das 3fach-Isolierglas für Minergiebauten

3fach-Isolierglas der SILVERSTAR E-Linie ist besonders energieeffizient und eignet sich bestens

für Minergiebauten. Die Ug- und g-Werte des 3fach-Isolierglases können den bauphysikalischen

Erfordernissen angepasst werden.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR E–Linie

Als Standardisolierglas für praktisch jede Bauaufgabe

Im Wohnungsbau

Für Bürogebäude und Fassaden

Ideal für Minergiebauten und Solarhäusern

Funktionsweise SILVERSTAR E-Linie

Hoher Durchlass

von Tageslicht

(Lichttransmission

bis 75 %)

Solare Energiegewinne

Wärmedämmbeschichtungen

Wärmereflexion

Produkteigenschaften

Isoliergläser mit 3fach-Aufbau der SILVER-

STAR E-Linie für Minergiebauten verbessern

die Wärmedämmung gegenüber modernen

2fach-Isolierverglasungen um über 80 %.

In Kombination mit dem Randverbundsystem

ACSplus werden durch die SILVERSTAR

E Wärmedämm-Isoliergläser besonders tiefe

U-Werte von Fenstern und Fassaden erreicht.

Ug- und g-Werte der SILVERSTAR E-Linie sind

flexibel. Sie können unter Berücksichtigung der

physikalischen Möglichkeiten massgeschneidert

auf das Objekt und die Bedürfnisse der Bewohner

abgestimmt werden. Je nach Glas- und

Beschichtungskombination lassen sich Ug- und

g-Werte gezielt steuern:

g-Werte U g -Werte mit Gasfüllung (90 %)

1,0 0,9 0,8 0,7 0,6 0,5 0,4

E1 66 % (71 % 1 ) 14 mm 12 mm

E2 62 % (66 % 1 ) 10 mm 12 mm 14 mm 12 mm

E3 53 % (54 % 1 ) 12 mm 16 mm 12 mm

E4 47 % (49 % 1 ) 10 mm 12 mm 14 mm 16 mm 12 mm

1) Isolierglasaufbau mit optimiertem g-Wert (mit Spezialgas)

U g -Werte in Abhängigkeit der Breite der beiden Scheibenzwischenräume

Optimierte U g -Werte mit Spezialgasfüllungen

Das Isolierglas lässt sich mit sämtlichen Funktionen wie Sonnenschutz, Sicherheit und Schalldämmung

kombinieren.

226 I Isolierverglasungen


Bei der SILVERSTAR E-Linie können die Ug- und g-Werte entweder leistungsoptimiert oder

kostenoptimiert zusammengestellt werden:

Leistungsoptimiert

Kostenoptimiert

g-Wert U g -Wert g-Wert U g -Wert

71 % 0,9 W/m 2 K 66 % 1,0 W/m 2 K

66 % 0,6 W/m 2 K 62 % 0,7 W/m 2 K

55 % 0,5 W/m 2 K 53 % 0,6 W/m 2 K

49 % 0,4 W/m 2 K 47 % 0,5 W/m 2 K

Die aktuellen Datentabellen sind im Internet hinterlegt. Die gewünschten Glasaufbauten der

SILVERSTAR E-Linie lassen sich in der strukturierten Datentabelle anhand von Elementdicke,

Ug-Wert oder g-Wert ganz einfach ermitteln und über die Typenbezeichnung eindeutig zuordnen.

Abmessungen

Abmessungen bis max. 6000 x 3210 mm.

SILVERSTAR E-Linie/Raiffeisenbank Lyss/Fotograf: Hans Ege

Isolierverglasungen I 227


13.3.6. Isolierglas SILVERSTAR ZERO E

Top leistungsfähig auch mit 2fach-Isolierglas

Das Wärmedämm-Isolierglas SILVERSTAR ZERO E vereinigt Wirtschaftlichkeit mit zeitgemässer

Wärmedämmung.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR ZERO E

Optimal für den gesamten Baubereich

Speziell für grossflächige Verglasungen im Industrie- und Verwaltungsbau

Für Neubauten und Renovationen

Im Wohnungsbau, für Gewerbe und Industrie

Für Solarbauten und grossflächige Glasfassaden

Produkteigenschaften

Die Beschichtung SILVERSTAR ZERO E ist durch eine extrem niedrige Emissivität gekennzeichnet.

Im 2fach-Aufbau wird ein Standard-Ug-Wert von 1,0 W/m²K erreicht.

Durch seinen g-Wert von 60 % ermöglicht SILVERSTAR ZERO E 2fach-Isolierglas eine maximale

Nutzung der passiven solaren Energiegewinne.

Die Lichttransmission beträgt 80 %. Dank neutraler Optik ist SILVERSTAR ZERO E universell einsetzbar.

Das Isolierglas SILVERSTAR ZERO E lässt sich mit sämtlichen Funktionen wie Sonnenschutz,

Sicherheit und Schalldämmung kombinieren.

Abmessungen

Abmessungen bis maximal 6000 x 3210 mm.

Oberstufenzentrum Leimental/Fassadenplaner: Neuenschwander + Morf AG, Basel/

Fassadenbauer: Gerber-Vogt AG, Allschwil

228 I Isolierverglasungen


13.4. Sonnenschutz

Grossflächige Verglasungen sind in modernen Bauten mittlerweile selbstverständlich, aber im

Sommer kann die unerwünschte Raumaufheizung zum Problem werden. Hier helfen Sonnenschutz-Isoliergläser:

Sie lassen das Tageslicht hindurch, reduzieren aber die Menge der einfallenden Sonnenenergie.

Hauchdünne, im SILVERSTAR Magnetron-Verfahren auf das Glas aufgebrachte Sonnenschutzschichten

vermindern durch Reflexion und Absorption eine zu starke Sonneneinstrahlung in den

Raum und damit eine übermässige Aufheizung der Räume.

Eine optimale Nutzung des natürlichen Tageslichtes ist dank der hohen Lichtdurchlässigkeit dennoch

gewährleistet.

Isoliergläser mit SILVERSTAR Magnetron-Beschichtung werden den vielfältigen Anforderungen

an eine zeitgemässe Architektur optimal gerecht.

Die Vorteile von Sonnenschutzgläsern

Senkung des Sonnenenergiedurchganges

Wirkungsvoller Schutz vor unerwünschter Raumaufheizung

Reduktion des Kühl- und Heizenergiebedarfs im Sommer

In Kombination mit einer guten Wärmedämmschicht, geringer Energieverbrauch im Winter

Mehr Behaglichkeit und angenehmes Temperaturniveau

Hohe Lichtdurchlässigkeit, damit optimale Nutzung des natürlichen Tageslichtes

Je nach Architektur neutrales oder farbig brillantes Auftreten

Kombinierbar mit Schallschutz- und Sicherheitsfunktionen

Glas Trösch bietet eine breite Auswahl an Lösungen und Produkten, um Ästhetik und Funktion in

Einklang zu bringen und die individuellen Anforderungen abzudecken und damit den hohen Erwartungen

von Bauherren und Architekten zu entsprechen.

Varianten des Sonnenschutzes

Durch Faktoren wie das Beschichtungsmaterial, die Schichtdicke und die Einfärbung des Glases

kann der g-Wert, die Lichtdurchlässigkeit und das optische Erscheinungsbild beeinflusst werden.

