Radfahren Fitness und Fun Radfahren Fitness und ... - Rheinkiesel

rheinkiesel.de

Radfahren Fitness und Fun Radfahren Fitness und ... - Rheinkiesel

Natur

Eingewanderte Steppenbewohner

in Bonn

Rheinisches Brauchtum

Maiwirsing –

was ist denn das?

Radfahren

Fitness und Fun

15 Seiten Veranstaltungstips

• Bonn • Königswinter • Oberpleis • Bad Honnef

• Rheinbreitbach • Unkel • Erpel • Linz

Steuertips

Wenn Rentner Steuern zahlen

Kieselchen

Glücksbringer im Anflug

05

Mai 2011

15. Jahrgang


Liebe Leserin

und lieber Leser,

alles neu macht bekanntlich der

Mai! Daher freue ich mich sehr,

Sie heute an dieser Stelle (wieder)

begrüßen zu dürfen. Darf ich Sie

als Erstes zu einer kleinen Radtour

einladen? Das Ziel dürfen Sie

selbst bestimmen – Hauptsache,

Sie kommen Tritt für Tritt auf

Tour. Auf den Seiten 4 bis 6 fassen

wir für Sie zusammen, warum

Radfahren so gesund ist. Ein bißchen

Bewegung und frische Luft

helfen übrigens auch, das Gedächtnis

auf Trab zu halten. Das

können Sie nach Ihrem Ausflug

auf zwei Rädern gleich testen:

Wandeln Sie auf Seite 8 mit uns

auf rätselhaften Pfaden und verraten

uns, wer Der Beinahe-

Präsident war, den wir in diesem

Monat suchen.

Diplom-Biologe Ulrich Sander

nimmt in diesem Monat Gefiederte

Dauergäste ins Visier, die

zwar hübsch anzuschauen sind,

doch auch ihre Tücken haben:

Die eingewanderten Arten vertreiben

mancherorts schon heimische

Vogelarten (Seite 10 bis 12). Und

so mancher Parkbesucher mag vor

allem die Hinterlassenschaften der

Tiere als außergewöhnliche, ja sogar

unzumutbare Belastung ansehen.

Das Steuerrecht versteht unter

diesen Begriffen allerdings etwas

ganz Anderes. Wie Rentner mit

Krankheitskosten drohende Steuerzahlungen

abwenden können, erklärt

Ihnen Rechtsanwalt Christof

Ankele in seinem Beitrag Außergewöhnliche

Bürden absetzen

(Seite 7).

Außergewöhnlich war einst auch

das erste frische Gemüse im Jahr:

So schmeckt der Frühling, hieß

es einst, wenn der Maiwirsing auf

den Tisch kam. Lesen Sie mehr

über das früher begehrte, nun

schon fast vergessene Gemüse auf

den Seiten 16/17. Apropos Frühling:

Haben Sie’s gemerkt? Im unserer

vergangenen Ausgabe haben

wir Sie – wie jedes Jahr – in den

April geschickt. Einige Reaktionen

auf unsere Phantasien lesen Sie im

Kaleidoskop auf den Seiten 14

bis 16. Den Abschluss unseres

Hefts bildet wie immer das Kieselchen,

das in diesem Monat auf die

Suche nach der Kinderstube der

Käfer geht: Familie Nimmersatt

(Seite 18/19). Wer Kinder oder

Enkel hat, sollte schnell vorblättern,

denn wir verlosen Karten für

ein Konzert, das schon am 7. Mai

stattfindet. Die schnellsten Anrufer

gewinnen! Tolle Termine für

Editorial

Groß und Klein für alle übrigen

30 Maitage verrät Ihnen wie immer

unser Veranstaltungskalender.

Viel Glück und viel Spaß bei der

Lektüre wünscht Ihnen

PS: Wie gefällt Ihnen der rheinkiesel?

Welche Themen wünschen

Sie sich im Heft? Wir freuen uns

über Ihre Anregungen. Schreiben

Sie uns!

Impressum

Titelbild: ADFC/Jens Lehmkühler

Erscheinungsweise:

monatlich, jeweils zum Monatsende

Redaktions- und Anzeigenschlußtermin:

15. des Vormonats

Verteilte Auflage: 15.000 Exemplare

Druckunterlagen: nach Absprache

(auch als pdf-, eps-, tif- oder jpg-Datei)

Herausgeber: Verlag, Vertrieb und Anzeigenverwaltung

Quartett-Verlag, Erwin Bidder,

Im Sand 56, 53619 Rheinbreitbach,

Tel. 0 22 24 / 7 64 82, Fax 0 22 24 / 90 02 92,

info@rheinkiesel.de

Redaktion: Rechtsanwalt Christof Ankele, Erwin Bidder

(verantwortlich), Julia Bidder, Paulus Hinz,

Ulrich G. Sander, Martina Walther

Gestaltung: DesignBüro Blümling, Köln,

mail@bluemlingdesign.de

Illustrationen: Stefan Abtmeyer/slowfood, ADFC/Jens

Lehmkühler, Erwin Bidder, Julia Bidder,

Bonner Bach Gemeinschaft, Bonner

Vokalensemble, Collegium musicum Bad

Honnef, Deutz-Chor Köln, Hans Kniebes

GmbH, Jens Lehmkühler, Kleines Theater,

pixelio/Michael Horn/Spica/Rainer Sturm,

RSE GmbH, Thomas Plaßmann, Ulrich

Sander, Wikipedia

Anzeigen: Erwin Bidder (Verlag), Tel.: (0 22 24) 7 64 82

Abonnements: Einzelheft € 2,50, Jahresbezugspreis € 30,-

(Zustellung per Post), Bestellungen sind

an den Verlag zu richten

Druck: Krahe Druck GmbH, Unkel,

www.krahe-druck.de

Internet: www.rheinkiesel.de, erstellt von

Rhein@Net Ansgar Federhen

Beilagenhinweis: Die Brille, Königswinter (Teilbeilage)

Mai 2011 3


Fit & Gesund

Tritt für Tritt auf Tour

Ob längs des Rheins oder auf der Höhe, sportlich-frisch auf dem Rennrad oder eher gemütlich

mit Picknickkorb und Sonnenhut auf dem Holland-Rad: Radfahrer haben jetzt Hochkonjunktur.

Wer einige Dinge beachtet, kommt beim Radeln nicht nur von A nach B., sondern

sammelt auch noch etliche Pluspunkte für die Gesundheit.

Der Wonnemonat lockt mit sommerlichen

Temperaturen – höchste

Zeit also, die Vorsätze endlich

in die Tat umzusetzen und den

Drahtesel vom Winterstaub zu befreien.

Laut Statistischem Bundesamt

besitzen knapp 80 Prozent

aller Privathaushalte mindestens

ein Fahrrad. Insgesamt satteln die

Deutschen 70 Millionen „Drahtesel“

– allerdings immer noch zu

selten, denn etwa die Hälfte aller

Autofahrten erfolgt auf Strecken,

die unter sechs Kilometern liegen.

Doch der Weg zum Briefkasten,

zum Bäcker oder ins Schwimmbad

läßt sich meist auch hervorragend

mit dem Rad bewältigen.

Das freut den Geldbeutel angesichts

der hohen Spritpreise, und

gleichzeitig entfällt die oft nervenaufreibende

Parkplatzsuche sowie

Parkgebühren, etwa in der Innenstadt.

So mancher Neu-Radler

Auf dem richtigen Weg: Radfahren bringt Bewegung ins Spiel

4 Mai 2011

stellt überrascht fest, daß er mit

dem Rad sogar schneller ist, als

mit dem Auto.

Wer längere Touren mag, kann

entspannt bei schönem Wetter

längs des Rheines touren. Mountainbike-Spezialisten

können mit

ihren Drahteseln sogar die Höhen

des Siebengebirges erklimmen

und freuen sich über rasante Abfahrten.

Wer lieber daheim bleibt,

muß zwar auf Naturerlebnis und

Frischluft verzichten, nicht aber

auf das Radfahren: In über einem

Viertel aller deutschen Haushalte

steht ein Hometrainer, auf dem

man auch bei schlechtem Wetter

gemütlich „radeln“ kann.

„Spinning“

mit Teamgeist

Wer die Gesellschaft und poppige

Musik liebt, meldet sich im

Fitness-Studio zum sogenannten

„Spinning“ an. Bei diesem Team-

Radeln auf Rennrad-Hometrainern

fließt der Schweiß meist

in Strömen, denn eine Spinning-

Stunde besteht aus mehreren

Bergetappen – sozusagen eine

Mini-Tour de France. Der Kursleiter

(auch „Instruktor“ genannt)

und fetzige Musik heizen den

Radlern zusätzlich ein. Die Vorteile

liegen für Spinning-Fans auf

der Hand: Sie können bei jedem

Wetter eine Geländefahrt simulieren.

Das Sturzrisiko ist gleich Null

und eine Pulsuhr überwacht den

Herzschlag, damit sich niemand

überanstrengt.

Egal, ob drinnen oder draußen:

Wer länger nicht im Sattel saß, der

hat nach der ersten längeren Tour

vermutlich einen Muskelkater.


