LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

34 Gejza v. Bukowski,

dabei namentlich in der oberen Halfte nach Aussen ctwas umgebogen. An die vorhergehende Windung legt

sich ungefahr i / 3 desselben an. Mit dem Aussenrande bildet dieser Thcil unter der Naht eincn nur sehr

schwach hervortretenden Winkel.

Beziiglich der besonders auffallenden Merkmale, mimlich desscn, dass anstatt eines offenen Nabels

in der Regel nur eine Nabelspalte auftritt, und dass der Spindelrand der Miindung stets verdickt ist, muss

betont werden, dass diese Eigenthumlichkeiten durchaus nicht als Abnormitaten aufzufassen und auf

irgendwelche Verletzung der Schale zuruckzuftihren sind, wcil allc mir vorliegenden Stiicke vollkommen

intacte Gehause haben. In den in Rede stehenden Merkmalen konnten ausserdem noch viclleicbt gewisse

Ankliinge an Lithoglyphus erblickt werden. Aus den genauen Vcrglcichen ergibt sich jedoch mit Gewissheit,

dass diese Anklange bios scheinbare sind, und dass wirkliche Beziehungen zu der genannten Gattung

keinesfalls bestehen. Abgesehen von dem ganzen Habitus der Schale, welchcr dem der Valvaten viel mehr

gleicht, und den sonstigen Eigenschaften, zeigen auch die oberwahnten Charaktere hier cine so wesentlich

andere Ausbildung, dass, wie ich glaube, mit Rucksicht darauf unsere Form mit Lithoglyphus unmoglich

in Verbindung gebracht werden kann.

Die glanzende Oberflache der Schale ist mit tiberaus zarten, erst unter der Loupe wahrnehmbaren,

dichten, mehr oder minder geraden und nach unten zu schicf gegen riickwarts verlaufenden Anwachsstreifen

bedeckt. Auf der Basis machen sich iiberdies, wie schon erwahnt wurde, mehrere sehr feine, erhabene

Spirallinien bemerkbar. Die Dimensionen sind folgende: Bei der Gesammtlangc des Gehiiuses von

nicht ganz A mm betragt die grosste Breite des letzten Umganges an der Basis etwas tiber 4 mm.

Vorkommen. Valvata aberrans findet sich in den Sanden und den charenfuhrenden Mcrgeln und

Kalken mit Corymbina Monachorum Buk. unweit des Monastirs Skhiadi nicht haufig.

Vergleiche. Der verdickte, dabei nach Aussen etwas umgeschlagene Spindelrand der Miindung und

der im gunstigsten Falle tiberaus enge, zumeist jedoch in eine Nabelspalte iibergehende Nabel begriinden,

wie schon mehrmals gesagt wurde, eine isolirte Stellung der vorliegenden Form unter den Valvatcn und

bilden alien anderen Arten gegeniiber sehr gewichtige Unterschiede. Nur Valvata Slihiadica nahert sich

bis zu einem gewissen Grade der Valvata aberrans. Diese Annaherung aussert sich vor Allem darin, dass

bei derselben der Spindelrand ebenfalls, selbst unter nortnalen Verhaltnissen, zwar keineswegs in demselben

Maasse, doch immerhin sehr deutlich zusammengedrtickt, verdickt crscheint. Vielfache Anklange

lassen sich ausserdem noch in der Sculptur, in dem Aussehen der Basis und in der nahezu gleichen Gestalt

des Gewindes beobachten. Daneben bestehen aber auch sehr scharfe Unterschiede, von denen die wichtigsten

sich darin aussern, dass Valvata Skhiadica einen wohl engen, doch stets deutlich offenen Nabel

und eine breit ovale, rundliche Miindung hat, sowie dass bei Valvata aberrans der letzte Umgang in Folge

der starken Abplattung an der Seite eine wesentlich andere Form zeigt und die Windungen durch cine sehr

charakteristische, besonders tief eingedriicktc, rinnenartige Naht von einander geschieden werden. Endlich

kann noch angeftihrt werden, dass bei der letztgenannten Art das Gehause eine im Verhaltniss zur Breite

bedeutendere Hohe hat und in Folge dessen auch weniger flachgedrtickt erscheint, und dass in dem

Hohenausmaasse zwischen dem letzten Umgange und dem Gewinde eine grossere Differenz besteht.

Durch die rinnenartige, tief eingesenktc Naht erinnert unsere Form an Valvata Jaccardi Loc. (vergl.

Maillard et Locard, Monographic des mollusques tertiaires terrestres et fluviatiles de la Suisse, II, Mem.

d. 1. soc. paleont. suisse, vol. XIX, 1892—1893, p. 212, pi. 12, fig. 5). Ausgenommen diese einigermassen in

die Augen fallende zufallige Ahnlichkeit ist jedoch sonst der Abstand, wie sich aus der citirten Beschreibung

und Abbildung der Valvata Jaccardi Loc. ganz klar ergibt, ungemein gross, so dass in dem vorliegenden

Falle ein Vergleich als ganzlich uberfltissig bezeichnet werden kann.

In der starken Abplattung der Planke des letzten Umganges tritt uns ferner bei Valvata aberrans ein

Merkmal entgegen, dem man in nahezu analoger Entwicklung auch an den unteren Windungen der Valvata

stiriaca Rollc (F. Rolle, Die Lignit-Ablagerung des Bcckcns von Schonstein in Unter-Steiermark

und ihre Fossilien, S. 34, Taf. II, Fig. 9) begegnet. Ohne damit auch nur eine Andeutung tiber irgendwelche

Beziehungen zu dieser im Ganzen ubrigen sehr fern stehenden und gewiss nicht verwandtcn Art gcben zu

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