Hochhaussanierung, Freiburg - Hörmann KG

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Hochhaussanierung, Freiburg - Hörmann KG

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Ökonomisch denken – ökologisch handeln:

Hochhaussanierung, Freiburg

Steinhagen, September 2011. Nach diesem Prinzip hat

die Freiburger Stadtbau FSB ein Hochhaus von 1968 auf

Passivhausstandard modernisiert. Im Zuge der Bauarbeiten

wurden Mietwohnungen verkleinert, Grundrisse

umorganisiert und durch Flächengewinn das Mietangebot

um 49 Wohnungen erweitert. Nach der mit öffentlichen

Mitteln geförderten Sanierung profitieren die Mieter

sowohl von der verbesserte Wohnqualität, aber auch

finanziell, da sich die Mieten trotz umfangreicher Maßnahmen

nicht verteuert haben und dazu auf lange Jahre

Stabilität versprechen.

Heute ist das 16-geschossige Hochhaus in der Buggingerstraße

50 eine Vorzeige-Immobilie mit weltweitem Vorbildcharakter.

Vor der Sanierung bot das Gebäude, wie die

meisten Gebäude im Sanierungsquartier Weingarten-West,

die Tristesse des standardisierten Wohnungsbaues aus den

1970er Jahren: Langweilig-monotone und inzwischen verblichene

Vorhangfassaden. Ein abschreckend hässlicher Eingang

sowie abgenutzte Treppenhäuser und Lifte. Die Mieter

in den veralteten Wohnungen klagten über zugige Fenster,

mangelhafte Heizungen, unzeitgemäße Badezimmer, hellhörige

Wohnungstüren und schlecht nutzbare Balkone, die

statt dem erholsamen Aufenthalt vielfach als Rumpelkammer

dienten. Die offizielle Bestandsaufnahme geht ins technische

Detail: Minimale Wärmedämmung, immenser Energieverbrauch,

eine komplett veraltete Elektroinstallation, die,

wie auch die beiden Aufzugsanlagen nicht mehr den Sicherheitsstandards

entspricht und eine reparaturanfällige Sanitär-

und Heizungsinstallation.

Dies waren klare Zeichen für eine Vollsanierung. Der Architekt

Roland Rombach aus Kirchzarten betrachtete die Situation

zugleich als Ausgangsbasis für das Herstellen einer

zeitgemäßen Wohn- und Immobilienwertsteigerung. In seinem

umfassenden Sanierungskonzept schlug er vor, die

nicht mehr marktgerechten, weil zu großen, 2- und 3-

Zimmer-Wohnungstypen zu verkleinern und komplett umzuorganisieren.

Für die Gewinnung zusätzlicher „Indoor“-

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Wohnfläche sollten überdies die vorhandenen Balkone eingehaust

werden. Der beachtliche Zuwachs an Wohnungen –

heute 139 statt zuvor 90 – und die um rund 1000 Quadratmeter

erweiterte Gesamtwohnfläche erleichterten die Finanzierung

des rund 13 Millionen Euro teuren Projekts. Parallel

dazu reduzierten die verkleinerten Wohnungsflächen das

Kostenniveau für Miete und Nebenkosten. Dies sogar zuverlässig

auf längere Sicht, weil der Faktor Heizenergie künftig

nicht mehr so stark zu Buche schlägt.

Mit der Flächenverkleinerung einher, ging eine komplette

Umorganisation der Grundrisse. Die Wohnräume wurden,

dem Licht entgegen, bis zur Außenkante der ehemaligen

Balkone nach außen verschoben. Neue Balkone in gut nutzbarer

Größe wurden, thermisch getrennt, vor die teilweise

neuen Aussenwände gebaut. Küchen, Bäder und Nebenräume

wanderten in die dunkle Innenzone. Der bauliche

Aufwand war entsprechend hoch: Das Gebäude musste

total entkernt, alte Türoffnungen mussten zubetoniert, neue

in die Stahlbetonwände gesägt werden. Das galt ebenso für

die Durchbrüche der vertikalen Leitungsschächte. Unterzüge

einziehen, Fensterebenen verlagern, Fassadenzonen öffnen

und schließen – je höher der konstruktive Gesamtaufwand

wurde, umso kleiner wurde der rechnerische Anteil der

energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Vor diesem Hintergrund war es ein konsequenter Schritt zur

bundesweit ersten Modernisierung eines Hochhauses auf

Passivhausniveau. Für das Pilotprojekt konnten öffentliche

Mittel beschafft werden und eine Begleitung des Projekts

durch das ortsansässige Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme

ISE. Wegen der nahezu kompletten Fassaden-

Erneuerung hielt sich der Mehraufwand gegenüber einer

energetischen Standardsanierung in konkreten Grenzen. Für

die geschlossene Fassade wurde ein U-Wert von 0,15

W/(m2K) festgeschrieben, für das Dach U = 0,19 W/(m2K).

