Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

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JEREM IAS :

Herr SchniUius hat die Zeitung mitgenommen

Er muß im Augenblick gleich wiederkommen.

Er liest sie zur Verdauung wie gewöhnlich.

FUCHSIG: Ja, das Papier ist weich und unpersönlich,

charakterlos wie alles heutzutage

und frech dazu.

JEREMIAS: Verzeihung, wenn ich frage.

FUCHSIG: Man kann die tollsten Dinge drauf behaupten.

Die Dummen hör'n nicht auf, die daran glaubten.

Die Schlauen aber —

JEREMIAS: Ja, was mag das heißen!

FUCHSIG: Allheilmittel! Mich soll das Mäuslein beißen.

Ich komm' dem Schwindel sicher auf die Spur.

Wie heißt der dumme neue Name nur?

Pansol, Pansum, Pansorum? Bitte sehr!

Sie wissen's doch!

JEREMIAS: Jetzt ahn' ich ungefähr,

wovon Sie schon die ganze Zeit hier sprechen.

Herr Doktor meinen

FUCHSIG: Es ist zum Erbrechen

mit allen diesen Mitteln und Mixturen.

Die Chemiker sind heut wie die Panduren.

Mir wird schon schlecht, wenn ich nur daran denke.

Die ganze Menschheit hat davon die Kränke.

Doch dieser letzte Schwindler soll dran glauben

samt dem Absud. Ich werd' ihn schon zerklauben.

Da steht das Dreckzeug ja.

JEREMIAS {stolz): Pansanabum!

Das allerneueste.

FUCHSIG: Es ist zu dumm,

daß solch ein Fremdwort, noch so abgeschmackt,

die Menschen wie das gelbe Fieber packt.

Sie werden's nicht mehr los, im Leben nie.

Ich nehm' ein Pröbchen mit. Hier, sehen Sie!

Was kostet solche Flasche?

JEREMIAS: Nur drei Mark!

FUCHSIG: Drei Pfennige wert ist der verfluchte Quark.

Bis auf die Aufmachung ist alles Fusch.

Na, warte Strolch! Ich find' dich hinterm Busch.

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