Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

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und hinterm Vorhang oder Schrank zu stehn.

Mir wurd oft dabei kalt imd heiß.

DIE KLEINE PAULA: O nein, das machst du mir nicht

weiß,

ich möcht's auch nie und nimmer wagen.

Was würd der fremde Mann wohl dazu sagen!

PAULA: Was weißt du denn von dem, du kleines Kind!

Du bist

doch noch auf beiden Augen blind.

DIE KLEINE PAULA: Ich weiß, daß er nicht ganz geheuer

ist,

und daß er kleine Kinder frißt.

PAULA: Das hat das Mädchen dir nur vorgelogen

und dich damit ihm aus dem Weg gezogen.

Der Hunger wird ihm ganz und gar vergehen,

wird er dich süßes Püppchen erst besehen.

DIE KLEINE PAULA: Er sah mich gestern Nachmittag,

du warst nicht da. Er ging dir nach.

Da sah er im Vorübergehn

mich hinten in dem Hausflur stehn.

Da schrie er gleich das Mädchen an,

die schrak zusammen vor dem Mann,

sie preßte mich in ihren Schoß

und heß mich gar nicht wieder los.

Kein Wörtchen bracht ich mehr von mir,

sie sagte nur, ich sei von ihr

und drückte mir den Mund fest zu.

PAULA: Mein armes kleines Wesen du!

DIE KLEINE PAULA : Er aber schrie nur immer mehr

„Wo kommen all die Kinder her?"

Das hab ich ganz genau vernommen,

dann hat er seinen Stock genommen

imd schlug damit fest an die Wand,

dann ist er wütend fortgerannt.

h PAULA: Das mußt du aus dem Kopf dir schlagen.

Bald wirst du zu ihm „Vater" sagen.

DIE KLEINE PAULA: Vater? Ich denk, der war

PAULA: Der eine ja, der andre —

PAULS STIMME {laul von rechts): Schwerenot!

längst tot.

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