Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

ADELGUNDE {zurückfallend): Ich kann nicht, ich bin

steifer als ein Brett.

Seit dreizehn Jahren Heg' ich lang im Bett.

DOKTOR STROPHANTUS: Man muß das Gehn stets

In meinem Beisein kann ja nichts passieren:

lam PHnius antiquus docet:

Praesenti medico nihüimi nocet.

ADELGUNDE :

wieder neu probieren.

Das fremde Zeug hab' ich all eingenommen.

Es ist mir immer schlechter nur bekommen.

Was winken Sie denn mit dem Taschentuch?

DOKTOR STROPHANTUS: Ich mache Wind zum neuen

Seelenflug,

(stark) Sie können gehen. Hier ist meine Hand!

Der Geist des Widerspruchs ist weggebannt.

ADELGUNDE {sie entsteigt dem Fahrstuhl) : Wie wundersam!

Ich hör' Musik. Ich glaub',

ich war die letzten dreizehn Jahre taub.

Oh, halten Sie mich auf!

Ich werde fallen.

DOKTOR STROPHANTUS (sie auffangend) : Sie haben

mir noch nie so gut gefallen.

Ganz langsam!

{Er führt sie herum und singt mit zur Musik der Spieluhr

nebenan.)

Eine, zweie, drei und vier!

Gehn ist ein Studium. Nun drehen wir!

ADELGUNDE: Mir ist

und lernte

tanzen.

zumut, als war' ich wieder klein

DOKTOR STROPHANTUS: Bald geht's schon allein.

{MÜLLER MAIER kommt unendlich erstaunt von links.)

MÜLLER MAIER: Sie geht, wie meine Spieluhr aufgezogen.

Sie tanzt. Weiß Gott! Gleich kommt sie angeflogen.

Wie hast du, Wundermann, das angefangen?

Seit dreizehn Jahren ist sie nie gegangen.

DOKTOR STROPHANTUS: Nimm sie! Und seid so

{Er führt sie

ihm zu.)

glücklich wie es geht!

lOi

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