LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

10 Gejza v. Bukowski,

und scharfer ausgepragte Unterschiede dar, als bei ihnen iibcrhaupt keine Entwicklung von eigentlicben

Spiralwiilsten oder Kielen stattflndet, sondern die Flankenmittc des letzten Umganges bios schwach eingedriickt

erscheint und beiderseits nur von stumpfen Kanten begrenzt wird. Hiebei verlauft bei Nerttina

dorica Neum. iiber der oberen Kante in der Nahe der Miindung eine vcrtiefte Rhine, die Seiten des letzten

Umganges fallen nicht so steil ab und ihr Gehause ist im Ganzcn mehr breit, niedergedriickt und das

Gewinde merklich niedriger. Beide Arten haben tiberdies cine regelmassigere, dem Halbkreise sich niihernde

Miindung. Im Ubrigen gelten auch noch die bei Nerttina Coa Neum. hervorgehobenen Abweichungen,

und die Schalenzeichnung gibt auch hier einen nicht unwesentlichen Anhaltspunkt fiir deren Trennung ab.

Die Unterschiede zwischen Neritina Fontannesi Neum. und Neritina Fuchsi Neum. (vergl. M. Neumayr,

1. c, S. 287 d. Zeitschr., Taf. I, Fig. 4 und Spratt and Forbes, Travels in Lycia, Milyas and the

Cibyratis, vol. II, p. 203, fig. 6), welch' letztgenannte Art mit dcr vorliegenden und der Neritina pseudomicans

entschieden in eine Gruppe gehort, hat bereits Neumayr angegeben; es gentigt daher hier auf die

betreffenden Ausfiihrungen des genannten Autors hinzuweisen. Ganz nebenbei mochte ich nur noch

bemerken, dass an vielen Stricken der Neritina Fuchsi Neum., die ich untersucht habe, der zwischen der

mittleren Einsenkung der Flanken und dem wulstig aufgetriebencn unterstcn Theile der Windungen sich

zichende Kiel noch hohcr aufragt und viel scharfer ist und auch in der Miindung bedcutend starker zum

Ausdruckc gelangt, als bei dem durch Neumayr abgebildeten Exemplarc.

Unter den recenten F'ormen ist Neritina cinctella Mart, (vergl. E. v. Martens, Uber vorderasiatischc

Conchylien nach den Sammlungen von Prof. Hausknecht, S. 34, Taf. V, Fig. 43 und E. v. Martens, Die

Gattung Neritina, Systematisches Conchylien-Cabinet, S. 91, Taf. 13, Fig. 22—24) aus Mesopotamien, vvie

schon Neumayr angefiihrt hat, unserer Form in Bezug auf Sculptur ziemlich ahnlich. Daneben bestchen

aber zwischen beiden auch bedeutende Unterschiede, von denen als die wichtigsten nach der Beschreibung

und Abbildung die folgenden namhaft gemacht werden konnen. Neritina cinctella Mart, zeichnet sich

unter Anderem durch eine bedeutend weniger gewolbte und nicht anniihernd so stark schwielig verdicktc

und ausgebreitete Columellarflachc aus; sie hat ferner einen fein gezahnten Golumcllarrand, ihr Gewinde

scheint minder vorzustehen, etwas ktirzer zu sein; die Miindung zeigt insofern eine andere Form, als dcr

Aussenrand derselben mehr gleichmassig von dcr Naht nach unten verlauft, indcm die Flanken mit dcr

Nahtflache unter einem viel stumpferen Winkel zusammenstosscn. Die gtirtelformige Anschwellung und

die darunter liegende Einsenkung der Flanken auf dem letzten Umgange sind im Grossen und Ganzen

ahnlich, nur diirften dieselben nicht so tief, nicht bis in die Mitte der Seiten herabsteigen. Ein sehr wesentlicher

Gegensatz tritt endlich in der ganzlich verschiedenen Farbung und Zeichnung des Gehiiuses hervor.

Bemerkung. Gelegentlich der Beschreibung der levantinischen Molluskenfauna von der Insel Kos

hat Neumayr, wie bekannt, die dort vorkommenden Neritinen, welche sammtlich im Vorangehenden

erwahnt wurden, in zwei Gruppen eingethcilt. Die cine Gruppe umfasst nach ihm die Arten Neritina

dorica Neum., Neritina Coa Neum. und Neritina abnotmis Jenk., die sich in dcr hier angegebenen

Reihenfolge an cinander anschliessen und durch vollstandige Ubergange mit einander verkni'ipft sind. In

der zweiten Gruppe beflnden sich dagegen Neritina Fontannesi Neum. und Neritina Fuchsi Neum. Als

drittes Glied kommt nun zu den beiden letztgenannten Arten die auf Kos bisher noch nicht angetroffene

Neritina pseudomicans hinzu. Dieselbe hangt, wie schon wiederholt hervorgchoben wurde, durch allmalige

Ubergange mit Neritina Fontannesi Neum. sehr eng zusammen und nimmt in der zweiten Gruppe

genau dieselbe Stellung cin, wie Neritina dorica Neum. in der zuerst erwabnten Formenvergesellschaftung,

so dass diese Mutationsreihe mit ihr beginnt und mit Neritina Fuchsi Neum. abschliesst. Die Vorkommnisse

in den levantinischen Bildungen von Rhodus haben also nicht nur die Richtigkeit der Auffassung

Neumayr's vollends bestatigt, sondern auch die beiden Gruppen insofern erganzt, als in dcr

zweiten das noch fehlende Anfangsglied aufgefunden wurde. Dass die Unterscheidung dieser beiden

Formenkreise auf natiirlicher Grundlage ruht, wird meiner Ansicht nach unter Anderem auch sehr wesentlich

bekraftigt durch den scharfen Gegensatz, der sich in der Schalenzeichnung zwischen denselben

iiussert. Im Einklange damit steht dann bis zu einem gewissen Grade auch die geographische Vertheilung,

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