Pfarrbrief 173 - 2013 - Pfarre Windischgarsten

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Pfarrbrief 173 - 2013 - Pfarre Windischgarsten

Ministrantenaufnahme

Dass neun Buben in die Gemeinschaft der Ministranten aufgenommen

wurden, das gab es schon länger nicht mehr. Umso dankbarer

sind wir für diese neuen Ministranten, die am 1. Adventsonntag

2012 in die Gemeinschaft der Ministranten von Windischgarsten

eingeführt wurden. Wir danken auch den Eltern für ihre Bereitschaft,

ihre Kinder zu motivieren, und bitten alle Ministranten, ihrem

Auftrag in der Kirche von heute treu zu bleiben.

Friedenslicht

Auch heuer waren es wieder unsere Jungscharführer, die am 24.

Dezember in unser Altenheim gezogen sind, um dorthin mit Liedern

und Gesängen und Gitarrenbegleitung von Barbara Antensteiner

das Friedenslicht zu bringen. Danke den Jungscharführern für ihren

Einsatz und dem Altenheim für das Mittagessen im Anschluss an

die Begegnung mit den alten Leuten.

Gaudetetee

Es ist schon ein alter Brauch, dass die Leute am 3. Adventssonntag

nach den Messen im Kirchenpark stehen bleiben, um Tee und

Gebäck zu sich zu nehmen. Damit laden die Jungscharführer zum

gemeinsamen Verweilen und zur Begegnung ein. Danke!

Pfarre bunt

Glaubenskurs 2012/2013

19 Männer und Frauen haben sich zum Glaubenskurs angemeldet.

Mit Freude und Begeisterung sind alle dabei, wenn wir uns

treffen, um ein Buch von Ferdinand Krenzer, „Morgen wird man

wieder glauben“, zu studieren. An 12 Abenden beschäftigen wir

uns mit 24 Kapiteln unseres Glaubens, damit Menschen auf der

Suche nach Gott glaubwürdige Antworten finden. Ich freue mich,

wenn es lebendige Diskussionen über den Glauben gibt, aber auch

darüber, wenn Menschen bereit werden, dankbar den Glauben

anzunehmen. Und wenn dann am Ende jeder sagen kann, dass er

dadurch zum Glauben einen vertieften Zugang gefunden hat, dann

bin ich dankbar, weil meine Arbeit Sinn gehabt hat. Eva Schmeissl

und Ringo Hagen, der aus Berlin kommt und in St. Pankraz wohnt,

nehmen ebenso an diesem Glaubenskurs teil.

1. Tischmüttertreffen

Kaum waren die Weihnachtsferien vorüber, trafen sich bereits am

7. Jänner 12 Tischmütter, die sich dafür bereit erklärt haben, 51

Kindern den Weg zum Glauben in der Gemeinschaft der Kirche

zu zeigen. Wenn wir in unserer Pfarre am 9. Mai die Erstkommunion

feiern, dann können wir fest darauf hoffen, dass Kinder auch

in Zukunft in unsere Pfarrgemeinde hineinwachsen. Vieles wird

auch an den Tischmüttern liegen, mit welcher Begeisterung sie an

die Arbeit gehen.

Konkreter Ernst

Wie ernst Christen

den Glauben nehmen,

bleibt wirklich

oft im Trüben.

In einer Zeit, wo

die Menschen sich

Religion mixen, besteht

tatsächlich die

Gefahr, dass man

sich selbst aus der

Hl. Schrift Liebgewordenes herauspickt,

und das, was einem nicht gefällt, verwirft.

Auf diese Weise geschieht es, dass man sich

und sein Leben nicht mehr auf die Hl. Schrift

ausrichtet, sondern sich selber zum Maßstab

aller Bibelauslegung macht, um so den

eigenen Schlendrian im Leben fortsetzen

zu können. Die Verheißung, dass der Herr

kommt, und keiner weiß den Tag und die

Stunde, gilt es zu beherzigen. Wir müssen

deshalb wachsam und bereit sein, um nicht

den törichten Jungfrauen zu gleichen, die

kein Öl mehr in den Lampen haben, wenn

der Herr kommt (vgl. Mt 25,1-13).

Gerichtsankündigungen

als Frohbotschaft

Oft ist es auch für den Bibelleser nicht leicht,

das Wort der Hl. Schrift zu erfassen und zu

verstehen. Da gibt es Schlagworte, die den

Bibelleser verführen, das Evangelium mit

einer Rosabrille zu lesen, z.B. „Das Evangelium

ist Frohbotschaft, nicht Drohbotschaft.“

Wie sollen wir aber jene Bibelworte verstehen,

die eindeutig als Drohworte Jesu

verstanden werden müssen, oder, wo der

Herr das Gericht ankündigt? Vielfach haben

Bibelkommentatoren den Versuch gemacht,

einmal mehr sich dem Zeitgeist hinzugeben

und damit dem Evangelium etwas von seinem

Ernst zu nehmen. Schriftausleger treten

auch heute mitunter bestimmt auf, entlarven

sich aber sehr bald selber als Marionetten

ihrer Zeit. Entweder betont man, dass diese

Gerichtsworte gar nicht von Jesus stammen,

oder man vernebelt die Qualität der Botschaft,

indem man Unwichtiges bzw. Nebensächliches

erläutert. Dass Gerichtsankündigungen

zugleich Frohbotschaft bleiben, sollte das

Ziel meiner Erklärungen sein, die uns in die

Fastenzeit führen sollen.

Entscheidung

Eigentlich ist mir schon lange beim Lesen der

Hl. Schrift klar geworden, das es in der Schrift

Vom Ernst des

Evangeliums

Von Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

ein Thema gibt, das die ganze Heilsgeschichte

bestimmt: „Entscheidung“. Bereits Mose stellte

das Volk Gottes vor die Alternative „Zwei

Dinge habe ich dir vor Augen gestellt: Leben

oder Tod, Segen oder Fluch; so wähle denn

das Leben!“ (Dtn 30,19). Aber auch wenn ich

das Neue Testament aufschlage, stoße ich im

11. Kapitel des Matthäusevangeliums auf die

Verse 20 bis 24, wo Jesus ebenso an das Volk

appelliert (V.20) und den Wehruf über die

Städte formuliert. Tyrus, Sidon und Sodom

sind klassische Orte heidnischer Sünde, sie

werden aber im Endgericht den Städten Chorazin,

Betsaida und Kafarnaum vorgezogen

werden. Tatsache ist, dass die Menschen in

diesen Ortschaften die Wunder, die Jesus

gewirkt hat, nicht als Anlass zur Umkehr

genommen haben. Mit dem „Weh dir“ legt

Jesus gleichsam seine innersten Gefühle

offen, seinen Schmerz und seine enttäuschte

Liebe. Es ist ein ganz verzweifelter Versuch

Jesu, die Leute zu motivieren, dass sie in

sich gehen. Von Jesus angesprochen sind

aber nicht nur seine Zeitgenossen, sondern

auch wir. Dabei stellt sich jedem von uns

die Frage: „Woraus lebe ich wirklich?“ Es ist

die innere Kraft des Evangeliums, die Jesus

selber ist, der uns zur Entscheidung fordert,

das eigene Leben in der großen Weite des

Glaubens zu verankern.

Gnade

Jesus wendet sich nicht nur den Städten zu,

sondern er spricht vielmehr den Einzelnen

aller Zeiten an. So stelle ich mir die Frage:

Was steckt in mir, dass ich Jesu Wort ausweiche?

Was ist es, wenn ich mich über

die Frohbotschaft freue oder auch dankbar

bin für die vielen Gnaden, die der Herr mir

schenkt, wenn ich mich letztlich um eine

Antwort herumdrücke? Es ist der Mensch,

der in seinem Leben viele Chancen hat, aber

manches verpasst, weil er nur sich selber

sieht und nicht auf Gott und die Menschen

schaut. Auch wenn eine verpasste Chance

noch nichts unwiederbringlich Verlorenes

bedeutet, ist eines Tages die Zeit der Gnade

vorüber und der Verlust der Gnade endgültig.

Immer ist es der Herr, der in das Reich

Gottes einlädt und um den Menschen wirbt.

Sein Wort ist Geschenk seiner Gnade und

wesensgemäß Liebe. Auch wir müssen auf

seine Gnade antworten, und das können

wir, in dem wir lieben. Wir sollen Gott lieben

und Verantwortung für die Menschen

übernehmen. Ja, das Geschenk seiner Gnade

verpflichtet uns, denn je mehr Gott dem

konkreten Menschen gibt, desto größer ist

auch die Verantwortung, die dem Menschen

auferlegt wird.

Buße

Wenn wir nun auf Jesus schauen, dann macht

er seine Verkündigung durch „Machttaten“

deutlich. Dass Jesus Wunder wirkt, tut er mit

dem Ziel, dass die Menschen sich bekehren.

Wenn es in unserer Zeit viele theoretische

Überlegungen über Gott gibt, dann führt

das weder zur Gotteserkenntnis noch zur

Gottesliebe, solange die Buße fehlt. Gott will,

dass wir seine Gegenwart und sein Wirken in

unserem Leben ganz konkret wahrnehmen.

Erst, wenn wir ihn in der Beziehung zu uns

wahrnehmen, wird ein Umdenken angedacht

und Buße möglich. Buße führt uns zu Gott

und äußert sich, indem wir das Gute tun und

das Böse lassen. Wo Buße geschieht, kündigt

sich Freiheit an, weil wir im Angesicht Gottes

leben, und nicht mehr bestimmt werden

von all dem, was allzu menschlich und auch

sündhaft ist. Buße macht uns dann so frei,

dass wir die Zuwendung Gottes konkret

erfahren, die uns im Leben Halt gibt und den

Sinn des Lebens erfahren lässt.

Tauferneuerung

Um noch besser aus den Quellen des Glaubens

als Christ leben zu können, brauchen

wir immer wieder die bewusste Tauferneuerung,

die wir in der kommenden Osternacht

als Höhepunkt im „Jahr des Glaubens“ feiern.

In der Fastenzeit werden wir uns sowohl bei

den Fastenpredigten in der Kalvarienbergkirche

als auch bei den Sonntagspredigten

mit dem Glaubensbekenntnis (Credo) auseinandersetzen.

Sehr zentral für unseren

Glauben sind die Themen, die gerade auch in

der Fastenwoche in der Kalvarienbergkirche

anklingen werden. Eingeleitet wird dieser

gemeinsame Weg mit einem Vortrag, den

ich am Aschermittwoch um 20.00 Uhr im

Pfarrheim halten werde zum Thema: „Was

man vom 2. Vatikanischen Konzil unbedingt

wissen muss“. Dazu wird es im Anschluss

die Aschermittwochgespräche geben.

Fastenzeit will in unserem Bewusstsein gegenwärtig halten,

dass Christsein immer neue Einübung verlangt.

Papst Benedikt XVI.

2

Nr. 173

Februar 2013

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Liebe Brüder und Schwestern, wir sind nun

am Vortag jenes großen Tages angekommen,

an dem wir das 50-Jahr-Jubiläum der Eröffnung

des Zweiten Vatikanischen Konzils

und den Beginn des „Jahres des Glaubens“

feiern. Im Rahmen der heutigen Katechese

möchte ich mit einer Reflexion über das Konzil

beginnen und mich mit ein paar kurzen

Gedanken diesem kirchlichen Großereignisses

widmen, das ich selbst unmittelbar

miterleben durfte. Das Konzil erscheint uns

gewissermaßen als großes, aus zahlreichen

und höchst unterschiedlichen Elementen zusammengesetztes

und unter der Anleitung des

Heiligen Geistes vollendetes Fresko. Wie bei

der Betrachtung eines Kunstwerkes offenbart

sich uns auch heute noch die Schönheit jenes

außergewöhnlichen, gnadenvollen Moments,

wenn einzelne Abschnitte, Bruchstücke und

Mosaiksteine erneut in unser Bewusstsein

treten.

An der Schwelle zum dritten Jahrtausend

schrieb der selige Johannes Paul II. folgende

Worte über das Konzil: „Zum Abschluss des

Jubiläums fühle ich mich mehr denn je dazu

verpflichtet, auf das Konzil als die große Gnade

hinzuweisen, in deren Genuss die Kirche im

20. Jahrhundert gekommen ist. In ihm ist

uns ein sicherer Kompass geboten worden,

um uns auf dem Weg des jetzt beginnenden

Jahrhunderts zu orientieren“ (Apostolisches

Schreiben „Novo millenio Ineunte“, 57). Ich

halte diese Beschreibung für sehr treffend. Wir

müssen die Dokumente des Zweiten Vatikanischen

Konzils von einem ihrer Verbreitung oft

hinderlichen Ballast von Veröffentlichungen

befreien und uns auf sie rückbesinnen. Auch

in unserer Zeit erfüllen sie die Funktion eines

Kompasses, der dem Schiff der Kirche bei

dessen Fahrt über das weite Meer die Richtung

weist, es durch Stürme hindurchführt,

auf ruhigen Wellen geleitet, sodass es sicher

an sein Ziel ankommt.

Diese Zeit ist mir in lebhafter Erinnerung.

Ich war damals ein junger Professor für Fundamentaltheologie

an der Universität Bonn.