Jede Sonnenschutz-Beschichtung ist so optimiert, dass trotz niedrigem Energiedurchlass eine

hohe Lichttransmission bleibt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von SILVERSTAR ROLL. Bei dieser Isolierglasvariante sind

Lamellenstore oder Raffgewebe in den Scheibenzwischenraum integriert, die sich manuell oder

automatisch steuern lassen. Nähere Informationen siehe Kapitel 14.1.

Isolierverglasungen I 229


13.4.1. Funktion von Sonnenschutz-Isoliergläsern

Die Sonnenstrahlung

Sonne bedeutet Strahlung. Die Sonne kann je nach Stand und Jahreszeit grosse Energien freisetzen.

So beträgt z. B. die Einstrahlung von Sonnenenergie an einem Sommertag um die Mittagszeit,

auf eine horizontale Fläche, ca. 800 W/m 2 .

Während eine normale, aus 2 x 4 mm Floatglas bestehende Isolierverglasung, die Sonnenenergie

zu etwa 80 % durchlässt, reduzieren Sonnenschutzgläser den Gesamtenergiedurchlass zum Teil

bis unter 15 %.

Das Sonnenspektrum setzt sich zusammen aus:

Ultravioletter Strahlung ca. 320 – 380 nm (ca. 4 %)

Sichtbarer Strahlung ca. 380 – 780 nm (ca. 45 %)

Infrarot-Strahlung ca. 780 – 3000 nm (ca. 51 %)

Im sichtbaren Bereich wird nicht nur Licht, sondern auch ein grosser Teil der Sonnenenergie eingestrahlt.

Für einen wirksamen Sonnenschutz muss deshalb eine Reduktion der Lichtdurchlässigkeit

in Kauf genommen werden. Nähere Informationen siehe Kapitel 4.

Die bedeutendsten Begriffe im Zusammenhang mit Sonnenschutzglas

Vor allem im Zusammenhang mit Sonnenschutzglas sind drei physikalische Begriffe – und damit

auch drei Zahlenwerte – von zentraler Bedeutung.

Transmission – Durchlassen von Sonnenstrahlen

Reflexion – Zurückwerfen von Sonnenstrahlen; Spiegeleffekt

Absorption – Aufnahme von Sonnenstrahlen; dunkle Fläche

Auf einen Blick

Die strahlungsphysikalische Wirkungsweise von Sonnenschutzgläsern mit Magnetron-Beschichtung

Reflexionsschicht

100 %

Transmission

Reflexion

Abstrahlung und

Konvektion

Abstrahlung und

Konvektion

230 I Isolierverglasungen


Der g-Wert = Gesamtenergiedurchlassgrad

Der Gesamtenergiedurchlassgrad ist neben dem U-Wert, die wichtigste Kenngrösse für Sonnenschutz-Verglasungen.

Er gibt an, wie viel von der aussen auftreffenden Sonnenenergie letztendlich ins

Rauminnere gelangt. Für eine optimale Sonnenschutzwirkung sollte der g-Wert möglichst tief sein.

Als Gesamtenergiedurchlassgrad bezeichnet

man die Summe aus Strahlungstransmission ST

und sekundärer Wärmeabgabe Qi nach innen.

ST + Qi = g-Wert

ST

= g-Wert

Qi

Der Treibhauseffekt – Nähere Informationen siehe Kapitel 4.2.

Strahlungsphysikalische Wirkungsweise – Nähere Informationen siehe Kapitel 4.3.

Glaskennwerte – Nähere Informationen siehe Kapitel 4.4.

13.4.2. Technologie Sonnenschutz-Isoliergläser

Beschichten und/oder Einfärben

Die Gläser für Sonnenschutz werden entweder eingefärbt, bedruckt, beschichtet oder eingefärbt

und beschichtet.

Eingefärbtes Glas

Durch Beifügung von Metalloxiden erhält die Glasmasse eine Farbtönung. Da

der Strahlungsabsorptionsgrad von eingefärbten Gläsern recht hoch ist,

müssen diese in der Regel vorgespannt werden. Dadurch wird die Temperaturwechselbeständigkeit

erhöht, thermisch induzierte Glasbrüche können

vermieden werden. Die Sonnenschutzwirkung solcher Gläser beruht

auf der Strahlungsabsorption.

Beschichtetes Glas

Beschichtete Gläser wirken vor allem dadurch, dass eingestrahlte Energie

nach aussen reflektiert wird. Der Grad der Strahlungsabsorption entscheidet

darüber, ob das Glas vorgespannt werden muss.

Isolierverglasungen I 231


Eingefärbtes und beschichtetes Glas

Wirkt sowohl absorbierend wie auch reflektierend. Muss im Normalfall

vorgespannt werden.

13.4.3. Der Einfluss der Schichtposition

Aussen

1

Innen

2 3 4

Die Lage der Schichtpositionen wird von aussen nach innen beziffert. Bei

einem 3fach-Isolierglas ist die Positionsbezeichnung somit: aussen die

Position 1, dann Position 2, 3, 4, 5 und innen, die Position 6.

Die Schichtposition beeinflusst die Wirkung und das Aussehen von Sonnenschutzgläsern.

Aussen

Innen

Schicht auf Position 1

Die Beschichtung auf Position 1 ist nur mit pyrolytischen und „harten“

Schichten möglich. Durch die Position ergibt sich ein höherer Lichtreflexionsgrad

und damit ein erhöhter Spiegeleffekt sowie ein Beschädigungsrisiko

durch Umwelteinflüsse und grösserer Reinigungsaufwand.

Aussen

Innen

Schicht auf Position 2

Die Lichtreflexion auf der äusseren Glasoberfläche ist geringer und damit

ist auch der Spiegeleffekt geringer. Die Beschichtung ist im Scheibenzwischenraum

geschützt, so dass kein Beschädigungsrisiko der Schicht

besteht. Sonnenschutz und Kombischichten werden auf Position 2 eingesetzt.

13.4.4. SILVERSTAR Sonnenschutz-Isolierglas

Schutz vor Überhitzung

SILVERSTAR Sonnenschutz-Isoliergläser reflektieren einen grossen Teil der eingestrahlten Sonnenenergie.

Dadurch wird die Energiezufuhr in die Innenräume reduziert. Die Transmission von Licht, also

des sichtbaren Anteils der Sonnenstrahlung, ist jedoch trotzdem in ausreichendem Mass vorhanden.

Sonnenschutz ist nicht gleich Blendschutz

Primäre Aufgabe eines Sonnenschutzsystems ist der Schutz des Innenraums vor Überhitzung

durch solare Einstrahlung. Bei Arbeitsplätzen bestehen weitere Anforderungen wie beispielsweise

an einen funktionalen Blendschutz. Die Blendung durch die Sonne ist ein Problem der

hohen Leuchtdichte. Selbst wenn die Lichttransmission auf 20 oder 30 % reduziert ist, wird die

Leuchtdichte im direkten Blickfeld als störend empfunden. Deshalb empfiehlt es sich, zusätzlich

zu einem Sonnenschutzglas einen Blendschutz in Form von Lamellen, Vorhängen, Rollos oder

dergleichen vorzusehen.

232 I Isolierverglasungen


Gebäude mit hohem Glasanteil

Bei Gebäuden mit hohem Glasanteil gilt es, die thermische Behaglichkeit im Sommer und im Winter

zu gewährleisten. Gleichzeitig sollen der Wärmebedarf im Winter als auch der Kühlbedarf im

Sommer möglichst tief gehalten werden. Das Merkblatt SIA 2021 „Gebäude mit hohem Glasanteil“

und die dazugehörige Dokumentation D 0176 behandeln dieses Thema ausführlich.

Isolierglasstress vermeiden

Der Zwischenraum im Isolierglas ist hermetisch abgeschlossen. Deshalb wirken bei thermischen

und barometrischen Veränderungen Kräfte auf die Isolierglaseinheit ein. Diese werden beeinflusst

durch:

Einbauhöhe in m ü. M.

Luftdruckveränderungen

Temperaturveränderungen

Strahlungsabsorptionsgrad des Glases

Grösse des Scheibenzwischenraums

Ungleiche Glasdicken (asymmetrischer Aufbau)

Elementabmessungen

Bedingt durch den höheren Strahlungsabsorptionsgrad heizt sich der Scheibenzwischenraum bei

Sonnenschutz-Isoliergläsern mehr auf als bei Isoliergläsern mit Klarglas. Wird ein Scheibenzwischenraum

von über 16 mm vorgesehen, sollte der Aufbau des Isolierglases bereits in der Planungsphase

überprüft werden. Darüber hinaus sind Isoliergläser mit kleinen Abmessungen oder

kurzen Seitenlängen stärkeren Belastungen ausgesetzt als Isoliergläser mit grossen Abmessungen.

Aus statischen Gründen sind kleine Scheiben steifer und können sich bei Druckerhöhung im

Scheibenzwischenraum nicht durchbiegen.

Optische Massnahmen

Durch den Doppelscheibeneffekt können optische Verzerrungen auftreten. Damit diese weniger

sichtbar sind, sollte die dickere Scheibe aussen und die dünnere Scheibe innen verwendet werden.

Der Dickenunterschied zwischen dem äusseren Sonnenschutzglas und der inneren Scheibe soll

3 mm nicht übersteigen.

Der Scheibenzwischenraum soll nicht grösser sein als 16 mm. Die äussere Scheibe sollte die

Mindestdicke von 6 mm nicht unterschreiten. Eine weitere Verbesserung der optischen Qualität

erreicht man durch die Wahl eines dickeren Sonnenschutzglases, z. B. 8 mm anstelle von 6 mm.

Vorspannen, nicht vorspannen?

Sonnenschutzgläser nehmen in der Regel mehr Wärme auf als normales Floatglas oder Wärmedämmgläser.

Durch Teilbeschattung kann sich die Scheibenoberfläche unterschiedlich erwärmen.

Wird der Temperaturunterschied zu gross, bricht die Scheibe. Durch thermisches Vorspannen

wird die Temperaturwechselbeständigkeit so erhöht, dass ein Bruch infolge thermischer

Einflüsse fast ausgeschlossen werden kann. Als Richtlinie, ob eine thermische Vorspannung der

beschichteten Scheibe notwendig ist oder nicht, kann der Strahlungsabsorptionsgrad verwendet

werden. Beträgt dieser mehr als 50 %, ist eine Vorspannung in der Regel erforderlich.

Isolierverglasungen I 233


Musterverglasungen

Sonnenschutzfassaden sind ästhetisch anspruchsvolle Bauteile. Bei grösseren Objekten wird die

Herstellung von Musterelementen des Isolierglases und des Brüstungsglases (im Originalaufbau

und mit den tatsächlichen Glasstärken) empfohlen.

Farbangepasste Brüstungen

Nähere Informationen siehe Kapitel 15.4.

SILVERSTAR Sonnenschutz-Isolierglas Herstellung

Die SILVERSTAR Sonnenschutzschichten werden im Hochvakuum in Mehrkammer-Magnetronsputter-Anlagen

mit unterschiedlichsten Metallen beschichtet. Nähere Informationen siehe Kapitel

12.1. Die moderne Anlagentechnologie stellt die bauphysikalischen Werte, das regelmässige

optische Aussehen des Glases sowie die serienmässige Reproduzierbarkeit sicher.

Die SILVERSTAR Sonnenschutzpalette eröffnet der Fassadengestaltung vielfältige Möglichkeiten.

Gläser mit geringer Aussenreflexion oder mit stark reflektierender Aussenansicht sind in

den verschiedenen Reflexionsfarben erhältlich. Individuellen Wünschen bezüglich farbneutraler

Glasansicht kann ohne Einbusse der Sonnenschutzfunktion mit einer breiten Palette von neutralen

Gläsern entsprochen werden.

Übersicht SILVERSTAR Sonnenschutz-Isoliergläser

Funktion Schichttypen Ug-Wert g-Wert LT-Wert

Sonnenschutz und

Wärmedämmung

SILVERSTAR SELEKT 0,6 W/m²K 37 % 63 %

SILVERSTAR SUPERSELEKT 0,6 W/m²K 25 % 52 %

SILVERSTAR COMBI Silber 48 T 0,6 W/m²K 30 % 42 %

SILVERSTAR COMBI Neutral 70/40 0,6 W/m²K 37 % 63 %

SILVERSTAR COMBI Neutral 70/35 0,6 W/m²K 33 % 61 %

SILVERSTAR COMBI Neutral 61/32 0,6 W/m²K 30 % 54 %

SILVERSTAR COMBI Neutral 51/26 0,6 W/m²K 25 % 45 %

SILVERSTAR COMBI Neutral 41/21 0,6 W/m²K 20 % 35 %

Sonnenschutz SILVERSTAR SUNSTOP Neutral 50 T 0,9 W/m²K 32 % 41 %

SILVERSTAR SUNSTOP Blau 50 T 0,9 W/m²K 30 % 39 %

SILVERSTAR SUNSTOP Blau 30 T 0,9 W/m²K 19 % 24 %

SILVERSTAR SUNSTOP Silber 20 T 0,9 W/m²K 14 % 17 %

3fach-Isolierglas, Scheibenaufbau Float 3 x 6 mm, 2 x SZR 14 mm Argon

234 I Isolierverglasungen


13.4.5. COMBI Beschichtung SILVERSTAR SELEKT

Das 4-Jahreszeiten Isolierglas

SILVERSTAR SELEKT kombiniert Wärmedämmung mit Sonnenschutz und eignet sich für den Einsatz

als Fenster- oder Fassadenisolation mit optimaler Abstimmung für ein angenehmes Raumklima

in allen 4 Jahreszeiten.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR SELEKT

Das Isolierglas SILVERSTAR SELEKT eignet sich in der gesamten Aussenarchitektur.

Für Fenster und Fassaden.

Bei Neubau und Renovationen.

Für Wohnungsbau, Gewerbe- und Industriebauten.

Produkteigenschaften

Das farbneutrale Isolierglas SILVERSTAR SELEKT kombiniert Wärmedämmung mit Sonnenschutz

in optimaler Abstimmung für ein angenehmes Raumklima – und das in allen 4 Jahreszeiten.

Es sorgt für ein ausgeglichenes Temperaturniveau im Innenraum und somit für mehr Wohlbefinden.

SILVERSTAR SELEKT erreicht als 2fach-Isolierglas einen Ug-Wert von 1,1 W/m²K, mit einem

g-Wert von 42 % und einer Lichttransmission von 72 %.

Für Brüstungen ist ein farblich angepasstes Brüstungsglas verfügbar.

Abmessungen

Abmessungen: nach Mass bis maximal 6000 x 3210 mm.

