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REGIONALE UMSCHAU DEUTSCHLAND

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<strong>REGIONALE</strong> <strong>UMSCHAU</strong><br />

<strong>DEUTSCHLAND</strong><br />

BOTSCHAFT VON DER GEBIETSFÜHRERSCHAFT<br />

Der Botschafter und die Botschaft<br />

Elder Faustino López, Spanien<br />

Gebietssiebziger<br />

I<br />

n der Anleitung Verkündet<br />

mein Evangelium! lesen wir:<br />

„Einige Kapitel in dieser Anleitung<br />

befassen sich damit, was<br />

Sie als Missionar tun müssen –<br />

wie man studiert, wie man lehrt<br />

… Ebenso entscheidend wie<br />

das, was Sie tun, ist jedoch, wer<br />

Sie sind.“ 1 Beides gehört zusammen:<br />

„Über das hinaus, was ich<br />

lehre und als Zeugnis sage, muss<br />

mein Leben Teil dieses Zeugnisses<br />

von Jesus sein. Mein ganzes<br />

Sein muss die Göttlichkeit dieses<br />

Werkes widerspiegeln.“ 2<br />

Die Missionsarbeit hat zwei<br />

Aspekte: den Botschafter und<br />

die Botschaft, und beides muss<br />

zusammenpassen. Jesus Christus<br />

ist das vollkommene Vorbild. Bei<br />

ihm sind der Botschafter und die<br />

Botschaft ein und dasselbe: „Ich<br />

bin der Weg und die Wahrheit<br />

und das Leben.“ 3 Ein Missionar<br />

muss darauf bedacht sein, dem<br />

Beispiel Jesu Christi so weit<br />

wie möglich zu folgen und die<br />

Botschaft, die er überbringt, zu<br />

verkörpern. Es ist, als würden<br />

die Missionare zu einem künftigen<br />

Bekehrten sagen: „Wenn<br />

du die Botschaft, die wir überbringen,<br />

annimmst und danach<br />

lebst, wirst du ein Heiliger der<br />

Letzten Tage, wofür wir ein<br />

Beispiel sind.“ Dasselbe tritt auch<br />

ein, wenn die Missionare die<br />

Menschen, mit denen sie sich befassen,<br />

in die Kirche mitbringen.<br />

Die Botschaft, die ihnen bewusst<br />

wird, wenn sie ein Gemeindehaus<br />

betreten und den Mitgliedern<br />

begegnen, lautet: „Das erwartet<br />

dich, wenn du dich taufen<br />

lässt: Du gehörst dann zu diesen<br />

Menschen, du bist bei ihnen und<br />

bist einer von ihnen.“<br />

Aus diesem Grund hat Elder<br />

Jeffrey R. Holland vom Kollegium<br />

der Zwölf gesagt: „Es gibt<br />

gewiss keine machtvollere Missionsbotschaft<br />

an die Welt als das<br />

beispielhafte Leben eines liebevollen<br />

und glücklichen Heiligen<br />

der Letzten Tage. Das Verhalten,<br />

das Lächeln, die Freundlichkeit<br />

eines glaubenstreuen Mitglieds<br />

der Kirche vermitteln eine<br />

Wärme und ein Interesse, das<br />

mit keiner Missionarsbroschüre<br />

oder Videokassette ausgedrückt<br />

werden kann.“ 4 Die Bekehrung<br />

besteht nicht nur darin, dass<br />

man weiß, ob die Botschaft der<br />

Missionare wahr ist oder nicht,<br />

sondern auch darin, dass man<br />

bereit ist, in Gesellschaft der<br />

anderen Mitglieder der Kirche<br />

zu leben. Deshalb hat Elder<br />

Holland auch gesagt: „Letztlich<br />

[kann] keine Mission und kein<br />

Missionar ohne die liebevolle<br />

Anteilnahme und die geistige<br />

Unterstützung der Mitglieder am<br />

Ort, die in einem ausgewogenen<br />

Verhältnis mit ihnen zusammenarbeiten,<br />

Erfolg haben.“ 5<br />

Zur Bekehrung gehört, dass ich<br />

sowohl an der Botschaft als auch<br />

am Botschafter Interesse habe.<br />

Ich kann mich noch gut an<br />

die Missionare erinnern, die<br />

mich einst belehrten. Ich war<br />

19 Jahre alt, und sie – die ja so<br />

jung waren wie ich – schienen<br />

das zu sein und das zu haben,<br />

wonach ich mein ganzes Leben<br />

lang gesucht hatte. Ich wollte<br />