Kardinal Frings, der Erzbischof von Köln, der

in menschlicher und priesterlicher Hinsicht

ein wichtiger Bezugspunkt für mich war,

nahm mich als theologischen Berater mit

nach Rom; später wurde ich zum Konzilsperitus

ernannt. Diese Erfahrung war für

mich einzigartig. Nach dem Eifer und der

Begeisterung bei der Vorbereitung wurde

ich Zeuge einer lebendigen Kirche; beinahe

dreitausend Konzilsväter aus allen Teilen der

Welt waren unter der Führung des Nachfolgers

des Apostels Petrus vereint. Diese Kirche

wollte die Lehre des Heiligen Geistes, der

Ansprache von Papst

Benedikt XVI. bei der

Generalaudienz am

10. Oktober 2012

treibenden Kraft des Konzils, empfangen. Nur

in wenigen Augenblicken der Geschichte war

die Universalität der Kirche ebenso greifbar

wie in diesem Moment, mit dem die kirchliche

Mission der Verbreitung des Evangeliums in

jede Zeit und in jeden Winkel der Erde eine

einzigartige Verwirklichung erfuhr. Bei der

Betrachtung der Bilder von der Eröffnung

dieser großen Versammlung, die in diesen

Tagen vielleicht im Fernsehen oder anderen

Kommunikationsmittel gezeigt werden, spürt

man die Freude, die Hoffnung und die große

Ermutigung, die uns aus der Teilnahme

an diesem lichtvollen Ereignis erwachsen

sind, dessen Strahlen unsere Gegenwart

erleuchten.

Wie sicherlich bekannt ist, sind dem Zweiten

Vatikanischen Konzil innerhalb der Kirchengeschichte

mehrere Konzile vorausgegangen.

Im Allgemeinen wurden große

Kirchenversammlungen zur Bestimmung

wesentlicher Bestandteile des Glaubens

einberufen, insbesondere zur Korrektur

von Fehlern, die eine Gefahr für ihn darstellten.

Man denke beispielsweise an das

Konzil von Nicäa aus dem Jahr 325, das zur

Bekämpfung der arianischen Häresie zur

nachdrücklichen Betonung der Gottheit von

Jesus als dem eingeborenen Sohn Gottes

des Vaters einberufen wurde; oder an jenes

von Ephesos aus dem Jahr 431, das Maria

als Muttergottes anerkannte. Als Ergebnis

des Konzils von Chalcedon wurde im Jahre

451 das Vorhandensein der einen Person

Christi in zwei Naturen, einer göttlichen

und einer menschlichen, entschieden. Ein

weniger lange zurückliegendes Konzil aus

dem 16. Jahrhundert ist jenes von Trient, im

Rahmen dessen vor dem Hintergrund der

protestantischen Reform die Grundsätze der

katholischen Doktrin definiert wurden. Im

Ersten Vatikanischen Konzil wurde mit der

Erörterung verschiedener Themenbereiche

begonnen, doch es konnten aufgrund der

Unterbrechung infolge der Einnahme Roms

im September 1870 nur zwei Dokumente

veröffentlicht werden; eines über das Erkennen

Gottes, die Offenbarung, den Glauben

und die Beziehungen zur Vernunft; das

zweite war dem Primat des Papstes und

dessen Unfehlbarkeit gewidmet.

Bei der Betrachtung des II. Vatikanischen

Konzils und des kirchlichen Weges zu diesem

Zeitpunkt werden weder zu korrigierende

oder zu verurteilenden Glaubensfehler, noch

offene Fragen der Lehre oder der Disziplin

erkennbar. Daher ist die Überraschung der

am 25. Januar 1959 im Kapitelsaal des Benediktinerklosters

von San Paolo Fuori le Mura

anwesenden Kleingruppe von Kardinälen

nach der Ankündigung einer Diözesansynode

in Rom und eines Konzils für die Universalkirche

durch den Seligen Johannes XXIII. nur

allzu verständlich. Während der Vorbereitung

auf dieses Großereignis stellte sich zunächst

die Frage, wo zu beginnen sei, welcher konkreten

Aufgabe man nachgehen wolle. In

der Eröffnungsrede vom 11. Oktober vor 50

Jahren gab der selige Johannes XXIII. folgende

allgemeine Richtlinie: Aufgrund der raschen

Veränderungen in der Welt sollte der Glaube

in „erneuerter“ und eindringlicherer Weise

sprechen, wobei die ewigen Inhalte jedoch

ohne Abstriche und Kompromisse bewahrt

werden sollten. Der Papst wünschte sich von

der Kirche ein Nachdenken über den Glauben

und über die ihm zugrunde liegenden

Wahrheiten. Doch aus dieser ernsten und

tiefen Reflexion über den Glauben sollten

nun die Konturen einer neuen Beziehung

zwischen Kirche und Moderne, zwischen

dem Christentum und den Grundzügen des

modernen Denkens hervorgehen. Nicht eine

Angleichung war das Ziel, sondern eine Darstellung

der Notwendigkeit des Evangeliums

in seiner vollkommenen Größe und in seiner

ganzen Reinheit in unserer heutigen Welt,

die dazu neigt, sich von Gott zu entfernen

(vgl. Ansprache von Papst Benedikt XVI. an

das Kardinalskollegium und die Mitglieder

der Römischen Kurie beim Weihnachtsempfang

am 22. Dezember 2005). Der Diener

Gottes Paul VI. fand dafür in der Predigt am

Ende der letzten Sitzung des Konzils am 7.

Dezember 1965 außerordentlich aktuelle

Worte. So sei zu einer gelungenen Bewertung

dieses Ereignisses folgende Vorgehensweise

erforderlich: „Es muss im Lichte seines historischen

Kontexts betrachtet werden. So betont

der Papst seine Einordnung in eine Zeit, in

der der Mensch eher die Herrschaft auf der

Erde anstrebt als jener im Himmelreich; dem

können wir hinzufügen, dass diese Zeit durch

ein Vergessen von Gott gekennzeichnet ist,

die zur Gewohnheit wird und gleichsam eine

Folge des wissenschaftlichen Fortschritts

darstellt; eine Zeit, in der der fundamentale

Akt des Menschen, der sich selbst und seiner

Freiheit stärker bewusst ist, dazu neigt, die

vollkommene Autonomie zu fordern und sich

aller Gesetze der Transzendenz zu entledigen;

eine Zeit, in der der „Laizismus“ als legitime

Konsequenz des modernen Denkens und als

die weiseste Norm für die zeitliche Ordnung

der Gesellschaft gilt… In dieser Zeit ist die

Feier unseres Konzils zum Lob an Gott im

Namen Christi und auf Anregung des Heiligen

Geistes eingebettet“. Mit diesen Worten

schloss Paul VI. seine Predigt. Er bezeichnete

die Gottesfrage als den Kernpunkt des Konzils.

Er beschrieb Gott folgendermaßen: „Gott

existiert tatsächlich als lebendige Person;

er ist von Klugheit und unendlicher Güte;

diese Güte existiert nicht nur in sich selbst,

sondern wird uns mit ebenso großer Innigkeit

zuteil; Gott ist unser Schöpfer, unsere

Wahrheit, unser Glück, und zwar derart,

dass der Mensch, indem er seinen Geist und

sein Herz zur intensiven Betrachtung in Gott

versenkt, den höchsten und vollkommensten

Geistesakt vollbringt. Dieser Akt kann und

muss auch heute der Gipfel der unzähligen

Bereiche des menschlichen Handelns sein,

der diesen ihre Würde verleiht“ (AAS 58

[1966] 52-53; eigene Übersetzung).

Wir erkennen, dass die Zeit, in der wir heute

leben, nach wie vor von einem Vergessen und

einer Taubheit Gott gegenüber gekennzeichnet

ist. Daher müssen wir meines Erachtens

die einfachste und wesentlichste Lektion des

Konzils erlernen: Das Christentum besteht

seinem Wesen nach im Glauben an Gott,

Ein geistliches Adventserlebnis ist für viele Leute immer wieder

die Seniorenbundadventsfeier sogleich am Anfang der „stillen

Zeit“. Nicht nur, dass der große Saal unseres Kulturhauses bis

zum letzten Platz besetzt ist, auch textlich und musikalisch wird

Großartiges geboten. Sehr herzlich bedanke ich mich aber auch für

die Einladung zur Pensionistenadventsfeier in Rosenau, die ebenso

Besinnung möglich macht. Dafür, dass bei Betriebsadventsfeiern

manchmal nur „gesoffen“ wird, finde ich bis heute zwar keine

Erklärung, aber sehr viel Abscheu. Leider wissen heutzutage viele

der dreieinigen Liebe, der persönlichen und

gemeinsamen Begegnung mit Christus, der

unserem Leben Orientierung und Führung

gibt. Alles andere wird folgen. Von großer Bedeutung

ist heute, so wie damals der Wunsch

von den Konzilsvätern geäußert wurde, die

erneute und klare Erkenntnis der Gegenwart

Gottes, der uns betrifft und uns antwortet.

Ebenso müssen wir begreifen, dass ein Fehlen

des Glaubens an Gott alles Wesentliche zum

Einsturz bringt, denn der Mensch verliert

dadurch seine tiefe Würde und die Größe

seines Menschseins gegenüber jeder Form der

Verkleinerung. Das Konzil erinnert uns daran,

dass der Kirche und all ihren Bestandteilen

die Aufgabe und die Sendung zukommt, das

rettende Wort der Liebe Gottes zu verbreiten.

Dieser göttliche Ruf soll vernommen und aufgenommen

werden, denn er enthält unsere

ewige Seligkeit.

Wenn wir in diesem Licht den in den Dokumenten

des II. Vatikanums enthaltenen

Reichtum betrachten, möchte ich lediglich

auf die vier Konstitutionen hinweisen. Diese

bilden gleichsam die vier Mittelpunkte des

Kompasses zu unserer Orientierung. Die

Konstitution über die hl. Liturgie „Sacrosanctum

Concilium“ erinnert an die Verehrung,

an Gott, an die Zentralität des Mysteriums

der Gegenwart Christi als die Anfänge der

Adventsfeiern

Kirche. Die Kirche, der Leib Christi und das

in der Zeit pilgernde Volk haben die wesentliche

Aufgabe der Verherrlichung Gottes,

wie dies in der dogmatischen Konstitution

„Lumen gentium“ hervorgehoben wird. Als

drittes Dokument möchte ich die Konstitution

über die göttliche Offenbarung „Dei Verbum“

anführen: Das lebendige Wort Gottes ruft die

Kirche zusammen und belebt sie auf ihrem

gesamten langen Weg in der Geschichte.

Das Hauptthema der pastoralen Konstitution

„Gaudium et spes.“ ist die Art und Weise,

wie die Kirche in die gesamte Welt das von

Gott erhaltene Licht hineinträgt, um ihn zu

verherrlichen.

Das II. Vatikanische Konzil richtet an uns

einen lauten Aufruf, jeden Tag die Schönheit

unseres Glaubens neu zu entdecken, ihn in

seiner Tiefe zu ergründen, um so zu einer innigeren

Beziehung zum Herrn zu gelangen, und

unsere christliche Berufung in ihrer ganzen

Fülle zu leben. Möge uns die Jungfrau Maria,

die Mutter Christi und der gesamten Kirche,

dabei helfen, das zu verwirklichen und zur

Vollendung zu bringen, was die Konzilsväter

dank der Belebung durch den Heiligen Geist in

ihrem Herzen bewahrten: den Wunsch, dass

alle Menschen das Evangelium erkennen und

dem Herrn Jesus Christus als Weg, Wahrheit

und Leben begegnen.

nicht mehr, worum es zu Weihnachten geht. Wahrscheinlich ist

der Kauf – „Rausch“ im Grunde nichts anderes.

Offenbarung, Schrift und Tradition

Es muss heute neu betont werden, dass Offenbarung und Schrift nicht einfach deckungsgleich sind.

Offenbarung geht der Schrift voraus, und sie ist größer als das bloß geschriebene Wort.

Aus der einen Quelle der Offenbarung fließen die beiden Ströme Schrift und Tradition.

Tourismusmesse

Am 4. Adventssonntag haben wir auch heuer wieder die Tourismusmesse

gefeiert. Musikalisch wurde sie mit Adventsmusik

vom Doppelquartett unter der Leitung von Herrn DI Othmar

Breitenbaumer umrahmt. In einem Bild, das nach der Festmesse

gemacht wurde, waren Arbeitskreismitglieder von „Europa und

Weltkirche“, Vermieter, Geschäftsleute, Busunternehmer und

Funktionäre vertreten. Sie haben bei der Hl. Messe die Texte

vorgetragen. Zufällig waren auch Touristen aus Brasilien dabei,

der allseits bekannte Diakon Martin Mayr mit seiner Frau.

4 Nr. 173

Februar 2013

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1. „Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“

(Jes 7,9)

Wir sehen nur eine Antwort auf die bedrängte

Situation unserer Kirchengemeinschaft:

den Glauben! „Ohne den Glauben

ist es unmöglich, Gott zu gefallen; denn wer

zu Gott kommen will, muss glauben, dass

er ist und dass er denen, die ihn suchen,

ihren Lohn geben wird“ (Hebr 11,6). Der

Glaube ist das Herz des christlichen Lebens.

Er ist zuerst „eine persönliche Bindung

des Menschen an Gott“ (KKK 150), ein

Vertrauen des Herzens, eine Zustimmung

des Verstandes und des Willens zu Gott,

seinen Plänen und Wegen, seinem Willen

und dem, was er uns in Jesus Christus

geoffenbart hat. Wir sind alle auf Vorbilder

des Glaubens angewiesen, auf die großen

Gestalten der Heiligen und auf die gläubigen

Menschen, die unser Leben geprägt und den

Weg unseres eigenen Glaubens gefördert

haben. Der Hebräerbrief spricht von einer

„Wolke von Zeugen“, die uns umgibt. Im

Blick auf sie „wollen auch wir alle Last und

die Fesseln der Sünde abwerfen. Lasst uns

mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen,

der uns aufgetragen ist, und dabei auf Jesus

blicken, den Urheber und Vollender des

Glaubens“ (Hebr 12,1-2).

2. Zeugen sind gefragt

Wir Bischöfe sehen die Situation fünfzig

Jahre nach Konzilsbeginn, neben allen sehr

realen Schwierigkeiten, auch als eine große

Chance. Denn wir sind als Glaubende ganz

neu gefragt, von unserem Glauben Rechenschaft

zu geben: Wofür stehst Du? Woran

glaubst Du? Wem und wie glaubst Du?