SILVERSTAR SELEKT/Kaufmännische Berufsschule Biel

Isolierverglasungen I 235


13.4.6. COMBI Beschichtung SILVERSTAR SUPERSELEKT 60/27 T

Isolierglas mit ausgezeichneter Selektivität

Das Isolierglas SILVERSTAR SUPERSELEKT 60/27 T sorgt dank eines hohen Selektivitätswertes

für viel natürliches Tageslicht, verhindert aber effizient das Überhitzen durch Sonneneinstrahlung

im Sommer.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR SUPERSELEKT 60/27 T

Das Isolierglas mit hoher Selektivität SILVERSTAR SUPERSELEKT 60/27 T eignet sich als Allrounder

in der gesamten Aussenarchitektur.

Es sorgt für Grundsonnenschutz bei Gebäuden mit grossem Glasanteil oder dient als Vollsonnenschutz

für Gebäude mit kleinerem Glasanteil.

Für Neubau und Renovationen.

Bei Bürogebäuden und öffentlichen Bauten.

Für Wohnungsbau, Gewerbe- und Industriebauten.

Produkteigenschaften

Durch die spezielle Beschichtung verfügt das Isolierglas über eine hohe Lichttransmission bei

einem gleichzeitig ausgesprochen niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad. Die Selektivitätskennzahl,

also das Verhältnis von Lichttransmission zu g-Wert erreicht beim 2fach-Isolierglas

SILVERSTAR SUPERSELEKT 60/27 T den Spitzenwert von 2,22. Das bedeutet in der Praxis reduzierte

Energiekosten für künstliche Beleuchtung und gleichzeitig reduzierte Kosten für Kühlung

im Sommer.

Darüber hinaus verfügt das Isolierglas über eine ausgezeichnete Wärmeisolierung, für deutlich

reduzierte Heizenergiekosten im Winter.

Abmessungen

Abmessungen bis maximal 6000 x 2810 mm.

13.4.7. COMBI Beschichtung SILVERSTAR COMBI

Sonnenschutz und Wärmedämmung in einem Isolierglas kombiniert

SILVERSTAR COMBI ist eine Kombi-Beschichtung in einem Schichtpaket auf Position 2. Durch die

spezielle Magnetron-Beschichtung lässt sich ein guter Sonnenschutz mit optimaler Wärmedämmung

kombinieren und gleichzeitig eine hohe Lichttransmission sicherstellen. Ein behagliches

Raumklima ist garantiert – sowohl im Sommer als auch im Winter.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR COMBI

Überall dort, wo guter Sonnenschutz und gleichzeitig viel Tageslicht gewünscht wird.

Für Neubauten und Renovationen.

Im Wohnungsbau, für Bürogebäude und öffentliche Bauten.

Für Gewerbe und Industrie.

Bei grossflächigen Glasfassaden.

236 I Isolierverglasungen


Produkteigenschaften

Das Hauptmerkmal von SILVERSTAR COMBI ist eine hervorragende Selektivität. Das ist gleichbedeutend

mit einer grossen Leistungsfähigkeit bei dem Verhältnis von Lichttransmission zu Gesamtenergiedurchlassgrad.

SILVERSTAR COMBI Isolierglas mit Kombischichten

bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

Der niedrige Ug-Wert reduziert die Wärmeverluste

und senkt dadurch den Energieverbrauch.

Die ausgezeichneten Sonnenschutz-

Eigenschaften verbessern die Kosteneffizienz

zusätzlich. Durch die Reflexion der Sonnenenergieeinstrahlung

verhindert SILVERSTAR

COMBI unerwünschtes Aufheizen der Innenräume,

wodurch auch die Kosten für Kühlenergie

minimiert werden können.

2 5

SILVERSTAR COMBI Beschichtung auf Position 2 und

Wärmedämmbeschichtung auf Position 5

Ein weiteres Plus der Kombischichten ist die

Behaglichkeit im Rauminnern, unabhängig von

den Aussentemperaturen.

Sonnenschutz und Lichttransmission sind bei SILVERSTAR COMBI optimal verbunden. Dank maximaler

Lichtdurchlässigkeit gelangt viel Tageslicht ins Rauminnere. Das Isolierglas lässt sich mit

Funktionen wie Sicherheit und Schalldämmung kombinieren.

Abmessungen

Abmessungen bis max. 6000 x 3210 mm.

SILVERSTAR COMBI/Actelion Allschwil/Fotograf: Hans Ege

Isolierverglasungen I 237


13.4.8. Sonnenschutz-Isolierglas SILVERSTAR SUNSTOP

Isoliergläser mit Sonnenschutzschichten

SILVERSTAR SUNSTOP sind auf Sonnenschutz optimierte, hocheffiziente Isoliergläser. Die SILVER-

STAR SUNSTOP Sonnenschutzschichten reduzieren den Energieeintrag in die Innenräume durch

Reflexion der einstrahlenden Sonnenenergie und lassen trotzdem ausreichend sichtbares Licht

für eine natürliche Beleuchtung hindurch.

Einsatzbereiche für SILVERSTAR SUNSTOP

In Gebieten mit starker Sonneinstrahlung, wenn ein effektiver Sonnenschutz gefordert wird.

Für grossflächige Fassaden.

In öffentlichen Gebäuden.

Für Bürogebäude, Gewerbe- und Industriebauten.

SILVERSTAR SUNSTOP Produkteigenschaften

Das Isolierglas lässt sich mit Funktionen wie Sicherheit und Schalldämmung, aber auch mit Wärmedämmung

kombinieren.

Abmessungen

Abmessungen bis max. 6000 x 3210 mm.

2 3 5

Isolierglas mit Sonnenschutzbeschichtung auf Position

2 und Wärmedämmbeschichtung auf Position 3 und 5

SILVERSTAR SUNSTOP/HQ Building, Abu Dhabi, UAE

238 I Isolierverglasungen


13.4.9. Kombinationsmöglichkeiten von Sonnenschutz-Isoliergläsern

Sonnenschutz und Schallschutz

SILVERSTAR Sonnenschutz-Isolierglas ist auch mit einem asymmetrischen Aufbau aus ungleich

dicken Scheiben machbar – als 2- oder 3fach-Isolierglas. Das sorgt neben dem Sonnenschutz

auch für einen guten Schallschutz. Mit dem Einbau eines SWISSLAMEX Verbundsicherheitsglases

ergeben sich SILVERSTAR Sonnenschutz-Isoliergläser mit hoher Schalldämmung.

Sonnenschutz und Sicherheit

Mit Sonnenschutzgläsern können in der Regel die gleichen Sicherheitsbedürfnisse abgedeckt

werden wie mit normalen Gläsern. SILVERSTAR Sonnenschutzglas ist auch als thermisch vorgespanntes

Einscheibensicherheitsglas (ESG) und als Verbundsicherheitsglas (VSG) erhältlich.

Da die Sicherheitsanforderungen vor allem im Geschäftshaus-, Verwaltungs- und Industriebau

sehr verschieden sein können, wird eine Kontaktaufnahme mit den Fachleuten von Glas Trösch

empfohlen.

Yas Island Yacht Club, Abu Dhabi, UAE

Isolierverglasungen I 239


240 I Isolierverglasungen Dachverglasung/Foto: ©Tuchschmid AG, Frauenfeld/F.Schott + M. Schibig, Bern


13.5. Isolierglas für Dachverglasungen

Schräg- oder Überkopfverglasungen

Dachverglasungen sind besonderen Beanspruchungen ausgesetzt, da die Gläser Funktionen

übernehmen müssen, die bisher altbewährten nichttransparenten Bauteilen vorbehalten waren.

Für den Architekten, den Planer und die Ausführenden ergeben sich die unterschiedlichsten Problemstellungen.

