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NOTKERS UMKREIS

ZÖLLNER: Neuntes Jahrhundert, vielleicht aus dem deutsch-französischen

Grenzgebiet. Im friihern Mittelalter an verschiedenen Sonntagen

überall gesungen. Das Lateinische hat die in Frankreich herrschenden,

aber auch in Deutschland zuweilen gesuchten Zeilenausklange

auf -a, die die Übersetzung ein wenig nachahmt. Für die Urngestaltung

des Evangeliums (Lukas 18) siehe weiter vorn S. 25; für

Form und Wirkung vergleiche das folgende Gedicht.

Druck: Analecta hymnica Band 53 S. 158 Nr. 93.

Anfang: Stans a longe.

PRASSER: Wohl im Italien des elften Jahrhunderts gedichtet, als der

stadtische Reichtum aufzukommen begann; zum 1. Sonntag nach Trinitatis

zu singen. Nach Form und Anlage eine Nachahmung des vorigen

Gedichts, freilich auf viel tieferer Ebene. Überhaupt ist eine so negative

Sequenz ganz ungewöhnlich.

Druck: Analecta hymnica 40 S. 56 Nr. 39.

Anfang: Quidam magna transiit via.

WEG DES MENSCHEN: Neuntes Jahrhundert; der Sprachform nach

zweifellos von einem Deutschen. — Diese an Gedankenbildern reiche,

zwar dichterisch nicht ganz ausgeglichene Hymne ist fast die einzige

der deutschen Schule, die nachweislich bis in Notkers Zeit zurückreicht

und sich doch mit ihm und seinem alemannischen Kreise nicht

berührt. Ob sie unter Kenntnis seiner Sequenzen, ob sie unabhangig

von ihm und vielleicht gar schon vor ihm gedichtet wurde, lasst sich

nicht feststellen. Von der französischen Schule hat der Autor nicht

mehr als allgemeine Anregungen empfangen.

Nach der einleitenden Aufforderung zum Singen — die gleich eine

Aufforderung zum Weinen wird! — kennzeichnet der Dichter, wie der

Mensch geschaffen wurde: von Gott, nach Gottes Bilde, um auf Gott

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