Doch ist der erst einmal überwunden,

steigt die Fitneß mit jeder

Radtour. Wer bergauf oder bei

hohen Gängen in die Pedale tritt,

kräftigt spürbar die Beinmuskulatur.

Weniger bekannt ist, daß Radeln

auch die Muskeln in Rumpf

und Rücken trainiert. Doch das ist

noch nicht alles: Auch die Lunge

profitiert besonders von der Bewegung

an der frischen Luft. Die

körperliche Aktivität kräftigt zusätzlich

die Atemmuskulatur, weshalb

Lungenfachärzte auch Asthmatikern

und Menschen mit

chronischer Bronchitis empfehlen,

häufiger mal aufs Rad zu steigen.

Schonkur für

die Gelenke

Wer Gelenkprobleme hat, kann

sich mit dem Fahrrad sportlich betätigen

und dabei Knie, Hüften

und Fußgelenke sanft mobilisieren,

ohne daß gleich das ganze

Körpergewicht auf den Gelenken

lastet. Die regelmäßigen kreisförmigen

Bewegungen beim Radfahren

verbessern die Versorgung

des Gelenkknorpels und beugen

damit Arthrose vor beziehungsweise

lindern sogar Gelenkbeschwerden.

Allerdings sollte man

dabei auf die richtige Sattelhöhe

achten: Wer zu niedrig sitzt, kann

nicht die volle Beinkraft entfalten

und belastet die Knie unnötig.

Wer dagegen zu hoch sitzt, streckt

die Beine beim Treten völlig durch

und muß mit Problemen an den

Fit & Gesund

Helm auf? Ja bitte!

Das größte Risiko beim Fahrradfahren sind schwere Kopfverletzungen:

Während Prellungen, Schürfwunden oder selbst Knochenbrüche relativ

rasch verheilen, kann ein Sturz auf den Kopf dramatische Folgen haben:

Knapp 30 Prozent der Radfahrer, die einen Unfall haben, erleiden eine

sogenannte Schädelhirnverletzung. Das kann eine harmlose „Gehirnerschütterung“

sein, aber auch eine schwere Gehirnquetschung, die das

ganze Leben verändert, etwa, weil schwere Behinderungen und Lähmungen

zurückbleiben. Dabei kann schon ein vergleichsweise leichter

Aufprall schwerste Schädigungen verursachen, denn entscheidend ist,

welche Gehirnregion verletzt wird.

Experten gehen davon aus, daß Radhelme 48 Prozent aller Schädelverletzungen

vermeiden können. 95 Prozent aller Radfahrer, die tödlich

verunglückten, hätten mit einem Helm überlebt. Allerdings sollte der

Helm gut sitzen, damit er das empfindlichste Organ des Menschen richtig

schützen kann. Der Fachhandel berät bei der Auswahl des passenden

Helms und stellt ihn richtig ein.

Kniebeuger-Muskeln rechnen.

Darüber hinaus empfehlen Experten,

immer möglichst kleine Gänge

und hohe Trittfrequenzen zu

wählen, um die Gelenke zu schonen.

Für gut trainierte Freizeitfahrer

sollte die Trittfrequenz bei etwa

90 Umdrehungen pro Minute liegen,

Profis können auch noch

schneller treten. Das schnelle

Treten bei relativ geringer Belastung

fördert die Muskelentspannung,

erhöht die Ausdauer und

die Durchblutung der Muskulatur,

während „Langsamtreter“ bei

hohen Gängen damit rechnen

müssen, daß sich ihre Muskeln

aufgrund der zu hohen Belastung

verspannen.

Wer rasch bei geringer Belastung

in die Pedale tritt, trainiert auch

das Herz optimal: Es wird kräftiger

und arbeitet ökonomischer.

Laut dem Allgemeinen Fahrradclub

ADFC reduziert körperliche

Aktivität wie Fahrradfahren die

Gefahr eines Herzinfarkts um 50

Prozent. Regelmäßiges Radeln

bringt den Kreislauf auf Trab und

senkt zudem den Blutdruck.

Möglicherweise kann regelmäßiger

moderater Sport sogar vor

Krebs schützen. In jedem Fall hebt

der Sport jedoch die Laune und

schützt vor der berühmt-berüchtigten

„Frühjahrsmüdigkeit“. Radeln

dient überdies dem Streßabbau.

Studien zeigen zudem, daß

Radfahren selbst bei schweren psychischen

Krankheiten wie Schizophrenie

helfen kann.

Mai 2011 5


Fit & Gesund

Fit statt fett

Wer regelmäßig aufs Rad steigt,

lebt also länger und gesünder,

selbst wenn er oder sie das ein oder

andere Kilo zu viel auf den Hüften

hat: Zahlreiche Studien belegen,

daß übergewichtige Menschen,

die aktiv sind, gesünder sind als

schlanke Menschen, die sich nicht

bewegen. Gleichzeitig hilft das

Radfahren, damit die überschüssigen

Pfunde schmelzen oder sich

erst gar nicht ansammeln: Ein 80

Kilogramm schwerer Mann verbrennt

beim langsamen Radeln

240 Kalorien pro 30 Minuten, das

entspricht einem Dreiviertelliter

Radler. Eine 60 Kilo schwere Frau,

die eine Stunde kräftig in die

Pedale tritt, kann über 840 Kalorien

zu Gute schreiben und damit

ein extragroßes Stück Schwarzwälder

Kirschtorte ohne Reue genie-

6 Mai 2011

ßen. Idealerweise radelt man zweibis

dreimal pro Woche mindestens

30 Minuten. Doch Kurzstrecken-

Fahrradfahrer sollte das nicht abhalten,

ebenfalls etwas für ihre Gesundheit

zu tun: Schon zehn Minuten

Radfahren am Tag sind allemal

besser als gar nichts.

Übrigens: Wer nicht Fahrradfahren

kann oder länger nicht geradelt

ist, kann es auch im Erwachsenenalter

noch lernen: Der Allgemeine

Deutsche Fahrrad-Club

veranstaltet auch in Bonn regelmäßig

Fahrrad-Schulen für Erwachsene.

Selbst 68-Jährige haben

dort binnen zwei Tagen Fahrradfahren

gelernt.

Übrigens: Wenn Sie kurzfristig

mit dem Radeln beginnen wollen:

Auf Seite 13 stellen wir Ihnen einen

brandneuen Rad-Wanderführer

für das Erzbistum Köln vor. •

Julia Bidder

Rasten, aber nicht rosten: Nehmen Sie sich Zeit, auch einmal

eine ausgedehnte Pause zu machen

Fahrradkauf – aber richtig!

Ich kaufe ein Fahrrad – das klingt zunächst nach einer einfachen

Sache. Doch schon das Angebot eines einzelnen Ladens

kann den unvorbereiteten Käufer überfordern. Die Zeiten,

als man einfach ein Herren- oder Damenrad bestellte, sind

längst vorbei. Die Auswahl ist groß, ebenso die Wahrscheinlichkeit,

daß darunter das passende Rad für mich ist – aber

wie finde ich es?

Über einige Punkte sollte sich der potentielle Käufer klar werden, bevor

er den Fahrradladen betritt. Der Einsatzbereich steht an erster Stelle: Für

welche Gelegenheit wird das Rad gebraucht? Soll es als Alltagsvehikel in

der Stadt dienen, als Lastenesel oder als Untersatz für die Alpenüberquerung?

Die unterschiedlichen Verwendungen schließen sich natürlich

nicht gegenseitig aus – aber die Disziplin, in der das Rad vorwiegend

eingesetzt wird, sollte es besonders gut beherrschen.

Auch das Budget muß vorher festgelegt werden. Dabei sollte das nötige

Zubehör eingeplant werden, etwa ein stabiles Schloß für das Stadtrad

oder der Helm für Mountainbiker oder Rennradfahrer. Vorher zu wissen,

was man braucht, kann Geld sparen, denn man läßt sich nicht so

leicht Dinge verkaufen, auf die man eigentlich verzichten könnte.

Aufwendig, aber hilfreich ist es, sich in die technische Materie zu vertiefen.

Ein guter Händler erklärt zwar gerne alle Details, aber bei komplexen

Themen verliert man möglicherweise den Überblick, wenn die Informationen

auf einen einstürzen und man ist eher verwirrt als aufgeklärt.

Nach den Vorüberlegungen stellt sich die Frage, welchen Händler man

mit seinem ersparten Geld beglücken will. Fahrräder bekommt man

längst nicht mehr nur beim Fachhändler, auch Baumärkte, Lebensmitteldiscounter

und andere fachfremde Märkte buhlen um den Zweiradkunden.

Doch wo neben Fahrrädern Wandfarben und Hohlraumdübel

feilgeboten werden, ist der Kunde nicht immer gut aufgehoben.

Hier findet er weder gute Qualität noch kompetente Beratung.