haben, was sie hatten, und werden,<br />

was sie waren. Und als sie<br />

mich in die Kirche mitnahmen<br />

– den einzigen Zweig, den es<br />

damals in Madrid gab – und ich<br />

das Häuflein Mormonen kennenlernte,<br />

wollte ich unbedingt<br />

dazugehören. Das waren Menschen<br />

nach meinem Geschmack.<br />

Ich ließ mich taufen, weil ich zu<br />

Elder<br />

Faustino López<br />

Februar 2013 R1


PANORAMA<br />

ihnen gehören und bei ihnen<br />

sein wollte.<br />

Präsident Spencer W. Kimball<br />

hat erklärt: „Die Sammlung Israels<br />

besteht darin, dass [ein Freund<br />

der Kirche] sich der wahren Kirche<br />

anschließt und zur Erkenntnis<br />

des wahren Gottes kommt.“ 6 Als<br />

ich mich taufen ließ, wurde ich<br />

Teil eines Volkes, Mitglied einer<br />

neuen Gesellschaft, Mitbürger<br />

der Heiligen. 7 Wem es nicht<br />

gelingt, eine neue Identität anzunehmen<br />

und Teil dieser neuen<br />

Gesellschaft zu werden, der wird<br />

schließlich dahin zurückkehren,<br />

woher er gekommen ist. Aus<br />

diesem Grund sind wir alle in der<br />

Kirche verpflichtet, nichts unversucht<br />

zu lassen, um denjenigen,<br />

die ins Wasser der Taufe steigen,<br />

das Gefühl zu geben, dass sie<br />

dazugehören. Dabei dürfen wir<br />

nicht vergessen, dass es in der<br />

Kirche keine „Fremden“ mehr<br />

gibt, sondern nur noch „Mitbürger<br />

der Heiligen und Hausgenossen<br />

Gottes“ 8 . Wenn die Missionare die<br />

Botschaft verbreiten, werden wir<br />

Mitglieder zu Botschaftern dessen,<br />

was es heißt, ein Heiliger der<br />

Letzten Tage zu sein. ◼<br />

ANMERKUNGEN<br />

1. Verkündet mein Evangelium!, „Wie<br />

entwickle ich Eigenschaften, die<br />

Christus besitzt?“, Seite 135<br />

2. Elder Jeffrey R. Holland, Der Stern,<br />

Januar 1995, Seite 27, zitiert in Vorbereitung<br />

auf die Mission, Religion 130,<br />

Leitfaden für den Schüler, Seite 5f.<br />

3. Johannes 14:6<br />

4. Elder Jeffrey R.Holland, „Meine<br />

Zeugen“, Liahona, Juli 2001, Seite 15<br />

5. Holland, „Meine Zeugen“, ebda.<br />

6. The Teachings of Spencer W. Kimball,<br />

Hg. Edward L. Kimball, Seite 439,<br />

zitiert in Vorbereitung auf die Mission,<br />

Religion 130, Leitfaden für den<br />

Schüler, Seite 4f.<br />

7. Siehe Epheser 2:19<br />

8. Epheser 2:19<br />

Der Prophet in Deutschland<br />

Reinhard Staubach, Redakteur der Regionalen Umschau<br />

Deutschland: Nur wenige Tage<br />

nach der Generalkonferenz<br />

Anfang Oktober 2012 besuchte<br />

Präsident Thomas S. Monson<br />

Deutschland und sprach in vier<br />

Sonderversammlungen zu über<br />

10.000 Heiligen der Letzten Tage.<br />

Weitere Tausende nahmen an<br />

der Satellitenübertragung aus der<br />

Jahrhunderthalle in Frankfurt am<br />

Main teil, die in die Gemeindehäuser in Deutschland,<br />

Österreich und der Schweiz übertragen<br />

wurde. Im Mittelpunkt seiner Botschaft stand die<br />

Einladung, Jesus Christus nachzufolgen.<br />

Elder José Teixeira, der Präsident des Gebiets<br />

Europa, begleitete Präsident Monson zu den Versammlungen<br />

nach Hamburg, Berlin, München und<br />

Frankfurt und sprach dort ebenfalls zu den Heiligen.<br />

Er bezeugte, dass die Anwesenden die Worte<br />

des lebenden Propheten hören, und bat darum,<br />

ihm zuzuhören.<br />

In den Versammlungen sprach Präsident Monson<br />

immer wieder über Jesus Christus und sagte am<br />

13. Oktober 2012 in der Sporthalle Hamburg unter<br />

anderem: „Mein Gebet lautet heute: Mögen wir<br />

lauschende Ohren haben, damit wir ihn wiederum<br />

hören, wenn er anklopft, damit wir die Einladung<br />

