Ernste Schwänke; vier Einakter

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Ernste Schwänke; vier Einakter

ich tanzt' mit keiner andern mehr.

Christinchen hieß das süße Kind,

sie war mir fast zu gut gesinnt.

Sie roch wie Veilchen, weich und niedUch,

war wie ein Häschen appetithch,

und eins vor allem, stets vergnügt.

DOKTOR STROPHANTUS : Da naht dein Weib. Schweig

Der Bericht genügt!

Es läßt sich immerhin in solchen Fällen

mit Sicherheit die Diagnose stellen. —

{STINA kommt hereingepoltert, glotzt sie an und verschwindet

wieder.)

Wer schiebt, wer schielt, hätt' ich beinah gefragt,

die arme Frau denn an?

MÜLLER MAIER: Gott sei's geklagt!

Die alte Stina, dieser böse Drachen!

DOKTOR STROPHANTUS: Sie ist ja häßhch fast zum

Lachen.

MÜLLER ALGIER: Bei Tag und Nacht hat sie dies Tier

Mm. sich.

Man weiß nicht, sieht sie dich an oder mich?

So schielt sie wie der böse Geist,

der ihren Schlotterleib

durchkreist.

DOKTOR STROPHANTUS: Ja, dein Christinchen ohne

Zweifel

sah dich dereinst nur an.

MÜLLER MAIER: Pfui Teufel!

Red nicht von ihr! Mir würde schlecht auf Ehre,

wenn sie solch Ungetüm geworden wäre!

(ADELGUNDE, die Frau vom MÜLLER MAIER, ist

auf einem Fahrstuhl von STINA hereingeschoben worden.)

ADELGUNDE : Nun frag' ich, Mann, was soll das heißen ?

Was läßt du wieder aus dem Bett mich reißen?

Hat denn die Quälerei kein Ende?

Als ob für mich sich Heilung fände!

Laß endhch die gelehrten Faxen!

Für mich ist doch kein Kraut gewachsen.

Ich hege still und ohne Not

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