Diese müssen bereits in der Projektierungsphase berücksichtigt und so gelöst

werden, dass die Regeln der Technik und bauaufsichtlichen Bestimmungen eingehalten werden.

Eine frühzeitige Kontaktaufnahme aller Beteiligten ist deshalb empfehlenswert.

13.5.1. Definition/Neigungswinkel

Als Schrägverglasungen gelten solche, die mehr als 10° von der senkrechten

Stellung abweichen. Wobei Angaben zum Neigungswinkel auf

die Horizontale bezogen werden.

> 10°

0° – 80 °

Überkopfverglasungen werden aus folgenden Glasarten ausgeführt

Einfachverglasung

Isolierverglasung

Mögliche Aufbauten von Überkopfverglasungen

Einfachverglasung VSG aus Floatglas

VSG aus TVG

Isolierverglasung Glas aussen ESG-H

TVG

Floatglas

VSG

Glas innen VSG aus Floatglas

VSG aus TVG

Isolierverglasungen I 241


13.5.2. Planungshinweise

Gebäudeform, geografische Lage, Nutzungsart sowie die Gestaltung beeinflussen in hohem Mass

die Ausführungsdetails.

Einflussgrössen sind:

Einbauhöhe in m ü. M.

Gebäudehöhe

Glasart

Glasdimensionen

Auflagesituation (2- oder 4-seitig)

Windlast

Schneelast

Neigungswinkel der Verglasung

Eigengewicht der Verglasung

Energetische Anforderungen

Sicherheit

Randbedingungen für die Montage (Zufahrtswege, Gerüst, Aufzugsmöglichkeit, etc.)

Einbauhöhe

Je nach Standort und Exposition der Lage, muss mit höheren Schnee- und Windlasten gerechnet

werden. Die Werte sind von Fall zu Fall abzuklären (siehe SIA-Norm 261, „Einwirkungen auf

Tragwerke“). Eventuell muss der Druckausgleich im Luftzwischenraum des Isolierglases dem

Luftdruck des Einbaustandortes angepasst werden.

Glasart

Einfachverglasungen

Schrägverglasungen müssen immer splitterbindend ausgeführt werden. Für die 4-seitig im Rahmen

gelagerten Platten kann neben VSG für kleinere Abmessungen auch Drahtglas/Drahtspiegelglas

verwendet werden (kurze Kante 60 cm).

Drahtglas/Drahtspiegelglas

Es ist bedingt splitterbindend und hat gegenüber Floatglas gleicher Dicke verminderte Biegezugsspannung,

dadurch eine verminderte Schlag- und Stossfestigkeit, ausserdem eine verminderte

Temperaturwechselbeständigkeit gegenüber Floatglas. Deshalb besteht eine erhöhte

Bruchgefahr bei Wärmeeinwirkung.

Als Einfachverglasung bedingt verwendungsfähig. Im Verbund mit Isolierglas nicht empfehlenswert.

Die speziellen physikalischen Verhältnisse im Isolierglas führen in der Regel zu Bruch des

Draht- bzw. Drahtspiegelglases.

Der Sprossenabstand darf 600 mm nicht übersteigen.

242 I Isolierverglasungen


Isolierverglasungen

Sie werden im Dachbereich wie folgt aufgebaut:

wetterseitige bzw. äussere Scheibe in ESG (nur

in Ausnahmefällen in Floatglas). Die Raumoder

publikumsseitige Scheibe muss splitterbindend

in VSG ausgeführt werden.

Float/ESG-H

Der Scheibenzwischenraum ist je nach Scheibenformat

verschieden, sollte jedoch 16 mm

nicht über- und 12 mm nicht unterschreiten.

VSG

Stufen-Isolierglas

Zur Ausbildung der Traufkante kann das untere

Glas zurückgesetzt werden. Der Randverbund

des Isolierglases muss im Bereich der Traufkante

geschützt werden. Zum Beispiel wird

eine Emaillierung auf Position 1 im Siebdruckverfahren

aufgebracht.

ESG-H

Keramikstreifen

Alternativ UV-Silikonrandverbund. Emaillierung

ist dadurch nicht notwendig.

Glasdimensionen

VSG

Empfehlung

Normaler Sparrenabstand ca. 800 – 1200 mm

Verhältnis von Breite zu Länge max. 1:6.

Glasgewicht

Bei der Dimensionierung muss das Gewicht berücksichtigt werden. Schwere Elemente beeinflussen

die Gestaltung der Tragkonstruktion; der Einbau und Ersatz muss speziell beachtet werden.

Tragkonstruktion/Glasfalzausbildung

Als Rahmenmaterial wird vorwiegend Metall, Kunststoff, Holz oder Kombinationen der verschiedenen

Materialien verwendet. Bei Holzkonstruktionen ist darauf zu achten, dass nur verleimte

Binder verwendet werden. Die Durchbiegung der Rahmen darf max. L/300 betragen.

Der Wasserführung ist bei Dachverglasungen erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken. Die Rahmenkonstruktion

muss so ausgebildet sein, dass insbesondere Kondenswasser oder eindringende

Feuchtigkeit nach aussen abgeführt werden kann.

Isolierverglasungen I 243


Sparrenauflage

Im Bereich der Sparrenauflage sollte der Randverbund des Isolierglases mit einem Abdeckprofil

geschützt werden. Die Konstruktion ist im Glasfalzbereich zu entlüften bzw. zu entwässern. Um

Glasbruch infolge zu grosser Temperaturen zu vermeiden, darf der Glaseinstand 20 – 25 mm nicht

übersteigen. Das untere Auflagerprofil muss eine Shorehärte von 60 – 80° aufweisen.

Silikondichtung mit

Distanzband oder Silikon-

Dichtungsprofilen

ESG-H

Wärmedämm-

Isolierglas

SILVERSTAR ZERO E

Ug = 1,0 W/m 2 K

VSG

Falzraum belüftet

Auflagenprofil

Shorehärte 60 – 80°

Querstoss mit Deckleiste

Im Bereich der Querstösse sollten Deckleisten eine möglichst kleine Bauhöhe aufweisen, damit

bei Bewitterung kein Wasserstau entsteht.

ESG-H

Abdeckprofil als

UV-Abdeckung

Wärmedämm-

Isolierglas

SILVERSTAR ZERO E

Ug = 1,0 W/m 2 K

VSG

Auflagenprofil

Shorehärte 60 – 80°

Quersprosse

Querstoss ohne Deckleiste

Querstösse ohne Deckleiste werden vor allem dort verwendet, wo stehendes Wasser vermieden

werden soll. Zum Schutz des Isolierglas-Randverbundes vor UV-Strahlung ist witterungsseitig

eine fest eingebrannte Emaillierung vorzusehen. Empfehlung: Der Glasstoss ist auf der ganzen

Länge mit einer Pfette zu unterfangen, um eine Durchbiegung des Glases zu vermeiden. Alternativ

ist die Ausführung mit UV-beständigem Silikonrandverbund möglich.

244 I Isolierverglasungen


Emaillabdeckstreifen

ESG-H

Versiegelung

VSG

Achtung: Verträglichkeit der Dichtstoffe prüfen. Die jeweils weiterverarbeitende Stelle ist für die

Freigabe der zum Einsatz kommenden Materialien verantwortlich.

Die zum Einsatz kommenden Kleb- und Dichtstoffe sind durch die am Bauwerk Beteiligten freizugeben.