des Herrn schätzen und die Weisheit besitzen, den<br />

Torweg zu unserem Herzen sowie die Pforte zu<br />

unserem Sinn weit zu öffnen, sodass Jesus Christus<br />

bei uns einkehren kann.“ Bruder Daniel Schröder<br />

„Deutschland, ich liebe dich!“<br />

Präsident Thomas S. Monson<br />

(Mitte) winkt der Menge in<br />

Hamburg zu. Links Pfahlpräsident<br />

Dr. Karl Schmidt, rechts Elder José<br />

A. Teixeira, Präsident des Gebiets<br />

Europa<br />

Mitglieder der Kirche Jesu Christi<br />

der Heiligen der Letzten Tage<br />

versammeln sich im ICC Berlin, um<br />

von Präsident Thomas S. Monson<br />

zu hören<br />

INTELLECTUAL RESERVE, INC. ALLE RECHTE VORBEHALTEN.<br />

INTELLECTUAL RESERVE, INC. ALLE RECHTE VORBEHALTEN.<br />

R2 Liahona


hatte die Versammlung besucht. Er hielt fest: „Präsident<br />

Monson ermunterte uns, Weisheit aus den<br />

besten Büchern zu suchen. Er erinnerte uns daran,<br />

dass die Wahl unserer Entscheidungen unser<br />

Schicksal bestimmt. Er forderte uns auf, Christus<br />

nachzufolgen, und sagte: ,Entschließen Sie sich, zu<br />

arbeiten. Es ist nicht genug, etwas nur zu wünschen<br />

und zu versprechen, sondern wir müssen es auch<br />

tun.‘“ Bruder Andreas Heilmann notierte von den<br />

Worten des Propheten: „Gott segnet mit Licht, aber<br />

er zwingt nicht zur Herrlichkeit. Bereiten wir uns<br />

immer vor, den Geist bei uns zu haben. Eine der<br />

schönsten Erfahrungen im Leben ist es, ein Werkzeug<br />

in den Händen des Herrn zu sein, zum Segen<br />

anderer Menschen.“ An die Anwesenden gewandt,<br />

sagte Präsident Monson nach seiner Ansprache in<br />

deutscher Sprache: „Ich liebe dich!“<br />

Am darauffolgenden Sonntag sprach Präsident<br />

Monson im ICC am Messedamm in Berlin, wo<br />

ein Verkehrschaos den pünktlichen Beginn der<br />

Versammlung verhinderte. Schwester Eva-Maria<br />

Bartsch berichtet: „Endlich kam Präsident Thomas<br />

S. Monson in Begleitung weiterer Führer der<br />

Kirche herein. Alle Anwesenden erhoben sich<br />

von den Plätzen. Erwartungsvolle Ruhe trat ein<br />

… Voller Herzlichkeit und Liebe begrüßte er die<br />

Menge. Er erinnerte sich, wie er 1968 das erste Mal<br />

den Checkpoint Charlie erlebt und die Gemeinden<br />

Görlitz und Dresden besucht hatte. Im Laufe der<br />

Zeit hat er gesehen, wie sich die Verheißungen<br />

aller Segnungen erfüllten.“<br />

Es war auch 1968, als Präsident Monson den<br />

Mitgliedern in der DDR verhieß: „Wenn Sie den<br />

Geboten Gottes treu bleiben, wird jede Segnung,<br />

deren sich die Kirchenmitglieder in anderen Ländern<br />

erfreuen, auch die Ihre sein.“ Die Verheißung<br />

erfüllte sich. Missionare der Kirche durften in die<br />

DDR einreisen, Missionare aus der DDR erhielten<br />

die Genehmigung, das Land zu verlassen, um im<br />

Ausland zu dienen, und in Freiberg wurde ein<br />

Tempel der Kirche gebaut.<br />

Aus der Versammlung in der Residenz in<br />

München am 20. Oktober 2012 berichtet Schwester<br />

Regina Schaunig: „Es war einfach ein gewaltiges<br />

Ereignis, den Propheten zu hören und zu sehen! …<br />

Er zeigte Deutschland und den deutschsprachigen<br />

Ländern, wie sehr er die<br />

Menschen hier liebt und dass<br />

er, wenn der Geist es ihm<br />

eingibt, spontan kommt, um<br />

zu dienen … Er hat uns ein<br />

Beispiel gegeben, wie Jesus<br />

handeln würde. Wir sahen<br />

die Liebe Christi wirklich<br />

plastisch vor uns.“<br />

Gleich zu Beginn seiner<br />

Ansprache in der Jahrhunderthalle<br />

in Frankfurt am<br />

Main sagte Präsident Monson<br />

„Ich kann gar nicht sagen,<br />

