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Zucht – Rassen 3.1. 1

Geschäftsbereich Produktion und Verkauf

Merkblätter für Schweineprofis

Bedeutende Schweinerassen in der Schweiz

Schweizer Edelschwein ES (Mutterlinie)

Das Schweizer Edelschwein stammt von alten Landschlägen

ab und wurde nach und nach mit der englischen

Yorkshire-Rasse veredelt. Mit Importen aus diversen

Ländern (z.B. Holland, Deutschland, England, Frankreich

und Finnland) wurde die Rasse weiter entwickelt.

Seit 2002 wird das Schweizer Edelschwein als typische

Mutterlinie mit hervorragenden Reproduktionseigenschaften

gezüchtet. Das Edelschwein eignet sich

besonders zur Erzeugung von fruchtbaren und langlebigen

F1-Kreuzungssauen Primera®

Typ: Farbe weiss, Stehohr, gute Entwicklung, optimal in Körperlänge und -wuchs, gute Breite in den

Schulter-, Rücken- und Schinkenpartien, flankentief bei guter Rippenwölbung, langgezogenes, breites

Becken, harmonische obere Linie und korrekte Verbindung der Schulter- und Lendenpartien.

Fundament: Kräftige, korrekt gestellte Gliedmassen, guter Gang, beweglich, trockenes und sauberes

Sprunggelenk, tragfähige Fesseln, gleichmässige und geschlossene Klauen mit gesunder Klauensubstanz.

Geschlechtsmerkmale: Mindestens 14 gut ausgebildete Zitzen, in optimalem Abstand, weit vorne

angesetzt.

Leistungseigenschaften: Dauerleistung mit regelmässigen Würfen und ausgeglichenen Ferkelgewichten.

Wenig Leertage. Optimaler Zuwachs bei guter Futterverwertung, ausgeglichene Masttiere in Bezug auf

Schlachtkörperqualität. Optimaler Anteil wertvoller Fleischstücke mit sehr guter Fleischbeschaffenheit und

Fettqualität.

Schweizer Landrasse SL (Mutterlinie)

Die Schweizer Landrasse wird seit anfangs dieses Jahrhunderts

chterisch bearbeitet. Sie stammt von alten

Landschlägen ab. Importe aus Holland, Deutschland,

England, Finnland, Norwegen trugen wesentlich zum

Weiterkommen bei. Seit 2008 wird regelmässig Samen

aus Frankreich gezielt eingesetzt zur Erzeugung von

KB-Ebern. Die Landrasse eignet sich besonders zur

Erzeugung von fruchtbaren und langlebigen

F1-Kreuzungssauen Primera®

Typ: Farbe weiss, Hängeohr, gute Entwicklung, optimal

in Körperlänge und -wuchs, gute Breite in den Schulter-,

Rücken- und Schinkenpartien, flankentief bei guter Rippenwölbung,

langgezogenes, breites Becken,

harmonische obere Linie und korrekte Verbindung der Schulter- und Lendenpartien.

Fundament: Kräftige, korrekt gestellte Gliedmassen, guter Gang, beweglich, trockenes und sauberes

Sprunggelenk, tragfähige Fesseln, gleichmässige und geschlossene Klauen mit gesunder Klauensubstanz.

Geschlechtsmerkmale: Mindestens 14 gut ausgebildete Zitzen, in optimalem Abstand, weit vorne angesetzt.

Leistungseigenschaften

Hohe Fruchtbarkeit mit gutem Aufzuchtvermögen. Dauerleistung mit regelmässigen Würfen und ausgeglichenen

Ferkelgewichten. Wenig Leertage. Optimaler Zuwachs bei guter Futterverwertung, ausgeglichene

Masttiere, Schlachtkörperqualität. Optimaler Anteil wertvoller Fleischstücke mit sehr guter Fleischbeschaffenheit

und Fettqualität.

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Dezember 2009


3.1. 2 Rassen – Zucht

Geschäftsbereich Zucht

Merkblätter für Schweineprofis

Schweizer Edelschwein Vaterlinie ESV

Das Edelschwein Vaterlinie (ESV) hat

seinen Ursprung im universell gezüchteten

Edelschwein. Am 1.7.2002 wurden durch

chter bestimmte Tiere, welche ausgezeichnete

Mast- und Schlachtleistungseigenschaften

aufwiesen, in die neue

Rasse ESV umgeteilt. Seither wird die ESV

als separate Rasse im Herdebuch geführt

und die Eber werden unter dem Namen

Premo® verkauft. Premo® ist der

Schweizer Endprodukteeber für die

Produktion von Qualitätsfleisch.