Beides gibt es nur im Fachhandel. Der klassische Fahrradladen sollte sehr

gute Beratung und Service bieten – auch nach dem Kauf. Das ist das

Pfund, mit dem er wuchern kann, und diese Leistung darf er sich auch

bezahlen lassen. Achten Sie auf die Öffnungszeiten. Der Händler um die

Ecke ist wenig wert, wenn sein Laden immer geschlossen ist, wenn Sie

Zeit haben. Im Alltag ist es wichtig, dass Sie ihn in der Mittagspause

oder auch nach Ihrem Feierabend noch antreffen

Quelle: Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) e.V., Bremen

Tel. 04 21 / 34 62 90, Fax 04 21 / 34 62 950

E-Mail: kontakt@adfc.de, http://www.adfc.de


Außergewöhnliche

Bürden absetzen

Der Fiskus prüft ständig, ob er nicht den einen oder anderen Euro aus dem „Rentnerportemonnaie“

in das Einkommensteuersäckel umleiten kann. Doch wer außergewöhnliche Belastungen

schultern muß, etwa aufgrund einer Krankheit, kann das zumindest teilweise verhindern.

Die aus der gesetzlichen Rentenversicherung

gezahlten Renten

werden seit dem 1. Mai 2005 mit

einem bis zum Jahre 2040 von 50

auf 100 Prozent allmählich ansteigenden

Anteil besteuert, sofern die

Einkünfte über dem Grundfreibetrag

liegen. Dieser lag im Jahr

2010 bei 8.004 Euro für Alleinstehende,

Verheiratete durften das

Doppelte verdienen.

Dabei können Rentner in der Regel

nur einen geringeren Pauschbetrag

für Werbungskosten geltend

machen, nämlich € 102. Daher

müssen Rentner, die aufgrund

ihrer Einkünfte grundsätzlich

steuerpflichtig sind, verstärkt darauf

achten, ob sie mit sonstigen

Ausgaben ihre Steuerlast mindern

können. Neben den Sonderausgaben,

also Aufwendungen für

Versicherungen wie Kranken-,

Lebens- und Haftpflichtversicherungen,

kommen vor allem sogenannte

„außergewöhnliche Belastungen“

in Betracht, dem Fiskus

den Zugriff auf die Einkünfte zu

verwehren. Was darunter fällt,

regeln die Paragrafen 33 bis 33b

des Einkommensteuergesetzes.

Demnach zählen dazu Ausgaben,

die dem Betroffenen zwangsläufig

entstehen und die höher liegen als

bei den sonstigen Steuerpflichtigen.

Man unterscheidet dabei allgemeine

und besondere außergewöhnliche

Belastungen.

Umzug ins Heim

Was unter den Punkt „Allgemeines“

fällt, haben Finanzrichter entschieden.

Demnach sind die

Kosten für die Unterbringung in

einem Seniorenheim keine außergewöhnliche

Belastung, wenn der

Umzug in das Heim allein aus Altersgründen

erfolgte. Die Kosten

werden erst abzugsfähig, wenn der

Steuerpflichtige pflegebedürftig

oder so erkrankt oder behindert

ist, daß er betreut werden muß.

Wer seinen eigenen Haushalt auflöst,

muß sich vom Finanzamt die

dadurch ersparten Kosten jedoch

anrechnen lassen – das sind € 667

im Monat. Diese Ersparnis wird

bei im Heim lebenden Eheleuten

nur einmal abgezogen.

Auch Krankheitskosten, etwa für

Medikamente, können berücksichtigt

werden. Das gilt auch,

wenn der Ehegatte oder die Kinder

erkrankt sind. Voraussetzung

ist, daß eine ärztliche Verordnung

vorliegt. Geht es um eine Kur,

muß der Amtsarzt die medizinische

Notwendigkeit feststellen

oder aber die Krankenkasse einen

entsprechenden Bescheid ausstellen.

Zu den allgemeinen außergewöhnlichen

Belastungen zählen

auch die Kosten, die durch eine

Behinderung entstehen – vorausgesetzt,

es sind keine laufenden

Kosten. Absetzbar sind demnach

die Umbaukosten für ein behindertengerechtes

Bad oder der Einbau

eines Treppenlifts.

Doch Vorsicht: Zahlen Krankenoder

Pflegeversicherung oder

Dritte einen Zuschuß, kürzt dies

die abziehbaren Kosten. Dies gilt

jedoch nicht für das Krankenhaustagegeld.

„Zumutbare“

Belastungen

Dabei gilt für alle außergewöhnlichen

Belastungen, daß der Steuerpflichtige

einen zumutbaren Eigenanteil

leisten muß. Dieser beträgt

zwischen ein und sieben Prozent

der Einkünfte, abhängig von

der Einkommenshöhe, dem Familienstand

und der Kinderzahl.

Erst wenn dieser Betrag über-

Steuertips

Wenn Rentner nur Kasse gebeten

werden, können sie manchmal

das Finanzamt an den Kosten

beteiligen

schritten wird, helfen außergewöhnliche

Belastungen, das zu

versteuernde Einkommen zu senken.

Anders verhält es sich mit den sogenannten

besonderen außergewöhnlichen

Belastungen. Paragraf

33 b des Einkommenssteuergesetzes

listet Pauschbeträge auf, die

Behinderte ab einem Grad der Behinderung

von 25 sowie gehbehinderte,

blinde oder hilflose

Personen ohne besondere Nachweise

geltend machen können.

Sie liegen zwischen € 310 und

€ 3.700. Wer diesen Betrag jedoch

nutzt, kann in der Regel die typischen

außergewöhnlichen Belastungen,

die durch die Behinderung

entstehen, nicht mehr geltend

machen. •

Rechtsanwalt Christof Ankele

sunda-rechtsanwaelte-bad-honnef.de

Mai 2011 7


Auf rätselhaften Pfaden (21)

Der Beinahe-Präsident

Heute fragen wir nach einem Politiker, der in seinem Leben eine Vielzahl hoher

Ämter bekleidet hat. In einer Stadt in unserer Region erinnert eine nach ihm benannte

Straße an ihn.

Um ein Haar wäre er Bundespräsident

geworden. Aber zum Bundesminister

hat es allemal gereicht.

Dabei war dem in Südfrankreich

geborenen späteren Politiker, Gelehrten

und Literaten eine Karriere

im „Feindesland“ keineswegs

in die Wiege gelegt worden.

Schließlich war die Mutter Französin,

der Vater jedoch Deutscher.

Wen wundert es da, daß die

deutsch-französische Aussöhnung

ihm ein Leben lang am Herzen

lag?

Bereits ein Jahr nach seiner Geburt

zog die junge Familie nach

Süddeutschland, wo der Vater – in

Frankreich Privatgelehrter und

Dozent an einer dortigen Universität

– als Schulleiter sein Auskommen

fand.

Als Soldat kämpfte unser Prominenter

im Ersten Weltkrieg von

1914 bis 1918, unter anderem bei

Verdun. Danach studierte er

Rechts- und Staatswissenschaften

und promovierte zum Dr. jur. Er

ließ sich zunächst als Rechtsanwalt

nieder, wechselte aber schon nach

kurzer Zeit in den Staatsdienst, wo

er unter anderem als Richter an

einem Amtsgericht tätig war. Nur

wenig Zeit verging bis sich der

hoffnungsvolle Jurist auch habilitierte.

Hand in Hand mit

Arbeitslosen

Während der Zeit des Nationalsozialismus

gründete er gemeinsam

mit Kollegen und Studierenden

einen Freiwilligen-Arbeitsdienst,

in welchem erwerbslose

junge Menschen zusammen mit

8 Mai 2011

Studenten in einem Steinbruch

arbeiteten. Auf diese Weise hoffte

er, durch persönlichen Einsatz die

Jugendlichen den damaligen Massenbewegungen

zu entziehen.

Die Zeit nach dem Ende des

Zweiten Weltkriegs sieht ihn unter

der Fuchtel einer Besatzungsmacht

an der Spitze einer proviso-

rischen Regierung. Danach folgt

er dem Ruf an einen Lehrstuhl für

Politische Wissenschaften. Lange

Zeit gehörte er dem sogenannten

„Frühstückskartell“ einer politischen

Partei an. Die Bundesrepublik

Deutschland gab ihm

schließlich mit einem Staatsbegräbnis

das letzte Geleit. •

Wer war’s?

?

Als Trostpreise verlosen wir ferner

10 Exemplare der Publikation

Wenn nur der Rhein nicht wär.

Das Los entscheidet über die Gewinner;

Dazu unsere Fragen:

• Wie heißt der gesuchte Prominente?

• Wie heißt die Partei, deren „Frühstückskartell“

er angehörte?

• Gegen wen unterlag er bei seiner Kandidatur

für das Amt des Bundespräsidenten?

Wenn Sie die Antworten auf unsere drei Fragen wissen,

können Sie an unserem Preisrätsel teilnehmen.

Bitte schicken Sie uns Ihre Lösung bis zum 15. Mai 2011.

Es gilt das Datum des Poststempels.

Per Post: (Anschrift s. Seite 3), per E-Mail: info@rheinkiesel.de,

per Fax: 02224 / 90 02 92, telefonisch unter 02224 / 76 48 2

(Anrufe auf Anrufbeantworter können nicht gewertet werden)

1. Preis:

Gut gebrüllt

Hoppla. War das etwa zu schwer?

