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Die Zeitschrift des StudentInnenRates der Universität Leipzig 12 Mai 2009 Stu rak tiv WÄHLEN 3 FSR-WAHLEN 9.-11. JUNI


INHALT 2 Impressum 4 Exzellenz ist korrupt 5 Das universitäre (Lehramts) studium 5 We Don't Need no Education 6 „Leipziger Zustände“ 6 Studierende mit Kind unerwünscht? 6 Selbstbestimmung 7 Bei uns doch nicht! Wirklich nicht? 7 „WissenSCHAFFT Gemeinschaft“ Wir demonstrieren nicht nur für euch und eure Belange... ... sondern wir bieten euch auch vielfältige individuelle Beratungsangebote & sonstige Hilfen an: Probleme bei Bafög, Rechtssachen, Prüfungsmodalitäten, persönliche & familiäre Probleme, Finanzierungssorgen und was ihr euch noch so vorstellen könnt der StudentInnenRat ist euer Ansprechpartner! Sozialberatung Du weißt nicht mehr weiter? Hast keine Ahnung, wie du über den nächsten Monat kommst? Du hast ein Kind und fühlst dich deshalb im Studium benachteiligt? Dein Ansprechpartner ist Christian Keller. Er berät dich in finanziellen Angelegenheiten sowie in besonderen Lebenslagen wie z.B. bei Schwangerschaft und Studium mit Kind. Christian Keller Neues Seminargebäude Raum 001 sozialberatung@stura.uni-leipzig.de Tel.: 0341 9737875 Lebensberatung Du trägst ein persönliches Problem mit dir herum oder befindest dich in einer Krisensituation, willst darüber aber nicht mit Freunden oder Familienmitgliedern reden? Dann komm in die Sprechstunde der Lebensberatung Deine Ansprechpartnerin ist Rita Möde. Sie bietet Hilfestellungen bspw. bei Prüfungsangst oder familiären Problemen. Rita Möde Neues Seminargebäude Raum 001 Tel.: 0341 9737875 sozialberatung@stura.uni-leipzig.de 8 „Ladenschluss“ 8 Kleider machen Leute... 9 Harmonie im Kasino 10 4 gute Gründe für die Mensa-Policy 10 ZEIT CAMPUS TALK 10 Fahrradunfreundliche Stadt? 11 Ausländische Studierende immer willkommen 12 CAMPUSFEST 15 Werde BaumpateIn 16 Der ganz große Gig Studentischer Rechtsrat Dein Ansprechpartner ist Daniel Schmidt. Er berät dich in rechtlichen Angelegenheiten, zum Beispiel bei Probleme mit dem/ der VermieterIn, Strafsachen, Verwaltungssachen oder Prüfungsklagen. Daniel Schmidt Neues Seminargebäude Raum 001 rb@stura.uni-leipzig.de Tel.: 0341 9737875 Sprechzeiten: BaföG-Beratung Deine AnsprechpartnerIn ist Ina Schulz. Sie berät dich zu Fragen rund ums Bafög, beispielsweise zum Studiengangwechsel, Auslandsaufenthalt, verspätete Zwischenprüfung oder zur Überschreitung der Regelstudienzeit. Ina Schulz Neues Seminargebäude Raum 011 bafoeg@stura.uni-leipzig.de Tel.: 0341 9737851 Sprechzeiten: Mo, 14.30-16.30 Uhr Mo - Fr, 10 - 13 Uhr RAS-Sozialberatung Du bist ausländischer Student und weißt nicht, wie du Miete und Essen im nächsten Monat bezahlen sollst? Deine Ansprechpartnerin ist Anita Janassary. Sie berät dich in allen finanziellen Angelegenheiten, die insbesondere ausländische Studierende betreffen. Anita Janassary Neues Seminargebäude Raum 001 janassanit@googlemail.com Tel.: 0341 9737875 Sprechzeiten: Do, 10 - 12 Uhr StuRaktiv ist die Zeitschrift des StudentInnenRates der Universität Leipzig. Herausgeber StudentInnenRat der Universität Leipzig Referat für Öffentlichkeitsarbeit Universitätsstr. 1 04109 Leipzig roef@stura.uni-leipzig.de V.i.S.d.P. Annika Schindelarz Magda Wlostowska AutorInnen Andreas Below Susanne Brehm Christopher Hempel Christian Keller Johannes Kieß Mirco Knof Juliana Mack Janina Otto Tanja Rußack Thomas Seifert Tina Stepan Janet Wagner Antje Wegerich Klara Wehrle Layout Karl Welter Druck TA-Druckhaus Erfurt GmbH & Co. KG Postfach 800561 99031 Erfurt Redaktionsschluss 06.05.2009 Auflage 6000 Stück Namentlich gekennzeicnete Artikel geben die Meinung der AutorInnen wieder. Die Redaktion behält sich vor, eingesandte Artikel zu redigieren und zu kürzen. Bei unverlangt eingesandten Manuskripten besteht keine Gewähr für einen Abdruck. Der Nachdruck von Artikeln, auch auszugsweise, ist nur mit Genehmigung des Referates für Öffentlichkeitsarbeit des StudentInnenRates der Universität Leipzig gestattet. StuRaktiv kann gegen Übernahme der Versandkosten über o.g. Adresse bezogen werden. Impressum Sprechzeiten: Mo, Mi, Fr, 9 - 10.30 Uhr Sprechzeiten: Mi, 17 – 18 Uhr www.stura.uni-leipzig.de 2


Exzellenz ist korrupt Seit Jahren werden die bundesrepublikanischen Hochschulen von einem immer wiederkehrenden Ungeheuer in ihrer Elfenbeinturmbeschaulichkeit gestört: dem Exzellenz- und Leistungsorientierungswahn. Es geht dabei um internationale Konkurrenzfähigkeit, leistungsbezogene („gerechte“?) Ressourcenverteilung, Verbesserung der Forschung und Lehre, manchmal auch um den Stellenwert von Bildung in der heutigen Gesellschaft allgemein. Ein Streitthema ist – vor allem innerhalb der Universitäten und dann oft stereotyp zwischen „harten“ Naturwissenschaften und „weichen“ Geisteswissenschaften – wie Mittel leistungsbezogen verteilt werden sollen und wie und ob sich Leistung messen lässt. Dabei wird allerdings ein vorgelagertes Problem völlig ausgeblendet; in Exzellenzdiskursen und -wettbewerben taucht es nach meiner Beobachtung überhaupt nicht auf. Vorgängig zu Leistung ist nämlich eine Basis, auf der Leistung vollbracht werden kann. Diese Basis besteht aus zwei Komponenten: zum einen ist das der Bedarf, der in einem Fach oder einem Institut besteht und der, etwa nach offizieller Kapazitätsverordnung für die Lehre, entweder gedeckt ist oder eben nicht. Zum anderen ist es der politische Wille, diesen oder jenen Bedarf anzuerkennen oder selbst zu konstruieren und schließlich decken zu wollen. Um eine Analogie zu John Maynard Keynes zu herzustellen: Im Vorwort seines Hauptwerkes erklärte er, dass die klassische Theorie der Wirtschaftswissenschaft richtig sei, wenn Vollbeschäftigung herrsche. Da dies aber nicht notwendig der Fall ist, müsse die klassische Theorie durch eine „Allgemeine Theorie“ ergänzt werden und so nannte er dann auch sein Buch. Nur wenn Vollbeschäftigung erreicht ist, funktioniert auch die klassische Theorie. Ähnlich funktioniert auch eine Leistungsorientierung nur auf einer gewissen Basis. Nur wenn Bedarfsdeckung erreicht ist, funktioniert auch die Leistungsorientierung. Um es beispielhaft zu erläutern: Zwei vergleichbare naturwissenschaftliche Institute haben die gleichen staatlichen Mittel zur Verfügung. Das eine allerdings macht kaum Lehre, forscht und publiziert vergleichsweise wenig, das zweite Institut hingegen publiziert regelmäßig und alle ProfessorInnen leisten ihre deputatsmäßigen acht Semesterwochenstunden (SWS) Lehre. Es scheint nur fair, dass dem ersten Institut die knappen staatlichen Mittel gekürzt werden und dem zweiten zur Unterstützung und weiteren Entwicklung der guten Leistung zugestanden werden. Nun gibt es aber an unseren Universitäten ein Problem: Die Mittel, die vorauszusetzen sind um überhaupt Leistung, vor allem aber Leistungssteigerung zu erreichen, sind oft völlig unzureichend. Der überfüllte Hörsaal ist hier das geflügelte Wort, expliziter machen kann man sich diese Zustände, schaut man auf die so genannten Lehrkräfte für besondere Aufgaben (LfbA). Die besondere Aufgabe innerhalb dieses Beschäftigungsverhältnisses besteht im Abreißen von 24 (!) SWS. In diesem Zusammenhang die Frage nach Vereinbarkeit von Lehre und Forschung zu stellen ist schon zynisch, von leistungsorientierter Mittelvergabe zu sprechen ist allerdings nur als Frechheit zu bezeichnen. Wird hier von Leistung und Exzellenz gefaselt, wird verschwiegen, dass in der Uni-Verwaltung, im Kultusministerium und letztlich in der Gesellschaft insgesamt schon festgelegt wurde, was exzellent sein soll und was ruhig vernachlässigt werden kann – Exzellenz ist also meistens korrupt. Im internationalen Vergleich steckt die Bundesrepublik insgesamt zu wenig Geld in das Bildungs- und Hochschulsystem, die Kapazitätsverordnungen sind entweder surreal oder werden nicht eingehalten und am Ende streiten sich WissenschaftlerInnen um die Brotkrumen die doch noch zu verteilen sind. Besser wäre, eine vernünftige Basis(ausstattung) zu haben, zusammenzuarbeiten, die Universitäten zu stärken und gute Lehre und Forschung zu produzieren. Von mir aus auch mit dem Ziel, exzellent werden zu wollen. Der Unterfinanzierung der Hochschulen – also dem entziehen ihrer Basis durch nicht bedarfsgerechte Ausstattung – mit Leistungsorientierung und Exzellenzinitiativen beikommen zu wollen, ist hingegen schlichter Betrug. Ein Betrug, der die Universitäten durchaus existentiell bedroht. Johannes Kieß FSR Powi Einen ausführlichen Artikel zur Exzellenzinitiative von Doro Riese aus der Sturaktiv 11 findet ihr online unter www.stura.uni-leipzig.de/sturaktiv Offener Brief der Protestierenden an den Rektor der Uni Leipzig 4


