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ALLGEMEINE

ANGABEN

HYMNE UND SEQUENZ: Die Mehrzahl der hier wiedergegebenen

Hymnen sind Messgesange, Sequenzen: die eigenste und höchste Dichtungsform

des früheren Mittelalters. Erwahnt sei hierzu, dass rein technisch

der Liturgiker zwischen „Hymne" und „Sequenz" unterscheidet.

In der Hymne (des engen Wortsinns) sind alle Strofen gleich gebaut,

und man singt sie alle nach derselben Melodie. In der Sequenz sind nur

jeweils die Doppelstrofen einander gleich, und mit deren Bau wechselt

auch die Melodie; die Sequenzen sind (sozusagen) durchkomponiert.

Hymnen gehör en zu den andern kirchlichen Begehungen, Sequenzen

allein zum Halleluja der Messe. Kirchliche Hymnen gibt es seit dem 4.

Jahrhundert, und sie haben noch heute im römischen Kult einen weiten

Raum; Sequenzen gibt es erst seit dem 9. Jahrhundert, und sie wurden

in der Gegenreformation als mittelalterliche Barbarei mit Ausnahme

von vier oder fiinf abgeschafft.

Doch ist das Wort Sequenz in den lebendigen Sprachgebrauch

nicht übergegangen, und im weiteren Sinne ist auch für den Liturgiker

die Sequenz nur ein Sonderfall des Hymnus. Grade Notker hat seine

Messgesange als Hymnen bezeichnet.

FUNDSTELLEN DER URTEXTE: Analecta hymnica medii aevi. Herausgegeben

von G. M. Dreves, Cl. Blume, H. M. Bannister. 55 Bande,

Leipzig 1886—1922.

Diese wenig übersichtliche Riesenausgabe bietet für unsre Texte

den einzigen brauchbaren, vielfach überhaupt den einzigen Druck. Sie

beruht durchweg auf den Handschriften; fur unsre Texte sind es überwiegend

solche des 10.—11. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind in den

Analecta: Band 7 (frühe „französische" Sequenzen aus Limousiner

Handschriften) und Band 53 (Sequenzen des frühen Stils aus allen

Schulen, darunter besonders die sanktgallischen). Aber in zahlreichen

weiteren Banden sind frühe Sequenzen in die Masse der spateren, sind

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