notker

resources21.kb.nl

notker

Also lasset heute

Uns frohlocken,

Denn uns hat

Den Lebensweg

Erstehend aufgeschlossen Jesus!

Sterne, Erde, Meere

Mogen strahlen!

Moge all

Der Geister Chor

Im Himmel Freudengrüsse bieten

Dem Donnerer!

(NOTKER)

DIE DICHTER Gern wüssten wir Naheres über die Meister der

neuen Weise und über die Art ihres Vorgehens. Aber die Civitas Dei

kannte keinen Dichterruhm. Was einer für sich schrieb und als Buch

andern mitteilte, das mochte den Verfassernamen tragen; was aber in

den Kult einging, war damit als Stimme des heiligen Geistes anerkannt,

es war von der Kirche zu verwalten und gehorte niemandem mehr zu

eigen. Nur wenige Ausnahmen gibt es, die wichtigste besteht in Sankt

Gallen: hier hat Notker der Dichter (+ 912) einen Kreis seiner Sequenzen

in ein „Hymnenbuch" vereinigt, das freilich als Buch nicht

erhalten blieb. Wir erfahren dabei von Notker selber, er habe als Jüngling

die Idee der neuen Dichtung selbststandig gefunden, aber die Ausführung

nicht gewagt; erst als er die gleiche Idee in Frankreich, wenn

auch auf unbefriedigende Weise, verwirklicht erfuhr, begann er sein

Werk. In französischen Klöstern ware demnach der Ursprung der Sequenzendichtung

anzunehmen.

Sie hat sich dann rasch über das Gebiet der lateinischen Kirche

verbreitet. Wie im alemannischen Sankt Gallen und seinen Nachbarklöstern

(Reichenau, Rheinau) blühte sie im aquitanischen Limoges,

im englischen Winchester. An der belgischen Grenze der germanischen

und romanischen Mundarten pflegte man um 880 den kunstvollsten

Strofenbau. Italien antwortete den über die Alpen kommenden Vorbildern

mit eignem Bemühn. Es hat einen besondern Reiz zu beobach-

21

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine