Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

Das alte Aas, der Rembrandt, will nicht rutschen!

Wer Pech hat, dem klebt's an noch nach dem Tode.

JUANITA: Sprich nicht von Sterben! Das macht mich

marode.

DER KUNSTHISTORIKER: Mich auch. —

{Er nimmt sich ein Praline.)

Die Schokolade ist

nicht schlecht,

und besser als ein Rembrandt, der nicht echt.

BRUNO: Ihr Urteil wackelt mir letzthin zu sehr:

Erst schreit ein Bild, dann sagt es gar nichts mehr.

DER KUNSTHISTORIKER: Der Rembrandt, den Sie

hinten hängen haben,

der lebt noch, Heß sich nicht en masse begraben,

zu London haust er, ist ein alter Jude

und hat seit Jahren eine Bilderbude,

darin er wacker alte

Meister fälscht.

BRUNO: Nu hör bloß wieder, wie er kauderwelscht!

JUANITA (verlegen): Es gibt auch unter Juden gute

Leute.

DER KUNSTHISTORIKER: Kinder, ist das ein wüster

Schwindel heute!

Mich wundert —

BRUNO: Nicht so laut, wenn es behebt!

DER KUNSTHISTORIKER : Nur eins, daß es noch echte

Büder gibt!

Sie sind bald ausgestorben, ganz bestimmt.

BRUNO: Daß die Regierung ihn nicht endlich nimmt!

DER KUNSTHISTORIKER: Wen? Ihren Rembrandt?

Ja, das war' schön schlau I

BRUNO: Ich bitt' Sie, imterhalten Sie meine Frau!

DER KUNSTHISTORIKER: So tief sind wir denn doch

noch nicht gesunken.

Zwar die da oben, die Geheimen Unken,

die unterscheiden leider

nicht eine

allzumal

Flora vom Latemenpfahl,

kein Kinderhemd von einer Federskizze!

BRUNO: Mensch, lassen Sie die ungewaschnen Witze!

DER KUNSTHISTORIKER (vertraulich): Wie wär's,

wenn Sie ein wenig springen lassen?

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