Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

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DER MALER :

Sonst saß sie

JUANITA: Ich will den Hals doch noch mit Krepp verstecken.

{Wieder ab.)

Was fällt dem Weib ein, sich so zuzudecken

hier wie vor dem Sündenfall

und ausgeschnitten wie am Hof beim Ball.

Nun tritt sie auf als Nonne, zugemauert.

DER KUNSTHISTORIKER: Ich finde, daß sie mich so

Ich könnte der VerhüUimg Beifall

hätt'

klatschen,

ich gleich ihr so dicke rote Patschen!

JUANITA {wieder zurückkommend):

Man wird vor Schleiern blind wie eine Eule.

Da stößt solch diramies Bild mir eine

weniger schauert.

Beule.

DER KUNSTHISTORIKER: Es paßt als Gegensatz zur

Harmonie.

DER MALER: Rot steht auf Schwarz.

JUANITA: Still doch! Da konmien sie!

{DER GEHEIMRAT und BRUNO kommen.)

DER GEHEIMRAT: Ich danke schön, die Sache ist ganz

klar.

Das heißt, ich seh' sie klar.

BRUNO {hinter ihm): Ganz offenbar!

Hier meine Frau Juanita!

{Erregt vorstellend.)

DER GEHEIMRAT: Spanierin?

JUANITA {sich verneigend): Ach nein, Exzellenz! Ach,

leider

aus Berlin.

BRUNO: Und dieser Herr, ein Kimsthistorikus

DER GEHEIMRAT: Sehr angenehm!

DER KUNSTHISTORIKER: Es ist mir ein Genuß,

daß ich den Mann endlich persönlich kenne,

den ich seit Jahren meinen Meister nenne.

DER GEHEIMRAT: Ich danke sehr. Was halten —

k propos,

Sie von dem Bild?

DER KUNSTHISTORIKER: Ich von demBüd. Ach so!

(mit Überzeugung) Ein echter Rembrandt ohne jeden Zweifel.

Aus seinen letzten Jahren.

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