Und was bedeutet es für Dich persönlich,

für Dein Leben, zu glauben? Je säkularer,

je pluraler unsere Gesellschaft wird, desto

mehr kommt es auf das persönliche Zeugnis

an, und da tun sich immer mehr Türen auf,

Türen für den Glauben. Wir erinnern hier

an das bekannte Wort von Papst Paul VI.:

„Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen

als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte

hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind“

(Evangelii Nuntiandi, Nr. 41).

In einer so vielschichtigen, vielgestaltigen

Gesellschaft wie der unseren ist Auskunftsfähigkeit

gefragt. Sind wir ausgerüstet, über

unseren Glauben in einfachen Worten Rechenschaft

zu geben? Der Grundwasserspiegel

des religiösen Wissens ist in Österreich

und in Europa stark gesunken. Elementare

Kenntnisse, die zur europäischen Kultur

gehören, können nicht mehr vorausgesetzt

werden. Glaubenswissen ist aber eine der

Voraussetzungen für ein glaubwürdiges

Hirtenwort der

Bischöfe Österreichs

zum „Jahr des

Glaubens“ (2)

Zeugnis. Daher die dringliche Einladung des

Heiligen Vaters, dieses „Jahr des Glaubens“

zu nutzen, um unser Glaubenswissen zu

vertiefen. Dazu gehört an erster Stelle die

Liebe zur Heiligen Schrift. Papst Benedikt

gibt uns ein leuchtendes Beispiel durch

seine ganz am Wort Gottes orientierte Verkündigung.

Dazu sollte in diesem Gedenkjahr

des Konzils ein verstärktes Interesse

an den Texten des Zweiten Vaticanums

gehören. Wir begrüßen die vielen Initiativen

in den einzelnen Diözesen, die der

vertieften Kenntnis der Lehre des Konzils

dienen. Dieser besseren Kenntnis sollte

nach dem Wunsch der Außerordentlichen

Bischofssynode von 1985, zwanzig Jahre

nach Konzilsende, auch der „Katechismus

der katholischen Kirche“ dienen, der eine

Frucht des Konzils ist.

Es erfüllt uns österreichische Bischöfe mit

Freude und ein wenig Stolz, dass das derzeit

weltweit erfolgreichste katholische Buchprojekt

unter unserer Herausgeberschaft

erscheinen konnte: Der „Youcat“, derzeit

bereits in über zwanzig Sprachen übersetzt,

für Jugendliche und mit Jugendlichen erarbeitet,

ist ein hervorragendes Instrument

der Glaubensvertiefung, durchaus nicht

nur für Jugendliche.

Zeugen des Glaubens zu sein, auskunftsfähig

und gesprächsbereit: Das ist die Chance,

die wir für uns alle heute sehen. Alle sind

gefragt, es kommt nicht auf Spezialisten,

auf Fachleute an, sondern zuerst und vor

allem darauf, dass „die Liebe Christi uns

drängt“ (2 Kor 5,14), das Evangelium zu

bezeugen.

Überall in unserem Land sehen wir Anzeichen,

dass dies in wachsendem Maß

geschieht. An erster Stelle sind hierfür

unsere Pfarrgemeinden zu nennen. Trotz

mancher schmerzlicher Schrumpfprozesse,

Rückgängen der Gottesdienstbesucher, geringerer

Zahl an Kindern und Jugendlichen

ist das landesweite Netz der Pfarrgemeinden

ein einzigartiges Phänomen, das wir

nicht kleinreden dürfen. Wir danken an

dieser Stelle allen Frauen und Männern,

die sich als Pfarrgemeinderäte und ehrenamtliche

Mitarbeiter im Dienst der Kirche

engagieren.

Wir bekennen uns zur Notwendigkeit und

zur Zukunftsfähigkeit unserer Pfarrgemeinden,

auch wenn wir uns ohne Angst den

großen gesellschaftlichen und kirchlichen

Veränderungen stellen wollen, die auch

unsere Pfarren und ihre seelsorglichen

Strukturen betreffen.

Es ist gar nicht möglich, ein vollständiges

Bild der Lebendigkeit der Kirche in unserem

Land zu zeichnen. Wir sehen mit Freude die

wachsende Zahl an Jugendgebetsgruppen im

ganzen Land. Wir beobachten, dass die Zahl

der jungen, gläubigen Familien zunimmt,

die großherzig für mehrere Kinder offen und

um ein echt christliches Leben bemüht sind.

Auch wenn manche Ordensgemeinschaften

schmerzliche Nachwuchssorgen haben,

so sehen wir dankbar manche alte oder

neue Ordensgemeinschaft aufblühen. Wir

erleben ein beeindruckendes Engagement

vieler Menschen im caritativen Bereich.

Wir sehen, wie sehr unsere kirchlichen

Bildungseinrichtungen gefragt sind.

Doch das Wichtigste am Glaubensleben

entzieht sich jeder Statistik: die vielen

Personen, die in ihrem Alltag eine tiefe

Glaubensverbundenheit mit Gott leben,

eine innige Christusnachfolge, ein stilles

Sich-führen-lassen durch den Heiligen Geist.

Sie sind die wahren Säulen der Kirche, sie

tragen viel durch ihren Glauben mit. Sie

sind wie jene vier Männer, die den Gelähmten

gegen alle scheinbare Unmöglichkeit

bis zu Jesus hingebracht haben: „als Jesus

ihren Glauben sah...“ (Mk 2,5). Diese vielen

Gläubigen in unserem Land sind unsere

Zuversicht, unsere Hoffnung. Sie tragen

auch heute durch ihren gelebten Glauben

viele zu Christus! Sie alle sind die lebendige

Kirche in Österreich, für die wir dem Herrn

nicht genug danken können.

Einkehrnachmittag in Plainfeld nach Ostern

Samstag, 13. April, 14.00 Uhr

Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

„Glaubensfreude und Glaubensgewissheit“

Fatimamesse und Lichterprozession: 19.30 Uhr

3. Die persönliche Begegnung mit Jesus

Christus in der Kirche

Bevor wir etwas zu den Formen sagen, die

diese neue Evangelisierung annehmen soll,

möchten wir euch mit tiefer Überzeugung

sagen, dass sich der Glaube ganz in der Beziehung

entscheidet, die wir mit der Person

Christi aufbauen, der uns als erster entgegengeht.

Das Werk der Neuevangelisierung

besteht darin, den Frauen und Männern dieser

Zeit, ihren Herzen und ihrem Verstand, die

nicht selten zerstreut und verwirrt sind, aber

vor allem uns selbst die ewige Schönheit und

Neuheit der Begegnung mit Christus neu vor

Augen zu führen. Wir laden euch alle ein,

das Antlitz unseres Herrn Jesus Christus

zu betrachten und in das Geheimnis seines

Lebens einzutreten, das uns bis zum Kreuz

gegeben und als Gabe des Vaters in seiner

Auferstehung von den Toten neu bestätigt und

uns durch den Geist übermittelt worden ist.

In der Person Jesu wird das Geheimnis der

Liebe von Gott Vater zur gesamten Menschheitsfamilie,

die er nicht in eine unmögliche

Autonomie abdriften lassen wollte, enthüllt.

Stattdessen hat er sie in einem erneuerten

Pakt der Liebe wieder mit sich vereint.

Die Kirche ist der Raum, den Christus in der

Geschichte anbietet, um ihm begegnen zu

können. Denn er hat ihr sein Wort, die Taufe,

die uns zu Kindern Gottes macht, seinen Leib

und sein Blut, die Gnade der Vergebung der

Sünden, vor allem im Sakrament der Versöhnung,

die Erfahrung einer Gemeinschaft, die

Spiegelbild des Geheimnisses der Dreifaltigkeit

selbst ist, sowie die Kraft des Heiligen Geistes,

der Liebe zu allen hervorbringt, anvertraut.

Abschlussbotschaft der

Weltbischofssynode über

die Neuevangelisierung

an das Volk Gottes (2)

Wir müssen einladende Gemeinden bilden, in

denen alle Ausgegrenzten ihr zu Hause finden,

sowie konkrete Erfahrungen von Gemeinschaft

ermöglichen, die mit der glühenden

Kraft der Liebe (Tertullian, Apologeticus, 39,

7) – den ernüchterten Blick der Menschen

von heute auf sich ziehen. Die Schönheit des

Glaubens muss besonders in der heiligen Liturgie

und dort vor allem in der sonntäglichen

Eucharistiefeier aufstrahlen. Denn gerade in

den liturgischen Festen offenbart die Kirche

ihr Antlitz als Werk Gottes und lässt in den

Worten und Gesten die Bedeutung des Evangeliums

sichtbar werden.

Heute liegt es an uns, Erfahrungen von Kirche

konkret zugänglich zu machen, die Brunnen

zu vervielfältigen, Oasen in der Wüste des

Lebens anzubieten, zu denen wir die dürstenden

Frauen und Männer einladen und

sie dort zur Begegnung mit Jesus führen.

Dafür sind die christlichen Gemeinschaften

verantwortlich, und in ihnen jeder Jünger des

Herrn. Jedem einzelnen ist ein unersetzliches

Zeugnis anvertraut, damit das Evangelium

dem Leben aller begegnen kann. Deshalb sind

wir zu einem heiligmäßigen Leben gefordert.

Außerdem ist das Gedenken und Erzählen

des Lebens der Heiligen ein bevorzugter Weg

der Evangelisierung.

4. Die Gelegenheiten der Begegnung

mit Jesus und das Hören der Heiligen

Schrift

Mancher wird sich fragen, wie er das alles

tun soll. Es geht nicht darum, irgendwelche

neuen Strategien zu entwickeln, so als ob

das Evangelium ein Produkt wäre, das man

auf dem Markt der Religionen anbietet, sondern

die Wege wieder zu entdecken, die die

Menschen dazu gebracht haben, sich Jesus

anzunähern, und die von ihm benannt wurden,

und diese Wege ins neue gesellschaftliche

Umfeld einzufügen.

Erinnern wir uns z.B. daran, wie Petrus,

Andreas, Jakobus und Johannes mitten in

ihrer Arbeit von Jesus gefragt wurden, wie

Zachäus von einer simplen Neugier zur

Wärme einer Einladung des Meisters zu

Tisch gelangen konnte, wie der römische

Zenturio um sein Eingreifen wegen der

Krankheit einer lieben Person gebeten hat,

wie der blind Geborene ihn als Befreier von

seiner eigenen Ausgrenzung angerufen hat,

wie Marta und Maria ihre Offenheit für die

Gastfreundschaft durch seine Gegenwart

belohnt sahen. Wir könnten die Seiten der

Evangelien noch weiter verfolgen, und wer

weiß, wie viele verschiedene Weisen finden,

wie sich das Leben der Menschen in den

verschiedensten Umständen der Gegenwart

Christi geöffnet hat. Und dasselbe könnten

wir tun mit dem, was uns die Schrift über

die missionarischen Erfahrungen der Apostel

in der Urkirche sagt.

Das häufige Lesen der Heiligen Schrift, erleuchtet

von der Überlieferung der Kirche, die

sie uns übergibt und sie authentisch auslegt,

ist nicht nur ein verpflichtender Schritt,

um den Inhalt des Evangeliums, d.h. die

Person Jesu innerhalb der Heilsgeschichte,

zu kennen, sondern es hilft uns auch, neue

Räume der Begegnung mit zu finden, wahrhaft

in der Art und Weise des Evangeliums,

verwurzelt in den grundlegenden Dimensionen

des menschlichen Lebens: Familie,

Arbeit, Freundschaft, Armut, Prüfungen

des Lebens, etc.

Wort des Lebens

Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner

sonst. Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote achten, auf die ich dich heute verpflichte.

Dtn 4,39-40a

Zum 15. Mal gab es heuer das Schiwochenende – so brachen am

12. Jänner 16 Leute zum Schiwochenende nach Obertauern auf.

War der erste Tag in Nebel gehüllt und die Sicht sehr bescheiden, so

gab es am Sonntag einen herrlichen Vormittag, wo alle Landschaft

und Piste genießen konnten. Zum Abschluss gab es ein gemütliches

Mittagessen, wo alle wieder vereint waren, nachdem am Vortag

eine Missstimmung die Laune so mancher trübte. Akzeptieren,

dass jemand, der das Gebiet auch kennt, vorfährt, ist nicht für alle

gleich leicht. David Pernkopf danken wir für die gelegte Spur, denn

jetzt kennen alle den Weg sehr viel besser.

Jugendschiwochenende

6 Nr. 173 Februar 2013

7


Das Konzil spricht von Wandlungen in allen

Bereichen der Gesellschaft. Auch heute erleben

wir diese Wandlungen, die sich immer

weiter beschleunigen.

Die Wandlungen von Denkweisen und

Strukturen stellen häufig überkommene

Werte in Frage, zumal bei der jüngeren

Generation, die nicht selten ungeduldig,

ja angsthaft rebellisch wird und im

Bewußtsein der eigenen Bedeutung im

gesellschaftlichen Leben rascher daran

teilzuhaben beansprucht. Von daher

erfahren Eltern und Erzieher bei der

Erfüllung ihrer Aufgabe immer größere

Schwierigkeiten. Die von früheren Generationen

überkommenen Institutionen,

Gesetze, Denk- und Auffassungsweisen

scheinen aber den wirklichen Zuständen

von heute nicht mehr in jedem Fall gut zu

entsprechen. So kommt es zu schweren

Störungen im Verhalten und sogar in den

Verhaltensnormen. (GS 7)

Vorsichtig formuliert das Konzil, dass die

überkommenen Gesetze, Denk- und Auffassungsweisen

nicht mehr den Anforderungen

der sich in atemberaubendem Tempo verändernden

Welt gerecht werden. Wie aber sollen

sie an die heutigen Anforderungen angepasst

werden, ohne die zugrunde gelegten Werte zu

verlieren? Das ist wohl eine der schwierigsten

Aufgabe, mit der Eltern und Erzieher in der

heutigen Zeit konfrontiert sind.

