Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

DOKTOR STROPHANTUS: Geh jetzt und mach dich

Ich kenn' dein Herz, weiß, wie es war,

du bist zu leicht gerührt und weich.

unsichtbar

Siehst du, da weinst du wieder gleich.

MÜLLER MAIER: Lebt wohl!

DOKTOR STROPHANTUS {voU Mitleid):

{Er schiebt

mir aus allen

ihn zur Türe hinaus.)

Solch guten Mann hab' ich noch nie gefunden.

Auf seine Seele kann man bauen,

Und blut

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Wunden!

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ich möcht ihm alles anvertrauen:

Welch edles Herz, welch zarter treuer Sinn

ADELGUNDE {ihn unterbrechend): Verzeihung, daß ich

noch am Leben bin

Ich denke, Sie sind meinetwillen hier.

Mein Mann ist ganz gesund, stark wie ein Stier.

Ich bin die Kranke hier, mich gilt's zu heilen.

DOKTOR STROPHANTUS: Ich weiß. Doch solche

Fälle muß man teilen.

Wenn von zwei Gatten einer schwer erkrankt,

sogleich

des anderen Gesundheit schwankt.

ADELGUNDE: Was sagen Sie?

DOKTOR STROPHANTUS:

Ihr Mann ist krank wie Sie und angesteckt.

ADELGUNDE: Stina, hörst du? Da muß ich

Mein Mann soll

krank sein.

Ob es Sie gleich erschre

lachen.

Sie haben recht,

ist

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Ihr guter Mann

äußerlich noch ganz gesund,

STINA {tief lachend): Was sind das für Sachen

War' ich so krank, ich wäre froh!

Er ist so fhnk noch wie ein Floh.

ADELGUNDE: Und hegt nicht fest und angeschraubt.

STINA: Ich glaub, daß er das selbst nicht glaubt,

auch wenn es ihm ein Doktor sagt.

ADELGUNDE : Man ist nicht krank, wenn man nicht klagt.

DOKTOR STROPHANTUS: Das kommt auf die Gemütsart

an.

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