Die dreifach verglasten Fenster erreichen U = 0,7 W/(m2K).

Mit zum Passivhaus-Konzept gehören die Kellerdeckendämmung

mit U = 0,15 W/(m2K), die Luftdichtheit der Gebäudehülle,

das Eliminieren von Wärmebrücken, eine Lüftungsanlage

mit Wärmerückgewinnung sowie eine neue

Niedertemperatur-Heizung mit Vorlauftemperatur 50 °C, die

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an das Fernwärmenetz angeschlossen bleibt. Nach der Modernisierung

hat sich der Energieverbrauch für die Heizung

von 68 kWh/m 2 a um 78 Prozent auf 15 kWh/m 2 a vermindert.

Heute präsentiert sich das Gebäude in einem freundlich hellen

Farbgewand. In die harmonisch geordnete Gebäudestruktur

setzen die Sequenzen der auskragenden Einzelbalkone

wechselhafte Farbakzente. Das Eingangsportal wurde

einladend und barrierefrei gestaltet, wie auch die stirnseitig

belichteten langen Erschließungsflure. Dort tun in allen 16

Geschossen Flur- und Treppenhaus-Brandschutzabschlüsse

von Hörmann ihren Dienst. Sie gehören mit zum zeitgemäßen

Sicherheitskonzept eines inzwischen international beachteten

„Modell-Gebäudes“, das gegenüber vielen Wohnungsbau-Neubauten

die Nase vorn hat.

Objekt:

Umbau und Sanierung zum Passivhaus

Hochhaus Buggingerstraße 50, Freiburg

Bauherr:

Freiburger Stadtbau GmbH (FSB)

Planung:

Architekturbüro Roland Rombach, Kirchzarten

Bauphysik:

Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE, Freiburg

Brandschutz:

Brandschutzconsult Ettenheim

Brandschutzabschlüsse:

Hörmann KG, Steinhagen

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Förderung:

Förderprogramm „Energieeffiziente Stadt“ Bundeswirtschaftsministerium

Förderprogramm „Soziale Stadt“ – Bund, Land BW und

Kommune Freiburg

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Bilder und Bildunterzeilen:

Bild 1

Gegenüber der abweisend-düsteren Eingangsfront von ehedem…

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Bild 2

…führt nun barrierefrei ein lichter, einladend gestalteter Gebäudezugang

in das großräumige Erdgeschoss-Entree.

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Bild 3

Aus alt mach neu: Durch die Verkleinerung der Wohnungen

und die Einhausung der Balkonflächen erhöhte sich die Anzahl

der Wohnungen von 90 auf 139.

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Bild 4

Adrett von allen Seiten: Aus einer monotonen Wohnkiste ist

ein wohl proportioniertes Hochhaus mit dezent abgestimmter

Farbgebung geworden.

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Bild 5

Das Farbkonzept beruht auf einer hellweißen Hintergrundfarbe

und gezielt gesetzten abgestuften Farbakzenten.

Bild 6

Auch im Kellergeschoss setzten die Architekten mit farbigen

Multifunktionstüren von Hörmann Akzente.

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Bild 7

Brandabschnitte: Als Abschluss entschieden sich die Architekten

für großflächig verglaste Feuerschutztüren aus einer

Aluminium-Rohrrahmenkonstruktion mit Seitenteil, um dem

schmalen Flur großzügiger erscheinen zu lassen.

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Bild 8

Durch die thermisch getrennten Anbau-Balkone erhalten die

Fassaden eine scharf gezeichnete grafische Komponente.

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Bild 9

Passivhaus mit 16 Geschossen: Auch in der Abendstimmung

zeigt sich die neu gewonnene Wohnlichkeit des modernisierten

Hochhauses aus den 1970er Jahren.

Fotos: Hörmann

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