Typ: Farbe weiss, Stehohr, gute Entwicklung,

optimal in Körperlänge und -wuchs,

gute Breite in den Schulter-, Rücken- und

Schinkenpartien, flankentief bei guter Rippenwölbung, langgezogenes, breites Becken, harmonische obere

Linie und korrekte Verbindung der Schulter- und Lendenpartien.

Fundament: Kräftige, korrekt gestellte Gliedmassen, guter Gang, beweglich, trockenes und sauberes

Sprunggelenk, tragfähige Fesseln, gleichmässige und geschlossene Klauen mit gesunder Klauensubstanz.

Geschlechtsmerkmale: Mindestens 14 gut ausgebildete Zitzen, in optimalem Abstand, weit vorne angesetzt.

Leistungseigenschaften

Die ES-Vaterlinie zeichnet sich durch optimale Mastleistung bei hoher Fleischigkeit, einwandfreie Fleischbeschaffenheit

und Idealwerte an intramuskulärem Fett aus. Fleisch von Schlachtschweinen mit einem ESV-Vater

weist am wenigsten Tropfsaftverlust aus.

Duroc D (Vaterlinie)

Die rotbraune Rasse stammt ursprünglich aus den USA. Die frühen Importe in die Schweiz wurden auf der

Mutterseite für die Erzeugung von Kreuzungssauen eingesetzt. Ende der siebziger Jahre importierten dänische

Zuchtunternehmen Duroc aus Amerika und Kanada. Durch eine konsequente Selektion wurde die Duroc

zu einer fleischbetonten Endproduktelinie entwickelt. Ab 1996 wurden in der Schweiz Duroc Tiere dänischer

Herkunft gezüchtet. Die kleine Zuchtpopulation ist heute auf regelmässige Samenimporte v.a. aus den USA

angewiesen.

Typ: Grundfarbe rotbraun, kleiner Kopf mit leichtem Hängeohr, optimaler Wuchs und Körperlänge, Becken

breit, leicht nach hinten abgedacht, Schulter-, Rücken- und Schinkenpartien stark bemuskelt.

Fundament: Kräftige und korrekt gestellte Gliedmassen, guter Gang, beweglich, trockene Sprunggelenke,

tragfähige Fesseln, regelmässig entwickelte und geschlossene Klauen mit dunkler Klauensubstanz.

Geschlechtsmerkmale: Mindestens 12 gut ausgebildete

Zitzen, optimaler Abstand, weit vorne angesetzt,

gleichmässig entwickelte Hoden, normal

entwickelter Präputialbeutel.

Leistungseigenschaften und Einsatz

Die Duroc-Vaterlinie ist zur Produktion von reinrassigen

oder gekreuzten Endprodukteebern und

in Kombination mit Sauen der weissen Rassen, für

die Erzeugung von Mastferkeln bestimmt. Hohe

Zunahmen, mittlere Futterverwertung und Fleischigkeit,

einwandfreie Fleischbeschaffenheit und

Idealwerte an intramuskulärem Fett.

Dezember 2009

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Zucht – Rassen 3.1. 3

Geschäftsbereich Zucht

Merkblätter für Schweineprofis

Pietrain P (Vaterlinie)

Die Rasse stammt ursprünglich

aus Brabant (Belgien) und soll

von fleischreichen Bayeux-

Schweinen abstammen. Seit ca.

1970 hat sich die Rasse zu einer

wichtigen Vaterrasse in der

europäischen Schweinezucht

entwickelt. Seit 1.1.2008 wird

die Rasse im schweizerischen

Herde-buch geführt. Durch

ihre besondere Fleischfülle,

vor allem an den Vorder- und

Hinterschinken wird es auch als

das «Schwein mit 4 Schinken»

bezeichnet.

Typische Merkmale: Mittelrahmig mit bester Bemuskelung (hoher Magerfleischanteil bei geringster Fettauflage),

kurz, breit, tiefrumpfig, Haufarbe schwarzscheckig; reinweiß oder Grundfarbe weiß bzw. hellgrau mit

unregelmäßigen verteilten schwarzen oder dunkelbraunen Flecken, kurze Stehohren. Kräftige und korrekt

gestellte Gliedmassen.

