LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

20 Gejza v. Bukowski,

zur Genlige bekannt und braucht schon mit Riicksicbt auf die zwischen beiden auftretenden zahlreichen

Ubergangsformen keiner naheren Begri'mdung. Bezuglich der Unterschiede, unter denen einer der wcsentlichsten

in der Schalenverzierung liegt, vcrweise ich auf die von Wcsterlund (Fauna der in der paliiarktischen

Region lebenden Binnenconchylien, V, 1885, S. 8.3 und 84) gegebenen Diagnosen beidcr Arten,

aus denen die Unterscheidungsmerkmale ganz klar bervorgehen.

Von anderen dem Planorbis cristatus Drap. in gewissen Beziehungen sich noch ahnlich zeigenden

Formen kommen fur cinen Vergleich nur noch die beiden, bisher bios in fossilem Zustande bekannten Arten

Planorbis costatus Klein und Planorbis geniculatus Sandb. in Betracht. Planorbis coslatus Klein aus

Steinheim (vergl. Klein, Conchylien der Siissvvasserkalkl'ormationen Wilrttembergs, 1847, S. 78 d. Zeitschr.,

Taf. I, Fig. 24; Sandberger, Die Land- und Siisswasserconchylien der Vorwelt, S. 647, Taf. 28, Fig. 5; etc.)

ist zwar in seinen Merkmalen ungemein variabel, lasst sich jcdoch im Allgemeinen von unserer Form

durch folgende, ihm stets zukommende, von Sandberger schon hervorgehobene Charaktere wohl untcrscheiden.

Derselbe besitzt in der Regel bedeutend zartere, viel weniger hervorragende Rippcn. Seine Windungen

sind ferner fast immer rundlich; sie erschcinen nur ausnahmsweise schwach kantig und selbst

dann niemals in so ausgesprochener Weisc, wie bei Planorbis cristatus. Damit hangt schliesslich auch die

abweichende F'orm der Miindung zusammen. Planorbis geniculatus Sandb. (vergl. Sandberger, Die

Land- und Siisswasserconchylien der Vorwelt, S. 713, Taf. 27, Fig. 8) weicht nach den Angaben Sandbergers

sehr wesentlich durch gerundete, im Querschnitt ovale, niemals kantige Windungen und dem entsprechend

rundlich eiformige Miindung ab, nebst dem aber auch durch das anderc Aussehen der Rippen,

vvclche grober und namentlich in der Jugend stark aufgetricben sind. Planorbis ptycopltorus Brus.

(S. Brusina, Fauna fossile terziaria di Markusevec in Croazia, 1892, p. 10), eine ncue gcrippte, noch nicht

abgebildete Art aus den Congerienschichten der Umgebung von Agram, gehort nach der vorUiufigen Mittheilung

des Autors trotz ihrer an die Untergattung Armigcr crinnernden Rippenverzierung einer anderen

Gruppe an und steht in keinem verwandtschaftlichcn Verhaltnissc zu Planorbis cristatus Drap.

Planorbis (Tropidiscus) transsylvanicus Ncumayr.

Taf. VIII, Fig. 4, 5.

1875. Planorbis transsylvanicus Neumayr; Herbich und Ncumayr, Die Susswasscrablagerungen im sudostlichen Siebenbiirgen,

S. 27, Taf. XVII (d. Zeitschr.), Fig. 16.

Wenn ich die im Nachstehendcn beschriebene Form als eine Varietat des Planorbis transsylvanicus

Neum., der in typischer Ausbildung sich in den levantinischen Ablagerungen von Rhodus nicht vorfindet,

bezeichne, so geschieht dies nur unter grossem Vorbehalte, zunachst wcil ich Planorbis transsylvanicus

aus eigener Anschauung nicht kenne und mich lcdiglich auf die von Neumayr gegebene Beschreibung

und Abbildung desselben stiitzen muss, dann aber auch mit Riicksicht auf den Umstand, dass diese Art

bisher bios in den von Rhodus weit entfernten pliocanen Binnenbildungen Siebenbiirgens und Slavoniens

nacbgewiesen erscheint. Es ist unleugbar, dass die mir vorlicgenden Stiicke viele und grosse Analogien mit

dem in der Jetztwelt stark verbreiteten Planorbis carinatus Mill 1. aufweisen, wodurch es beim ersten Anblick

vielleicht richtiger und zweckmassiger scheinen konntc, sie dieser Form anzuschliesscn; doch zeich-

nen sich unsere Exemplare andererseits auch durch gewisse sehr gewichtige und constante Merkmale aus,

vvclche sie von Planorbis carinatus sehr scharf trennen und dafiir dem Planorbis transsylvanicus Neum.

bedeutend naher riicken. Als solche Merkmale sind vor Allcm anzufiihren die durchwegs gcringe Grosse

und der constante Charakter, dass die Schale nur aus drei Windungen besteht. Vornehmlicb aus diesen

Griinden diirfte daher die hier vertretenc Ansicht, dass die levantinische Form von Rhodus, wenn man sie

nicht als eine sclbststandige Art auffassen will, noch am besten als cine stiirkere Abanderung dem Planorbis

transsylvanicus unterzuordnen ist, trotz einiger Schwicrigkeiten, die sich ihr cntgcgcnstellcn, nicht ganz

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ungerechtfertigt sein. Durch eine moglichst genaue Angabe der Unterschiede, so weit solche sich aus einem

Vergleiche mit der Abbildung und Beschreibung ergeben, erscheint iibrigens dabei auch fur cine eventuell

andere Auffassung das nothige Beobachtungsmaterial geliefert.

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