Unser Umgang mit der Vergangenheit - Österreichs Bundesheer

bmlv.gv.at

Unser Umgang mit der Vergangenheit - Österreichs Bundesheer

Truppenzeitung des Hochgebirgs-Jägerbataillon 24

Lienz und St. Johann/T.

Ausgabe 2/2013

Col di Sangue

Der „Blutberg“ Col di Lana

Tiroler Kaiserjäger

24er Traditionstruppenkörper

WIR 24er

Gefechtsdienst-Leistungsbewerb

Tradition

Unser Umgang mit der Vergangenheit

www.bundesheer.at

SCHUTZ

& HILFE


Redaktion

3 Oberst Jörg Rodewald

4 Col di Lana der Blutberg

8 WIR 24er

9 Zum Thema: Attraktiver Grundwehrdienst

12 Die Kaiserjäger

14 Kosovo Force AUCON 29

16 Gefechtsdienst-Leistungsmarsch

22 BH-Sportausbilder Trainer

Die Redaktionsleitung gratuliert Leutnant Alexander

Böhm zu seinen großartigen sportlichen Erfolgen sowie

zur Ernennung zum Kompaniekommandanten der

1.Jägerkompanie.

Geschätzte Freunde des GEBIRGSJÄGER!

Das Titelbild dieser Ausgabe sorgte schon vor

dem offiziellen Erscheinungstermin für kontroverse

Diskussionen. Die Abbildung soll keineswegs

Militär-Propaganda sein, die zeitgenössiche,

martialische Darstellung zeigt vielmehr

einen typischen Vertreter einer k.k. Bergführerkompanie

aus dem Jahr 1916. Das Originalbild

von Roland Straßer befindet sich im Traditionsraum

der Haspinger Kaserne in Lienz.

Die k.k. Bergführerkompanien waren ein Truppenverband

der Österreichisch-Ungarischen

Landstreitkräfte. Aufgabe der Bergführerkompanien

war es in erster Linie, für angreifende Verbände

das Gelände zu erkunden, die Anmarschwege

durch Fels- oder Eiswände gangbar zu

machen und diese zu sichern. Es waren weiterhin

alpine Erkundungen durchzuführen, fixe Seile

und Leitern anzubringen und die Geschütztransporte

an die unmöglichsten Stellen zu organisieren.

Letztendlich gehörten die Bergführer jedoch

zur kämpfenden Truppe und wurden in diesem

Rahmen vorwiegend zu Stoßtruppunternehmungen

eingesetzt.

Die Kompanien operierten selbstständig nur in

dem ihnen zugewiesenen Abschnitt (nur in diesem

durften sie eingesetzt werden) und waren

der Brigade, der Truppen-Division oder dem

Korps direkt unterstellt.

Viel Vergnügen beim Lesen des GEBIRGSJÄGER

Boris Kurnik, Vzlt

2

Impressum:

Amtliche Publikation der Republik Österreich/Bundesminister

für Landesverteidigung und Sport

Medieninhaber, Herausgeber und Hersteller:

Republik

Republik

Österreich/Bundesminister

Österreich/Bundesminister

für

für

Landesverteidigung

und Sport, BMLVS, Roßauer Lände 1, 1090 Wien

Landesverteidigung

und Sport, BMLVS, Roßauer Lände 1, 1090 Wien

Redaktion: BMLVS/Hochgebirgs-Jägerbataillon 24, Dolomitenstraße

Redaktion: BMLVS/Hochgebirgs-Jägerbataillon

38, 9900 Lienz

24, Dolomitenstraße

Redaktionsleitung: 38, 9900 Lienz

Redaktionsleitung:

Vzlt Boris Kurnik

Vzlt Kontakt: Boris Kurnik

Kontakt: gebirgsjaeger2012@gmail.com

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www.facebook.com/gebirgsjaeger24

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Gestaltung und Layout: Vzlt Boris Kurnik

Gestaltung Vertrieb/Versand: und Layout: StWm Vzlt Arnold Boris Lerchbaumer

Kurnik

Vertrieb/Versand:

Fotos: siehe Fotohinweis

StWm Arnold

oder ÖBH

Lerchbaumer

Erscheinungsjahr: 2013

Fotos: siehe Fotohinweis oder ÖBH

Druck: BMLVS/HDruckZ, Kelsenstr. 4, 1030 Wien, 13-8321

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Gedruckt nach der Richtlinie „Druckerzeugnisse“

Erscheinungsjahr: 2013

des Österreichischen

Offenlegung Umweltzeichens, nach § 25 Mediengesetz: UW-Nr. 943

GEBIRGSJÄGER Offenlegung nach ist § 25 eine Mediengesetz:

unabhängige Informationszeitschrift

GEBIRGSJÄGER des Hochgebirgs-Jägerbataillon ist eine unabhängige 24, Informationszeitschrift

des Hochgebirgs-Jägerbataillon und ist ein Kommunikationsmittel 24, erscheint zwischen vier-

erscheint vierteljährlich

dem teljährlich JgB24(Hgeb), und ist seinen Kommunikationsmittel Angehörigen aller Stände zwischen sowie

dem JgB24(Hgeb), zivilen und militärischen seinen Angehörigen Umfeld. aller Stände sowie

Hinweis: dem zivilen Beiträge und militärischen geben die Meinung Umfeld. des Verfassers wieder

Hinweis: und dies Beiträge muss geben sich nicht die Meinung mit der Redaktionsmeinung

des Verfassers wieder

und dies

decken. Für unverlangt

muss sich nicht

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mit der Redaktionsmeinung

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Fotos übernimmt die Redaktion keine Gewähr. Nachdruck

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und

und

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Bild nur

nur

mit

mit

ausdrücklicher

ausdrücklicher

Genehmigung

Genehmigung

des Medieninhabers. Die Redaktion behält sich vor, zur

Wahrung des Gesamtbildes Beiträge zu kürzen.


Kommentar

Liebe Kameraden und Freunde,

geschätzte Leserinnen und Leser!

Die Ausbildung der Grundwehrdiener des

Einrückungstermins Jänner 2013 neigt sich schon

wieder ihrem Ende zu.

Unsere Soldaten haben schon viel erlebt, beispielsweise

Gebirgskampf bei der Übung Capricorn13, den

Gebirgsjäger-Gefechtsdienstleistungsbewerb und

wohl als Höhepunkt die Teilnahme an der Großübung

EURAD13, die unter

internationaler Beteiligung

auf dem Truppenübungsplatz

Allentsteig

stattfindet. Daneben waren

sie mehrfach an die Schulen

und Akademien des

Bundesheeres abgestellt

und konnten auch hier

Gefechtstechnik auf

höchstem Niveau erlernen

und erleben. Unsere

Beordertenwaffenübung

(BWÜ) im Juni wird das Bild

abrunden und den Abschluss

der gefechtstechnischen

Ausbildung bilden.

Wir haben uns im Sinne des

Auftrags des Wahlvolkes

zur Beibehaltung der

Wehrpflicht sehr bemüht,

unsere jungen Kameraden

zu fordern und zu fördern.

Nach dem Motto „Nichts ist

für Soldaten so attraktiv wie

das Militär“ haben wir versucht, den Kameraden einen

interessanten und eben attraktiven Grundwehrdienst

zu bieten. Als Gradmesser des Erfolges mag vielleicht

die Tatsache dienen, dass sich eine erkleckliche

Anzahl von ihnen für unseren Auslandseinsatz im

Kosovo freiwillig gemeldet hat.

Die Vorbereitung dieses Einsatzes als 29.

österreichisches Kontingent bei der Kosovo Force

(AUCON29/KFOR) wird unsere Herausforderung

für den Sommer. Die Verantwortlichkeit des JgB24

(HGeb) reicht von der Personalaufbringung über die

Ausbildung bis hin zur Entsendung, wobei wir mit vielen

Dienststellen des Bundesheeres zusammenarbeiten.

