LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

6 Gejza v. Bukowski,

welchc Form Fontannes fur niichst verwandt mitNeritina Coa Neum. halt, bietetNeritina pseudomicans

gegenuber nach dor Beschreibung cbcnso scharfc Unterschiedc dar, wic die boiden vorher angefuhrten

Artcn. Die bezeichnendsten Charaktere derselben, darunter die schwache, von stumpfen Kanten begleitete

Einsenkung der Flankenmitte der letztcn Windung und die geringe Wolbung, so wie die verhaltnissmassig

schwache callose Verdickung der Columellarflache sind zwar in den Abbildungen fast gar nicht ersichtlich,

wodurcb eben ein gutcs Beispiel dafiir gelicfert vvird, wie nothwendig es ist, bei gewissen Formcn

genaue Zcichnungen, und zwar in vergrbssertem Maassstabe zu geben; doch gcniigen die sehr knappen

Bemerkungen Fontannes' wenigstens in dem vorliegenden Falle vollkommen, um zu erkennen, dass

Neritina Stefanescui Font, sich nicht an Neritina pseudomicans anschliesst, sondern thatsachlich in die

Gruppe der Neritina dorica Neum. gchort. Einen wichtigen Anhaltspunkt hiefiir finden wir untcr Anderem

auch in der Zeichnung und in der Farbung ihrer Schale.

Von den reccnten Arten scheint unserer Form noch am niichsten zu stehcn Neritina Nilotica Reeve

(== Neritina africana Parreyss, vergl. E. v. Martens, Die Gattung Neritina, 1879, Systematisches

Conchylien-Cabinet, Niirnberg, Bd. IF, Abth. 10, S. 82, Taf. 2, Fig. 17 — 19, und Taf. 13, Fig. 14—16). Nach

den citirten Abbildungen und nach der Beschreibung konnen aber auch bcdeutcndc Untcrschiede namhaft

gemacht werden, welche vcrschiedcnc Merkmale bctreffen und cine sehr scharfc Trcnnung beider Formcn

leicht durchfuhren lassen. Von denselbcn seicn als die wcsentlichstcn folgcnde angegeben. Neritina

Nilotica Reeve hat vor Allcm eine constant andcre Zeichnung und Farbung der Schale. Der Umriss ihres

Gehiiuses ist conisch-halbkugelig, wobei namentlich das spitz endigende Gewinde eine mehr kegelforinige

Gestalt zcigt. Der vorlctztc und der Ictzte Umgang sind entweder verhaltnissmassig stark gewolbt, fast gar

nicht abgeflacht, Oder wenn cine Abflachung vorkommt, so iiussert sich dicselbe nicht im mittleren Theile

der Flanken, sondern weitcr oben, mehr unterhalb der Naht. Schliesslich kann noch als ein durchgreifendcr

Unterschied angefiihrt werden, dass dcrcn Columellarflache eben, niemals gewolbt ist. Hinsichtlich der

Gestalt der Schale wcist ausserdem die in Vorderasien wcit vcrbrcitete und heutc noch auf Rhodus lebende

Neritina anaiolica Reel, (vergl. E. v. Martens, I. c, S. 86, Taf. 3, Fig. 4, 5 und Taf. 13, Fig. 17 — 19 und

25—29), und zwar vornchmlich die von Martens (Uber vorderasiatische Conchylicn nach den Sammlungen

des Prof. Hausknecht, Cassel, 1874, S. 33, Taf. V, Fig. 42) untcr dem Namen Var. Mcsopotamica

Mart, beschriebene Abanderung derselben, einige Anklange an die vorliegende Art auf. Sonst sind jedoch

zwischen ihnen so auffallende und so wesentlichc Untcrschiede vorhanden, dass der Bestand eincs

genetiscben Zusammenhanges wohl als ganzlich ausgeschlossen bczcichnet werden kann.

Ncrilina callosa Desh. dilrfte nach der durch Dcshayes (in: Expedition scientifiquc de Morcc,

Ionic HI, Zoologic, 1832, p. 156, pi. 19, fig. 1(5—18) gegebenen und von Martens (Die Gattung Neritina,

1879, Systematisches Conchylien-Cabinet, Niirnberg, Bd. II, Abth. 10, S. 232, Taf. 22, Fig. 27, 28) reproducirten

Abbildung zu urthcilcn von Neritina pseudomicans leicht zu untcrscheiden sein an der niedrigeren,

kiirzeren und brcitcrcn Gestalt des Gehauses, an der stark seitlich vorspringenden, sehr schief stehenden,

wcit vorgezogenen, breitcn Mtindung, dcrcn Untcrrand mehr gerade verlauft und dcrcn Oberrand untcr dcr

Naht kcinc nach vorne gerichtetc bogenformigc Kriimmung zu beschreiben scheint, und an der

abweichenden Schalcnzeichnung. Es mogen wohl ausserdem auch noch in der Wolbung und in der Form

der Spindelplatte Untcrschiede vorkommen, doch sind diesbeziiglicb nach der Abbildung ganz pracise

Angaben unmOglich. Die auffallendstcn Untcrschiede bleiben ncbcn den wesentlich andcren Charakteren

der Mtindung immcr die mit dem viel raschcrcn Anwachscn der Umgange in die Breite im Zusammenhange

stehende, bedeutend niedrigere Gehausegestalt und das weniger hoch emporragende Gewinde.

Bemerkung. Gelegentlich der Gattungsanfiihrung wurde schon erwahnt, das:; in dem k. k. naturhistorischen

1 [ofmuseum in Wien untcr dem Namen ^Neritina callosa Desh.« von Rhodus sehr zahlreichc

fossilc Exemplare von Ncrilina micans Gaud, et Fisch. var. Rhodiensis Tourn. aus der Aufsammlung

1 ledenborg's licgen, welchc mit der Abbildung bei Tournoucr so gut iibereinstimmen, dass iiber dcrcn

Identitat kein Zweifel obwalten kann. Es erubrigt mir nur noch zu bemerken, dass als Fundstellen dicscr

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

Stiicke ausschliesslich Monte Smith bei der Stadt Rhodus und Mt. Paradiso angegeben sind, beides

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