was ich empfinde. Seit Wochen<br />

freue ich mich auf diesen<br />

Tag, hier bei Ihnen zu sein! Ich habe Ihr Land<br />

bereist, war auch in der Schweiz und in Österreich.<br />

Ich möchte Ihnen sagen, dass ich Sie alle lieb<br />

habe.“ Seine Ausführungen bereicherte Präsident<br />

Monson mit etlichen Begebenheiten aus seinem<br />

Leben, die hier nur angedeutet werden können.<br />

Die Versammlung am 21. Oktober 2012 in der<br />

Frankfurter Jahrhunderthalle wurde live via Satellit<br />

in die deutschsprachigen Gemeindehäuser übertragen.<br />

Schwester Doris Weidmann nahm an einer<br />

Übertragung teil und berichtet: „Die Ansprache von<br />

Präsident Monson war sehr berührend und persönlich.<br />

Er brachte Christus in den Mittelpunkt seiner<br />

Ansprache, indem er hervorhob, dass wir ihm nachfolgen,<br />

indem wir uns unseren Mitmenschen zuwenden,<br />

die auf der Schattenseite des Lebens stehen.<br />

Besonders berührt hat mich die Geschichte von dem<br />

91-jährigen Mann, der vergebens auf den Besuch<br />

seiner Familie wartete, als er Geburtstag hatte.“<br />

Schwester Marianne Dannenberg berichtete: „Die<br />

Jahrhunderthalle bietet Platz für über 2000 Besucher<br />

und war voll besetzt. Ich machte mir Gedanken<br />

über diese vielen Menschen, die allein durch ihre<br />

Anwesenheit bezeugten, dass ihnen der Prophet<br />

sehr wichtig ist und sie auch von diesem Tag etwas<br />

Wichtiges erwarten. Als dann Präsident Monson<br />

stehend mit dem Lied ,Wir danken, o Gott, für den<br />

Propheten‘ begrüßt wurde, ging mir besonders eine<br />

Zeile des Liedes sehr nahe: ,… und mag auch die<br />

Welt uns verspotten, wir bleiben dir ewig getreu!‘“ ◼<br />

Präsident<br />

Thomas S.<br />

Monson besucht<br />

im Oktober<br />

Gläubige in<br />

München<br />

INTELLECTUAL RESERVE, INC. ALLE RECHTE VORBEHALTEN.<br />

Februar 2013 R3


FOTO VON UWE BARTSCH, DRESDEN<br />

Präsident Thomas S. Monson am<br />

Ort seiner erfüllten Verheißung<br />

Uwe Bartsch, Bischof Gemeinde Dresden<br />

Dresden (EB): Nach der Sonderversammlung<br />

in Berlin reiste Präsident Thomas S. Monson<br />

nach Dresden. Am Abend des 15. Oktober 2012<br />

lud er zu einem Dinner mit alten Freunden ein.<br />

Die Brüder Henry Burkhardt, Frank Apel, Rudi<br />

Lehmann, Lothar Ebisch, Manfred Heller, Gottfried<br />

Richter, Günter Schulze folgten mit ihren Ehefrauen<br />

gern dieser Einladung.<br />

Diese Brüder − ehemalige Missions-, Pfahl-,<br />

Tempel- und Distriktspräsidenten, Patriarchen und<br />

Bischöfe − hatten als Priestertumsführerschaft vor<br />

allem in den 60er bis 80er Jahren einen großen<br />

Einfluss auf die Entwicklung der Kirche in der ehemaligen<br />

DDR. Dabei konnten sie besonders auf die<br />

Führung und Unterstützung des damaligen Apostels<br />

Monson bauen. Auch wenn sie teilweise schon<br />

etwas vom Alter gebeugt waren, so strahlten sie<br />

doch mit ihrer Herzlichkeit große Geistesstärke aus.<br />

Am nächsten Morgen wurde Präsident<br />

Monson zur Friedensburg auf die Lößnitz-Berge<br />

Der Prophet<br />

Thomas S.<br />

Monson erinnert<br />

sich an die<br />

Zeit vor 37<br />

Jahren und gibt<br />

Zeugnis vom<br />

wunderbaren<br />

Wirken Gottes<br />

in Radebeul bei Dresden gefahren. Das ist der<br />

Ort, an welchem er vor über 37 Jahren das Land<br />

weihte. Bei schönem Sonnenschein und spätsommerlichen<br />

Temperaturen konnte Präsident Thomas<br />

S. Monson gemeinsam mit seinen Begleitern,<br />

dem Gebietspräsidenten José<br />

A. Teixeira und Gebietssiebziger<br />

Manfred Schütze, den Ausblick<br />

und den Moment der Erinnerung<br />

genießen. Alle hörten gebannt<br />

den Worten Präsident Monsons<br />

zu, als er aus der damaligen Zeit<br />

berichtete und sein Zeugnis gab.<br />

Passend zu diesen Worten überreichten<br />

Elder Manfred Schütze<br />

und Präsident Christoph Menzel<br />

dem Propheten zur Erinnerung<br />

eine gerahmte Fotoaufnahme von<br />

diesem besonderen Ort.<br />

Anschließend kam es noch zu<br />

einer Begegnung mit dem Besitzer<br />

des Weinberges. Als dieser am<br />

Ende der Unterhaltung als nette<br />

und ortstypische Geste Präsident<br />

Monson zu einem Gläschen<br />

Wein einladen wollte, schaute der<br />

Prophet in die Runde der Versammelten und fragte<br />

in seiner bekannt humorvollen Art: „Ist hier jemand,<br />

der Wein trinken möchte?“<br />

Obwohl die Begleiter von Präsident Monson<br />

schon auf die Rückkehr zum Hotel drängten,<br />

äußerte er noch den Wunsch, zum Tempel nach<br />

Freiberg zu fahren. Dort überraschte er mit dem<br />

spontanen Besuch eine Gruppe im Tempel dienender<br />

Ungarn, die durch seine wenigen, aber geistig<br />

erbauenden Worte zu Tränen gerührt waren.<br />

Für diejenigen, die den kurzen Besuch des<br />

Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der<br />

Letzten Tage in Sachsen miterleben konnten, war es<br />

eine erhebende und inspirierende Zeit. Jeder verspürte<br />

seine Liebe und die geistige Stärke, die trotz<br />

seines hohen Alters von ihm ausgeht. Bestimmt<br />

erkannte er die große Dankbarkeit und Liebe der<br />

anwesenden Führer der Kirche aus Ostdeutschland<br />

für seine göttliche Führung als Apostel und Prophet<br />

in der damaligen und heutigen Zeit. ◼<br />

R4 Liahona


Über 300 Mitglieder aus dem Pfahl<br />

Düsseldorf reisen Ostern zum Tempel<br />

Markus Bolte, Pfahl Düsseldorf<br />

Düsseldorf (MD): Es war eine geistige Eingebung,<br />

die Präsident Cziesla dazu bewog, die Mitglieder<br />

des Pfahles Düsseldorf zu einer besonderen<br />

Pfahl-Tempelfahrt am Ostermontag einzuladen. Es<br />

war zu Ostern 1836, dass Mose, Elias und Elija die<br />

Siegelungsvollmacht wiederbrachten, um Familien<br />

für immer bestehen zu lassen. Was also für eine<br />

Gelegenheit, mit der Familie diesen besonderen<br />

Tempeltag zu verbringen!<br />

Durch die Mithilfe aller Beteiligten wurde die<br />

ursprüngliche Vision des Pfahlpräsidenten, diesen<br />

Tag mit ca. 200 Mitgliedern im Tempel zu verbringen,<br />

mit über 300 Teilnehmern weit übertroffen.<br />

Obwohl noch nie so viele Mitglieder gleichzeitig<br />

im Tempel waren, um Verordnungen durchzuführen,<br />

erschien es doch niemals voll oder gedrängt.<br />

Die Sessionen wurden<br />

von Präsident Cziesla und<br />

seiner Frau geleitet. Präsident<br />

Cziesla sagte: „Viele Brüder<br />

und Schwestern waren nach<br />

einer langen Zeit das erste Mal<br />

wieder gekommen. Während<br />

der Session dachte ich an die<br />

Umstände und Sorgen, die<br />

manche bewegten, die im Sessionsraum<br />

waren, und dieselben<br />

Gedanken bewegten mich<br />

auch während des Gebets.<br />

Ich hatte den festen Eindruck,<br />

dass der Himmel an diesem<br />

Tage offen war, um das Opfer<br />

der Heiligen aus dem Pfahl<br />

Düsseldorf anzunehmen und<br />

ihnen die rechtschaffenen<br />

Wünsche ihres Herzens zu<br />

erfüllen. Es erfüllte mich mit<br />

großer Freude, die Heiligen<br />

zu beobachten, während sie<br />

erlebten, dass die Macht der<br />

heiligen Bündnisse offenbar wurde. Später, als ich<br />

erfuhr, dass wir 1241 heilige Handlungen an diesem<br />

Vormittag vollzogen hatten, wurde auch die<br />

