Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

!

Ich kenn' dich, wenn du vor dem Spiegel bist. —

Ob man ihm einen Imbiß bietet, frag' ich?

DER ENGLÄNDER {wie vorhin): Dreihundertzwanzig!

BRUNO: Nein, vierhundert, sag' ich!

DER KUNSTHISTORIKER (neugierig) : Kauft er den

Rembrandt an?

BRUNO: Soll ich das wissen!

DER KUNSTHISTORIKER: Was hüpfen Sie?

ein

Hat sie

Floh gebissen?

BRUNO: Ich könnte wieder beten! Solch ein Kauf,

ich glaube fast, der juckte Sie selbst auf.

Drei Schritte vorwärts erst, und jetzt zurück ! {er macht es so.)

Mein Vater selig hatte damit Glück!

{Wieder zurück.)

DER KUNSTHISTORIKER: Der Mann wird noch verrückt

an dieser Sache.

DER MALER: Und all das um ein falsches Büd. Ich

lache

DER KUNSTHISTORIKER: Da kommt die Frau schon.

DER MALER:

Gottes Gut' und Graus!

Wie sieht das alte Weib denn heute aus?

DER KUNSTHISTORIKER: Sie könnte fast ein echter

Rembrandt sein.

JUANITA {nach hinten sprechend):

Versteht Ihr nicht, vom besten Morgenwein!

{Aufgeregt nach vorn kommend.)

Ist Bruno noch nicht hier? Ich sage ja,

zimi wichtigsten bin ich stets

Nicht wahr, so könnt ich

pünktlich da.

vor dem Papst bestehn?

DER KUNSTHISTORIKER: Sie könnten als die Tugend

selber gehn.

Ich habe nie gewußt, wie Schwarz Sie kleidet,

ich bin ganz überrascht, mein Auge weidet

sich gar nicht satt! Welch vornehme Gebärden!

Sie müßten wahrlich noch zur Witwe werden

um dieser Farbe willen.

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JUANITA: Nein, Sie schmeicheln!

DER KUNSTHISTORIKER: Man hält kaum an sich, um

Sie nicht zu streicheln.

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