Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

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DER MALER {kommt, außer Atem): Puh! Gestern abend

kam ich kurz nach Torschluß,

Wo ist der Kerl? Mein Lieblingswort heißt Vorschuß.

JUANITA {guckt,

halb umgezogen, mit dem Kopf herein)

Pst! Still! Der Rembrandt wird verkauft. Drum Ruhe!

{Sie

verschwindet.)

DER MALER: Nu leg'

Der Rembrandt wird verkauft! Der falsche Schinken!

Und nichts von mir! Das ist zum Firnistrinken.

BRUNO {kommt wieder von hinten):

Den hat der Doktor schon für dich gesoffen.

Wo ist die Lupe?

{Er sucht auf dem Tisch herum.)

DER MALER: Das hab ich getroffen!

Heut, alter Kerl, läßt du dich nicht mehr lumpen.

Du wirst mir zwanzig, dreißig Märkchen pumpen.

Ich brauche Kremser Weiß, weiß ist die Welt,

auf Weiß sind alle

dich zu den Motten in die Truhe!

Farben aufgestellt.

Weiß seh ich alles, was sich rings bewegt.

BRUNO {herumkramend) : Wo hab' ich nur die Lupe hingelegt

?

Wie sieht's hier wieder aus! Es ist zum Winseln,

man könnte ein Stilleben daraus pinseln:

Haarnadeln, Strümpfe, Pralines, Pomade,

ein Veilchenstrauß, Parfüm, und Schokolade,

nur kein Vergrößerungsglas!

DER MALER: Das such' ich auch.

Wo bleibt mein Geld? Klopf dir mal auf den Bauch,

ob nichts herausfällt, du mein Lebensretter!

(BRUNO ist zu dem Tisch, an dem die Engländer sitzen,

gegangen.)

DER ENGLÄNDER {sagt wie vorhin) : Dreihundertzehn

BRUNO: Vierhundert! Donnerwetter!

Die bleiben zäh. — Da liegt die Lupe ja.

DER KUNSTHISTORIKER: Sie haben Glück: Lupus in

fabula.

BRUNO: Au! Solche"Witze'können Sie nur machen.

DER KUNSTHISTORIKER: Sie sind selbst unzufrieden,

wenn Sie lachen.

M

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