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Verzeichnis und Kollation (nicht fehlerfreie) der Handschriften in den Analecta

hymnica 53 S. 372 Nr. 230. Der dort gegebene Textabdruck schafft

eine Strofenteilung, die durch die Melodie nicht gefordert und dichterisch

unmöglich ist.

STEFANSTAG: Zum Verstandnis jeder Einzelheit ware die Darstellung

in der Apostelgeschichte Kap. 6—7 nachzulesen. Hauptmomente: Stefan

ist durch die Apostel, von denen hier als einer für alle Petrus genannt

wird, zum Diakon geweiht. Im Augenblick, wo der Hohe Rat

ihn wegen seiner Predigt verurteilen will, sieht er visionar den Heiland

zur Rechten Gottes, was für Petrus eine Bekraftigung seines Glaubens bedeutet.Wahrend

Stefan nun gesteinigt wird, betet er für seine Verfolger;

unter diesen tut sich Saulus hervor. Dessen Bekehrung zum Apostel

Paulus, die wenig spater durch unmittelbarenHimmelseingriffgeschieht,

erscheint als Erhörung von Stefans Gebet. Endlich: als der erste Martyrer

nach dem Heiland selbst wird Stefan seines Königs Fahnentrager genannt.

Druck: Analecta hymnica 53 S. 345 Nr. 215.

Anfang: Hanc concordi famulatu.

DIE WEIHNACHTSHYMNE zeigt jenen geistig-grossen Stil Notkers,

der auf sein Zeitalter am tiefsten gewirkt hat. Sie ergreift die christliche

Idee des Festes: das Wunder, dass der zeit- und raumlose Gott selber

(genauer, der dem Vater wesensgleiche Sohn in der Trinitat) zu einem

bestimmten Zeitpunkt Menschengestalt angenommen hat. Durch die

schlichte Monumentalitat seiner Worte lasst der Dichter dies Unfassbare

empfinden, und dann stellt er es in das Heute und seine Feier

hinein: Nicht umsonst wahlte Gott für seine Leibwerdung die Zeit

gleich nach der Wintersonnenwende — auch geistig nehmen mit seiner

Ankunft die Tage zu. Nicht umsonst verkündete ihn ein neuer Stern

— das neue Heil durchleuchtet die Weltennacht. Nicht umsonst erschienen

den Hirten die Engel, und auch um die Mutter Gottes sollen

Engel gesungen haben — die Geburt Christi bringt den Himmel zur

Erde nieder. Und so ergibt sich von selber das weihnachtliche Gebet:

wie hier Gott Menschenlos auf sich nahm, so moge nun auch der Mensch

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