Auch ist die Kompatibilität zu den verwendeten VSG-Folien zu prüfen.

Traufkantenabschluss

Isoliergläser mit Traufkantenabschluss werden dort verwendet, wo der ungehinderte Abfluss von

Wasser ohne besondere konstruktive Aufwendungen erfolgen soll. Der freiliegende Isolierglas-Randverbund,

muss mit einem Keramikstreifen gegen UV-Strahlung dauerhaft geschützt werden oder in

UV-beständiger Silikonausführung hergestellt werden. Der Glaseinstand der raumseitigen Scheibe

darf, um Glasbruch durch unterschiedliche Temperaturen zu vermeiden, 25 mm nicht übersteigen.

Das Isolierglas ist fachgerecht zu klotzen und die äussere Scheibe je nach Gefälle gegen das Abrutschen

zu sichern. Der Glasfalz ist zu entlüften.

ESG-H

VSG

Emaillabdeckstreifen

Halterung äussere

Scheibe örtlich

Auflageprofil

Verklotzung

Falzraumbelüftung

Isolierverglasungen I 245


Windlast/Schneelast

Je nach geografischer Lage und örtlicher Situation treten unterschiedliche Wind- und Schneelasten

auf. Grundlage für die Berechnung ist die SIA-Norm 261.

Neigungswinkel

Schrägverglasungen mit einem Winkel ab ca. 80° können statisch, d. h. in Bezug auf Glasdicken

wie Vertikalverglasungen behandelt werden. Bei flachen Neigungswinkeln ist zu beachten, dass

der Wasserabfluss gewährleistet ist (Durchbiegung des Glases). Insbesondere bei vorstehenden

Profilen besteht die Gefahr von stehendem Wasser auf der Verglasung.

Dachverglasung und Sonnenschutz

Sonnenstrahlung kann, je nach Sonnenstand und Dauer, unangenehm werden und zu Überhitzung

des Raumes führen. Besonders bei Schrägverglasungen ist dieser Aspekt bei der Planung zu

berücksichtigen. Die Wahl der Beschattungsart hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B.

Gebäudenutzung, Standort, Art der Schrägverglasung, etc.

Durch den Einsatz von SILVERSTAR COMBI oder SILVERSTAR SUNSTOP Sonnenschutz-Isoliergläsern

kann unter Umständen auf zusätzliche Sonnenschutzmassnahmen verzichtet werden.

Glas-Dickenbestimmung

Die Dickenbestimmung bei Dachverglasungen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Bei aussenseitig

angeordneter Verglasung sind für die Berechnung der Glasdicke folgende Angaben notwendig:

Standort des Objektes

Gebäudehöhe

Glasart (z. B. Einfachglas, Isolierglas)

Glas-Abmessungen

Glausauflage (zweiseitig oder vierseitig)

Neigungswinkel der Verglasung

Angaben über zusätzliche Lasten (z. B. Begehbarkeit)

246 I Isolierverglasungen


13.5.3. U-Werte geneigter Isolierverglasungen

Bauphysikalische Grundlagen

Bei geneigten Verglasungen, wie z. B. Dachflächenfenstern, verändert sich der Ug-Wert des Isolierglases

aus physikalischen Gründen. Die Veränderung ist abhängig vom Neigungswinkel.

Ursache für die Zunahme des Ug-Wertes ist die Konvektion im Scheibenzwischenraum, die sich

mit der Neigung des Glases verändert und zu einem erhöhten Wärmetransport über den Scheibenzwischenraum

führt. Eine wichtige Einflussgrösse ist dabei der Scheibenabstand. Bei einem

2fach-Isolierglas mit grossem SZR ist der U-Wert stärker beeinflusst, als bei einem 3fach-Isolierglas

mit zwei kleineren SZR.

Der Einfluss auf die Wärmestrahlung und die Wärmeleitung bleibt praktisch unverändert.

Ug=1,1 W/m 2 K

Ug=1,4 W/m 2 K

Ug=0,7 W/m 2 K

Ug=0,7 W/m 2 K

0° Kalt

90°

90°

60°

Ug=1,6 W/m 2 K

30°

90°

60°

Ug=0,8 W/m 2 K

30°

SZR

Kalt

SZR

Warm

0° Ug=1,7 W/m 2 K


Ug=0,9 W/m 2 K

Warm

Ug-Wert für

2fach-Isolierglas

Ug-Wert für

3fach-Isolierglas

Konvektion,

waagrechter Einbau

Konvektion,

senkrechter Einbau

Referenzwerte

Zum Zweck des Vergleiches von Produkten ist für die Ermittlung des Ug-Wertes nach SN-EN 673 die

senkrechte Lage der Verglasung festgelegt. Gleiches gilt für die CE-Kennzeichnung des Isolierglases.

In der Schweiz beziehen sich die energierelevanten Vorschriften für Bauten auf die SIA-Norm 380.

Die Einzelanforderungen richten sich nach dem Normfenster. Dieses wird senkrecht eingebaut.

Die effektiven, neigungsabhängigen Werte für das Fenster müssen durch den Energieplaner ermittelt

werden.

Hotel Hof, Weissbad

Isolierverglasungen I 247


13.6. Isolierglas Sonderausführungen

13.6.1. Isolierglas mit Sprossen

Isoliergläser mit Sprossen haben, neben ihrer ästhetischen Wirkung, weitere positive Merkmale.

Weniger Reinigungsaufwand

Keine Unterhaltsarbeiten, wie Malen der Sprossen, etc.

Kombinierbar mit verschiedenen Funktionen, wie z. B. Schallschutz oder Sicherheitsisoliergläser

Der vorgeschriebene Scheibenzwischenraum zum entsprechenden Abstandhalter darf nicht unterschritten

werden, um ein Berühren der Sprossen mit den Glasscheiben zu vermeiden.

Vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten

Eine Vielzahl von Standardfarben sind lieferbar. Weitere Farben sind auf Wunsch erhältlich.

Sprossen zum Einbau in Isolierglas SILVERSTAR

Typ 18 S

Scheibenzwischenraum 12 mm

Typ 26 S

(Passend zu Kämpfer-Profil)

Scheibenzwischenraum 12 mm

Typ 45 S

(Kämpfer-Profil)

Scheibenzwischenraum 14 mm

18 mm

26 mm

45 mm

8 mm

8 mm 10 mm

Sämtliche abgebildeten Sprossen sind in den Standardfarben verkehrsweiss GTR Nr. 1084, beigebraun

GTR Nr. 2076, ockerbraun GTR Nr. 2099 ab Lager erhältlich.

Isolierglas mit Abstandhalter-Sprossen

(Blind-, Wiener- oder Landhaussprossen)

Im Scheibenzwischenraum fixierte Abstandhalter

und gleichenorts aussenseitig aufgesetzte

Fenstersprossen täuschen glastrennende

Sprossen im Fenster vor.

20 – 30 mm

Mögliche Ausführungen

Abstandhalter-Sprossen können mit Scheibenzwischenräumen

von 14 und 20 mm ausgeführt

werden.

14 – 20 mm

248 I Isolierverglasungen


Distanzhaltersprosse

Aufsatzsprosse

Weiches Vorlegeband

Einsatz von Isolierglas mit Abstandhalter-

Sprossen

Um keine Glaseinspannung durch die Aufsatzsprosse

zu erzeugen, muss zwischen Glas

und Sprosse zwingend ein weiches Vorlegeband

von mindestens 4 mm Dicke eingelegt

werden. Die Versiegelung zwischen Aufsatzsprosse

und Glas muss mit dauerelastischer

Dichtungsmasse ausgeführt werden.

