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INVIOLATA: Im elften Jahrhundert wohl in Frankreich zur Ausschmückung

der Liturgie (als sogenannter Tropus) gedichtet. Im Vergleich

mit dem vorigen, vielleicht nicht einmal alteren Marienlied empfindet

man deutlich die weicheren, süsseren, „poetischeren" Töne,

eine Bezauberung neuer Art, die schon auf ein neues Zeitalter der

Dichtung hindeutet. — Die Ubersetzung muss sich hier sehr begnügen:

sie kann die, in diesem Lied ungemein melodischen, a-Ausklange

jedes zweiten Wortes ebenso wenig nachformen wie den

französischen

Schwebeton. Genug wenn sie reines Klingen hat. Eine Einzelheit:

das Gedicht nennt antistrofisch „Herzen und Lippen", corda et ora,

und vorher pectora et corpora. Das sich da „Leib und Odem" einsetzte,

mag Widerspruch finden: doch scheint mir Odem wie pectus ein leibseeliches

Wort und darum das Gemasseste.

Druck z.B. bei Dreves und Blume, ein Jahrtausend lateinischer Hymnendichtung,

II (1909) S. 283.

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