S t u r a k t i v · MAI 2009 Das universitäre (Lehramts)studium und seine permanente „Praxis-Krise“ Die LehrerInnen(aus)bildung an der Universität wird und wurde von (fast) allen Seiten und zu (fast) allen Zeiten aus vor allem einem relativ konstanten Grund als defizitär wahrgenommen: Sie beinhaltet zu wenig „Praxis“ und vermittle nur „nutzlose Theorie“, die oft nicht mal „Praxisbezug“ besitzt. Sie bereite damit nur schlecht oder auch gar nicht auf den „Beruf“ vor, was den bekannt gewordenen „Praxisschock“ (und bereits während des Studiums die Furcht vor diesem) auslöse. Dieser Text will (ohne den status quo „verteidigen“ zu wollen) in der notwendigen Kürze einige exemplarische Gedanken gegen die Forderung nach „mehr Praxis!“ (der Begriff wird im Folgenden analog zu den laufenden Debatten unendlich unpräzise verwendet) einwenden und vielleicht zu einer reflektierteren Debatte anregen. Die diskursiven Rahmenbedingungen für besagte Forderung sind eigentlich günstig: Die (mittlerweile selbstverständliche) Anspruchshaltung nach Verwertbarkeit und Nützlichkeit (auch) von Hochschul(aus) bildung, das Employability-Prinzip der Bologna-Reformen, eine durchgesetzte Outputorientierung - all das klingt schon irgendwie „praktisch“. Eine (Universitäts) Bildung als Selbstzweck hingegen, nach eigenen Interessen und für die eigene „Persönlichkeit“, aber auch mit Blick auf Gesellschaft als Kritik an Autorität(en) und Wahrheit(en) ist out, da ineffizient, mühsig, notwendig „theoretisch“ und antiquiert wirkend. Diese Alternative ist eine gesamtuniversitäre und grundlegende: Soll Universität Verwertbares und Nützliches im Dienste der Gesellschaft produzieren oder liegt ihr „Nutzen“ gerade in ihrer elfenbeinturmbedingten Distanz und Unabhängigkeit, die Kritik und Veränderung ermöglicht; soll sie ausbilden oder bilden? Die entscheidende Frage wäre demzufolge, was Universität soll und kann, und was in dem Zusammenhang Praxis ist und bringt. Die Besonderheit eines Lehramtsstudiums liegt dabei in dessen konkreter Berufszielorientierung, die ein Selbstverständnis von Studium als Ausbildung für die „Praxis“ noch fördert und benannte Spannungen erhöht. Das (Lehramts)Studium soll also auf den Beruf vorbereiten, soll „praktisch“ sein. „Praxis“ als Berufsvorbereitung meint damit einerseits Handlungswissen für das Berufsfeld Schule, andererseits die Schule als Anschauungs- und Ausprobierfeld selbst („Praktika“). Beides ist nicht unwichtig, aber auch nicht ganz und gar unproblematisch. Praxis als vermitteltes Handlungswissen zielt in erster Linie auf die „Methode“, die Inhalt vermitteln soll, wobei das Ziel meist schon festzustehen scheint. Das „Wie“ des Unterrichtens und das „Meistern“ komplexer Unterrichtssituationen und möglicherweise auftretender Störungen erscheinen als die großen Probleme, für deren Lösung man nur das richtige „Handwerkszeug“ braucht. Diese Nachfrage wird durch ein steigendes Angebot an didaktisierter Ratgeberliteratur befriedigt, welche mit einigen wenigen Vorschlägen unabhängig vom Unterrichtsgegenstand das „Sesam öffne dich“ suggeriert. Die Vermittlung verselbstständigt sich gegenüber dem zu Vermittelnden (Gruschka), das eigentliche Mittel (die „Methode“) wird zum (Selbst) Zweck. Inhalte werden damit im schlimmsten Fall beliebig, was den Blick für ihre (fachdidaktische) Auswahl und die in ihrer Bearbeitung liegenden pädagogischen Potentiale trüben kann. Fachwissenschaftliche und fachdidaktische Kompetenzen sind ausschlaggebend, wenn man im Unterricht auf Zufälle (SchülerInnenreaktionen und -äußerungen sind kaum vorhersehbar) und Entwicklungen eingehen und sie nutzen will, anstatt nach Plan uniformierend und disziplinierend (wenn auch vielleicht methodisch abwechslungsreich) vorzugehen. Unterricht ist ein komplexes Interaktionssystem, zu komplex für die Wahrnehmungsund Informationsverarbeitungskapazität der Lehrenden. Die Pädagogik zeichnet sich demnach durch ein „Technologiedefizit“ (Luhmann) aus, welches objektiv richtige Kausalgesetze, die erkannt oder gelernt und dann angewandt werden könnten, ausschließt. Lehrende handeln (wie auch Lernende) nach subjektiven Technologien mit verminderter Komplexität, nach denen sie sich orientieren und Situationen definieren. Unterricht als Berufspraxis ist also letztlich eine hybride, riskante Ordnung, die man nicht mithilfe einer fertigen Schablone kontrollieren kann. Hingegen kann man in sich ändernden Situationen jeweils unterschiedlich (situationsbedingt) reagieren und eigene (oder fremde) Praxis mit ihren konkreten (wiederum situationsbedingten) Hindernissen und Potentialen reflektieren. Das benötigt Theorie: Abhängig vom Standpunkt entweder um Praxis zu kritisieren, um sich Praxis bewusster zu machen, oder um Praxis technologisch (soweit wie möglich) zu verbessern. (Schul)praktika können dann Gelegenheiten bieten, gesehene Praxis unterrichtsbeobachtend und eigene Unterrichtsversuche theoretisch geleitet zu erfassen und zu bewerten. Mit angemessener Betreuung und sinnvoller Integration in das Studium kann sich theoretisches Lernen und praktisches Handeln so gegenseitig befruchten und die wahrgenommene Dichotomie überwunden werden. Unterrichtspraxis erzeugt Routinen, gestandene LehrerInnen handeln nach ihren Routinen und Universität und Theorie haben die Aufgabe und Möglichkeit, diese Routinen zu hinterfragen: Nur so scheint eine Weiterentwicklung von Schule und Unterricht möglich, und eben nicht durch einfache Nachahmung erlebter Praxis analog einer „Handwerkslehre“. Schließlich ändern sich in einer (in der Regel) langen „Berufslaufbahn“ Zeiten und mit ihnen ihre Wahrheiten und Herausforderungen, was den Wert von „Erfahrungen“ deutlich relativiert. LehrerInnen nach einem festgelegten bzw. gesetzten Vorbild auszubilden kann also nicht das Ziel sein, vielmehr kann das Studium genutzt werden, eine LehrerInnenpersönlichkeit zu bilden, die sich flexibel und selbstbestimmt auch auf Veränderungen einstellen kann und diese vielleicht auch wenn nötig hinterfragt (Wahrheiten können ja unterschiedliche Qualitäten aufweisen). Eine Auseinandersetzung mit Theorie erscheint unter diesem Blickwinkel notwendig, die Herausforderung besteht dann tatsächlich darin, sie mit „Praxis“ bzw. dem Nachdenken und möglicherweise der Kritik über und von „Praxis“ sinnvoll zu verknüpfen. Das Ziel von universitärer Lehramts(aus)bildung muss die Reflexion und Konfrontation erarbeiteter Theorie mit erfahrener Praxis sein. Dabei ist die Theorie nicht per se das langweilige und unsinnige, sondern oft nur die Art über sie zu sprechen: Theorie kann nicht fertig rezipiert werden, sie muss vielmehr selbst nach eigenen Interessen erarbeitet werden („praktisch“ sozusagen). Das wiederum ist eine Frage von (vor allem zeitlichen) Freiräumen im Studium und Hochschuldidaktik (hier bestehen ja durchaus Strukturgleichheiten mit Schule). Das alles soll nicht von tatsächlichen strukturellen und inhaltlichen Defiziten aktueller universitärer „Praxisphasen“ und deren seminarförmiger Umrahmung ablenken: Die Möglichkeit praktischer Erfahrung in diesem Sinne ist viel zu spät möglich, die ersten eigenen Unterrichtsversuche werden in vielen Fällen erst im 8. Semester (d.h. im Master, vorausgesetzt man wird nicht davor „rausselektiert“) möglich. Praktikaplätze sind noch immer nicht garantiert, Studierende müssen sich demnach oft auf eine längere (und manchmal frustrierende) „Betteltour“ begeben. MentorInnen stehen flächendeckend an den Schulen nicht zur Verfügung, die Betreuung erfolgt durch LehrerInnen, die das „nebenbei“ mit abdecken (und demzufolge manchmal mehr, manchmal weniger motiviert sind). Verknüpfungen zwischen Bildungswissenschaft, Fachdidaktik und (vor allem) den Kernfachinhalten stellen sich eher zufällig ein, in der Regel läuft das Studium in parallelen Säulen ab. Verschärft wird das durch eine mangelhafte (personelle) Ausstattung sowohl der Bildungswissenschaft als auch vieler Fachdidaktiken. Die Verknüpfung zwischen den einzelnen (Aus)bildungsphasen ist ähnlich defizitär: Die universitäre Phase (und ihre Studierenden) wissen zum großen Teil nicht, was in der zweiten Phase des Vorbereitungsdienstes passiert und umgekehrt, und das es eine dritte („Berufseinmündungs“)phase überhaupt gibt, wissen viele gar nicht. Empirische Nachweise, die irgendeinem „Modell“ oder Praktika überhaupt Vorteile gegenüber einem anderen bescheinigen, existieren im Prinzip nicht, sodass die Debatte offen bleibt. Zu hoffen ist, dass sich Studierende (und Lehrende) mit dem Problem beschäftigen und Forderungen entwickeln, die sich aber eben nicht auf „mehr Praxis, und dann wird alles gut“ reduzieren, sondern reflektiert über Möglichkeiten anderer (und dann auch gern mehr) Praxis nachdenken und Wege finden, diese auch durchzusetzen. Immerhin hat (zumindest in Leipzig) nicht mal eine umfassende Strukturreform (trotz vieler Debatten in dieser Richtung) dazu geführt, dass sich Quantität und Qualität von „Praxis“ erkennbar geändert haben. Christopher Hempel Referent für Lehramt Widerspruch und andere Anregungen: lehramt@stura.uni-leipzig.de We Don't Need no Education Kann man Studierende auf einem bildungspolitischen Protest wirklich ernst nehmen, die lauthals „We don't need no education“ aus dem Song Another Brick in the Wall Part 2 von Pink Floyd singen? Diese Frage ist mehrfach am Rande der Protesttage im GWZ gestellt worden und es kann nur eine Antwort geben: Ja. Zugeben, als Litotes, das heißt, als doppelte Verneinung, die eine Bejahung der Aussage bedeutet, geht der umstrittene Satz nicht durch, obwohl es den Anspruch der Protester unterstreichen würde: dem Ruf nach Bildung. Denn einer der Kritikpunkte, der bei den Protesttagen angesprochen worden ist, ist die mangelnde Qualität der Lehre. In der Tat bewirkt die doppelte Verneinung das Gegenteil. Sie verstärkt die Aussage, dass keine Bildung nicht notwendig sei. Nun kann education auch Erziehung heißen. Im Kontext des Protestes würde das heißen: Wir brauchen keine Erziehung nicht. Dieses Verständnis käme zwar wieder der Protestbewegung entgegen, denn als Erziehungsmaßnahmen missbrauchte Anwesenheitslisten und Prüfungsvorleistungen sind ebenfalls angeprangert worden. Aber objektiv betrachtet, wäre diese Übersetzung schlicht weg falsch. Warum ist die Behauptung, dass man keine Bildung nicht braucht eigentlich so anstößig? Doch nur, weil wir wissen, dass das Gegenteil der Fall ist. Bildung ist aus den verschiedensten Gründen wichtig. Wer kommt also auf die Idee, ernsthaft zu behaupten, dass er oder sie keine Bildung nicht braucht? Das kann doch nur jemand von sich sagen, der völlig ungebildet ist. Die Zeile „Teachers leave them kids alone“ beweist das, denn das Personalpronomen them ist in diesem einfachen Satz grammatikalisch falsch. Das soll aber im Umkehrschluss nicht bedeuten, dass der Verfasser Roger Waters seine eigene Muttersprache nicht beherrscht. Warum singen nun Studierende, die Bildungselite von morgen, einen solchen Song? Was heißt es zu sagen „we don't need no thought control“? Ist die Vorgabe von auswendig zu lernendem Stoff Gedankenkontrolle? Ist „dark sarcams in the class room“ die Tatsache, dass von Studium gesprochen, aber Grundschule praktiziert wird? Schmerzt einem bildungspolitisch engagierten Studierenden das nach Freiheit strebende Herz, wenn er oder sie singt „leave them kids alone“? Kids!? Kids, die mit Anwesenheitslisten, Prüfungsvorleistungen und vorgefertigtem Scheinwissen in die Veranstaltungen gezwungen werden, um nur eines zu sein: „just another brick in the wall“! An einem Ort, der für freie Bildung stehen sollte, die Freiheit der Wahl aber nur darin besteht, zu entscheiden, ob man die Treppe oder den Fahrstuhl zum Seminarraum nimmt, bettelt förmlich nach der tief zynischen Behauptung „we don't need no education“. Lernen ist immer auch mit Motivation verbunden. Die Motivation, sich an den Veranstaltungen zu beteiligen, muss Qualität der Lehre fördern, nicht der rechtlich haltlose Zwang von Anwesenheitslisten. Wenn also Studierende bei einem bildungspolitischen Protest singen, dass sie keine Bildung nicht brauchen, dann heißt das, dass sie diese Scheinausbildung nicht brauchen. Bis nicht die letzte Anwesenheitsliste verschwunden, die letzte Prüfungsvorleistung durch die Studienkommissionen abgeschafft und ein freies Studium möglich ist, wird wohl der Chor noch weiter singen müssen: „We don't need no education …“ Mirco Knof FSR Anglistik/ Amerikanistik 5


„Leipziger Zustände“ Broschüre zu Diskriminierung Selbstbestimmung § 218: Geschichte und aktuelle Debatte Die Onlinedokumentationsplattform chronik.LE, ein Projekt des „Ladenschluss. Aktionsbündnis gegen Nazis“, unterstützt vom StudentInnenRat der Universität Leipzig, hat in den letzten Wochen kräftig an der Erstellung einer Broschüre zum Thema gearbeitet, welche an dieser Stelle vorgestellt werden soll. Der Kampf um das Recht auf den Abbruch einer Schwangerschaft war eines der Hauptanliegen der Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die berühmte Forderung „Mein Bauch gehört mir!“ und damit nach vollkommener Autonomie jeder Frau über ihren Körper und eine Schwangerschaft wurde aber nie ganz durchgesetzt. chronik.LE hat sich zum Ziel gesetzt eine möglichst umfassende Dokumentation neonazistischer, rassistischer und diskriminierender Aktivitäten im Raum Leipzig zu erstellen. Es soll somit eine umfangreiche Informations- und Recherchequelle für die Öffentlichkeit geschaffen werden. Als Träger fungiert der Verein „Engagierte Wissenschaft“. chronik.LE wird vom Lokalen Aktionsplan der Stadt Leipzig (LAP) finanziell bezuschusst und möchte zivilgesellschaftliche Initiativen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung unterstützen. Die Onlinedokumention solcher Vorfälle leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Die Broschüre „Leipziger Zustände“ bietet auf 54 Seiten einen inhaltlichen Überblick zum Thema Diskriminierung in Leipzig. Neben einem Auszug aus der Online-Chronik www.chronikLE.org enthält die Broschüre zahlreiche Texte zu verschiedenen Kategorien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Broschüre ist in Kooperation mit verschiedenen Initiativen, Gruppen und Projekten entstanden. So leitet das Antidiskriminierungsbüro Leipzig unter der Frage „Was ist Diskriminierung?“ zur Problematik hin. Adam Bednarsky und Ulrike Fabich lieferten einen Beitrag zu „Diskriminierung im Fußball“. Ein Interview mit Gunter Jähnig vom Behindertenverband Leipzig verweist auf diskriminierende Alltagsproblematiken in Leipzig. „Sexistische Normalzustände“ problematisiert die Redaktion der Zeitschrift „Outside The Box“. Mit diesen und anderen Beiträgen gibt die Broschüre einen Einblick in alltägliche Formen von Diskriminierung. Ziel ist, MultiplikatorInnen für diese teilweise nicht wahrgenommenen - weil als „normal“ empfundenen - Phänomene zu sensibilisieren. Ein Schwerpunkt der Broschüre liegt zudem auf Neonazi-Strukturen in Leipzig. Die sogenannten „Freien Kräfte“ und deren nazistisches Weltbild werden beleuchtet. Die enge Verbindung zwischen dieser äußerst gewalttätigen, ideologisch geschulten nazistischen Gruppe und der sich anlässlich der Kommunalwahl für „Sicherheit und Ordnung“ einsetzenden NPD wird nachgewiesen. Dabei spielt das NPD-Zentrum in Lindenau eine gewichtige Rolle, weshalb ein Artikel Ereignisse und Strukturen in Lindenau zum Inhalt hat. Mit dieser Analyse sowie einem ausführlichen Blick auf die Wahlpropaganda der NPD bietet die Broschüre eine leipzig-spezifische Grundlage für die inhaltliche Auseinandersetzung mit der neonazistischen NPD. Die Broschüre „Leipziger Zustände“ wird in wenigen Wochen über chronik. LE und im StudentInnen- Rat zu erhalten sein. Tanja Rußack Referentin für Antirasismusarbeit Dennoch scheint seit langem dieser Paragraph in der Öffentlichkeit kein großes Thema mehr zu sein, obwohl der Abbruch einer Schwangerschaft in der BRD immer noch illegal ist, nur nicht strafrechtlich verfolgt wird. Aktuell wird im Bundestag über Reformanträge diskutiert, die alle eine Verschärfung des Gesetzes vorsehen. Welche Diskussionen um den § 218 wurden geführt und wie verläuft die Debatte heute? Welche Konsequenzen haben die zur Debatte stehenden Änderungen? Dr. Gisela Notz wird in ihrem Vortrag über die Geschichte und die aktuelle Diskussion um Selbstbestimmung der Frauen und den § 218 sprechen. Die Sozialwissenschaftlerin Dr. Gisela Notz ist Wissenschaftliche Referentin der Friedrich-Ebert-Stiftung und arbeitet unter anderem zur historischen Frauenforschung. 18. Mai 2009 19 Uhr Städtisches Kaufhaus R 0208 Am 23.Juni 2009 zeigen das RGL (Referat für Gleichstellungs und Lebensweisenpolitik im StuRa) und „Outside the Box - Zeitschrift für feministische Gesellschaftskritik“ den Film „Abortion Democracy“ über Abtreibungsgesetze in Südafrika und Polen. http://abortion-democracy.de Studierende mit Kind unerwünscht? Immer wieder hören wir von Ressentiments und Vorurteilen gegenüber studentischen Eltern und ihren Kindern. Besonders über Fragen, wie es denn dazu gekommen sei, ob man nicht verhütet hätte, oder ob man für das Kind sorgen könne, kann man sich zuweilen sehr ärgern. Ist es denn so unvorstellbar, dass man sich in jungem Alter ein Kind wünscht? Könnte es denn nicht sein, dass für ein Kind Markenklamotten weniger zählen als die liebevolle Zuwendung der Eltern? Muss man denn erst 40 Jahre alt sein, um der Verantwortung für ein Kind gerecht werden zu können? Und - ob gewollt oder nicht - in Leipzig gibt es schätzungsweise 3000 Studierende mit Kind, darunter viele Alleinerziehende! Die „Freundlichkeit“ der ProfessorInnen und Uni-MitarbeiterInnen, die den studentischen Eltern der Universität Leipzig zum Teil entgegenschlägt, ist erschreckend. „Was schaffen sie sich auch ein Kind an?“, „Früher gab es sowas [Wickelraum] auch nicht, der Fußboden tut's doch auch! In den Büros ist schließlich Teppich.“, „Sie wissen doch, dass Deutschland nicht familienfreundlich ist“, … solche Kommentare dürfen sich Studierende unserer Universität anhören, wenn sie um ein bisschen Flexibilität zum Beispiel hinsichtlich der Pflichtteilnahme an Veranstaltungen ersuchen, wenn das Kind krank ist. Genau an dieser Flexibilität mangelt es aber nicht nur in den Köpfen von Uni- Angestellten, sondern auch in den Studien- und Prüfungsordnungen der Fakultäten und Instituten. Ein paar Beispiele seien genannt: Es gibt zumeist keine Teilzeitregelungen für Studierende; die Vorlesungen und Seminare sollen laut einer Richtlinie des Gleichstellungsreferat der Uni zu zwei Dritteln in Zeiten angeboten werden, in denen öffentliche Kinderbetreuung angeboten wird, das wird schlicht ignoriert; Regelungen bezüglich von Prüfungsverschiebungen wegen Schwangerschaft existieren nicht; und so weiter und so fort. Es liegt also – selbst im Jubiläumsjahr - vieles im Argen. Flexibilität wird in politischen Debatten zur Familienfreundlichkeit zwar immer wieder diskutiert. Dabei steht die berufliche Laufbahn zumeist im Vordergrund. Aber warum nicht das Studium als Zeit und Raum für die Familiengründung erkennen, akzeptieren oder sogar fördern? Damit würde sowohl im Allgemeinen der demografischen Wandel abgefedert als auch im Speziellen bildungsnahe Schichten animiert, in ihre Lebensplanung Karriere und Kind einzubeziehen. Was sind die wichtigsten Ziele einer familiengerechten Universitätspolitik? 1.Sensibilisierung für die Bedürfnisse studentischer Eltern & Anerkennung als ein alternativer Lebensentwurf 2.Flexibilisierung der Studienbedingungen 3.Gewährleistung einer campusnahen Betreuung für Kleinkinder (v.a. unter 3 Jahren) 4.Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für studentische Eltern! Dem allen widmen wir uns als studentische Elterninitiative. In Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat des StudentInnenRats planen wir eine Konferenz zu dem Thema „Vereinbarkeit von Studium und Kind“. Neben einer Ist-Analyse sollen positive Beispiele für ein familiengerechtes Studium vorgestellt und diskutiert werden. Im Hinblick auf die genannten Ziele wollen wir einen intensiven Erfahrungs- und Gedankenaustausch über Möglichkeiten und Grenzen universitärer Mitbestimmung in Gang setzen und schließlich eine Ideenmappe als weitere Arbeitsgrundlage erstellen. Zu dieser Konferenz sind studentische Eltern der Universität Leipzig sowie Studierende und Initiativen anderer Hochschulen in Deutschland herzlich eingeladen, ebenso wie Rektoren, Gleichstellungsbeauftragte und viele weitere AmtsträgerInnen, die an einem Konzept einer familiengerechten Hochschule gemeinsam arbeiten sollten. Wir jedenfalls glauben weiter an die Vision einer familienfreundlichen Gesellschaft sowie einer familienfreundlichen Hochschule! Interessiert? Dann meldet euch doch einfach an kinderle@web.de. Gesucht werden auch noch fleißige Mitarbeiter für die Konferenz! Finanzielle Entlohnung möglich. Weitere Informationen zur Konferenz und unserer Arbeit erhaltet ihr auch unter wwwstud.uni-leipzig.de/~kinderle Christian Keller und Antje Wegerich AG Studentische Eltern 6


S t u r a k t i v · MAI 2009 Bei uns doch nicht! Wirklich nicht? Auf den Spuren rechtsmotivierter Gewalt in Leipzig. Im Dezember 2008 fand sich eine Gruppe Studierender zusammen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat in Form eines Hörrundgangs, eine etwas andere Seite von Leipzig zu dokumentieren und offen zu legen. Rechtsmotivierte Gewalt findet nicht im Verborgenen statt, sondern ist allgegenwärtig - von Parolen und Schmierereien bis hin zu Übergriffen mit rassistischem, diskriminierenden oder neonazistischen Hintergrund. Die Liste lässt sich weiter fortsetzen und trotzdem berichtet Berit Lahm von der Fachstelle für Extremismus und Gewaltprävention der Stadt Leipzig, dass viele Bewohner sagen, sie hätten noch nie von rechtsextremistischer Gewalt hier in Leipzig gehört. Dass so viele Leute wegschauen, war für Elisa Satjukow, eine der Initiatorinnen des Projektes, Grund genug, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Das Theodor Heuß Kolleg der Robert Bosch Stiftung und des MitOst e.V. bot Elisa und ihrer Mitkollegiatin Cornelia Hemmann die Möglichkeit durch ideelle und finanzielle Unterstützung ihre Ideen in Leipzig zu verwirklichen. Eine kreative Form zu finden, das Thema rechte Gewalt den Menschen näher zu bringen, beschreibt Cornelia Hemmann, die Intention des Hörrundgangs. Zur Umsetzung eines solchen Unterfanges braucht es interessierte und engagierte MitarbeiterInnen. Die 14 Studierenden aus den unterschiedlichsten Fachbereichen trafen sich im Januar zu einem ersten Workshopwochenende, um gemeinsam die Konzeption des Hörrundgangs zu erstellen. Auch intensive Diskussionen über scheinbar selbstverständliche Termini wie Gewalt und Rechtsextremismus standen dabei im Vordergrund. Wegweisend für die weitere Entwicklung des Hörrundganges war nicht zuletzt ein Vortrag von Friedrich Burschel, Referent der Akademie für politische Bildung im Bereich Rechtsextremismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der auf die latent rechte Einstellung in der Mitte der Gesellschaft hinwies. Der Begriff „rechtsmotivierte Gewalt“ soll fremdenfeindliche Einstellungen und Alltagsdiskriminierungen genauso fassen wie neonazistische Straftaten. Der Hörrundgang versucht ein möglichst breites Bild der Problematik in Leipzig zu zeichnen und nicht, wie es in der lokalen Presse oft der Fall ist, einzelne Viertel der Stadt als Hochburgen der rechten Szene zu stigmatisieren. Besonders wichtig ist es den Studierenden, Betroffene und AnwohnerInnen in Interviews und Straßenumfragen zu Wort kommen zu lassen. So wird auch vermieden, dass der Hörrundgang belehrend wirkt, denn genau dass soll er nicht, wie Cornelia bestätigt: „ Uns geht es nicht darum zu belehren – Unser Audioguide ist eine Dokumentation.“ Nach zweimonatiger Recherche- und Interviewphase wurde der Hörrundgang in einem einwöchigen Workshop Ende letzten Monats fertig gestellt und ist nun im Rahmen einer Ausstellung auf Wanderschaft durch Leipzig. Julia Wilmes und Paula Gehrmann, Fotografie-Studentinnen der HGB, haben die einzelnen Stationen des Hörrundgangs sichtbar gemacht, so dass Interessierte die Möglichkeit haben, den Rundgang mit Kopfhörern auch stationär innerhalb der Ausstellungsräume zu machen. Vom 17. bis 28. Juni wird die Wanderausstellung im Foyer des GWZ Station machen. Zudem besteht die Möglichkeit sich den gesamten Hörrundgang auf der Homepage des StuRa sowie auf Chronik.LE herunterzuladen. Interessierten ist es so möglich mit Hilfe eines eigenen Abspielgerätes, die beschriebenen Orte aufzusuchen. Ein weiteres Anliegen der Gruppe ist es, den Hörrundgang Schulen zur Verfügung zu stellen. Hierzu muss allerdings noch passendes Begleitmaterial erstellt werden, wofür engagierte LehramtsstudentInnen gesucht werden, die Zeit und Interesse haben dieses zu erarbeiten. Nach der Eröffnung in der Projekt und Hörgalerie „A und V“ in Lindenau ist die Wanderausstellung momentan im Ladenprojekt „Doppelplusgut“ in der Kapellenstraße 16 in Reudnitz zu sehen. Bis zum 31. Mai ist die Ausstellung dort noch zu sehen. Im Anschluss wird der Hörrundgang in der Wärmehalle Süd präsentiert. Die Öffnungszeiten stehen auf den Homepages der einzelnen Veranstaltungsorte. Klara Wehrle Stationen der Wanderausstellung: bis 31. Mai: Doppelplusgut www.doppelplusgut-leipzig.blogspot.com 4. Juni - 14. Juni Wärmehalle Süd www.waermehalle-sued.de 17. Juni - 28. Juni Universität Leipzig- Foyer GWZ Der Hörrundgang im Internet: Chronik.LE Dokumentation faschistischer, rassistischer und diskriminierender Ereignisse in und um Leipzig www. chronikle.org StuRa Uni Leipzig www.stura.uni-leipzig.de „WissenSCHAFFT Gemeinschaft“ Die 15. Internationale Studentische Woche Im Juni ist es wieder soweit: Unter dem Motto „WissenSCHAFFT Gemeinschaft“ präsentiert sich die 15. Internationale Studentische Woche (ISW) in diesem Jahr im Rahmen des 600. Universitätsjubiläums. Vom 20. bis zum 27. Juni 2009 entsteht in Leipzig eine Plattform für den interkulturellen Austausch zu Kultur, Wissenschaft, Politik, Sport und Kulinarischem. Hier gibt es einige Einblicke in das Programm. Den Auftakt bildet unsere „Landesfarbenparty“ mit dem Motto „The bunter, the better“. Damit erwarten euch am Samstag, den 20. Juni 2009, im „Absturz“ tolle DJs, Bands und noch einige Überraschungen. Weiter geht es am Sonntag ab 17 Uhr mit dem Tanztheaterstück „Fremde Fremde“. Außerdem lädt der Armenische Studentenkreis Leipzig um 18 Uhr zu der Filmvorführung „The Genocide in Me“ in der „naTo“ ein. Protagonistin ist die junge Filmemacherin Araz Artinian, die sich beeinflusst vom Armenischen Völkermord 1915 auf Identitätssuche begibt. Ebenso aufrüttelnd ist der ab 20 Uhr gezeigte Film „Saure Erdbeeren“ über Japans versteckte Gastarbeiter (Ort wird noch bekannt gegeben). Am Montag habt ihr die Möglichkeit die PartnerInnen der ISW auf einer Vorstellungsstraße an der alten Handelsbörse kennenzulernen. Zwischen 10 und 14 Uhr könnt ihr euch über die teilnehmenden Vereine und Institutionen informieren. Am Abend um 18 Uhr lädt Dr. Elisabeth Böll zu dem Vortrag „Fortschritt auf Schienen? Die Eisenbahn und Chinas Modernisierung im 20. Jahrhundert“ ins Konfuzius- Institut ein. Der Dienstag beginnt um 11 Uhr mit einer alternativen Stadtführung zum Thema „Globalisierung im Alltag vom Verein „Eine Welt e.V.“ Der Fokus liegt auf den negativen Aspekten der Globalsierung und wird die Zusammenhänge und Hintergründe kritisch betrachten. Der Dienstagabend steht ganz im Zeichen Marokkos. In Zusammenarbeit mit dem Referat ausländischer Studierender (RAS) und der Cinématheque hört ihr ab 16:30 Uhr im Kinosaal der „naTo“ zwei Vorträge zu Casablanca als Stadt der Kontraste und zur Integration von Marokkanern in Deutschland; ab 20 Uhr seht ihr den Film „Tangerine“. Am Mittwoch wird sich Farzin Akbari Kenari in seinem Vortrag „Der Iran - Realität und westliche Wahrnehmung“ mit dem Land und dessen Tradition auseinandersetzen. Ab 16 Uhr führen euch die beteiligten Künstler durch die Ausstellung „Future together now!“ im Konfuzius-Institut, um euch Einblicke in die chinesische Kultur aus westlicher Sicht zu bieten. Zum musikalischen Abschluss des Tages laden wir euch ab 18 Uhr zu unserem klassischen Konzert „Leipziger Klassik international“ mit verschiedenen Künstlern ins Mendelssohn-Haus ein. Sprachakrobaten und Liebhaber der deutschen und englischen Sprache haben ab 20 Uhr die Möglichkeit im „Horns Erben“ unseren Poetry Slam zu erleben und/oder mitzugestalten! Traut euch! Der Donnerstag führt uns zurück nach Ostasien. Am Mittag zwischen zwei Seminaren könnt ihr dem Hörspiel „Hachiko“ lauschen und ab 15 Uhr während einer chinesischen Teezeremonie die Seele baumeln lassen. Neben der Verkostung gibt es interessante Informationen zur Teegeschichte und zur chinesischen Teekultur. Gefeiert wird auch wieder. Das RAS organisiert am Abend eine orientalische Party. Eine Besonderheit wird die Modenschau mit traditioneller arabischer Kleidung sein. Der Freitag steht unter dem politischen Zeichen. Mittags könnt ihr euch beim Junior Team Europa aktiv vorstellen, wie ein Tag ohne Europa aussehen würde. Am Nachmittag widmen sich engagierte Leipziger zusammen mit euch dem Thema „Diskriminierung im Alltag – Kultur, Sport, Lehre“. Das Tanzbein könnt ihr am Abend zu afrikanischen Klängen im „Basamo“ auf der „Afro-Motown-Party“ schwingen. Mit viel Energie und Sportsgeist lassen wir am Samstag, dem 27. Juni 2009, die 15. Internationale Studentische Woche mit dem traditionellen Fußballturnier des RAS auf dem Sportplatz Tarostraße ausklingen. Parallel dazu veranstalten wir ein buntes Kinderfest mit Hüpfburg, Kinderschminken und Grillen. Neugierig geworden? Dann schaut auf unserer Website www.isw-leipzig.de vorbei! Dort findet ihr noch zahlreiche andere Veranstaltungen sowie aktuelle Programmänderungen. Janet Wagner ISW-Ausschuss 7


