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Die Zeitschrift des StudentInnenRates

der Universität Leipzig

12

Mai 2009

Stu

rak

tiv

WÄHLEN 3

FSR-WAHLEN

9.-11. JUNI


INHALT

2 Impressum

4 Exzellenz ist korrupt

5 Das universitäre (Lehramts)

studium

5 We Don't Need no Education

6 „Leipziger Zustände“

6 Studierende mit Kind

unerwünscht?

6 Selbstbestimmung

7 Bei uns doch nicht! Wirklich

nicht?

7 „WissenSCHAFFT

Gemeinschaft“

Wir demonstrieren

nicht nur für euch

und eure Belange...

... sondern wir bieten euch

auch vielfältige individuelle

Beratungsangebote & sonstige

Hilfen an: Probleme bei Bafög,

Rechtssachen, Prüfungsmodalitäten,

persönliche & familiäre Probleme,

Finanzierungssorgen und was ihr

euch noch so vorstellen könnt

der StudentInnenRat ist euer

Ansprechpartner!

Sozialberatung

Du weißt nicht mehr weiter? Hast keine

Ahnung, wie du über den nächsten Monat

kommst? Du hast ein Kind und fühlst dich

deshalb im Studium benachteiligt?

Dein Ansprechpartner ist Christian Keller.

Er berät dich in finanziellen Angelegenheiten

sowie in besonderen Lebenslagen wie

z.B. bei Schwangerschaft und Studium mit

Kind.

Christian Keller

Neues Seminargebäude

Raum 001

sozialberatung@stura.uni-leipzig.de

Tel.: 0341 9737875

Lebensberatung

Du trägst ein persönliches Problem mit dir

herum oder befindest dich in einer Krisensituation,

willst darüber aber nicht mit

Freunden oder Familienmitgliedern reden?

Dann komm in die Sprechstunde der Lebensberatung

Deine Ansprechpartnerin ist

Rita Möde. Sie bietet Hilfestellungen bspw.

bei Prüfungsangst oder familiären Problemen.

Rita Möde

Neues Seminargebäude

Raum 001

Tel.: 0341 9737875

sozialberatung@stura.uni-leipzig.de

8 „Ladenschluss“

8 Kleider machen Leute...

9 Harmonie im Kasino

10 4 gute Gründe für die

Mensa-Policy

10 ZEIT CAMPUS TALK

10 Fahrradunfreundliche

Stadt?

11 Ausländische Studierende

immer willkommen

12 CAMPUSFEST

15 Werde BaumpateIn

16 Der ganz große Gig

Studentischer Rechtsrat

Dein Ansprechpartner ist Daniel Schmidt.

Er berät dich in rechtlichen Angelegenheiten,

zum Beispiel bei Probleme mit dem/

der VermieterIn, Strafsachen, Verwaltungssachen

oder Prüfungsklagen.

Daniel Schmidt

Neues Seminargebäude

Raum 001

rb@stura.uni-leipzig.de

Tel.: 0341 9737875

Sprechzeiten:

BaföG-Beratung

Deine AnsprechpartnerIn ist Ina Schulz.

Sie berät dich zu Fragen rund ums Bafög,

beispielsweise zum Studiengangwechsel,

Auslandsaufenthalt, verspätete Zwischenprüfung

oder zur Überschreitung der Regelstudienzeit.

Ina Schulz

Neues Seminargebäude

Raum 011

bafoeg@stura.uni-leipzig.de

Tel.: 0341 9737851

Sprechzeiten:

Mo, 14.30-16.30 Uhr

Mo - Fr, 10 - 13 Uhr

RAS-Sozialberatung

Du bist ausländischer Student und weißt

nicht, wie du Miete und Essen im nächsten

Monat bezahlen sollst?

Deine Ansprechpartnerin ist Anita Janassary.

Sie berät dich in allen finanziellen Angelegenheiten,

die insbesondere ausländische

Studierende betreffen.

Anita Janassary

Neues Seminargebäude

Raum 001

janassanit@googlemail.com

Tel.: 0341 9737875

Sprechzeiten:

Do, 10 - 12 Uhr

StuRaktiv ist die Zeitschrift des

StudentInnenRates der

Universität Leipzig.

Herausgeber

StudentInnenRat der Universität Leipzig

Referat für Öffentlichkeitsarbeit

Universitätsstr. 1

04109 Leipzig

roef@stura.uni-leipzig.de

V.i.S.d.P.

Annika Schindelarz

Magda Wlostowska

AutorInnen

Andreas Below

Susanne Brehm

Christopher Hempel

Christian Keller

Johannes Kieß

Mirco Knof

Juliana Mack

Janina Otto

Tanja Rußack

Thomas Seifert

Tina Stepan

Janet Wagner

Antje Wegerich

Klara Wehrle

Layout

Karl Welter

Druck

TA-Druckhaus Erfurt

GmbH & Co. KG

Postfach 800561

99031 Erfurt

Redaktionsschluss

06.05.2009

Auflage

6000 Stück

Namentlich gekennzeicnete Artikel geben

die Meinung der AutorInnen wieder.

Die Redaktion behält sich vor, eingesandte

Artikel zu redigieren und zu kürzen. Bei

unverlangt eingesandten Manuskripten

besteht keine Gewähr für einen Abdruck.

Der Nachdruck von Artikeln, auch auszugsweise,

ist nur mit Genehmigung

des Referates für Öffentlichkeitsarbeit

des StudentInnenRates der Universität

Leipzig gestattet. StuRaktiv kann gegen

Übernahme der Versandkosten über o.g.

Adresse bezogen werden.

Impressum

Sprechzeiten:

Mo, Mi, Fr,

9 - 10.30 Uhr

Sprechzeiten:

Mi, 17 – 18 Uhr

www.stura.uni-leipzig.de

2


Exzellenz ist korrupt

Seit Jahren werden die bundesrepublikanischen Hochschulen von einem

immer wiederkehrenden Ungeheuer in ihrer Elfenbeinturmbeschaulichkeit

gestört: dem Exzellenz- und Leistungsorientierungswahn. Es

geht dabei um internationale Konkurrenzfähigkeit, leistungsbezogene

(„gerechte“?) Ressourcenverteilung, Verbesserung der Forschung und

Lehre, manchmal auch um den Stellenwert von Bildung in der heutigen

Gesellschaft allgemein.

Ein Streitthema ist – vor allem innerhalb

der Universitäten und dann oft stereotyp

zwischen „harten“ Naturwissenschaften

und „weichen“ Geisteswissenschaften – wie

Mittel leistungsbezogen verteilt werden sollen

und wie und ob sich Leistung messen

lässt. Dabei wird allerdings ein vorgelagertes

Problem völlig ausgeblendet; in Exzellenzdiskursen

und -wettbewerben taucht

es nach meiner Beobachtung überhaupt

nicht auf. Vorgängig zu Leistung

ist nämlich

eine Basis, auf der Leistung vollbracht

werden kann. Diese Basis besteht aus zwei

Komponenten: zum einen ist das der Bedarf,

der in einem Fach oder einem Institut

besteht und der, etwa nach offizieller Kapazitätsverordnung

für die Lehre, entweder

gedeckt ist oder eben nicht. Zum anderen

ist es der politische Wille, diesen oder jenen

Bedarf anzuerkennen oder selbst zu

konstruieren und schließlich decken zu

wollen.

Um eine Analogie zu John Maynard

Keynes zu herzustellen: Im Vorwort

seines Hauptwerkes erklärte er, dass

die klassische Theorie der Wirtschaftswissenschaft

richtig sei, wenn

Vollbeschäftigung herrsche. Da

dies aber nicht notwendig der Fall

ist, müsse die klassische Theorie

durch eine „Allgemeine Theorie“

ergänzt werden und so nannte er

dann auch sein Buch. Nur wenn

Vollbeschäftigung erreicht ist,

funktioniert auch die klassische

Theorie. Ähnlich funktioniert

auch eine Leistungsorientierung

nur auf einer

gewissen Basis. Nur wenn

Bedarfsdeckung erreicht

ist, funktioniert auch die

Leistungsorientierung.

Um es beispielhaft zu

erläutern: Zwei vergleichbare

naturwissenschaftliche

Institute

haben die gleichen

staatlichen

Mittel zur Verfügung.

Das eine

allerdings macht

kaum Lehre,

forscht und publiziert vergleichsweise wenig,

das zweite Institut hingegen publiziert

regelmäßig und alle ProfessorInnen leisten

ihre deputatsmäßigen acht Semesterwochenstunden

(SWS) Lehre. Es scheint nur

fair, dass dem ersten Institut die knappen

staatlichen Mittel gekürzt werden und dem

zweiten zur Unterstützung und weiteren

Entwicklung der guten Leistung zugestanden

werden.

Nun gibt es aber an unseren Universitäten

ein Problem: Die Mittel, die vorauszusetzen

sind um überhaupt Leistung, vor allem

aber Leistungssteigerung zu erreichen,

sind oft völlig unzureichend. Der überfüllte

Hörsaal ist hier das geflügelte Wort, expliziter

machen kann man sich diese Zustände,

schaut man auf die so genannten Lehrkräfte

für besondere Aufgaben (LfbA). Die besondere

Aufgabe innerhalb dieses Beschäftigungsverhältnisses

besteht im Abreißen

von 24 (!) SWS. In diesem Zusammenhang

die Frage nach Vereinbarkeit von Lehre

und Forschung zu stellen ist schon zynisch,

von leistungsorientierter Mittelvergabe zu

sprechen ist allerdings nur als Frechheit zu

bezeichnen.

Wird hier von Leistung und Exzellenz

gefaselt, wird verschwiegen, dass in der

Uni-Verwaltung, im Kultusministerium

und letztlich in der Gesellschaft insgesamt

schon festgelegt wurde, was exzellent sein

soll und was ruhig vernachlässigt werden

kann – Exzellenz ist also meistens korrupt.

Im internationalen Vergleich steckt die

Bundesrepublik insgesamt zu wenig Geld

in das Bildungs- und Hochschulsystem,

die Kapazitätsverordnungen sind entweder

surreal oder werden nicht eingehalten und

am Ende streiten sich WissenschaftlerInnen

um die Brotkrumen die doch noch zu verteilen

sind. Besser wäre, eine vernünftige

Basis(ausstattung) zu haben, zusammenzuarbeiten,

die Universitäten zu stärken und

gute Lehre und Forschung zu produzieren.

Von mir aus auch mit dem Ziel, exzellent

werden zu wollen.

Der Unterfinanzierung der Hochschulen

– also dem entziehen ihrer Basis durch

nicht bedarfsgerechte Ausstattung – mit

Leistungsorientierung und Exzellenzinitiativen

beikommen zu wollen, ist hingegen

schlichter Betrug. Ein Betrug, der die Universitäten

durchaus existentiell bedroht.

Johannes Kieß

FSR Powi

Einen ausführlichen Artikel zur Exzellenzinitiative von

Doro Riese aus der Sturaktiv 11 findet ihr online unter

www.stura.uni-leipzig.de/sturaktiv

Offener Brief der Protestierenden an

den Rektor der Uni Leipzig

4


S t u r a k t i v · MAI 2009

Das universitäre (Lehramts)studium

und seine permanente „Praxis-Krise“

Die LehrerInnen(aus)bildung an der Universität wird und wurde von

(fast) allen Seiten und zu (fast) allen Zeiten aus vor allem einem relativ

konstanten Grund als defizitär wahrgenommen: Sie beinhaltet

zu wenig „Praxis“ und vermittle nur „nutzlose Theorie“, die oft nicht

mal „Praxisbezug“ besitzt. Sie bereite damit nur schlecht oder auch

gar nicht auf den „Beruf“ vor, was den bekannt gewordenen „Praxisschock“

(und bereits während des Studiums die Furcht vor diesem)

auslöse.

Dieser Text will (ohne den status quo „verteidigen“

zu wollen) in der notwendigen

Kürze einige exemplarische Gedanken

gegen die Forderung nach „mehr Praxis!“

(der Begriff wird im Folgenden analog zu

den laufenden Debatten unendlich unpräzise

verwendet) einwenden und vielleicht

zu einer reflektierteren Debatte anregen.

Die diskursiven Rahmenbedingungen für

besagte Forderung sind eigentlich günstig:

Die (mittlerweile selbstverständliche) Anspruchshaltung

nach Verwertbarkeit und

Nützlichkeit (auch) von Hochschul(aus)

bildung, das Employability-Prinzip der

Bologna-Reformen, eine durchgesetzte

Outputorientierung - all das klingt schon

irgendwie „praktisch“. Eine (Universitäts)

Bildung als Selbstzweck hingegen, nach

eigenen Interessen und für die eigene

„Persönlichkeit“, aber auch mit Blick auf

Gesellschaft als Kritik an Autorität(en)

und Wahrheit(en) ist out, da ineffizient,

mühsig, notwendig „theoretisch“ und antiquiert

wirkend. Diese Alternative ist eine

gesamtuniversitäre und grundlegende: Soll

Universität Verwertbares und Nützliches

im Dienste der Gesellschaft produzieren

oder liegt ihr „Nutzen“ gerade in ihrer

elfenbeinturmbedingten Distanz und Unabhängigkeit,

die Kritik und Veränderung

ermöglicht; soll sie ausbilden oder bilden?

Die entscheidende Frage wäre demzufolge,

was Universität soll und kann, und was in

dem Zusammenhang Praxis ist und bringt.

Die Besonderheit eines Lehramtsstudiums

liegt dabei in dessen konkreter Berufszielorientierung,

die ein Selbstverständnis von

Studium als Ausbildung für die „Praxis“

noch fördert und benannte Spannungen

erhöht. Das (Lehramts)Studium soll also

auf den Beruf vorbereiten, soll „praktisch“

sein. „Praxis“ als Berufsvorbereitung meint

damit einerseits Handlungswissen für das

Berufsfeld Schule, andererseits die Schule

als Anschauungs- und Ausprobierfeld selbst

(„Praktika“). Beides ist nicht unwichtig,

aber auch nicht ganz und gar unproblematisch.

Praxis als vermitteltes Handlungswissen

zielt in erster Linie auf die „Methode“, die

Inhalt vermitteln soll, wobei das Ziel meist

schon festzustehen scheint. Das „Wie“ des

Unterrichtens und das „Meistern“ komplexer

Unterrichtssituationen und möglicherweise

auftretender Störungen erscheinen

als die großen Probleme, für deren Lösung

man nur das richtige „Handwerkszeug“

braucht. Diese Nachfrage wird durch ein

steigendes Angebot an didaktisierter Ratgeberliteratur

befriedigt, welche mit einigen

wenigen Vorschlägen unabhängig

vom Unterrichtsgegenstand das „Sesam

öffne dich“ suggeriert. Die Vermittlung

verselbstständigt sich gegenüber dem zu

Vermittelnden (Gruschka), das eigentliche

Mittel (die „Methode“) wird zum (Selbst)

Zweck. Inhalte werden damit im schlimmsten

Fall beliebig, was den Blick für ihre

(fachdidaktische) Auswahl und die in ihrer

Bearbeitung liegenden pädagogischen Potentiale

trüben kann. Fachwissenschaftliche

und fachdidaktische Kompetenzen sind

ausschlaggebend, wenn man im Unterricht

auf Zufälle (SchülerInnenreaktionen und

-äußerungen sind kaum vorhersehbar) und

Entwicklungen eingehen und sie nutzen

will, anstatt nach Plan uniformierend und

disziplinierend (wenn auch vielleicht methodisch

abwechslungsreich) vorzugehen.