Die Planung hiezu ist abgeschlossen, viele Soldaten

des Bataillons haben sich

freiwillig gemeldet. Das

macht mich einerseits stolz,

andererseits wissen wir

aber auch, dass diejenigen,

die daheim bleiben die

Aufträge weiter zu erfüllen

haben werden.

Wir haben viel zu tun,

packen wir’s an!

Berg Heil!

Ihr Bataillonskommandant

Jörg Rodewald, Oberst

WiKi

Waffenübungen dienen der Erhaltung und Vertiefung

des Ausbildungsstandes, der Aus--und Weiterbildung

von Kader und Mannschaftsfunktionen, und der

Durchführung von Übungen im Rahmen der Mobilmachungsorganisation.

Als Partnerverband des Milizbataillons „Tirol“ sind wir

auch für die Aufbringung und Ausbildung der Soldaten

dieses Bataillons verantwortlich.

Das Jägerbataillon Tirol ist in Absam beheimatet und

das einzige Milizbataillon im Bundesland. Der Verband

ist aus den beiden territorialen Jägerbataillonen

21 und 22 hervorgegangen.

Das Schwergewicht der Ausbildung (und der Übungen)

liegt auf Einsatzszenarien im Inland. Unter anderem

der Schutz wichtiger Gebäude und Einrichtungen

sowie der sicherheitspolizeiliche Assistenzeinsatz.

Außerdem bereiten sich die Tiroler darauf vor, zusammen

mit den Pionieren, bei Katastrophenfällen rasch

Hilfe leisten zu können.

Für die Gebirgsausbildung nutzt das Bataillon den

Truppenübungsplatz Lizum/Walchen als Ausbildungsbasis.

Wichtige Informationen zum Dienst in der Miliz:

www.bundesheer.gv.at/miliz/pdf/miliz_service.pdf

3


Tradition

Blutberg Col di Lana

Der Col di Lana: 2.462 Meter hoher Berg bei Livinallongo

del Col di Lana (Buchenstein) in den

Dolomiten, Provinz Belluno, Italien.

In der Nacht vom 16. auf den 17. April 1916 wurde

die 5. Kompanie des 2. Regiments der Tiroler

Kaiserjäger durch die 6. Kompanie unter dem

Kommando von Oberleutnant Toni von Tschurtschenthaler

abgelöst. In der darauffolgenden

Nacht, um 23.30 Uhr, wurde schließlich nach

heftigen Kämpfen der gesamte Gipfel mit den

Stellungen der Österreicher gesprengt. Der Berg

wurde daraufhin aufgegeben, ein italienischer

Durchbruch in dieser Gegend konnte jedoch verhindert

werden. Die Österreicher konnten sich am

Monte Sief, der mit dem Col di Lana durch einen

Gipfelgrat verbunden ist, nachhaltig behaupten.

Ein Mahnmal des Krieges in den Dolomiten. 12

italienische Infanterie- und 14 Alpini-Kompanien

unternahmen von 1915 bis 1916 immer wieder

verlustreiche Versuche, den von Österreichern

besetzten Gipfel zu stürmen. Der Berg wurde

deshalb von den Italienern auch “Col di Sangue”

(Blutberg) genannt. Nach zahlreichen und erfolglosen

Angriffsversuchen wurde der Gipfel von

italienischen Pionieren mit Handbohrmaschinen

und Handmeißeln (um Geräusche zu vermeiden)

unterminiert. Anfang 1916 erkannten die Österreicher

durch einen Artilleriebeobachter am

Pordoijoch die Absicht der Italiener und begannen

einen Gegenstollen anzulegen. Die Gegenmine

der Österreicher wurde am 5. April 1916

gesprengt, war jedoch zu weit vom italienischen

Stollen entfernt, um diesen ausreichend beschädigen

zu können.

Auf dem Gipfel des Col di Lana befindet sich heute

eine Kapelle zum Andenken an die im Krieg

Gefallenen. Aus der Kriegszeit sind noch viele

verfallene Schützengräben und einige Barackenreste

erhalten. Der Aufstieg erfolgt von Pieve de

Livinallongo über die Rifugio Plan della Lasta.

Als Traditionstag des Jägerbataillon 24 wurde der

17. April 1916 festgelegt, um den tragischen Ereignissen

am Col di Lana zu gedenken.

4

Boris Kurnik, Vizeleutnant


Am 17. April 2013 fuhr eine Abordnung des Hochgebirgs-Jägerbataillons

24 nach Buchenstein in

der Provinz Belluno, um auf dem Gipfel des Col

di Lana gemeinsam mit den befreundeten Alpini

einen Kranz im Gedenken an die vielen gefallenen

Soldaten niederzulegen.

Tradition

... nicht Asche aufbewahren,

sondern Glut erhalten

Die Feier zum Traditionsgedenktag wurde am 19.

April 2013 im Beisein von Repräsentanten des

öffentlichen Lebens und zahlreicher Traditionsverbände

in der Haspingerkaserne in Lienz würdevoll

begangen.

Punkt 11.00 Uhr wurden dem stellvertretenden

Brigadekommandanten, Oberst Johann Gaiswinkler,

folgende Formationen zum Festakt angetreten

gemeldet: die Militärmusik Tirol unter der

Leitung von Musikmeister Vizeleutnant Gerold

Oberhauser, der Feldzeichentrupp und die Ehrenkompanie

des Hochgebirgs-Jägerbataillons 24,

die Kompanien aus Lienz und St. Johann in Tirol

mit ihren Kadersoldaten und Grundwehrdienern,

die Traditionsbatterie des k&k Gebirgsartillerieregimentes

Kaiser Nr. 14 unter dem Kommando

von Hauptmann in Tradition Eduard Moser, die

Abordnungen der Gruppo Alpini aus Pieve di Livinallongo

und Innichen, die Abordnungen der

Schützenkompanien aus Buchenstein und Cortina

d‘Ampezzo, die Abordnungen der Kaiserjäger

aus Nord- und Südtirol sowie die Abordnungen

der Soldatenkameradschaft und der Osttiroler

Schützen.

Als Ehrengäste konnten Landtagsabgeordneter

Dr. Andreas Köll, die Garnisonsbürgermeisterin

Landtagsabgeordnete DI Elisabeth Blanik, Dr.

Bert Singer von der Bezirkshauptmannschaft Lienz

und die Bürgermeister unserer Osttiroler

Partnergemeinden begrüßt werden. Von unseren

Nachbarverbänden waren Oberst Erhard Eder,

Kommandant des Hochgebirgs-Jägerbataillons

26, und Oberst Martin Dagn, Kommandant des

Heereslogistikzentrums St. Johann, anwesend.

Unser Partnerverband aus Deutschland, das Gebirgsjägerbataillon

231 aus Bad Reichenhall, war

durch Hauptmann Jörg Winter vertreten.

Höhepunkt der Feier war die Rückmeldung der

aus drei Bergführern bestehenden „Col di Lana-

Patrouille“ und die Übergabe der Feldstandarte

des 2. Regimentes der Tiroler Kaiserjäger durch

den Bataillonskommandanten, Oberst Jörg Rodewald.

Vizeleutnant Gottfried Kalser und Vizeleutnant

5


www.doppeladler.com

6

Konrad Walder, die Anfang des Jahres nach 40

Dienstjahren einen neuen Lebensabschnitt begonnen

haben, wurden für ihre treuen Verdienste

um die Republik Österreich mit der Bundesauszeichnung

in Gold geehrt.

In seiner markigen Festrede schilderte Oberst Johann

Gaiswinkler die Situation, in welcher sich

die damaligen österreichischen Truppen nach

der Sprengung des Col di Lana-Gipfels befunden

haben: „Überall lagen Menschenleiber, man war

von dampfenden Rippen umgeben oder hatte

Fleischfetzen im Mund.Die Bandbreite der Annäherung

an die Ereignisse am Col di Lana reicht

von unqualifizierter Glorifizierung über solide

Vergangenheitsbearbeitung und Traditionspflege

bis zu überheblicher, besserwisserischer Be- und

Verurteilung von Nachgeborenen. Aus meiner

Sicht darf die gediegene Traditionspflege nicht

nur etwas rein Nostalgisches sein, sie hat besonders

die Aufgabe, als nachdrückliche Mahnerin

aufzutreten“, so Oberst Gaiswinkler.

Er warnte vor einer Reduzierung der Streitkräfte

zu „Bonsai-Armeen“, „da es nicht den geringsten

Grund gibt, dass es so friedlich bleiben wird“.

„Weltweit gibt es 72 Konflikte um Ressourcen, in

Österreich wird aber herumgelabert, ob es eine

strategische Reserve wie das Bundesheer überhaupt

braucht“, merkte er kritisch an.

Am ersten Sonntag im August findet alljährlich

die Gedenkfeier am Col di Lana statt, bei der eine

starke Abordnung des Hochgebirgs-Jägerbataillons

24 teilnimmt. Der Gedankenaustausch mit

den befreundeten Alpini und ladinischen Schützen

sowie die Traditionspflege über die Grenzen

hinweg ist uns Lienzer Gebirgsjägern stets ein

großes Anliegen.

Man kann mit Stolz behaupten, dass aus dem

ehemaligen „Blut- und Eisenberg“ inzwischen ein

Berg der Freundschaft geworden ist. Eines ist klar:

„Nie wieder Krieg in einem vereinten Europa!“

Thaddäus Weiler, Oberstleutnant


EINTRITT FREI | WWW.AIRPOWER13.AT


WIR 24er

Heeresmeisterschaft

im Schibergsteigen

Zu einer Tradition gehört mittlerweile die alljährlich ausgetragene Heeresmeisterschaft im Skibergsteigen.

Dieses Jahr wurde der Wettbewerb in der Nähe des Truppenübungsplatzes HOCHFILZEN im Bereich Wildsee

ausgetragen. Gemeinsam mit Soldaten aus Österreich und Deutschland starteten um die zehn Zivilisten um

die durchaus selektive Strecke zu meistern. Vorne mit dabei waren traditionell wieder Athleten der24er!

Altersklasse 20

Platz 3

Lt BÖHM Alexander

Markus Mayer, Hauptmann

Platz 6

Wm GLIBER Michael

Altersklasse 30

Platz 2

StWm BICHLER Klemens

Altersklasse 45

Platz 9

OStv WOHLMUTHER Markus


Optimierung des

Grundwehrdienstes

Gedanken des Bataillonskommandanten zur aktuellen Diskussion

Nach der Volksbefragung im Jänner dieses Jahres,

die zum Glück mit einem klaren Bekenntnis

zur allgemeinen Wehrpflicht geendet hat, wird

konsequenterweise einmal mehr zur Optimierung

des Grundwehrdienstes aufgerufen.

Ich möchte an dieser Stelle bewusst nicht auf

die aktuelle politische Debatte und die derzeit

tagenden Arbeitsgruppen eingehen. Dort wird gute

Arbeit geleistet, wir, die Truppe, sind eingebunden,

Ergebnisse liegen allerdings noch keine vor. Das heißt

aber nicht, dass wir untätig abwarten müssen bis

„von oben“ Maßnahmen befohlen werden, ganz im

Gegenteil: Auf Grund unserer täglichen Arbeit mit

unseren Soldaten wissen wir ja nur zu gut um deren

Bedürfnisse und wollen – noch mehr als es ohnehin

schon der Fall ist – auf diese eingehen.

Ich bin seit über dreißig Jahren Soldat im

Österreichischen Bundesheer. Seit ich mich erinnern

kann, wurde darüber diskutiert, wie man den

Soldatenalltag verbessern und den Dienst – vor allem

für die Grundwehrdiener – attraktiver gestalten

könne. Unzählige Kommissionen und Arbeitsgruppen

haben sich mit diesem Thema beschäftigt, auch

in der Reformkommission BH 2010 wurde dieser

Themenkomplex umfassend bearbeitet. Und – es ist

gelungen! Vieles ist attraktiver geworden, allerdings

werden Verbesserungen schnell zum Normalzustand.

Man muss sich also schon auch immer wieder

daran erinnern, was schon erreicht wurde und was

ohnehin schon gut ist – aber: Es gibt immer etwas zu

verbessern!

Einige grundsätzliche Gedanken zum Thema.

Das Bundesheer ist eine Organisation von Menschen

für Menschen. Wir alle machen hin und wieder

Fehler, manchmal, wenn auch Gott sei Dank

selten, auch schwere Fehler. In der polemischen

Wehrpflichtdebatte im letzten Herbst und Winter

wurde häufig unter Heranziehung von Einzelfällen zu

argumentieren versucht, wie sinnlos der Dienst im

Bundesheer sei und was daher nicht alles durch einen

entsprechenden Befehl abzustellen wäre. Das ist ein

Ding der Unmöglichkeit. Befehle und Vorschriften

müssen allgemein gültige Grundsätze beschreiben,

nicht aber jedes konkrete Handeln regeln, sonst

würde ja der Ausführende zum hirnlosen Roboter

degradiert und der gesunde Menschenverstand und

das Gewissen des Individuums ausgeschaltet. Die

Folge wäre wahrhafter „Kadavergehorsam“!

Der Grundwehrdienst ist nur ein Teilbereich

des Dienstbetriebs des Bundesheeres, die

Grundwehrdiener stellen nur eine – wenn auch

zahlenmäßig sehr starke – Personengruppe in

unseren Streitkräften dar. Wenn wir also den Dienst

für unsere Rekruten noch attraktiver gestalten wollen,

müssen wir auch die Zufriedenheit für die anderen

Heeresangehörigen erhalten bzw. schaffen. Der in

der Zeit vor der Volksbefragung häufig verfolgte

Leitgedanke, man müsste ja nur dem Kaderpersonal

etwas wegnehmen, dann würden unsere Rekruten

glücklicher, sieht zwar für die Neidgesellschaft gut aus,

bietet aber keine Lösungsansätze zur Optimierung des

Dienstbetriebes.

Und dann ist da noch das Problem des individuellen

Empfindens, was denn eigentlich attraktiv sei. Wir

9


WIR 24er

als Gebirgsjäger können unseren Rekruten Dinge

bieten, die man allgemein als toll und motivierend

bezeichnen kann, und die, wenn man sie auf dem

zivilen Markt kaufen müsste, viel Geld kosten

würden. Dennoch wird nicht jeder eine Bergtour

wie z.B. eine Glocknerbesteigung als attraktiv

bezeichnen, einige wenige werden sich auch hier

über die „sinnlose Kofferei“ beklagen. Kürzlich habe

ich einen sogenannten Systemerhalter auf dem

Truppenübungsplatz Wattener Lizum bedauert, weil

er nicht mit der Truppe hinaus gehen konnte, um

am Scharfschießen teilzunehmen. Er meinte nur, er

würde seine warme Küche dem kalten Wind und dem

Schneegestöber draußen durchaus vorziehen.

Das subjektive Attraktivitätsempfinden ist natürlich

auch abhängig vom Zeitpunkt und der Situation.

Während des kürzlich stattgefundenen, sehr

fordernden Gefechtsdienstleistungsbewerbes stand

bei den wenigsten Teilnehmern das Gefühl im

Vordergrund, dass man nun gerade dabei sei, etwas

Tolles zu erleben. Zwei Tage danach, bei der öffentlichen

Siegerehrung im Rahmen des Traditionstages sah

die Welt schon anders aus und man hörte auch im

Publikum – aus den Reihen

des Kaderpersonals aber

auch der Gäste – so manchen

voller Stolz sagen, „… als wir

das damals gemacht haben,

…“. Und ich bin mir sicher,

unsere Grundwehrdiener

werden auch voller Stolz von

ihren Leistungen erzählen.

Zu Recht!

sie wollen die Waffensysteme unseres Verbandes

und möglichst des ganzen Bundesheeres sowie

ihr Zusammenwirken kennen lernen. In unserem

Hochgebirgsbataillon haben natürlich Gebirgsdienst

und Gebirgskampf höchsten Stellenwert, die

moderne Mannesausrüstung trägt dabei wesentlich

zur Motivation bei. Viele unserer Grundwehrdiener

müssen von weither in unsere Garnisonen anreisen,

Dienst- und Freizeit sollen daher so weit wie möglich

planbar sein.

Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass

für manche Rekruten auch die sogenannten

Systemerhalterfunktionen durchaus reizvoll sind. So

ermöglicht der Dienst in Kanzleien oder als Wache

häufig eine klare Zeiteinteilung und damit die

Möglichkeit nach Dienst zu lernen, einen Nebenjob

auszuüben oder seinen (Leistungs-)Sport zu betreiben,

und die in der Diskussion vor der Volksbefragung so

oft geschmähten „Chauffeure“ haben die Gelegenheit,

Führerscheine zu erwerben und gewinnen an

Fahrpraxis.

Was ist also attraktiv?

10

Durch

Studien,

Veröffentlichungen aber

vor allem durch das

persönliche Gespräch mit

unseren Soldaten konnten

wir ein recht klares Lagebild

gewinnen, was als attraktiv

bzw. unattraktiv empfunden

wird. Negative Punkte sind

unter anderem mangelnde

Kaserneninfrastruktur,

geringe Bezahlung, schwer

planbare Freizeit. Klagen

über Schikanen oder einen

menschenunwürdigen

Umgangston hört man

aber selten bis nie. Dem

gegenüber stehen jene

Dinge die als positiv erlebt,

bzw. eingefordert werden.

Unsere Grundwehrdiener

wollen Militär erleben, sie

wollen schießen und üben,

Konkrete Absichten zur Optimierung des Dienstes.

Es kann festgestellt werden:

• Die Diskussion über die Optimierung des

Grundwehrdienstes ist wichtig und wir wollen

weiterhin in diesem Prozess mitarbeiten.

• Auf der Basis der bekannten Bedürfnisse

kann – und muss, denn es ist schon seit langem so

angeordnet – an der praktischen Umsetzung von

geeigneten Maßnahmen weitergearbeitet werden.

• Nichts ist für Soldaten so attraktiv wie das

Militär.


Im Bereich des JgB24(HGeb) haben wir uns daher

folgendes vorgenommen:

Die bisher bereits durchgeführten bzw. begonnenen

Maßnahmen werden wie bisher mit Engagement

weitergeführt. Der Initiative von Kaderangehörigen

zur weiteren Entwicklung innovativer,

motivationsfördernder und einsatznaher Ausbildung

kommt höchste Bedeutung zu.

Verleihung der Leistungsabzeichen durch zivile

Würdenträger unterstreicht gute Leistungen durch

Anerkennung.

Hochstadel: Gemeinsame „Siege“ stärken den

Zusammenhalt.

Sportausübung: Nicht nur zum Erhalt der

Feldverwendbarkeit.

Dienstliche Maßnahmen müssen vor allem auch beim

Kaderpersonal Dienstfreude erwecken, da sonst ein

positiver Effekt auf die Grundwehrdiener unmöglich

ist. Sich bietende Gelegenheiten wollen wir initiativ

nutzen, daher werden Planungen möglichst flexibel

gehalten.

Die Dienstzeit für Grundwehrdiener wird nach

Maßgabe der Auftragserfüllung so geblockt, dass, wenn

möglich, die Anreise zum Dienst am Montag Vormittag

und die Heimreise am Freitag Nachmittag erfolgen

kann. Körperausbildung dient neben der Erhaltung

bzw. der Erhöhung der physischen Leistungsfähigkeit

vor allem der Regeneration. Ihre Gestaltung (z.B.

Spiele und Wettkämpfe) soll die Freude am Sport

wecken und zur Sportausübung auch außerhalb der

Dienstzeit und nach dem Grundwehrdienst anreizen.

Wettkämpfe sollen die Leistungsbereitschaft erhöhen,

nicht jedoch „Verlierer“ schaffen. Der Erlebniswert

der militärischen Ausbildung wird hervorgehoben

und genutzt. Durch das Vorziehen von Inhalten aus

späteren Ausbildungsabschnitten

und das Erreichen ergänzender

Ausbildungsziele wird frühzeitig ein

gezieltes und möglichst selbstständiges

Handeln von einzelnen Soldaten und

Organisationselementen erreicht.

Dadurch wird das Selbstwertgefühl

gestärkt und die Akzeptanz auch

hoher Anforderungen gesteigert.

Eine profunde Schießausbildung ist die

unverzichtbare Voraussetzung für die

militärische Auftragserfüllung. Auf das

Erlernen und Üben der richtigen und

effektiven Handhabung von Waffen(-

systemen) wird größter Wert gelegt.

Der Zweck dieser Ausbildung wird in

möglichst realitätsnahen Schießübungen (Simulation

und scharfer Schuss) dargelegt.

Im JgB24 (HGeb) liegt das Schwergewicht der

Ausbildung auf Gebirgsdienst und vor allem

Gebirgskampf. Insgesamt steht der Stolz auf die

eigene Leistung und die dafür entgegengebrachte

Anerkennung im Vordergrund: Der Soldat muss „sich

fühlen“ können.

Voran unter dem Edelweiß!

Browning M2, überschweres Maschinengewehr.

Schießausbildung ist vielseitig und fordernd.

Jörg Rodewald, Oberst

11


Tradition

Des Kaiser`s Elitesoldaten waren von ihren

Gegnern gefürchtet und geachtet zugleich.

Tiroler

Die Kaiserjäger waren reguläre Infanteriesoldaten,

die ohne alpine Erfahrung im Jahre 1915 an

die Hochgebirgsfront verlegt wurden, nachdem

während des Feldzuges in Galizien die am besten

ausgebildetste Truppe der Österreichisch-Ungarischen

Armee nahezu vernichtet wurde.

Mit dem 16. Januar 1816 begann die Aufstellung

des Regimentes mit dem Namen “Tiroler Kaiserjäger”.

Regimentsinhaber war stets der Kaiser

persönlich, die Zweitinhaber

sowie die

Kommandanten wurden

durch ihn persönlich

ernannt.

Die Soldaten dieses Regimentes

in der Stärke

von 5.000 Mann rekrutierten

sich durch

Konskription (bis zur

Einführung der allgemeinen

Wehrpflicht 1868 wurde die Stellung

durch Los bestimmt), durch die Übernahme des

Fennerjägerkorps (Vorläufer der Kaiserjäger) und

durch ca. 600 Tiroler Soldaten, welche nach Ende

der Napoleonischen Kriege wieder in ihre Heimat

zurückkehrten.

Am 1. Mai 1895 wurde das Regiment, welches

mittlerweile 16 Bataillone umfaßte, durch eine

Entscheidung des Kaisers in 4 Regimenter gegliedert.

Zum Zeichen der weiterbestehenden

Einheit und Zusammengehörigkeit aller Kaiserjäger

erhielten die neu aufgestellten Regimenter

die Bezeichnung: K.u.K. Regiment der Tiroler Kaiserjäger.