Die neuen Verhältnisse üben schließlich

auch auf das religiöse Leben ihren Einfluss

aus. Einerseits läutert der geschärfte

kritische Sinn das religiöse Leben von

einem magischen Weltverständnis und

Manchmal bin ich ganz traurig, denn ich

habe den Eindruck, dass unser Glaube in

unserer Zeit immer weniger Bedeutung

hat. Und trotzdem mache ich immer wieder

die Erfahrung, dass der Glaube nicht das

Unwichtigste ist, dass der Glaube plötzlich

im Leben eines Menschen an Bedeutung

gewinnt, den Menschen bewegt, und dass

da und dort Menschen ganz bewusst auf

den Spuren des Glaubens gehen. Der christliche

Glaube kann nach den Worten von

Papst Benedikt XVI. aber keine Privatsache

bleiben. „Wir brauchen die Kirche, damit

wir im Glauben gestärkt werden und die

Gaben Gottes empfangen können“, so sprach

der Papst bei der Generalaudienz am 31.

Oktober 2012. Niemand kann Gott zum

Vater haben, der die Kirche nicht zur Mutter

hat, zitierte er den Hl. Cyprian. Zwar hat

50 Jahre

2. Vatikanisches Konzil

Die Texte im Blick (5)

Kirche in der Welt von heute 7

PSYCHOLOGISCHE, SITTLICHE UND

RELIGIÖSE WANDLUNGEN

von noch vorhandenen abergläubischen

Elementen und fordert mehr und mehr

eine ausdrücklicher personal vollzogene

Glaubensentscheidung, so dass nicht

wenige zu einer lebendigeren Gotteserfahrung

kommen.

Entwicklungen, die sich vor 50 Jahren abzeichneten,

sind mittlerweile auch in ländlichen

Gebieten deutlich spürbar. Das Konzil

hebt zuerst die positiven Seiten hervor: Die

Reinigung des Glaubens von abergläubischen

Elementen ist sicher eine positive Entwicklung

und Frucht einer kritischen Sicht der

Welt. Dieser Prozess ist noch lange nicht

abgeschlossen und bedarf immer wieder

eines wachen und lebendigen Glaubens,

um diesen Reinigungsprozess immer weiter

fortzusetzen. Gleichzeitig erleben wir aber,

dass diese Sehnsucht nach Aberglaube im

weltlichen Bereich immer stärker zunimmt

wie zum Beispiel in der Esoterik. Als zweiten

positiven Punkt nennt das Konzil die

persönliche Glaubensentscheidung. Heute

nimmt mir niemand mehr diese persönliche

Entscheidung für oder gegen den Glauben

ab. Bei denen, die sich für den Glauben entscheiden,

ist dann tatsächlich oft eine tiefe

Gotteserfahrung spürbar. Diese Entwicklung

Besinnungsstunde für trauernde Angehörige

am Samstag, 26. April, um 16.00 Uhr im Pfarrheim

Das Jahr des Glaubens (3)

Glaube ist keine

Privatsache

hat aber auch eine Kehrseite, die wir in der

Kirche sehr schmerzlich erleben müssen:

Andererseits geben breite Volksmassen

das religiöse Leben praktisch auf. Anders

als in früheren Zeiten sind die Leugnung

Gottes oder der Religion oder die völlige

Gleichgültigkeit ihnen gegenüber keine

Ausnahme und keine Sache nur von

Einzelnen mehr. Heute wird eine solche

Haltung gar nicht selten als Forderung

des wissenschaftlichen Fortschritts und

eines sogenannten neuen Humanismus

ausgegeben. Das alles findet sich in

vielen Ländern nicht nur in Theorien

von Philosophen, sondern bestimmt

in größtem Ausmaß die Literatur, die

Kunst, die Deutung der Wissenschaft

und Geschichte und sogar das bürgerliche

Recht. Die Verwirrung vieler ist

die Folge. (GS 7)

Wir sind heute als Kirche viel stärker gefordert,

unseren Glauben nach außen zu rechtfertigen

und ihn glaubhaft zu leben und zu vertreten.

Es genügt nicht mehr, einfach nur ‚meinen

Glauben zu haben‘, ich habe die Verantwortung,

mitzuhelfen, damit diese Verwirrung,

von der das Konzil spricht, den Menschen

nicht zu sehr den Zugang zum Glauben verstellt.

Helfen wir uns gegenseitig, Klarheit

über das Fundament des eigenen Glaubens

zu bekommen, damit wir anderen einen

Zugang ermöglichen: ‚Seid stets bereit, jedem

Rede und Antwort zu stehen, der nach der

Hoffnung fragt, die euch erfüllt; aber antwortet

bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein

reines Gewissen.‘ (1 Petr 3, 15-16)

DI Bernhard Steiner

der Glaube als Akt der Umkehr und Richtungsänderung

im Leben immer auch eine

persönliche Dimension, so der Papst. Dass

heute der Glaube zur größten Privatsache

erklärt wird, widerspricht zugleich der Natur

des Glaubens. Menschen möchten heute

die Kirche in die Sakristei verbannen und

den christlichen Glauben rein privatisieren.

Der Glaube kann nicht in einem „privaten

Gespräch mit Jesus“ entstehen und er ist

„kein Produkt eigenen Denkens“. Der Glaube

wird vielmehr von Gott durch die Gemeinschaft

der Kirche gegeben. Die kirchliche

Tradition von der Zeit der Apostel bis in die

Gegenwart bietet die Garantie dafür, dass

die ursprüngliche Botschaft Christi getreu

bewahrt wurde, führte Benedikt XVI. aus.

Es gebe ein „ununterbrochenes Band“ des

kirchlichen Lebens, der Verkündigung des

Wortes Gottes und der Feier der Sakramente.

Erst recht in einer Welt, in der der Individualismus

die Beziehungen zwischen den

Menschen immer stärker bestimmt, sind

die Christen aufgerufen, „Kirche zu sein“,

d.h. in Gemeinschaft den Glauben zu leben.

Nur dann kann der Glaube auch wirklich

persönlich sein. Ein Christ, der sich vom

Glauben der Kirche führen und prägen lässt,

wird trotz ihrer Schwächen, Fehler und

Grenzen ein „offenes Fenster für das Licht

Gottes“ sein.

Tatsächlich war es der kirchenfeindliche

und freigeistige Liberalismus des 19. Jahrhunderts,

der die Grundfesten der Kirche

in Gefahr zu bringen schien. Ebenso war

das Unverständnis gegenseitig, denn die

„modernen Freiheiten“, allen voran die Religionsfreiheit,

wurde auf diesem Hintergrund

als Gefahr, ja bewusster Angriff auf die

alleinige Wahrheit der katholischen Religion

verstanden. Die Kirche ging immer noch

davon aus, dass der Staat weltlicher Arm

der Kirche und im Idealfall „katholischer

Staat“ sein sollte, der dafür sorgt, dass seine

Untertanen gute Christen sind. Erst das 2.

Vatikanische Konzil vermochte diese Sicht

endgültig zu überwinden und damit auch der

Lehre über die Religionsfreiheit in der Kirche

zum Durchbruch zu verhelfen. Seither gehört

in der katholischen Theologie das Ideal des

„christlichen Staates“ der Vergangenheit an

und die Kirche versöhnte sich mit Idee und

Wirklichkeit des säkularen Staates.

Im Unterschied zu früheren Konzilien wendet

sich das Zweite Vatikanische Konzil nicht

nur an Kirchenmitglieder, sondern bewusst

Christkönigsmesse der Jugend

und gemeinsamer Mittagstisch

im Pfarrheim

Nach der gemeinsamen Jugendmesse, die von Barbara Antensteiner

und Simon Schwingenschuh musikalisch begleitet wurde,

versammelten sich die Jugendlichen im Pfarrheim zum gemeinsamen

Mittagsmahl. Allen, die gekommen sind, und jenen, die

alles vorbereitet haben, möchten wir sehr herzlich danken.

Die Braut Christi lässt sich nicht zum Ehebruch

verführen, sie ist unbefleckt und

züchtig. Nur ein Haus kennt sie, die Heiligkeit

eines Schlafgemaches bewahrt sie

in keuscher Scham. Sie ist es, die nur für

Gott errettet, sie weist die Kinder, die sie

geboren hat, seinem Reiche zu. Jeder, der

sich von der Kirche trennt und sich mit einer

Ehebrecherin verbindet, schließt sich aus

von den Verheißungen der Kirche, und wer

die Kirche verlässt, wird nicht zu den Belohnungen

Christi gelangen. Er ist ein Fremder,

er ist ein Unheiliger, er ist ein Feind. Gott

kann nicht mehr zum Vater haben, wer die

Kirche nicht zur Mutter hat. So wenig einer

zu entrinnen vermochte, der außerhalb der

Arche Noes war, ebenso wenig vermag einer

zu entkommen, der draußen außerhalb der

Kirche steht. Der Herr mahnt und sagt: „Wer

nicht mit mir ist, ist wider mich, und wer

nicht mit mir sammelt, der zerstreut“ (Mt

12,30). Wer den Frieden und die Eintracht

Fünfzig Jahre Zweites

Vatikanisches Konzil (5)

Kirche und Staat nach

dem 2. Vatikanischen

Konzil

an alle Menschen (vgl. GS 2). Die Kirche

versteht sich als Teil der Menschheit, trägt

ihre Hoffnungen und Sorgen voll mit und will

ihren Beitrag leisten zur Lösung der gegenwärtigen

Menschheitsprobleme. So ist die

Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ das

aktuellste Dokument des 2. Vatikanischen

Konzils gewesen, weil es das Weltverhältnis

der Kirche zum Thema hat. Es ist von der

Kirche die Rede, die nicht von der Welt, aber

in der Welt ist und einen Auftrag für die Welt

hat. Dieses Konzil sieht die Gemeinschaft

der Kirche mit der Menschheit und ihrer

Geschichte eng verbunden. Geht es um

den Grundauftrag der Kirche, dann muss

die Kirche der heutigen Welt Gottes Heil

verkünden. Deshalb sind es die Zeichen der

Aus den Schriften großer

Kirchenlehrer

CYPRIAN (+258)

Über die Einheit der

katholischen Kirche 6-7

Gott kann nicht zum Vater haben,

wer die Kirche nicht zur Mutter hat

Christi bricht, handelt wider Christus; wer

anderwärts außerhalb der Kirche sammelt,

zerstreut die Kirche Christi!

Wer nicht an dieser Einheit festhält, hält

nicht fest an Gottes Gesetz, hält nicht fest

am Glauben an den Vater und den Sohn,

hält nicht fest am Leben und am Heil. Dieses

heilige Geheimnis der Einheit, dieses Band

unzertrennlich verbundener Eintracht ist

Zeit, die erforscht werden und im Licht des

Evangeliums gedeutet werden müssen. Da

sich die Welt aber in den vergangenen fünfzig

Jahren so grundlegend verändert hat, müssen

viele Aussagen von „Gaudium et spes“ neu

gesehen werden. Aber der Grundansatz

des Konzils, dass ein wahrer Humanismus

eigentlich nur vom christlichen Glauben

her gewonnen werden kann, gehört zu den

bleibenden Wahrheiten dieser Pastoralkonstitution.

Da die Kirche den „Weg mit der

ganzen Menschheit gemeinsam (geht) und

das gleiche irdische Geschick mit der Welt

(erfährt), ist sie Sauerteig einer menschlichen

Gesellschaft, die in Christus erneuert und

in die Familie Gottes umgestaltet werden

muss (vgl. GS 40). Da der Glaube keine

Weltfremdheit schafft, dürfen Christen nicht

auf der Flucht vor der Welt sein. Erst recht

ist es die Menschwerdung Gottes, durch die

sich das Heil Gottes und die Liebe Christi in

der konkreten Realität dieser Welt verwirklichen.

So muss die Kirche auf die bleibenden

Fragen der Menschen nach dem Sinn des

gegenwärtigen und zukünftigen Lebens eine

Antwort geben.

gemeint, wenn im Evangelium der Rock des

Herrn Jesu Christi keineswegs etwa geteilt

oder zerrissen, sondern das Kleid unversehrt

in Empfang und der Rock unverletzt und

ungeteilt in Besitz genommen wurde, als

man damals um das Kleid Christi loste, wer

nun eigentlich Christus anziehen dürfe. Die

göttliche Schrift spricht und sagt: „Wegen

des Rockes aber, weil er von oben herab

nicht zusammengenäht, sondern im ganzen

gewoben war, sagten sie zueinander: Wir

wollen ihn nicht zerreißen, sondern um ihn

losen, wem er gehören soll!“ (Joh 19,23-24).

Dieser Rock trug (bildlich) die Einheit an sich,

die von oben, das heißt vom Himmel und

vom Vater, herabkam und die vom Empfänger

und Besitzer auf keinen Fall zerrissen

werden konnte, sondern ein für allemal die

ganze und volle Festigkeit unzertrennlich

bewahrte. Das Gewand Christi kann nicht

besitzen, wer die Kirche Christi zerreißt

und spaltet.

8 Nr. 173

Februar 2013 9


Ich glaube an Jesus Christus, gelitten

unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben

und begraben, hinabgestiegen

in das Reich der Toten, am dritten Tage

auferstanden von den Toten, aufgefahren

in den Himmel

… gelitten unter Pontius Pilatus

Jesus wurde durch den Römer Pontius

Pilatus zum Tode verurteilt, weil er sich

als Gottes Sohn bezeichnet hat. Was aber

hat Pontius Pilatus in unserm Glaubensbekenntnis

zu suchen? Das ist doch eigenartig.

Sonst wird namentlich außer Gott und Jesus

nur noch die Jungfrau Maria genannt. Ist

das nicht ein wenig viel der Ehre für den

grausamen römischen Statthalter aus der

Provinz Judäa? Man hätte seinen Namen

doch auch weglassen können und einfach

sagen: Ich glaube an Jesus Christus, gelitten,

gekreuzigt, gestorben und begraben. Doch

es sind nicht zufällig Anfang und Ende des

Erdenlebens Jesu, die im Bekenntnis mit

Namen von Menschen verbunden werden,

Maria am Anfang und Pilatus am Ende. Es

geht darum zu sagen, dass dieser Jesus in

unserer Welt und in unserer Geschichte

gelebt hat; er ist keine mythologische Gestalt,

und es ist auch nicht Nebensache,

was mit ihm geschehen ist. Gerade Pontius

Pilatus ist eine historische Figur, jemand,

der nachweislich zu einer bestimmten Zeit

und an einem bestimmten Ort gelebt und

gewirkt hat. Das mit Jesus, das ist wirklich

passiert und mit der Figur des römischen

Statthalters wird uns das verdeutlicht.

Hat Jesus tatsächlich unter dem römischen

Statthalter gelitten? Oder doch

eher unter dem Unverständnis der

Menschen?

Man mag sich wundern, warum Jesus unter

dem Präfekten des Kaisers Tiberius in der

Provinz Judäa gelitten haben soll. Zwar

hatte dieser das Todesurteil gesprochen,

aber seine Rolle am Leiden Jesu ist doch

eher die eines Statisten - zumindest wenn

man den Evangelien Glauben schenkt. Er

ist ein Schwächling, der dem Druck der

Massen und den Interessen einflussreicher

Geistlicher nicht widerstehen kann und

sogar noch meint, er könne seine Hände

in Unschuld waschen. Trotzdem findet

er Eingang in den wichtigsten Text des

Christentums und wird dort als Ursache des

Leidens Jesu genannt. Etwas naiv könnte

man den Schluss ziehen: Wenn nur dieser

böse Pontius Pilatus nicht gewesen wäre,

dann hätte Jesus nicht leiden müssen. Die

Wahrheit ist aber doch, dass Jesus mit seiner

Botschaft Anstoß erregte. Gelitten hat

Unser Glaubensbekenntnis

(3)

Jesus unter den Menschen, für die seine

Botschaft unbequem war. Und das sind -

genau genommen - alle. Im übertragenen

Sinn sogar wir alle. Deswegen ist er ja auch

für uns alle gestorben. Man braucht sich

nur vorzustellen, was passieren würde,

wenn so einer wie Jesus heute zu uns käme

und sich mit einem Kinderschänder oder

gar einem korrupten Politiker zum Essen

träfe, unser verschwenderisches Leben anprangern

und unsere leitenden Geistlichen

öffentlich angreifen würde uvm. Auch wir

bräuchten wohl keinen Pontius Pilatus, um

diesen Jesus II leiden zu lassen.

… gekreuzigt, gestorben und begraben,…

auferstanden von den Toten

Viel anstößiger als das Auftauchen des Pilatus

ist am Bekenntnis ja eigentlich etwas

anderes, an das wir uns im Nachbeten und

durch die Verkündigung des Evangeliums

vielleicht schon zu sehr gewöhnt haben.

Ich meine die Tatsache, dass Jesus gelitten

hat und gekreuzigt wurde. Wenn, dann

sollte man eigentlich diese Dinge schamhaft

verschweigen. Ist es nicht widersinnig, dass

unser Erlöser wie ein Schwerverbrecher

die schrecklichste Todesstrafe erleidet, ist

es nicht verkehrt, dass der, der die Liebe

Gottes bringen soll, gefoltert und gepeinigt

wird? Unter einem Erlöser stellen wir uns

eigentlich jemanden vor, dem alles gelingt,

der Heilung und Befreiung von allen Plagen,

Frieden und Glück zu den Menschen bringt.

Ausgerechnet diese Seite des Lebens Jesu,

seine Heilungswunder und den Erfolg seiner

Predigt bei den Menschen, übergeht und

verschweigt unser Bekenntnis. Und doch

hat keiner der vier Evangelisten die Kreuzigung

beschönigt oder verschwiegen. Auch

der Apostel Paulus sagt z.B. am Anfang des

Ersten Korintherbriefs ganz deutlich, dass

die Leute die Botschaft vom Kreuz verrückt

finden und ärgerlich - und dass doch darin

das Heil liegt. Unser Glaubensbekenntnis

beschränkt sich darauf, Stationen im Leben

Jesu aufzuzählen: gelitten unter Pontius

Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben.

Es macht keine Angaben über den Sinn

des Leidens und Sterbens Jesu. Allerdings

ist mit dem Begräbnis auch nicht Schluss.

Das ist wichtig; wir sollten über Leiden

und Sterben Jesu nicht reden, ohne das Ziel

der Auferstehung mit im Blick zu haben.

Die Kreuzigung wurde als Todesstrafe bei

den Römern nur über Schwerverbrecher

verhängt, und dann auch nur, wenn es sich

nicht um römische Bürger handelte. Es war

die grausamste und schimpflichste Strafe von

allen, ein qualvolles langsames Dahinsterben.

Trotzdem können wir auch etwas zum

Sinn des Leidens und Sterbens Jesu Christi

sagen. Wir hören vom Apostel Paulus, dass

Jesus den Fluch des Gesetzes auf sich nahm,

ja dass er selbst zum Fluch wurde (Gal 3,13).

Er, der unschuldig war, nahm die schlimmen

Folgen der Gesetzesübertretung auf sich, so

dass wir, die schuldig wurden, nicht Fluch,

sondern Segen ernteten. - Mit einem Bild

wird das im Kolosserbrief beschrieben: Wir

waren in Schulden geraten; sie hätten uns

in den Ruin getrieben. Jesus aber hat uns

von unsrer Schuldverschreibung entlastet

und sie ans Kreuz geheftet (Kol 2,14).

- Verkauft waren wir unter die Macht der

Sünde, nun aber sind wir freigekauft durch

das Blut Jesu Christi, so heißt es im Ersten

Petrusbrief (1,18-19). - Mit immer neuen

und doch ähnlichen Bildern versucht das

Neue Testament uns das nahezubringen: Im

Kreuz Jesu liegt unsere Erlösung. So wird das

Kreuz zum Zeichen des Heils. Kein göttliches

Eingreifen rettet Jesus in letzter Minute. Es

ist auch kein Scheintod, der ihn eigentlich

weiterleben lässt. Ja, auch das bekennen

wir, dass Jesus Christus wirklich gestorben

ist. Und es wäre in der Tat die Frage, ob

damit nicht alles aufhörte, wäre da nicht die

Fortsetzung: „am dritten Tage auferstanden

von den Toten“. Es bliebe womöglich nur

Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, und

am Ende wäre Gott selbst gestorben. Nun

aber ist Jesus auferstanden; „gestorben“

ist nicht das letzte Wort. Das deutet sich

schon in dem an, was der Evangelist Johannes

als letztes Wort Jesu überliefert: „Es

ist vollbracht.“ Damit wird der Endpunkt

zum Anfang, das Lebenswerk Jesu findet

in seinem Tod die Erfüllung, weil am Ende

das Leben siegt.

Was versteht man schließlich unter

der Höllenfahrt Christi?

Als Höllenfahrt Christi (lat. Descensus

Christi ad Inferos) bezeichnet man die

traditionelle christliche Vorstellung, dass

Jesus in der Nacht nach seiner Kreuzigung

in die Hölle hinabgestiegen sei und

dort bzw. in der Vorhölle, dem „Schoß

Abrahams“, die Seelen der Gerechten seit

Adam befreit habe. Hintergrund dieser

Vorstellung ist die Frage, wo Jesu Seele

zwischen Karfreitag und Ostern gewesen

sei. Man beruft sich dabei auf die biblischen

Aussagen in Epheser 4, 8 – 10 und 1.

Petrus 3,18 - 22. Darin wird gesagt, dass

Jesus zwischen Kreuzigung und Auferstehung

ins Totenreich gegangen ist, um die

Menschen dort zu befreien. Der Sinn dieser

biblischen Aussage ist, festzuhalten, dass

Der Ak Miteinander-Füreinander ist für

die sozialen Anliegen in unserer Pfarre

zuständig. Aus dem, dass wir auf die

Menschen zugehen, ergeben sich die

verschiedenen Besuchsdienste. 15 Personen

stehen im Krankenbesuchsdienst, 40

Pfarrangehörige besuchen alte und einsame

Pfarrmitglieder, 7 Personen bemühen sich,

für trauernde Angehörige da zu sein. 47

Caritashelfer machen Hausbesuche und

stellen Kontakte her, sie bitten bei der Caritashaussammlung

auch um Ihre Spende.

Dazu kommen zwei Altenwallfahrten, der

Über das Telefongespräch habe ich mich sehr

gefreut. Wir sind Missionarinnen und arbeiten

in priesterlosen Gemeinden in sechs südamerikanischen

Ländern, besonders dort, wo die

Ärmsten der Armen sind. Unsere Schwesterngemeinschaft

wurde im Jahr 1961 in Peru

gegründet von den deutschen Missionaren:

Friedrich Kaiser (aus Dülmen in Deutschland)

und Sr. Willibrodis (aus Paderborn). Unsere

Schwesterngemeinschaft ist bis heute auf

mehr als 400 Mitschwestern angewachsen.

Daher können wir 39 Missionsstationen

unterhalten und betreuen.

Als Seelsorgeschwestern feiern wir Wortgottesdienste,

wir taufen und kümmern uns um

kirchliche Eheschließungen. Wir geben Religionsunterricht

und nehmen uns der kranken

und sterbenden Menschen an. Wir besuchen

die Kranken, die weit weg in den Anden

wohnen, wir stehen ihnen in der letzten

Stunde bei und bereiten ihnen ein würdiges

die Menschen, die vor Jesus gelebt haben

und ihn also gar nicht kennen konnten,

trotzdem nicht einfach verloren gehen und

abgehakt sind, sondern auch erlöst werden

können, dass der Himmel also auch für sie

AK „Miteinander-Füreinander“

Altentag und die Alttextilsammlung, die

mit Freude von uns organisiert werden.

Gerne geben wir Auskunft, wenn jemand

Brief von Seelsorgeschwestern

aus Peru

Begräbnis. Wir bilden eine große Zahl von

Katecheten aus. Daneben übernehmen wir

viele soziale Dienste als Krankenschwestern,

Hebammen; wir geben Koch-Schneider- und

Nähkurse. Wir sehen es als unsere Aufgabe

an, den armen Menschen, besonders den

Kindern in ihren Nöten beizustehen, wir

teilen ihr ärmliches Leben und sind ihnen

auf diese Weise nahe.

Zur Zeit haben wir über 90 Schwestern in

der Ausbildung, die sechs Jahre dauert. Wir

haben keine Einnahmen vom Krankenhaus

und den Schulen. So haben wir viele Sorgen.

Mit großer Freude haben wir voriges Jahr

unser 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Das ist

schön! Aber die Schwestern werden alt und

Caritashelfer

In jedem Jahr werden am 4. Fastensonntag (Laetare) – heuer der

10. März – bei einer Sonntagsmesse die Caritashelfer ausgesandt.

Nicht nur, dass sie Sammler sind, sondern auch Helfer. Im Monat

März und April sind sie aber von Haus zu Haus unterwegs, um für

die Caritas zu sammeln. Ich möchte allen Caritashelfern wieder

einmal sehr herzlich danken, den altbewährten, aber auch denen,

die neu unterwegs sind. Caritashelfer sein ist keine leichte Aufgabe,

weil sie sich viel Kritik anhören müssen bzw. sogar abgewiesen

werden. Im vergangenen Jahr wurden 16.107 Euro gespendet. Dafür

möchte ich allen, die gespendet haben, sehr herzlich danken. Ganz

sicher wird uns der Herr beim Gericht fragen, was wir für die Armen

getan haben. Da wir in der Pfarre immer wieder Caritashelfer

suchen, möchte ich gerade auch die Mitarbeiter um Bereitschaft

und guten Willen bitten.

offensteht. Damit wird festgehalten, dass

durch Jesus Entscheidendes passiert ist, was

so vorher nicht war, aber trotzdem keiner

von vornherein ausgeschlossen ist.

Birgit Klappacher

das vielfältige Hilfsangebot der Caritas

benötigt. Folgende Mitglieder bilden den

Arbeitskreis Miteinander-Füreinander:

Josef Antensteiner, Leopoldine Antensteiner,

Maria Bossert, Hermine Edelsbacher,

Marina Feßl, Mag. Brigitte Feußner, Ottilie

Gösweiner, Daniel Huemer, Hilde Kaltenbrunner,

Walpurga Kreutzhuber, Maria

Leonhartsberger, Maria Mayr, Cäcilia

Neumann, Eva Rappold, Ingrid Rebhandl,

Johanna Stöger, Annelie Thallinger, Claudia

Theisl, Margit Windhager.

Ottilie Gösweiner

krank nach der schweren Seelsorgsarbeit.

Wir haben keine Krankenversicherung. Die

Kandidatinnen kommen aus guten Familien,

aber mit vielen Kindern. Die Nöte der Armen

sind verschiedene.

Darum wenden wir uns heute an Sie, Herr

Pfarrer, mit einer großen Hoffnung. Damit wir

weiter im Dienst Gottes bleiben können, brauchen

wir finanzielle Hilfe. In der Hoffnung,

dass uns Ihre Pfarrgemeinde nicht vergisst,

grüßen wir Sie und alle Pfarrangehörigen,

dass Sie uns finanziell unterstützen.

In der Treue zur heiligen katholischen Kirche

Ihre

Sr. Maria Immaculata u. Sr. Maria Flavia

Spendenüberweisung bitte an:

Peruanische Seelsorgsschwestern

IBAN AT 58 1860 0002 10651875

BIC / SWIFT. VKBLAT2L

Volkskreditbank AG. AT – 4020 Linz

10 Nr. 173

Februar 2013

11


Schon in den frühesten Zeiten des Christentums

setzte sich bei den Gläubigen der Brauch

durch, in Erwartung des Osterfests eine Zeit der

Vorbereitung einzuhalten, um sich auf dieses

größte aller Mysterien der Heilsgeschichte

einzustellen. Am Anfang dauerte diese Vorbereitung

nur einen Tag; doch mit der Zeit wurde

sie immer länger, bis sie schließlich sechs

Wochen umfasste. Seit dem 4. Jahrhundert

ist eine vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das

Osterfest bezeugt. Auf Latein nannte man diese

Zeit „Quadragesima“: die 40 Tage Vorbereitung

auf das Ostermysterium. Die Fastenzeit bringt

für die Gläubigen zwei unterschiedliche religiöse

Gebote mit sich: fasten und Buße tun.

