LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

40 Gejza v. Bukowski,

in dcm Tuchoficer Kalke vorkommendc Byihinclla scalaris Slav, verwendet worden ist. Ich crlaube mir

deshalb fur die Form von Megara die Bezeichnung ^Byihinclla Megarensis* vorzuschlagen.

Hydrobia (Caspia) Sturanyi n. f.

Taf. IX, Fig. 8 — 10.

Das Gehause dieser sehr charakteristischen und leicht kenntlichen Art, wclcbe sich meinem Dafurhalten

nach am nachsten an die Vertretcr der recenten, im Caspisee lcbenden Gattung Caspia Dyb.

anschliesst, dabei aber auch etvvas an die Gattung Ncmalnrella San db. erinnert, ist ziemlich festschalig

und bat eine kegelformige bis spitz-eiformige Gestalt. Dasselbe setzt sieli aus fiinf, durch deutlich hervortretende,

aber nicht besonders stark eingedriickte Niihtc von einander gesehicdcnen Windungen zusammen,

wclcbe miissig an Rreitc zunehmen und nur sehr schwach gewolbt sind. Das Absteigen der Umgiinge in

der Spirale findet verhaltnissmassig langsam und in der Kegel bis zum Schlusse in gleichmassiger Weise

statt; cs kommt nur selten der Fall vor, dass der letzte Abschnitt dcr Schlusswindung kurz vor dcr Miindung

sich cin wenig raschcr in der Spirale senkt. Das oberste, durch die sehr kleine, wenig hervorragende

Embryonalwindung gebildete Ende des Gehiiuses sieht constant stumpf aus. Ein sehr bezcichnendes

Merkmal tritt uns bci dieser Art darin entgegen, dass das Gewinde stets sehr kurz crscbeint. Die Hone des

grosscn letzten Umganges betriigt in der Hintcransicbt mindestens die Halfte, haufig sogar mehr als die

Hiilfte von der Gesammtlangc dcr Schale; in der Vorderansicht entfallt auf das Gewinde zumeist nicht

einmal '/., von der Gehauselange. Die Umgiinge weiscn, wie schon gesagt wurde, sammtlich cine sehr

schwache Wolbung auf; ihre Flankcn gehen allmahlig, unmcrklich in die Basis iiber; oben dagegen,

unmittelbar unter dcr Naht, liisst sich an densclben in der Kegel cine ganz schwache Andeutung ciner

stumpfen, abgerundetcn Kante bcobachtcn, wclcbe jedoch niemals so scharf ausgepragt ist, dass sic den

Eindruck ciner merklichen Abdachung dcr Windungen hervorrufen wiirdc. Bezuglich der Schalengestalt

muss endlich noch erwiihnt vverden, dass sich in derselben insoferne ein Wechsel aussert, als sic sich bci

manchen Individual mehr kegelformig darstellt, bci anderen Exemplaren wieder besser als spitz-eiformig

bezeichnet werden kartn.

Die aulTallendsten und wichtigsten Charaktere kommen in der Miindung zum Vorschcine. Dieselbe hat

im Grossen und Ganzen cine spitz-eiformige Form, indem sic sich nach oben stets nicht unbetriichtlich vcrschmiilert

und unter dcr Naht cincn mehr Oder minder spitzen Winkel bildet; dabei nimmt sic stets eine

ziemlich schiefe Lagc ein. Dcr Aussenrand dcr Miindung, welchcr chcr stumpf als scharf genannt werden

muss, ist oben, unter der Naht, constant, zvvar nicht bci alien Jndividuen in dcm gleichen Ausmaasse, aber

immer deutlich zuriickgezogen und tritt dann weiter unten, in dcr Mitte, bogig vor, infolge dessen schliesslich

die Miindung am Unterrande gleichsam mit cinem Ausgusse versehen zu sein scheint. Der etvvas

umgesehlagene Spindelrand weist bios cine sehr geringe Kriimmung auf, kommt sogar in seinem Verlaufe

haufig ciner gcraden Linie sehr nahe und legt sich dicht an den vorletzten Unigang an, so class auf der

Basis immer nur cine iiusscrst engc, schiefe, manchmal kaum in ciner Andeutung vorhandene Nabelritze

sichtbar bleibt. An einzelnen seltcnen Stiicken liisst sich uberdies noch die lieobachtung machen, dass der

oberste Mundwinkel unter dcr Naht um einen ganz geringen Betrag clicker ist, als der iihrigc Thcil der

Mundrander. Diesc Verdickung zcigt sich jedoch immer so schwach, dass sic nur bci sehr genauer Betrachtung

bemerkt werden kann, und tritt iiberhaupt bloss als eine sehr seltene Ausnahme auf. Die glanzende

Schalenoberfliiche sieht, mit freiem Auge betrachtet, glatt aus; unter dcm VergrSsserungsglase nimmt man

jedoch auf derselben ungemein zarte, dichtstehendc Zuwachsstreifen wahr, wclchc sich quer fiber die

Windungen mehr oder minder geradlinig Ziehen. Vollstandig ausgewachscne Individuen erreichen eine

1 h'lhe von 3 mm; die grosste Schalenbrcitc betriigt hiebei ungelahr 1 '5 bis 1' 8 mm.

In der schielen Stellung dcr Miindung, vor Allem aber darin, dass dcr Aussenrand der Miindung unter

dcr Naht ctwas zuriickgezogen ist, in dcr Mitte dagegen bogig vortritt und dcr Untcrrand dadurch ausgussformig

vvird, besitzt Hydrobia (Caspia) Sturanyi Charaktere, die den cchtcn Hydrobien mangcln, andercrseits

jedoch fur die Gattungen Clessinia Dyb. und Caspia Dyb. bezeichnend sind. Wenn man dabei sodann

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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