Eigenschaften von Sprossen

Einfluss der Sprossen auf die Wärmedämmung der Isolierglasscheibe

Sprossen haben einen Einfluss auf den Wärmedämmwert (Ug-Wert) der Isolierglasscheibe.

Ebenfalls kann eine mögliche raumseitige Kondensation im Bereich der Sprossenaufteilungen

nicht ausgeschlossen werden. Grundsätzlich bezieht sich der Ug-Wert ausschliesslich auf Scheiben

ohne eingebaute Sprossen. Je nach Anzahl Sprossen verändert sich der Wärmedämmwert

der Isolierglaseinheit. Das Berühren der Sprossen mit der Scheibenoberfläche kann aus physikalischen

Gründen nicht ganz ausgeschlossen werden (bedingt durch klimatische Druckschwankungen).

Die Folge ist eine Absenkung der raumseitigen Glasoberflächentemperatur im Bereich

der Sprosse und damit unter bestimmten physikalischen Bedingungen das Auftreten von Kondensation

auf der raumseitigen Glasoberfläche.

Einfluss der Sprossen auf den Uw-Wert

In der Vergangenheit wurde der Einfluss von Sprossen auf den Wärmedurchgangskoeffizienten

oft vernachlässigt. So berücksichtigen z. B. die Tabellenwerte (Normfenster) keine Sprossen. Es

ergibt sich jedoch in der Regel ein nicht mehr vernachlässigbarer Unterschied von:

Sprossenart

Änderung Uw-Wert ∆Uw

Auf Isolierglas aufgesetzte Sprossen 0,0 W/m 2 K

Einfaches Sprossenkreuz im SZR

+ 0,1 W/m 2 K

Mehrfache Sprossenkreuze im SZR + 0,2 W/m 2 K

Glasteilende (echte) Sprossen

+ 0,3 W/m 2 K

Einfluss der Sprossen auf den Schallschutz

Bei Verwendung von Sprossen im Scheibenzwischenraum (SZR) des Isolierglases kann eine Reduzierung

der Schalldämmwirkung eintreten. Alle von uns bestätigten Schalldämmwerte beziehen

sich auf Prüfelemente ohne eingebaute Sprossen.

Isolierverglasungen I 249


13.6.2. Isolierglas Sonderkombinationen mit Ornamentglas

Um einen guten Randverbund zu gewährleisten, wird in der Regel die Struktur des Ornamentglases

nach aussen verarbeitet. Bei Verarbeitung von gröberen Strukturen gegen den Zwischenraum

des Isolierglases kann die Dichtigkeit des Randverbundes nicht gewährleistet werden.

Ornamentgläser sind infolge ihrer Besonderheiten in erhöhtem Masse bruchanfällig. Bei Sonneneinstrahlung

kann sich farbiges Ornamentglas und Drahtglas ungleichmässig aufheizen. Besonders

bei Schlagschatten besteht im Verbund mit Isolierglas stark erhöhte Bruchgefahr infolge

thermischer Überbelastung.

Bei Verwendung von Drahtglas muss die Gegenscheibe dünner gewählt werden. Sie darf auf keinen

Fall dicker sein als das Drahtglas. Die Verarbeitung von Ornamentglas zu Isolierglas-Einheiten

ist abhängig von der Struktur-Art, dem Struktur-Verlauf sowie den fabrikationstechnischen

Gegebenheiten.

Bei der Spezifikation von Isolierglas mit Ornamentglas/Sonderglas ist folgendes zu beachten:

Ornamentgläser werden in handelsüblicher Qualität verarbeitet.

Ornamentglas wird nicht in Kombination mit farbigem Floatglas verarbeitet.

Eingefärbtes Ornamentglas kann sich bei Sonneneinstrahlung ungleichmässig aufheizen. In

Kombination mit Isolierglas besteht deshalb Spannungsbruchgefahr.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass Isolierglas-Kombinationen mit Drahtspiegel- oder

Drahtornamentglas auf Grund der speziellen Eigenschaften dieser Gläser in erhöhtem Masse

bruchanfällig sind. Eventuell auftretender Glasbruch kann deshalb keinesfalls als Reklamationsgrund

anerkannt werden.

Die Elementdickentoleranz beträgt ± 2,0 mm.

Die Kombination von 2 Gussgläsern ist möglich (Elementdickentoleranz +3/-2 mm).

13.7. Isoliergläser für Fassaden ohne äussere Abdeckprofile

Ganzglasfassaden mit feiner Fugenzeichnung sind in zeitgenössischer Architektur ein fester Bestandteil

und schaffen Gebäudeansichten von beeindruckender Prägung. Filigranste Aussenansichten

mit schlanken Fugen sind wie bei den verklebten Ganzglasfassaden umsetzbar. (Siehe

Kapitel 15.3.)

13.7.1. Isoliergläser für den Einsatz ohne Abdeckprofile

Die Isolierglaselemente sind horizontal in einem Metallprofil gehalten, die vertikalen Stossfugen

werden mit einem speziellen Silikon und zusätzlichem Füllprofil geschlossen und abgedichtet.

Diese Gläser sind nur zweiseitig gelagert, d. h. sie müssen statisch entsprechend dimensioniert

und mit einem speziellen Randverbund ausgerüstet werden, damit sie die auftretenden Lasten

(insbesondere Windlasten) aufnehmen und an die Unterkonstruktion weitergeben können.

250 I Isolierverglasungen


Speziell zu beachten sind unter anderem:

100 %ige Materialverträglichkeit

UV-Resistenz

Alterungsbeständigkeit

Aussen

Innen

Aussen

Innen

3

4

5

2 2

3

1 1

4

5

6

6

1 Silikonfuge

2 Füllprofil aus Polyäthylen

3 Randverbundsystem SSG 1.0

4 Abstandhalter

5 Keramikabdeckstreifen schwarz

6 Gasfüllung

Ausbildung der Glasecke

In der Ecke ist eine statisch wirksame Verklebung möglich. Die einwirkenden Kräfte auf die Glasecke

müssen sowohl durch die Silikonfuge als auch durch die Sekundärabdichtung der Glaselemente

übernommen werden können. Entsprechend sorgfältig sind die Fugenquerschnitte auf

Druck, Zug und Scherung zu bemessen.

Wärmedämmbeschichtung

Abstandhalterprofil

Sekundärdichtung

Strukturelle Fuge

Füller

Keramikstreifen

Standard-Detail: Glasecke in 2fach-Isolierglas

mit einseitigem Stufenglas.

Standard-Detail: Glasecke in 3fach-Isolierglas

mit einseitigem Stufenglas.

Isolierverglasungen I 251


13.7.2. Isoliergläser mit Einschubprofil

Die Isoliergläser sind mit einem speziellen Profil versehen, das in den Randverbund integriert

wird. Mit einer speziellen Befestigungstechnik auf die klassische Pfosten-Riegel-Fassade, werden

die Isoliergläser im Randbereich unsichtbar mechanisch gehalten. Die Fugenlagerung, zwei

oder vierseitig ausgeführt, eröffnet durch innovative Technik eine einfachere Möglichkeit für den

Bau von Ganzglasfassaden, als Alternative zur klassischen SWISS SG-Fassade.

Vorteile

Fassadenbild analog SWISS SG:

Die ganze Fassade präsentiert sich als glatte, homogene Fläche ohne Unterbrechungen. Stark

reflektierende Gläser verstärken diesen Eindruck zusätzlich.