„Ladenschluss“ Aktionsbündnis gegen Nazis Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis gegen Nazis, ist ein breites Bündnis verschiedener Gruppen, Organisationen, Parteien und Einzelpersonen. Das Ziel des Bündnisses war es stets durch die Offenlegung des ideologischen Backgrounds von Naziläden ihre gesellschaftliche Akzeptanz zu mindern und ihr Image als „Händler von nebenan“ zu zerstören. Die Problematik um die Marke „Thor Steinar“ spielt hierbei eine Große Rolle, auf die es aufmerksam zu machen galt. Ein weiteres Anliegen der Initiative war in diesem Zusammenhang die Schließung, des am 22.9.2007 in der Richard-Wagner-Straße eröffneten „Thor-Steinar“ Ladens, zu erlangen. Bereits im Jahr 2005 eröffnete in der Kolonnadenstraße in der Leipziger Innenstadt das „Untergrund“, ein Bekleidungsgeschäft, welches ein großes Sortiment an „Thor Steinar“ Kleidungsstücke vertrieb. Zwei Jahre später entstand in der Volbedingstraße in Mockau das „Aryan Brotherhood“, eine Mischung aus Ladengeschäft, Fitnessstudio und Treffpunkt. In beiden Fällen hatte der Betreiber eines des bundesweit größten Nazi – Versandes „Front Records“ aus Wurzen, Thomas Persdorf, seine Hände im Spiel. Die Läden sind inzwischen geschlossen, andere jedoch nicht. Auch Läden, wie das „Miss Liberty“ oder „Mc-Trend“ in der Innenstadt sowie das „Boombastic“ im Grünauer Allee-Center verkaufen „Thor Steinar“. Im Gegensatz zu den erwähnten Geschäften stellte das „Tønsberg“ eine richtige Filiale der Marke „Thor Steinar“ dar. Allerdings galt auch jenes Objekt nicht ausschließlich als Einkaufsgeschäft, sondern wurde zu einer neue Anlaufstelle für Neonazis in Leipzig und stellt eine Gefahr für Menschen, die nicht in ihr rassistisches, antisemitisches und politisches Weltbild passen, dar. Mit der Entstehung des Ladens entstand jedoch eine größere Protestwelle, welche primär vom „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis gegen Nazis getragen wurde. Durch zahlreiche Demonstrationen, Kundgebungen, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit brachte die Initiative die Schließung des „Thor Steinar“ Geschäftes auf den Weg. einem mehrere Monate währenden Rechtsstreit wird das Mietverhältnis mit der seit September 2007 in der Leipziger Richard-Wagner-Straße eingemieteten "Thor-Steinar"-Filiale „Tønsberg“ zum 30.6.2009 nun endlich vorzeitig beendet. Dies ist ein Teilerfolgen, welcher mit Sicherheit gebührend gefeiert wird. Jedoch ist eine Neueröffnung keineswegs aus zu schließen und die eigentliche Problematik um „Thor Steinar“ und Co. nicht gelöst. Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis gegen Nazis wird daher auch weiterhin Die Initiative „Ladenschluss“ - Aktionsbündnis gegen rechte Strukturen in Leipzig vorgehen. Tanja Rußack Referentin für Antirassismusarbeit Kleider machen Leute... Dass das Erscheinungsbild von Neonazis sich in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat, ist eine Entwicklung, welche nicht von der Hand zu weisen ist. Der einst beliebte Skinheadlook und Braunhemd-Stil der 90iger Jahre wich einem neuen, diskreten und modischem Kleidungsstil. Hierzu trug vor allem die Modemarke „Thor Steinar“ bei. Aber wer oder was ist „Thor Steinar“ und wie konnte ein Bekleidungslabel, aus dem Umfeld der Neonazi-Szene, zu einer scheinbaren Mainstream- Marke werden? Jene Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden. Kleidung und Kleidungsstil haben eine identitätsstiftende Funktion. Primär trifft das auf politischen Subkulturen und Szenen zu. Weitere Aufgaben, welche Mode hierbei übernimmt ist die der Mitgliederwerbung und Schaffung eines Zusammengehörigkeitsgefühls. Die Modemarke „Thor Steinar“, welche im Jahr 2002 von Axel Kopelke international registriert und seit 2003 durch die Firma „Mediatex GmbH“ mit Sitz in Zeesen/Brandenburg vertrieben wurde, macht sich jene Funktion und Wirkung zu nutzen. Ziel des Unternehmen ist es durch die Unterfütterung der Kleidung mit mehrdeutigen Symbolen völkischer und nationalistischen Ursprungs eine Politisierung zu befördern. Diese Firmenstrategie spricht einen großen Kreis von AbnehmerInnen, unter anderem in verschiedenen rechten Szenen, an und verhalf dem relativ jungen Betrieb innerhalb kürzester Zeit zu großem unternehmerischen Erfolg. Das Besondere an „Thor Steinar“ ist, dass sich das Label aktuellen Modetrends bedient und diese mit Motiven, welche sich positiv auf nordisch-völkische Mythologie, Kolonialismus und nationalsozialistische Ideologien beziehen, verbindet. Auf den ersten Blick ist der Bezug zu Neonazismus meist nicht erkennbar, dies ist vor allem bei den aktuellen „Thor Steinar“ Kollektionen der Fall. Das alte Logo von Thor Steinar bestand aus einer Kombination von zwei Runen, einer Binderune. Der Entwurf eines neuen Logos wurde jedoch notwendig (2004), nachdem das alte Logo durch mehrere gerichtliche Verfahren wegen seiner Ähnlichkeit - bei einer leichten Schrägstellung ließ das Logo das Symbol der „Waffen-SS“ erkennen - zu nationalistischen Symbolen verboten worden war. Runen als altnordisch-germanische Zeichen finden bei „Thor Steinar“ aber auch in anderen Bereichen der Neonazi-Szene häufig Verwendung, da sich ihre AnhängerInnen durch sie auf ihre vermeintlich nordisch-germanischen Wurzeln besinnen wollen. Runen wurden in der nationalsozialistischen Symbolik verwendet, um eine germanisch, arische Traditionslinie zu konstruieren. Neben Runen prangt auf Kleidungsstücken von „Thor Steinar“ u.a. Werbung für das schwedische Rechtsrock-Projekt „Ultima Thule“. Weitere eindeutig zweideutigen Motiven oder Slogans, welche Rückschlüsse auf politische Intentionen nahe legen, sind zum Beispiel Aussprüche wie „Ski Heil!“, was als Anspielung auf den Nazigruß »Sieg Heil« gelesen werden kann. Andere Kleidungsstücke wiederum tragen den Aufdruck »Nordmark«, der Name eines Arbeitserziehungslager der SS bei Kiel im Nationalsozialismus. Diese Art von Beispielen können beliebig fortgeführt werden. Jene Inhalte werden oftmals durch aktuelles Design in den Hintergrund gerückt bzw. durch codierte Symboliken nur KennerInnen zugänglich gemacht. „Thor Steinar“ strebt, vordergründig in den aktuelleren Kollektionen, eher einen schlichteren Stil an, der durch dezente Aufdrucke und gezielt eingesetzte Mehrdeutigkeiten auf verschiedenen Ebenen seine Wirkung erzielt. „Thor Steinar“ ist es im Gegensatz zu anderen Marken, welche offen rechts auftreten und somit öffentlich stigmatisiert, abgelehnt oder so rechtlich verboten werden, gelungen sich bewusst und flexibel in einer rechtlichen Grauzone zu bewegen. Somit entzieht sich das Label einer gesellschaftlichen Sanktionierung und schafft es sogar einen Anschluss an den Mainstream zu erreicht. Welchen breiten Absatz die Marke „Thor Steinar“ findet und wie viel Geld die Firmen um „Thor Steinar“ abwerfen ist beeindruckend. Der offizielle Jahresumsatz 2005 lag laut der „Mediathex GmbH“ bei zwei Millionen Euro. Die Geschäfte, ob im Internet oder über ZwischenhändlerInnen, scheinen rentabel zu laufen. In der Bundesrepublik wurden bislang neun „Thor Steinar“ Filialen eröffnet. Den einstigen Geschäftsführern, Axel Kupelke und Uwe Meusel, sowie weiteren MitarbeiterInnen der „Mediatex GmbH“ werden enge Kontakte zur deutschen und europäischen Neonaziszene nachgewissen. Dass Einnahmen in rechte Strukturen geflossen sind, ist demnach nicht ausgeschlossen. Wie sich „Thor Steinar“ in den kommende Jahren entwickelt wird abzuwarten sein, denn seit November 2008 ist der neue Besitzer der Firma „Mediatex GmbH“ laut Handelsregister, Faysal al Zarooni. Mit der “Faysal al Zarooni Group of Companies” betreibt der arabische Großinvestor in Dubai vorwiegend Immobiliengeschäfte betreibt und bietet Beratungsdienstleistungen an. Nach Aussagen des Potsdamer Amtsgericht habe seine Geschäftsführertätigkeit niedergelegt. Mohammed M. Aweidah, Berater und Wirtschaftsprüfer aus der Zarooni Group, sei nun Geschäftsführer. Die „Mediatex GmbH“ selbst hat dazu bislang keine Stellungnahme abgegeben. Ob mit dem Eigentümer- und Personalwechsel große Auswirkungen auf das Unternehmen ausgeübt werden, oder gar ein Imagewechsel damit einhergehe, ist allerdings fraglich. Auf der Homepage des StudentInnenRats findet Ihr die Broschüre „Investigate Thor Steinar“, welche sich kritisch mir der umstrittenen Marke “Thor Steinar“ auseinander setzt. Anstoß für den folgenden Text war eine Mail eines aufmerksamen Studenten an das Referat für Antirassismusarbeit. Ihm ist aufgefallen, dass StudentInnen vermehrt die Modermarke „Thor Steinar“ tragen. Tanja Rußack Referentin für Anirassismusarbeit 8


S t u r a k t i v · MAI 2009 Harmonie im Kasino Grundriss eines Krisenverständnisses Wer Krise oder gar den ganzen Kapitalismus verstehen will, kann es eigentlich nur falsch machen. Was gibt es schwierigeres, als die Totalität der Tauschgesellschaft zu begreifen? Dennoch lässt sich zumindest ex negativo bestimmen, welches der schlechteste aller Ansätze ist: Wirtschaftswissenschaften. Im der folgenden Polemik sollen kurz die grundlegenden Verklärungen des aktuellen Krisenverständnisses skizziert und als das denunziert werden, was sie im Kern sind: Ideologie. Krise als Regel, nicht als Ausnahme Geht es nach den Wirtschaftswissenschaften, ist die Marktwirtschaft ein komplexes, aber doch verständliches Gefilde, das sich mittels mathematischer Modelle recht genau darstellen lässt. Über diese Beschreibung will man gar nicht hinaus, der innere Funktionszusammenhang erschöpfe sich damit in der „invisible hand“ (Adam Smith) oder – etwas avancierter - dem Sayeschen Gesetz des Marktes; also dem harmonischen Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Je nach Gusto und Modernitätsgrad fließen ein bisschen Staatsregulation (Keynesianismus) oder der homo oeconomicus, als nutzenmaximierendes, rational und informationsbasierend handelndes Wesen, in die Kalkulation mit ein; und dieser darf in den neusten Theorien – z.B. der Prinzipal-Agent-Theorie - auch mal ein wenig fies oder gar irrational handeln. Was auch direkten Weges zu den Vorstellungen führt, die diese „breimäuligen Faselhänse der deutschen Vulgärökonomie“ (Marx) sich von der Krise machen: Sie sei ein Ergebnis zu irrationalen Verhaltens der auf dem Markt handelnden Akteure, sie haben die Marktgesetzt gleichsam überdehnt, – zugespitzt formuliert: Die Krise entstehe dadurch, dass der Mensch sich nicht seiner wirtschaftsanthropologisch behaupteten Natur gemäß verhalte und die Realität sich nicht an die Theorie. Die Krise wird als ein dem System völlig Äußerliches und über sie Hineinbrechendes dargestellt. Bei der Frage nach dem Ende der Krise kann im Fahrwasser dieser Theorien deshalb auch nur behauptet werden, sie werde bald enden, oder auch nicht, aber vielleicht ja auch doch – so sinngemäß die täglich wechselnden Aussagen der Wirtschaftsweisen und des Sachverständigenrates der Bundesregierung. Dass die Krise den Theoretikern als nicht immanent gilt, liegt in der noch immer fortwesenden Vorstellung begründet, der Kapitalismus sei ein arbeitsteilig organisiertes System zum Zwecke der menschlichen Bedürfnisbefriedigung – zumindest mal gewesen. Das verkennt, dass ebenjene Bedürfnisbefriedigung, wenngleich auch für den Betrieb des Ganzen notwendig, nur ein Abfallprodukt des eigentlichen Zwecks ist: Maximierung des Profits. Das wird gut von jemanden dargelegt, der - um ein rein quantitatives Argument zu bemühen, das für sich genommen noch nicht viel aussagt - in mehreren Tausend Seiten „die kapitalistische Produktionsweise und die ihr entsprechenden Produktions- und Verkehrsverhältnisse“ kritisiert hat; sein Werk heißt nicht umsonst im Untertitel „Kritik der politischen Ökonomie“. Karl Marx zeigt in diesem, dass für das Funktionieren der Verhältnisse – nota bene! – ewiges Wachstum notwendig ist. Das sollte unmittelbar einleuchten, auch wenn man noch keine Zeile Marxens Kapital gelesen hat, denn schon ein paar Zeilen eines jeden Zeitungsartikels, der sich mit der Wirtschaft beschäftigt, reichen aus, um festzustellen, das Wirtschaftswachstum das Schlüsselwort ist, wenn es um Arbeitsplätze, Steuern etc. geht. Ebenso in Verlautbarungen der Regierung bzw. Politik allgemein. Aber gerade weil ewiges Wachstum unmöglich ist, stellen Krisen ein systemimmanentes Regulativ dar, indem sie das Ganze – um eine Computermetapher zu bemühen - reseten. Dieser oben erwähnte Profit wird aus der menschlichen Arbeitskraft gewonnen. Ganz simpel und vielleicht fatal verkürzt ausgedrückt bedeutet das: Der Arbeiter bekommt weniger, als seine Arbeit wert ist, d.h. er bekommt das Quantum eingesetzte Arbeitskraft vergütet, aber nicht den Wert, den seine Arbeit produziert. Durch diese Differenz zum einen und zum anderen, da durch die Konkurrenz des Marktes von jedem Produzenten versucht wird, die durchschnittliche gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zur Herstellung einer Ware zu unterbieten, d.h. weniger Zeit zu benötigen, als im gesell. Durchschnitt dafür benötigt wird, kommt der Mehrwert zustande. Hier sind wir wieder beim ewig notwendigen Wachstum, denn die totale Konkurrenz fordert mit immer weniger Arbeitszeit, also auch weniger Arbeitskraft, immer mehr „Die Ankündigung: ‚Das Wetter im Ersten wird Ihnen präsentiert von den Finanzexperten der Commerzbank‘ [weist] auf die implizite Drohung hin, ohne Banken gebe es noch nicht einmal irgendein Wetter.“ Joachim Bruhn zu Produzieren – was eine Zeit lang durch technische Innovationen etc. auch erreicht werden kann resp. wurde. Dies hat zur Folge, dass es immer weniger in Lohn und Brot stehende Menschen gibt, die aber immer mehr zu konsumierenden Produkten gegenüberstehen. Diese können aber nicht alle konsumiert werden, denn wer soll alle bezahlen? Aber die Konsumtion der Produkte, also vorgelagert der Verkauf ist bei Strafe des Untergangs für den Produzenten notwendig. Zur Not kann er sich ja noch mit der Abstoßung von Humankapital fürs erste finanziell entlasten, das hat dann aber wiederum kein Geld, Produkte zu konsumieren usw. usf. Regressive Krisenerklärungen In der Vorstellung der Nationalökonomie aber ist Kapitalismus immer ein Nullsummenspiel, d.h. der milliardenhohe Verlust der einen muss demzufolge auch der milliardenhohe Gewinn der anderen sein. Dieses wohlfeile Verständnis wirft dann natürlich schon mal die Frage auf, wer in diesem Spiel die „geheimnisumwitterten Gewinner“ seien. In der Beantwortung dieser Frage ist sich jeder fünfte Deutsche einig, so auch ein Leipziger Mob (Eigenbezeichnung: Bündnis), der sich am 11.05 dieses Jahres in einer Spelunke traf, um zu beraten, wie man sich in einem „Abwehrkampf“ der „herrschenden Eliten“ entledige. Das wurde, historisch betrachtet, schon allzu oft versucht. Ein französischer Arzt hat eigens dafür im 18. Jahrhundert eine Maschine erfunden. Die Teilnehmer sind eine lustige Melange des gesellschaftlichen Querschnitts, unter denen neben einem ehemaligen Rektor der Uni Leipzig und den üblichen bewegungslinken Verdächtigen (Gewerkschaften, Attac etc.) Verdächtigen, sich auch die Linkspartei-Adepten des SDS befinden, die, weil sie einfach nicht vom Marxismus- Leninismus lassen können, jede sich bietende Möglichkeit nutzen wollen, einen beliebigen Mob in die ‚richtige‘ (nämlich ihre) Richtung zu lenken – das nennt sich dann z.B. „Krise als Chance“ und geht auf Lenins zynische Überlegungen zurück, erst mal genug Menschen sterben zu lassen, damit die Überlebenden sich ihrer ‚Klasseninteressen‘ bewusster werden. Dass der SDS eine breit angelegte Kapital- Lesekreis-Bewegung angestoßen hat, aber dennoch gegen „Profitgier von Finanzinstituten und Konzernen“ wütet, lässt nur den Schluss zu, das sie Marx kaum gelesen und selbst das nicht verstanden haben. Kaum gelesen, weil Marx sich bereits in der Vorrede zum Kapital sehr klar zur Personifikation gesellschaftlicher Verhältnisse ausdrückt: „Zur Vermeidung möglicher Mißverständnisse ein Wort. Die Gestalten von Kapitalist und Grundeigentümer zeichne ich keineswegs in rosigem Licht. Aber es handelt sich hier um die Personen nur, soweit sie die Personifikation ökonomischer Kategorien sind, Träger von bestimmten Klassenverhältnissen und Interessen. Weniger als jeder andere kann mein Standpunkt, der die Entwicklung der ökonomischen Gesellschaftsformation als einen naturgeschichtlichen Prozeß auffaßt, den einzelnen verantwortlich machen für Verhältnisse, deren Geschöpf er sozial bleibt, sosehr er sich auch subjektiv über sie erheben mag.“ Nicht verstanden, weil Marx sich bereits bei der Beschreibung der einfachen Zirkulation und (später) des ihr scheinbar entspringenden Mehrwerts, bösen Geldes und sinisteren Zinses auf der Ebene der Erscheinung, genauer: des Scheins befindet, was anscheinend nicht verstanden wurde. Ein Beispiel: Daß [die] einseitige Form der Geldbewegung aus der doppelseitigen Formbewegung der Ware entspringt, ist verhüllt. Die Natur der Warenzirkulation selbst erzeugt den entgegengesetzten Schein. Mit einem Kapitalismusverständnis, wie es das oben erwähnte Bündnis in ihrer Einladung nahe legt, macht man den Schein zum Wesen, bildet sich ein gefährlich falsches Bewusstsein vom sog. „Finanzkapital“ und glaubt, dieses von der ‚ehrlichen‘ Produktion („solidarische und ökologische Wirtschaft“ wird es im Schreiben paraphrasiert) abtrennen zu können. Wie Marx im Gang der Analyse zeigt, ist das ebenso unmöglich wie fatal, da das zinstragende Kapital die „Triebfeder der kapitalistischen Produktion“ und mit systemimmanenter Notwendigkeit entstanden ist, ohne dieses Treibmittel bräche die gesamte Produktion zusammen. Wer sich so etwas herbeisehnt, einen „Kampf“ ankündigt und prognostiziert, es „ werden noch weit mehr Menschen als [die 55.000] im März auf der Straße sein.“, der macht mir gehörig Angst. Andreas Below Sozialreferent 9


4 gute Gründe für die Mensa-Policy Wie in den beiden vorausgegangenen StuRaktiv-Ausgaben, gibt es auch dieses Mal wieder einen Beitrag in der Mini-Reihe “4 gute Gründe für die Mensa-Policy”. Nach der Beleuchtung des Klimaeffekts industrieller Landwirtschaft und der Überfischung der Meere, geht es diesesmal um das System “Fairer Handel”. Fairer Kaffee wird in den Leipziger Mensen und Cafeterien schon seit mehreren Jahren angeboten, seit ein paar Wochen gibt es jetzt auch fair gehandelten Tee und Schokolade. Was bedeutet „Fairer Handel“? Eine kurze Einführung Geschichte In Weltläden halten sich hartnäckig die Geschichten aus einer fernen Zeit, als fair gehandelter Kaffee „noch richtig politisch korrekt“ geschmeckt habe. Das soll natürlich heißen, der Kaffee habe anfangs eben noch gar nicht gut geschmeckt und sei nur von hoffnungslosen IdealistInnen getrunken worden – was man sich heute, da fair gehandelte Kaffeesorten regelmäßig Qualitätspreise gewinnen, nicht mehr vorstellen kann. Diese Episoden umschreiben ganz gut den Wandel und die „Professionalisierung“, den die Fairhandelsbewegung seit ihrer Entstehung durchgemacht hat: Die Anfänge des Fairen Handels liegen in den 70er Jahren, als im Zuge der entstehenden „neuen sozialen Bewegungen“ Kritik an den globalen Handelsstrukturen und der strukturellen Benachteiligung der Länder des Südens innerhalb dieses Systems artikuliert wurde. Durch die Unabhängigkeit vom freien Markt, in alternativen Handelsstrukturen, sollte daher eine „faire“ Entlohnung der ProduzentInnen in den Ländern des Südens ermöglicht werden, die sich an den Produktionskosten eines Produkts und an den Lebenshaltungskosten der Produ- zentInnen orientiert – statt an abstrakten Weltmarktbedingungen. Diese Idee wurde dann zunächst in von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen betriebenen, selbstorganisierten und meist basisdemokratisch strukturierten Weltläden umgesetzt (der erste eröffnete 1969 in Breukelen, Niederlande). Eins der Kernprodukte des Fairen Handels bis heute, der Kaffee, wurde neben Kunsthandwerk von Anfang an in den Weltläden verkauft. Für die ProduzentInnen bekam der Faire Handel daher in der Kaffekrise in den neunziger Jahren besondere Bedeutung: nach der Aufkündigung des Kaffeeabkommens, das während des Kalten Kriegs die Preise stabil gehalten hatte, ZEIT CAMPUS TALK mit Clemens Meyer in der Mensa sank der Weltmarktpreis für Kaffee rapide und stürzte viele KleinbäuerInnen in Afrika und Lateinamerika in die Armut. Der Faire Handel konnte dagegen seine existenzsichernden Löhne aufrechterhalten, da er den Weltmarktschwankungen nicht unterlag. Seit 1992 gibt es das FairTrade-Siegel, das in Deutschland von dem unabhängigen Verein „Transfair e.V.“ vergeben wird und sich nach den Standards der „Fairtrade Labelling Organisations International“ (FLO) richtet, die die Produktion sowie den Handel der Produkte weltweit nach einheitlichen Standards kontrolliert. Durch dieses Siegel wurde der Verkauf fair gehandelter Produkte auch über die Weltläden hinaus, z.B. in Supermärkten, ermöglicht. Das stieß nicht nur auf Begeisterung: Nach dem Verständnis vieler AktivistInnen der Weltladenbewegung sollten die Prinzipien des Fairen Handel nicht nur für die ProduzentInnen im globalen Süden gelten, sondern für alle am Handelsprozess beteiligten – also beispielsweise auch für die MitarbeiterInnen der Handelsorganisationen in den Industrieländern. In den „traditionellen“ Fairhandelsorganisationen wie gepa, dwp oder El puente ist dieser Aspekt auch weiterhin wichtig. Die Zusammenarbeit von Transfair mit Supermarktketten wie zum Beispiel Lidl war daher innerhalb der Fairhandelsbewegung sehr stark umstritten. Einerseits wurden dadurch zwar die Absatzchancen für fair gehandelte Produkte drastisch erhöht, andererseit wurde aber der Anspruch aufgegeben, auch in den VerbraucherInnenländern „alternative“ Strukturen und „faire“ Arbeitsbedingungen zu garantieren. Dieser Konflikt dauert immer noch an und ist wohl auch nicht aufzulösen. Kriterien Was genau zeichnet nun aber alle fair gehandelte Produkte gegenüber konventionellen Produkten aus? Folgende Punkte sind dafür zentral: 1 2 3 4 5 6 7 Die Erzeugerpreise für fair gehandelte Produkte sind deutlich höher als der Weltmarktpreis. Er garantiert die Deckung der Lebenshaltungskosten der ProduzentInnen. An Erzeugerkollektive werden zusätzlich Prämien gezahlt, die in Sozial- und Entwicklungsprojekte (LKWs, Maschinen, Schulen, Gesundheitseinrichtungen u.a.) in ihren jeweiligen Kommunen fließen. Es besteht ein Direktkontakt zwischen ProduzentInnen und den Fairhandelsgesellschaften – ohne Zwischenhändler. Es werden langfristige Abnahmeverträge (und so gesicherte Einkommen) garantiert. Auf Wunsch wird auch eine Vorfinanzierung (für Saatgut, Maschinen etc.) ermöglicht. Mindeststandards im Bezug auf Arbeitsbedingungen für Kooperativenmitglieder und ArbeiterInnen werden von den ErzeugerInnen garantiert. Kinderarbeit ist ausgeschlossen. Für ökologisch erzeugte Produkte werden Aufschläge gezahlt. Die Weiterverarbeitung der Produkte im Erzeugerland zur Einkommenssteigerung und Arbeitsplatzschaffung wird angestrebt. Die Kriterien der Weltläden, festgelegt in der „Konvention der Weltläden“, gehen über diese Punkte hinaus. Zum einen beziehen sie, wie gesagt, einige der oben genannten Punkte auch auf den eigenen Laden. Darüber hinaus verpflichten sie sich zu Transparenz (beispielsweise über Preiszusammensetzungen der Produkte), zu einer demokratischen Selbstorganisation sowie zu einem Autrag, politische Bildungs- und Informationsarbeit zu leisten. Es macht also durchaus Sinn, faire Produkte weiterhin im Weltladen einzukaufen! Faire Produkte kaufen sowieso! Susanne Brehm Referentin für Ökologie und Verkehr Im Juni kommt Clemens Meyer in die neue Mensa am Park! Am 9. Juni spricht der preisgekrönte Autor mit ZEIT CAMPUS- Chefredakteur Manuel J. Hartung über seine Studienzeit in Leipzig, sein Leben als Schriftsteller und aktuelle Projekte. Meyer kehrt damit in die Mensa seiner Hochschule zurück, von 1998 bis 2003 hatte er am Deutschen Literaturinstitut Leipzig studiert. Sein Roman Als wir träumten erschien im Februar 2006, zwei Jahre später folgte der Geschichtenband Die Nacht, die Lichter. ZEIT CAMPUS TALK Dienstag, 9. Juni 2009 / ab 18 Uhr Studentenwerk Leipzig, Mensa am Park Universitätsstraße 5, 04109 Leipzig Eintritt frei! Fahrradunfreundliche Stadt? Mit der Fortschreibung des Konzepts "Autoarme Innenstadt" wurde in der Innenstadt leider nicht nur der Auto- sondern auch der Fahrradverkehr in der Innenstadt eingeschränkt. Das ist durchaus ein Rückschritt für eine Stadt, in der so viele Menschen das umweltfreundlichste und praktischste Fortbewegungsmittel überhaupt nutzen. Wir sollten daher von der Stadt ein klares Bekenntnis zum Fahrradverkehr und konkrete Verbesserungen fordern - über die Aufhebung des Fahrradverbots in der Innenstadt hinaus. Um konkrete Forderungen stellen zu können, braucht das Referat für Ökologie und Verkehr eure Mithilfe: Wir wollen eine möglichst große Fülle an Vorschlägen zusammentragen, wie Leipzig konkret „fahrradfreundlicher“ werden kann. Deshalb: Schreibt, an welchen Orten ihre euch als FahrradfahrerInnen unsicher oder benachteiligt fühlt. Wo seht ihr dringenden Bedarf für einen weiteren Radweg? Wo gibt es viel zu wenig Stellplätze zum Fahrrad parken? Welche Einbahnstraßen müssten für Fahrradfahrer in der Gegenrichtung geöffnet werden? Wo fehlen Übergangsmöglichkeiten an großen Straßen...? Bitte schickt eure Vorschläge an oeko.stura@atomstromfrei.de Susanne Brehm Referentin für Ökologie und Verkehr 10


S t u r a k t i v · MAI 2009 Ausländische Studierende immer willkommen Etwa zehn Prozent der 37.000 Studentinnen und Studenten in Leipzig sind ausländische Studierende. Immerhin die Hälfte von ihnen – das sind rund 1700 – ist in den Wohnheimen des Studentenwerkes untergebracht. Die Mehrheit der Studierenden kommt aus China, Japan, Vietnam sowie aus Russland, der Ukraine oder auch aus Spanien und Frankreich. Manche bleiben nur ein Semester an Universität oder Hochschule, andere das ganze Studium. Allen fällt jedoch eines besonders schwer: Die ersten Tage allein zu sein in einer fremden Stadt. Schon seit gut drei Jahren ist das Studentenwerk noch intensiver als zuvor damit beschäftigt, diese ersten schwierigen Tage für ausländische Studierende – besonders derjenigen, die in den Wohnheimen leben – einfacher zu gestalten. In der jüngsten Vergangenheit haben sich verschiedenste Aktivitäten, Treffpunkte und Initiativen für ausländische Studierende unter dem Dach des Studentenwerkes entwickelt, wie das Buddy-Programm, das Café der fünf Kontinente, ein Tutorenbüro und einiges mehr. Initiiert hat diese Aktivitäten Kai Erik Hörig, der beim Studentenwerk Leipzig als Abteilungsleiter Wohnservice/ Gebäudemanagement tätig ist, dem aber auch der Bereich Internationales zugeordnet ist. Was sich seitdem verändert und entwickelt hat, sagt er in einem Interview. Herr Hörig, warum ist es notwendig, ausländischen Studierenden in Leipzig besonderes Augenmerk zu schenken? Kai Erik Hörig: Die ausländischen Studierenden, die in unseren Wohnheimen leben, sind eine große Gruppe. Immerhin 30 Prozent unserer Wohnheimplätze werden von Ausländern belegt – somit bilden diese Studierenden eine nicht zu unterschätzende Gruppe von Bewohnern, deren Bedürfnisse wir natürlich entsprechend respektieren, aber auch in unseren Angeboten reflektieren wollen. Hinzu kommt, dass es ausländische Studierende meist schwerer haben, gerade zu Beginn des Studiums. Sie haben oft weniger Geld zur Verfügung als ihre deutschen Kommilitonen, haben mitunter noch sprachliche Hürden zu überwinden, kennen sich in der deutschen Behördenstruktur nicht aus, haben eine andere Mentalität, die es ihnen manchmal schwerer macht, sich im Wohnheim zu integrieren oder hier in Leipzig Freunde zu finden. Was tut das Studentenwerk konkret für ausländische Studierende? Bei uns gibt es zwei Facetten: Die der Betreuung und die der Integration. Die Betreuung umfasst alle Beratungsleistungen und Unterstützung, die das Studentenwerk generell anbietet, insbesondere durch unsere Sozialberatung. Beispielsweise gibt es da eine Krankenversicherung speziell für ausländische Studierende oder finanzielle Hilfen aus dem Darlehensfonds, der natürlich auch anderen Studierenden „offen steht“. Die Integration bezieht sich hauptsächlich auf unsere Wohnheime und deren Wohnqualität. Für uns gehört da auch das funktionierende Zusammenleben dazu: Wir wollen, dass sich die Bewohner untereinander kennen. Oftmals herrscht in den Wohnheimen eine gewisse Anonymität, der wir entgegenwirken wollen. Wie wollen Sie das machen? Um ausländische Studierende integrieren zu können, brauchen wir auch andere Studierende. Ideal greift da z.B. das Buddy-Programm unserer Tutoren, bei dem ein Deutscher und ein Ausländer sich ein Semester und im Idealfall auch länger in Leipzig begleiten. Uns geht es nicht vordergründig um die sprachliche Komponente, sondern eher darum, dem ausländischen Studenten jemanden zur Seite zu stellen, der schon in Leipzig lebt und studiert, der den anderen hier einführt, vielleicht mal in seinen Freundeskreis mitnimmt. Idealerweise bestreiten beide zusammen Behördengänge, verleben die ersten Tage irgendwie gemeinsam, man holt den anderen vielleicht sogar vom Flughafen ab oder kocht für ihn in seiner WG. All das ist möglich. Wir haben bis jetzt schon viele nette Sachen gehört, die dabei so unternommen werden. Wie lange gibt es das Buddy-Programm und wer kam auf diese Idee? Die Idee stammt von unseren Tutoren, das Programm existiert seit etwa einem halben Jahr. Unser Tutorenprogramm ist übrigens ein weiterer Punkt der Betreuung. Etwa zehn Tutoren kümmern sich um Projekte für ausländische Studierende, die in Leipzig leben. Zweimal haben sie schon eine Willkommenswoche durchgeführt, bei der dann die ganze Woche über Veranstaltungen stattfinden, die den Ausländern Leipzig näher bringen soll. Die Tutoren bieten beispielsweise für die ausländischen Studierenden gemeinsame Museums- und Zoobesuche an, radeln oder wandern mit ihnen durch Leipzig, grillen zusammen in den Studentenclubs. Schon allein dadurch treffen wiederum Studierende aufeinander, die sich zuvor noch nicht kannten, teilweise bleiben diese Freundschaften während des ganzen Studienaufenthaltes und noch länger bestehen. Welche Rolle spielt dabei das „Café der fünf Kontinente“ im Wohnheim Straße des 18. Oktober, das auch von den Tutoren betreut wird? Das ist erste Anlaufstelle für alle ausländischen Studierenden, natürlich aber auch für alle anderen. Die Tutoren haben dort ihr Büro mit Sprechzeiten, veranstalten Kinoabende und bieten natürlich auch Kaffee an. Das Café kann auf Anfrage natürlich auch von anderen Initiativen für Veranstaltungen genutzt werden. Die Tutoren planen und organisieren sich selbst und werden durch das Studentenwerk dabei maßgeblich logistisch und finanziell unterstützt. Konzept dabei sind Aktivitäten von Studierenden für Studierende. Zuletzt haben Sie das Netzwerk „NILS“ mit gegründet – was steckt dahinter? „NILS“ bedeutet „Netzwerk zur Integration und Betreuung Leipziger ausländischer Studierender“. Es ist eine Plattform für sämtliche Leipziger Hochschulen, Initiativen und Vereine, die sich mit der Integration und Betreuung von ausländischen Studierenden beschäftigen. Wir sind auf dem Weg zu einem stadtweiten Netzwerk, das sich als erste wichtige, vielleicht sogar die Anlaufstelle im Internet versteht. Schon jetzt gibt es auf den Seiten beispielsweise einen Veranstaltungskalender, auf den jeder zugreifen und seine Termine eintragen kann. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Mitglieder des Netzwerkes weiter ausgebaut werden. Vielen Dank für das Gespräch. Tina Stepan Studentenwerk Leipzig Tutoren des Studentenwerkes: http://www.study-in-leipzig.de/tutoren NILS: http://www.study-in-leipzig.de Buddy-Programm: http://www.studentenwerk-leipzig.de/buddy Kai Erik Hörig, Abteilungsleiter Wohnservice/Gebäudemanagement beim Studentenwerk, ist Initiator vieler Aktivitäten für ausländische Studierende, die in den Leipziger Wohnheimen leben 11


CAMPUSFEST Beweg was, beweg dich! Lautet das Motto des Campusfestes 2009 und diese Aussage ist auch Programm für das diesjährige Line-Up, denn es darf ordentlich getanzt werden! Das Bookingteam des Campusfestausschusses hat in den letzten 4 Monaten alle Ohren gespitzt und sich im Land umgehört, wer denn für das Leipziger Festival auf dem Campus Jahnallee, welches sich am 17. und 18. Juni in einen Ort der Begegnung verwandeln wird, in Frage kommen könnte. Oberstes Augenmerk lag dabei auf der Vielfältigkeit der Musikgenres sowie auf der weiblichen Beteiligung. Es wird von Hip Hop über Ska und Electro-Trash bis hin zu Indierock, Metal, Punk und Alternative fast jeder MusikliebhaberInnen auf seine Kosten kommen. Also spitzt die Lauscher und ölt schon mal die Tanzbeine für folgende Acts: Juliana Mack, Janina Otto Campusfestausschuss The Kilians (Dinslaken) Hurra, sie leben noch! Dabei trug ihr Debütalbum den Titel „Kill The Kilians“ und die Band-mitglieder der Kilians hatten sich alle Mühe gegeben, sich auf und abseits der Bühne Verlet-zungen zuzuziehen. Aber fünf junge Männer bringt so schnell nichts um. Auch nicht der ra-sante Erfolg. „Kill the Kilians“ stieg 2007 auf Platz 75 der deutschen Charts ein und The Kilians tourten mit Babyshambels, Tomte, Kante und Kettcar. In diesem Sommer beschert die Band den Indierockfans auf dem Rock am Ring und Rock im Park ein geniales Hörerleb-nis. Der neue Longplayer „They Are Calling Your Name“ klingt nachdenklicher und – das darf man bei Menschen Anfang Zwanzig wohl so sagen – etwas erwachsener als das Debüt. Die Erstauskopplung „Said and Done“ kletterte sofort auf Platz 4 der Campuscharts. Die neuen Songs sind atmosphärischer und mitreißender und klingen dabei „weder nach Club, noch nach Stadion“. Weder Club, noch Stadion bietet das Campusfest das richtige Format, auf welchem die fünf Jungs neben ihren alten Hits wie „When Will I Ever Get Home“ ihr neues Album zum Besten geben werden. Puppetmastaz (Berlin, Paris) Anfang der Neunziger begibt sich ein mit gespaltener Zunge und übergroßer Nase ausge-statteter Maulwurf nach Berlin, um sein neues Glück zu finden. Er nennt sich Mr. Maloke und sollte alsbald der Chef einer unglaublichen Sensation werden. Den Puppetmastaz - der ersten Toygroup der Welt. Die siebenköpfige Band rockt seitdem mit ihren Electro-Hip Hop- Beats die Bühnen dieser Welt. Das erklärte Ziel, die Epoche der Vorherrschaft der Puppen über uns Menschen einzuläute+n, rückt unaufhaltsam näher. Seit 2002 bestehend hat sich die Band aus Berlin vor allem in Frankreich einen Namen gemacht. Die Rapper der Puppen sind unter anderem auf dem neuen T.Raumschmiere Album „I Tank U“, erschienen auf Shitkatapult, zu hören. Die Puppentruppe als Symbiose aus Muppet-Show und Wu-Tang-Clan präsentiert sich in der Jahnallee mit ihrem aktuellen Album „The Takeover“. Also lasst die Puppen tanzen! Super 700 (Berlin) Die Indie-Pop-Band SUPER700 wurde 2003 in Berlin von der afghanischen Sängerin Ibadet Ramadani gegründet und wurde dort schnell zum Geheimtipp Nummer eins. Mittlerweile ist jedem die Ohrwurmsingle "Tango" bekannt und geht durch den außergewöhnlichen Gesang der Frontfrau direkt unter die Haut. Der Stil der siebenköpfigen Band bewegt sich zwischen Jazz und Indie-Rock, und kann völlig zu Recht als absolut eigenständige musikalische Fusion bezeichnet werden. Elegant spazieren die Musiker durch die Genres und basteln daraus Songs, in denen die Schwermut osteuropäischer Volkslieder auf den New Yorker Wave von Blondie, den schottischen Alternative Rock von Garbage und die Westernmusik des Italieners Ennio Morricone trifft. Eine explosive Melancholie zwischen Gitarre und Synthie garantiert Tanzsicherheit und Partyfreude. Am 17.06. stellen die 7 Super Typen ihr zweites Album „Lovebites“ vor. Frittenbude (München) Gestatten, Frittenbude. Die wichtigsten Infos zuerst: “München. Electropunks. Schlau, stylisch und anstrengend". Wenn sich eine Band Frittenbude nennt, ist das schon einmal ein Zeichen für eine gesunde Portion Selbstironie. Gehobenen kulturellen Anspruch reklamieren Frittenbude aus Bayern mit Sicherheit auch nicht für sich. Schließlich sind Josef Utzenbacher, Rüdiger Streuner und Schranz Beckenhauer – schöne Alter Egos übrigens – vergleichbar mit Deichkind oder der Mediengruppe Telekommander. Und erfolgreich sind sie noch dazu: in den letzten Wochen kursieren die Jungs mit ihrer „Eectrofikkkke“ in den oberen Rängen der Deutschen Alternative Charts. 16Pad Noise Terrorist (Mgdbrg.) 16 Pad Noise Terrorist aka Candy Schlüer trat zum ersten Mal 2006 ins Rampenlicht der Leipziger und überregionalen Dark Drum'n Bass- Szene, obwohl er seit 2000 Resident-DJ in der Moritzbastei ist. Er veröffentlichte u.a. auf dem kleinen Leipziger Label „Flopbeat“. Diesen Sommer erscheint zudem noch ein Micro-release auf „Alphacut“. Stilistisch bewegt er sich zwischen drum and bass und dunklen Industrialklängen und versteht es dabei klare Beats mit distorted Basslines und emotionalen Synths zu einer rhythmisch-melodiösen Symbiose zu verschmelzen. MC AKApella unterstützt ihn auf dem Campusfest live. Let’s terrorize! A heart is an airport (Leipzig) Die Musik der 5 Leipziger lässt sich unbestreitbar als Pop einordnen – doch immer mit einem Hauch Spiritualität – immer mit der Aufrichtigkeit eines herausgeforderten Herzens. Sie haben durchaus einen Platz in dieser Ära des Singer-Songwriters Pop. Es ist Herz-Musik mit besonders klingenden Melodien, authentisch lyrischem Wortspiel – ungezwungen, offen und ehrlich. 12