Carl Loewe als Komponist – das

war nicht gerade leicht zu erraten.

Dennoch gingen erfreulich viele

Lösungen bei uns ein. Allerdings:

Nicht jede war unbedingt richtig.

Manchem half vielleicht die

Brücke mit der Frage nach den

Musiktagen in unserer Region;

und damit der indirekte Hinweis

auf die „Carl-Loewe-Tage“ in

Unkel, die im Juni dieses Jahres

mittlerweile schon zum 11. Male

veranstaltet werden. Einzelheiten

dazu veröffentlichen wir in der

Juni-Ausgabe.

Hier sind die richtigen Antworten:

Gesuchter Prominenter:

Carl Loewe

Gesuchte Kompositionsform:

Ballade

In welcher Stadt finden alljährlich

die Musiktage statt?

Unkel

Diesmal gab es gleich drei Gewinner,

die sich über einen Gutschein

in Höhe von je € 52 für den

Eintritt ins „Home of Bowling“ in

Bad Honnef freuen können:

Karin Kapuczenski,

Rheinbreitbach

Stefan Lienert, Bad Honnef

Wolfgang Ott, Bruchhausen

der Rechtsweg ist ausgeschlossen.!

Eine Reise-Kulturtasche aus weichem, schwarzen Vollrindleder

mit acht hochwertigen Reiseutensilien der HANS KNIEBES

GmbH, Rheinbreitbach (siehe Abbildung auf Seite 9) im Wert

von € 190.

Des Rätsels Lösung (April 2011)

Die Gewinner werden in diesen

Tagen schriftlich benachrichtig.

Herzlichen Glückwunsch – und

Dank an alle, die mitgemacht

haben.


Schneidiges aus

Rheinbreitbach

Auf rätselhaften Pfaden (21)

VW, Siemens. TELEKOM, Bayer, EON, RWE. In den deutschen Medien dominieren

die Großbetriebe – als bestünde die ganze deutsche Wirtschaft nur

aus Giganten. Dabei zählen 97% aller Betriebe in der BRD nicht zu den

Großbetrieben. Kernstück dieser wichtigen Gruppe sind die mittelständischen

Unternehmen, von denen viele seit Jahrzehnten als Familienbetriebe

geführt werden. Eines von ihnen ist die bereits 1926 gegründete

HANS KNIEBES GmbH. Seit Dezember 1992 ist das kräftig gewachsene

Unternehmen in Rheinbreitbach ansässig. Firmengründer Hans Kniebes lieferte

ursprünglich ausschließlich hochwertige Solinger Nagelpflegeinstrumente

an den gehobenen Schneidwarenhandel.

Was Großvater Hans begann, führen die Enkel Hans-Joachim und Hardy Kniebes

konsequent fort. Vieles hat sich im Laufe der Jahrzehnte getan. Zwar zählen Nagelpflegeinstrumente

nach wie vor zum Kernsortiment, jedoch ergänzen Manicure-Etuis

seit den 60er Jahren diese Produktlinie. Wurden die Manicure-Etuis zunächst von

Offenbacher Spezialisten dazugekauft, so wurde 1987 eine eigene Fertigung aufgebaut.

Nach einer Lernphase erweiterte man diese Fertigung sukzessive um andere Artikelbereiche.

Heute zählen neben Toilette-Taschen auch reine Kleinlederwaren wie Schmucktruhen

und Geldbörsen sowie Schreibtisch-Accessoires zum Fertigungsprogramm.

Hans Kniebes GmbH

Maarweg 46

53619 Rheinbreitbach

Tel. 0 22 24 / 64 87

Fax 0 22 24 / 64 07

www.hanskniebes.de

eMail: info@hanskniebes.de

Verkaufsoffener

Sonntag

am 15. Mai 2011

Hier ist jeder seines

Glückes Schmied

Um genauer zu sein:

Goldschmied.Gibt es etwas

Schöneres, als voller Stolz

etwas zu verschenken,

was man selbst individuell

gestaltet hat?

Unter fachkundiger Anleitung

erlernen die Teilnehmerinnen

dieses Goldschmiedekurses

in einer professionell ausgestatteten

Werkstatt, ein

Schmuckstück eigener Wahl

nach eigenen Vorstellungen

anzufertigen.

Von der Idee über den

ersten Entwurf bis hin zur

Ausführung betreut eine

versierte Goldschmiedin

die Teilnehmerinnen in kleinen

Gruppen (max. 4 Teilnehmer).

Fachkenntnisse sind nicht

erforderlich.

Ganz gewiß hat es seinen

besonderen Reiz, zum Beispiel

zur Kommunion/Konfirmation

und zur Trauung ein selbstgefertigtes

Schmuckstück zu

verschenken.

Dollendorfer Str. 5

53639 Königswinter-Oberpleis

Tel. 0 22 44 / 9 27 95 08

email: info@schmuckwerkstattmondstein.dewww.schmuckwerkstattmondstein.de

Mai 2011 9


Natur

Gefiederte Dauergäste

Herrlich blühende Magnolien und leuchtend gelbe Forsythien, putzige Waschbären und prächtige

freilebende Sittiche: So manches, was wir als „Natur“ empfinden, stammt aus fremden

Ländern. Egal, ob Tier oder Pflanze: Manche Migranten fühlen sich hier so wohl, daß sie sich

rasch vermehren. Dazu gehören auch Gänse aus Asien und Afrika.

Fachleute bezeichnen eingeschleppte

oder eingewanderte

Arten als „Neubürger“ (Neobiota),

wenn sie nach 1492, als Kolumbus

Amerika entdeckte, zu uns

kamen. Kurz danach setzte nämlich

der erste Schub von „Lebendimporten“

aus fernen Ländern

nach Europa ein. Zu diesen zählen

putzige Waschbären oder Rotwangenschmuckschildkröten

aus

Nordamerika genauso wie Ochsenfrosch

und Halsbandsittich,

die aus Asien stammen. Im den

Fluten des Rheins fühlen sich

auch Körbchenmuschel und Wollhandkrabbe

wohl, die aus Südostasien

eingeschleppt wurden. Doch

nicht immer läuft die Einbürgerung

glimpflich ab: So kann die

Herkulesstaude (s. rheinkiesel Juni

2000) gefährliche Hautreizungen

hervorrufen, und Allergiker klagen

über die aggressiven Pollen der

Beifuß-Ambrosie (s. rheinkiesel

August 2008).

Derzeit erregen zwei exotische

Gänsearten die Gemüter. Nachdem

10 Mai 2011

sie ausgesetzt wurden oder aus Gefangenschaft

fliehen konnten,

haben sie es geschafft, sich im Freiland

zu vermehren. In jüngster

Zeit gelang es ihnen sogar so gut,

daß sie sich fast überall breit

KRANKENGYMNASTIK-PRAXIS

1985

Stephan Elster

machen konnten. Natur-, Tierund

Vogelfreunde sind skeptisch

geworden und wissen ebensowenig

wie Naturschutzbiologen, ob

sie sich über diese Zunahme der

Artenvielfalt (was selten genug zu

verbuchen ist) freuen oder Bedenken

äußern sollen. Denn wie so

vieles hat auch diese Entwicklung

zwei Seiten.

Die Rostgans gehört wie die Nilgans

zu den Halbgänsen, die in

Einwanderer mit aggressiven Ambitionen: die Nilgans ist inzwischen auch in der Bonner Rheinaue heimisch

Theodor-Waechter-Straße 22

53604 Bad Honnef

Telefon 0 22 24 / 60 65

Telefax 0 22 24 / 60 56

Termine nach Vereinbarung – alle Kassen

25

JAHRE

2010

Unser Therapieangebot

��Krankengymnastik/Physiotherapie

��Krankengymnastik

auf neurophysiologischer

Grundlage

��Krankengymnastik

nach dem Bobath-Konzept

��Krankengymnastik

im Schlingentisch

��Manuelle

Therapie

��Psychomotorik

��Atem-

und Entspannungstherapien

��Schwangerschafts-

und Rückbildungsgymnastik

��Sportphysiotherapie

��med.

Trainingstherapie

��orth.

Rückenschule

��Wärmeanwendung

(Heißluft)

��Eisanwendung

(Natureis, cool pak)

��Hausbesuche


Größe und Verhalten zwischen

Gänsen (Weidegänger) und Enten

(im Wasser gründelnd) stehen.

Die einheimische Brandgans, der

man oft an der Nordseeküste

begegnet, zählt auch dazu.

Steppenbewohner

am Rhein

Der Ursprung der überwiegend

lebhaft hellbraun gefärbten Rostgans

liegt in Zentralasien, wo sie in

Steppenregionen flache Seen und

Lagunen besiedelt. Überraschenderweise

fühlt sie sich aber auch in

Flauschig: Nilgans-Jungvogel

trockenen Gebirgsregionen wohl.

Im vergangenen Jahr hat die Art,

die in Deutschland aus Tiergärten

oder Volieren fliehen konnte, erstmals

im Kreis Düren gebrütet.

Das Rostganspaar besetzte inmitten

intensiv genutzter Agrarlandschaft

kurzerhand einen Nistkasten

an einer Scheune, der eigentlich

für Schleiereulen bestimmt

war. Dort zogen die Gänsevögel

ein halbes Dutzend Junge auf.

Dieses Beispiel zeigt, wie anpassungsfähig

die Tiere sind und wie

wenig Scheu sie vor dem Menschen

haben. Allgemein wird die

kleine, aber störrische Gänseart als

außerordentlich aggressiv eingestuft,

da sie einheimischen Arten

nicht nur die Nistplätze streitig

macht, sondern auch in ihrem

Revier andere Vogelarten attak-

kiert. Bemerkenswerte Brutbestände

der Rostgans gibt es inzwischen

in der Schweiz, den Niederlanden

und hierzulande vor allem

am Niederrhein.

Schmucker

Dauergast

Natur

Ähnlich verhält es sich mit der aus

Afrika stammenden Nilgans. Sie

teilt mit dem Afrikanischen Elefanten

nicht nur die Heimat, sondern

hat auch etwas von dessen

Willensstärke und Furchtlosigkeit.

Jeder, der die Tiere eine Weile

beobachtet, merkt schnell, daß die

schmucke Halbgans wie der berühmte

Elefant im Porzellanladen

daherkommt. Paare zeigen sich

mit auffälligem Gehabe, recken

oft die Hälse und präsentieren sich

in voller Farbe und zeigen selbst in

belebten städtischen Parkanlagen

nicht einmal den Anflug von

Angst. Die häufigen Lautäußerungen

umfassen harmlose „wrädwräd“-Rufe

im Flug, trompetenartiges

Geschnatter wie „honk-häähää-hää“,

das je nach Bedarf in

beachtlicher Lautstärke ausgestoßen

wird, und nicht minder lautes

Fauchen, heiser und keuchend,

das irritierend maschinenartigtechnisch

klingt.

Die Grundfarbe der Nilgänse ist

grau-braun. Ihre Oberseite ist rötlichbraun

gefärbt. Die Flügel-

Am 8. Mai ist Muttertag

Laß Blumen sprechen!

Inhaber: Thomas Steinmann · Linzer Str. 117 · 53604 Bad Honnef

Telefon 02224 - 33 48 · Fax 02224 - 96 16 57

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Tel. 0228 / 44 39 93

www.KruegerRaum.de

Mai 2011 11


Natur

federn sind weiß und fallen vor

allem im Flug auf. Das markanteste

Merkmal ist jedoch der dunkle

Fleck rings um die Augen.

Die farbenprächtige Gans wurde

in Europa schon im 18. Jahrhundert

als Ziergeflügel gehalten.

Schon kurze Zeit später gelang es

in England den ersten Tieren, aus

der Gefangenschaft zu entkommen

und sich im Freiland erfolgreich

fortzupflanzen. Seit den

1970er-Jahren breiten sich die

Tiere rasant in Mitteleuropa aus,

als ausgesetzte und geflohene Tiere

in den Niederlanden ihre Chance

ergriffen. Seitdem rollt die Welle

von Norden nach Süden entlang

des Rheins und seiner Nebenflüsse.

Die Nilgänse „eroberten“

die Schweiz und Österreich und

treten nun entlang der Donau den

Weg in Richtung Osteuropa an.

Allein in Deutschland soll es aktuellen

Schätzungen zufolge schon

rund 1500 Brutpaare geben.

Gelassene

Gänse-Eltern

Eines davon hat im vergangenen

Jahr im Bonner Freizeitpark Rheinaue

drei Junge ausgebrütet, die es

stolz und ohne Scheu präsentierte

und das inmitten von Lärm,

Besucherandrang und illegal freilaufenden

Hunden. Typischerweise

kommen die Nilgänse in

Städten und Ballungsgebieten vor,

wo sie mehr und mehr stabile

Parkpopulationen ausbilden.

Noch vor 25 Jahren stellten Wissenschaftler

lapidar fest, es sei

noch zu keiner dauerhaften An-

12 Mai 2011

Steppenbewohner am Rhein: die Rostgans

siedlung dieser Neubürger gekommen.

Inzwischen wird man sich an

den Anblick von Nil- und Rostgänsen

in Bäumen gewöhnen

müssen. Die Halbgänse verstehen

es nicht nur, geschickt im Geäst zu

landen. Sie besetzen sogar Krähennester,

brüten aber auch in Röhricht,

Baumhöhlen und Felswänden.

Ausreichend Nahrung zu finden,

stellt für die Nilgänse selten ein

Problem dar: Sie fressen sowohl

Gras als auch Getreide, Silage,

Brot und vieles mehr. Deshalb

können sie sich mit voller Kraft

der Eroberung von Lebensräumen,

Territorien und Nistplätzen widmen.

Die putzigen Nilgans-Jungen,

hellgrau und graubraun gescheckt,

täuschen derweil darüber hinweg,

daß sich die erwachsenen Tiere

später ähnlich dreist verhalten wie

ihre Eltern oder die verwandte

Rostgans.

Für die Großstadt Bonn, die sich

ja immer ein Stück Beschaulichkeit

bewahrt hat, ist ein einzelnes

Brutpaar im Rheinauenpark ein

angemessen bescheidenes Ergeb-

nis – bisher. Ganz anders sah es im

vergangenen Jahr in anderen Regionen

Deutschlands aus: Naturschützer

beobachten, daß die Einwanderer

häufig einheimische

Arten wie Enten, Teichrallen oder

Haubentaucher von Gewässern

vertreiben. In einem Fall sollen

Nilgänse sogar einen Greifvogelhorst

als Nistplatz ausgesucht und

quasi als „Hausbesetzer“ das

„rechtmäßige“ Mäusebussardpaar

vertrieben haben. Auch aus dem

Frankfurter Palmengarten kommen

bedenkliche Meldungen. Der

Direktor erklärte, die Gänse würden

den Nachwuchs von Enten

und Blässhühnern ertränken und

überdies das Gelände stark verschmutzen.

Ärger über

Gänsedreck

Im Raum Offenbach gelten die afrikastämmigen

Gänse bereits unverhohlen

als Plage. Im Strandbad

bei Rodgau löste die Presse bereits

„Gänse-Alarm“ aus. Die Hinterlassenschaften

der zahlreichen Gänse

verderben den Gästen Appetit und

Badelust. Allerdings bildete die

„Offenbach-Post“ bei ihrer Berichterstattung

nicht Nil- sondern

Kanadagänse ab. Auch diese sind

Neubürger, sie stammen aus Nordamerika

und zählen inzwischen

weltweit zu den am häufigsten

vorkommenden Gänsen. Auch in

unserem Raum gibt es sie bereits,

aber das ist eine andere Geschichte,

die ein anderes Mal an dieser

Stelle berichtet werden soll. •

Ulrich Sander


uLeserbriefe

April, April!

Vielleicht waren wir zu dicht an

der (bitteren) Realität? Jedenfalls

war es diesmal anders als sonst.

Nur wenige Reaktionen erreichten

uns auf unseren Scherz in der

April-Ausgabe Vom grünen Herz

zum Bürgerpark. Oder war er zu

durchschaubar? Wohl kaum!

Vielleicht sind unsere „Vorschläge“

im Rat der Stadt Bonn ja

auf Interesse gestoßen?

April, April

Gut gemacht, da mäh‘ ich wohl in

Zukunft weiter meinen Garten

und nicht die Rheinaue …

Thomas Mauel

53639 Königswinter

Liebe Redaktion,

bis zum 31. April kann ich nicht

warten, mein Mann ist restlos begeistert

von dem zu erwartenden

Aufsitz-Rasenmäher-Gewinn. Das

Firmenlogo besteht aus einem 3blättrigen

Kleeblatt mit den Großbuchstaben

RBB.

Leider, muß ich sagen, halte ich

das Ganze für einen absolut gelungenen

Aprilscherz, toll! Aber

Männer sind von solchen Aussichten

ja völlig hin. Unser eigener

Garten hat nun nicht die Ausmaße,

um einen Sitzmäher anzuschaffen,

aber ich überlege ernsthaft,

ob das nicht eine Anzeige im

rheinkiesel wert ist: Suche Beteiligung

am Sitzrasenmähen!

Mit besten Grüßen und weiterhin

Erfolg mit dem für uns unverzichtbaren

rheinkiesel.

Elske Midderhoff

Kaleidoskop

Klöster, Kirchen und Kapellen

Alte Pilgerwege im Vorgebirge, Wallfahrtsorte und Dorfkirchen im

Kottenforst, sehenswerte Gotteshäuser und Klöster zwischen Rhein und

Sieg hilft dieser neue Rad-Wander-Führer aus dem Bachem-Verlag zu

erreichen. Touren mit einer Länge von 23 bis 66 km Länge – von leicht

bis schwer – bieten für jeden Geschmack etwas. Die GPS-Daten zu allen

Touren stehen überdies kostenlos unter www.bachem.de/verlag zum

Download bereit. Und natürlich ist das Werk auch als E-Book erhältlich.

