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68 Die sächsische Legende schlafender oder schlaftrunkener Mannschaften. Flucht der Königsfamilie aus dem nächtlichen Greuel, obwohl Virgils Schilderung Vorbilder dafür enthält. Sehr auffallend ist aber die Vorsicht, mit der trotz der Klagen über den Brand der glücklichen Wohnungen, den Tod der Männer und Jünglinge, das wilde Fortschleppen der Frauen es vermieden wird, den Feind zu nennen, der all dies Unglück angerichtet hat, während in Virgils Schilderung der wilde Neoptolem oder Pyrrhus oft genug als grausiger Würger genannt, auch die anderen Griechenhelden erwähnt und nie unbestimmt von dem Feinde, sondern von den Dardanern gesprochen wird. Dies Verschweigen des Namens und das Vermeiden jeden Vorwurfs ist begreiflich und war geboten, wenn Franken die grausamen Sieger waren, Radegunde war selbst das Weib eines dieser Sieger geworden. Sie spricht auch von der Ermordung ihres Bruders am Hofe Chlothars nur als von einem unsagbaren Schicksale (sorte nefanda, ad Artach. 9), oder sie redet von den Feinden, die sie zum zweiten Male zu ertragen hatte (ad Amalfr. 148: atque iterum hostes fratre iacente tuli). Hier hat sie uns aber doch die Feinde bezeichnet, die sie in der vorhergehenden Schilderung gemeint hat, nämlich die Franken. Und daß atich ihre Umgebung nur von diesem Feinde gehört hat, sagt mit voller Deutlichkeit ihre Lebensbeschreibung : tempestate barbarica Francorum victoria regione vastata. Was hätte aber Radegunde und Venantius daran hindern können, die „wilden Sachsen" zu nennen, wenn diese ihr Volk gefällt, wenn diese die nächtlich ruhende Mannschaft gemordet und die Frauen aus den Häusern gerissen hätten? Bei den Römern und Franken, auch im Gudrunliede, galten ja gerade die Sachsen als der Ausbund von Wildheit, und derselbe Venantius kennt und beschreibt sie in seinem Gedicht an Bischof Felix zu Nantes als Aspera gens Saxo vivens quasi more ferino. Irgend ein Grund zur vorsichtigen Schonung im Ausdruck des

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