notker

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notker

Tu plebi tuam

ostende magnam

excitando potentiam.

Praesta, dona

illi salutaria.

Quem praedixerunt prophetica

vaticinia,

a clara

poli regia

in nostra,

Jesu, veni, Domine, arva!

Str. 3: dona kann natiirlich auch Objekt zu praesta sein. Für Text und Handschriften

vergleiche Analecta hymnica Band 53 S. 8 Nr. 3 und S. 315.

Das Lied wurde in schönem dichterischen Glanze von Friedrich

Wolters wiedergegeben (S. 89 der Ausgabe von 1914). Damit ist nicht

wettzueifern. Aber Wolters selber wurde seine Übertragung anders angesetzt

haben, wenn er die strenge Kunstform des Gedichtes gekannt

hatte. Ich weise namentlich auf die Schlussstrofe hin: erst vielsilbige,

leicht auf einander hinfliessende Worte — zuletzt jedes Wort statuarisch

vom Nachbarn durch einen Einschnitt getrennt.

AUF OSTERN: Frankreich, 10. Jahrhundert.

Gefeiert wird der Sieg des Auf er standenen über den Tod. Hieran

nimmt der ganze Kosmos teil, wie ja schon im Evangelium bei seinem

Verscheiden die Sonne sich verfinstert und die Erde erbebt — auch

Notkers Osterstrofen (oben S. 20) erinnern daran. Die Höllenfahrt

Christi, die zwischen seinen Tod am Karfreitag und die leibliche Auferstehung

in der O sternacht fallt, wird hier dramatisch aus der Sicht der

Teufel (der „Rauber") geschildert: die Tore der Holle konnte nur ein

Sündenloser aufbrechen, also einer, den die Teufel auf Erden übersehen

und nicht verführt haben.

Das besondere Mysterium ist nun, nicht dass Christus an und für

sich in den Himmel zurückkehrt, sondern dass er körperlich dorthin

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