andere Dimension dieser Arbeit deutlich.“<br />

60 Jugendliche nahmen an Taufsessionen und<br />

Workshops über Missionsvorbereitung und den<br />

Patriarchalischen Segen teil oder halfen tatkräftig<br />

bei der Betreuung der fast 50 PV-Kinder im<br />

benachbarten Gemeindehaus. An diesem Tag<br />

schienen alle im gleichen Ziel vereint, nämlich<br />

als Teil der ewigen Familie Gottes ihm nahe zu<br />

sein. Ein Nichtmitglied, das zum Tempel mitgekommen<br />

war, war durch den Besuch beim Haus<br />

des Herrn und den Umgang mit den Heiligen so<br />

bewegt, dass es sich entschloss, sich demnächst<br />

taufen zu lassen. ◼<br />

Ein Teil der begeisterten Tempelbesucher aus dem Pfahl Düsseldorf<br />

FOTO VON THOMAS MÜLLER<br />

Februar 2013 R5


Drachenzähmen, Kletterwald und Knüppelkuchen<br />

Die Jugend des Pfahles Leipzig traf sich im Camp Naundorf<br />

Eva-Maria Bartsch, Redakteurin der Regionalen Umschau<br />

Leipzig: Vom 16. bis 19. Mai 2012 weilten die Träger<br />

des Aaronischen Priestertums aus dem Pfahl Leipzig<br />

in der Jugendherberge Augustusburg. Darüber<br />

berichtet Lukas Hoffmann aus Zwickau in der Gemeindezeitung:<br />

„Am nächsten Morgen standen wir<br />

um 7:00 Uhr auf, um zu frühstücken. Um 10:30 Uhr<br />

gingen wir zu einer Flug-Show (Adler, Geier, Falken<br />

usw.), die alle sehr interessant fanden. Danach spielten<br />

wir Fußball und schauten den Film ‚Drachenzähmen<br />

leicht gemacht‘. Nach der Nachtruhe gingen<br />

wir früh los und wanderten nach Naundorf zum<br />

Campingplatz, wo die Jungen Damen waren.“<br />

Zur gleichen Zeit fand nämlich das JD-Camp der<br />

Jungen Damen des Pfahles Leipzig im idyllischen<br />

Ort Naundorf am Rande des Tharandter Waldes statt.<br />

In derselben Zeitung äußert sich die 12-jährige<br />

Lara Hoffmann, die das erste Mal zu einem Jugendtreffen<br />

fahren konnte: „Im Camp Naundorf angekommen,<br />

schafften wir unser Gepäck in ein großes<br />

Tipi, in dem ca. 15 bis 20 Leute Platz hatten. Manche<br />

schliefen auch in kleinen Zelten. Wir Mädchen<br />

aus Zwickau bauten das Zelt für Schwester Wagner,<br />

die Pfahl-JD- Leiterin, auf, was sehr lange dauerte.<br />

Abends trafen sich alle im großen Tipi. Dort wurde<br />

ein bisschen erzählt. Danach durften wir basteln,<br />

manche wollten Wörter in Holz einbrennen und<br />

manche wollten eine Flagge oder so was Ähnliches<br />

bemalen. Danach sind wir schlafen gegangen.<br />

Es war sehr kalt, am meisten an den Füßen. Am<br />

Donnerstagmorgen wurden wir sehr früh geweckt.<br />

Viele wollten nicht aufstehen, aber dann mussten<br />

wir trotzdem. Nach der Morgenandacht und gefrorener<br />

Nutella zum Frühstück wurden wir zum<br />

Kletterwald gebracht, was den meisten gefiel.“<br />

Es folgten Freizeit, ein schöner Film und Lagerfeuer<br />

mit Knüppelkuchen. Nach dem ereignisreichen<br />

Tag schliefen alle schnell ein. Morgenandacht,<br />

Basteln von Sprüche-Büchern aus Stoff und dann<br />

– so berichtet Lara weiter − „ging es auf zu den<br />

Jungen Männern. Als wir dort ankamen, bowlten<br />

die schon. Danach waren die Mädchen dran. Am<br />

Lagerfeuer gab es Essen. Weil es so schön war,<br />

bettelten die meisten, noch eine halbe Stunde<br />

länger bleiben zu können – durften wir aber nicht.<br />

Der Höhepunkt des Tages kam, als es ganz dunkel<br />

war. Wir zündeten 100 Kerzen an, weil wir das<br />

100-jährige JD-Camp-Jubiläum begingen.“<br />

Über den nächsten Tag schreibt Lukas: „Der<br />

nächste Morgen war schlimm. Wir mussten schon<br />

um 5:00 Uhr aufstehen, um unsere Zelte abzubauen.<br />