Unterricht ist ein komplexes Interaktionssystem,

zu komplex für die Wahrnehmungsund

Informationsverarbeitungskapazität

der Lehrenden. Die Pädagogik zeichnet

sich demnach durch ein „Technologiedefizit“

(Luhmann) aus, welches objektiv richtige

Kausalgesetze, die erkannt oder gelernt

und dann angewandt werden könnten, ausschließt.

Lehrende handeln (wie auch Lernende)

nach subjektiven Technologien mit

verminderter Komplexität, nach denen sie

sich orientieren und Situationen definieren.

Unterricht als Berufspraxis ist also letztlich

eine hybride, riskante Ordnung, die man

nicht mithilfe einer fertigen Schablone

kontrollieren kann. Hingegen kann man

in sich ändernden Situationen jeweils unterschiedlich

(situationsbedingt) reagieren

und eigene (oder fremde) Praxis mit ihren

konkreten (wiederum situationsbedingten)

Hindernissen und Potentialen reflektieren.

Das benötigt Theorie: Abhängig vom

Standpunkt entweder um Praxis zu kritisieren,

um sich Praxis bewusster zu machen,

oder um Praxis technologisch (soweit wie

möglich) zu verbessern.

(Schul)praktika können dann Gelegenheiten

bieten, gesehene Praxis unterrichtsbeobachtend

und eigene Unterrichtsversuche

theoretisch geleitet zu erfassen und zu bewerten.

Mit angemessener Betreuung und

sinnvoller Integration in das Studium kann

sich theoretisches Lernen und praktisches

Handeln so gegenseitig befruchten und

die wahrgenommene Dichotomie überwunden

werden. Unterrichtspraxis erzeugt

Routinen, gestandene LehrerInnen handeln

nach ihren Routinen und Universität

und Theorie haben die Aufgabe und Möglichkeit,

diese Routinen zu hinterfragen:

Nur so scheint eine Weiterentwicklung von

Schule und Unterricht möglich, und eben

nicht durch einfache Nachahmung erlebter

Praxis analog einer „Handwerkslehre“.

Schließlich ändern sich in einer (in der Regel)

langen „Berufslaufbahn“ Zeiten und

mit ihnen ihre Wahrheiten und Herausforderungen,

was den Wert von „Erfahrungen“

deutlich relativiert. LehrerInnen nach

einem festgelegten bzw. gesetzten Vorbild

auszubilden kann also nicht das Ziel sein,

vielmehr kann das Studium genutzt werden,

eine LehrerInnenpersönlichkeit zu

bilden, die sich flexibel und selbstbestimmt

auch auf Veränderungen einstellen kann

und diese vielleicht auch wenn nötig hinterfragt

(Wahrheiten können ja unterschiedliche

Qualitäten aufweisen).

Eine Auseinandersetzung mit Theorie erscheint

unter diesem Blickwinkel notwendig,

die Herausforderung besteht dann

tatsächlich darin, sie mit „Praxis“ bzw.

dem Nachdenken und möglicherweise

der Kritik über und von „Praxis“ sinnvoll

zu verknüpfen. Das Ziel von universitärer

Lehramts(aus)bildung muss die Reflexion

und Konfrontation erarbeiteter Theorie

mit erfahrener Praxis sein. Dabei ist die

Theorie nicht per se das langweilige und

unsinnige, sondern oft nur die Art über

sie zu sprechen: Theorie kann nicht fertig

rezipiert werden, sie muss vielmehr selbst

nach eigenen Interessen erarbeitet werden

(„praktisch“ sozusagen). Das wiederum ist

eine Frage von (vor allem zeitlichen) Freiräumen

im Studium und Hochschuldidaktik

(hier bestehen ja durchaus Strukturgleichheiten

mit Schule).

Das alles soll nicht von tatsächlichen strukturellen

und inhaltlichen Defiziten aktueller

universitärer „Praxisphasen“ und deren

seminarförmiger Umrahmung ablenken:

Die Möglichkeit praktischer Erfahrung in

diesem Sinne ist viel zu spät möglich, die

ersten eigenen Unterrichtsversuche werden

in vielen Fällen erst im 8. Semester (d.h.

im Master, vorausgesetzt man wird nicht

davor „rausselektiert“) möglich. Praktikaplätze

sind noch immer nicht garantiert,

Studierende müssen sich demnach oft auf

eine längere (und manchmal frustrierende)

„Betteltour“ begeben. MentorInnen

stehen flächendeckend an den Schulen

nicht zur Verfügung, die Betreuung erfolgt

durch LehrerInnen, die das „nebenbei“

mit abdecken (und demzufolge manchmal

mehr, manchmal weniger motiviert sind).

Verknüpfungen zwischen Bildungswissenschaft,

Fachdidaktik und (vor allem) den

Kernfachinhalten stellen sich eher zufällig

ein, in der Regel läuft das Studium in parallelen

Säulen ab. Verschärft wird das durch

eine mangelhafte (personelle) Ausstattung

sowohl der Bildungswissenschaft als auch

vieler Fachdidaktiken. Die Verknüpfung

zwischen den einzelnen (Aus)bildungsphasen

ist ähnlich defizitär: Die universitäre

Phase (und ihre Studierenden) wissen zum

großen Teil nicht, was in der zweiten Phase

des Vorbereitungsdienstes passiert und umgekehrt,

und das es eine dritte („Berufseinmündungs“)phase

überhaupt gibt, wissen

viele gar nicht.

Empirische Nachweise, die irgendeinem

„Modell“ oder Praktika überhaupt Vorteile

gegenüber einem anderen bescheinigen,

existieren im Prinzip nicht, sodass die

Debatte offen bleibt. Zu hoffen ist, dass

sich Studierende (und Lehrende) mit dem

Problem beschäftigen und Forderungen

entwickeln, die sich aber eben nicht auf

„mehr Praxis, und dann wird alles gut“ reduzieren,

sondern reflektiert über Möglichkeiten

anderer (und dann auch gern mehr)

Praxis nachdenken und Wege finden, diese

auch durchzusetzen. Immerhin hat (zumindest

in Leipzig) nicht mal eine umfassende

Strukturreform (trotz vieler Debatten in

dieser Richtung) dazu geführt, dass sich

Quantität und Qualität von „Praxis“ erkennbar

geändert haben.

Christopher Hempel

Referent für Lehramt

Widerspruch und andere Anregungen:

lehramt@stura.uni-leipzig.de

We Don't Need no Education

Kann man Studierende auf einem bildungspolitischen Protest wirklich

ernst nehmen, die lauthals „We don't need no education“ aus dem

Song Another Brick in the Wall Part 2 von Pink Floyd singen? Diese

Frage ist mehrfach am Rande der Protesttage im GWZ gestellt worden

und es kann nur eine Antwort geben: Ja.

Zugeben, als Litotes, das heißt, als doppelte

Verneinung, die eine Bejahung der Aussage

bedeutet, geht der umstrittene Satz nicht

durch, obwohl es den Anspruch der Protester

unterstreichen würde: dem Ruf nach

Bildung. Denn einer der Kritikpunkte, der

bei den Protesttagen angesprochen worden

ist, ist die mangelnde Qualität der Lehre.

In der Tat bewirkt die doppelte Verneinung

das Gegenteil. Sie verstärkt die Aussage,

dass keine Bildung nicht notwendig sei.

Nun kann education auch Erziehung heißen.

Im Kontext des Protestes würde das

heißen: Wir brauchen keine Erziehung

nicht. Dieses Verständnis käme zwar wieder

der Protestbewegung entgegen, denn

als Erziehungsmaßnahmen missbrauchte

Anwesenheitslisten und Prüfungsvorleistungen

sind ebenfalls angeprangert worden.

Aber objektiv betrachtet, wäre diese

Übersetzung schlicht weg falsch.

Warum ist die Behauptung, dass man keine

Bildung nicht braucht eigentlich so

anstößig? Doch nur, weil wir wissen, dass

das Gegenteil der Fall ist. Bildung ist aus

den verschiedensten Gründen wichtig. Wer

kommt also auf die Idee, ernsthaft zu behaupten,

dass er oder sie keine Bildung

nicht braucht? Das kann doch nur jemand

von sich sagen, der völlig ungebildet ist.

Die Zeile „Teachers leave them kids alone“

beweist das, denn das Personalpronomen

them ist in diesem einfachen Satz

grammatikalisch falsch. Das soll aber im

Umkehrschluss nicht bedeuten, dass der

Verfasser Roger Waters seine eigene Muttersprache

nicht beherrscht.

Warum singen nun Studierende, die Bildungselite

von morgen, einen solchen

Song? Was heißt es zu sagen „we don't

need no thought control“? Ist die Vorgabe

von auswendig zu lernendem Stoff Gedankenkontrolle?

Ist „dark sarcams in the

class room“ die Tatsache, dass von Studium

gesprochen, aber Grundschule praktiziert

wird? Schmerzt einem bildungspolitisch

engagierten Studierenden das nach

Freiheit strebende Herz, wenn er oder sie

singt „leave them kids alone“? Kids!? Kids,

die mit Anwesenheitslisten, Prüfungsvorleistungen

und vorgefertigtem Scheinwissen

in die Veranstaltungen gezwungen werden,

um nur eines zu sein: „just another brick in

the wall“!

An einem Ort, der für freie Bildung stehen

sollte, die Freiheit der Wahl aber nur

darin besteht, zu entscheiden, ob man die

Treppe oder den Fahrstuhl zum Seminarraum

nimmt, bettelt förmlich nach der tief

zynischen Behauptung „we don't need no

education“. Lernen ist immer auch mit

Motivation verbunden. Die Motivation,

sich an den Veranstaltungen zu beteiligen,

muss Qualität der Lehre fördern, nicht der

rechtlich haltlose Zwang von Anwesenheitslisten.

Wenn also Studierende bei einem bildungspolitischen

Protest singen, dass sie keine

Bildung nicht brauchen, dann heißt das,

dass sie diese Scheinausbildung nicht brauchen.

Bis nicht die letzte Anwesenheitsliste

verschwunden, die letzte Prüfungsvorleistung

durch die Studienkommissionen abgeschafft

und ein freies Studium möglich

ist, wird wohl der Chor noch weiter singen

müssen: „We don't need no education …“

Mirco Knof

FSR Anglistik/ Amerikanistik

5


Leipziger Zustände“

Broschüre zu Diskriminierung

Selbstbestimmung

§ 218: Geschichte und aktuelle Debatte

Die Onlinedokumentationsplattform chronik.LE, ein Projekt des „Ladenschluss.

Aktionsbündnis gegen Nazis“, unterstützt vom StudentInnenRat

der Universität Leipzig, hat in den letzten Wochen kräftig an

der Erstellung einer Broschüre zum Thema gearbeitet, welche an dieser

Stelle vorgestellt werden soll.

Der Kampf um das Recht auf den Abbruch einer Schwangerschaft

war eines der Hauptanliegen der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte

des 20. Jahrhunderts. Die berühmte Forderung „Mein Bauch gehört

mir!“ und damit nach vollkommener Autonomie jeder Frau über ihren

Körper und eine Schwangerschaft wurde aber nie ganz durchgesetzt.

chronik.LE hat sich zum Ziel gesetzt eine

möglichst umfassende Dokumentation

neonazistischer, rassistischer und diskriminierender

Aktivitäten im Raum Leipzig zu

erstellen. Es soll somit eine umfangreiche

Informations- und Recherchequelle für die

Öffentlichkeit geschaffen werden. Als Träger

fungiert der Verein „Engagierte Wissenschaft“.

chronik.LE wird vom Lokalen

Aktionsplan der Stadt Leipzig (LAP) finanziell

bezuschusst und möchte zivilgesellschaftliche

Initiativen gegen Ausgrenzung

und Diskriminierung unterstützen. Die

Onlinedokumention solcher Vorfälle leistet

dazu einen wertvollen Beitrag.

Die Broschüre „Leipziger Zustände“ bietet

auf 54 Seiten einen inhaltlichen Überblick

zum Thema Diskriminierung in Leipzig.

Neben einem Auszug aus der Online-Chronik

www.chronikLE.org enthält die Broschüre

zahlreiche Texte zu verschiedenen Kategorien

gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Die Broschüre ist in Kooperation

mit verschiedenen

Initiativen, Gruppen

und Projekten entstanden.

So leitet das Antidiskriminierungsbüro

Leipzig unter

der Frage „Was ist

Diskriminierung?“

zur Problematik hin.

Adam Bednarsky

und Ulrike Fabich

lieferten einen Beitrag

zu „Diskriminierung

im Fußball“.

Ein Interview mit

Gunter Jähnig vom

Behindertenverband

Leipzig verweist auf diskriminierende Alltagsproblematiken

in Leipzig. „Sexistische

Normalzustände“ problematisiert die Redaktion

der Zeitschrift „Outside The Box“.

Mit diesen und anderen Beiträgen gibt die

Broschüre einen Einblick in alltägliche Formen

von Diskriminierung. Ziel ist, MultiplikatorInnen

für diese teilweise nicht wahrgenommenen

- weil als „normal“ empfundenen

- Phänomene zu sensibilisieren.

Ein Schwerpunkt der Broschüre liegt zudem

auf Neonazi-Strukturen in Leipzig.

Die sogenannten „Freien Kräfte“ und deren

nazistisches Weltbild werden beleuchtet.

Die enge Verbindung zwischen dieser

äußerst gewalttätigen, ideologisch geschulten

nazistischen Gruppe und der sich anlässlich

der Kommunalwahl für „Sicherheit

und Ordnung“ einsetzenden NPD wird

nachgewiesen. Dabei spielt das NPD-Zentrum

in Lindenau eine gewichtige Rolle,

weshalb ein Artikel Ereignisse und Strukturen

in Lindenau zum Inhalt hat. Mit dieser

Analyse sowie einem

ausführlichen Blick auf

die Wahlpropaganda der

NPD bietet die Broschüre

eine leipzig-spezifische

Grundlage für die inhaltliche

Auseinandersetzung

mit der neonazistischen

NPD.

Die Broschüre „Leipziger

Zustände“ wird in wenigen

Wochen über chronik.

LE und im StudentInnen-

Rat zu erhalten sein.

Tanja Rußack

Referentin für

Antirasismusarbeit

Dennoch scheint seit langem dieser Paragraph

in der Öffentlichkeit kein großes

Thema mehr zu sein, obwohl der Abbruch

einer Schwangerschaft in der BRD immer

noch illegal ist, nur nicht strafrechtlich verfolgt

wird. Aktuell wird im Bundestag über

Reformanträge diskutiert, die alle eine Verschärfung

des Gesetzes vorsehen.

Welche Diskussionen um den § 218 wurden

geführt und wie verläuft die Debatte heute?

Welche Konsequenzen haben die zur Debatte

stehenden Änderungen?

Dr. Gisela Notz wird in ihrem Vortrag über

die Geschichte und die aktuelle Diskussion

um Selbstbestimmung der Frauen und den

§ 218 sprechen.

Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Gisela Notz

ist Wissenschaftliche Referentin der Friedrich-Ebert-Stiftung

und arbeitet unter anderem

zur historischen Frauenforschung.

18. Mai 2009

19 Uhr

Städtisches Kaufhaus R 0208

Am 23.Juni 2009 zeigen das RGL (Referat

für Gleichstellungs und Lebensweisenpolitik

im StuRa) und „Outside the Box - Zeitschrift

für feministische Gesellschaftskritik“

den Film „Abortion Democracy“ über Abtreibungsgesetze

in Südafrika und Polen.

http://abortion-democracy.de

Studierende mit Kind unerwünscht?

Immer wieder hören wir von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber

studentischen Eltern und ihren Kindern. Besonders über Fragen,

wie es denn dazu gekommen sei, ob man nicht verhütet hätte, oder ob

man für das Kind sorgen könne, kann man sich zuweilen sehr ärgern.

Ist es denn so unvorstellbar, dass man sich in jungem Alter ein Kind

wünscht? Könnte es denn nicht sein, dass für ein Kind Markenklamotten

weniger zählen als die liebevolle Zuwendung der Eltern? Muss

man denn erst 40 Jahre alt sein, um der Verantwortung für ein Kind

gerecht werden zu können? Und - ob gewollt oder nicht - in Leipzig gibt

es schätzungsweise 3000 Studierende mit Kind, darunter viele Alleinerziehende!

Die „Freundlichkeit“ der ProfessorInnen

und Uni-MitarbeiterInnen, die den studentischen

Eltern der Universität Leipzig

zum Teil entgegenschlägt, ist erschreckend.

„Was schaffen sie sich auch ein Kind an?“,

„Früher gab es sowas [Wickelraum] auch

nicht, der Fußboden tut's doch auch! In

den Büros ist schließlich Teppich.“, „Sie

wissen doch, dass Deutschland nicht familienfreundlich

ist“, … solche Kommentare

dürfen sich Studierende unserer Universität

anhören, wenn sie um ein bisschen

Flexibilität zum Beispiel hinsichtlich der

Pflichtteilnahme an Veranstaltungen ersuchen,

wenn das Kind krank ist.

Genau an dieser Flexibilität mangelt es

aber nicht nur in den Köpfen von Uni-

Angestellten, sondern auch in den Studien-

und Prüfungsordnungen der Fakultäten

und Instituten. Ein paar Beispiele seien

genannt: Es gibt zumeist keine Teilzeitregelungen

für Studierende; die Vorlesungen

und Seminare sollen laut einer Richtlinie

des Gleichstellungsreferat der Uni zu zwei

Dritteln in Zeiten angeboten werden, in

denen öffentliche Kinderbetreuung angeboten

wird, das wird schlicht ignoriert; Regelungen

bezüglich von Prüfungsverschiebungen

wegen Schwangerschaft existieren

nicht; und so weiter und so fort.

Es liegt also – selbst im Jubiläumsjahr - vieles

im Argen. Flexibilität wird in politischen

Debatten zur Familienfreundlichkeit zwar

immer wieder diskutiert. Dabei steht die

berufliche Laufbahn zumeist im Vordergrund.

Aber warum nicht das Studium als

Zeit und Raum für die Familiengründung

erkennen, akzeptieren oder sogar fördern?

Damit würde sowohl im Allgemeinen der

demografischen Wandel abgefedert als

auch im Speziellen bildungsnahe Schichten

animiert, in ihre Lebensplanung Karriere

und Kind einzubeziehen.

Was sind die wichtigsten Ziele einer familiengerechten

Universitätspolitik?

1.Sensibilisierung für die Bedürfnisse studentischer Eltern

& Anerkennung als ein alternativer Lebensentwurf

2.Flexibilisierung der Studienbedingungen

3.Gewährleistung einer campusnahen Betreuung für

Kleinkinder (v.a. unter 3 Jahren)

4.Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für

studentische Eltern!

Dem allen widmen wir uns als studentische

Elterninitiative. In Zusammenarbeit mit

dem Sozialreferat des StudentInnenRats

planen wir eine Konferenz zu dem Thema

„Vereinbarkeit von Studium und Kind“.

Neben einer Ist-Analyse sollen positive

Beispiele für ein familiengerechtes Studium

vorgestellt und diskutiert werden. Im

Hinblick auf die genannten Ziele wollen

wir einen intensiven Erfahrungs- und

Gedankenaustausch über Möglichkeiten

und Grenzen universitärer Mitbestimmung

in Gang setzen und schließlich eine

Ideenmappe als weitere Arbeitsgrundlage

erstellen. Zu dieser Konferenz sind

studentische Eltern der Universität

Leipzig sowie Studierende und Initiativen

anderer Hochschulen in Deutschland

herzlich eingeladen, ebenso wie Rektoren,

Gleichstellungsbeauftragte und viele weitere

AmtsträgerInnen, die an einem Konzept

einer familiengerechten Hochschule

gemeinsam arbeiten sollten.

Wir jedenfalls glauben weiter an die Vision

einer familienfreundlichen Gesellschaft sowie

einer familienfreundlichen Hochschule!

Interessiert? Dann meldet euch doch einfach

an kinderle@web.de. Gesucht werden

auch noch fleißige Mitarbeiter für die

Konferenz! Finanzielle Entlohnung möglich.

Weitere Informationen zur Konferenz

und unserer Arbeit erhaltet ihr auch unter

wwwstud.uni-leipzig.de/~kinderle

Christian Keller und Antje Wegerich

AG Studentische Eltern

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S t u r a k t i v · MAI 2009

Bei uns doch nicht! Wirklich nicht?

Auf den Spuren rechtsmotivierter Gewalt in Leipzig.

Im Dezember 2008 fand sich eine Gruppe Studierender zusammen, die

es sich zur Aufgabe gemacht hat in Form eines Hörrundgangs, eine etwas

andere Seite von Leipzig zu dokumentieren und offen zu legen.

Rechtsmotivierte Gewalt findet nicht im

Verborgenen statt, sondern ist allgegenwärtig

- von Parolen und Schmierereien

bis hin zu Übergriffen mit rassistischem,

diskriminierenden oder neonazistischen

Hintergrund. Die Liste lässt sich weiter

fortsetzen und trotzdem berichtet Berit

Lahm von der Fachstelle für Extremismus

und Gewaltprävention der Stadt Leipzig,

dass viele Bewohner sagen, sie hätten noch

nie von rechtsextremistischer Gewalt hier

in Leipzig gehört.

Dass so viele Leute wegschauen, war für Elisa

Satjukow, eine der Initiatorinnen des Projektes,

Grund genug, sich mit dem Thema

auseinander zu setzen. Das Theodor Heuß

Kolleg der Robert Bosch Stiftung und des

MitOst e.V. bot Elisa und ihrer Mitkollegiatin

Cornelia Hemmann die Möglichkeit

durch ideelle und finanzielle Unterstützung

ihre Ideen in Leipzig zu verwirklichen. Eine

kreative Form zu finden, das Thema rechte

Gewalt den Menschen näher zu bringen,

beschreibt Cornelia Hemmann, die Intention

des Hörrundgangs. Zur Umsetzung

eines solchen Unterfanges braucht es interessierte

und engagierte MitarbeiterInnen.

Die 14 Studierenden aus den unterschiedlichsten

Fachbereichen trafen sich im Januar

zu einem ersten Workshopwochenende,

um gemeinsam die Konzeption des Hörrundgangs

zu erstellen. Auch intensive Diskussionen

über scheinbar selbstverständliche

Termini wie Gewalt und Rechtsextremismus

standen dabei im Vordergrund.

Wegweisend für die weitere Entwicklung

des Hörrundganges war nicht zuletzt ein

Vortrag von Friedrich Burschel, Referent

der Akademie für politische Bildung im Bereich

Rechtsextremismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung,

der auf die latent rechte

Einstellung in der Mitte der Gesellschaft

hinwies. Der Begriff „rechtsmotivierte Gewalt“

soll fremdenfeindliche Einstellungen

und Alltagsdiskriminierungen genauso fassen

wie neonazistische Straftaten.

Der Hörrundgang versucht ein möglichst

breites Bild der Problematik in Leipzig zu

zeichnen und nicht, wie es in der lokalen

Presse oft der Fall ist, einzelne Viertel der

Stadt als Hochburgen der rechten Szene zu

stigmatisieren. Besonders wichtig ist es den

Studierenden, Betroffene und AnwohnerInnen

in Interviews und Straßenumfragen

zu Wort kommen zu lassen. So wird auch

vermieden, dass der Hörrundgang belehrend

wirkt, denn genau dass soll er nicht,

wie Cornelia bestätigt: „ Uns geht es nicht

darum zu belehren – Unser Audioguide ist

eine Dokumentation.“

Nach zweimonatiger Recherche- und Interviewphase

wurde der Hörrundgang in

einem einwöchigen Workshop Ende letzten

Monats fertig gestellt und ist nun im Rahmen

einer Ausstellung auf Wanderschaft

durch Leipzig. Julia Wilmes und Paula

Gehrmann, Fotografie-Studentinnen der

HGB, haben die einzelnen Stationen des

Hörrundgangs sichtbar gemacht, so dass

Interessierte die Möglichkeit haben, den

Rundgang mit Kopfhörern auch stationär

innerhalb der Ausstellungsräume zu machen.

Vom 17. bis 28. Juni wird die Wanderausstellung

im Foyer des GWZ Station machen.

Zudem besteht die Möglichkeit sich den gesamten

Hörrundgang auf der Homepage

des StuRa sowie auf Chronik.LE herunterzuladen.

Interessierten ist es so möglich

mit Hilfe eines eigenen Abspielgerätes, die

beschriebenen Orte aufzusuchen.

Ein weiteres Anliegen der Gruppe ist es,

den Hörrundgang Schulen zur Verfügung

zu stellen. Hierzu muss allerdings noch

passendes Begleitmaterial erstellt werden,

wofür engagierte LehramtsstudentInnen

gesucht werden, die Zeit und Interesse haben

dieses zu erarbeiten.

Nach der Eröffnung in der Projekt und

Hörgalerie „A und V“ in Lindenau ist die

Wanderausstellung momentan im Ladenprojekt

„Doppelplusgut“ in der Kapellenstraße

16 in Reudnitz zu sehen. Bis zum

31. Mai ist die Ausstellung dort noch zu sehen.

Im Anschluss wird der Hörrundgang

in der Wärmehalle Süd präsentiert. Die

Öffnungszeiten stehen auf den Homepages

der einzelnen Veranstaltungsorte.

Klara Wehrle

Stationen der

Wanderausstellung:

bis 31. Mai:

Doppelplusgut

www.doppelplusgut-leipzig.blogspot.com

4. Juni - 14. Juni

Wärmehalle Süd

www.waermehalle-sued.de

17. Juni - 28. Juni

Universität Leipzig- Foyer GWZ

Der Hörrundgang im

Internet:

Chronik.LE

Dokumentation faschistischer, rassistischer

und diskriminierender Ereignisse in und

um Leipzig

www. chronikle.org

StuRa Uni Leipzig

www.stura.uni-leipzig.de

„WissenSCHAFFT Gemeinschaft“

Die 15. Internationale Studentische Woche

Im Juni ist es wieder soweit: Unter dem Motto „WissenSCHAFFT Gemeinschaft“

präsentiert sich die 15. Internationale Studentische Woche

(ISW) in diesem Jahr im Rahmen des 600. Universitätsjubiläums.

Vom 20. bis zum 27. Juni 2009 entsteht in Leipzig eine Plattform für

den interkulturellen Austausch zu Kultur, Wissenschaft, Politik, Sport

und Kulinarischem. Hier gibt es einige Einblicke in das Programm.

Den Auftakt bildet unsere „Landesfarbenparty“

mit dem Motto „The bunter, the

better“. Damit erwarten euch am Samstag,

den 20. Juni 2009, im „Absturz“ tolle

DJs, Bands und noch einige Überraschungen.

Weiter geht es am Sonntag ab 17 Uhr mit

dem Tanztheaterstück „Fremde Fremde“.

Außerdem lädt der Armenische Studentenkreis

Leipzig um 18 Uhr zu der Filmvorführung

„The Genocide in Me“ in der „naTo“

ein. Protagonistin ist die junge Filmemacherin

Araz Artinian, die sich beeinflusst

vom Armenischen Völkermord 1915 auf

Identitätssuche begibt. Ebenso aufrüttelnd

ist der ab 20 Uhr gezeigte Film „Saure Erdbeeren“

über Japans versteckte Gastarbeiter

(Ort wird noch bekannt gegeben).

Am Montag habt ihr die Möglichkeit

die PartnerInnen der ISW auf einer Vorstellungsstraße

an der alten Handelsbörse

kennenzulernen. Zwischen 10 und 14 Uhr

könnt ihr euch über die teilnehmenden

Vereine und Institutionen informieren. Am

Abend um 18 Uhr lädt Dr. Elisabeth Böll

zu dem Vortrag „Fortschritt auf Schienen?

Die Eisenbahn und Chinas Modernisierung

im 20. Jahrhundert“ ins Konfuzius-

Institut ein.

Der Dienstag beginnt um 11 Uhr mit

einer alternativen Stadtführung zum Thema

„Globalisierung im Alltag vom Verein

„Eine Welt e.V.“ Der Fokus liegt auf den

negativen Aspekten der Globalsierung und

wird die Zusammenhänge und Hintergründe

kritisch betrachten. Der Dienstagabend

steht ganz im Zeichen Marokkos. In Zusammenarbeit

mit dem Referat ausländischer

Studierender (RAS) und der Cinématheque

hört ihr ab 16:30 Uhr im Kinosaal

der „naTo“ zwei Vorträge zu Casablanca

als Stadt der Kontraste und zur Integration

von Marokkanern in Deutschland; ab 20

Uhr seht ihr den Film „Tangerine“.

Am Mittwoch wird sich Farzin Akbari

Kenari in seinem Vortrag „Der Iran - Realität

und westliche Wahrnehmung“ mit

dem Land und dessen Tradition auseinandersetzen.

Ab 16 Uhr führen euch die

beteiligten Künstler durch die Ausstellung

„Future together now!“ im Konfuzius-Institut,

um euch Einblicke in die chinesische

Kultur aus westlicher Sicht zu bieten. Zum

musikalischen Abschluss des Tages laden

wir euch ab 18 Uhr zu unserem klassischen

Konzert „Leipziger Klassik international“

mit verschiedenen Künstlern ins Mendelssohn-Haus

ein. Sprachakrobaten und

Liebhaber der deutschen und englischen

Sprache haben ab 20 Uhr die Möglichkeit

im „Horns Erben“ unseren Poetry Slam

zu erleben und/oder mitzugestalten! Traut

euch!

Der Donnerstag führt uns zurück nach

Ostasien. Am Mittag zwischen zwei Seminaren

könnt ihr dem Hörspiel

„Hachiko“ lauschen

und ab 15 Uhr während

einer chinesischen Teezeremonie

die Seele baumeln

lassen. Neben der Verkostung

gibt es interessante

Informationen zur Teegeschichte

und zur chinesischen

Teekultur. Gefeiert

wird auch wieder. Das RAS

organisiert am Abend eine

orientalische Party. Eine

Besonderheit wird die Modenschau

mit traditioneller

arabischer Kleidung sein.

