Dokumente über die Ausbildung - OFM

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Es handelt sich hier um wertvolle Hinweise, die das Charakteristische der

Mission inter gentes mit dem der Mission ad gentes in einer Synthese

verknüpft, die durch die Bereitschaft, sich vom Geist belehren zu lassen,

ermöglicht wird. Die ausdrückliche Verkündigung des Evangeliums ist der

Zielpunkt für unsere Art, als Mindere in der Welt präsent zu sein, nach einem

sorgfältigen Urteil, um zu verstehen, »wenn es Gott gefällt«.

21.

Bei dieser Aufmerksamkeit für die missio ad gentes hat das Kapitel den

Wunsch nach Zusammenarbeit der verschiedenen Entitäten zum Ausdruck

gebracht, in einer Perspektive des gegenseitigen Austausches unter den

jüngeren Entitäten und denen einer längeren Tradition. Heute ist die Mission

jenseits der eigenen Grenzen ein Aufruf an alle. Die weltweite Migration

verlangt einen neuen Zugang zur missionarischen Dimension.

An den Fronten wohnen

22.

Der Evangelisierer ist ein Mensch, der fortwährend Grenzen überquert

aufgrund der schlichten Tatsache, dass er gesandt ist. Es kann sich um

geographische Grenzen handeln, wie es manchmal bei der missio ad

gentes der Fall ist. Es gibt aber auch andere Formen von Grenzen, die zu

überschreiten wir lernen müssen. Wir leben in Gesellschaften, die in Sektoren

aufgeteilt ist, in denen die Spaltungen manchmal allzu rigide sind und so

zur Diskriminierung, zum Ausschluss und in einigen Fällen zu physischer,

psychischer und ideologischer Gewalt führen. Im aktuellen sozialen und

kirchlichen Kontext und auch im Orden selbst haben einige dieser Spaltungen

eine besondere Relevanz. Sie spornen uns an, unsere Itineranz zu praktizieren

und „Fronten“ der Art zu überschreiten, die Männer und Frauen trennen,

Kleriker und Laien, Reiche und Arme, Kultur und Natur, Seele und Leib,

Bürger und Einwanderer, Gebet und Arbeit, Orden und Welt, Gemeinschaft

und Individuum. Evangelisieren bedeutet auch, dass wir versuchen, unsere

Grenzen durchlässig zu machen, um den Fluss der Interkommunion und

der Interkommunikation zu ermöglichen. Noch einmal, nur der Glaube

und die trinitarische Spiritualität werden es uns möglich machen, an den

Fronten einer zersplitterten Welt zu wohnen, indem wir uns um Integration

bemühen, um diese und andere Dichotomien zu überwinden, als einen Weg

der Rückerstattung.

Das Geschenk des Evangeliums bringen

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