S t u r a k t i v · MAI 2009 Bangrantisio (Leipzig) Diese Leipziger Band erzählt mit ihrer Mischung aus Hip Hop, Funk, Jazz und R&B spritzige Geschichten in deutschsprachiger Rapkultur. Ihr BIGBANG-Sound ist neu, facettenreich und kreativ und ihre Live Performance unbedingt sehenswert! Gunjah Deluxe (Berlin) Der Berliner Gunjah Deluxe alias Kay G. ist bekannt dafür, dass er über zehn Stimmen beherrscht und diese so in den verschiedensten Musikrichtungen, wie z.B. Soul, Jazz, R`n`B, House und Goa präsentiert. Gunjah brachte mit seinem einzigartigen Dancehall-Stil, der die ein oder andere an Shaggy erinnert, das Publikum bei sämtlichen Auftritten auf der Berlinova 2004, dem Reggaejam 2006, Fete de la Musique 04/05 und dem Popkomm Reggae Festival 2005 & 2006 zum Feiern und Mitsingen. Textlich beschäftigt er sich mit den Ängsten und Hoffnungen seiner Generation. Sex, Drogenkonsum und Gewalt sind schon lange keine Tabuthemen mehr. Unsichere Lebensverhältnisse, bedrohliche Umweltkatastrophen und Korruption sind Themen, die Gunjah in seinem Album „Freakshow“ verarbeitet. Politische Messages gepackt in smoothe Reggaetunes, das ist Gunjah Deluxe! Bandcontest Gewinner “StuRakete” Die StuRakete ist ein Bandwettbewerb des StudentInnenRates der Universität Leipzig und will studentischen Bands aus Leipzig die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und jede Menge Preise, Ruhm und Ehre abzuräumen. Damit könnte die Reise ins Musikgeschäft beginnen und vielleicht noch viel mehr. Schließlich wird eine fachkundige Jury aus Radio- und Labelmachern die Nachwuchs- Kosmonauten begleiten. Ausscheid ist am 12.06.09 in der Skala. Neben Sachpreisen winkt ein Live-Gig auf dem Campusfest am 17.Juni 09! Juri Gagarin (Hamburg) Knarzende Elektronik. Poppig, punkig, minimalistisch, wild! So präsentieren sich JURI GAGARIN aka Arnold Kinzel und Sergey Halosin aus Hamburg, wo sie sowieso schon als Electrohelden abgefeiert werden. Juri Gagarin bringen Computermusik mit der Energie des Punks zusammen. Erwähnenswert wäre noch ihr komplettes Artwork: Russischer Sozialismus meets Kosmonautik meets 21. Jahrhundert. Wer im April den Gig im Absturz verpasst hat, bekommt am 17.06.09 nochmal eine Chance! Lickquarters (Halle/S.) Lick Quarters - das sind acht junge Musiker aus Halle, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit frischen Sounds die Bühnen zu rocken. Zwischen treibenden Bläserattacken und zarten Klangflächen, mit dickem Beat, mitreißenden Melodien und hintergründigen Texten verschmelzen sie stilsiche Elemente aus Ska, Dancehall, Funk und Latin zu einer unverwechselbaren Reggaefusion. Miyagi (Münster) Ein discotaugliches Schlagzeug, spinnenbeinige Gitarren, die sich auch mal ohne Um-schweife an einem angesurften Lauf entlanghangeln, ein Bass, der sich in angenehmer Hek-tik durch die Songs fuhrwerkt und Stefan Matysiks leicht verdunkelter Gesang, der sich auch mal in höhere Gefilde schraubt, sind die Mittel dieser Band. Zwischen Dischord und Discothek, Cure und Interpol ist Miyagi eine Truppe mit durchaus eigenem Sound, der zwar zweifelsohne eklektrisch, nie aber trübes Abbild ist. Der Elektro-Disko wird kurzerhand das Dach abgehoben, der Indie-Rock hingegen auf die Tanzfläche gezerrt. Miyagi stammen aus Münster, der Fahrradhauptstadt Deutschlands, wo sie sich durch unermüdliches Live- Dasein bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erspielt haben. Gesehen hat die eine oder andere diese Band, die gerade mit The Kilians durch Deutschland tourt, auf der vorletzten StuRaParty in der Moritzbastei. Und weil wir die Jungs da so toll fanden, haben wir sie sogleich nochmal mit ins Boot geholt! Seamyside (Dessau) Die fünf Jungs aus Sachsen Anhalt liefern eine Mixtur aus Metal, Grindcore, Hardcore und Doom, welche dezent angeschwärzt und mit der richtigen Portion Melodie angereichert ist. Sie selbst nennen ihre Musik Post-Hardcore. Seit ihrer Gründung 2006 haben sich Seamyside ganz altmodisch nach oben geschuftet, sind wie verrückt getourt und verschrieben sich mit Herz und Seele der Verfeinerung ihrer Kunst. Dieses Schmankerl wird amtlich präsentiert und dürfte trotz eher komplexeren Stoffes ordentlich zum rotieren animieren. Freut euch auf eine livehaftige Show. Sodann: löst die Zopfgummis und lasst den Haaren ihren headbangerischen freien Lauf! Lament (Leipzig) Es gibt Tage da hängen dunkle Wolken am Himmel und die Welt scheint eine bitter-süße Mélange aus Trauer und Freude zu sein. Lament aus dem beschaulichem Bad Lausick bei Leipzig tritt an für solche Tage den Soundtrack zu schreiben. Mal leise klagend, mal wütend und laut, aber immer getragen von großen Melodien. Wer jetzt aber an Trauermärsche denkt, hat sich geschnitten, denn zwischen den prägnanten Gitarren und dem treibenden Schlagzeug sprüht auch immer ein Funken Hoffnung. Neben Konzerten als Vorband von Letzte Instanz und Gigs auf dem Wave Gotik Treffen füllten Lament zuletzt das UT Connewitz, das restlos ausverkauft war. Und wer es immer noch nicht gecheckt hat, der sei hier noch mal darauf aufmerksam gemacht, dass Lament den Weg von der Garage in die große weite Welt des Musikbusiness geschafft hat: Sie haben beim MTV-Rookie- Bandcontest den Major Deal mit Universal Music gewonnen. Also: auf in den Alternative-Rock-Himmel! Neon Blocks (Chemnitz) Bei diesen vier Chemnitzer Jungs muss man nicht lange überlegen, in welche Schublade man sie stecken soll, denn sie geben sie selbst vor: Es gibt Posthardcore, der auf Indie trifft und Punk, der mit Rave verschmilzt. „Nu Rave“ heißt das dann und wird vom englischen New Musical Express als Heilsbringer der Popmusik propagiert. Die Neon Blocks verbinden Witz, Unbeschwertheit und viel Mut zu unkonventionellem Songwriting. Wer braucht da noch wöchentlich wechselnde Trendsetter von der Insel, wenn solch ein Schatz vor der Tür liegt? Auch live sind die vier Chemnitzer eine Wucht und kreischende Teenager in den ersten Reihen zumindest auf sächsischen Bühnen keine Seltenheit. Das Ziel ist nun, auch dem Rest dieser Welt den Kopf zu verdrehen. Die Reise hat gerade erst begonnen und ein Haltepunkt auf der langen Liste der Blocks ist die Jahnallee am 18.06.09! StattMatratzen (Berlin) Ohne Mission und ohne Ziel rocken die vier Mädels der StattMatratzen seit März 2005 durch den Berliner Untergrund. Der Bandname trifft genauso wie die Texte provokant in den Gehörgang des Endverbrauchers. Es wird traktös philosophiert und der Kerngedanke in die Welt geschmettert. Über drei Jahre Proberaum-Exzesse, mehr als 100 Konzerte und Parties haben sie zu dem gemacht, was sie sind: Aus Buttermilch geformte Federwesen. Punk’s not dead! Silvester (Hamburg) Die Newcomer aus Hamburg waren schon mit Kate Nash und The Ting Tings unterwegs. Silvester klingen nicht nach Einheitsbrei, sondern vermitteln irgendwie etwas Ehrliches. Eben Popmusik mit Herz. Ein wenig fühlt man sich an Paula oder Juli erinnert und doch musizieren Silvester in ihrer eigenen musikalischen Schublade. Zen Zebra (Leipzig) Zen Zebra aus Leipzig wurde von Mitgliedern der Bands Flucht WG, Boing und Nitrolyt im Frühling 2007 gegründet. Die von daher noch recht junge Band liefert packenden und facettenreichen Alternativerock, wie man ihn so herausfordernd und passioniert nur selten dieser Tage erleben darf. Zen Zebra zerhacken mit Vorliebe ihre Melodien zugunsten der Atmosphäre, mal leise zerbrechlich, mal voll unbändig herausgeschriener Leidenschaft. Hier trifft intimes Knistern auf stadion-taugliche Arrangements, hier eskalieren Emotionen, hier kollabieren Sehnsüchte. Zen Zebra schreiben den Soundtrack zum eigenen Film, eine schonungslos demaskierende Abrechnung mit sich und dem Leben selbst. Ohne fliegende Fahnen, ohne Helden, ohne Happy End, dafür mit Wut, Verzweiflung und großen Explo-sionen. Dass dieses Konzept beim Publikum gut ankommt, bewiesen die fünf Jungs um Sänger Marv bereits 2007 als sie den Publikumspreis für die Beste Band des Jahres 07/08 in Leipzig und den dritten Platz beim MTV-Rookie-Bandcontest 2009 erhielten! TinTinnabulation (Bad Liebenwerda) Musik ist wie die Liebe; man kann sie nicht beschreiben, man muss sie fühlen! Und wie fühlt sich die Musik vierer Freunde aus Brandenburg an? Pauschal: emotional, im Detail: empfind-sam, konkret und impulsiv! Kurz um: Authentisch! Tintinnabulation machen seit über zehn Jahren Musik, die zu Herzen geht. Sie rocken im Crossoverstil, auch wenn sie mal einen Gang runterschalten. Die Band um Frontfrau Susanne hat in der Vergangenheit unzählige Clubs, wie unter anderem den Berliner Columbia Club und die altehrwürdige Leipziger Moritzbastei sowie zahlreiche Festivals, wie das Bizarre Festival bespielt. Sie haben Größen wie Mia, Nina Hagen, Philip Boa & The VoodooClub, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Virginia Jetzt! u.a. supportet und dafür stets lobende Worte geerntet. 2007 erkannte man in Übersee das Potential der Vier und ihr erster Longplayer „Hello“ wurde auf einem Austra-lisch/Amerikanischen- Indie-Label veröffentlicht. Austemperierte Songs + eine voluminöse und doch variable Stimme = TinTinnabulation. 13