Der Freitag steht unter dem politischen

Zeichen. Mittags könnt ihr euch beim Junior

Team Europa aktiv vorstellen, wie ein

Tag ohne Europa aussehen würde. Am

Nachmittag widmen sich engagierte Leipziger

zusammen mit euch dem Thema

„Diskriminierung im Alltag – Kultur, Sport,

Lehre“. Das Tanzbein könnt ihr am Abend

zu afrikanischen Klängen im „Basamo“

auf der „Afro-Motown-Party“ schwingen.

Mit viel Energie und Sportsgeist lassen wir

am Samstag, dem 27. Juni 2009, die 15.

Internationale Studentische Woche mit

dem traditionellen Fußballturnier des RAS

auf dem Sportplatz Tarostraße ausklingen.

Parallel dazu veranstalten wir ein buntes

Kinderfest mit Hüpfburg, Kinderschminken

und Grillen.

Neugierig geworden?

Dann schaut

auf unserer Website

www.isw-leipzig.de vorbei!

Dort findet ihr noch

zahlreiche andere

Veranstaltungen sowie

aktuelle Programmänderungen.

Janet Wagner

ISW-Ausschuss

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„Ladenschluss“

Aktionsbündnis gegen Nazis

Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis gegen Nazis, ist ein

breites Bündnis verschiedener Gruppen, Organisationen, Parteien

und Einzelpersonen. Das Ziel des Bündnisses war es stets durch die

Offenlegung des ideologischen Backgrounds von Naziläden ihre gesellschaftliche

Akzeptanz zu mindern und ihr Image als „Händler von

nebenan“ zu zerstören. Die Problematik um die Marke „Thor Steinar“

spielt hierbei eine Große Rolle, auf die es aufmerksam zu machen galt.

Ein weiteres Anliegen der Initiative war in diesem Zusammenhang die

Schließung, des am 22.9.2007 in der Richard-Wagner-Straße eröffneten

„Thor-Steinar“ Ladens, zu erlangen.

Bereits im Jahr 2005 eröffnete in der Kolonnadenstraße

in der Leipziger Innenstadt

das „Untergrund“, ein Bekleidungsgeschäft,

welches ein großes Sortiment an

„Thor Steinar“ Kleidungsstücke vertrieb.

Zwei Jahre später entstand in der Volbedingstraße

in Mockau das „Aryan Brotherhood“,

eine Mischung aus Ladengeschäft,

Fitnessstudio und Treffpunkt. In beiden

Fällen hatte der Betreiber eines des bundesweit

größten Nazi – Versandes „Front

Records“ aus Wurzen, Thomas Persdorf,

seine Hände im Spiel. Die Läden sind inzwischen

geschlossen, andere jedoch nicht.

Auch Läden, wie das „Miss Liberty“ oder

„Mc-Trend“ in der Innenstadt sowie das

„Boombastic“ im Grünauer Allee-Center

verkaufen „Thor Steinar“.

Im Gegensatz zu den erwähnten Geschäften

stellte das „Tønsberg“ eine richtige Filiale

der Marke „Thor Steinar“ dar. Allerdings

galt auch jenes Objekt nicht ausschließlich

als Einkaufsgeschäft, sondern wurde zu einer

neue Anlaufstelle für Neonazis in Leipzig

und stellt eine Gefahr für Menschen,

die nicht in ihr rassistisches, antisemitisches

und politisches Weltbild passen, dar.

Mit der Entstehung des Ladens entstand jedoch

eine größere Protestwelle, welche primär

vom „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis

gegen Nazis getragen wurde. Durch

zahlreiche Demonstrationen, Kundgebungen,

Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit

brachte die Initiative die Schließung

des „Thor Steinar“ Geschäftes auf den

Weg. einem mehrere Monate währenden

Rechtsstreit wird das Mietverhältnis mit

der seit September 2007 in der Leipziger

Richard-Wagner-Straße eingemieteten

"Thor-Steinar"-Filiale „Tønsberg“ zum

30.6.2009 nun endlich vorzeitig beendet.

Dies ist ein Teilerfolgen, welcher mit Sicherheit

gebührend gefeiert wird. Jedoch

ist eine Neueröffnung keineswegs aus zu

schließen und die eigentliche Problematik

um „Thor Steinar“ und Co. nicht gelöst.

Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis

gegen Nazis wird daher auch weiterhin

Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis

gegen rechte Strukturen in

Leipzig vorgehen.

Tanja Rußack

Referentin für Antirassismusarbeit

Kleider machen Leute...

Dass das Erscheinungsbild von Neonazis sich in den letzten Jahren erheblich

gewandelt hat, ist eine Entwicklung, welche nicht von der Hand

zu weisen ist. Der einst beliebte Skinheadlook und Braunhemd-Stil der

90iger Jahre wich einem neuen, diskreten und modischem Kleidungsstil.

Hierzu trug vor allem die Modemarke „Thor Steinar“ bei. Aber

wer oder was ist „Thor Steinar“ und wie konnte ein Bekleidungslabel,

aus dem Umfeld der Neonazi-Szene, zu einer scheinbaren Mainstream-

Marke werden? Jene Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden.

Kleidung und Kleidungsstil haben eine

identitätsstiftende Funktion. Primär trifft

das auf politischen Subkulturen und Szenen

zu. Weitere Aufgaben, welche Mode

hierbei übernimmt ist die der Mitgliederwerbung

und Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls.

Die Modemarke „Thor

Steinar“, welche im Jahr 2002 von Axel

Kopelke international registriert und seit

2003 durch die Firma „Mediatex GmbH“

mit Sitz in Zeesen/Brandenburg vertrieben

wurde, macht sich jene Funktion und Wirkung

zu nutzen. Ziel des Unternehmen ist

es durch die Unterfütterung der Kleidung

mit mehrdeutigen Symbolen völkischer

und nationalistischen Ursprungs eine Politisierung

zu befördern. Diese Firmenstrategie

spricht einen großen Kreis von AbnehmerInnen,

unter anderem in verschiedenen

rechten Szenen, an und verhalf dem relativ

jungen Betrieb innerhalb kürzester Zeit zu

großem unternehmerischen Erfolg.

Das Besondere an „Thor Steinar“ ist, dass

sich das Label aktuellen Modetrends bedient

und diese mit Motiven, welche sich

positiv auf nordisch-völkische Mythologie,

Kolonialismus und nationalsozialistische

Ideologien beziehen, verbindet. Auf den

ersten Blick ist der Bezug zu Neonazismus

meist nicht erkennbar, dies ist vor allem bei

den aktuellen „Thor Steinar“ Kollektionen

der Fall.

Das alte Logo von Thor Steinar bestand

aus einer Kombination von zwei Runen,

einer Binderune. Der Entwurf eines neuen

Logos wurde jedoch notwendig (2004),

nachdem das alte Logo durch mehrere

gerichtliche Verfahren wegen seiner Ähnlichkeit

- bei einer leichten Schrägstellung

ließ das Logo das Symbol der „Waffen-SS“

erkennen - zu nationalistischen Symbolen

verboten worden war.

Runen als altnordisch-germanische Zeichen

finden bei „Thor Steinar“ aber auch

in anderen Bereichen der Neonazi-Szene

häufig Verwendung, da sich ihre AnhängerInnen

durch sie auf ihre vermeintlich

nordisch-germanischen Wurzeln besinnen

wollen. Runen wurden in der nationalsozialistischen

Symbolik verwendet, um eine

germanisch, arische Traditionslinie zu konstruieren.

Neben Runen prangt auf Kleidungsstücken

von „Thor Steinar“ u.a. Werbung

für das schwedische Rechtsrock-Projekt

„Ultima Thule“. Weitere eindeutig zweideutigen

Motiven oder Slogans, welche

Rückschlüsse auf politische Intentionen

nahe legen, sind zum Beispiel Aussprüche

wie „Ski Heil!“, was als Anspielung auf

den Nazigruß »Sieg Heil« gelesen werden

kann. Andere Kleidungsstücke wiederum

tragen den Aufdruck »Nordmark«, der

Name eines Arbeitserziehungslager der SS

bei Kiel im Nationalsozialismus. Diese Art

von Beispielen können beliebig fortgeführt

werden. Jene Inhalte werden oftmals durch

aktuelles Design in den Hintergrund gerückt

bzw. durch codierte Symboliken nur

KennerInnen zugänglich gemacht. „Thor

Steinar“ strebt, vordergründig in den aktuelleren

Kollektionen, eher einen schlichteren

Stil an, der durch dezente Aufdrucke

und gezielt eingesetzte Mehrdeutigkeiten

auf verschiedenen Ebenen seine Wirkung

erzielt. „Thor Steinar“ ist es im Gegensatz

zu anderen Marken, welche offen rechts

auftreten und somit öffentlich stigmatisiert,

abgelehnt oder so rechtlich verboten werden,

gelungen sich bewusst und flexibel in

einer rechtlichen Grauzone zu bewegen.

Somit entzieht sich das Label einer gesellschaftlichen

Sanktionierung und schafft es

sogar einen Anschluss an den Mainstream

zu erreicht.

Welchen breiten Absatz die Marke „Thor

Steinar“ findet und wie viel Geld die Firmen

um „Thor Steinar“ abwerfen ist beeindruckend.

Der offizielle Jahresumsatz

2005 lag laut der „Mediathex GmbH“ bei

zwei Millionen Euro. Die Geschäfte, ob im

Internet oder über ZwischenhändlerInnen,

scheinen rentabel zu laufen. In der Bundesrepublik

wurden bislang neun „Thor

Steinar“ Filialen eröffnet. Den einstigen

Geschäftsführern, Axel Kupelke und Uwe

Meusel, sowie weiteren MitarbeiterInnen

der „Mediatex GmbH“ werden enge

Kontakte zur deutschen und europäischen

Neonaziszene nachgewissen. Dass Einnahmen

in rechte Strukturen geflossen sind, ist

demnach nicht ausgeschlossen.

Wie sich „Thor Steinar“ in den kommende

Jahren entwickelt wird abzuwarten sein,

denn seit November 2008 ist der neue Besitzer

der Firma „Mediatex GmbH“ laut

Handelsregister, Faysal al Zarooni. Mit der

“Faysal al Zarooni Group of Companies”

betreibt der arabische Großinvestor in Dubai

vorwiegend Immobiliengeschäfte betreibt

und bietet Beratungsdienstleistungen

an. Nach Aussagen des Potsdamer Amtsgericht

habe seine Geschäftsführertätigkeit

niedergelegt. Mohammed M. Aweidah,

Berater und Wirtschaftsprüfer aus der Zarooni

Group, sei nun Geschäftsführer. Die

„Mediatex GmbH“ selbst hat dazu bislang

keine Stellungnahme abgegeben. Ob mit

dem Eigentümer- und Personalwechsel

große Auswirkungen auf das Unternehmen

ausgeübt werden, oder gar ein Imagewechsel

damit einhergehe, ist allerdings

fraglich.

Auf der Homepage des StudentInnenRats

findet Ihr die Broschüre „Investigate Thor

Steinar“, welche sich kritisch mir der umstrittenen

Marke “Thor Steinar“ auseinander

setzt.

Anstoß für den folgenden Text war eine

Mail eines aufmerksamen Studenten an

das Referat für Antirassismusarbeit. Ihm ist

aufgefallen, dass StudentInnen vermehrt

die Modermarke „Thor Steinar“ tragen.

Tanja Rußack

Referentin für Anirassismusarbeit

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S t u r a k t i v · MAI 2009

Harmonie im Kasino

Grundriss eines Krisenverständnisses

Wer Krise oder gar den ganzen Kapitalismus verstehen will, kann es

eigentlich nur falsch machen. Was gibt es schwierigeres, als die Totalität

der Tauschgesellschaft zu begreifen? Dennoch lässt sich zumindest

ex negativo bestimmen, welches der schlechteste aller Ansätze ist:

Wirtschaftswissenschaften.

Im der folgenden Polemik sollen kurz die

grundlegenden Verklärungen des aktuellen

Krisenverständnisses skizziert und als das

denunziert werden, was sie im Kern sind:

Ideologie.

Krise als Regel, nicht als

Ausnahme

Geht es nach den Wirtschaftswissenschaften,

ist die Marktwirtschaft ein komplexes,

aber doch verständliches Gefilde, das sich

mittels mathematischer Modelle recht genau

darstellen lässt. Über diese Beschreibung

will man gar nicht hinaus, der innere

Funktionszusammenhang erschöpfe sich

damit in der „invisible hand“ (Adam Smith)

oder – etwas avancierter - dem Sayeschen

Gesetz des Marktes; also dem harmonischen

Zusammenspiel von Angebot und

Nachfrage. Je nach Gusto und Modernitätsgrad

fließen ein bisschen Staatsregulation

(Keynesianismus) oder der homo oeconomicus,

als nutzenmaximierendes, rational

und informationsbasierend handelndes

Wesen, in die Kalkulation mit ein; und dieser

darf in den neusten Theorien – z.B. der

Prinzipal-Agent-Theorie - auch mal ein

wenig fies oder gar irrational handeln. Was

auch direkten Weges zu den Vorstellungen

führt, die diese „breimäuligen Faselhänse

der deutschen Vulgärökonomie“ (Marx)

sich von der Krise machen: Sie sei ein Ergebnis

zu irrationalen Verhaltens der auf

dem Markt handelnden Akteure, sie

haben die Marktgesetzt gleichsam

überdehnt, – zugespitzt formuliert:

Die Krise entstehe dadurch, dass

der Mensch sich nicht seiner wirtschaftsanthropologisch

behaupteten

Natur gemäß verhalte und die

Realität sich nicht an die Theorie.

Die Krise wird als ein dem System

völlig Äußerliches und über sie Hineinbrechendes

dargestellt. Bei der Frage nach dem

Ende der Krise kann im Fahrwasser dieser

Theorien deshalb auch nur behauptet werden,

sie werde bald enden, oder auch nicht,

aber vielleicht ja auch doch – so sinngemäß

die täglich wechselnden Aussagen der Wirtschaftsweisen

und des Sachverständigenrates

der Bundesregierung.

Dass die Krise den Theoretikern als nicht

immanent gilt, liegt in der noch immer

fortwesenden Vorstellung begründet, der

Kapitalismus sei ein arbeitsteilig organisiertes

System zum Zwecke der menschlichen

Bedürfnisbefriedigung – zumindest

mal gewesen. Das verkennt, dass ebenjene

Bedürfnisbefriedigung, wenngleich auch

für den Betrieb des Ganzen notwendig, nur

ein Abfallprodukt des eigentlichen Zwecks

ist: Maximierung des Profits.

Das wird gut von jemanden dargelegt, der -

um ein rein quantitatives Argument zu bemühen,

das für sich genommen noch nicht

viel aussagt - in mehreren Tausend Seiten

„die kapitalistische Produktionsweise und

die ihr entsprechenden Produktions- und

Verkehrsverhältnisse“ kritisiert hat; sein

Werk heißt nicht umsonst im Untertitel

„Kritik der politischen Ökonomie“.

