LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

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LEVANTINISCHE MOLLUSKENFAUNA DER INSEL RHODUS

Levantinische Molluskenfatina von Rhodus. 7

Terrains, in denen icli bios das Vorhandensein von oberpliocanen Ablagerungen beobachtet habe. Specie!!

der Mt. Smith crscheint sammt dem umliegenden Terrain lediglich aus den Absatzen des Oberpliociin

aufgebaut. Dieser Umstand in Verbindung damit, da'ss Neritina micans Gaud, et Fisch. var. Rhodiensis

Tourn. in den levantinischen Bildungen nicht angetroffen wurde, so wie gewisse nicht publicirte handschriftliche

Aufzcichnungen Hedenborg's deuten, wie bereits an einer anderen Stelle (vergl. G.

Bukowski, Einige Bemerkungen iiber die pliocanen Ablagerungen der Insel Rhodus, 1892) naher auseinandergesetzt

worden ist, entschieden darauf hin, dass auf Rhodus in dem marinen Oberpliociin lacustre

Zwischenlagen auftreten, welche die Lagerstatte sowohl der Neritina Rhodiensis Tourn., als auch mancher

anderen Siisswasserconchylien bilden dtirften. Die Unterschiede, welche vex. Khodiensis Tourn. gegeniiber

dem Typus der Neritina micans (laud, ct Fisch. aufweist, hat schon Tournouer richtig angegeben, und

cs brauchen dieselben in Folge dessen hier nicht nochmals angefuhrt zu werden. Ich mochte bei dieser

Gelegenheit nur daraul kurz aufmerksam machen, dass, was die Schalenzeichnung anbelangt, sich eine

auffallende Ahnlichkeit zwischen der Neritina Rhodiensis Tourn. und der bis heute noch nicht geniigend

bekanntcn Neritina callosa Desh. kundgibt.

Neritina Fontannesi N c u m a y r.

Taf. VII, Fig. 6-9.

1876. Neritina abnormis (Jenk.) var. a, Tournouer, Elude sur Ics fossiles tertiaires dc 1'ile de Cos, p. 18, pi. IV, fig. 12 (non

var. b, fig. 13.).

1879. Neritina Fontannesi Neumayr, Ober don geologischen Ban der Insel Kos, S. 287 d. Zeitsohr., Taf. I, Fig. 3.

Neritina Fontannesi Neum. hangt mit der vorhin beschriebenen Neritina pseudomicans durch

allmalige Ubergange zusammen. Die mir uberaus zahlreich vorliegenden Stucke derselben stimmen mit

den Exemplaren von der Insel Kos, welche Neumayr aus den Melanopsidenschichten von Pylle

mitgebmcht hat, und die in dem palaeontologischen Institute der Wiener Universitat aufbewahrt sind, so

sehi ubercm, dass iiber deren Identitat nicht der geringste Zweifel obwalten kann. Obzwar wir es l'icr mit

einei wohlbekannten Art zu thun haben, sehc ich mich doch veranlasst, noch eine Beschreibung derselben

7M geben, weil die durch Neumayr gelieferte Charakteristik sich in erster Linie auf die extrem ausge

lldeten Stucke bezieht, welche auf Kos durchaus nicht vorherrschen und auf Rhodus, nach mcinem

Material zu urtheilen, uberhaupt nicht vorzukommen scheinen.

Die Schale der Neritina Fontannesi Neum. ist ziemlich dick und besteht aus ungefahr 3'/ 2 durch

cut iche, aber verhiiltnissmassig schwach eingedriickte Nahte von einander getrennten Umgangen, von

cenen die zwei oberstcn einander sehr stark umfasscn, der letzte dagegen sich rasch in der Spirale senkt,

J dass zum Schlusse das Gehausc durch ein ebenso hohes Gewinde, wie bei Neritina pseudomicans,

ausgezeichnet erschcint. In Folge davon, dass die oberen Windungen nur sehr langsam absteigen, sieht

die Oberseite, wenn man von dem letztcn Umgange ganz absieht, bis zu einem gewissen Grade flachgedriickt

aus; dabei ragt die kleine Embryonalwindung knopfartig empor. Mitunter kommt aber auch der

rail vor, dass die Spitze ein wenig angefressen ist. Die Windungen nehmen keineswegs rasch an Breite

zu; es priigt sich dies am deutlichsten in den Dimensionsverhaltnissen aus, indem die Hohe der Schale die

grosste Breite stets um einen gewissen Betrag iibertrifft. Der bczcichnendste und wichtigste Charakter

dieser Art tritt uns in der ziemlich tiefen, mehr oder minder rinnenartigen Einsenkung oder Aushohlung

der Flankenmitte des letzten Umgangcs entgegen. Dicse Einschniirung wird unmittelbar oben und unten

begleitet von je einer wulstartigen, gewissermassen einem Kiele gleichenden Auftreibung; sie gel&ngt

schon auf dem vorletzten Umgange zur Entwicklung, das heisst, sie nimmt auf dem vorletzten Umgange

ihren Anfang, liegt hier jedoch nicht genau in der Mitte der Seitcn, sondern ctwas oberhalb derselben und

steigt erst auf der letzten Windung in die Flankenmitte ab, wobei sie mit fortschrcitendem Schalenwachsthum

stetig tiefer und mehr rinnenartig wird. Von den beiden die Einschniirung unmittelbar begrenzenden

wulstiormigen Auftreibungen ist auf dem letzten Umgange die oberc in der Regel viel starker entwickelt

und gcvvinnt haufig direct das Aussehen eines kraftig sich abhebenden abgerundeten Spiralkieles, wiihrend

Digitised by the Harvard University, Ernst Mayr Library of the Museum of Comparative Zoology (Cambridge, MA); Original Download from The Biodiversity Heritage Library http://www.biodiversitylibrary.org/; www.biologiezentrum.at

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