LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

30 Gejza v. Bukowski,

Valvata Bnkowskii Brus., cine ncuc, erst ktirzlich durch Brusina in Croaticn aufgefundene, noch nicht

beschriebenc Species, unsercr Form sehr ahnlich ist. Die grosstcn und auffallendsten Anklange treten

namentlich in der Gehausegestalt und in dem Umrisse und der Lage der Mundung hervor. Durchgrcifcnde

Unterschiede bietct eigentlich nur die Unterscite der Schale. Nach den zablrcichen mir vorliegendcn Excmplarcn,

vvelcbe ich derGlite des Herrn Prof. Brusina verdankc, untcrsebcidet sich ValvataBnkowskii Brus.

im Wesentlichen nur dadurch, dass sic einen weitcren Nabel hat, und dass urn den Nabel bei ihr cine

stumpfe, doch stets sehr deutlich ausgepragte Basalkante verlauft, von der die letzte Windung ungemcin

steil gegen die Mittc zu abfallt. Dem gegeniiber sind dann die iibrigen Gegensatze schon von weitaus geringerem

Belang. Dieselben aussern sich vor Allem darin, dass bei unserer Form der letzte Umgang mchr

gerundct, im Vcrhaltnissc wcniger ungleichmassig gewolbt crscheint, und dass das Gewinde in der Kegel

starker niedcrgedriickt ist.

Ferner erinnert an Valvata Skhiadica in einigen Bcziehungen auch Valvata naticina Menkc (vergl.

Sandberger, 1. c, S. 773, Taf. 33, Fig. 15 = Valvata Menkcana Jclski, Journal dc Conchyliologic, ser. 3,

tome 111, Vol. 11, 1863, p. 136, pi. VI, fig. 4). Im Ganzen bietct jedoch diese Art, nach den mir aus dem Diluvium

von Mosbach bei Wiesbaden vorliegendcn Excmplarcn dersclbcn zu urtheilen, schon weitaus bedeutenderc

Unterschiede dar als die vorhin verglichcne Form. Den auffallendsten Unterschied bildet entschieden

die mchr kugelige Gestalt ihrer Schale. Die Obcrscite des Gehauscs ist niemals so stark niedergedruckt,

wie bei Valvata Skhiadica. Das Gewinde ragt durchwegs hoher uber dem letzten Umgange auf

und zeigt obcn in der Kegel ein wcniger stumpfes Ende. Die Niihte sind constant seicht und der Nabel ist

urn einen zwar geringen, immerhin aber merklichen Bctrag weitcr. Was die Mtindung anbelangt, so

crscheint dieselbe oben, unter der Naht, vor Allem starker winklig begrenzt. Schliesslich kann auch noch

erwahnt wcrden, dass die Anwachsstreifen im Allgemeinen kraftiger und dabei ungleich stark sind, und

dass Spirallinien auf der Basis nicht vorkommen.

Bei Valvata hellenica Tourn. (vergl. P. Fischer, Paleontologic des terrains tertiaires de 1' ile dc

Rhodes, p. 55 = Valvata Kupensis in Th. Fuchs, Studicn iibcr die jungeren Tertiarbildungen Griechenlands,

S. 38, Taf. V, Fig. 1—5; vergl. auch F. Fontanncs, Le bassin dc Crest, p. 181, pi. I, fig. 19) und Val-

vata Kupensis Fuchs (vergl. Th. Fuchs, Beitrage zurKenntniss fossiler Binnenfaunen, IVundV, Jahrb. der

k. k. geolog. Reichsanstalt, Wicn, Bd. 20, 1870, S. 543, Taf. 22, Fig. 23—25) geniigt es, auf die kreisrunde,

mil zusammenhangenden, cinfach schneidenden, an keiner Stcllc umgebogenen Rand em vcrseiiene

Miindung, auf die walzenformigen, im Durchschnitte kreisrunden Windungcn und auf den wciteren Nabel

hinzuweisen, um den verhaltnissmassig grossen Abstand zwischen denselben und unserer Form zu kennzeichnen.

Mit der in Egypten lebenden Valvata nilotica Jiclc, wclchc nach der Angabc Tournouer's der

Valvata hellenica Tourn. sehr nahe stcht, einen genauen Vergleich anzustcllen, bin ich nicht in der Lage;

aus ihrer Beschreibung geht jedoch ganz klar hervor, dass sic unserer Form gegeniiber nicht minder

wichtigc Unterschiede darbictct, als die beiden zuvor genanntcn Artcn. Noch wciter cntfernt sich sodann

Valvata Sulekiana Brus. (vergl. S. Brusina, Fossilc Binnenmollusken aus Dalmaticn, Croaticn und Slavonien,

S.89, Taf.VI, Fig. 11 —13). Die wichtigstcn unter denjenigen Charaktcrcn dersclbcn, wclchc die bedeutenden

Unterschiede ausmachen, sind die der Scheibenform sich bereits sehr stark nahernde Cesla.ll ihrer

Schale, das vvenig emporragende Gewinde, der wcitc, von einer stumpfen Basalkante bcgleitctc Nabel, die

nahezu kreisrunde Miindung, die cinfach schneidenden, zusammenhangenden Mundrandcr, die mchr

gerundctcn Umgange und schliesslich auch die breiter eingedriickten Niihlc.

Ausserdem verdient noch Valvata Lessonae Sacc. hicr genannt zu wcrden als cine Form, bei der sich

gewisse Anklange an Valvata Skhiadica bemerkbar machen. Ein genauer Vergleich lasst sich jedoch nach

der von Sacco (vergl. F. Sacco, Fauna malacologica dclle alluvioni plioceniche del Piemontc, Mem. della

reale accad. delle scienzc, Torino, tomo 27, ser. 2, 1886, p. 177, tav. I, fig. 8) gegebenen Abbildung und

kurzen Beschreibung dieser Art daselbst nur schwer durchfiihrcn. Eine gewisse Ahnlichkeit scheint vor

Allem in der Gestalt des Gewindes, wie uberhaupt in dem Ausschen der Oberseite der Schale zu bestchen.

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

Starker hervortretende Unterschiede diirften dagegen in den folgenden Charaktcrcn der Valvata Lessonae

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