Karl Marx zeigt in diesem, dass für das

Funktionieren der Verhältnisse – nota bene! –

ewiges Wachstum notwendig ist. Das sollte

unmittelbar einleuchten, auch wenn man

noch keine Zeile Marxens Kapital gelesen

hat, denn schon ein paar Zeilen eines jeden

Zeitungsartikels, der sich mit der Wirtschaft

beschäftigt, reichen aus, um festzustellen,

das Wirtschaftswachstum das Schlüsselwort

ist, wenn es um Arbeitsplätze, Steuern

etc. geht. Ebenso in Verlautbarungen der

Regierung bzw. Politik allgemein. Aber gerade

weil ewiges Wachstum unmöglich ist,

stellen Krisen ein systemimmanentes Regulativ

dar, indem sie das Ganze – um eine

Computermetapher zu bemühen - reseten.

Dieser oben erwähnte Profit wird aus der

menschlichen Arbeitskraft gewonnen.

Ganz simpel und vielleicht fatal verkürzt

ausgedrückt bedeutet das: Der Arbeiter

bekommt weniger, als seine Arbeit wert ist,

d.h. er bekommt das Quantum eingesetzte

Arbeitskraft vergütet, aber nicht den Wert,

den seine Arbeit produziert. Durch diese

Differenz zum einen und zum anderen, da

durch die Konkurrenz des Marktes von jedem

Produzenten versucht wird, die durchschnittliche

gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit

zur Herstellung einer Ware zu unterbieten,

d.h. weniger Zeit zu benötigen,

als im gesell. Durchschnitt dafür benötigt

wird, kommt der Mehrwert zustande.

Hier sind wir wieder beim ewig notwendigen

Wachstum, denn die totale Konkurrenz

fordert mit immer weniger Arbeitszeit, also

auch weniger Arbeitskraft, immer mehr

„Die Ankündigung: ‚Das Wetter im Ersten wird

Ihnen präsentiert von den Finanzexperten

der Commerzbank‘ [weist] auf die implizite

Drohung hin, ohne Banken gebe es noch nicht

einmal irgendein Wetter.“

Joachim Bruhn

zu Produzieren – was eine Zeit lang durch

technische Innovationen etc. auch erreicht

werden kann resp. wurde. Dies hat zur

Folge, dass es immer weniger in Lohn und

Brot stehende Menschen gibt, die aber immer

mehr zu konsumierenden Produkten

gegenüberstehen. Diese können aber nicht

alle konsumiert werden, denn wer soll alle

bezahlen? Aber die Konsumtion der Produkte,

also vorgelagert der Verkauf ist bei

Strafe des Untergangs für den Produzenten

notwendig. Zur Not kann er sich ja noch

mit der Abstoßung von Humankapital fürs

erste finanziell entlasten, das hat dann aber

wiederum kein Geld, Produkte zu konsumieren

usw. usf.

Regressive

Krisenerklärungen

In der Vorstellung der Nationalökonomie

aber ist Kapitalismus immer ein Nullsummenspiel,

d.h. der milliardenhohe Verlust

der einen muss demzufolge auch der milliardenhohe

Gewinn der anderen sein.

Dieses wohlfeile Verständnis wirft dann

natürlich schon mal die Frage auf, wer in

diesem Spiel die „geheimnisumwitterten

Gewinner“ seien.

In der Beantwortung dieser Frage ist sich

jeder fünfte Deutsche einig, so auch ein

Leipziger Mob (Eigenbezeichnung: Bündnis),

der sich am 11.05 dieses Jahres in einer

Spelunke traf, um zu beraten, wie man sich

in einem „Abwehrkampf“ der „herrschenden

Eliten“ entledige. Das wurde, historisch

betrachtet, schon allzu oft versucht.

Ein französischer Arzt hat eigens dafür im

18. Jahrhundert eine Maschine erfunden.

Die Teilnehmer sind eine lustige Melange

des gesellschaftlichen Querschnitts, unter

denen neben einem ehemaligen Rektor

der Uni Leipzig und den üblichen bewegungslinken

Verdächtigen (Gewerkschaften,

Attac etc.) Verdächtigen, sich auch die

Linkspartei-Adepten des SDS befinden,

die, weil sie einfach nicht vom Marxismus-

Leninismus lassen können, jede sich bietende

Möglichkeit nutzen wollen, einen

beliebigen Mob in die ‚richtige‘ (nämlich

ihre) Richtung zu lenken – das nennt sich

dann z.B. „Krise als Chance“ und geht auf

Lenins zynische Überlegungen zurück, erst

mal genug Menschen sterben zu lassen, damit

die Überlebenden sich ihrer ‚Klasseninteressen‘

bewusster werden.

Dass der SDS eine breit angelegte Kapital-

Lesekreis-Bewegung angestoßen hat, aber

dennoch gegen „Profitgier von Finanzinstituten

und Konzernen“ wütet, lässt nur den

Schluss zu, das sie Marx kaum gelesen und

selbst das nicht verstanden haben.

Kaum gelesen, weil Marx sich bereits in

der Vorrede zum Kapital sehr klar zur Personifikation

gesellschaftlicher Verhältnisse

ausdrückt:

„Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse ein

Wort. Die Gestalten von Kapitalist und Grundeigentümer

zeichne ich keineswegs in rosigem Licht.

Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit

sie die Personifikation ökonomischer Kategorien

sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen

und Interessen. Weniger als jeder andere

kann mein Standpunkt, der die Entwicklung

der ökonomischen Gesellschaftsformation

als einen naturgeschichtlichen Prozeß

auffaßt, den einzelnen verantwortlich

machen für Verhältnisse, deren Geschöpf

er sozial bleibt, sosehr er sich auch subjektiv

über sie erheben mag.“

Nicht verstanden, weil Marx sich bereits bei

der Beschreibung der einfachen Zirkulation

und (später) des ihr scheinbar entspringenden

Mehrwerts, bösen Geldes und sinisteren

Zinses auf der Ebene der Erscheinung,

genauer: des Scheins befindet, was anscheinend

nicht verstanden wurde. Ein Beispiel:

Daß [die] einseitige Form der Geldbewegung aus

der doppelseitigen Formbewegung der Ware entspringt,

ist verhüllt. Die Natur der Warenzirkulation

selbst erzeugt den entgegengesetzten Schein.

Mit einem Kapitalismusverständnis, wie es

das oben erwähnte Bündnis in ihrer Einladung

nahe legt, macht man den Schein

zum Wesen, bildet sich ein gefährlich falsches

Bewusstsein vom sog. „Finanzkapital“

und glaubt, dieses von der ‚ehrlichen‘

Produktion („solidarische und ökologische

Wirtschaft“ wird es im Schreiben paraphrasiert)

abtrennen zu können. Wie Marx

im Gang der Analyse zeigt, ist das ebenso

unmöglich wie fatal, da das zinstragende

Kapital die „Triebfeder der kapitalistischen

Produktion“ und mit systemimmanenter

Notwendigkeit entstanden ist, ohne dieses

Treibmittel bräche die gesamte Produktion

zusammen.

Wer sich so etwas herbeisehnt, einen

„Kampf“ ankündigt und prognostiziert,

es „ werden noch weit mehr Menschen als

[die 55.000] im März auf der Straße sein.“,

der macht mir gehörig Angst.

Andreas Below

Sozialreferent

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4 gute Gründe für die Mensa-Policy

Wie in den beiden vorausgegangenen StuRaktiv-Ausgaben, gibt es auch

dieses Mal wieder einen Beitrag in der Mini-Reihe “4 gute Gründe für

die Mensa-Policy”. Nach der Beleuchtung des Klimaeffekts industrieller

Landwirtschaft und der Überfischung der Meere, geht es diesesmal

um das System “Fairer Handel”. Fairer Kaffee wird in den Leipziger

Mensen und Cafeterien schon seit mehreren Jahren angeboten, seit ein

paar Wochen gibt es jetzt auch fair gehandelten Tee und Schokolade.

Was bedeutet „Fairer Handel“? Eine

kurze Einführung

Geschichte

In Weltläden halten sich hartnäckig die

Geschichten aus einer fernen Zeit, als fair

gehandelter Kaffee „noch richtig politisch

korrekt“ geschmeckt habe. Das soll natürlich

heißen, der Kaffee habe anfangs eben

noch gar nicht gut geschmeckt und sei nur

von hoffnungslosen IdealistInnen getrunken

worden – was man sich heute, da fair

gehandelte Kaffeesorten regelmäßig Qualitätspreise

gewinnen, nicht mehr vorstellen

kann. Diese Episoden umschreiben ganz

gut den Wandel und die „Professionalisierung“,

den die Fairhandelsbewegung seit

ihrer Entstehung durchgemacht hat:

Die Anfänge des Fairen Handels liegen in

den 70er Jahren, als im Zuge der entstehenden

„neuen sozialen Bewegungen“ Kritik

an den globalen Handelsstrukturen und

der strukturellen Benachteiligung der Länder

des Südens innerhalb dieses Systems artikuliert

wurde. Durch die Unabhängigkeit

vom freien Markt, in alternativen Handelsstrukturen,

sollte daher eine „faire“ Entlohnung

der ProduzentInnen in den Ländern

des Südens ermöglicht werden, die sich an

den Produktionskosten eines Produkts und

an den Lebenshaltungskosten der Produ-

zentInnen orientiert – statt an abstrakten

Weltmarktbedingungen. Diese Idee wurde

dann zunächst in von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

betriebenen, selbstorganisierten

und meist basisdemokratisch strukturierten

Weltläden umgesetzt (der erste

eröffnete 1969 in Breukelen, Niederlande).

Eins der Kernprodukte des Fairen Handels

bis heute, der Kaffee, wurde neben Kunsthandwerk

von Anfang an in den Weltläden

verkauft. Für die ProduzentInnen bekam

der Faire Handel daher in der Kaffekrise

in den neunziger Jahren besondere

Bedeutung: nach der Aufkündigung des

Kaffeeabkommens, das während des Kalten

Kriegs die Preise stabil gehalten hatte,

ZEIT CAMPUS TALK

mit Clemens Meyer in der Mensa

sank der Weltmarktpreis für Kaffee rapide

und stürzte viele KleinbäuerInnen in Afrika

und Lateinamerika in die Armut. Der

Faire Handel konnte dagegen seine existenzsichernden

Löhne aufrechterhalten,

da er den Weltmarktschwankungen nicht

unterlag.

Seit 1992 gibt es das FairTrade-Siegel, das

in Deutschland von dem unabhängigen

Verein „Transfair e.V.“ vergeben wird und

sich nach den Standards der „Fairtrade Labelling

Organisations International“ (FLO)

richtet, die die Produktion sowie den Handel

der Produkte weltweit nach einheitlichen

Standards kontrolliert. Durch dieses

Siegel wurde der Verkauf fair gehandelter

Produkte auch über die Weltläden hinaus,

z.B. in Supermärkten, ermöglicht.

Das stieß nicht nur auf Begeisterung: Nach

dem Verständnis vieler AktivistInnen der

Weltladenbewegung sollten die Prinzipien

des Fairen Handel nicht nur für die ProduzentInnen

im globalen Süden gelten,

sondern für alle am Handelsprozess beteiligten

– also beispielsweise auch für die

MitarbeiterInnen der Handelsorganisationen

in den Industrieländern. In den „traditionellen“

Fairhandelsorganisationen wie

gepa, dwp oder El puente ist dieser Aspekt

auch weiterhin wichtig. Die Zusammenarbeit

von Transfair mit Supermarktketten

wie zum Beispiel Lidl war daher innerhalb

der Fairhandelsbewegung sehr stark umstritten.

Einerseits wurden dadurch zwar

die Absatzchancen für fair gehandelte Produkte

drastisch erhöht, andererseit wurde

aber der Anspruch aufgegeben, auch in

den VerbraucherInnenländern „alternative“

Strukturen und „faire“ Arbeitsbedingungen

zu garantieren. Dieser Konflikt

dauert immer noch an und ist wohl auch

nicht aufzulösen.

Kriterien

Was genau zeichnet nun aber alle fair gehandelte

Produkte gegenüber konventionellen

Produkten aus? Folgende Punkte

sind dafür zentral:

1

2

3

4

5

6

7

Die Erzeugerpreise für fair gehandelte Produkte

sind deutlich höher als der Weltmarktpreis. Er

garantiert die Deckung der Lebenshaltungskosten

der ProduzentInnen.

An Erzeugerkollektive werden zusätzlich

Prämien gezahlt, die in Sozial- und

Entwicklungsprojekte (LKWs, Maschinen,

Schulen, Gesundheitseinrichtungen u.a.) in ihren

jeweiligen Kommunen fließen.

Es besteht ein Direktkontakt zwischen

ProduzentInnen und den Fairhandelsgesellschaften

– ohne Zwischenhändler.

Es werden langfristige Abnahmeverträge (und so

gesicherte Einkommen) garantiert. Auf Wunsch

wird auch eine Vorfinanzierung (für Saatgut,

Maschinen etc.) ermöglicht.

Mindeststandards im Bezug auf Arbeitsbedingungen

für Kooperativenmitglieder und ArbeiterInnen

werden von den ErzeugerInnen garantiert.

Kinderarbeit ist ausgeschlossen.

Für ökologisch erzeugte Produkte werden Aufschläge

gezahlt.

Die Weiterverarbeitung der Produkte im

Erzeugerland zur Einkommenssteigerung und

Arbeitsplatzschaffung wird angestrebt.

Die Kriterien der Weltläden, festgelegt

in der „Konvention der Weltläden“, gehen

über diese Punkte hinaus. Zum einen

beziehen sie, wie gesagt, einige der oben

genannten Punkte auch auf den eigenen

Laden. Darüber hinaus verpflichten sie

sich zu Transparenz (beispielsweise über

Preiszusammensetzungen der Produkte),

zu einer demokratischen Selbstorganisation

sowie zu einem Autrag, politische Bildungs-

und Informationsarbeit zu leisten.

Es macht also durchaus Sinn, faire Produkte

weiterhin im Weltladen einzukaufen!

Faire Produkte kaufen sowieso!

Susanne Brehm

Referentin für Ökologie und Verkehr

Im Juni kommt Clemens Meyer in die neue

Mensa am Park! Am 9. Juni spricht der

preisgekrönte Autor mit ZEIT CAMPUS-

Chefredakteur Manuel J. Hartung über

seine Studienzeit in Leipzig, sein Leben als

Schriftsteller und aktuelle Projekte. Meyer

kehrt damit in die Mensa seiner Hochschule

zurück, von 1998 bis 2003 hatte er

am Deutschen Literaturinstitut Leipzig

studiert. Sein Roman Als wir träumten erschien

im Februar 2006, zwei Jahre später

folgte der Geschichtenband Die Nacht, die

Lichter.

ZEIT CAMPUS TALK

Dienstag, 9. Juni 2009 / ab 18 Uhr

Studentenwerk Leipzig, Mensa am Park

Universitätsstraße 5, 04109 Leipzig

Eintritt frei!

Fahrradunfreundliche Stadt?

Mit der Fortschreibung des Konzepts "Autoarme Innenstadt" wurde in

der Innenstadt leider nicht nur der Auto- sondern auch der Fahrradverkehr

in der Innenstadt eingeschränkt. Das ist durchaus ein Rückschritt

für eine Stadt, in der so viele Menschen das umweltfreundlichste und

praktischste Fortbewegungsmittel überhaupt nutzen. Wir sollten daher

von der Stadt ein klares Bekenntnis zum Fahrradverkehr und konkrete

Verbesserungen fordern - über die Aufhebung des Fahrradverbots in der

Innenstadt hinaus.

