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DER WEG DES MENSCHEN

Erklarungen hierzu auf Seite 89

1

Dichte, Zunge, singe du

Gott das Lied, das du ihm schuldest.

2 a

Hebe Töne dem Ather zu,

füll den Busen mit Tranen an!

2 b

Denn es hat die heilige Hand,

die uns dachte, ihr eigenes

3 a

Bild uns aufgesiegelt:

er hauchte und senkte

in Lehm die Seele.

3b

Aufwarts hob das Haupt er,

dass immer auf Gottes

Gesicht es sinne.

4 a Gab ihm freundliche Lande: 4 b Jetzt gerat in die Grube,

Sturz geschah durch Klugheit der weh, und stösst auf Schroffen der

Schlange.

Arme.

5 a O Missetat!

nimmer lasst du mehr Erinnerung

dem Leben, ach entgegenwehn,

und kein Tranenstrom, weh,

löscht dir je den argen Frevel aus.

5 b

Arme Seele,

von Natterschlingen umwundene:

musst im grausigen Schatten nun

kriechen dort, wo dich einst

wilde Geistesgier zu Boden warf.

6a Atzende Gifte saugst du,

Wunden leidest du,

die du nur grosser machst, arme du,

6 b

Beim blinden Licht der Fackel

nebelüberweht,

Seele, der Süsse fern, arme du.

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