LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

24 Gejza v. Bukowski,

Bemerkung. Unter den fossilen Stisswasserconchylien der Insel Rhodus, welche seinerzeit Tournouer

vorgelegen sind, fiihrt der genannte Autor (Tournouer, Coquilles fossiles d'eau douce de 1*tie de

Rhodes, in P. Fischer's Paleontologie des terrains tertiaires de 1'lie de Rhodes, p.49) mehrerc Stiicke eincs

Planorbis an, die, wie er angibt, nur 5 mm im Durchmesscr betragen und eine sehr abgeflachte, durch

einen Kiel begrenzte Untcrscite haben. Er stellt dieselben zu Planorbis subangulalus Phil, und betrachtet

sie als eine besondere Abanderung dieser Species. Vorausgesetzt, dass die in Rede stchcnden Exemplare

wirklich aus levantinischen —nicht etvva aus jilngeren —Bildungcn stammen, konnte man nun vermuthen,

dass es sich hicbei urn die vorlicgendc Form oder urn den im VOrangehenden beschriebenen Planorbis

transsylvanicusNeum. var. dorica handle. Es muss aber bemerkt werden, dass damit jedenfalls dieFundstattc

nicht im Einklang stehen wilrde, nachdem ja die charenfiihrcnden Mergel mit Corymbina Monachornm

Buk. der Umgebung des Monastirs Skhiadi, welche bis jetzt die einzige Fundstellc unserer beiden

Arten bilden, vor deren Aufflndung durch mich ganz gcvviss nicht bekannt warcn. Ein entscheidendcs

Urtheil in der hier angeregten Frage zu fallen, ist vorderhand nicht moglicb, vveil Tournouer vveder eine

Abbildung, noch auch eine genaue Charakteristik der von ihm crvvahntcn Form gegeben hat. Es erscheint

aber ininierliin nothvvendig, hier darauf wenigstens hinzuweisen.

VALVATA M Li Her.

Von ilen vier im Nachstehenden beschriebenen Formen, welche sammtlicb neu sind und aus den

durch Corymbina Monachortim Buk. charakterisirten, unwcit des Monastirs Skhiadi aufgeschlossenen

Schichten stammen, stellt sich Valvata %regaria als ein typischcrVertreter dieser Gattung dar. Die iibrigen

drei Arten, in erster Linie wohl aber Valvata aberrans und Valvata Skhiadica zeichnen sich hingegen unter

Anderem durch gewisse sehr auffallende Merkmale aus, die sonst, bei den eigentlichcn Valvaten nicht

angetroffen werden. Auf Grund dieser Merkmale miissen denn auch die betreffenden Formen, vor Allem

die beiden letztgenannten, zum mindesten als Vertreter einer besonderen Gruppe aufgefasst werden. In

einer Beziehung zeigen dieselben wohl eine grosse Annahcrung an die erst kiirzlich durch Brusina aufgestellte

neuc Valvatidengattung Aphanotylus Brus.; berticksichtigt man jedoch die Gesammtheit derjenigen

Charaktere, welche Aphanotylus zu einer wohlbegri'indeten Gattung stempeln, so stellen sich gegen

den directen Anschluss unserer Arten an Aphanotylus Brus. einige Bedenken ein. Urn nun das Verhaltniss

der drei oberwahnten Formen zu Aphanotylus Brus. sowohl, als auch zu anderen Valvaten zu beleuchtcn,

wird es am zweckmassigsten sein, gleich hier im Zusammenhange auf die dabei in Bctracht kommenden

eigenthumlichen Merkmale einzugehen.

Derjenige Charakter, wclchcr die Sonderstellung der Valvata aberrans und Valvata Skhiadica hauptsachlich

bewirkt, bestcht in einer deutlichen Verdickung des Spindelrandes der Mundung. Diese als eine

Art Zusammenpressung erscheinende Verdickung lasst sich ohneweiters zuruckfuhren auf das an der

Basis, keineswegs aber oben an derNaht, sich zeigendc Bcstrebcn des Schlusstheilcs der letzten Windung

aus der normalen Spiraleinrollung, gleichsam durch eine Knickung nach einwarts, herauszutreten. Die

Folge davon ist dann endlich, dass der Nabcl ziemlich bctrachtlich eingeengt aussicht, zum Thcil verdeckt

wird und bei Valvata aberrans sogar zu einer Nabelspalte zusammenschrumpft. Alle diese Merkmale kommen

nun wohl auch bei der dritten Art, Valvata Monachortim, zum Vorschcin, doch erreicht bei derselbcn

die Verdickung des inneren Mundrandes keine so kraftige Ausbildung, und es ist ausserdem auch, wie in

der Beschreibung noch naher auseinandergesetzt werden soil, keine Sicherheit dariiber vorhanden, ob nicht

ctwa hier die betreffenden Charaktere lediglich Folgeerscheinungen einer Schalenvcrlctzung sind, was cben

bei Valvata aberrans und Valvata Skhiadica gewiss nicht der Fall ist.

Hinsichtlich der Verdickung des Spindelrandes der Mundung, sowie der Einengung und theilvvcisen

Vcrdeckung des Nabels durch den inneren Mundrand bietet nun die Gattung Aphanotylus Brus., wie man

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aus der durch Brusina gegebenen Charakteristik derselbcn entnehmen kann (vergl. S. Brusina, Note

preliminaire sur le groupe des Aphanotylus etc., p. 244 und 245 der Zcitschr.), und wie ich mich auch

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