Um konkrete Forderungen stellen zu können, braucht das Referat für

Ökologie und Verkehr eure Mithilfe: Wir wollen eine möglichst große

Fülle an Vorschlägen zusammentragen, wie Leipzig konkret „fahrradfreundlicher“

werden kann. Deshalb: Schreibt, an welchen Orten ihre

euch als FahrradfahrerInnen unsicher oder benachteiligt

fühlt. Wo seht ihr dringenden Bedarf

für einen weiteren Radweg? Wo gibt es viel zu

wenig Stellplätze zum Fahrrad parken? Welche

Einbahnstraßen müssten für Fahrradfahrer in der

Gegenrichtung geöffnet werden? Wo fehlen Übergangsmöglichkeiten

an großen Straßen...?

Bitte schickt eure Vorschläge an

oeko.stura@atomstromfrei.de

Susanne Brehm

Referentin für Ökologie und Verkehr

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S t u r a k t i v · MAI 2009

Ausländische Studierende

immer willkommen

Etwa zehn Prozent der 37.000 Studentinnen und Studenten in Leipzig

sind ausländische Studierende. Immerhin die Hälfte von ihnen – das

sind rund 1700 – ist in den Wohnheimen des Studentenwerkes untergebracht.

Die Mehrheit der Studierenden kommt aus China, Japan,

Vietnam sowie aus Russland, der Ukraine oder auch aus Spanien und

Frankreich. Manche bleiben nur ein Semester an Universität oder

Hochschule, andere das ganze Studium. Allen fällt jedoch eines besonders

schwer: Die ersten Tage allein zu sein in einer fremden Stadt.

Schon seit gut drei Jahren ist das Studentenwerk

noch intensiver als zuvor

damit beschäftigt, diese ersten schwierigen

Tage für ausländische Studierende

– besonders derjenigen, die in

den Wohnheimen leben – einfacher

zu gestalten. In der jüngsten Vergangenheit

haben sich verschiedenste Aktivitäten,

Treffpunkte und Initiativen

für ausländische Studierende unter

dem Dach des Studentenwerkes entwickelt,

wie das Buddy-Programm,

das Café der fünf Kontinente, ein Tutorenbüro

und einiges mehr.

Initiiert hat diese Aktivitäten Kai Erik

Hörig, der beim Studentenwerk Leipzig

als Abteilungsleiter Wohnservice/

Gebäudemanagement tätig ist, dem

aber auch der Bereich Internationales

zugeordnet ist. Was sich seitdem verändert

und entwickelt hat, sagt er in

einem Interview.

Herr Hörig, warum ist es notwendig,

ausländischen Studierenden

in Leipzig besonderes

Augenmerk zu schenken?

Kai Erik Hörig: Die ausländischen

Studierenden, die in unseren Wohnheimen

leben, sind eine große Gruppe.

Immerhin 30 Prozent unserer

Wohnheimplätze werden von Ausländern

belegt – somit bilden diese

Studierenden eine nicht zu unterschätzende

Gruppe von Bewohnern, deren

Bedürfnisse wir natürlich entsprechend respektieren,

aber auch in unseren Angeboten

reflektieren wollen. Hinzu kommt, dass

es ausländische Studierende meist schwerer

haben, gerade zu Beginn des Studiums.

Sie haben oft weniger Geld zur Verfügung

als ihre deutschen Kommilitonen, haben

mitunter noch sprachliche Hürden zu

überwinden, kennen sich in der deutschen

Behördenstruktur nicht aus, haben eine

andere Mentalität, die es ihnen manchmal

schwerer macht, sich im Wohnheim zu integrieren

oder hier in Leipzig Freunde zu

finden.

Was tut das Studentenwerk konkret

für ausländische Studierende?

Bei uns gibt es zwei Facetten: Die der Betreuung

und die der Integration. Die Betreuung

umfasst alle Beratungsleistungen

und Unterstützung, die das Studentenwerk

generell anbietet, insbesondere durch unsere

Sozialberatung. Beispielsweise gibt es

da eine Krankenversicherung speziell für

ausländische Studierende oder finanzielle

Hilfen aus dem Darlehensfonds, der natürlich

auch anderen Studierenden „offen

steht“. Die Integration bezieht sich hauptsächlich

auf unsere Wohnheime und deren

Wohnqualität. Für uns gehört da auch das

funktionierende Zusammenleben dazu:

Wir wollen, dass sich die Bewohner untereinander

kennen. Oftmals herrscht in den

Wohnheimen eine gewisse Anonymität, der

wir entgegenwirken wollen.

Wie wollen Sie das machen?

Um ausländische Studierende integrieren

zu können, brauchen wir auch andere

Studierende. Ideal greift da z.B. das Buddy-Programm

unserer Tutoren, bei dem

ein Deutscher und ein Ausländer sich ein

Semester und im Idealfall auch länger in

Leipzig begleiten.

Uns geht es nicht vordergründig um die

sprachliche Komponente, sondern eher

darum, dem ausländischen Studenten jemanden

zur Seite zu stellen, der schon in

Leipzig lebt und studiert, der den anderen

hier einführt, vielleicht mal in seinen Freundeskreis

mitnimmt. Idealerweise bestreiten

beide zusammen Behördengänge, verleben

die ersten Tage irgendwie gemeinsam,

man holt den anderen vielleicht sogar vom

Flughafen ab oder kocht für ihn in seiner

WG. All das ist möglich. Wir haben bis jetzt

schon viele nette Sachen gehört, die dabei

so unternommen werden.

Wie lange gibt es das Buddy-Programm

und wer kam auf diese

Idee?

Die Idee stammt von unseren Tutoren, das

Programm existiert seit etwa einem halben

Jahr. Unser Tutorenprogramm ist übrigens

ein weiterer Punkt der Betreuung. Etwa

zehn Tutoren kümmern sich um Projekte

für ausländische Studierende, die in Leipzig

leben. Zweimal haben sie schon eine

Willkommenswoche durchgeführt, bei der

dann die ganze Woche über Veranstaltungen

stattfinden, die den Ausländern

Leipzig näher bringen soll. Die Tutoren

bieten beispielsweise für die ausländischen

Studierenden gemeinsame Museums- und

Zoobesuche an, radeln oder wandern mit

ihnen durch Leipzig, grillen zusammen in

den Studentenclubs. Schon allein dadurch

treffen wiederum Studierende aufeinander,

die sich zuvor noch nicht kannten, teilweise

bleiben diese Freundschaften während des

ganzen Studienaufenthaltes und noch länger

bestehen.

Welche Rolle spielt dabei das „Café

der fünf Kontinente“ im Wohnheim

Straße des 18. Oktober, das auch von

den Tutoren betreut wird?

Das ist erste Anlaufstelle für alle ausländischen

Studierenden, natürlich aber auch

für alle anderen. Die Tutoren haben dort

ihr Büro mit Sprechzeiten, veranstalten Kinoabende

und bieten natürlich auch Kaffee

an. Das Café kann auf Anfrage natürlich

auch von anderen Initiativen für Veranstaltungen

genutzt werden.

Die Tutoren planen und organisieren sich

selbst und werden durch das Studentenwerk

dabei maßgeblich logistisch und finanziell

unterstützt. Konzept dabei sind Aktivitäten

von Studierenden für Studierende.

Zuletzt haben Sie das Netzwerk

„NILS“ mit gegründet – was steckt

dahinter?

„NILS“ bedeutet „Netzwerk zur Integration

und Betreuung Leipziger ausländischer

Studierender“. Es ist eine Plattform für

sämtliche Leipziger Hochschulen, Initiativen

und Vereine, die sich mit der Integration

und Betreuung von ausländischen

Studierenden beschäftigen. Wir sind auf

dem Weg zu einem stadtweiten Netzwerk,

das sich als erste wichtige, vielleicht sogar

die Anlaufstelle im Internet versteht. Schon

jetzt gibt es auf den Seiten beispielsweise

einen Veranstaltungskalender, auf den jeder

zugreifen und seine Termine eintragen

kann. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit

der unterschiedlichen Mitglieder des

Netzwerkes weiter ausgebaut werden.

Vielen Dank für das Gespräch.

Tina Stepan

Studentenwerk Leipzig

Tutoren des Studentenwerkes:

http://www.study-in-leipzig.de/tutoren

NILS:

http://www.study-in-leipzig.de

Buddy-Programm:

http://www.studentenwerk-leipzig.de/buddy

Kai Erik Hörig, Abteilungsleiter

Wohnservice/Gebäudemanagement

beim Studentenwerk,

ist Initiator vieler Aktivitäten für ausländische

Studierende, die in den Leipziger Wohnheimen

leben

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CAMPUSFEST

Beweg was, beweg dich! Lautet das Motto des Campusfestes 2009 und diese Aussage ist auch Programm für das diesjährige Line-Up, denn es

darf ordentlich getanzt werden! Das Bookingteam des Campusfestausschusses hat in den letzten 4 Monaten alle Ohren gespitzt und sich im

Land umgehört, wer denn für das Leipziger Festival auf dem Campus Jahnallee, welches sich am 17. und 18. Juni in einen Ort der Begegnung

verwandeln wird, in Frage kommen könnte. Oberstes Augenmerk lag dabei auf der Vielfältigkeit der Musikgenres sowie auf der weiblichen

Beteiligung. Es wird von Hip Hop über Ska und Electro-Trash bis hin zu Indierock, Metal, Punk und Alternative fast jeder MusikliebhaberInnen

auf seine Kosten kommen. Also spitzt die Lauscher und ölt schon mal die Tanzbeine für folgende Acts:

Juliana Mack, Janina Otto

Campusfestausschuss

The Kilians (Dinslaken)

Hurra, sie leben noch! Dabei trug ihr Debütalbum den Titel „Kill The Kilians“ und die Band-mitglieder der Kilians hatten sich alle

Mühe gegeben, sich auf und abseits der Bühne Verlet-zungen zuzuziehen. Aber fünf junge Männer bringt so schnell nichts um. Auch

nicht der ra-sante Erfolg. „Kill the Kilians“ stieg 2007 auf Platz 75 der deutschen Charts ein und The Kilians tourten mit Babyshambels,

Tomte, Kante und Kettcar. In diesem Sommer beschert die Band den Indierockfans auf dem Rock am Ring und Rock im Park ein

geniales Hörerleb-nis. Der neue Longplayer „They Are Calling Your Name“ klingt nachdenklicher und – das darf man bei Menschen

Anfang Zwanzig wohl so sagen – etwas erwachsener als das Debüt. Die Erstauskopplung „Said and Done“ kletterte sofort auf Platz 4

der Campuscharts. Die neuen Songs sind atmosphärischer und mitreißender und klingen dabei „weder nach Club, noch nach Stadion“.

Weder Club, noch Stadion bietet das Campusfest das richtige Format, auf welchem die fünf Jungs neben ihren alten Hits wie „When

Will I Ever Get Home“ ihr neues Album zum Besten geben werden.

Puppetmastaz (Berlin, Paris)

Anfang der Neunziger begibt sich ein mit gespaltener Zunge und übergroßer Nase ausge-statteter Maulwurf nach Berlin,

um sein neues Glück zu finden. Er nennt sich Mr. Maloke und sollte alsbald der Chef einer unglaublichen Sensation

werden. Den Puppetmastaz - der ersten Toygroup der Welt. Die siebenköpfige Band rockt seitdem mit ihren Electro-Hip

Hop- Beats die Bühnen dieser Welt. Das erklärte Ziel, die Epoche der Vorherrschaft der Puppen über uns Menschen

einzuläute+n, rückt unaufhaltsam näher. Seit 2002 bestehend hat sich die Band aus Berlin vor allem in Frankreich einen

Namen gemacht. Die Rapper der Puppen sind unter anderem auf dem neuen T.Raumschmiere Album „I Tank U“, erschienen

auf Shitkatapult, zu hören. Die Puppentruppe als Symbiose aus Muppet-Show und Wu-Tang-Clan präsentiert

sich in der Jahnallee mit ihrem aktuellen Album „The Takeover“. Also lasst die Puppen tanzen!

Super 700 (Berlin)

Die Indie-Pop-Band SUPER700 wurde 2003 in Berlin von der afghanischen Sängerin

Ibadet Ramadani gegründet und wurde dort schnell zum Geheimtipp Nummer eins.

Mittlerweile ist jedem die Ohrwurmsingle "Tango" bekannt und geht durch den außergewöhnlichen

Gesang der Frontfrau direkt unter die Haut. Der Stil der siebenköpfigen Band

bewegt sich zwischen Jazz und Indie-Rock, und kann völlig zu Recht als absolut eigenständige

musikalische Fusion bezeichnet werden. Elegant spazieren die Musiker durch die

Genres und basteln daraus Songs, in denen die Schwermut osteuropäischer Volkslieder

auf den New Yorker Wave von Blondie, den schottischen Alternative Rock von Garbage

und die Westernmusik des Italieners Ennio Morricone trifft. Eine explosive Melancholie

zwischen Gitarre und Synthie garantiert Tanzsicherheit und Partyfreude. Am 17.06. stellen

die 7 Super Typen ihr zweites Album „Lovebites“ vor.

Frittenbude (München)

Gestatten, Frittenbude. Die wichtigsten Infos zuerst: “München. Electropunks. Schlau,

stylisch und anstrengend". Wenn sich eine Band Frittenbude nennt, ist das schon einmal ein Zeichen für eine gesunde Portion

Selbstironie. Gehobenen kulturellen Anspruch reklamieren Frittenbude aus Bayern mit Sicherheit auch nicht für sich. Schließlich

sind Josef Utzenbacher, Rüdiger Streuner und Schranz Beckenhauer – schöne Alter Egos übrigens – vergleichbar mit Deichkind

oder der Mediengruppe Telekommander. Und erfolgreich sind sie noch dazu: in den letzten Wochen kursieren die Jungs mit ihrer

„Eectrofikkkke“ in den oberen Rängen der Deutschen Alternative Charts.

16Pad Noise Terrorist (Mgdbrg.)

16 Pad Noise Terrorist aka Candy Schlüer trat zum ersten Mal 2006

ins Rampenlicht der Leipziger und überregionalen Dark Drum'n Bass-

Szene, obwohl er seit 2000 Resident-DJ in der Moritzbastei ist. Er

veröffentlichte u.a. auf dem kleinen Leipziger Label „Flopbeat“. Diesen

Sommer erscheint zudem noch ein Micro-release auf „Alphacut“. Stilistisch

bewegt er sich zwischen drum and bass und dunklen Industrialklängen

und versteht es dabei klare Beats mit distorted Basslines und emotionalen

Synths zu einer rhythmisch-melodiösen Symbiose zu verschmelzen. MC

AKApella unterstützt ihn auf dem Campusfest live. Let’s terrorize!

A heart is an airport (Leipzig)

Die Musik der 5 Leipziger lässt sich unbestreitbar als Pop einordnen –

doch immer mit einem Hauch Spiritualität – immer mit der Aufrichtigkeit

eines herausgeforderten Herzens. Sie haben durchaus einen Platz in

dieser Ära des Singer-Songwriters Pop. Es ist Herz-Musik mit besonders

klingenden Melodien, authentisch lyrischem Wortspiel – ungezwungen,

offen und ehrlich.

