LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

18 Gejza v. Bukotvsk

orbis erscheint jedoch damit keineswegs erschopft. Ausser den hier bcschriebenen wurdcn namlicb noch

anderen Species angehorende, grosse Planorben sowohl in den erwahnten Mergeln der Umgebung von

Skhiadi, als auch in einer Sandlage der fluviatilen Schotter am Si'idrande der Mt. Elias-Kalkmassc zwischen

Flatania und Apollona beobachtet. Leider gelang es nicht, dieselben wegen ihrcr Zerbrechlichkeit aus den

Schichten in einem Zustande zu erhalten, der es zuliesse, sie wenigstens annahernd zu bestimmen. Einzelne

Stticke gingen wieder wahrend des Transposes zu Grande, und in Folge dessen konnen diese Formen hier

iiberhaupt keine Beriicksichtigung flnden. Immerhin aber ersieht man daraus wenigstens, dass von einer

genaueren palaeontologischen Ausbeutung der levantinischen Sedimente auf Rhodus eine reichere Vertretung

der Gattung Planorbis noch zu erwarten ist.

Planorbis (Armiger) cristatus Draparnaud.

Taf. VIII, Fig. 2-3.

1805. Planorbis cristatus Draparnaud, Histoire naturelle des mollusques terrestres et lluviatilcs dc la France; p. 44, pi. II,

rig. 1-3.

1847. Planorbis nautileus (Lin.) Dupuy, Histoire naturelle des mollusques terrestres ct d'eau douce etc.; p. 436, pi. 21, fig. 12.

1860. Planorbis crista (Lin.) Rolle, Die Lignit-Ablagerung des Beckens von Schonstein in Untersteicrmark und ihre Fossilien;

S. 29, Taf. II, Fig. 3.

1864. Planorbis cristatus (Drap.) Bourguignat, Malaeologie de l'Algcric; tome II, p. 164, pi. 10, lig. 14—17.

1870 — 75. Planorbis nautileus var. cristatus Sandberger, Die Land- und Susswasscrconchylien der Vorwelt, S. 782, Taf. 35,

Fig. 10.

1875. Planorbis cristatus (Drap.) Westerlund, Malakologische Studien, Kritiken und Notizcn; X, S. 115 (d. Zcitschr.), Taf. 4,

Fig. 25-27.

1886. Planorbis nautileus var. cristatus (Drap.) und var. spinulosus Clcssin, Die Familie der Limnaciden etc.; S. 152 und 153,

Taf. 21, Fig. 5 und 7.

Planorbis cristatus Drap. {Nautileus crista Lin.) wird bekanntlich von viclcn Autoren bios als eine

Varietat des Planorbis nautileus Lin. (Planorbis imbricaius pi. auct.) betrachtet. Man stiitzt sich hiebei auf

die zahlreichen Ubergange, welche in manchen Fallen eine scharfe Trennung wescntlich erschweren.

Andererseits gibt es aber auch viele Conchyliologen, die an der Unterscheidung der beiden Formen als

besonderer Arten trotz der Ubergange festhalten. Letzterer, unter Anderen auch durch Westerlund (Fauna

der in der palaarktischen Region lebenden Binnenconchylien, V, Lund, 1885, S. 83) vertretenen Auffassung

schliesse auch ich mich an. Wenn man den Typus des mit starken Qucrrippen versehenen Planorbis cristatus

Drap., der in Var. spinulosus CI ess. das ausserste Extrem in der Ausbildung seiner bezeichnenden

Merkmale, namentlich der Berippung erreicht, und typische Exemplare des auf der Schalenoberflache nur

eine feine Streifung aufweisenden Planorbis nautileus Lin. mit einander vergleicht, so unterliegt deren

Unterscheidung durchaus keiner Schwierigkeit, und cs ergibt sich sogar bis zu einem gewissen Grade die

Nothwendigkeit, beide Formen von einander specifisch zu trenncn. Die starke Variabilitat mancher Charaktere

auf beiden Seiten und das Vorhandensein von Zwischengliedern in den betreffenden Richtungen,

welche gewissermassen einen Ubergang vermitteln, stellen sich aber meiner Ansicht nach einer solchen

Auffassung nicht entgegen und sind fiir eine Vereinigung keineswegs noch maassgebend. Man hat es hier

doch mit Erscheinungen zu thun, die einem Palaontologen auf Schritt und Tritt begegnen, und die durchaus

noch nicht einen zwingenden Grund dazu abgeben, variable, durch Ubergange verbundene, in den Extrcmen

aber deutlich von einander sich sondernde Formen unter einer Artbezeichnung zusammenzufassen.

Uber die Zugehorigkeit der mir vorliegenden fossilen Stiicke zu Planorbis cristatus Drap. besteht fiir

mich kein Zweifel. Dieselben weichen vvohl von dem Typus einigermassen ab und scheinen eine Abanderung

dieser Art darzustellen, die Unterscheidung von Varietaten unter besonderen Namen halte ich aber

bei Planorbis cristatus mit Ausnahme solcher Fill I c, wie der, welcher uns in Var. spinulosus Cless. entgegentritt,

wo die Abanderung sich unter der Menge von Mutationen scharfer abhebt, in Anbctracht des

grossen Ausmaasses von Variabilitat und der allmaligen Ubergange fiir unzweckmassig. Ich beschriinke

mich auch deshalb bios darauf, in der nachstehenden Beschreibung diejenigen Charaktere, welche die

fossile Form von Rhodus gegeniiber dem Typus auszeichnen, besonders hervorzuheben.

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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