Ernste Schwänke; vier Einakter

booksnow2.scholarsportal.info

Ernste Schwänke; vier Einakter

^

MÜLLER MAIER: Was? Dreizehn Reifen? Geh! Du

machst nur Scherz.

DOKTOR STROPHANTUS: Sie sind bald schon wie

Butter abgetropft.

Das härtste Fleisch hab' ich schon mürb geklopft.

Noch eine Prüfung, und es ist geschehn.

Du wirst sie gehen, ja selbst tanzen sehn.

MÜLLER MAIER: Versuche Gott im Himmel nicht,

(ängstlich) und tu nicht mehr als deine Pflicht!

Jetzt fährt der Schrecken mir in meine Glieder.

Paß gut auf!

DOKTOR STROPHANTUS: Verschwinde!

Dort kommt sie wieder.

{MÜLLER MAIER verschwindet nach links. STINA hat

ADELGUNDE wieder hereingeschoben.)

ADELGUNDE: So, Stina, laß uns jetzt allein!

Ich will

zu zweit mit dem Herrn Doktor sein,

's ist sonderbar, wenn ich ihn seh',

tut mir kein Glied am Leib mehr weh.

STINA (frech): Was! Ich soll gehn? Das könnt Euch

ich hab' Euch nie allein gelassen,

nicht einen AugenbHck in all den Jahren,

passen,

f

denen ich mich krumm an Euch gefahren.

ADELGUNDE: Ich bitte Sie, Herr Doktor, mich zö"

in

Drum werd' ich wohl auch jetzt nicht stören

imd kein . Geheimnis von Euch hören!

schützen.

STINA (wütend) : Ihr schickt mich fort ! Ich kann Euch

nicht mehr nützen.

Ihr wollt allein sein. Ich verstehe schon,

Ihr arme Kranke! 's ist der reinste Hohn.

Ich lahme nicht, selbst nicht am Ohr,

und hiermit komm' ich Euch zuvor.

Ich danke noch für weitre Fälle

und kündige hiermit meine Stelle.

Ihr habt mich lang schon schikaniert,

seht, wer Euch durch die Welt kutschiert.

Ihr seid sehr schwer,

daß Ihr es wißt,

wie einer, der nichts tut, nur frißt.

98

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine