LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

38 Gejza v. Bukotvski,

wegs sehr rasch stattfindet, gleichsam knopffSrmig aufgesetzt. Das Ausmaass der kraftigen Wolbung der

Umgange bleibt ziemlich constant. Trotzdem macht sich aber in dem Umrisse der Windungcn bei verschicdcnen

Tndividuen cin Wechsel bemerkbar. Eincrseits lasst sich namlich bei vielen Exemplaren die Wolbung

insoferne als cine mchr gleichmassige bezeichnen, als die Seiten nach beiden Richtungen bin, sowobl nach

oben, als auch nach unten, gegen the tief liegenden Nahte allmahlig im Bogen abfallen; andererscits kommt

dann wieder nicht sclten der Fall vor, dass die Windungen oben unter der Naht einc manchmal sogar sehr

deutlich ausgepriigte Andeutung ciner Abdachung aufweisen. Der letzte Umgang, dessen Hohe sich

zwiscben 1 / 3 und a / 5 der Gesammtlange des Gehauses bewegt, weicht zum Schlusse von der normalen Einrollung

ab, indem er sich rascher in der Spirale senkt. Dieses schnellere Herabsteigen findet jedoch nicht

bei alien Individuen in demselben Ausmaasse statt. In Verbindung damit erscheint auch zuweilen der letzte

Abschnitt der Schlusswindung kurz vor der Mtindung von der Spira losgelost. Fiir die Mundung selbst gilt

dies nahezu als Regel. Dieselbe steht bei der weitaus fiberwiegenden Mehrzahl der Excmplare ganz frci

und nimmt zumeist cine sehr unterstandige Lage cin, indem sic mit dem Aussenrande nur wenig nach der

Seite vortritt. In den, wie gesagt, selteneren Fallen, in denen cine Anheftung beobachtet wcrden kann,

beriihrt die Mundung die Basis des vorhergehenden Umgangcs mit ihrem obersten Rande geradezu nur an

einem Punkte. Was die Form der Mundung anbelangt, so ist dieselbe durchaus nicht constant, kann aber

im Allgemeinen als rundlich oval bezeichnct werden. Manchmal niihert sic sich sehr dem Kreise; hauligcr

erscheint sie aber breit oval und nur seiten ciformig, indem sie sich nach oben ein wenig verschmalert. Die

zusammenhangenden Rander sind stumpf; hicbei schen der aussere und der untere Rand innen mitunter

etwas gelippt aus. In Folgc davon, dass die Munching ganz frei steht oder nur ausscrst wenig mit dem vor-

letzten Umgange zusammenhangt, ist die gewolbte Basis immer mit einem offenen, dabei aber vcrhaltnissmassig

engen Nabel versehen. Die glanzende Schalenoberflachc bedecken dichte, iibcraus zarte, nur unter

der Loupe wahrnehmbare Zuwachsstreifen, welchc quer fiber die Windungen nahezu geradlinig verlaufen.

Die grossten Exemplare erreichen eine Hohe von 3 mm, wobei die grosste Breitc der Schale ungefa.hr 1 -8

bis 2 mm betragt.

Vorkommen. In den unweit des Monastirs Skhiadi aufgeschlosscncn charenfuhrenden Schichten mit

Corymbina Monachorum Buk. ungemein hauflg.

Vergleiche. Bythtnella Skhiadica schliesst sich eng an die aus den Siisswasserschicbten von Mcgara

durch Th. Fuchs (Studien iiber die jiingeren Tertiarbildungen Griechenlands, S. 13, Taf. I, Fig. 22—24)

als eine Bythinia beschriebene Bythtnella scalaris Fuchs an. Die wesentlichsten Unterschiede, welche dieselben

von einandcr trenncn und sich durchwegs sehr Icicht erkennen lassen, sind folgende. Bythinella

scalaris Fuchs hat vor Allem ein spitzeres und deutlicher kegelformiges Gehause. Ihre Windungen

nehmen nicht allcin rascher an Breitc zu, sondern das Anwachsen derselbcn ist auch ein ganz rcgclmassiges,

indem sie von der Spitze angefangen bis zur Mundung gleichmassig grosser werden und sich

bis zum Schlusse ganz normal an einandcr legen, wahrend hier der letzte Abschnitt der Schlusswindung

schncllcr in der Spirale absteigt und in den Dimensioncn sich zwiscben der cmbryonalen und der zvveitcn

Windung ein grosserer Unterschied aussert, als zwiscben den folgenden, wodureh eben das Gehause fiber

dem zweiten Umgange starker abgesetzt erscheint. Ferner weist die Mfmdung bei Bythinella scalaris

Fuchs constant einc nahezu kreisrunde Gestalt auf und ist dieselbe stets an die vorhergehende Windung

angewachsen, infolge dessen an der Basis nur cine Nabclritze zum Vorschein kommt. Hier dagegen ist die

Mundung in der Regel breit oval und in der weitaus tibcrwiegenden Mehrzahl der Falle von der Spira ganz

losgelost; man begegnet vcrhiiltnissmassig seiten Exemplaren, bei denen sich die Mundung mit clem

aussersten Theile des Oberrandes an tlcn vorhergehenden Umgang anheftct; im Zusammenhangc damit

erscheint denn auch die Basis stcts mit einem offenen Nabel versehen. Endlich ist noch hervoi-zuhebcn,

dass Bythinella scalaris Fuchs constant einc bedeutend geringere Gr5sse crreicht, dass ihre Windungen

niemals abgedacht sind und dass die Mundrander innen niemals gelippt aussehen.

Die in dem Susswasserkalke von Tuchoric in Bohmen vorkommendc Bythinella scalaris Slav, (vergl,

A. Slavik, Ncuer Beitrag zur Kcnntniss der tertiaren Siisswasserkalkschichten von Tuchoric, 1869, S. 269

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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