Alle vier Regimenter hatten die gleiche Adjustierung

und ergänzten sich gleichmäßig aus den drei

Ergänzungsbezirken Innsbruck, Brixen und Trient.

12

In Österreich-Ungarn war es üblich, militärische

Verbände häufig in verschiedene Garnisonen zu

verlegen. Die Einheiten der Kaiserjägerdivision

lagen ab 1914 in den folgenden Städten der drei

Tiroler Landesteile in den Garnisonen:

1. Regiment in Trient, Levico und Innsbruck

2. Regiment in Bozen, Meran und Brixen

3. Regiment in Rovereto, Riva und Trient

4. Regiment in Trient, Mezzolombardo, Mezzocorona

und Hall in Tirol

Auch die Tiroler Standschützen wurden nach der

Kriegserklärung Italiens an Österreich am 23. Mai

1915 aufgeboten.


Kaiserjäger

erfolgreich bis zum Eintreffen der Kaiserjägerregimenter.

Beim Abwehrkampf gegen die EN-

TENTE und Italien erwarben sich die Tiroler Kaiserjäger

den Ruf hoher Tapferkeit, Ritterlichkeit

und Ausdauer an allen Einsatzorten. Besondere

Achtung erwarben sie sich mit den k.k. Tiroler

Landesschützen („Kaiserschützen“), mit welchen

sie aufgrund ihres Edelweißemblems respektvoll

„Blumenteufel“ genannt wurden.

Ein hoher Prozentsatz (bis zu 40 %) der Kaiserjäger

bestand aus Trientinern (Welschtirolern). Der

Rest setzte sich aus Tirolern und Angehörigen der

restlichen Monarchie zusammen. Trotz der vielen

italienischsprachigen Jäger, kam es bei den Kämpfen

gegen das Königreich Italien zu so gut wie keinerlei

Desertionen, obwohl man in Italien regelrecht

davon ausgegangen war, dass die “Brüder

aus den unerlösten Gebieten freudig streben in

den Schoß der Mutter Italia” (Gabriele d Annunzio).

Ganz im Gegenteil kursierte bereits im Jahre

1916 bei den Alpini das geflügelte Wort: “Dio ci

liberi degli Irredenti!” (Gott befreie uns von den

Unerlösten).

Das 1. und 2. Regiment der Tiroler Kaiserjäger

wurde dem Jägerbataillon 24 zur Traditionspflege

zugeordnet.

Die Zuordnung von Traditionstruppenkörpern

nimmt auf spezifische österreichische Belange

Bedacht, und hält zeitlose militärische Tugenden

in Erinnerung. Heute wie damals wird von Soldaten

erwartet, dass sie teamfähig, einsatzfreudig,

leistungsbereit, flexibel, entschlossen und mutig

im Inland sowie im Ausland ihre Aufgaben erfüllen.

Die Südgrenze Österreichs war entblößt.

Ca. 30.000 Schützen, Mitglieder der örtlichen

Schützenkompanien, den freiwilligen Schützen

Kärntens, Salzburgs und der Steiermark besetzten

als Erste die Grenzberge und verteidigten diese

mit Hilfe des unverzüglich an die Dolomitenfront

kommandierten Deutschen Alpenkorps

Weiterführende Informationen zum Thema Kaiserjäger

finden sie z.B. im Internet: www.kaiserjaeger.at,

http://gebirgskrieg.heimat.eu oder im

Kaiserjägermuseum auf dem Bergisel bei Innsbruck.

Boris Kurnik, Vizeleutnant

13


Auslandseinsatz

AUCON 2

Das Bundesheer hat derzeit ein ca. 500 Mann starkes Infanteriekontingent im Rahmen der KFOR-Friedenstruppe

im Kosovo stationiert. Dieses Kontingent besteht aus einer Stabskompanie und zwei gehärteten

Jägerkompanien auf dem gepanzerten Mannschaftstransporter Pandur.

Für die kommende Rotation wird das Jägerbataillon 24 die Aufstellung und Ausbildung planen und durchführen.

Dies bietet sowohl Kaderpersonal als auch Angehörigen der Miliz die große Chance in ihrer Heimatgarnison

an der Einsatzvorbereitung teilzunehmen bzw. mit „bekannten Gesichtern“ einen Auslandseinsatz

zu absolvieren.

Zur Aufbringung der Kontingentsstärke suchen wir teamfähige,

einsatzfreudige, leistungsbereite, flexible, entschlossene

und mutige ÖsterreicherInnen, die mit uns die anspruchsvollen

Aufgaben der KFOR bewältigen wollen.

Interessenten haben in weiterer Folge eine schriftliche Freiwilligenmeldung abzugeben und sich einer Eignungsüberprüfung

zu unterziehen, bei der eine entsprechende körperliche und psychische Belastbarkeit

nachgewiesen werden muß. Die Geldleistung für diesen Einsatz beträgt netto über € 2500 monatlich für

einen Rekruten und steigt je nach Dienstgrad.

Die Altersgrenzen liegen bei 50 Jahren für Rekruten, Chargen und bei 65 Jahren für Unteroffiziere und Offiziere.

In bestimmten Verwendungen sind Englischkenntnisse absolut erforderlich. Sonstige Kenntnisse über

Sprachen im Einsatzraum sind von Vorteil.

Wenn Sie Fragen zur Eignungsüberprüfung haben, stehen Ihnen die MitarbeiterInnen des Heerespersonalamtes

am Montag von 07.30 bis 19.00 Uhr und von Dienstag bis Freitag von 07.30 bis 16.00 Uhr unter der

Service Line 0810 810 161 zur Verfügung.

Derzeitige Rotationsabfolge:

14


9/KFOR

Kontakt:

Heerespersonalamt

Referat Personalaufbringung

KIOP-FORMEIN

Belgier-Kaserne

Straßganger Straße 171

8052 Graz

Fax: 050201/5017232

Tel.:050201/50264 41-49

WiKi

KFOR (Kosovo Force) ist die im Jahre 1999 nach

Beendigung des Kosovokrieges aufgestellte multinationale

militärische Formation unter der Leitung

der NATO. Ihr obliegt es, gemäß der vom

Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 10.

Juni 1999 beschlossenen Resolution 1244 für ein

sicheres Umfeld für die Rückkehr von Flüchtlingen

zu sorgen. Das Hauptquartier befindet sich

inPriština, der Hauptstadt des Kosovo.

Mit dem Ministerratsbeschluss vom 25. Juni

1999 und Zustimmung des Nationalrates vom 1.

Juli 1999 entsandte Österreich unter dem Kürzel

AUCON/KFOR ein Infanteriekontingent von 500

Soldaten in den Kosovo, wobei die reale Personalstärke

seither zwischen 400 und 500 Personen

schwankt. Dem österreichischen Kontingent ist

das schweizerische Pendant, die Swisscoy, unterstellt

und diese kombinierte Einheit wiederum ist

Teil der deutschen Brigade.

15


Ausbildung

Leistungsma

Auf der Jagd nach Gold bis in die Dunkelheit

… und noch weiter!

Die Ausbildung jedes Soldaten des Österreichischen

Bundesheeres sieht es vor, dass im dritten

Ausbildungsmonat erstmals eine große Zielüberprüfung

der bisher erlernten Ausbildungsinhalte

stattfindet. Diese Überprüfung findet im Rahmen

eines 2-tägigen Marsches statt, ist mit circa 40 km

Marschstrecke und den zu absolvierenden Stationen

normiert und nennt sich Gefechtsdienstleistungsbewerb,

kurz GLB.

