notker

resources21.kb.nl

notker

NOTKER

Die mittelalterliche Uberlieferung lasst Notkers Hymnen in der Masse

der anonymen untergehn. Die Frage, welche Sequenzen authentisch

von ihm sind, ist bisher ungelöst. Ich bereite darüber eine Monographic

vor, die auch die hier aufgenommenen als gesichert erweisen wird.

OSTERMONTAG: Dies und die beiden folgenden Gedichte sind ohne

Gegenstrofen. — Das „sterbliche Gewand" Christi meint wieder seinen

Erdenleib, der zu Ostern aufersteht (vgl. vorhin die französische Sequenz

„auf Ostern").

Druck: Analecta hymnica Band 53 S. 86 Nr. 47.

Anfang: Is qui prius.

OSTERDIENSTAG:

Druck ebenda S. 88 Nr. 48.

Anfang: Christe domine laetifica.

SEGEN:

Druck ebenda S. 400 Nr. 248.

Anfang: Tu civium deus.

KLAGE DER KIRCHE: Das Lied wird auch als Rahelklage oder als

„die weinende Jungfrau" betitelt. Rahel gilt dabei als Symbol der Ecclesia,

die als Braut Christi (er heisst im Verfolg der Symbolik Jakob)

jungfraulich, zugleich aber die Mutter der Glaubigen und damit auch

des eben zu feiernden Martyrers ist. So fasst schon der Evangelist

Matthaus Rahel als die Mutter der allerersten Martyrer, der Kinder von

Bethlehem. — Dies Gedicht hat unter denen Notkers wohl den lebendigsten

Klang durch seine Dramatik — die denn im 11. Jahrhundert auf

die Entwicklung des kirchlichen Dramas Einfluss gehabt hat —, durch

die Auflösung des kirchlichen Gedankens im menschlichen Bild. Doch

ist das Geistige unvermindert gegeben: die Feier des Blutzeugen, der

85

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine