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Multiples Myelom – Broschüre der Wissenschaftsjournalisten


ANZEICHEN UND SYMPTOME

MM kann zahlreiche Komplikationen verursachen, einschließlich einer Erhöhung des Kalziumspiegels

(Hyperkalzämie), Niereninsuffizienz, Anämie und Knochenerkrankung. Im englischen Sprachgebrauch

werden diese Zeichen und Symptome als „CRAB“ bezeichnet 34 und sie werden zusammen mit weiteren

Komplikationen (siehe Tabelle 1) unten beschrieben.

Erhöhter Kalziumspiegel

Die Zerstörung der Knochensubstanz führt zur Freisetzung von Kalzium in das zirkulierende Blut (Hyperkalzämie),

was zu Fatigue, Schwächegefühl, Appetitverlust, Übelkeit und Verwirrtheit führen kann. Eine

Hyperkalzämie stellt einen medizinischen Notfall dar, weil sie ein Nierenversagen zur Folge haben kann.

Nierenfunktionsstörungen

Mit einem MM einhergehende übermäßige Eiweiß- und hohe Serumkalziumspiegel können die Niere

schädigen. Bei MM Patienten stellt eine Niereninsuffizienz eine häufige Komplikation dar, wobei circa 20 %

der Patienten bereits bei Diagnosestellung eine Niereninsuffizienz aufweisen, die sich bei weiteren 20 % im

6, 35

weiteren Verlauf der Erkrankung ausbildet.

Anämie

Die Infiltration von Myelomzellen in das Knochenmark kann die normale Produktion gesunder Blutzellen

beeinträchtigen, was zu einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie), weißen Blutkörperchen

(Leukopenie) und Thrombozyten (Thrombozytopenie) führt. Diese Defizite können chronische Anämie,

erhöhte Anfälligkeit für Infektionen beziehungsweise übermäßige Blutungen zur Folge haben.

Knochenerkrankungen

Das am stärksten belastende Symptom des MM besteht in Knochenschmerzen, von denen zum

Zeitpunkt der Erstdiagnose zwei Drittel der Patienten betroffen sind. 7 Osteolytische Läsionen und die

Hemmung der Knochenneubildung machen die Knochen äußerst anfällig für Frakturen, die ihrerseits

Schmerzen verursachen können. 8, 32 Frakturen der Wirbelkörper können dazu führen, dass vermehrter

Druck auf die Rückenmarksnerven ausgeübt wird, was sich in Taubheitsgefühl, Kribbeln, Schmerzen

oder Muskelschwäche in den unteren Extremitäten äußert. Gelegentlich kommt es zu einem Wachstum

von Myelomzellen innerhalb des Rückenmarkskanals, wodurch das Rückenmark zusammengepresst

wird und Kompressionssymptome wie schwere Rückenschmerzen, Muskelschwäche oder –lähmungen

vor allem in den Beinen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln sowie Inkontinenz entstehen können. Eine

Rückenmarkskompression stellt einen medizinischen Notfall dar, der eine sofortige Behandlung erfordert,

um permanente Schäden zu verhüten.

Weitere Komplikationen

Die übermäßige Eiweißproduktion durch Myelomzellen kann eine als Hyperviskositätssyndrom

bezeichnete Verdickung des Bluts hervorrufen. Zu den Symptomen können Blutungen aus Nase und

Mund, verschwommenes Sehen, schlaganfallähnliche Symptome und Stauungsinsuffizienz gehören. Das

Hyperviskositätssyndrom kann mit Hilfe der Plasmapherese behandelt werden – einem Verfahren zum

35, 36

Entfernen von überschüssigem Eiweiß aus dem Blut.

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