16

Dass dies auch beim Vollkontingent des Hochgebirgs-

Jägerbataillon 24, dass im Jänner einrückte, durchgeführt

wurde ist eine Selbstverständlichkeit. Mit einem

kleinen Unterschied in der Durchführung: wir sind

Hochgebirgsjäger! Wir unterscheiden uns zwar nicht

grundlegend aber in Detailbereichen doch wesentlich

von „normalen“ Jägern. Die Anforderungen an einen

Hochgebirgssoldaten sind höher, die Aufträge fordernder.

Das hohe Leistungsniveau und vor allem die

hohe körperliche Leistungsbereitschaft, die der Dienst

als Hochgebirgsjäger mit sich bringt, sind einem meist

nicht in die Wiege gelegt und nur durch konsequente

und zielgerichtete Ausbildung zu erreichen. So wurde

das Vollkontingent des Einrückungstermins Jänner

2013, das in der Stärke von gesamt rund 180 Soldaten

bei zwei Kompanien des Hochgebirgs-Jägerbataillons

24, der 2. Jägerkompanie in St. JOHANN in TIROL und

der Kampfunterstützungskompanie in LIENZ einrückte,

vom ersten Tag weg entsprechend ausgebildet.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war bekannt, dass im April

der GLB auf die jungen Rekruten wartet. Nicht ein

normaler GLB, nein: ein Hochgebirgs-GLB!

Nach den ersten Wochen der Basisausbildung 1, in

der die Grundwehrdiener das Grundhandwerk des

Soldaten erlernten, konnte mit der gezielten Ausbildung

zum Hochgebirgsjäger begonnen werden. Die

Skibeweglichkeit wurde im Zuge einer spezialisierten

Truppengebirgsausbildung hergestellt, kaum war der

Schnee geschmolzen standen Märsche im Gebirge an

der Tagesordnung, die körperliche Leistungsfähigkeit

verbesserte sich stetig. Zwei Wochen vor dem GLB

begann dezidierte Vorbereitung auf die Inhalte der

Überprüfungsstationen und am 17. April 2013 war es

endlich soweit: Punkt 08:00 Uhr startete der Hochgebirgs-GLB

des Vollkontingents 1/13 in der HASPINGER-

Kaserne in Lienz.

Gesamt 104 Soldaten, 56 Soldaten aus LIENZ und 48

Soldaten aus St. JOHANN, gingen an den Start und

stellten sich den Herausforderungen. Marschiert

wurde im Gruppenrahmen, wobei die Marschgruppe

von einem Unteroffizier geführt wurde und sieben

Grundwehrdiener innehatte. Als erste Station galt es

die genormte Hindernisbahn, kurz HiB, geschlossen

als Gruppe zu überwinden. Wer diese schon einmal

absolviert hat – in Sportadjustierung – weiß, welch

körperliche Anstrengungen damit verbunden sind.

Wenn man jedoch bedenkt, dass beim GLB die HiB in

Kampfadjustierung inklusive Helm und Sturmgewehr

77, zu absolvieren ist, kann man erahnen, dass sich

die Anstrengung um ein Vielfaches steigert. Die Tatsache,

dass alle (!!!) 104 Soldaten die HiB überwanden,

ist beachtlich. Nach diesem kurzen „Aufwärmen“ in


sch

Die siegreiche Mannschaft. Kdt Wm Lamprecht

der HASPINGER-Kaserne startete der 1. Marschtag, an

dem es rund 17 km Marschstrecke mit grob tausend

Höhenmetern sowie fünf Überprüfungsstationen zu

absolvieren galt.

Entlang der DRAU und weiter über den GOGGSTEIG

führte die Strecke die Soldaten, die mit ca. 16 kg Rückengepäck

unterwegs waren, in den Nahbereich der

Dolomitenhütte. Dort wartete mit „Fernmeldedienst

inklusive Beobachten“ die erste Prüfungsstation, bei

der die Marschgruppe Funkgeräte in Betrieb nehmen

musste und unter Abstützung auf Karte und Bussole

Geländepunkte bestimmen musste. Über den KREIT-

HOF, wo die Station „Handgranaten-Zielwurf“ – jeder

Soldat musste eine Handgranate auf ein 10 m bzw.

15 m bzw. 25 m entferntes, 1,5 m im Durchmesser

messendes Ziel werden – zu absolvieren war, führte

die Marschstrecke weiter zur Kirche LAVANT, wo das

Highlight des 1. Marschtages wartete: Überwinden

des Dorfbaches mit einer Seilbahn, die durch die Heeresbergführer

und Heeresbergführer-Gehilfen der 1.

Jägerkompanie errichtet wurde. Zweifellos eine kleine

Mutprobe, doch die anfänglich angstdurchzogenen

Gesichter wichen blitzartig breitem Grinsen und der

Abenteuer- und Erlebnisfaktor war riesengroß. Über

WACHT führte die Marschstrecke weiter in den Raum

LAVANTER AUEN, wo der „Hauptakt“ des GLB am Programm

stand: die Gefechtsaufgabe. Hierbei wurden

das gefechtstechnische Verhalten der einzelnen Soldaten

sowie das Zusammenspiel innerhalb der Gruppe

bei der Erfüllung eines kurzen Auftrages überprüft.

Danach führte die Marschgruppe der Weg zurück auf

den Schießplatz LAVANTER FORCHA, wo das Nachtlager

errichtet, die Verpflegung selbst zubereitet und

die Nacht verbracht wurde.

Frühmorgens um 07:00 Uhr startete der 2. Marschtag,

an dem es rund 29 km Marschstrecke mit ca. 600

Höhenmetern sowie sieben Überprüfungsstationen

zu absolvieren galt, mit einem Wettkampfschießen

auf dem Schießplatz LAVANTER FORCHA. Entlang der

DRAU führte die Strecke die Soldaten nahe an die Ortschaft

OBERPIRKACH, wo gleich das Highlight des gesamten

GLB wartete: die Mutprobe. Passiv wurden die

Soldaten knapp 100 Meter, davon mehr als die Hälfte

überhängend, angeseilt. Selbst wenn man in diesem

Bereich routiniert ist, schlägt das Herz dabei höher,

denn diese Abseilstelle, ebenfalls errichtet durch die

Heeresbergführer und Heeresbergführer-Gehilfen der

1. Jägerkompanie, hatte es in sich. Selbst der stellvertretende

Brigadekommandant Oberst Hans GAISS-

WINKLER, der sich um Zuge der Dienstaufsicht selbst

ein Bild davon machte, konnte feststellen, eine derartige

Abseilstelle bei einem GLB noch nie gesehen

zu haben. Alle (!!!) Soldaten bewiesen Mut und trotz

anfänglichem Respekt waren Stolz und Zufriedenheit

groß, als man wieder festen Boden unter den Beinen

hatte.

17


Event

Die ultimate Veranstaltung in der dritten

Dimension

Himmelsstürmer

Nach dem atemberaubenden Erfolg der AIRPO-

WER11 kehrt die faszinierendste Airshow Europas

zurück in die Steiermark. Am 28. und 29. Juni

2013 zeigen die besten Staffeln und Solopiloten

am Fliegerhorst Hinterstoisser in Zeltweg wieder

ihr Können.

Sicherheit in der dritten Dimension

„Souveränität & Solidarität“ lautet das Motto der

AIRPOWER13, die durch das Österreichische Bundesheer

mit seinen Partnern, dem Land Steiermark

und der Red Bull GmbH, veranstaltet wird.

Die Aufrechterhaltung der staatlichen Souveränität

in der dritten Dimension als Kernaufgabe der

österreichischen Luftstreitkräfte sowie der Beitrag

im Rahmen des internationalen Krisenmanagements

sollen dabei hervorgehoben werden.