Udo Wallraf

Mit dem Fahrrad zu Klöstern,

Kirchen und Kapellen

128 Seiten, über 100 farbige

Abbildungen und 13

Tourenkarten, Spiralbindung,

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Fünfzehn unvergeßliche Erlebnistage

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Sakrale Kleinode, romantische Burgen, stolze Herrenhäuser, idyllische

Schloßanlagen und altes Fachwerk säumen den Weg des Wanderers, der

sich auf einen der 15 Rundwanderwege macht, die dieser neue

Wanderführer vorschlägt. Die Touren ins Bergische und Oberbergische

Land, den Westerwald, die Nordeifel und Regionen an Erft und Rhein

umfassen Wanderstrecken von fünf bis dreizehn Kilometern Länge.

Schlichtes Abwandern der Strecke ist jedoch verschenkte Zeit, denn am

Wegesrand liegt so vieles, das bewundert werden will (siehe oben). Der

kleine Band im handlichen Westentaschenformat besticht durch wunderbare

Fotos, informative, detaillierte Beschreibung der Sehenswürdigkeiten

und präzise Wegbeschreibungen.

Josef Schlösser

Wandern zu Klöstern, Kirchen und Kapellen

Die schönsten Touren im Erzbistum Köln

192 Seiten mit 143 farbigen Abbildungen

und 16 Karten, 12 cm x 20,5 cm, Bachem-Verlag,

kartoniert,ISBN 978-3-7616-2341-1, € 14,95,

auch als E-Book lieferbar.

Mai 2011 13


Kaleidoskop

Auf den Spur irischer Fischer

Wer schon immer einmal ein Boot bauen wollte, sollte sich nach Königswinter begeben;

denn im dortigen „Studienhaus für Keltische Sprachen und Kulturen“ (SKSK) dreht sich in

der Pfingstwoche alles um die Themen Bootsbau und Seefahrt.

Im Mittelpunkt steht dabei ein

typisches irisches Fischerboot, ein

sogenanntes curach, das unter der

fachkundigen Anleitung eines Iren

von den Kursteilnehmern (nach)gebaut

werden soll. Der Bootsbauer

und Graphiker Dónal Mac

Polin ist ein ausgewiesener Spezialist

auf diesem Gebiet. Nicht nur

in Irland hat er Bootsbaukurse erfolgreich

veranstaltet, auch in

Trondheim/Norwegen und in

Wien hat er diese durchgeführt.

Und nun kommt Dónal Mac

Polin nach Königswinter, wo er

vom 11.-18. Juni für das SKSK

ebenfalls einen Bootsbaukurs

durchführen wird. Dieses Kursangebot

richtet sich an jeden, der

sich für dieses ungewöhnliche Projekt

begeistern läßt und der sich

eine Woche lang wie ein irischer

Fischer und Bootsbauer fühlen

möchte.

Da stellt sich zunächst einmal die

Frage: Was genau hat man sich

denn unter einem „curach“ vorzustellen?

Und wie sieht ein solches

Boot aus? Der Name kommt aus

dem Gälischen und bedeutet

„Fellboot“. Ursprünglich wurden

solche Fischerboote aus Tierhäuten

und Ästen gefertigt, heute

verwendet man Holzlatten, Segeltuch

und Teer. Das Boot, das während

des Kurses gebaut werden

14 Mai 2011

soll, ist ein immerhin vier Meter

langes, kielloses Ruderboot mit

einem Rumpf aus Haselruten. Es

tanzt leicht beweglich auf den

Wellen, trotzdem ist es robust und

absolut seetüchtig. Dieser besondere

Bootstypus (Dunfanaghy)

stammt aus dem Nordwesten

Irlands. Als „Helgen“ für den

Bootsbau steht dem SKSK ein besonders

ansprechender Ort zur

Verfügung: Der romantische Innenhof

des historischen Bürgerhauses

„Haus im Rebstock“ in der

Hauptstraße 449 in Königswinter.

Hier wird das Boot Schritt für

Schritt entstehen. Der interessierten

Öffentlichkeit wird dabei die

Möglichkeit geboten, vom Fortschreiten

des Bootsbaus einen

eigenen Eindruck zu gewinnen.

Zu diesem Zweck wird der In-

BLUMEN als Dank


� �

� �


� für eine wunderbare Mutter

� für eine bezaubernde Frau

Langemarckstr. 12, 53227 Bonn-Oberkassel

Tel./Fax 0228 - 41 000 09

nenhof am 15. und am 18. Juni jeweils

von 10 bis 12 Uhr für jedermann

zugänglich sein. Sprachhindernisse

wird es bei der Aktion übrigens

nicht geben. Neben Deutsch

kann auch Englisch gesprochen

werden; vielleicht werden ab und

zu auch einige Sätze auf Irisch-Gälisch

zu hören sein. Diese Sprache

kann man nämlich neben Schottisch-

Gälisch, Walisisch, Bretonisch

und Kornisch im Studienhaus

für Keltische Sprachen und

Kulturen erlernen.

Zu dem Bootsbaukurs gibt es in

den Räumen des Königswinterer

„Kunstforum Palastweiher“ (Winzerstraße

7) ein Begleitprogramm.

Vom 11.-19. Juni werden dort

graphische Arbeiten von den

Künstlern Dónal Mac Polin und

Tim Stampton zu sehen sein. Die

Ausstellung wird am 10. Juni mit

einem Vortrag über die Seefahrt

(Mac Polin) und einer Einführung

(Martina Walter) eröffnet. Am

Abend des 15. Juni wird eine neue

SKSK-Buchveröffentlichung mit

Texten zu den Themen „Boot“

und Seefahrt“ vorgestellt, bei der

die Autoren Arndt Wigger und

Feargal Ó Béarra anwesend sind.

Umrahmt wird diese Book launch

mit irischer Live-Musik.

Kursgebühr (ohne Unterkunft

und Verpflegung):

€ 180/erm. 150.

Informationen und Anmeldung:

Martina Walter

Studienhaus für

Keltische Sprachen,

Tel. 0 22 23 / 91 26 66.

www.sksk.de


Sonderfahrten der RSE

Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH 2011

Zum Einsatz kommen historische MAN-Schienenbusse der

Baujahre 1956 (VT 23) und 1960 (VT 25). Die restaurierten

Wagen sind mit WC und einer kleinen Küche/Bar ausgestattet.

Sonderzug zur Zeche Zollverein

1. Mai und 19. Juni 2011

Während der Fahrt wird ein

Frühstück serviert. Vor Ort werden

Sie von der Reisebegleiterin

über das Zechengelände geführt.

NS-Utopien im Bergischen

Land, Tagesexkursion nach

Waldbröl (Kooperation RSE/

Volkshochschule Bonn)

14. Mai 2011

Mit Frühstück und Reisebegleitung

Sonderzug zu den

Duisburger Häfen

5. Juni 2011

Einschl. Frühstück. Mit Besichtigung

des Binnenschiffahrtsmuseums

(inkl. Führung) und

dreistündige Hafenrundfahrt.

Sonderzug nach Limburg/

Schiffahrt auf der Lahn

11. Juni 2011 und 25. Juni 2011

Mit Frühstück und zweistündiger

Lahnschiffahrt Limburg-Balduinstein.

Zustieg in Bad Honnef

und Unkel.

Information und

Ticketverkauf:

RSE

Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH

Siebengebirgsstraße 152,

53229 Bonn

Tel. 0228-850340-27

Fax. 0228-850340-10

www.rse-bonn.de

Kenner schwören auf den neuen

Trend der Gartenmöbelbranche:

formschöne, dauerhaft stabile Geflechtmöbel.

Diese haben dieselbe

gemütliche, stilvolle Ausstrahlung

wie Rattan oder Loom; sie sind

allerdings absolut wetterfest. Sonne,

Regen oder Schnee können

ihnen also nichts anhaben. Der

Hersteller, die Firma Rehau, gibt

eine Garantie für fünf Jahre UV-

Beständigkeit.

Interessenten sollten vor allen

Ding vor dem Kauf darauf achten,

daß die Kabelstränge ohne giftige

Weichmacher oder andere chemische

Mittel produziert worden

sind.

Durch die verschiedenen Varianten

ist für jeden Geschmack etwas

zu finden, es gibt Kombinationen

aus Teak und Geflecht oder auch

Kaleidoskop

Wenn der Garten ruft

Nach getaner Gartenarbeit den wohlverdienten Feierabend

auf der Terrasse genießen oder gemeinsam mit Freunden

bei lauschigen Temperaturen den Tag bei einem Glas Wein

stilvoll ausklingen lassen – wer möchte das nicht?

ganz modern mit Glastischen,

welche das ganze Jahr draußen stehen

bleiben können.

Doch auch das altbewährte Teakholz

besticht durch neue Designs

und Varianten. Kenner wissen:

Teak ist ein extrem dichtes Holz

(680 kg/m 2 ) und aufgrund seines

hohen natürlichen Öl- und Kautschukgehaltes

resistent gegen

Würmer, Schimmelpilz- und Pilzbefall.

