Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

Die Stube sieht gediegen und feierlich aus wie die Leute des

Hauses am Sonntag. Hinten führt eine breite Öffnung, die

durch eine — im deutschen Volk sagt man : — Portiere

verhangen ist, in das tugendhafte Schlafzimmer. Links geht

es in die Kammer von Müller Maier. — Gerade kommt er mit

Doktor Strophantus dort heraus.

MÜLLER MAIER :

sie liegt jetzt an die dreizehn Jahre

ganz steif gelähmt, es ist zu arg,

im Leben wie in einem Sarg.

Sie kann kein kleines Schrittchen gehn.

Es ist ein Jammer anzusehn.

Mein armes Weib, das Gott bewahre,

{Weinerlich.)

Sie lernt's nie mehr.

DOKTOR STROPHANTUS: Beruhige dich!

Schneuz dich einmal! Der Fall ist sonderUch.

Doch Frauen sind ein Rätsel überhaupt,

der ist kein Arzt, der nicht an Wunder glaubt.

Du bist ein Müller, weißt du nicht,

was schon ein weises Sprichwort spricht:

An Mühlen und an alten Frauen

gibt's stets zu flicken und zu bauen.

Was hab' ich nicht bei ihr probiert

MÜLLER MAIER :

Elektrisiert,

magnetisiert,

orthopädiert imd auch vibriert,

galvanisiert, zanderisiert

und schiießHch gar hypnotisiert,

und sie und mich damit vexiert.

DOKTOR STROPHANTUS: Es konrnit drauf an,

es

vollführt.

wer

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