Faszinierendes Programm

Die Organisatoren des Österreichischen Bundesheeres

setzten wiederum alles daran, ein einzigartiges

Programm auf die Beine zu stellen. Die

besten Piloten werden mit ihren fulminanten

Darbietungen die Zuseher in Atem halten. Fliegerisches

Können gepaart mit modernster Technik

und perfekter Organisation – nicht umsonst zählt

18

die AIRPOWER zu den beliebtesten Luftfahrtveranstaltungen

weltweit.

Sicherheit hat oberste Priorität

In einem Bereich gibt es allerdings keine Kompromisse:

bei der Sicherheit. Ein ganzer Stab von

Experten ist bereits Monate davor beschäftigt,

für einen möglichst reibungslosen Ablauf vor,

während und nach der AIRPOWER zu sorgen. Das

beginnt beim Verkehrskonzept und endet bei den

fliegerischen Darbietungen. Sämtliche Vorführungen

in der Luft werden bereits vor der Veranstaltung

hinsichtlich Sicherheit der Flugmanöver

abgenommen. Verstöße gegen die Flugsicherheit

werden dabei mit Verwarnung (gelbe Karte) und

Ausschluss (rote Karte) geahndet. In Fragen der

Sicherheit gibt es keinen Handlungsspielraum.


Ausbildung

Über mehrere Orientierungspunkte im Bereich

NIKOLSDORF und LENGBERG ging es in die Nähe

des Gasthofes KAPAUN, wo die Kenntnisse im Bereich

der „Selbst- und Kameradenhilfe“ überprüft

wurden. Nach der Erstversorgung eines verwundeten

Soldaten galt es diesen über eine Strecke

von knapp einem Kilometer zu transportieren.

Nach bereits über 30 zurückgelegten Marschkilometern

kann man sich vielleicht vorstellen, welche

Höchstleistungen hier abverlangt wurden.

Die brütende Hitze trug ihren Teil dazu bei und

verlangten auf den letzten 16 Marschkilometern

zudem mentales Durchhaltevermögen der Soldaten.

Über GÖRTSCHACH und GÖDNACH, wo

bei der Station „Waffen- und Schießdienst“ die

Kenntnisse im Bezug auf das Sturmgewehr 77

überprüft wurden, ging es über DÖLSACH und

STRIBACH nach ALT-DEBANT, wo bei der Station

„Pionierdienst aller Truppen“ eine Schnellsperre

zu errichten war.

Der Countdown beginnt

Streng genommen hat er ja schon längst begonnen.

Schon seit Monaten laufen die Vorbereitungen

für diese Großveranstaltung. Grundsätzliche

Entscheidungen sind zu treffen und eine Unzahl

von Verträgen möglichst wasserdicht abzuschließen.

Am Ende der Herausforderungen sollen

die erwarteten 300.000 Besucher fasziniert und

von der Leistungsfähigkeit unserer Fliegerkräfte

überzeugt nach Hause gehen. Da es sich bei der

Veranstaltung AIRPOWER13 um eine Öffentlichkeitsarbeit

des Bundesheeres handelt, ist auch

heuer der Eintritt wieder frei. Lediglich für die

Parkflächen, die vom Bundesheer angemietet

und betreut werden, wird ein Unkostenbeitrag

eingehoben.

Ob der Stehzeiten, die sich für die hinteren

Marschgruppen bei der Station „Mutprobe“ ergaben

und unausweichlich waren, war hier bereits

die Dunkelheit eingebrochen – der Motivation

konnte dies auf den letzten Kilometern nichts anhaben.

Die letzte Station, ABC-Selbstschutz, im

Bereich Sportplatz NUßDORF, stellte keine große

Herausforderung mehr dar und auf den letzten

Kilometern bis zum Ziel in der FRANZ JOSEF-Kaserne

holten die Soldaten noch einmal alles aus

sich heraus. Auf diesem Abschnitt konnten nämlich,

je schneller er bewältigt wurde, Bonuspunkte

erreicht werden, und so gingen die Marschgruppen

noch einmal ans Limit – und das nach

über 40 Marschkilometern und 1600 Höhenmetern.

Zwar waren hier Schmerzen unumgänglich,

aber das Ziel vor Augen und die Chance auf Gold

ließen diese in den Hintergrund treten.

So erreichte die erste Marschgruppe, angeführt

von Wm Lukas LAMPRECHT, bereits gegen 16:00

Uhr das Ziel, und die letzte Gruppe traf gar erst

gegen 22:30 Uhr ein. Jeder einzelne Soldat ging

ans Limit und haderte of mit sich selbst und seinem

Schicksal, aber im Ziel überwogen grenzenloser

Stolz, Zufriedenheiten und gegenseitiger

Respekt. Die Siegerehrung des GLB des Vollkontigents

2013 fand am Folgetag im Rahmen des

Traditionstages des Hochgebirgs-Jägerbataillons

24 statt. Gesamt konnte ein Punktemaximum von


Ausbildung

3000 Punkten erreicht werden, wobei bis 2700

Punkten das GLB-Leistungsabzeichen in GOLD,

bis 2400 Punkten das GLB-Leistungsabzeichen

in SILBER und bis zu 2100 Punkten das GLB-Leistungsabzeichen

in BRONZE verliehen wurden.

Im Beisein zahlreicher Fest- und Ehrengäste

konnten insgesamt 4 Marschgruppen mit GOLD,

5 Marschgruppen mit SILBER und 2 Marschgruppen

mit BRONZE ausgezeichnet werden.

Hindernisbahn: Teamwork in der „Löwengrube“

Gewonnen wurde der GLB

durch eine Marschgruppe

der KUKp aus LIENZ, geführt

von Wm Lukas LAMPRECHT.

Den zweiten Platz erzielte

eine Marschgruppe der 2.

Jägerkompanie aus St. JO-

HANN unter Kommando von

Wm Thomas MÖSENLECH-

NER.

Platz 3 ging wiederum an

eine Marschgruppe der

KUKp aus LIENZ, die von Wm

Johann ENTSTRASSER geführt

wurde.

Zusammenfassend lässt sich

sagen, dass die jungen Rekruten

des Vollkontingents

1/13 der 2. Jägerkompanie

und der Kampfunterstützungskompanie

des Hochgebirgs-Jägerbataillons

24 eine beachtliche Leistung boten. Bei den Stationen

stellten sie ihr Können und Wissen unter

Beweis und am Marsch bewiesen alle Teilnehmer

körperliche und mentale Durchhaltefähigkeit.

Gratulation der Siegergruppe. v.l. Wm Lukas Lamprecht,

LA Andreas Kröll.

Und um einen Grundwehrdiener der KUKp zu zitieren:

„Auch wenn es weh getan hat, Herr Leutnant,

war das das geilste, was ich jemals gemacht

habe!“ Bei uns Hochgebirgsjägern in Lienz ist der

Grundwehrdienst halt immer noch attraktiv und

innovativ.

BERG HEIL!

20

Alexander Böhm, Leutnant

Handgranatenwurf in verschiedenen Körperhaltungen.


Seilbahn über den Lavanter Bachgraben.

Feldlager nahe des Schießplatzes Lavant.

Nur gemeinsam bewältigbar: VerwTransp

…aus dem Grundwehrdienstleben

Nach reiflichen Überlegungen, wie man die Zeit beim Bundesheer interessant und sinnvoll verbringen könnte, entschied

ich mich letztendlich für das Hochgebirgsjägerbataillon in LIENZ. Einrückungsturnus Jänner 2013. Dort versehe ich seither

meinen Dienst beim Fernmeldezug der Stabskompanie. Für

mich war es wahrlich ein überlegter Schritt, denn schließlich

komme ich nicht wie viele meiner Kameraden aus dem

Raum Tirol, sondern meine Heimat liegt 270 km und drei

Autostunden entfernt – in GMUNDEN am Traunsee. Für

die Ausübung eines meiner Hobbys und um ein wenig von

meinen Eltern wegzukommen, ist dies ein guter Platz, dachte

ich mir. Ob ich mich ohne den Grundwehrdienst jemals nach

Lienz verirrt hätte, wer weiß?!