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S t u r a k t i v · MAI 2009

Bangrantisio (Leipzig)

Diese Leipziger Band erzählt mit ihrer Mischung aus Hip Hop, Funk,

Jazz und R&B spritzige Geschichten in deutschsprachiger Rapkultur.

Ihr BIGBANG-Sound ist neu, facettenreich und kreativ und ihre Live

Performance unbedingt sehenswert!

Gunjah Deluxe (Berlin)

Der Berliner Gunjah Deluxe alias Kay G. ist bekannt dafür, dass

er über zehn Stimmen beherrscht und diese so in den verschiedensten

Musikrichtungen, wie z.B. Soul, Jazz, R`n`B, House und Goa

präsentiert. Gunjah brachte mit seinem einzigartigen Dancehall-Stil,

der die ein oder andere an Shaggy erinnert, das Publikum bei sämtlichen

Auftritten auf der Berlinova 2004, dem Reggaejam 2006, Fete de la

Musique 04/05 und dem Popkomm Reggae Festival 2005 & 2006

zum Feiern und Mitsingen. Textlich beschäftigt er sich mit den Ängsten

und Hoffnungen seiner Generation. Sex, Drogenkonsum und Gewalt

sind schon lange keine Tabuthemen mehr. Unsichere Lebensverhältnisse,

bedrohliche Umweltkatastrophen und Korruption sind Themen, die

Gunjah in seinem Album „Freakshow“ verarbeitet. Politische Messages

gepackt in smoothe Reggaetunes, das ist Gunjah Deluxe!

Bandcontest Gewinner “StuRakete”

Die StuRakete ist ein Bandwettbewerb des StudentInnenRates der

Universität Leipzig und will studentischen Bands aus Leipzig die

Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und jede Menge Preise, Ruhm

und Ehre abzuräumen. Damit könnte die Reise ins Musikgeschäft

beginnen und vielleicht noch viel mehr. Schließlich wird eine

fachkundige Jury aus Radio- und Labelmachern die Nachwuchs-

Kosmonauten begleiten. Ausscheid ist am 12.06.09 in der Skala.

Neben Sachpreisen winkt ein Live-Gig auf dem Campusfest am

17.Juni 09!

Juri Gagarin (Hamburg)

Knarzende Elektronik. Poppig, punkig, minimalistisch, wild! So

präsentieren sich JURI GAGARIN aka Arnold Kinzel und Sergey

Halosin aus Hamburg, wo sie sowieso schon als Electrohelden

abgefeiert werden. Juri Gagarin bringen Computermusik mit der

Energie des Punks zusammen. Erwähnenswert wäre noch ihr

komplettes Artwork: Russischer Sozialismus meets Kosmonautik

meets 21. Jahrhundert. Wer im April den Gig im Absturz verpasst

hat, bekommt am 17.06.09 nochmal eine Chance!

Lickquarters (Halle/S.)

Lick Quarters - das sind acht junge Musiker aus Halle, die es sich zur

Aufgabe gemacht haben, mit frischen Sounds die Bühnen zu rocken.

Zwischen treibenden Bläserattacken und zarten Klangflächen, mit dickem

Beat, mitreißenden Melodien und hintergründigen Texten verschmelzen

sie stilsiche Elemente aus Ska, Dancehall, Funk und Latin zu einer

unverwechselbaren Reggaefusion.

Miyagi (Münster)

Ein discotaugliches Schlagzeug, spinnenbeinige Gitarren, die sich auch

mal ohne Um-schweife an einem angesurften Lauf entlanghangeln, ein

Bass, der sich in angenehmer Hek-tik durch die Songs fuhrwerkt und

Stefan Matysiks leicht verdunkelter Gesang, der sich auch mal in höhere

Gefilde schraubt, sind die Mittel dieser Band. Zwischen Dischord und

Discothek, Cure und Interpol ist Miyagi eine Truppe mit durchaus eigenem

Sound, der zwar zweifelsohne eklektrisch, nie aber trübes Abbild ist. Der

Elektro-Disko wird kurzerhand das Dach abgehoben, der Indie-Rock

hingegen auf die Tanzfläche gezerrt. Miyagi stammen aus Münster, der

Fahrradhauptstadt Deutschlands, wo sie sich durch unermüdliches Live-

Dasein bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt haben. Gesehen

hat die eine oder andere diese Band, die gerade mit The Kilians durch

Deutschland tourt, auf der vorletzten StuRaParty in der Moritzbastei.

Und weil wir die Jungs da so toll fanden, haben wir sie sogleich nochmal

mit ins Boot geholt!

Seamyside (Dessau)

Die fünf Jungs aus Sachsen Anhalt liefern eine Mixtur aus Metal,

Grindcore, Hardcore und Doom, welche dezent angeschwärzt und mit

der richtigen Portion Melodie angereichert ist. Sie selbst nennen ihre

Musik Post-Hardcore. Seit ihrer Gründung 2006 haben sich Seamyside

ganz altmodisch nach oben geschuftet, sind wie verrückt getourt und

verschrieben sich mit Herz und Seele der Verfeinerung ihrer Kunst. Dieses

Schmankerl wird amtlich präsentiert und dürfte trotz eher komplexeren

Stoffes ordentlich zum rotieren animieren. Freut euch auf eine livehaftige

Show. Sodann: löst die Zopfgummis und lasst den Haaren ihren headbangerischen

freien Lauf!

Lament (Leipzig)

Es gibt Tage da hängen dunkle Wolken am Himmel und die Welt

scheint eine bitter-süße Mélange aus Trauer und Freude zu sein.

Lament aus dem beschaulichem Bad Lausick bei Leipzig tritt an für

solche Tage den Soundtrack zu schreiben. Mal leise klagend, mal

wütend und laut, aber immer getragen von großen Melodien. Wer jetzt

aber an Trauermärsche denkt, hat sich geschnitten, denn zwischen

den prägnanten Gitarren und dem treibenden Schlagzeug sprüht auch

immer ein Funken Hoffnung. Neben Konzerten als Vorband von Letzte

Instanz und Gigs auf dem Wave Gotik Treffen füllten Lament zuletzt

das UT Connewitz, das restlos ausverkauft war. Und wer es immer

noch nicht gecheckt hat, der sei hier noch mal darauf aufmerksam

gemacht, dass Lament den Weg von der Garage in die große weite

Welt des Musikbusiness geschafft hat: Sie haben beim MTV-Rookie-

Bandcontest den Major Deal mit Universal Music gewonnen. Also:

auf in den Alternative-Rock-Himmel!

Neon Blocks (Chemnitz)

Bei diesen vier Chemnitzer Jungs muss man nicht lange überlegen, in

welche Schublade man sie stecken soll, denn sie geben sie selbst vor:

Es gibt Posthardcore, der auf Indie trifft und Punk, der mit Rave

verschmilzt. „Nu Rave“ heißt das dann und wird vom englischen

New Musical Express als Heilsbringer der Popmusik propagiert.

Die Neon Blocks verbinden Witz, Unbeschwertheit und viel Mut

zu unkonventionellem Songwriting. Wer braucht da noch wöchentlich

wechselnde Trendsetter von der Insel, wenn solch ein Schatz vor

der Tür liegt? Auch live sind die vier Chemnitzer eine Wucht und

kreischende Teenager in den ersten Reihen zumindest auf sächsischen

Bühnen keine Seltenheit. Das Ziel ist nun, auch dem Rest dieser Welt

den Kopf zu verdrehen. Die Reise hat gerade erst begonnen und ein

Haltepunkt auf der langen Liste der Blocks ist die Jahnallee am

18.06.09!

StattMatratzen (Berlin)

Ohne Mission und ohne Ziel rocken die vier Mädels der StattMatratzen

seit März 2005 durch den Berliner Untergrund. Der Bandname trifft

genauso wie die Texte provokant in den Gehörgang des Endverbrauchers. Es

wird traktös philosophiert und der Kerngedanke in die Welt geschmettert.

Über drei Jahre Proberaum-Exzesse, mehr als 100 Konzerte und Parties

haben sie zu dem gemacht, was sie sind: Aus Buttermilch geformte

Federwesen. Punk’s not dead!

Silvester (Hamburg)

Die Newcomer aus Hamburg waren schon mit Kate Nash und The

Ting Tings unterwegs. Silvester klingen nicht nach Einheitsbrei,

sondern vermitteln irgendwie etwas Ehrliches. Eben Popmusik mit

Herz. Ein wenig fühlt man sich an Paula oder Juli erinnert und doch

musizieren Silvester in ihrer eigenen musikalischen Schublade.

Zen Zebra (Leipzig)

Zen Zebra aus Leipzig wurde von Mitgliedern der Bands Flucht WG,

Boing und Nitrolyt im Frühling 2007 gegründet. Die von daher noch

recht junge Band liefert packenden und facettenreichen Alternativerock, wie

man ihn so herausfordernd und passioniert nur selten dieser Tage erleben

darf. Zen Zebra zerhacken mit Vorliebe ihre Melodien zugunsten der

Atmosphäre, mal leise zerbrechlich, mal voll unbändig herausgeschriener

Leidenschaft. Hier trifft intimes Knistern auf stadion-taugliche

Arrangements, hier eskalieren Emotionen, hier kollabieren Sehnsüchte.

Zen Zebra schreiben den Soundtrack zum eigenen Film, eine schonungslos

demaskierende Abrechnung mit sich und dem Leben selbst. Ohne fliegende

Fahnen, ohne Helden, ohne Happy End, dafür mit Wut, Verzweiflung

und großen Explo-sionen. Dass dieses Konzept beim Publikum gut

ankommt, bewiesen die fünf Jungs um Sänger Marv bereits 2007 als sie

den Publikumspreis für die Beste Band des Jahres 07/08 in Leipzig und

den dritten Platz beim MTV-Rookie-Bandcontest 2009 erhielten!

TinTinnabulation (Bad Liebenwerda)

Musik ist wie die Liebe; man kann sie nicht beschreiben, man muss sie

fühlen! Und wie fühlt sich die Musik vierer Freunde aus Brandenburg

an? Pauschal: emotional, im Detail: empfind-sam, konkret und

impulsiv! Kurz um: Authentisch! Tintinnabulation machen seit über

zehn Jahren Musik, die zu Herzen geht. Sie rocken im Crossoverstil,

auch wenn sie mal einen Gang runterschalten. Die Band um

Frontfrau Susanne hat in der Vergangenheit unzählige Clubs, wie

unter anderem den Berliner Columbia Club und die altehrwürdige

Leipziger Moritzbastei sowie zahlreiche Festivals, wie das Bizarre

Festival bespielt. Sie haben Größen wie Mia, Nina Hagen, Philip

Boa & The VoodooClub, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Virginia

Jetzt! u.a. supportet und dafür stets lobende Worte geerntet. 2007

erkannte man in Übersee das Potential der Vier und ihr erster

Longplayer „Hello“ wurde auf einem Austra-lisch/Amerikanischen-

Indie-Label veröffentlicht. Austemperierte Songs + eine voluminöse

und doch variable Stimme = TinTinnabulation.

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CAMPUSFEST 2009 DJ - Programm

Stars for Soul

17.06.09, Mensa

The Funky Oldschool Disco! Mit ihrer Mischung aus Funk,

Hip Hop & Soul ein Garant für verdammt gute Partys! Wie

fast jedes Jahr konnten wir auch 2009 nicht auf Paddy

Deluxe und Rocking B. verzichten!

Gut wie Gold

17.06.09, Lichthof

Reden ist Silber und Tanzen ist Gold! „Wir machen

die Tanzfläche betrunken!“ Elektro, Indietronics, und

Dancepop.

Djane Inyan

17.06.09, Richard Wagner Hain

Djane Inyan von der Leipziger Crew GlobalNoiseMovement

ist seit 2000 als DJane für elek-tronische Musik bekannt und

Residentdjane für Drum and Bass und sonstige Electronica

in der Moritzbastei. Auf dem Campusfest 09 wird sie den

Chilloutfloor am Richard Wagner Hain vor allem mit IDM,

NuJazz & Dubstep bereichern. Ein kleiner Vorgeschmack

findet sich unter www.virb.com/INYAN.

Auf durch Muzik + Caramba

17.06.09, PH Süd

„Wo das Dorf mit einem knallharten Vierviertelkick die

Metropolen treffen will, da wird drecksch durchgetanzt...

auf durch muzik... los und los und los... und Brigitte Blind

sieht den Sonnenaufgang.“ Die Jungs und Mädels der beiden

Crews Auf durch Muzik und Caramba laden euch bei

treibenden Techno- und Electro-Beats ein zum ekstatischen

Selbstver-gessen.

Heavy Metal-Nix im Scheddel

17.06.09, PH Nord

Gibt’s da noch was zu sagen? Es ist nicht willkommen, wer

nichts im Schädel hat, sondern es ist gemeint: Tanzen und

Headbangen bis nix mehr im selben ist. Metal, Hardcore,

Metalcore bis hin zu Deathmetal und Trash lautet die

Devise des Abends in der Pausenhalle Nord. Also packt die

Lederjacken ein und bewegt euch zu den roughen Sounds von

Tino & Co.

Rudeboy Soundsystem

18.06.09, PH Nord

Johnny Grumble und Dr. Rude vom Rudeboy Soundsystem

laden zum Nighter. Die Residents vom Leipziger Dynamite

Ska Festival und „This is Ska“ Rosslau präsentieren uns

feinsten Retro Sound aus der begehrten Original-Singles

Raritäten-Box. Also Putzt die Tanzschuhe und bügelt

die Anzüge für "Night at the Hop": mit Ska und frühen

Reggae-Tunes, Rocksteady, Northern Soul und unvergessenen

Motown-Klassikern. 100% All Dynamite Music!

Mama Rule

18.06.09, Mensa

Gemeinsam mit den Jungs vom Upliftment-Sound bereicherte

die sympathische Berlinerin die Szene der Hauptstadt jahrelang

mit ihrer sehr gemütlichen Dancehalldisco. Im Sommer 2005

trennte sie sich von ihrem SoundSystem und ist seitdem

als Mama Rule aktiv - Solo oder mit wechselnden MC´s

wie Mr. Reedoo (Culcha Candela) oder den Irie Révoltés.

Und so erfreut sie die tanzfreudigen und musikverrückten

Menschen mit feinstem Roots-reggae, freshem Dancehall,

einer Prise Jungle und dem einen oder anderen HipHop-

Track. Lächelnd beweist sie, dass ein Reggae-Selecta weder

besonders männlich noch besonders homophob sein muss, um

die Masse zum Brennen zu bringen.

Mephisto

18.06.09, PH Süd

Tanzt mit dem mephisto-Allstar-DJ-Team um Alexandra

Pagel zu Alternative, Indietronic und Rock.

Breakbeat Journeys

18.06.09, Lichthof

Dj Con.struct (Outsider) und Dj Sci-pher (Break the Surface)

von der Leipziger Drum and Bass-Crew Breakbeat Journeys

liefern im Lichthof sowohl smoothe als auch etwas härtere

D’nB-Tunes. Bekannt sein dürfte euch die DJ-Combo aus

der Distillery, in der die Jungs Jahre lang den Fridayclub

präsentierten. Freut euch auf stundenlanges Tanzen zu

atmos-pherischem Drum and Bass, zu Jungle, Drumfunk bis

hin zu Techstep! The guys will break your beats!

