LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

Levantinische Molluskenfauna von Rhodus. 5

Bollenensis Font, nahert sich zufolge der minder nach abwarts gerichteten Lage ihrer Miindung und des

holier aufragenden Gewindes unserer Form mehr, als der Typus der Neritina micans Gaud, et Fisch. Im

Dbrigen gclten aber auch hier die vorhin angefuhrten Unterschicde. Etwas vveiter entfernt sich hingegen

von der vorliegenden Art die durch Tournouer (in P. Fischer, Paleontologie des terrains tertiaires dc

I'lle dc Rhodes, 1877, p, , r ), r >, pi. |, fig. 13) untcr dcm Narncn »Var. Rhodiensis Tourn.« beschriebene und,

wie noch spiiter gezeigt werdcn soil, hochstwahrscheinlich in den oberpliocanen Bildungen der Insel

Rhodus auftretende Abandoning der Neritina micans Gaud, et Fisch. Dieselbe unterscheidet sich, ganz

abgesehen von den schon oben genannten Abwcichungen, auch noch dadurch, dass sie constant noch

kleiner ist als der Typus, dass sie cine noch grosserc, mehr ausgebreitete Miindung besitzt, und dass auch

das Gehause im Allgemeinen im Verhaltnisse zur Lange noch breiter erscheint. Oberdies lasst sich in der

Zeichnung insoferne ein Unterschied bemerken, als deren Schale nahezu constant zwei bis drei lichte

Spiralbander aufweist.

Soweit ein Urtheil bios nach der Beschrcibung und Abbildung moglich ist, durfte sodann Neritina

Dumortieri Font, (vergl. Bull, dc la soc. geol. de France, 1877—78, ser. Ill, tome 6, p. 528, pi. VI, fig. 7

und F. Fontannes, Les terrains niogen.es du plateau du Cucuron, 1878, p. 95, pi. II, fig. 7) aus den obermiocanen

Mergeln mit Helix Ckristoli von Cucuron im Rhonebecken als nahe verwandt mit unserer Form

zu bezeichnen sein. Fine sehr grosse Ahnlichkeit tritt namentlich in Bezug auf die Gestalt des Gehauses

und in der starken calloscn Verdickung der Spindelplatte hervor. Ein genaucr Vergleich lasst sich zwar,

ohne dass man direct Exemplare zur Hand hat, nicht durchfiihren; aus der Beschreibung sind aber

immerhin einzclne Unterschicde zu entnehmen, welche wir hier kurz angeben wollen. Die Miindung der

Neritina Dumortieri Font, erscheint mehr vorgezogen, breiter; ihre Rander sind oben und unten nahezu

parallel, wahrend hier der Aussenrand mehr odcr minder cinen Halbkreis bildet. Ferner zeigt bei ihr der

Aussensaum keine Ausbiegung unter der Naht. Ausserdem fiihrt Fontannes an, was jedoch in der

Abbildung nicht crsichtlich ist, dass auf dem letzten Umgange in der Nahe der Sutur cine lcichte

Depression verlauft. Dies trifft aber bei unserer Art keineswegs zu. Endlich durfte nach der Abbildung das

Gewinde der Neritina Dumortieri Font, etwas weniger vorstehen und der letzte Umgang an den Seiten

nicht abgeflacht, sondern gleichmassig, ziemlich stark gcwolbt sein.

Die im Pliociin von Italien vorkommende Neritina sena Cantr. (vergl. C. d'A neon a, Sulle ncritine

fossili dei terreni terziari superiori dell' Italia centrale, 1869, p. G, tav. If, fig. 3 d. Zeitschr.) unterscheidet

sich von Neritina pseudomicans, ganz abgesehen von der abweichenden Schalenzeichnung, im Umrisse,

und zwar vorzugsweise durch das iiusserst geringe Aufragen des Gewindes fiber dem letzten Umgange,

der fast das ganze Gehause ausmacht, so wie in manchen anderen Charakteren so wesentlich und durchgreifend,

dass eine Verwechslung iiberhaupt nicht stattfindcn kann und auch das Vorhandensein von

naheren Beziehungen zwischen beiden Formen beinahe ganz ausge.schlossen erscheint. Neritina dorica

Neum. (vergl. M. Neumayr, IJber den geologischen Ban der Insel Kos, 1879, S. 285 d. Zeitschr., Taf. I,

Fig- 1) und Neritina Coa Neum. (1. c, S. 286 d. Zeitschr., Taf. I, Fig. 2), die zwei durch Ubergange mit

einander zusammenhangenden Arten aus den Paludinenschichten der Insel Kos, gehoren ihrem ganzcn

Habitus nach zweifellos ciner anderen Gruppe an, als die vorliegende mit Neritina Fontannesi Neum.,

welche sowohl auf Kos, als auch auf Rhodus in levantinischen Ablagerungen auftritt, durch zahlreiche

Ubergange verbundene Form. Die hier bestehenden Unterschicde, welche ihren scharfstcn Ausdruck in der

eingesenkten, beziehungsweise ausgehohlten Flankenmitte des letzten Umganges bei den beiden crwiihntcn

Arten finden, sind so auffallend, dass es vollstandig iiberflussig ist, auf dieselben im Besonderen cinzugehen.

Es sei nur kurz bemerkt, dass diese Arten ausserdem noch sehr wesentlich abweichen durch ihre

constant andere Zeichnung, fcrncr durch die im Ganzcn vcrschicdene Form ihres Gehauses und ihrer

Miindung, durch die nicht annahernd so stark, wie bei unserer Art, gcwolhte Spfndelplatte und durch den

eckigen Querschnitt des in Folge der Seitenaushohlung besonders charakteristischen letzten Umganges.

Neritina (Neritodonia) Slefanescui Font. (F. Fontannes, Contribution a la faune malacologiquc des

terrains neogenes dc la Roumanie, 1886, p. 29, pi. I, fig. 47—53) aus den Paludinenschichten Rumaniens,

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