Das Fasten, das früher (außer an Sonntagen)

für alle Gläubigen zwischen 21 und 60 Jahren

Pflicht war, wurde von der Kirche frühestens

ab dem 4. Jahrhundert praktiziert.

In der lateinischen Kirche dauerte die Fastenzeit

ursprünglich 36 Tage, bis im 5. Jahrhundert

noch vier weitere Tage hinzugefügt

wurden. Diesem Beispiel folgte bald das ganze

Abendland mit Ausnahme der ambrosianischen

Kirche. Die abendländischen Mönche

hielten drei Fastenzeiten ein: die wichtigste vor

Ostern, eine weitere (die sogenannte Sankt-

Martins-Fastenzeit) vor Weihnachten und

eine dritte nach Pfingsten zu Ehren Johannes

des Täufers.

Obgleich es gute Gründe dafür gab, die Fastenzeit

36 Tage dauern zu lassen, ließ sich

die vierzigtägige Dauer sogar noch besser

begründen. Die Zahl vierzig, die schon im Alten

und im Neuen Testament große symbolische

Bedeutung hat, ist nämlich in der Heiligen

Schrift immer mit Leid und Trauer verbunden.

Vierzig Tage und vierzig Nächte dauerte die

Sintflut, welche die Erde überschwemmte und

die sündige Menschheit auslöschte (vgl. Gen

7,12); vierzig Jahre lang musste das auserwählte

Volk zur Strafe für seine Undankbarkeit in

der Wüste umherirren (Jos 5,6), bevor es das

Gelobte Land erreichte (vgl. Dtn 8,2); vierzig

Tage lang musste Ezechiel auf seiner rechten

Beichtzeiten in der Pfarrkirche in der

Fastenzeit und in der Karwoche

• Bei einem auswärtigen Priester

Sonntag, 17. März , 7.00 – 11.30 Uhr

• Bei Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

an jedem Freitag von 17.00 – 18.30 Uhr

und in der Karwoche

Montag, 18.00 – 19.30 Uhr; Dienstag, 18.00 – 19.30 Uhr;

Mittwoch, 9.00 – 10.00 Uhr; 16.00 – 18.00 Uhr; Gründonnerstag,

16.00 – 19.00 Uhr; Karfreitag, 13.30 – 14.45 Uhr;

Karsamstag, 9.30 – 10.45 Uhr; 16.00 – 19.30 Uhr

Die Fastenzeit:

wie und warum?

Geschichte einer Tradition seit

den Anfängen des Christentums

Seite liegen, um die bevorstehende Strafe Gottes

für Jerusalem darzustellen (vgl. Ez 4,6);

vierzig Tage lang fastete Moses auf dem Berge

Sinai, um die göttliche Offenbarung entgegenzunehmen

(vgl. Ex 24,12-17); vierzig Tage

lang wanderte Elija durch die Wüste, um der

Rache der götzendienerischen Königin Isebel

zu entkommen und von Jahwe getröstet und

belehrt zu werden (vgl. 1Kön 19,1-8); auch

Jesus verbrachte nach seiner Taufe im Jordan

und vor Beginn seines öffentlichen Wirkens

vierzig Tage und vierzig Nächte betend und

fastend in der Wüste (vgl. Mt 4,2).

Ursprünglich setzte die Fastenzeit mit dem ersten

Fastensonntag ein und endete am Morgen

der Auferstehung Jesu. Weil aber der Sonntag

ein Feiertag ist und das Fasten nicht zu ihm

passte, und um die heilige Anzahl von 40 Tagen

beizubehalten, wurde der Beginn der Fastenzeit

um die 4 fehlenden Tage auf den Mittwoch vor

dem ersten Fastensonntag vorverlegt. Dieser

Brauch entstand während der letzten Lebensjahre

Gregors des Großen, der von 590 bis 604

n. Chr. Papst war. Das Vorverlegen des Beginns

der Fastenzeit auf den Mittwoch, der später den

Namen Aschermittwoch erhielt, erfolgte also

in den allerersten Jahren des 7. Jahrhunderts,

etwa zwischen 600 und 604. Damals nannte

man den Aschermittwoch „Caput Jejunii“ oder

auch „Caput Quadragesimae“, was beides

„Beginn der Fastenzeit“ bedeutet. Die Buße

für die öffentlich begangenen Sünden begann

damit, dass der Büßer von der Teilnahme an

der Messliturgie ausgeschlossen wurde. Eine

echte kirchliche Vorschrift diesbezüglich finden

wir im Konzil von Benevent im Jahr 1091 unter

Kanon Nr. 4.Im Urchristentum wurde die

Fastenzeit dazu genutzt, die Katechumenen

vorzubereiten, da diese am Ostersonntag die

Taufe empfingen und damit von der Kirche

aufgenommen wurden. Das Fasten selbst war

schon seit der frühesten Antike ein religiöses

Gebot vieler Völker. In den heiligen Büchern

Indiens, in den Schriftrollen der alten Ägypter

und in den mosaischen Büchern gibt es zahlreiche

Vorschriften, die das Fasten betreffen.

In der Beachtung der Fastenzeit sind die Ostkirchen

strenger als die abendländischen Christen.

In der griechisch-schismatischen Kirche wird

an jedem der vierzig Tage vor Ostern streng

gefastet; niemand kann sich eine Dispens

erteilen, auch nicht der Patriarch. Die ersten

christlichen Mönche (Zönobiten) fasteten im

Gedenken an Jesus in der Wüste; die ägyptischen

Mönche nahmen am Tag nicht mehr

als 12 Unzen Brot zu sich, die Hälfte davon

am Morgen, die andere Hälfte abends, jeweils

mit einem Schluck Wasser. Früher war während

der Fastenzeit nur eine Mahlzeit am Tag

erlaubt. Diese wurde bis ins 4. Jahrhundert

nach Sonnenuntergang eingenommen. Später

wurde sie ab 15 Uhr gestattet. Zu Beginn des

16. Jahrhunderts erlaubten die kirchlichen

Behörden zusätzlich zur Hauptmahlzeit eine

leichte abendliche Speisung, die sogenannte

„Colatio“. Als mit der Zeit die Strenge immer

mehr nachließ, wurde auch das Fleisch, das

früher während der gesamten Fastenzeit verboten

war, in der Hauptmahlzeit bis zu dreimal

in der Woche zugelassen.

Die strikten Vorschriften der Fastenzeit wurden

in Rom jedes Jahr durch das sogenannte

„Fastenedikt“ bekannt gemacht. Lange Zeit

war das Fasten eine echte Pflicht, und wer

sich diesbezüglich etwas zuschulden kommen

ließ, musste mit strengen Strafen rechnen. Ein

Beispiel für diese Strenge ist der Beschluss des

8. Konzils von Toledo im Jahr 653, allen, die

ohne Grund in der Fastenzeit Fleisch gegessen

hatten, den weiteren Genuss von Fleisch für

das ganze Jahr zu verbieten und sie außerdem

am Ostersonntag von der Kommunion

auszuschließen.

Fastenpredigten in der Kalvarienbergkirche

An jedem Freitag werde ich in der Fastenzeit in der Kalvarienbergkirche

wieder eine Fastenpedigt halten, während der Fastenwoche

täglich. Heuer habe ich mir das Thema vorgenommen:

„Einfach glauben. Wie geht das?“ So treffen wir uns um 19.00

Uhr am Fuß des Kalvarienberges, beten auf dem Weg zur Kirche

den Rosenkranz und feiern um 19.30 Uhr in der Kirche das Hl.

Messopfer, wo auch die Fastenpredigt gehalten wird.

15. 2. Wegerfahrung des Glaubens | 22. 2. In lebendiger Beziehung

zu Gott | 1. 3. Glaubensfreude | 4. 3. Die Säulen der

Kirche | 5. 3. Umkehr und Glaube | 6. 3. Was uns verwandelt

| 7. 3. Freundschaft mit Jesus | 8. 3. Gottes heiliger Geist 15. 3.

Keiner glaubt allein | 22. 3. Das Leben verstehen

Jeder, der das Beichtsakrament empfängt,

weiß, dass es der Priester ist, der am Ende

der Beichte dem Pönitenten eine heilsame

Buße aufgibt. Was soll man nun unter einer

solchen passenden und angemessenen

Buße, um die man bitten soll, verstehen,

die beim Empfang des Sakraments der Versöhnung

auferlegt werden soll?

Vielleicht sollte man zunächst einmal darauf

hinweisen, dass eigentlich alle Bußen zu

kurz greifen, um eine wahrhaft angemessene

Sühne für unsere Sünden zu leisten.

Die Schwere, die jeder Sünde eigen ist, übertrifft

bei weitem unsere Möglichkeiten, den

Mangel an Liebe, den wir Gott gegenüber

verübt haben, wiedergutzumachen. Das

Wunderbare an der Beichte ist, dass Gott

mit uns so großzügig ist, dass er uns die Versöhnung

und die Wiederherstellung seiner

Freundschaft anbietet und schenkt.

Früher, so erinnern auch Sie sich vielleicht,

gab es auf traditionelle Weise das „Vater

unser“ und das „Gegrüßet seist du Maria“

und das, drei- bzw. fünf Mal. Ich war damit

selber oft nicht zufrieden, aber auch als

Priester spüre ich, dass das nicht ausreicht.

Zunächst glaube ich, dass es schon Gebetsbußen

sein können, die man erfüllen kann,

ehe man aus der Kirche geht. Die Kirche

begnügt sich damit, Priester dahingehend

anzuweisen, angemessene Bußen aufzuerlegen,

Bußen, die der Natur jedes Falles

entsprechen. Die Gewohnheit, Gebete als

Buße aufzuerlegen, ist nicht einfach eine

formelle Lösung; gerade weil es sich um

Gebet handelt, ist es vielmehr ein Zeichen

dafür, dass Gnade tief in der Seele versenkt

wird, was authentisches Gebet ermöglicht

und dieses verdienstlich macht.

Beim Auferlegen einer passenden Buße

sind mehrere Dinge zu berücksichtigen.

Zu allererst muss das Wesen der Sünde berücksichtigt

werden, denn Bußen wollen ein

Heilmittel sein, und schwerwiegendere Sünden

verlangen nach einer strengeren Buße,

damit das Bewusstsein aufgerüttelt und die

Schwere der Sünde vor Augen geführt wird,

besonders dann, wenn sie sich oft wiederholt

hat. Sünden gegen die Gerechtigkeit, wie

zum Beispiel Diebstahl oder Verleumdung,

müssen auch in irgendeiner Form durch

Rückgabe der Güter oder Wiederherstellung

der Ehre wiedergutgemacht werden.

Ebenso wichtig ist aber auch die Verfassung

des Pönitenten, da es keinen „Bußtarif“

gibt, der gewissen Sünden automatisch

zuzuordnen wäre. Soweit ihm das möglich

Fragen und

Antworten (99)

Was sind angemessene

BuSSen?

ist, muss ein Priester, ehe er eine passende

Buße verhängt, sich ein Bild von der geistigen

Aufnahmefähigkeit seines Pönitenten

machen. Das ergibt sich normalerweise

aus der Art und Weise, wie die Beichte von

ihm abgelegt wird. Ein Mensch mit starker

geistlicher Resonanz und guter katholischen

Bildung profitiert wahrscheinlich mehr von

Bußen wie der Lektüre der Heiligen Schrift,

dem Beten von Psalmen oder der Verrichtung

frommer Andachten.

Wenn ein Beichtender den Glauben nicht so

gut kennt und nicht an gewisse Praktiken,

wie den Rosenkranz, den Kreuzweg oder das

Fasten gewöhnt ist, dann ist es wahrscheinlich

besser, solche Bußen nicht aufzuerlegen,

denn vermutlich würden sie diese Menschen

frustrieren. Die Regel, dass es möglich

sein muss, die Buße vor dem Verlassen der

Kirche zu erfüllen, lässt sich vor allem auf

diese Art Pönitenten anwenden. Wenn

der Priester meint, dass die gewöhnlichen

„Gegrüßet seist du Maria“ und „Vaterunser“

in bestimmten Fällen nicht angemessen

sind, kann er eine weniger formelle, aber

ausführbare Buße verhängen. Zum Beispiel

könnte er dem Beichtenden sagen, er solle

für eine gewisse Zeit das Allerheiligste oder

einen Altar der Muttergottes besuchen und

dort in einem Klima der Einkehr für die

empfangene Vergebung Dank sagen oder

um Kraft bitten, damit er einen bestimmten

Fehler überwinden kann.

Ölbergnacht in der

Pfarrkirche

Gebetsnacht vom Gründonnerstag

auf Karfreitag

21.00 - 22.00 Uhr Rosenau

22.00 - 23.00 Uhr Schweizersberg,

Roßleithen

23.00 - 24.00 Uhr Rading,

Mayrwinkl

00.00 - 01.00 Uhr Pichl, Pießling

01.00 - 02.00 Uhr Gleinkerau, Garstner

Eck, Am Wur

02.00 - 03.00 Uhr Mitterweng

03.00 - 04.00 Uhr Windischgarsten

04.00 - 05.00 Uhr Edlbach

05.00 - 06.00 Uhr Seebach

Diese letzte Form der Buße ist oft für Menschen

von großem Vorteil, die über einen

längeren Zeitraum nicht zur Beichte gegangen

sind und die eine besondere Gnade dazu

veranlasst hat, das Sakrament aufzusuchen.

Manchmal kann die Buße selbst zu einer

Bekehrung führen. Es gibt da eine alte Anekdote,

nach der ein Priester zufällig zuhörte,

als eine Gruppe junger Männer eine Wette

abschloss, bei der der Verlierer zur Beichte

gehen musste. Mit diesem Wissen ausgerüstet

nahm der Priester daraufhin seinen Platz im

Beichtstuhl ein, und als der junge Mann kam,

um zu beichten, trug der Kleriker ihm als Buße

auf, sich vor das große Kreuz in der Kirche

hinzustellen und dort 20 Mal zu wiederholen:

„Du hast dies für mich getan und es könnte

mir nicht gleichgültiger sein!“ Anfangs sagte

der Junge den Satz lässig auf, dann aber sprach

er ihn langsamer aus und schließlich endete

er in Tränen. Für den jungen Mann begann

nach dieser Beichte ein Weg der Bekehrung,

der ihn irgendwann dahin führte, Erzbischof

von Paris zu werden.

Einkehrtage im Pfarrheim

„Brunnentage“

Besinnungsstunden für Berufstätige

Mittwoch, 27. Feb., 20.00 – 22.00 Uhr

„Was und wem glauben wir?“

(P. Richard Pühringer CPPS, Kufstein)

Fraueneinkehrtag

Donnerstag, 28. Feb., 9.00 – 16.00 Uhr

„Glaubensquellen“

(P. Richard Pühringer CPPS, Kufstein)

Männereinkehrtag

Samstag, 16. März, 13.00 – 16.00 Uhr

„Bau dein Haus auf Fels! (Lk 6,47-49)“

(P. Lukas Six OSB, Prior in Lambach)

Jugendeinkehrtag

Samstag, 16. März, 15.00 – 22.00 Uhr

„Ich glaube. Glaube ich wirklich?“

(P. Robert Roidinger OCist, Schlierbach)

Alteneinkehrtag

Mittwoch, 20. März, 13.00 – 16.00 Uhr

„Wie Glauben im Leben geht“

(Dr. Gerhard Maria Wagner,

Windischgarsten)

Krankentag

Montag, 11. Februar

9.00 Uhr, Altenheim;

14.00 Uhr, Pfarrkirche

Hl. Messe und Krankensegen

12 Nr. 173

Februar 2013

13


Das Kreuz, im Hymnus Pange linqua (um

570 n. Chr. verfasst von Venantius Fortunatus)

als Siegeszeichen bezeichnet, war

zunächst nichts anderes als ein grausames

Hinrichtungsinstrument. Unter grausamen

Qualen kamen verurteilte Menschen an

diesem Schandpfahl zu Tode. Keiner, der

römischer Bürger war, egal welch schlimme

Verbrechen er begangen hatte, durfte zu

dieser als entehrend angesehenen tödlichen

Folter verurteilt werden. Das ist es, warum

die Christen sich zunächst mit dem Zeichen

des Kreuzes schwer taten, mit seiner Darstellung

und Verehrung. Eher taugte das Kreuz

in den frühen Jahren als ein Spottsymbol.

Eine solche Spottdarstellung wurde 1865

an einer Mauer des kaiserlichen Palastes in

Rom entdeckt. Ein Mensch steht vor einem

gekreuzigten Esel. „Alexamenos verehrt

Gott“ meint die Inschrift zu der geritzten

Zeichnung. Die älteste uns bekannte christliche

Kreuzigungsdarstellung findet sich auf

der Tür der Kirche Santa Sabina in Rom aus

Das Fastentuch

Das Fastentuch, auch Palm- oder Hungertuch

genannt, ist ein großes Leinentuch, das

während der Fastenzeit vor dem Chor oder

dem Hochaltar gespannt wird. In schachbrettartiger

Anordnung sind darauf häufig

Szenen aus der Passion angebracht. Die

ersten Fastentücher gehen auf das 10. und

11. Jahrhundert zurück. In Deutschland ist

das „velum quadragesimale“ seit der Mitte

des 14. Jahrhunderts bekannt. Die Blütezeit

war das 15. und 16. Jahrhundert. Vereinzelt

wurde es noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

verwendet.

Die im Abendland eigentlich nicht übliche

Verhüllung des Altars hängt wohl mit der

Bußdisziplin zusammen. In mittelalterlichen

Texten werden als Gründe für die Altarverhüllung

die Unwürdigkeit des Menschen

genannt, Gott zu schauen, die Verdemütigung

Christi und das Zurücktreten seiner

Gottheit vor seiner gepeinigten Menschheit

und die Erinnerung an das Velum vor dem

Allerheiligsten des Tempels oder der Bundeslade,

das beim Tod Christi zerriss (Mt 15,

38; Mk 15,38; Lk 23, 45).

Kleine Geschichte

der Kreuzverehrung

dem Jahr 432. Hier ist jedoch das Kreuz

selber noch nicht abgebildet.

Obwohl schon Paulus in seinen Briefen

begonnen hatte, eine Kreuzestheologie auszuformulieren,

war das Kreuz für lange Zeit

ein Problem. Man kann das verstehen, wenn

man bedenkt, dass die Christen in frühen

Jahren der Kirche durchaus selber noch

Kreuzigungen mit eigenen Augen haben

ansehen müssen. So sollte also ihr Erlöser

umgekommen sein? Da der Schmerz kaum

vorstellbar war, den das Kruez der Seele

bereitet hat, war zumindest eine Abbildung

des Kreuzes oder eines gekreuzigten Christus

zunächst undenkbar. Daher finden sich in

der frühen Bilddarstellung andere Zeichen

für Christus. Beispielsweise ist der römische

Schafträger als der gute Hirte, von dem wir

im Evangelium (vgl. Joh 10) hören, ein häufiges

Zeichen für Christus.

Fast dreihundert Jahre später war die Zeit

gekommen, das Kreuz als das zu erkennen,

was es ist. Das Kreuz ist das Zeichen,

in dem Christus das Römische Reich, das

ihm scheinbar zum Verhängnis wurde, erobern

wollte. Das Kreuz ist das Zeichen, in

dem Christus am Ende siegen wird. In der

christlichen Kunst wird das Kreuz immer

wieder neu dem Verständnis der Zeit gemäß

aufgegriffen. Das romanische Triumphkreuz

stellt den Auferstandenen stehend vor dem

Kreuz dar. Er trägt oft eine Krone auf dem

Haupt. Dagegen betont das gotische Kreuz

vielmehr das Leiden Christi und korrespondiert

mit der aufkommenden Leidensmystik

im Hochmittelalter. Die Darstellungen der

Schmerzen sind oft sehr realistisch. Christus

trägt eine Dornenkrone, die Wunden sind

deutlich herausgearbeitet.

Alle Männer der Pfarre sind eingeladen!

Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner spricht zum Thema: „Müssen Männer nicht wieder die Kirche verteidigen?“

Pfarrheim, am 11. Februar um 20.00 Uhr

Aschermittwoch,

13. Februar, 19.00 Uhr

Hl. Messe mit Aschenauflegung

Beginnen wir pünktlich und konsequent die Fastenzeit!

Aschermittwochgespräche

13. Februar, 20.00 Uhr

„Was man vom 2. Vatikanischen Konzil

unbedingt wissen muss“

Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

Jugendassisiwallfahrt – 20 Jahre

Im August 1992 brachen wir nach Assisi auf. Es folgten 20 Jahre, in denen wir uns

sehr sehr gerne und auch regelmässig in dieser fröhlichen und gemütlichen Runde zum

Gebet und Gespräch trafen. Ende Oktober feierten wir unser „20 – jähriges Jubiläum“.

Zunächst trafen wir uns in der Svetlinkapelle zu einem feierlichen Abendlob im Geiste

des Hl. Franziskus – ein großes Danke der „Mesnerin“ Fr. Stummer, die die Kirche extra

für uns öffnete. Anschließend gings zum Bergrestaurant am Turm, wo wir uns beim

Wildkulinarium kulinarisch verwöhnen ließen. Der Abend klang wie immer in fröhlicher

Runde aus – mit dem Vorsatz, uns bald wieder zu treffen. Schön, wenn es allen ein

Anliegen ist, in Gemeinschaft zusammen zukommen … es war nur eine verhindert!

Birgit Klappacher

„In der Tat, wir müssten von Gott schweigen,

wenn wir den Menschen in so viel leiblicher

und geistiger Not nicht die Botschaft von

Gottes Barmherzigkeit neu zu sagen wüssten.

Die Frage nach dem Erbarmen Gottes und

nach erbarmenden Menschen ist nach all den

fürchterlichen Erfahrungen des 20. wie des

noch jungen 21. Jahrhunderts heute dringender

denn je.“ Das Wort Barmherzigkeit scheint

aus der Mode zu sein. Dennoch steht es im

Herzen der christlichen Botschaft. Nicht nur

Eindruck veranlasste den deutschen Kurienkardinal

Walter Kasper dazu, den Blick wieder

auf diese zentrale Botschaft des Christentums

zu werfen. Als eine Zusammenstellung von

mehreren Vorträgen und Exerzitien zum

Thema versteht sich das Buch als Versuch

einer Zusammenschau von theologischen,

philosophiegeschichtlichen und spirituellen

sowie pastoralen Erfahrungen und Annäherungen

an das Thema.

Danksagung

30 Pfarrangehörige sind der pfarrlichen Einladung zum gemeinsamen

Dankesmahl am Sonntag, 20. Jänner, ins Hotel Sperl gefolgt.

Der Dank der Pfarre galt allen, die bei der Pfarrheimrestaurierung

mitgeholfen haben. Es waren Männer und Frauen, denen wir unsere

gelungene Pfarrheimrestaurierung und ein wunderschönes Pfarrheim

verdanken. In unserem Pfarrheim treffen sich nicht nur Kinder und

Jugendliche zu ihren Heimstunden, sondern auch Erwachsene zur

Glaubensfortbildung, Mitarbeiter der Pfarrre zu ihren Sitzungen,

und schließlich findet in unserem Pfarrheim neben vielen anderen

Festen auch unser Pfarrball statt. Wir möchten nochmals auch jenen

danken, die für die Pfarrheimsanierung gespendet haben.

Gottes Gerechtigkeit ist

seine Barmherzigkeit -

Notizen zu Walter Kardinal

Kasper:

Barmherzigkeit. Grundbegriff

des Evangeliums.

Schlüssel christlichen Lebens,

Herder 2012.

Kasper beginnt das Fragen nach Barmherzigkeit

damit, wie man diesen Begriff heute

noch verstehen kann. Dabei wird, wie bereits

im Eingangszitat angezeigt, deutlich,

dass die Welt, umso mehr sie vergisst, was

Barmherzigkeit meint, ihrer bedarf. Und:

Dass der Weg zu den Leidenden ein Zeichen

der Zeit ist, den die Kirche nie vergessen darf,

damit sie sich selbst immer wieder in ihrer

Gottesrede vergewissert. Da dem heutigen

Menschen das christliche Begriffsinstrumentarium

weitgehend unbekannt ist, seien neue

Begriffe wie Empathie und die von J.B. Metz

stark gemachte Begrifflichkeit der Compassio

(des Mitleidens) zu finden, die unserer Zeit

die Dringlichkeit des „sträflich vernachlässigten

Themas“ wieder vor Augen stellt. Dabei

geht es dem Kardinal natürlich auch um das

Aufbrechen einer Mentalität des Egoismus

und der Selbstzentrierung. Vor allem aber

sei angesichts des Leids des Menschen und

der Welt Barmherzigkeit zum Motor jeglicher

Pastoral zu machen.

Mit diesem starken Anfang lässt das Buch

einiges erwarten, was aber in den folgenden

Kapiteln nicht ganz eingelöst wird. Ein

kursorischer Gang durch Theologie- und

Ideengeschichte wirkt ebenso schnell wie

nicht wirklich tiefgehend, weil 2500 Jahre

Nachdenken über ein solches Thema

nicht auf 11 Seiten passen. Ähnlich verhält

es sich mit der religionsgeschichtlichen

Spurensuche nach dem Thema Barmherzigkeit

in anderen Religionen. Mit etwas

Koketterie könnte man dem Werk hier ein

religionsgeschichtliches Reden im Sinne der

political Correctness unterstellen, die außer

Schlagwörter zu dem Thema Barmherzigkeit,

vor allem durch wohl bekannte Floskel der

interkulturellen Religionsverständigung im

Zeichen der gegenseitigen Schätzung und

Anerkennung nicht wirklich Neues bieten

will. Ob es diesen Zusatz gebraucht hätte,

kann man in diesem Zusammenhang berechtigterweise

nachfragen, denn die folgenden

bibel- und offenbarungstheologischen

Gedanken nehmen den eigentlichen und

aussagekräftigsten Teil des Buches ein. Besonders

aufschlussreich ist Kaspers Darstellung

des Alten Testaments als eigentliche Rede

über die Barmherzigkeit Gottes, die sich vor

allem in seiner Gerechtigkeit zeigt. Dabei ist

aber Barmherzigkeit Gottes nicht mit einer

stumpf gewordenen Vorstellung des lieben

Gottes zu verwechseln. Dagegen steht die

Rede von Jahwes entschiedenem und zornigem

Eingreifen. Barmherzigkeit Gottes

im AT meint vielmehr, so der ehemalige

Professor für Dogmatik, dass Gott in seiner

unerforschlichen Andersheit souverän ist.

Ein Gedanke, den bereits Thomas von Aquin

entwickelt, beschäftigt auch Kasper: Gottes

Barmherzigkeit ist seine frei gewählte Souveränität,

die immer die Option für das Leben

und die Armen bedeutet. Höhepunkt dieser

Option für Leben und die Leidenden sei das

Eintreten Jesu Christi in die Geschichte des

Menschen. Jesus, der sein Leben hingibt,

also zur Proexistenz für andere wird, sei

Inbegriff dieser freigewählten Souveränität

Gottes als personalisierte Barmherzigkeit.