Den Rest des Tages hatten wir eine schöne,<br />

geistvolle Zeit im Tempel in Freiberg.“<br />

Auch die Jungen Damen ließen sich für Verstorbene<br />

taufen. Am Ende nahmen sie vom Jubiläums-<br />

Camp viele frohe und geistige Erlebnisse mit nach<br />

Hause. ◼<br />

Mit 100 Kerzen<br />

feierten die<br />

Jungen Damen<br />

des Pfahles<br />

Leipzig und des<br />

Distrikts Erfurt<br />

die hundertste<br />

Durchführung<br />

des JD-Camps<br />

Träger des Aaronischen Priestertums aus dem Pfahl Leipzig während<br />

ihres Aufenthalts in der Jugendherberge Augustusburg<br />

FOTO VON DANNY WAGNER, HOHENSTEIN<br />

FOTO VON MARC HABICHT<br />

R6 Liahona


Impressum Regionale Umschau<br />

Leitender Redakteur:<br />

Reinhard Staubach (RS)<br />

Chefin vom Dienst:<br />

Françoise Schwendener (FS)<br />

Redaktion Deutschland<br />

Nord: Marianne Dannenberg<br />

(MD), Hindenburgdamm 70,<br />

25421 Pinneberg, Deutschland;<br />

md@tohuus.de; zuständig für<br />

die Pfähle Berlin, Dortmund,<br />

Düsseldorf, Hamburg, Hannover,<br />

Neumünster und die Distrikte<br />

Neubrandenburg, Oldenburg<br />

Redaktion Deutschland Süd:<br />

Eva-Maria Bartsch (EB),<br />

Pirnaer Landstr. 316, 01259<br />

Dresden, Deutschland;<br />

evamaria.bartsch@gmx.de;<br />

zuständig für die Pfähle Frankfurt,<br />

Heidelberg, Stuttgart, Nürnberg,<br />

München, Leipzig, Dresden und<br />

den Distrikt Erfurt<br />

Redaktion Österreich:<br />

Regina H. Schaunig (RHS), Hauptstr.<br />

92, 9201 Krumpendorf, Österreich;<br />

rschaunig@gmail.com; zuständig<br />

für die Pfähle Salzburg und Wien<br />

Redaktion Schweiz:<br />

Doris Weidmann (DW),<br />

Reservoirstr. 9, 8442<br />

Hettlingen/ZH, Schweiz;<br />

doris.weidmann@gmail.com;<br />

zuständig für die Pfähle Bern,<br />

St. Gallen und Zürich ◼<br />

Ihre Beiträge für die Regionale Umschau sind uns stets willkommen.<br />

Die Redaktion behält sich vor, die Artikel zu kürzen oder anzupassen.<br />

Die Veröffentlichung der Texte und Fotos hängt von deren Qualität,<br />

Angemessenheit und dem verfügbaren Platz ab.<br />

Im Internet<br />

Offizielle Internetseiten der Kirche<br />

www.kirche-jesu-christi.org<br />

www.hlt.at<br />

www.kirche-jesu-christi.ch<br />

Regionale Umschau online<br />

Die Regionale Umschau Deutschland und die<br />

Regionale Umschau Österreich – Schweiz werden<br />

auch auf den offiziellen Internetseiten der Kirche als<br />

PDF angeboten. Der entsprechende Link wurde in<br />

der linken Spalte unter „Quick Links“ eingefügt. In<br />

der sich öffnenden Seite mit dem Titel „Deutsch“<br />

bitte nach unten scrollen. ◼<br />

Die Kirche in den Medien<br />

Hamburg: In einem breit angelegten Artikel berichtete<br />

das Magazin „stern“ (41/2012) auf zwölf<br />

Seiten unter dem Titel „Die Macht der Mormonen“<br />

über die Kirche. Geschichte, Glaube und Missionstätigkeit<br />

wurden insbesondere ausgeführt. Neben<br />

kurzen Berichten über sieben prominente Mitglieder<br />

der Kirche wurde auch ein doppelseitiges Foto<br />

abgedruckt, welches den voll besetzten Saal des<br />

Konferenzzentrums in Salt Lake City während einer<br />

Generalkonferenz zeigt.<br />

Hamburg: Mit vielen Fotos berichtete das Magazin<br />

„ZEIT Campus“ (Nr. 6/2012) ausführlich über den<br />

Alltag von zwei Missionarinnen der Kirche, die aus<br />

den USA stammen und in Deutschland dienen.<br />

Unter anderem wird Sister Bohne zitiert: „Wir<br />

möchten die Menschen glücklicher machen. Wenn<br />

jemand eine Beziehung zu Gott aufbaut, geht es<br />

ihm automatisch besser.“<br />