Deshalb trotzt es allen Witterungen

von Hochsommersonne

bis zum Winterfrost.

Teaks & Trends

Bonner Straße 73 (B9)

56424 Remagen (Rolandseck)

Tel. 0 22 28 / 25 21 22

und Marie-Curie-Straße 3

53757 Sankt Augustin

Tel. 0 22 41 / 8 81 09 69

Mai 2011 15


Rheinische Bräuche

So schmeckt der Frühling

Einst erwarteten Alt und Jung ihn sehnsüchtig: Seine zarten, frischen Blätter verhießen den

Frühling und bescherten den Bauern nach dem langen Winter die erste Möglichkeit, Geld zu

verdienen. Heutzutage ist der Maiwirsing nahezu verschwunden. Doch es gibt Bestrebungen,

das fast vergessene Gemüse zu retten.

Möhren, Lauch, Sellerie und Kohl

in allen Variationen – bevor Tiefkühlkost,

Konserven und Lieferungen

aus Gewächshäusern und

fernen Ländern bei uns Einzug

hielten, schmeckten der Winter

recht eintönig. Spätestens im

In Vergessenheit geraten: Schmackhafter Maiwirsing

März sehnten sich alle nach frischem

Gemüse – doch erst der

Maiwirsing konnte diesen Appetit

endlich stillen. Dabei handelt es

sich um eine sehr helle und zarte

Form des Wirsingkohls. Maiwirsing

bildet nur einen lockeren

Unsere Empfehlung zum frischen Spargel

2010er Rivaner trocken

5,20 €

1,0 l-Flasche

16 Mai 2011

Gutsabfüllung aus den Trauben

vom Hönninger Schlossberg

Kohlkopf aus. Doch die größte

Besonderheit ist seine Wachstumsperiode:

„Im August und September

wurden die kleinen Kohlpflanzen

vorgezogen. Im Advent

wurden sie auf die Äcker verpflanzt

– daher kommen auch die

Namen für bestimmte Sorten,

etwa den ‚Bonner Advent’, berichtet

der Volkskundler Dr. Berthold

Heizmann vom LVR-Institut für

Landeskunde und Regionalgeschichte

in Bonn.

Frostfeste Pflanze

Maiwirsing wächst im Winter und

ist bis minus acht Grad frostsicher.

„Das milde Klima der Bonner

Bucht bietet die idealen Voraussetzungen

für seinen Anbau“, betont

Heizmann. Von April bis Mai lieferte

der Maiwirsing das erste

frische heimische Gemüse der Saison.

Kenner loben auch heute

noch den milden Kohlgeschmack

www.stuxhof.de

seiner zarten Blätter, und so manches

Spezialitätenrestaurant besinnt

sich auf die alten Gemüsesorten

und setzt den Maiwirsing

in diesen Wochen wieder auf die

Speisekarte.

Bei der Ernte verschonten die

Bauern traditionell einige Pflanzen,

die blühen durften und von

denen man im Sommer die

Samen für die nächste Aussaat gewann.

Übrigens: Der „Bonner Advent“

wächst heute wieder im Botanischen

Garten in Poppelsdorf:

im Haupteingang des Schloßgartens

links neben der Rasenfläche

gedeiht das Traditionsgemüse seit

einigen Jahren.

Laut alten Berichten war der Maiwirsing

als erste Einnahmequelle

im Jahr für die Bauern so wertvoll,

Anrufen und gewinnen!

rheinkiesel verlost vier Exemplare des Buches „Von Apfelkraut

bis Zimtschnecke“ im Wert von je € 18.

Bitte melden Sie sich bis zum 15. Mai 2011: Anschrift s. Seite 3

(Anrufe auf Anrufbeantworter können nicht gewertet werden).

Über die Gewinner entscheidet das Los, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg und guten Appetit!

daß die Erntehelfer schon mal

„versehentlich“ das Nachbarfeld

mit abernteten. Doch im Zeitalter

der Supermärkte verlor der Maiwirsing

seine Bedeutung. Das soll

sich nun ändern: Die Initiative

„Slow Food” setzt sich dafür ein,

alte Obst- und Gemüsesorten wieder

in aller Munde zu bringen. Sie

hat den Maiwirsing in ihre „Arche

des Geschmacks“ aufgenommen

und verkauft unter anderem auf

Kölner Wochenmärkten wieder

Maiwirsing. Mehr Informationen

und Termine finden sich im Internet

unter www.slowfood.de.

Neben dem Maiwirsing gibt es

noch eine andere typische Maispeise

im Siebengebirge, berichtet

Berthold Heizmann: Einst waren

auch die Maifische heiß begehrt.

Diesen Namen trugen die Alsen,


das sind kleine Süßwasserheringe.

Im Mai und April wandern die

Tiere vom Meer flußaufwärts, um

an flachen Kiesufern zu laichen.

Die geschlüpften Larven wandern

im Herbst zurück ins Meer. Mit

drei bis fünf Jahren erreichen sie

die Geschlechtsreife und wandern

wieder flußaufwärts. Allerdings ist

ihre Reise in die Gefilde der

Jugend meist auch ihre letzte,

denn die meisten Maifische sterben

kurz nach dem Ablaichen.

Das massenhafte Vorkommen der

Alsen bereicherte vor allem im

Wonnemonat den Speisezettel der

Rheinländer. „Der Maifisch war

der Brotfisch der Menschen hier

in der Region, bildete also die

Grundlage für ihren Broterwerb“,

berichtet Berthold Heizmann.

Weil Fisch schnell verdarb, galt es,

den Maifisch rasch zuzubereiten.

Buchtip: Heimat im Kochtopf

Rheinische Bräuche

So tauchte er einst praktisch auf

jeder Speisekarte der Restaurants

auf – gekocht, gebraten, gefüllt

oder mit grüner Soße. „Darf man

den Berichten Glauben schenken,

dann war der Maifisch bei

Kindern nicht so sehr beliebt –

wegen der vielen Gräten.“ Allerdings

verlor auch der Maifisch im

Laufe der Jahre an Bedeutung –

auch, weil Überfischung, Wasserverschmutzung

und bauliche Veränderungen

am Rhein die Fischpopulationen

insgesamt schädigten.

Doch auch der Maifisch erlebt

derzeit eine Renaissance, wenn

auch mit Nachhilfe: Die „Stiftung

Wasserlauf“ hat auf Höhe des

Siegwehrs in Sankt Augustin-

Buisdorf im vergangenen Jahr

600.000 Fischlarven ausgesetzt –

die Maifische der nächsten Jahre. •

Julia Bidder

Brockelbohnen, Mangold in Butterpanade mit Rosinen oder

Döppekuchen: Das Rheinland hat kulinarisch mehr zu bieten

als den „Halve Hahn“ und das berühmte „Himmel un Äd“.

Wobei – die „Rheinische Küche“ gibt es eigentlich gar nicht, denn was

in Köln, Düsseldorf &. Co. in den Kochtopf kommt, war traditionell

geprägt von Migranten, die ihre kulinarischen Spuren hinterließen. „So

verdanken wir zum Beispiel Wein und Rosinen den Römern, den

Preußen die Kartoffel, die Franzosen brachten einige interessante Wurstsorten

mit und die polnischen Zechenarbeiter führten die Salzgurke

ein“, berichtet Dr. Berthold Heizmann, Experte am LVR-Institut für

Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn. Für sein Lexikon der

Rheinischen Küche hat er über Jahrzehnte hinweg recherchiert,

Augenzeugenberichte ausgewertet und den Rheinländern immer wieder

in die Kochtöpfe geschaut – und festgestellt, daß traditionelle und

heimatverbundene Rezepte voll im Trend liegen: „Essen ist auch ein

Stück regionale und kulturelle Identität, auf das wieder mehr Wert

gelegt wird“, hat er beobachtet.

Das Lexikon enhält nur einige handverlesene Rezepte. „Wir wollten

bewusst ein Nachschlagewerk machen, kein Kochbuch“, betont

Berthold Heizmann. Das hätte sicherlich auch den Rahmen gesprengt,

denn schließlich unterscheiden sich traditionell überlieferte Rezepte

häufig schon von Familie zu Familie. Dafür öffnet Berthold Heizmann

den Blick für die dazugehörigen Bräuche und Traditionen. Und wenn

man weiß, wo das Essen herkommt und welche

Bedeutung es für Oma und Opa noch hatte,

schmeckt es doch gleich noch mal so gut.

Berthold Heizmann

Von Apfelkraut bis Zimtschnecke

Karikaturen: Thomas Plassmann

Das Lexikon der Rheinischen Küche

Greven Verlag, broschiert, 288 Seiten,

ISBN: 9-783774-304772, € 18

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unseren Rebengarten

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Mai 2011 17


Kieselchen

Familie Nimmersatt

Spätestens seit der „Kleinen Raupe Nimmersatt“ weiß jedes Kind, daß aus kleinen, unscheinbaren

Raupen wunderschöne Schmetterlinge werden. Aber woher kommen eigentlich

die Käfer, die jetzt wieder auf Grashalmen krabbeln und durch den Garten fliegen?