Der Wind ist mein Hobby! Mit Segel n und Paragleiten

verbringe ich meine Freizeit.

Paragleiten ist eine Leidenschaft, die ich vor zwei Jahren

begonnen habe und heute für mich nicht mehr wegzudenken

ist. Die Bedingungen hier in Osttirol sind sehr gut, so gehe

ich oft nach Dienst eine Runde Fliegen, nur um meine

Sehnsucht zu stillen.

Die Leidenschaft für das Segeln ergriff mich schon viel früher. Bereits als Kind nahm ich österreichweit an Segelregatten

teil. Derzeit segle ich mit dem Laser im Landesleistungskader um die vorderen Plätze mit. Trainiert wird am Wochenende

und im Trainingslager, welches dieses Jahr in IZOLA (SLO) stattfand. Der Erfolg dieser Strategie spricht für sich, so

belegte ich heuer bei schlechtem Wetter, aber guten Windbedingungen, bei der ersten Inland-Regatta bei RUST am

Neusiedlersee den sehr guten zweiten Platz.

Felix Hoff, Rekrut


Ausbildung

Trainer, dieser dehnbare

und weit verbreitete

Begriff,

wurde in den vergangenen

Jahren sehr inflationär

verwendet.

So sprießen beispielsweise

Ernährungstrainer,

Sprachtrainer,

Wellnesscoaches, Lebenscoaches und -Innen wie

Unkraut aus dem Boden. Ganz von der traditionellen

Seite hingegen zeigte sich der Kurs zum

Bundesheersportausbildner „Trainer“, welcher im

sportlichen Kriterien ohne größere Überraschungen.

An die dreißig Teilnehmer wurden für den

Kurs zugelassen und stellten sich der fordernden,

aber durchaus sehr interessanten Ausbildung.

Neben den militärischen Paradesportarten, wie

der Militärische 5-Kampf und Orientierungslauf,

waren Laufen, Schwimmen und Langlaufen jene

Sportarten, welche intensiver gelehrt wurden.

Um die zwei Monate abwechslungsreicher zu

gestalten, wurde nicht nur der Inhalt der Ausbildung

wöchentlich gewechselt, auch bei den Ausbildungsstätten

stützte man sich auf bewährte

militärische und zivile Liegenschaften. Die militärischen

Kernelemente wurden im Ausbildungszentrum

SEEBENSTEIN und am Truppenübungsplatz

HOCHFILZEN vermittelt. Das Highlight für

viele Teilnehmer war jedoch – aufgrund der für

Fachkräfte für die

Herbst 2012 zum 50igsten Mal erfolgreich durchgeführt

wurde.

Für mich war es anfangs eine Freude, als ich den

Kursbefehl in den Händen hatte. War es mir doch

schon immer ein persönliches Anliegen, mich

über Methoden der Trainingsgestaltung weiterzubilden

und diese am besten am eigenen Körper

auszutesten. Frei dem Prinzip der operanten Konditionierung

nach THORNDIKE – Trail and error!

Dieses fungierte Wissen nun in komprimierter

Form von österreichischen Trainer- und Sportgrößen

vermittelt zu bekommen, gleicht an einer Genialität,

die seinesgleichen sucht.

Der Kursbefehl und der Name auf der Teilnehmerliste

sind nur die formellen Kriterien für eine

Teilnahme. Zuvor galt es die sportliche Hürde – 35

Lehrbuch Liegestütze, 2400m unter 9:30 Minuten

sowie die Hindernisbahn in der Standardtechnik

– zu meistern. Mit dem Wissen, dass die beiden

letztgenannten Aufnahmekriterien keine allzu

großen Herausforderungen darstellen würden,

begann ich mit den Liegestützen. Zum Verständnis

– unter Ausdauersportlern, wie mir, sind die

Liegestütze aufgrund ihrer Eigenart gefürchtet,

da diese kaum bis nie im Vorfeld spezifisch trainiert

wurden. Letztendlich meisterte ich auch die

Spitzensportler und

„angehenden Trainer“

nahezu perfekten

Trainings-,

Lehr- und Verpflegungsmöglichkeiten

- der Aufenthalt im

Bundessport- und

Freizeitzentrum

SCHIELLEITEN. Hier

hatten wir erstmals die Möglichkeit, sich mit dem

„Military Fitness“ (MILFIT) Programm zu beschäftigen.

Dass alte Autoreifen sich hervorragend für

ein intensives Training eignen würden, glaubte

vor Beginn des Ausbildungsabschnittes niemand

– aber wir wurden eines Besseren belehrt! Diese

Intensivität spiegelte sich bei etlichen Teilnehmern

in einem mittelschweren bis schweren

„Ganzkörper“-Muskelkater wider.

In Zusammenarbeit mit der Bundessportakademie

GRAZ, unter der Leitung von Herrn Mag.

Wolfgang FRÜHWIRTH, wurde der wissenschaftlich/zivile

Teil vermittelt. In diesen vier Wochen

standen unter anderem die Fächer Bewegungslehre,

Anatomie, Sportverletzungen, Ernährung

und viele weitere Themen an der Tagesordnung.

Die Zeit im Lehrsaal wurde allmählich zu kurz

22


Körperausbildung

um all den gelehrten Stoff auch wirklich zu verstehen

und diesen bei der abschließenden kommissionellen

Prüfung widergeben zu können. In

dieser Phase war der Zusammenhalt innerhalb

des Kurses besonders hoch. Die Harmonie, die

gegenseitige Unterstützung zwischen Chargen,

Unteroffizieren und Offizieren. „Dienstgradunabhängige“

Lerngruppen bildeten sich, immer mit

dem gemeinsamen Ziel vor Augen: Den staatlich

geprüften Trainer für allgemeine Kondition bzw.

auf militärischer Seite den Bundesheersportausbilder-Trainer.

BH Sportlehrer

BH Sportausbilder Trainer

BH Sportausbilder Lehrwarte

Übungsleiter für Körperausbildung

7. Semester

7. Wochen

3. Wochen

2. Wochen

siehe DVBH, KA, Teil1, Allgemeine Grundlagen,

Abb.3)

Markus Maier, Hauptmann

WiKi

Fachkräfte für die Körperausbildung beim Österreichischen

Bundesheer

Die Körperausbildung beim Österreichischen

Bundesheer umfasst folgende Qualifikationsschritte:

Bundesheer-Sportlehrer

Bundesheer-Sportausbilder Trainer

Bundesheer-Sportausbilder Lehrwarte

Die höchste Qualifizierungsstufe, der Bundesheer-Sportlehrer,

setzt einen entsprechenden

Arbeitsplatz voraus. Des Weiteren ist eine erfolgreich

abgeschlossene Ausbildung zum staatlich

geprüften Sportlehrer oder ein abgeschlossenes

Studium der Sportwissenschaften oder

Leibeserziehung notwendig. Die Bestellung zum

Bundesheer-Sportausbilder ist der erfolgreiche

Abschluss der Ausbildung zum staatlich geprüften

Trainer bzw. Lehrwart in Zusammenarbeit

zwischen dem BMLVS und den Bundesanstalten

für Leibeserziehung bundesgesetzlich geregelt.

Soweit die Fachkräfte Verantwortung in der Körperausbildung

tragen, ist eine entsprechende

Fortbildung in regelmäßigen Abschnitten notwendig.

23


Der Sommerhitze eine Beinlänge voraus –

Die neuen Hosen von 5.11

Wien | Graz | T 0 50 678 0 | E kundenservice @ steinadler.com | I www.steinadler.com

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