Leistungseigenschaften und Einsatz

Die Rasse Pietrain ist zur Produktion von reinrassigen und gekreuzten Endprodukteebern und in Kombination

mit Sauen der weissen Rassen für die Erzeugung von Mastferkeln bestimmt. Gute Mastleistung bei sehr

hoher Fleischigkeit, mittlerer Fleischbeschaffenheit (höherer Tropfsaftverlust) und tiefe Werte an intramuskulärem

Fett. Die Stressanfälligkeit ist zu beachten. Reinerbig stressresistente Piétrain liefern Schlachtschweine

mit besserer Fleischbeschaffenheit als heterozygote oder reinerbig stressanfällige Piétrain.

Leistungsstand der Rassen

Detaillierte Angaben zum Leistungsstand der einzelnen Rassen sind im Anhang „Projekte und Zahlen“ zum

Jahresbericht der SUISAG zu finden.

Haben Sie Fragen? Bitte kontaktieren Sie uns:

SUISAG, Geschäftsbereich Zucht, Allmend, 6204 Sempach, Tel. 041 462 65 50, www.suisag.ch

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Dezember 2009


3.1. 4 Rassen – Zucht

Anhang: Kurzübersicht Leistungsstand der Rassen 2008 (Quelle: Zahlen und Projekte 2008 der SUISAG)

ES SL ESV D P

Bestand im Herdebuch (Eber / Sauen) 292 / 11’094 76 / 1’272 178 / 336 38 / 101 4 / 29

Reproduktionsleistung

Anzahl Würfe (1. / 2.ff. ) 5’711 / 21‘883 598 / 2‘503 210 / 773 70 / 188 31 / 63

Erstferkelalter (Tage) 350 358 345 386 363

Anzahl lebend geborene Ferkel pro Wurf 12.14 11.97 11.10 9.74 9.34

Anzahl abgesetzte Ferkel pro Wurf 10.42 10.42 9.94 7.67 7.13

Zwischenferkelzeit (Tage) 158 159 158 166 159

Anzahl Würfe pro Sau und Jahr 2.32 2.30 2.32 2.20 2.30

Anzahl abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr 24.17 23.97 23.06 16.87 16.40

Feldprüfung (Ultraschall) männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl. männl. weibl.

Anzahl Tiere 885 22‘660 179 1‘719 1‘431 1‘308 150 186 30 24

Gewicht bei Prüfende (kg) 95.2 96.2 96.6 95.6 96.2 96.4 103.6 99.1 97.9 100.3

Alter bei Prüfende (Tage) 159 163 150 161 151 158 158 162 193 202

Lebendtageszunahmen (LTZ) 606 596 648 599 642 616 642 612 520 500

Fettdicke (mm) 10.1 10.3 10.0 10.0 9.8 9.8 10.3 9.7 9.5 9.5

Stationsprüfung weibl. & kastr. weibl. & kastr. weibl. & kastr. weibl. & kastr. weibl. & kastr.

Anzahl weibliche Prüftiere / Kastraten 677 / 845 99 / 103 325 / 178 55 / 26 15 / 13

Masttageszuwachs (g/Tag) 845 877 876 854 782

Futterverwertung (kg Futter pro kg Zuwachs) 2.61 2.66 2.49 2.58 2.54

Anteil wertvolle Fleischstücke (%) 57.5 56.6 59.3 58.7 62.1

pH 1h nach Schlachtung im lang. Rückenmuskel 6.27 6.19 6.28 6.15 6.08

pH 30h nach Schlachtung im lang. Rückenmuskel 5.43 5.42 5.42 5.44 5.39

H30-Farbhelligkeit 30h im lang. Rückenmuskel (Unigalvo) 34.2 32.6 35.0 32.0 35.3

Fleischbeschaffenheit (4 = gut, 1 = schlecht) 3.76 3.87 3.68 3.91 3.48

Intramuskuläres Fett im langen Rückenmuskel (%) 1.94 1.71 2.03 2.12 1.56

Fettqualität 67.7 67.3 68.4 67.7 69.1

Schlachtkörperlänge (Atlas-Schambeinknochen in cm) 96.5 98.7 97.4 93.3 91.8

Dezember 2009

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