Grußwort

gereonsweiler

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

herzlich Willkommen auf unserer Internetseite!

Ich freue mich über Ihr Interesse an unserer Ortschaft und möchte Ihnen

einen kurzen Einblick über das Leben in Gereonsweiler nahebringen:

Gereonsweiler ist wirklich ein ganz besonderer Ort, der nicht nur durch seine

tolle Lage, sondern insbesondere durch die Menschen, die hier leben, glänzt.

Mit einer Vielzahl von Vereinen werden Traditionen gepflegt und das Dorfleben

geprägt. Zu Veranstaltungen dieser Vereine kommen Menschen zusammen,

tauschen sich aus und genießen eine innige und fröhliche Gemeinschaft. Um nur

einige solcher „Events“ zu nennen: Ob die Kirmes der Schützenbruderschaft, das

Public Viewing des Fußballvereins, das Oktoberfest der Musikfreunde, die

Fahrzeugsegnung der Motorradfreunde oder die zahlreichen karnevalistischen

Veranstaltungen der Karnevalsgesellschaft – bei uns „is immer jet loss“

In unserem Ort wird das WIR noch großgeschrieben. So organisieren alle

Vereine und viele weitere Helferinnen und Helfer jährlich zum 1.Advent einen

Seniorennachmittag oder man trifft sich zur gemeinsamen Reinigung und

Bepflanzung öffentlicher Flächen.

Weiterhin gibt es in Gereonsweiler einen familiären Kindergarten, ein modernes

und innovatives Seniorenheim, sowie für seine Größe eine Menge an

Gewerbetreibenden, die allesamt den Bekanntheitsgrad des Ortes steigern und

auch für das Umland attraktiv machen.

Ich lebe seit meiner Geburt in Gereonsweiler und bin seit 2009 Ortsvorsteher,

deshalb bin ich mit unserem „Willer“ tief verwurzelt und freue mich ganz

besonders, dass durch die baldige Erschließung eines Baugebietes zum Einen

vielen jungen Menschen aus Gereonsweiler die Möglichkeit gegeben wird in Ihrer

Heimat zu bleiben und zum Anderen vielen Menschen von außerhalb ermöglicht

wird, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden.

Besuchen Sie uns bald, denn wir haben viel zu bieten!

Herzlichste Grüße aus „Willer“

Ihr Ortsvorsteher

Mark Dremel


Historie Gereonsweiler

Im keltisch-germanischen Berührungsgebiet, zwischen Maas und Rhein gelegen,

ist das Dorf Gereonsweiler aus einer Waldsiedlung auf der westlichen

Rurterrasse entstanden. Bereits vor Christi Geburt bestand in der waldreichen

Gegend eine Wohnstätte keltisch-germanischer Mischbevölkerung.

Während der Kämpfe der Römer, Julius Cäsars und seiner Nachfolger, um das

linksrheinische Gebiet wurde diese älteste bekanntgewordene Siedlung zerstört,

ihre Bewohner umgesiedelt. In der Nähe der niedergebrannten Siedlungen

errichteten römische Kaufleute und Siedler, welche den Soldaten folgten, ihre

Wohnstätten, wie Funde von Töpfen und Ziegeln in der hiesigen Flur „Am

Steinacker“ und „Auf der Kohlbahn“ bekunden. Aus Richtung Juliacum (Jülich)

führte hier eine Römerstraße vorbei, in deren Nähe ein Matronenstein aus einem

Landhaus römischer Herkunft (villa, villare = willer?) aufgefunden wurde,

welcher in der Mensa des Hochaltares der 1886 abgebrochenen, aus dem 12.

Jahrhundert stammenden Pfarrkirche Aufnahme fand. Dieser Matronenstein

befindet sich heute im Provinzialmuseum in Bonn.

Um die Karolingerzeit hieß der Ort Will oder Weil, später Wyl und Wyler

Gereonis. Im Volksmunde sagt man heute noch „Willer“ (Weiler).

Nach einer Quelle hat ein gewisser Benelin hier 1029 ein königliches Gut als

Lehen. Den Curtis (Hof) Will trat nach seinem Ableben Kaiser Konrad II. an die

Abtei Burtscheid bei Aachen ab. 1140 gab die Abtei den Gutshof an den

damaligen Kaiser Konrad III. wieder zurück. Dieser vergab Curtis Wyl an das

Kölner Stift St. Gereon. Seitdem wurde unser Wyl zum Wyler Gereonis, um es

von anderen „Wylern“ in der näheren oder weiteren Umgebung zu unterscheiden.

(z.B. Apweiler, Oidtweiler, Eschweiler, Arnoldsweiler pp) Das Kölner Stift hatte

hier auch den Zehnten und das Patronatsrecht der Kirche. Im 13. Jahrhundert

wurde Gereonsweiler bereits als Pfarre mit seiner Vikarie genannt. Im 16.


Jahrhundert wurde Gereonsweiler als solche im Jülich´ schen Amte Aldenhoven

aufgeführt.

Eine andere Quelle gibt folgendes an: Ein Pfalzgut Heinrich (evtl. Hermann), um

966 von Kaiser Otto I. in Aachen eingesetzt, schwenkte die Kirche und den Hof

zu Will dem Stifte St. Gereon zu Köln. Nach dem Handbuche der Erzdiözese

Köln vergab ein gewisser Ravenger 1067 Gereonsweiler an das St.- Gereons-

Stift in Köln. Papst Honorius III. bestätigte 1222 dem Stifte diese Besitzungen.

Auch aus den Jahren 1283 und 1315 wird über das Patronatsrecht in Urkunde

geschrieben. Kaiser Heinrich II. bestätigte 1324 die Incorporation von

Gereonsweiler unter dem Pfarrer Egidius.

Der Zehnthof in Wyl (heute Hof Thyssen- Roeben) nahm im Orte unter anderen

Höfen eine besondere Stellung ein. Hier wurde Gericht gehalten. Hier stand der

Pranger oder Schandpfahl, war das Verließ. Von dort aus fuhr der Henker mit

dem Armsünderkarren zum Galgenhügel auf Apweiler zu. In der Umgebung des

Galgens spukte es. Dort tanzten nachts die „Wehl Juffere“; sie drehten späten

Wanderern den Kopf ab und trugen ihn unter dem Arm davon. So berichtet die

Sage über die „wehl Juffere“ und die „Juffere- Gasse“ am Höfchen bei Schmitz-

Sommer. Auch die „Fuermänner“ trieben im „Mahrende“ ihr Unwesen. Es war

eben nicht ganz geheuer an diesen Stellen. Aus dem „Döppesende“ kamen die

Döppeschörger (Topfhändler) vom Selfkant her mit ihren Handkarren, und über

die „Kölnstraße“ fuhren die Bauern in die näheren und weiteren Städte, wie

Linnich, Jülich, Erkelenz, Geilenkirchen, ja bis Köln. Früher waren viele Hohlwege

„Grachten“ genannt, die aus dem großen „Willer Busch“ und dem „Buntebusch“

und dem „Haaswiller Busch“ ins Dorf führten. Daher haben wir heute noch im

Ort die „Fuchsgracht“, die „Belle- Gracht“, die „Linnicher Gracht“ und die

„Kromm- Gracht“.

Die zahlreichen Fehden und Kriegswirren sind an unserem Orte auch nicht

spurlos vorübergegangen, so der Spanische Erbfolgekrieg (1568- 1589).

Spanisches Kriegsvolk und andere feindliche Speerreiter richteten in Wyler

Schäden von 2250 Talern an.

Bei der Gelderner Fehde tobte 1444 in unserer Gemarkung zwischen Linnich-

Brachelen- Gereonsweiler die bekannte „Hubertusschlacht“. Daran erinnern

heute noch das Hubertuskreuz zwischen Linnich- Lindern und die Grabplatte

eines in der Schlacht gefallenen Grafen der Gelderner in der Pfarrkirche zu

Linnich. Auch die Sage vom Schneider Trumpgen weist darauf hin. (Trumpgen-

Gasse in Linnich)

Im 30jährigen Kriege (1618-1648) wurde Gereonsweiler schwer heimgesucht und

arg gebrandschatzt. Der berühmte Reitergeneral John von Werth soll ja hier


aus dem benachbarten Puffendorf stammen. Die Pest hauste in Gereonsweiler

damals sehr. Nicht weniger als 118 Pestopfer zählte man alleine im Jahre 1624.

Die Raubkriege der Franzosen brachten erneut Unheil über das Dorf. Ein

französischer General stahl auf dem Platzbeckerschen Hof (Besitzer Schunck-

Frangen) alle Pferde und verschleppte sie nach dem Schlosse Rymburg bei

Palenberg. Eine Beschwerde beim Jülicher Herzog verlief im Sande. 1794

beschossen die Truppen der französischen Revolution vom Höfchen aus die

österreichischen Soldaten in Richtung Linnich und trafen das Sybensche Haus,

von dem aus ein unterirdischer Gang zum Höfchen und ins Welzer Feld führte.

Die beiden Schlachten bei Aldenhoven (1793 und 1794) brachten unsere Gegend

in große Bedrängnis. Brände und Kontributionen der Revolutionsheere hielten die

Einwohner in Angst und Schrecken. Dabei sollten sie mit Freuden um die

Freiheitsbäume tanzen. Die Franzosenherrschaft blieb hier rund 20 Jahre

(1792-1814). Sie zeitigte teilweise manches Gute. Doch folgte bald die

Ernüchterung. Statt der Liberté, Egalité und Fraternité ließen die französischen

Sansculotten („ohne Hosen“) faule Assignaten (Papiergeld ohne Deckung), die

französische Krankheit, Gottlosigkeit und die Säkularisation (Einziehung

kirchlichen Besitzes) im neuen Reperdepartement zurück. Wir gehörten zum

Departement de la Roer, das 42 Kantone mit der Hauptstadt Aachen umfasste.

Gereonsweiler lag im Kanton Linnich, der 16913 Einwohner hatte. Seit Kaiser

Napoleon I. hier regierte, war der „Code Civil“ die Richtschnur der

Rechtssprechung. Als Napoleon in den Freiheitskriegen 1811- 1815 geschlagen

und nach der Insel Elba und danach nach St. Helena im Atlantik verbannt worden

war, kamen wir auf dem „Wiener Kongress“ an das Königreich Preußen. Wir

gehörten nun der neu gebildeten Rheinprovinz an, und zwar dem

Regierungsbezirk Aachenund innerhalb desselben zum Kreise Jülich.

Gereonsweiler gehörte zur Bürgermeisterei Ederen.

Die Jahrzehnte des preußischen Königreiches, die Revolution von 1848, die drei

Kriege 1864, 1866, 1870/71, das hohenzollernsche Kaiserreich, dere erste

Weltkrieg 1914 – 1918, die Hindenburg-Republik und das Hitler-Deutschland

ließen Gereonsweiler in seiner Struktur und Einwohnerzahl fast unverändert.

Im zweiten Weltkrieg von 1939 bis 1945 war Gereonsweiler mit seiner

Nachtjäger-Leitstation „Gemse“ ein Eckpfeiler des Westwalls. Während der

letzten Verzweiflungskämpfe um den Rurübergang im Winter 1944/45 lag der

Ort mitten im furchtbaren Kriegsgeschehen. Die Einwohner wurden im Herbst

1944 evakuiert, der ländliche Teil der Bevölkerung in Gegend von Titz –

Grevenbroich- Bedburg und Bergheim und die Nicht-Landwirte in den Raum

Halle-Eisleben-Wimmelburg. Das Dorf wurde zu 90 % zerstört. Die ab Mai 1945

in kleinen Gruppen heimkehrende Bevölkerung fand ein Bild der Verwüstung vor,


einen einzigen Trümmerhaufen, inmitten zerstörter Bunker, langer

Schützengräben und ausgedehnter Minenfelder.

Der Chronist stellte 14 Jahre später fest, dass Gereonsweiler in seinen alten

Straßenzügen neu erstanden ist. In der Reihenfolge Christinenstift, Schule,

Kirche erhoben sich nach zäher Arbeit der Dorfbewohner unter finanzieller

Beteiligung der zuständigen Behörden die wichtigsten Gebäude des Ortes bald

neu aus Schutt und Trümmern.

Das im Jahre 1936 aus den Gemeinden Ederen, Gereonsweiler, Rurdorf und Welz

gebildete Amt Linnich-Land wurde nach 1945 dem Amt Linnich zugeordnet. Im

Jahre 1969 wurde das Amt Linnich aufgelöst. Seitdem ist Gereonsweiler

Ortschaft der neuen Stadt Linnich.

Sarkophag

Im Jahre 1983 wurde in den Feldern zwischen Gereonsweiler und Beeck dieser

römische Sarkophag aus weißem Muschelkalkstein entdeckt. Die Oberseite des

Deckels ist durch Pflugscharen beschädigt. Aus welcher Zeit dieser Sarkophag

stammt, lässt sich wegen fehlender Beifunde nicht genau ermitteln. Der

Steinsarg ist durch ein Loch im Deckel vermutlich beraubt worden.

Der Sarkophag ist auf dem Grundstück der Bürgerhalle ausgestellt.

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