LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

32 Gejza v. Bukotvski,

Vergleiche. Wenn man von der unregelmassigen Einrollung und der eigenthiimlichen Ausbildung des

letzten Abschnittes der Schlusswindung und der Miindung absehen konnte, so mLisste wohl zugegeben

werden, dass unsere Form sich vor Allcm an Valvata piscinalis Mii 11. eng anschliesst. Die betreffenden

auffallenden Charaktere, die im Besonderen hier noch zu wiederholen keineswegs nothwendig ist, bilden

jedoch sowohl Valvata piscinalis Mtill. und den ihr verwandtcn Formen, als auch alien anderen ferner

stehenden Artcn gcgeniiber sehr gewichtigc Unterschiede. Die Frage iibrigens, ob diese Charaktere der

Valvata Monachorum wirklich als constante specifischc Merkmale aufzufassen sind, Oder ob man sie nur,

wovon noch spater die Rede sein wird, filr Folgeerscheinungen einer Verletzung der Schale zu halten hat,

lasst sich vorlaufig nicht sicher beantworten. Aber selbst dann, wenn der letztere Fall sich als der richtige

herausstellen sollte, konnte eine Identifi&rung unserer Form mit Valvata piscinalis Mull, nicht vorgenommen

werden. Ein nicht unwesentlicher Unterschicd zvvischen bciden Artcn besteht namlich ausserdem

darin, dass bei Valvata Monachorum im Gegensatz zu Valvata piscinalis Mtill, der letzte Umgang in

seinem ganzen Verlaufe, auch dort, wo eine Schalenverletzung vollstandig ausgeschlossen ist, unter der

Naht ziemlich stark abgeplattet erscheint. Dasselbe gilt auch der Valvata subcarinata Brus. (vergl.

Porumbaru, Etude geologique des environs de Craiova, p. 39, pi. IX, fig. 11 und Penecke, Beitrage zur

Kenntniss der Fauna der slavonischen Paludinenscbichten, If. Theil, S. 36) gcgeniiber. Hier trilt aber ilberdies

noch insofern eine Verstarkung der Unterschiede ein, als bei der letztgenannten Form die oberen

Windungen stets eine Andeutung einer kielartigen Kante aufweiscn.

Valvata naticina Menke, Valvata Bukowskii Brus. und die vorhin beschriehene Valvata Skhiadica

weichen beziiglich vicler, zum grossen Thcile sehr wescntlicher Merkmale bercits in so auffallender Weise

von der vorliegenden Form ab, dass es uberflussig ware, hier cincn Vergleich mit denselben durchzufuhren

Noch starker hervortretenden Gegensatzen begegnen wir bei Valvata sliriaca Rolle (F. Rolle, Die Lignit-

Ablagerung des Beckens von Schonstein in Unter-Stciermark und ihre Fossilien, S. 34, Taf. II, Fig. 9), so

dass auch diese Art hier ohne weiters ausser Betracht gelassen werden kann. Was endlich Valvata

Anconac De Stef. (vergl. Atti dclla soc. toscana di scienze nat., Pisa, 1877, vol. Ill, p. 30:"), tav. 18, fig, 5),

Valvata interposita De Stef. (1. c. 1880, vol. V, p. 48, tav. 3, fig. 13) und Valvata Aviliancnsis Poll, (vergl.

Mem. dclla reale accad. delle scienze, Torino, ser. II, tomo 38, 1888, p. 50, tav. I, lig. 16—18) betrifft, wclche

Formen zwar in einzelnen Charakteren an unsere Art etwas erinnern, unter Berucksichtigung der

gesammtcn Merk'malc jedoch keineswegs als sehr nahestehend bezeichnet werden konnen, so geniigt es

schon, die citirten Abbildungen derselben zu bctrachten, um die wesentlichslen Unterschiede sofort zu

erkennen.

Bemerkung. Das mit einer nach einwarts gcrichteten Knickung verbundene ungleichmassige raschere

Absteigen in der Spiralc des Schlusstheiles der letzten Windung und die runzelartige Zusammendrilckung

der Basis dieses Windungsabschnittes, die in Folge dessen auffallend unterstandige Lage und dabei

unregelmiissige Form der Miindung, so wie die iibrigen damit zusammenhangenden Eigenthtimlichkeiten

der Schale der Valvata Monachorum wurden in der voranstehenden Heschreibung vorlaufig als constante

und bis zu einem gewissen Grade auch wichtige Artmerkmale aufgefasst. Nun muss aber bemerkt werden,

dass diese, wie ich ausdrucklich hervorhebc, hier unter Reserve vertretene Auffas.sung durchaus noch nicht

etwa als cine vollends begriindete unci erwiesene Thatsache hingenommen werden darf. Wie schon friiher

kurz angedeutet wurdc, ist namlich andererseits auch die Moglichkcit nicht ausgeschlossen, dass es sich

hiebei lediglich um eine abnorme Ausbildung in Folge haufiger Verletzungcn tier Gehausc handle. Wir

haben zwar bei Valvata Skhiadica ahnliche Eigenthtimlichkeiten der Schale als constante Charaktere kenncn

gelernt, in dem vorliegenden Falle lasst sich jedoch eine sichere Entschcidung in dieser Richtung auf

Grund des mir zu Gebotc stehenden Materials nicht erzielen. lis ist bcreits gesagt worden, dass in meiner

Aufsammlung bios drei Exemplare von Valvata Monachorum enthalten sind, wclche alle durch die gleiche

Ausbildung ihrer Merkmale sich auszeichnen. Diese zeigen allcrdings Spuren einer Verletzung auf dem

letzten Umgange; nachdem mir aber kein einziges unladirtcs Stiick vorlicgt, so kann auch nicht behauptet

werden, dass die obgenannten eigenthiimlichen Charaktere nur in Folge einer Verletzung entstanden sind,

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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