Elegante Detaillösungen.

In der Regel kostengünstiger als verklebte Fassaden SWISS SG.

Geringe Unterhaltskosten (Reinigung).

Die einzelnen Glaselemente können vorgefertigt und so vor Ort in kürzester Zeit montiert werden.

Einfache Glasmontage und -befestigung ohne Hilfswerkzeuge.

Typische Einsatzgebiete

Flächige Ganzglasfassaden mit filigraner Fugenzeichnung

Hochwertige, anspruchsvolle Optik mit grossen Scheibenformaten

Besonderheiten

Die einzelnen Glaselemente sind nur durch feine Silikonfugen voneinander getrennt.

Hohe Scheibengewichte sind mechanisch sicher gehalten.

Flexibles System bezüglich Elementstärken.

Vorsicht Erscheinungsbild! Beschichtungen müssen im Randbereich entfernt werden.

Die Verklebung des Randverbundes wird vorzugsweise mit einem Keramikstreifen abgedeckt.

Verglasungsdetail

3fach-Isolierglas

Positionierung

Einschubprofil

2fach-Isolierglas

Einschubprofil örtlich

Alu (SSG eloxiert)

Länge 120 mm

Positionierung

nach Angabe des

Fassadenbauers

10-14 max. 16

16-18

23

12



18

252 I Isolierverglasungen


Isolierglas mit Einschubprofil/Kubus Titan/Historisches Museum, Bern

13.8. Fenster- und Fassadensysteme

Die nachfolgenden Angaben sollen eine Übersicht der verschiedenen Verglasungs- und Fenstersysteme

aufzeigen. (Weitere Informationen siehe auch Kapitel 15. und 17.)

Weitere technische Informationen sind beim Fensterbauer oder jeweiligen Systemhersteller anzufordern.

13.8.1. Fenstersysteme

Die nachfolgend beschriebenen Verglasungssysteme sind mit einem nach aussen entspannten

Falzraum versehen. Das System muss dauerhaft einen unbehinderten Dampfdruckausgleich

(Entspannung) und ein sofortiges Abführen von evtl. Kondensat oder Leckwasser zur Witterungsbzw.

Aussenseite gewährleisten, um Schäden am Fenster und am Isolierglas über den Randverbund

zu verhindern.

Holzfenster

Kunststoff-Fenster

Isolierverglasungen I 253


Aluminiumfenster

Holz-Metallfenster

13.8.2. Fassadensysteme

13.8.2.1. Pfosten-Riegelkonstruktion

Eine Pfosten-Riegelkonstruktion ist eine Konstruktionsmethode für Fassaden, mit der sich äusserst

filigrane Glasfassaden herstellen lassen. Die Lastübertragung erfolgt über die senkrechten

Pfosten, an die die horizontalen Riegel angeschlossen sind. Gehalten werden die Isolierglas- oder

andere Füllelemente durch horizontale und vertikale Pressleisten, die auf die Pfosten/Riegel geschraubt

werden.

Entwässerung

Damit die Fensterelemente vor stauender Feuchtigkeit geschützt sind, braucht es eine innere Entwässerung

zur Ableitung von Kondens- und Schwitzwasser.

254 I Isolierverglasungen

VSG-Produktionshalle, Bützberg/Fotograf: Hans Ege/Architekt: Gerold Dietrich


Schema einer Pfosten-Riegelkonstruktion

13.9. Isoliergläser für geklebte Fenstersysteme

Geklebte Fenstersysteme

Auf der Suche nach rationellerer Fertigung und optimalem Materialeinsatz, hat sich in der Fenstertechnik

das direkte Verkleben von Flügelrahmen und Isolierglas als neues, Fertigungsverfahren

etabliert.

Im Gegensatz zur konventionellen Glasmontage mittels Glasklötzen, die nur die Übertragung von

Druckkräften zulässt, können bei der kraftschlüssigen Verklebung bei Bedarf auch Zugkräfte aufgenommen

werden. Damit kann die Stabilität des Flügelrahmens verbessert werden. Je nach

Systemwahl lassen sich zudem durch das Verkleben verschiedene weitere Vorteile nutzen.

Mehr Tageslicht durch schlankere Flügelprofile.

Verbesserung des Fenster-U-Wertes.

Elegante Ganzglasansicht bei Systemen mit Stufenglas.

Optimaler Wetterschutz bei Systemen mit Stufenglas.

Kunststoffrahmen ohne Metallaussteifung.

Grössere Abmessungen bei Holzfenstern.

Optimierung von Schalldämmung und Einbruchhemmung.

Rationellere Fertigung.

Effizienter Einsatz von Material und Arbeitszeit.

Isolierverglasungen I 255


Isoliergläser für geklebte Fenstersysteme

Bei geklebten Systemen werden die Isoliergläser anders beansprucht als bei standardisierten

Fenstersystemen. Konventionelle Isoliergläser eignen sich daher in der Regel nicht oder nur

beschränkt für den Einsatz in der neuen Verglasungstechnik. Soll eine lange Lebensdauer des

Isolierglases und eine dauerhafte Funktionstüchtigkeit des Fensters erreicht werden, müssen

die Isoliergläser, insbesondere der Randverbund auf die besonderen Beanspruchungen, die von

System zu System variieren können, abgestimmt werden. Zudem ist strikt darauf zu achten, dass

alle verwendeten Dichtungs- und Klebestoffe sowie weitere Hilfsmaterialien untereinander verträglich

sind. Dies erfordert eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit unseren Spezialisten, die Ihnen

gerne weiterhelfen.

Drei prinzipielle Systeme

Durch eine Klebeverbindung zwischen Glas und Rahmen kann die Verglasung zusätzliche Lasten

aufnehmen. Diese sind systembedingt sehr unterschiedlich.

Nach Aufbau und Verklebungsart, lassen sich prinzipiell drei verschiedene Lösungen unterscheiden.

Kraftübertragung durch Verklebung im Falzgrund.

Kraftübertragung durch seitliche Verklebung im Falzraum.

Kraftübertragung durch Verklebung an einer Isolierglasstufe.

Wir empfehlen eine Lastabtragung mittels Klötzen. Systeme ohne Lastabtragung über Klötze sind

möglich, erfordern jedoch eine spezielle Dimensionierung der Isolierglasfuge.

256 I Isolierverglasungen


Standardlösung

Kraftübertragung mittels Klötzen im Falzgrund.

System 1

Kraftübertragung durch Verklebung rundumlaufend

im Falzgrund.

System 2

Kraftübertragung durch seitliche Verklebung

rundumlaufend im Falzraum. Die

Verklebung kann sowohl auf das äussere

wie auch auf das innere Glas aufgebracht

werden.

System 3

Kraftübertragung durch Verklebung an

einer Isolierglasstufe rundumlaufend. Die

Stufe ergibt eine elegante Ganzglasansicht

und übernimmt zudem die Funktion des

Witterungsschutzes.

Materialverträglichkeit

Der Verträglichkeit der einzelnen verwendeten Materialien (insbesondere Klebe-, Dichtungs- und

Füllmassen) untereinander ist grösste Beachtung zu schenken. Besonders heimtückisch sind sogenannte

„Wanderungen“ von einem Ausgangsstoff durch einen zweiten, zu einem dritten Stoff,

wie zum Beispiel von einem Klebstoff durch die Sekundärdichtung des Isolierglases zur Primärdichtung.

Isolierverglasungen I 257