CAMPUSFEST 2009 DJ - Programm Stars for Soul 17.06.09, Mensa The Funky Oldschool Disco! Mit ihrer Mischung aus Funk, Hip Hop & Soul ein Garant für verdammt gute Partys! Wie fast jedes Jahr konnten wir auch 2009 nicht auf Paddy Deluxe und Rocking B. verzichten! Gut wie Gold 17.06.09, Lichthof Reden ist Silber und Tanzen ist Gold! „Wir machen die Tanzfläche betrunken!“ Elektro, Indietronics, und Dancepop. Djane Inyan 17.06.09, Richard Wagner Hain Djane Inyan von der Leipziger Crew GlobalNoiseMovement ist seit 2000 als DJane für elek-tronische Musik bekannt und Residentdjane für Drum and Bass und sonstige Electronica in der Moritzbastei. Auf dem Campusfest 09 wird sie den Chilloutfloor am Richard Wagner Hain vor allem mit IDM, NuJazz & Dubstep bereichern. Ein kleiner Vorgeschmack findet sich unter www.virb.com/INYAN. Auf durch Muzik + Caramba 17.06.09, PH Süd „Wo das Dorf mit einem knallharten Vierviertelkick die Metropolen treffen will, da wird drecksch durchgetanzt... auf durch muzik... los und los und los... und Brigitte Blind sieht den Sonnenaufgang.“ Die Jungs und Mädels der beiden Crews Auf durch Muzik und Caramba laden euch bei treibenden Techno- und Electro-Beats ein zum ekstatischen Selbstver-gessen. Heavy Metal-Nix im Scheddel 17.06.09, PH Nord Gibt’s da noch was zu sagen? Es ist nicht willkommen, wer nichts im Schädel hat, sondern es ist gemeint: Tanzen und Headbangen bis nix mehr im selben ist. Metal, Hardcore, Metalcore bis hin zu Deathmetal und Trash lautet die Devise des Abends in der Pausenhalle Nord. Also packt die Lederjacken ein und bewegt euch zu den roughen Sounds von Tino & Co. Rudeboy Soundsystem 18.06.09, PH Nord Johnny Grumble und Dr. Rude vom Rudeboy Soundsystem laden zum Nighter. Die Residents vom Leipziger Dynamite Ska Festival und „This is Ska“ Rosslau präsentieren uns feinsten Retro Sound aus der begehrten Original-Singles Raritäten-Box. Also Putzt die Tanzschuhe und bügelt die Anzüge für "Night at the Hop": mit Ska und frühen Reggae-Tunes, Rocksteady, Northern Soul und unvergessenen Motown-Klassikern. 100% All Dynamite Music! Mama Rule 18.06.09, Mensa Gemeinsam mit den Jungs vom Upliftment-Sound bereicherte die sympathische Berlinerin die Szene der Hauptstadt jahrelang mit ihrer sehr gemütlichen Dancehalldisco. Im Sommer 2005 trennte sie sich von ihrem SoundSystem und ist seitdem als Mama Rule aktiv - Solo oder mit wechselnden MC´s wie Mr. Reedoo (Culcha Candela) oder den Irie Révoltés. Und so erfreut sie die tanzfreudigen und musikverrückten Menschen mit feinstem Roots-reggae, freshem Dancehall, einer Prise Jungle und dem einen oder anderen HipHop- Track. Lächelnd beweist sie, dass ein Reggae-Selecta weder besonders männlich noch besonders homophob sein muss, um die Masse zum Brennen zu bringen. Mephisto 18.06.09, PH Süd Tanzt mit dem mephisto-Allstar-DJ-Team um Alexandra Pagel zu Alternative, Indietronic und Rock. Breakbeat Journeys 18.06.09, Lichthof Dj Con.struct (Outsider) und Dj Sci-pher (Break the Surface) von der Leipziger Drum and Bass-Crew Breakbeat Journeys liefern im Lichthof sowohl smoothe als auch etwas härtere D’nB-Tunes. Bekannt sein dürfte euch die DJ-Combo aus der Distillery, in der die Jungs Jahre lang den Fridayclub präsentierten. Freut euch auf stundenlanges Tanzen zu atmos-pherischem Drum and Bass, zu Jungle, Drumfunk bis hin zu Techstep! The guys will break your beats! Jazzit + Liam 18.06.09, Richard Wagner Hain Was passiert, wenn Drum & Bass auf Minimal Techno trifft? Das durfte die ein oder andere bereits auf der Pampa Premium erleben. Diese chillige, aber doch rhythmische Ohrmassage verspricht auch den Gästen des Campusfestes einen entspannten Ausklang des Festivals. CAMPUSFEST 2009 Kleinkunst Spruchlandung (Leipzig) 18.06.09 – PH Nord „Die Szenen des Improvisationstheaters beginnen immer im Publikum, denn sie werden aus ihren Gedanken, Wünschen und Träumen erbaut, die es von zu Hause mitbringt. Die Schau-spieler verflechten sie mit ihren eigenen Erfahrungen und Assoziationen, um sie, im stän-digen Wechselspiel untereinander, auf der Bühne lebendig werden zu lassen. Dahinter steht kein Text, keine Proben, kein Drehbuch. Die Geschichten entstehen vor den Augen des Zu-schauers, jede von ihnen wird zum allerersten Mal erzählt. Es ist eine Ode an den Zauber des Moments, der immer dann besonders deutlich zu spüren ist, wenn auch die Schau-spieler völlig überrascht davon sind, was passiert.“ Moritz Bockenkamm/Spruchlandung Spruchlandung heißt: ein knallbunter Haufen aus verschiedenen Menschen mit den ver-schiedensten Talenten bringt das Publikum mit spontanen Einlagen zum Lachen, Weinen, zum Verrücktwerden und zum Jubeln. Die eine weiß über Gesetze Bescheid, die andere über Gott und einer spricht Chinesisch. Nur mit Theater hat eigentlich niemand etwas zu tun. Impro ist ihre Passion. Ihr Teppichklopfer für den Staub des Alltags, ihr Weg, die Welt noch einmal zu entdecken. Zusammen bringt es das Ensembles, bestehend aus vielen Stu-dierenden, auf etliche Jahre Erfahrung mit dem spontanen Metier. Richtig in ihrem Element sind sie erst, wenn das Publikum auf den ersten Blick weiß: Diese Durchgedrehten haben Spaß an dem, was sie da gerade tun. Also setzt euch in die Pausenhalle Nord und ruft den Gelandeten zu, was euch bewegt und was ihr gern vorgeführt wissen wollt. Poetry Slam: André Herrmann 17.06.09 – PH Nord André Herrmann (Student, Schreiberling, Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und Teil des Team Totale Zerstörung) schreibt aufgrund manischer Veranlagung die meiste Zeit unaufhörlich Geschichten aus seinem noch jungen, aber bereits recht erfolgreich absurden Leben. Sowiesoda (Leipzig) 17.06.09 – PH Nord Kennen Sie das auch? Sie gehen nichts ahnend umher und auf einmal grummelt Sie ein krüppeliges skurriles Wesen an, das sich vor Ihren Augen in eine abgedrehte zauberhafte Fee verwandelt, um Ihnen kurze Zeit später als zum Leben erwachter Knopf an die Gurgel zu springen… Nein? Wirklich nicht? – Dann kennen Sie Sowiesoda wohl noch nicht. Diese bunt zusammengewürfelte Improgruppe aus Leipzig paart körperliches Spiel mit viel Humor und skurrilen Charakteren. Immer wieder werden Elemente des Mimenspiels und des Clowns, dazu die wildesten Sprachexperimente sowie Gesang zu einer mal feucht-fröhlichen oder aber auch politisch-ernsten Schauspielsymbiose verschmelzt. Es gibt wohl kein Wesen, welches die „Sowieso-isten“ noch nicht gespielt haben, ob Breitmaulfrosch, sympathischer Brokkoli, rachsüchtige Gottheit, dirty Radieschen oder melancholisches Waisenkind. Dazu noch eine Prise multikultureller Tanzeinlagen, rasantes Tempo und nicht selten eine etwas schrille Lautstärke machen die Bühnenaktivität von Sowiesoda aus. Poetry Slam: Franziska Wilhem 18.06.09 – PH Nord Unterwasserwälder im Zimmer der Schwester, Köpfe im Kühlschrank, Sportmaskottchen im Untergrund – „ich mag skurrile Texte, denn Schreiben heißt für mich sich wundern. Lesen natürlich auch.“ Die Jungautorin hat mit ihren meist skurrilen Erzählungen bereits mehrere Literaturwettbewerbe gewonnen und Texte in Anthologien und Literaturzeitschriften veröffentlicht. Außerdem erwarten euch an beiden Abenden noch: Jonglage, Feuershow, Akrobatik und Capoeira-Tanz rund um das Festivalgelände! 14


S t u r a k t i v · MAI 2009 Werde BaumpateIn Schon ab fünf Euro! JedeR kennt die Nachrichten: Umweltzerstörung hier, Umweltverschmutzung da, schmelzende Polkappen dort und Klimaerwärmung vor Ort. Aber was dagegen tun? Wie aktiv werden? Hier greift das Baumpatenschaftsprojekt „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“. Die studentische Umweltschutzinitiative, ein Projekt der Studierenden 2009 e.V., möchte im Rahmen des 600-jährigen Universitätsjubiläum jedem Leipziger und allen voran vielen StudentInnen ermöglichen, eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Das Hauptanliegen des Projektes ist, Verantwortung für die Umwelt und für den eigenen Lebensraum spür- und erlebbar zu machen. JedeR kennt die Nachrichten: Umweltzerstörung hier, Umweltverschmutzung da, schmelzende Polkappen dort und Klimaerwärmung vor Ort. Aber was dagegen tun? Wie aktiv werden? Hier greift das Baumpatenschaftsprojekt „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“. Die studentische Umweltschutzinitiative, ein Projekt der Studierenden 2009 e.V., möchte im Rahmen des 600-jährigen Universitätsjubiläum jedem Leipziger und allen voran vielen StudentInnen ermöglichen, eine Baumpatenschaft zu übernehmen. Das Hauptanliegen des Projektes ist, Verantwortung für die Umwelt und für den eigenen Lebensraum spür- und erlebbar zu machen. Schon ab fünf Euro kann gespendet werden! Von dieser Spende können 10 Setzlinge gepflanzt werden, da die Stiftung Wald für Sachsen pro gespendeten Euro einen Euro hinzu gibt und sich die Spende somit auf zehn Euro erhöht. Ehrgeiziges Ziel ist es, 5000 Euro an Spendengeldern zu sammeln, was durch die Stiftung Wald für Sachsen auf 10000 Euro verdoppelt werden würde. Mit diesem Betrag könnten 10000 Setzlinge ermöglicht werden. Pflan- zungsort wird Großzössen (ca. 25 km von Leipzig) sein. Hier soll am 23. Oktober ein kleiner Jubiläumswald gepflanzt werden. Für die Pflanzung des Schutzwaldsystems, bestehend aus standortgerechten Baumarten wie Traubeneiche, Hainbuche, Winterlinde, Vogelkirsche, Spitzahorn, u.a., ist ein großer studentischer Pflanzflash geplant. Ein Bus mit bis zu 80 Personen wird gestellt. Baumpatenschaften können auch für Starkbäume (125€/250€) übernommen werden. Die Starkbäume (wie Linde, Ahorn, Esche, u.a.) werden in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtgrün und Gewässer im Stadtgebiet Leipzig gepflanzt. Die Konzentration liegt auf der Pflanzung von Straßenbäumen. Bei einer Spende von 250€ wird neben dem Baum eine Eichenholzstele mit graviertem Schild aufgestellt, die eine persönliche Widmung ermöglicht. Ideal also für ein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk. Baumpatenschaften können bis zum 31. Dezember 2009 erworben werden. Pflanzungszeitraum ist jeweils zwischen Oktober bis November 2009 und zwischen März bis April 2010. Prominente Unterstützung erhält das Projekt von drei Schirmherren, die für ihren Einsatz im Bereich des Umweltschutzes deutschlandweit bekannt sind. Die Schirmherren des Projektes sind Sigmar Gabriel (Bundesumweltminister), Klaus Töpfer (Bundesumweltminister a.D. und Stellvertretender Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung) und Johannes Lichdi (Mitglied des Sächsischen Landtags). Und während Sigmar Gabriel das Projekt als „beispielhafte Aktion“ lobt und Johannes Lichdi es als Projekt „mit Vorbildfunktion“ bezeichnet, würdigt Klaus Töpfer „diese glänzende Idee, da diese 600 Bäume noch über viele Jahre hinweg die Erinnerungen an diese besondere Jubiläumsfeier wach halten werden“. Die Auftaktpflanzung feierte das Projekt am Donnerstag, den 23. April 2009, zu der vor über 50 Gästen der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. iur. Franz Häuser, eine Robinie (robinia pseudoacacia) direkt gegenüber des Rektoratsgebäudes pflanzte. Anwesend waren auch Schirmherr Johannes Lichdi (MdL Sachsen) und Leipzigs Bürgermeister Heiko Rosenthal. Ein Auftakt nach Maß. Nun braucht es nur noch Dein Engagement! Sei dabei, denn jede Spende zählt, auch wenn sie noch so klein sein mag. Alle Informationen zum Projekt und zur Übernahme einer Baumpatenschaft unter: www.600baeume.de Thomas Seifert Projektleiter „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“ Das Projekt: Umweltschutz ist heutzutage wichtiger denn je. Das Projekt lädt dazu ein, eine Baumpatenschaft für Starkbäume (125€/250€) oder für Setzlinge (5 €) zu übernehmen. Die Schirmherren des studentischen Umweltschutzprojektes sind Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, Bundesumweltminister a.D. Klaus Töpfer, sowie MdL Sachsen, Johannes Lichdi. Als Partner engagieren sich die Stiftung Wald für Sachsen, der Staatsbetrieb Sachsenforst und die Stadt Leipzig (Amt für Stadtgrün und Gewässer). Der Verein: „600 Bäume zum 600. Jubiläum der Universität Leipzig“ ist eines von 15 Projekten des Vereins „Studierende 2009 e.V.“. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, studentische Projekte zum Universitätsjubiläum anzuregen, zu veranstalten und zu unterstützen. Die deutschlandweit einmalige studentische Initiative zum Universitätsjubiläum will die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Universität Leipzig im Rahmen der Feierlichkeiten und Feste ermöglichen. 15


´ ´ ´ Der ganz große Gig Am 6. Juni startet die StuRakete mit sechs Leipziger Studi- Bands an Bord. Den Gewinnern des ersten Platzes des Bandwettebwerbs winkt ein Gig auf dem Campusfest. Von den zahlreichen Bewerbungen haben sechs Bands am 6. Juni die Ehre in der Skala ihr Können unter Beweis zu stellen. Publikum und Jury entscheiden über die drei Bestplazierten, denen Preise von 400€, 300€, 200€ und ein Gig auf dem Campusfest für den 1. Platz winken. Die KandidatInnen: The Royal Treatments www.myspace.com/theroyaltreatments I'am Not A Band www.myspace.com/imnotabandmusic Flimmerfrühstück www.myspace.com/flimmerfrhstck Cox and the Riot www.myspace.com/coxandtheriot The Legend So Far www.myspace.com/thelegendsofar Mjuix www.myspace.com/mjuix Für eine durchrockte Aftershowparty sorgen die DJs Akkro & Makta. Wenn Du jetzt für deine Favoriten abstimmen möchtest, komm am 2. Juni um 20h in die Skala, Gottschedstr. 16, 04109 Leipzig! Eintritt: 3€ show.indd 1 10.05.2009 19:06:53 Uhr ANZEIGE Berufseinstieg, Studentenjobs Praktika, Abschlussarbeiten 2. WIK-Leipzig 2009 Wirtschafts- und Industriekontakte Leipzig 2009 23.06.2009, ab 10.00 Uhr, Gewandhaus zu Leipzig Eintritt frei, Messekatalog gratis Deine Messe in Deiner Stadt! +++ www.wik-l.de +++ Drei BWLer der Uni Leipzig haben gerade alle Hände voll zu tun. Abgesehen davon, dass sie sich gerade in der Abschlussphase ihres Diplomstudiums befinden, organisieren sie das Projekt WIK-Leipzig 2009. Hierbei handelt es sich um eine Recruiting- Veranstaltung für StudentInnen und AbsolventInnen, die am 23. Juni 2009 im Gewandhaus zu Leipzig bereits zum zweiten Mal stattfindet. Das diesjährige Motto lautet „Auf Erfolgskurs gehen!“. Schirmherr dieser Veranstaltung ist der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig Burkhard Jung. Dabei wird die Messe von der Uni Leipzig, der HTWK und der HHL unterstützt. Alles hat angefangen mit dem Auffinden des letzten Messekataloges dieser Veranstaltung, in dem zum Mitwirken aufgerufen wurde. Diesen Aufruf nahm Sebastian Härtel wahr und kontaktierte das die Messe unterstützende Unternehmen. Besonders überzeugte ihn der konzeptionelle Ansatz, eine Messe von Studierenden für Studierende zu organisieren, die zugleich für alle BesucherInnen kostenfrei ist. Der Projektleiter gewann seine KommilitonInnen Oliver Leipold und Tobias Keller für diese Idee, mit denen er bereits über ein Jahr erfolgreich an einem Unternehmens- Planspiel teilnahm und ins Finale in Berlin einzog. Als Team sehen die drei engagierten Männer einer großen Aufgabe entgegen, sich im Plakate- und Flyerwald der Leipziger Hochschulen durchzusetzen und den StudentInnen und AbsolventInnen auf unterschiedlichste Weise darzulegen, warum man „Deine Messe in Deiner Stadt“ besuchen sollte. Für ausschlaggebend halten sie den immer noch anhaltenden Fach- und Führungskräftemangel sowie den wachsenden Bedarf an AkademikerInnen und die zunehmend geforderte Praxisnähe von Studierenden. Zusammenfassend kommen sie zum Schluss, dass dieser Tag allen StudentInnen und AbsolventInnen in Leipzig die fantastische Möglichkeit gibt, eine Vielzahl von Unternehmen kennenzulernen. Gerade in einem persönlichen Gespräch, das ja vielmals von entscheidender Bedeutung ist, gilt es die ArbeitgeberInnen von sich zu überzeugen sowie die eigene Außenwirkung zu testen. Unter anderem werden BMW, NOWEDA, Philips, Perdata und viele andere namhafte Unternehmen vor Ort sein. Interessierte BesucherInnen erhalten weiterführende Informationen unter www.wik-l.de. Sebastian Härtel Projektleitung WIK-Leipzig

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