„Gott scheint eine übertriebene

Vorliebe für Käfer zu haben“, soll

ein berühmter Naturforscher einmal

gesagt haben. Tatsächlich

krabbeln fast überall auf der Erde

Käfer umher, denn der Mensch

kennt bislang etwa 350.000 verschiedene

Käferarten. Doch es

gibt vermutlich noch viel mehr –

man schätzt, daß acht Millionen

verschiedene Käferarten existieren.

Besonders bekannt und beliebt

sind die Marienkäfer, von denen es

allein in Deutschland rund 70 verschiedene

Arten gibt. Der „klassische“

Marienkäfer ist rot gefärbt

und hat sieben schwarze Punkte

auf seinen Deckflügeln, weshalb er

„Siebenpunkt“ heißt. Es gibt aber

auch gelbe Marienkäfer und rote

mit weniger oder mehr Punkten.

Die Zahl der Punkte hat übrigens

nichts damit zu tun, wie alt der

Käfer ist, sondern bleibt über sein

ganzes (kurzes) Leben hinweg

gleich – Marienkäfer leben meist

nur ein Jahr.

Hungrige

Glücksbringer

Marienkäfer gelten seit alters her

als Glücksbringer. Das liegt daran,

daß schon ihre Larven ungeheuren

Appetit auf Blattläuse haben.

18 Mai 2011

Auch als Erwachsene futtern Marienkäfer

bis zu 150 Blattläuse pro

Tag! Eigentlich sind sie also gar

nicht niedlich, sondern kleine

Raubtiere. Kein Wunder, daß man

sich früher gefreut hat, wenn die

schmucken roten Käfer im Anflug

waren, denn sie haben geholfen,

gefährliche Schädlinge in Schach

zu halten.

Schon an wärmen März- oder

Apriltagen kann man im Garten

auf Marienkäfer stoßen. Doch

woher kommen die kleinen Früh-

lingsboten eigentlich? Die ersten

Marienkäfer im Früh-Frühling

sind Käfer vom Vorjahr, die an

einer frostgeschützten Stelle überwintert

haben. Die Tiere paaren

sich in diesen Wochen. Dann

legen die Weibchen bis zu 400

Eier ab – meist in Paketen von

etwa 10 bis 20 Stück. Ihr könnt

die kleinen, orangefarbenen Gebilde

manchmal auf der Unterseite

von Blättern finden. Nach 30 bis

60 Tagen schlüpfen daraus kleine

Larven. Das sind wahre „Nimmer-

Glücksbringer mit ungeheurem Appetit: der Marienkäfer

satte“, denn als Erstes machen sie

sich daran, ihre Eihülle zu verspeisen,

bevor sie sich auf die Jagd

nach Blattläusen machen.

Gefräßige

Mini-Panzer

Anders als die Larven von Schmetterlingen,

die häufig unscheinbargrün

sind, sehen die Larven von

Marienkäfern geradezu furchterregend

aus. Mit ihren sechs Beinen

klammern sie sich an Äste und


Buch-Tip: Elternschreck im Einmachglas

Ein Besuch im Zoo oder im Wildtierpark Rolandseck ist für Kinder

ein tolles Erlebnis. Doch es müssen nicht immer Zebras, Elefanten

und Wildschweine sein: Auch Fliegen, Ameisen, Feuerwanzen und

Weinbergschnecken faszinieren – zumal man sie prima beobachten

kann, wenn man ein paar Grundregeln beachtet. Dieses Buch entführt

kleine Naturforscher ab acht Jahren in die Wunderwelt der heimischen

Krabbeltiere und zeigt, wie man Quartiere anlegt, in denen

man sich Schnecken, Spinnen, Käfer & Co. wohl fühlen.

Blätter und vertilgen so viele Blattläuse,

wie sie nur kriegen können.

Unter der Lupe betrachtet, sehen

sie aus wie Wesen von einem anderen

Stern: Meist sind sie gedrungen,

blaugrau, gelb oder

braun gefärbt, viele haben gelbe

oder orangefarbene Flecken. Dazu

tragen sie Warzen, aus denen borstige

Haare sprießen. Die langen

Käferbeine und die kräftigen

Mundwerkzeuge verleihen ihnen

ein wehrhaftes Aussehen. Doch

keine Angst, den Menschen können

sie nichts anhaben!

Dreimal häuten sich die gefräßigen

Larven, bevor sie sich verpuppen.

Nach ein paar Wochen

Nick Baker

Mein Krabbeltier-Zoo

Gebunden, 64 Seiten,

Dorling Kindersley,

ISBN 978-3831017676,

€ 9,95

schlüpft der Marienkäfer. Der

sieht noch ganz „unfertig“ aus:

blaß-orange ist er gefärbt, und

auch die Punkte fehlen noch. Erst

nach ein paar Tagen bekommt er

seine rote Farbe und die typischen

Punkte erscheinen auf dem

Rücken.

Schwarz-rote

Massen

In manchen Sommern treten Marienkäfern

übrigens in Massen auf.

So gab es vor zwei Jahren Berichte

von der Ostsee, wo eine regelrechte

Marienkäfer-Plage herrschte: Millionen

der kleinen Insekten sam-

melten sich an Felsen und Stränden.

Touristen berichteten sogar

von Marienkäfer-„Bissen“. Doch

keine Angst, die Käfer haben keinen

Stachel. Sie können lediglich

mit ihren Mundwerkzeugen unangenehm

kneifen, wenn sie sich

bedroht fühlen. Doch eine solche

„Plage“ gibt es nur sehr selten und

schon gar nicht hier im Rheinland.

Erstens passiert so etwas nur

sehr selten, wenn im besonders

viele Blattläuse geschlüpft sind, die

den Marienkäfern als Nahrung

dienen. Zweitens lassen sich auch

Marienkäfer gern vom Wind treiben.

Merken sie, daß sie aufs Meer

hinausgetrieben werden können,

lassen sie sich fallen und treten

dann plötzlich massenhaft an den

Küsten auf.

Die hübsche rote Farbe unserer

Marienkäfer ist übrigens ein Warnsignal

und soll Vögeln und anderen

Tieren signalisieren, daß die

Marienkäfer nicht gut schmecken

Doch wenn sich Marienkäfer bedroht

fühlen, greifen sie zu einer

Nahkampf-Waffe: Wenn man

einen Marienkäfer zu grob anfaßt,

tritt aus den Beinen etwas gelbliche

Flüssigkeit aus, das sogenannte

„Reflexblut“. Keine Angst, Ihr

habt den kleinen Gartenfreund

nicht verletzt, doch die Flüssigkeit

enthält Abwehrsubstanzen, riecht

unangenehm und schmeckt bitter.

Sie soll Fraßfeinde davon abhalten,

die Käfer zu futtern – und

sollte auch für Euch ein Warnsignal

sein, daß Ihr den kleinen

Käfer jetzt besser in Ruhe lassen

solltet. •

Euer Kieselchen

Schmidt & Ankele

Rechtsanwälte

in Bürogemeinschaft mit

Marlies Lichtenberg

Rechsanwältin

auch Fachanwältin für Familienrecht

E-Mail info@sunda-rechtsanwaelte-bad-honnef.de

Internet www.sunda-rechtsanwaelte-bad-honnef.de

Kieselchen

Käfer in Zahlen

• 0,5 Millimeter winzig sind

die kleinsten Käferarten

• 2 Paar Flügel besitzt jeder

Käfer: Ein dickes Paar Deckflügel

schützt die darunter

liegenden, feinen Flügel, die

zum Fliegen dienen.

• 3 Zungen hat ein Käfer –

eine große Hauptzunge und

zwei Nebenzungen.

• 8 Meter pro Sekunde fliegt

der schnellste Käfer – das entspricht

einem Tempo von

knapp 30 Stundenkilometern

• 16-mal pro Minute schlägt das

Herz eines Hirschkäfers. Zum

Vergleich: Das Herz eines gesunden

Erwachsenen schlägt

60- bis 80mal pro Minute.

• 75- bis 91-mal pro Sekunde

schlägt ein Marienkäfer mit

den Flügeln, während er fliegt.

• 300 Eier legt ein Marienkäferweibchen.

• 2.300 neue Käferarten finden

Biologen jedes Jahr. Die meisten

stammen aus tropischen

Regenwäldern.

• 3.000 Blattläuse frißt eine

Marienkäferraupe, bevor sie

sich verpuppt.

• 100.000 Blattläuse vertilgt

der Nachwuchs eines einzigen

Marienkäfers in einem Jahr.

Namen für Marienkäfer

• Glückskäfer, Sonnenkäfer,

Blattlöwe, Junikäfer, Mariechenkäfer,

Motschekiebchen,

Himmelmiezchen, Frauenkäferl

• Englisch: Ladybird (übersetzt:

Damenkäfer) oder Ladybug

(„Damen-Insekt“)

Bernhard-Klein-

Straße 8

53604 Bad Honnef

Tel. 02224.900.310

Fax 02224.900.311

Mai 2011 19

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