Jazzit + Liam

18.06.09, Richard Wagner Hain

Was passiert, wenn Drum & Bass auf Minimal Techno

trifft? Das durfte die ein oder andere bereits auf der Pampa

Premium erleben. Diese chillige, aber doch rhythmische

Ohrmassage verspricht auch den Gästen des Campusfestes

einen entspannten Ausklang des Festivals.

CAMPUSFEST 2009 Kleinkunst

Spruchlandung (Leipzig)

18.06.09 – PH Nord

„Die Szenen des Improvisationstheaters beginnen immer im Publikum,

denn sie werden aus ihren Gedanken, Wünschen und Träumen erbaut,

die es von zu Hause mitbringt. Die Schau-spieler verflechten sie mit ihren

eigenen Erfahrungen und Assoziationen, um sie, im stän-digen Wechselspiel

untereinander, auf der Bühne lebendig werden zu lassen. Dahinter steht

kein Text, keine Proben, kein Drehbuch. Die Geschichten entstehen vor den

Augen des Zu-schauers, jede von ihnen wird zum allerersten Mal erzählt.

Es ist eine Ode an den Zauber des Moments, der immer dann besonders

deutlich zu spüren ist, wenn auch die Schau-spieler völlig überrascht davon sind, was passiert.“ Moritz

Bockenkamm/Spruchlandung

Spruchlandung heißt: ein knallbunter Haufen aus verschiedenen Menschen mit den ver-schiedensten

Talenten bringt das Publikum mit spontanen Einlagen zum Lachen, Weinen, zum Verrücktwerden und

zum Jubeln. Die eine weiß über Gesetze Bescheid, die andere über Gott und einer spricht Chinesisch.

Nur mit Theater hat eigentlich niemand etwas zu tun. Impro ist ihre Passion. Ihr Teppichklopfer für

den Staub des Alltags, ihr Weg, die Welt noch einmal zu entdecken. Zusammen bringt es das Ensembles,

bestehend aus vielen Stu-dierenden, auf etliche Jahre Erfahrung mit dem spontanen Metier. Richtig in

ihrem Element sind sie erst, wenn das Publikum auf den ersten Blick weiß: Diese Durchgedrehten haben

Spaß an dem, was sie da gerade tun. Also setzt euch in die Pausenhalle Nord und ruft den Gelandeten zu,

was euch bewegt und was ihr gern vorgeführt wissen wollt.

Poetry Slam: André Herrmann

17.06.09 – PH Nord

André Herrmann (Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger

Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung)

schreibt aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich

Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich

absurden Leben.

Sowiesoda (Leipzig)

17.06.09 – PH Nord

Kennen Sie das auch? Sie gehen nichts ahnend umher und

auf einmal grummelt Sie ein krüppeliges skurriles Wesen

an, das sich vor Ihren Augen in eine abgedrehte zauberhafte

Fee verwandelt, um Ihnen kurze Zeit später als zum

Leben erwachter Knopf an die Gurgel zu springen…

Nein? Wirklich nicht? – Dann kennen Sie Sowiesoda

wohl noch nicht. Diese bunt zusammengewürfelte

Improgruppe aus Leipzig paart körperliches Spiel mit viel

Humor und skurrilen Charakteren. Immer wieder werden

Elemente des Mimenspiels und des Clowns, dazu die

wildesten Sprachexperimente sowie Gesang zu einer mal feucht-fröhlichen oder aber auch

politisch-ernsten Schauspielsymbiose verschmelzt. Es gibt wohl kein Wesen, welches die

„Sowieso-isten“ noch nicht gespielt haben, ob Breitmaulfrosch, sympathischer Brokkoli,

rachsüchtige Gottheit, dirty Radieschen oder melancholisches Waisenkind. Dazu noch eine

Prise multikultureller Tanzeinlagen, rasantes Tempo und nicht selten eine etwas schrille

Lautstärke machen die Bühnenaktivität von Sowiesoda aus.

Poetry Slam: Franziska Wilhem

18.06.09 – PH Nord

Unterwasserwälder im Zimmer der Schwester, Köpfe im Kühlschrank,

Sportmaskottchen im Untergrund – „ich mag skurrile Texte, denn

Schreiben heißt für mich sich wundern. Lesen natürlich auch.“ Die

Jungautorin hat mit ihren meist skurrilen Erzählungen bereits

mehrere Literaturwettbewerbe gewonnen und Texte in Anthologien und

Literaturzeitschriften veröffentlicht.

Außerdem erwarten euch an beiden Abenden noch: Jonglage, Feuershow, Akrobatik und Capoeira-Tanz rund um das Festivalgelände!

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S t u r a k t i v · MAI 2009

Werde BaumpateIn

Schon ab fünf Euro!

JedeR kennt die Nachrichten: Umweltzerstörung hier, Umweltverschmutzung

da, schmelzende Polkappen dort und Klimaerwärmung

vor Ort. Aber was dagegen tun? Wie aktiv werden? Hier greift das

Baumpatenschaftsprojekt „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität

Leipzig“. Die studentische Umweltschutzinitiative, ein Projekt

der Studierenden 2009 e.V., möchte im Rahmen des 600-jährigen Universitätsjubiläum

jedem Leipziger und allen voran vielen StudentInnen

ermöglichen, eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Das Hauptanliegen

des Projektes ist, Verantwortung für die Umwelt und für den

eigenen Lebensraum spür- und erlebbar zu machen.

JedeR kennt die Nachrichten: Umweltzerstörung

hier, Umweltverschmutzung da,

schmelzende Polkappen dort und Klimaerwärmung

vor Ort. Aber was dagegen tun?

Wie aktiv werden? Hier greift das Baumpatenschaftsprojekt

„600 Bäume zum 600.

Jubiläum der Universität Leipzig“. Die

studentische Umweltschutzinitiative, ein

Projekt der Studierenden 2009 e.V., möchte

im Rahmen des 600-jährigen Universitätsjubiläum

jedem Leipziger und allen

voran vielen StudentInnen ermöglichen,

eine Baumpatenschaft zu übernehmen.

Das Hauptanliegen des Projektes ist, Verantwortung

für die Umwelt und für den

eigenen Lebensraum spür- und erlebbar zu

machen.

Schon ab fünf Euro kann gespendet werden!

Von dieser Spende können 10 Setzlinge

gepflanzt werden, da die Stiftung

Wald für Sachsen pro gespendeten Euro

einen Euro hinzu gibt und sich die Spende

somit auf zehn Euro erhöht. Ehrgeiziges

Ziel ist es, 5000 Euro an Spendengeldern

zu sammeln, was durch die Stiftung Wald

für Sachsen auf 10000 Euro verdoppelt

werden würde. Mit diesem Betrag könnten

10000 Setzlinge ermöglicht werden. Pflan-

zungsort wird Großzössen (ca. 25 km von

Leipzig) sein. Hier soll am 23. Oktober ein

kleiner Jubiläumswald gepflanzt werden.

Für die Pflanzung des Schutzwaldsystems,

bestehend aus standortgerechten Baumarten

wie Traubeneiche, Hainbuche, Winterlinde,

Vogelkirsche, Spitzahorn, u.a., ist ein

großer studentischer Pflanzflash geplant.

Ein Bus mit bis zu 80 Personen wird gestellt.

Baumpatenschaften können auch für Starkbäume

(125€/250€) übernommen werden.

Die Starkbäume (wie Linde, Ahorn, Esche,

u.a.) werden in Zusammenarbeit mit dem

Amt für Stadtgrün und Gewässer im Stadtgebiet

Leipzig gepflanzt. Die Konzentration

liegt auf der Pflanzung von Straßenbäumen.

Bei einer Spende von 250€ wird

neben dem Baum eine Eichenholzstele

mit graviertem Schild aufgestellt, die eine

persönliche Widmung ermöglicht. Ideal

also für ein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk.

Baumpatenschaften können bis

zum 31. Dezember 2009 erworben werden.

Pflanzungszeitraum ist jeweils zwischen

Oktober bis November 2009 und zwischen

März bis April 2010.

Prominente Unterstützung erhält das Projekt

von drei Schirmherren, die für ihren

Einsatz im Bereich des Umweltschutzes

deutschlandweit bekannt sind. Die Schirmherren

des Projektes sind Sigmar Gabriel

(Bundesumweltminister), Klaus Töpfer

(Bundesumweltminister a.D. und Stellvertretender

Vorsitzender des Rates für Nachhaltige

Entwicklung) und Johannes Lichdi

(Mitglied des Sächsischen Landtags). Und

während Sigmar Gabriel das Projekt als

„beispielhafte Aktion“ lobt und Johannes

Lichdi es als Projekt „mit Vorbildfunktion“

bezeichnet, würdigt Klaus Töpfer „diese

glänzende Idee, da diese 600 Bäume noch

über viele Jahre hinweg die Erinnerungen

an diese besondere Jubiläumsfeier wach

halten werden“.

Die Auftaktpflanzung feierte das Projekt

am Donnerstag, den 23. April 2009, zu der

vor über 50 Gästen der Rektor der Universität

Leipzig, Prof. Dr. iur. Franz Häuser,

eine Robinie (robinia pseudoacacia) direkt

gegenüber des Rektoratsgebäudes pflanzte.

Anwesend waren auch Schirmherr Johannes

Lichdi (MdL Sachsen) und Leipzigs

Bürgermeister Heiko Rosenthal. Ein Auftakt

nach Maß.

Nun braucht es nur noch Dein Engagement!

Sei dabei, denn jede Spende zählt,

auch wenn sie noch so klein sein mag.

Alle Informationen zum Projekt und zur

Übernahme einer Baumpatenschaft unter:

www.600baeume.de

Thomas Seifert

Projektleiter „600 Bäume zum 600.

Jubiläum der Universität Leipzig

Das Projekt:

Umweltschutz ist heutzutage wichtiger

denn je. Das Projekt lädt dazu ein,

eine Baumpatenschaft für Starkbäume

(125€/250€) oder für Setzlinge (5 €) zu

übernehmen. Die Schirmherren des studentischen

Umweltschutzprojektes sind

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel,

Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer,

sowie MdL Sachsen, Johannes Lichdi. Als

Partner engagieren sich die Stiftung Wald

für Sachsen, der Staatsbetrieb Sachsenforst

und die Stadt Leipzig (Amt für Stadtgrün

und Gewässer).

Der Verein:

„600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität

Leipzig“ ist eines von 15 Projekten

des Vereins „Studierende 2009 e.V.“. Der

Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht,

studentische Projekte zum Universitätsjubiläum

anzuregen, zu veranstalten und zu

unterstützen. Die deutschlandweit einmalige

studentische Initiative zum Universitätsjubiläum

will die kritische Auseinandersetzung

mit der Vergangenheit, Gegenwart

und Zukunft der Universität Leipzig im

Rahmen der Feierlichkeiten und Feste ermöglichen.

15


´ ´ ´







Der ganz große Gig

Am 6. Juni startet die StuRakete mit sechs Leipziger Studi-

Bands an Bord. Den Gewinnern des ersten Platzes des Bandwettebwerbs

winkt ein Gig auf dem Campusfest.

Von den zahlreichen Bewerbungen haben sechs Bands am 6. Juni die Ehre in

der Skala ihr Können unter Beweis zu stellen. Publikum und Jury entscheiden

über die drei Bestplazierten, denen Preise von 400€, 300€, 200€ und ein Gig

auf dem Campusfest für den 1. Platz winken. Die KandidatInnen:

The Royal Treatments

www.myspace.com/theroyaltreatments

I'am Not A Band

www.myspace.com/imnotabandmusic

Flimmerfrühstück

www.myspace.com/flimmerfrhstck

Cox and the Riot

www.myspace.com/coxandtheriot

The Legend So Far

www.myspace.com/thelegendsofar

Mjuix

www.myspace.com/mjuix

Für eine durchrockte Aftershowparty sorgen die DJs Akkro & Makta.

Wenn Du jetzt für deine Favoriten abstimmen möchtest, komm am 2. Juni um

20h in die Skala, Gottschedstr. 16, 04109 Leipzig! Eintritt: 3€

show.indd 1

10.05.2009 19:06:53 Uhr

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Berufseinstieg, Studentenjobs

Praktika, Abschlussarbeiten

2. WIK-Leipzig 2009

Wirtschafts- und Industriekontakte Leipzig 2009

23.06.2009, ab 10.00 Uhr,

Gewandhaus zu Leipzig

Eintritt frei, Messekatalog gratis

Deine Messe in Deiner Stadt!

+++ www.wik-l.de +++

Drei BWLer der Uni Leipzig haben gerade

alle Hände voll zu tun. Abgesehen davon,

dass sie sich gerade in der Abschlussphase

ihres Diplomstudiums befinden, organisieren

sie das Projekt WIK-Leipzig 2009.

Hierbei handelt es sich um eine Recruiting-

Veranstaltung für StudentInnen und AbsolventInnen,

die am 23. Juni 2009 im Gewandhaus

zu Leipzig bereits zum zweiten

Mal stattfindet. Das diesjährige Motto lautet

„Auf Erfolgskurs gehen!“. Schirmherr

dieser Veranstaltung ist der Oberbürgermeister

der Stadt Leipzig Burkhard Jung.

Dabei wird die Messe von der Uni Leipzig,

der HTWK und der HHL unterstützt.

Alles hat angefangen mit dem Auffinden

des letzten Messekataloges dieser Veranstaltung,

in dem zum Mitwirken aufgerufen

wurde. Diesen Aufruf nahm Sebastian

Härtel wahr und kontaktierte das die

Messe unterstützende Unternehmen. Besonders

überzeugte ihn der konzeptionelle

Ansatz, eine Messe von Studierenden für

Studierende zu organisieren, die zugleich

für alle BesucherInnen kostenfrei ist. Der

Projektleiter gewann seine KommilitonInnen

Oliver Leipold und Tobias Keller für

diese Idee, mit denen er bereits über ein

Jahr erfolgreich an einem Unternehmens-

Planspiel teilnahm und ins Finale in Berlin

einzog. Als Team sehen die drei engagierten

Männer einer großen Aufgabe entgegen,

sich im Plakate- und Flyerwald der Leipziger

Hochschulen durchzusetzen und den

StudentInnen und AbsolventInnen auf unterschiedlichste

Weise darzulegen, warum

man „Deine Messe in Deiner Stadt“ besuchen

sollte. Für ausschlaggebend halten sie

den immer noch anhaltenden Fach- und

Führungskräftemangel sowie den wachsenden

Bedarf an AkademikerInnen und

die zunehmend geforderte Praxisnähe von

Studierenden. Zusammenfassend kommen

sie zum Schluss, dass dieser Tag allen StudentInnen

und AbsolventInnen in Leipzig

die fantastische Möglichkeit gibt, eine Vielzahl

von Unternehmen kennenzulernen.

Gerade in einem persönlichen Gespräch,

das ja vielmals von entscheidender Bedeutung

ist, gilt es die ArbeitgeberInnen von

sich zu überzeugen sowie die eigene Außenwirkung

zu testen.

Unter anderem werden BMW, NOWEDA,

Philips, Perdata und viele andere namhafte

Unternehmen vor Ort sein. Interessierte

BesucherInnen erhalten weiterführende

Informationen unter www.wik-l.de.

Sebastian Härtel

Projektleitung WIK-Leipzig

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