Singen: „15 Monate nach dem Spatenstich wird<br />

am Sonntag nun die Kirche Jesu Christi der Heiligen<br />

der Letzten Tage offiziell eingeweiht“, schreibt der<br />

„Südkurier“ in seiner Ausgabe vom 28.9.2012.<br />

Zwei Fotos zeigen das Gebäude von außen und<br />

von innen. Eine Beschreibung der einzelnen Räume<br />

rundet den Bericht ab, wie beispielsweise der<br />

Hinweis: „Das Taufbecken ist groß genug, um<br />

die ,Taufe durch Untertauchen‘ durchzuführen.“<br />

Freiburg: Die „Badische Zeitung“ veröffentlichte<br />

am 27.6.2012 einen Leserbrief, in dem es unter<br />

anderem heißt: „Das unschätzbar große Verdienst<br />

der Mormonen für uns ,Nichtgläubige‘ ist ihre weltweite<br />

Ahnenforschung.“<br />

Steinmocker, Vorpommern: Unter dem Titel<br />

„Missionare aus Amerika sorgen für Krügers Feuerholz“<br />

berichtete der „Nordkurier“ am 29.9.2012<br />

über zwei Missionare der Kirche, die es nicht bei<br />

Belehrungen beließen, sondern auch bei einem<br />

Bürger Feuerholz für den Winter hackten.<br />

Nieder-Wöllstadt, Hessen: „Mormonen zeigen,<br />

wie man drei Monate autark überleben kann“<br />

titelte die „Wetterauer Zeitung“ am 14.9.2012 die<br />

Ankündigung zum Themennachmittag „Vorbereitet<br />

auf den Notfall?“, den die Gemeinde Wetterau<br />

veranstaltete. ◼<br />

Die Texte recherchierte Reinhard Staubach.<br />

Februar 2013 R7


MISSIONARSERLEBNISSE<br />

Drei „Perlen“<br />

im Tempel Friedrichsdorf<br />

Hartmut Schoen, Tempelmissionar<br />

Missionare<br />

Aus den deutschen Pfählen und Distrikten<br />

wurden folgende Mitglieder auf Mission berufen:<br />

FOTO VON HARTMUT SCHOEN<br />

Miriam Lohmann<br />

Gemeinde Neumünster,<br />

Pfahl Neumünster:<br />

Alpenländische Mission<br />

München<br />

Robin Lohmann<br />

Gemeinde Neumünster,<br />

Pfahl Neumünster:<br />

Südafrika-Mission<br />

Johannesburg<br />

Friedrichsdorf (EB): Oktober 2012. Ein ganz<br />

außergewöhnliches Miteinander von Tempelmissionaren<br />

ist zurzeit in Friedrichsdorf zu finden. Nach<br />

mehreren Missionen in verschiedenen Bereichen<br />

der Kirche führen drei leibliche Geschwister mit<br />

ihren Ehepartnern eine Mission im Friedrichsdorfer<br />

Tempel durch.<br />

Gemäß der Aufforderung der Führer der Kirche<br />

an die älteren Ehepaare, „ihr trautes Heim zu<br />

verlassen und eine Mission zu erfüllen“, trafen<br />

sich die Älteste, Milly Helmrich, geb. Perle, ihr<br />

zwei Jahre jüngerer Bruder, Josef Perle, und das<br />

„Nesthäkchen“, Edda Tischhauser, geb. Perle, an<br />

diesem heiligen Ort. Durch die gemeinsame Zeit<br />

des Dienens sind sich die Geschwister besonders<br />

nahegekommen und erleben dabei viele geistige<br />

Höhepunkte. Es ist ihr Wunsch, dass sie mit ihren<br />

Ehepartnern weiterhin viele Tage mit Kraft und<br />

Segen bei ihrer Arbeit im Weinberg des Herrn<br />

hilfreich sein können. ◼<br />

Die Geschwister<br />

Perle mit ihren<br />

Ehepartnern<br />

beim Dienst<br />

im Tempel in<br />

Friedrichsdorf<br />

(Elder und Sister<br />

Tischhauser, Elder<br />

und Sister Perle,<br />

Elder und Sister<br />

Helmich, v.l.)<br />

Fabian Müller<br />

Zweig Elmshorn,<br />

Pfahl Neumünster:<br />

Alpenländische Mission<br />

München<br />

Moritz Radnoti<br />

Gemeinde München 1,<br />

Pfahl München:<br />

Griechenland-Mission Athen<br />

Sebastian Müller<br />

Zweig Elmshorn,<br />

Pfahl Neumünster:<br />

Schottisch-Irische Mission<br />

Jacob Stank<br />

Gemeinde Pinneberg,<br />

Pfahl Neumünster:<br />

Ecuador-Mission Quito<br />

GERMAN<br />

R8 Liahona

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