Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

Du stehst mir ja schön bei, das muß ich sagen,

die alten Esel sollen uns erschlagen,

wie man sie einst mit wieder altern schlug.

Die Alterspest geht schon bis zmn Betrug.

Erst wenn ein Bild beinschwarz geworden ist,

imd man nichts mehr drauf sieht, kauft's Jud und Christ.

In hundert Jahren wird man mich bezahlen,

wenn andre Leute meine Bilder malen.

Und du siehst alledem gemächlich zu.

DER KUNSTHISTORIKER: Rindvieh!

DER MALER: Sprichst du mit dir?

DER KUNSTHISTORIKER: Du Büffel, du?

DER MALER : Ich ließ dich leider gestern abend warten.

DER KUNSTHISTORIKER: Tapir!

DER MALER: Bin ich ein zoologischer Garten!

DER KUNSTHISTORIKER :

Man könnte fünf aus deiner

Dummheit gründen.

Du magst mit Kongokaffem dich verbünden!

Da red' ich hier nur Schwielen in die Zunge

verpuste meine letzte halbe Lunge

für dich und dein Kitschbild, die Danaiden,

die Ärmsten, denen dieses noch beschieden

zu ihrem ewigen Wasserschleppen, grade

wollt' er es kaufen —

DER MALER: Das ist jammerschade!

DER KUNSTHISTORIKER: Da fiel dein blöder Brief

mir in den Rücken.

DER MALER: Ich war verzweifelt!

DER KUNSTHISTORIKER: Solche dummen Tücken!

DER MALER: Wir Maler sündigen immer, wenn wir

schreiben.

DER KUNSTHISTORIKER: Dir wird vom Bild jetzt

wenig übrigbleiben»

da du ihm soviel Provision versprochen.

DER MALER : Ich merk's, ich bin aufs Sikkativ gekrochen.

DER KUNSTHISTORIKER: Er hat bisher sehr schlau

dich schlecht

dich ausgehungert und dich eingeengt.

Nun wird er bald wohl besser dich plazieren!

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