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Kapitel 10

Kapitel 10

Im Lager der Schechina

Im Lager der Schechina Glückselig der, den du erwählst und herzunahen lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen! Wir werden gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses, dem Heiligen deines Tempels. Ps 65,5 Wie wir nun bereits wissen, bezeichnet man in der rabbinischen Literatur den Bereich westlich des Nikanor-Tores, der das eigentliche Tempelhaus umgab, als »das Lager der Schechina«. Im Talmud wird dieses Lager sehr oft einfach als ha-’azarah (= der Vorhof; der [Tempel]-Vorhof) bezeichnet. 1 Dieser Bezirk wurde mit der Stiftshütte und ihrem mit Byssus-Umhängen begrenzten Vorhof gleichgesetzt. Er maß 180 x 135 Ellen (94,5 x 70,88 m). 2 g Die Gebäude des innersten Vorhofes Die drei Torgebäude im Süden Im Talmud-Traktat middoth I, 4 werden drei Torgebäude 3 im Süden genannt, und zwar in ihrer Reihenfolge von Westen nach Osten: Abb. 128 Die drei Torgebäude (, , ) im Süden des innersten Vorhofes 454 Im Lager der Schechina

Das Brennmaterial-Tor (scha’ar ha-deleq). Durch dieses Tor führte man das Holz für den Altar in das Lager der Schechina hinein. 4 In diesem Gebäude befand sich wohl die Kammer des Scheidevorhangs (lischkath ha-parokheth). 5 Das Tor der Erstgeburten (scha’ar ha-bekhoroth). In diesem Torgebäude wurden die erstgeborenen Söhne freigekauft. 6 Das Wasser-Tor (scha’ar ha-majim). Durch dieses Tor brachte der Priester anlässlich der Scho’eva- Prozession am Laubhütten-Fest den goldenen Krug mit dem Wasser aus dem Siloa-Teich zum Altar. 7 Auf dem Dach dieses Gebäudes hatte der Hohepriester ein Ritualbad. 8 In diesem Gebäude gab es ein Obergeschoss, in dem die Familie Avtinas ihren Arbeitsort hatte. Diese Örtlichkeit nannte man »das Haus Avtinas« (beith avtinas). 9 Darin wurde nachts auch eine der drei priesterlichen Tempel-Wachen stationiert. 10 Die drei Torgebäude im Norden BT middoth I, 5 spricht über drei Torgebäude im Norden. Von Osten nach Süden heißen sie wie folgt: Das Funken-Tor (scha’ar hanitzotz). 11 In diesem Torgebäude wurde des Nachts unten eine levitische und oben eine priesterliche Wachabteilung stationiert. 12 Das Opfer-Tor (scha’ar ha-qorban). Der Name weist auf die Funktion dieses Tores hin: Durch diesen Eingang wurden die Opfertiere zum Schlachtplatz geführt. 13 (Das Tor) des Feuerherd-Hauses ([scha’ar] beth ha-moqed). 14 In dem westlich daran angehängten Haus befanden sich die Schlafstel- 1 Z.B. in BT schabbath 66a. 2 BT middoth II, 6. 3 Das hebräische Wort scha’ar bedeutet sowohl »Tor« als auch »Torgebäude« (vgl. z.B. Hes 40,13). Bei den im Talmud genannten Eingängen, die von Süden und von Norden ins Lager der Schechina führten, handelte es sich um Torgebäude. 4 Vgl. THE SONCINO TALMUD, Fußnote 12 zu BT scheqalim VI, 3. 5 BT middoth I, 1. In dieser Kammer wob man die Scheidevorhänge. Gemäß BT scheqalim VIII, 5 wurden jährlich zwei neue Eingangsteppiche zum Allerheiligsten hergestellt. Die Lokalisierung der Kammer des Scheidevorhangs im Brennmaterial-Tor ergab sich für mich als ziemlich zwingende strategische Schlussfolgerung aus den Angaben in BT middoth I, 1 bezüglich der Verteilung an Wachabordnungen in den Gebäuden rings um das Lager der Schechina. Würde man die Kammer der Scheidevorhänge an einem anderen Ort lokalisieren, so würde daraus folgen, dass der Südwest-Ecke des Schechina-Lagers als einziger Ecke eine spezielle innerhalb der Gebäude aufgestellte Wache gefehlt hätte. 6 QAHATHI: mischnajoth masekheth middoth mevu’aroth bidei pinchas qahathi, be’or mischnah I, 4. 7 BT sukkah 48a. 8 BT joma’ 31a. 9 QAHATHI: mischnajoth masekheth middoth mevu’aroth bidei pinchas qahathi, be’or mischnah I, 1. Die Familie Avtinas bereitete dort das Räucherwerk für den goldenen Altar im Heiligen zu. Sie hüteten das Geheimnis seiner Herstellung streng im Rahmen ihrer Familie (BT joma’ 38a). In den Räumen der Familie Avtinas hatte der Hohepriester ein Ritualbad, in dem er anlässlich des Großen Versöhnungstages seine erste Reinigung vornahm (BT joma’ 19a). 10 BT middoth I, 1; BT thamid 25b. 11 nitzotz = Funken, Lichtfunken, Feuerfunken (von der Wurzel natzatz; = funken, funkeln). 12 BT middoth I, 4. 13 Vgl. GOLDSCHMIDT: Der Babylonische Talmud, Bd. XII, S. 323, Fußnote 37. Das Schaf- Tor, durch das die Opfertiere auf den Tempelplatz geführt wurden, befand sich ja auch im Norden. Ferner ist zu beachten, dass sich der Schlachtplatz im Lager der Schechina ebenso auf der Nordseite des Altars befand. 14 Der Ausdruck beith moqed bezeichnet im Talmud normalerweise das Wohnhaus der diensttuenden Priester. Es bildete mit dem Die Gebäude des innersten Vorhofes 455

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