Besonders spannend stellen sich die Überlegungen

dort dar, wo Kasper versucht, Gottes

Gerechtigkeit, Jesu Botschaft und unser

Leben zusammenzubringen: Wenn Gottes

radikale Zuwendung zu uns in der Person

Jesu Christi ist, dann können wir von Gott

zuerst in Beziehungskategorien denken

und nicht in Seinszuschreibungen. Umso

verwirrender ist es, warum dann eine lange

metaphysisch schwere Abhandlung über

die Eigenschaften Gottes folgt. In einer Zeit

nachmetaphysischen Denkens kann man

den modernen Menschen nicht mehr mit

solchen Überlegungen an sich binden. Eindrucksvoll

hingegen zeigen sich die Passagen

über Gottes universalen Heilswillen und die

Hingabe Christi als Prüfstein für die konkrete

Seelsorge und die Sakramentenpastoral. Die

Kirche muss sich auch selbst immer wieder

mit dem Maß der Barmherzigkeit messen

und messen lassen. In diesem Zusammenhang

ist es sinnvoll, die Frage Kaspers nach

Barmherzigkeit im Kirchenrecht ehrlich und

auch in kleinen kirchlichen Einheiten wie

der Pfarrgemeinde zu diskutieren: Braucht

es Macht, wenn es um Barmherzigkeit geht?

Schließlich plädiert Kasper gerade in einer

Zeit, da der Sozialstaat an seine Grenzen

stößt, für die Barmherzigkeit als Solidarität

mit den anderen: Gegen eine Kultur der

Institutionalisierung von Problemen, für eine

Kultur der Barmherzigkeit ganz konkret.

Bestimmt stellt sich dann die Gottesfrage

wieder ganz von selbst. Nicht nur wegen

dieser Betrachtungen ist das Buch ein Gewinn

für den Leser.

David Pernkopf

14 Nr. 173 Februar 2013

15


Für jeden einigermaßen lebensfrohen Menschen

muss es eine beträchtliche Anfechtung

sein, wenn seine „neue“ Religion ihm

unausgesetzt Leiden einträgt. Das gilt nicht

nur für Paulus selbst, sondern auch für seine

Gemeinden. Paulus lebt sein Evangelium. So

gilt, dass er alles, was er lehrt, persönlich selbst

darstellt. Paulus begreift sich als die lebendige

Darstellung des Evangeliums. Sein Leben

ist ein einziges Passionsspiel (vgl. 2 Kor 4).

Paulus verkündigt nicht nur und nicht zuerst

mit Worten, sondern sein Geschick ist die

Inszenierung des zentralen Geschickes Jesu:

Leiden, Tod und Auferstehung. Denn Paulus

leidet und wird immer wieder errettet, er ist in

Lebensgefahr und wird immer wieder befreit

(vgl. 2 Kor 4,7-11). Hier wird auch ersichtlich,

weshalb wir von Paulus so wenig über Jesu

Leben in Palästina erfahren. Denn Paulus berichtet

nach der Regel strengster Echtheit der

Botschaft nur das, was er selbst auch erfahren

hat. Und wenn Paulus in Kol 1,24 sagt, er leide

nur das, was am „Leiden Christi noch fehlt“,

dann wird hier deutlich, dass es eben nicht

Firmanmeldung

Fünf Stunden verwende ich, damit sich alle, die im kommenden

Jahr gefirmt werden wollen, in der Pfarrkanzlei

anmelden können. Dabei bin ich sehr froh, dass ich den

einzelnen Firmkandidaten begegnen und mit ihnen ein

kleines Gespräch führen kann. Für mich ist Kirche immer

auch ein Ort der Begegnung von Mensch zu Mensch.

Im frühen Christentum fanden im Gottesdienst

Kerzen keine Verwendung. Zu sehr

war das Symbol der Kerze mit dem Götterkult

der Antike verbunden. Als das Christentum

jedoch unter Kaiser Konstantin staatliche

Anerkennung fand, schwanden die Ressentiments

gegenüber der Kerze. Bischof Eusebius

(+339) berichtet, dass Konstantinopel zur

Feier der Osternacht ganz mit Kerzen und

Feuerfackeln beleuchtet gewesen sei. Aus

dieser Lichtervielfalt der Kerzen und aus dem

römischen Brauch, mit zwei mannshohen

Aus dem Leben des

Hl. Paulus (17)

Leiden, was am Leiden

Christi noch fehlt

(Kol 1,24)

damit getan ist, dass Jesus Christus einmal für

uns gelitten hat – und dass die Jünger und

alle Christen dann „aus dem Schneider“ sind.

Es geht nicht an, dass einer leidet und die

anderen leidfrei dahinleben. Wir müssen als

Christen einfach damit rechnen, dass wir das

Leiden Jesu Christi teilen könnten. Jesus wird

in seinem Leiden grundsätzlich nie isoliert

betrachtet. So mussten die Gemeinden des

Paulus nicht nur mitansehen, wie es Paulus

erging, sondern sie waren auch selbst Leiden

ausgesetzt, wie Paulus in seinen Briefen öfter

feststellen muss (vgl. 1 Thess 2,14). Die Leiden

um des Glaubens willen sind für Paulus ein

Erkennungsmerkmal dafür, dass er und die

Die Geschichte der

Osterkerze

Kerzen dem Kirchenraum während der österlichen

Nachtwache das notwendige Licht zu

spenden, entwickelte sich die Osterkerze. Von

einer solchen wird erstmals 384 aus dem italienischen

Piacenza berichtet. In den folgenden

Jahrhunderten wurde sie nach und nach zum

festen Bestandteil der Feier der Osternacht. In

Gemeinde auf der richtigen Seite stehen. Denn

wer zu Gott gehört, dem kann es hier nicht gut

gehen, weil der Gegensatz zwischen Gott und

Welt so mächtig ist. Wenn es einem Christen

hier gutgeht, dann ist das eher verdächtig.

Paulus trägt das „Sterben Jesu Christi“ an

seinem Leib (2 Kor 4,10) – eine Anfechtung

vielleicht mehr für seine Gemeinden als für

den Apostel selbst.

Der Erfolg des paulinischen Apostolats hängt

vor allem mit seinem persönlichen Engagement

bei der Verkündigung des Evangeliums

und mit seiner totalen Hingabe an Christus

zusammen; eine Hingabe, die Gefahren,

Schwierigkeiten und Verfolgungen nicht

fürchtete (vgl. Röm 8,38-39). Der Apostel

Paulus blieb nicht verschont von Schwierigkeiten,

die er aus Liebe zu Christus mutig auf

sich nahm. „Denn die Liebe Christi drängt

uns …, damit die Lebenden nicht mehr für

sich leben, sondern für den, der für sie“ – für

uns, für alle – „starb und auferweckt wurde“

(2 Kor 5,14-15).

Firmhelfer

Heuer sind es sogar 12 junge Firmhelfer, die in fünf Gruppen

Firmunterricht halten. Allen Firmhelfern danke ich sehr herzlich

für ihren Glaubenseinsatz, die Firmlinge bitte ich, sich

für den Geist Gottes zu öffnen, damit wir alle immer besser

verstehen, dass die Kirche Gott und den Menschen dienen

möchte. Mit Freude sollen wir Kirche sein.

der gallischen Liturgie stattete man die große

Osterkerze mit symbolträchtigen Elementen

aus, von denen das Alpha und das Omega,

das Kreuz mit den fünf Weihrauchnägeln und

die Jahreszahl geblieben sind. Während der

50-tägigen Osterzeit steht die Osterkerze im

Altarraum und brennt während der Hl. Messe.

Zu Christi Himmelfahrt wird sie nach dem

Evangelium gelöscht. Nach dem Ablauf der

Osterzeit erhält sie einen würdigen Platz beim

Taufbecken. An ihr werden die Taufkerzen

entzündet.

Die Taufe ist das erste und grundlegende Sakrament

der Christenheit. Auch wenn über

die Gültigkeit eine grundlegende Einigkeit

besteht, wird die Taufe in den christlichen

Konfessionen unterschiedlich verstanden.

Für die katholische Lehre bilden Taufe,

Firmung und Eucharistie die „Sakramente der

christlichen Initiation“. Die Taufe ist Geburt

zum neuen Leben. Sie tilgt die „Erbsünde“

und alle bis zum Zeitpunkt der Taufe begangenen

Sünden und befähigt zum Empfang

weiterer Sakramente, die die Taufgnade

entfalten. Taufspender war ursprünglich der

Bischof. Kommunion und Firmung folgen

später. In den Kirchen des christlichen

Ostens ist das Sakrament der Taufe immer

mit der Myronsalbung (Firmung) und dem

Empfang der ersten Heiligen Kommunion

verbunden. Alle drei Sakramente bilden

eine untrennbare Einheit. Das anglikanische

„Book of Common Prayer“ lehrt

die Notwendigkeit der Wiedergeburt aus

Wasser und Geist, da alle Menschen „in

Sünden empfangen und geboren werden“.

Die spätere Konfirmation erfolgt durch den

Bischof, gilt aber nicht als Sakrament. Die

aus dem Anglikanismus hervorgegangene

Methodistenkirche legt die Betonung

auf die Erweckung der bereits als Kinder

Getauften. Die volle Kirchenmitgliedschaft

Während die Kirche uns lädt, im Lauf des

Jahres den „Engel des Herrn“ zu beten,

beten wir zur Osterzeit das „Regina caeli“

(Königin im Himmel), während in der Früh,

zu Mittag und am Abend die Glocken

läuten (vgl. 1350). Nur in der um 1265

vorbereiteten Legenda aurea wird der Ursprung

des „Regina caeli“ in die Zeit Papst

Gregors des Großen (590-604) zurückverlegt,

ein Zeichen der Wertschätzung.

In Wirklichkeit dürfte das „Regina caeli“

erst im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden

sein. Es war der Theatiner-Kardinal

Giuseppe Tomasi de Lampedusa (+1713),

der die älteste bisher bekannt gewordene

Quelle des österlichen Mariengrußes entdeckte.

Das „Regina caeli“ ist österlicher

Ehrentitel und bedeutet: Die Mutter Christi

nimmt bereits teil an der himmlischen

Osterherrlichkeit ihres Sohnes. Der unbekannte

Verfasser des Mariengrußes,

der das „chaire“ des Verkündigungsengels

(Lk 1,18) nicht mit dem üblichen „Ave“,

sondern mit „Laetare – Freue dich“ wiedergibt,

lädt die Verehrer der Mutter des

Herrn ein, zu Maria aufzuschauen, wie sie

jetzt lebt: die Magd des Herrn auf Erden

ist zur Königin im Himmel geworden. In

ihrer Erhöhung ist sie zugleich ein Zeichen

für alle, die durch die Taufe mit Christus

Tauferneuerung in

der Osternacht

Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe

Das „Regina caeli“

zu einem Leib verbunden sind. Das dann

hinzugefügte Gebet spricht die wichtigste

Bitte aus: Maria möge durch ihre Fürbitte

helfen, dass auch wir zur Herrlichkeit der

Auferstehung gelangen.

Regina caeli

V/ Freu dich, Du Himmelskönigin,

Halleluja!

A/ Den du zu tragen würdig warst,

Halleluja

V/ er ist auferstanden, wie er gesagt

hat, Halleluja

A/ Bitt‘ Gott für uns, Halleluja

V/ Freu dich und frohlocke, Jungfrau

Maria, Halleluja

A/ denn der Herr ist wahrhaft auferstanden,

Halleluja

V/ Lasset uns beten

Allmächtiger Gott,

durch die Auferstehung Deines Sohnes,

unseres Herrn Jesus Christus,

hast Du die Welt mit Jubel erfüllt.

Lass uns durch die Fürsprache

seiner jungfräulichen Mutter Maria

wird deshalb erst nach dem Ablegen eines

persönlichen Glaubenszeugnisses erlangt.

Nach lutherischer Lehre steht der reine

Geschenkcharakter der Taufe im Vordergrund,

nicht die Notwendigkeit der Reinigung

von der Erbsünde. Die Kindertaufe wird

mit dem Hinweis auf die Priorität der Gnade

akzeptiert. Während Zwingli mehr den symbolischen

Charakter der Taufe betonte, hat

Calvin diese als Zeichen der Besiegelung für

die Aufnahme in den Bund Gottes mit der

Beschneidung verglichen. In den Täuferkirchen

(Baptisten) wird nur die Gläubigentaufe

oder Glaubenstaufe nach dem Motto „der

Glaube rettet, nicht die Taufe“ gespendet.

Sie weisen den Vorwurf der „Wiedertaufe“

daher entschieden zurück, weil sie die oft

unterschiedslos gespendeten Taufen in den

Volkskirchen und Staatskirchen nicht als

Taufe anerkennen können. Einige der „freien

Christengemeinden“ nehmen aber auch als

Säuglinge Getaufte nach der Ablegung eines

persönlichen Bekenntnisses auf.

zur unvergänglichen Osterfreude gelangen.

Darum bitten wir durch Christus, unsern

Herrn.

Geweihte Speisen

Der Brauch der Speisensegnung zu Ostern

wird besonders in Österreich, Bayern

und Südtirol gepflegt. Seit dem 10.

Jahrhundert ist die Segnung von Milch

und Honig bekannt. Im Laufe der Zeit

kamen immer mehr Lebensmittel dazu.

So wurden ab dem 12. Jahrhundert Eier

gesegnet. Heute gehören zur Osterjause

meist ein Schinken, bunte Ostereier, Kren

… und warum nicht auch eine Flasche

Wein. Mit den gesegneten Speisen wird

auch eine Brücke zwischen dem Altar

und dem häuslichen Tisch geschlagen,

zwischen dem Sakralen und dem Alltäglichen.

Ein besonderes Symbol ist

das Osterei. Es ist ein Sinnbild für die

Auferstehung. Das Färben von Eiern zu

Ostern ist eine weit verbreitete christliche

Tradition, die es auch in Russland, Armenien

oder in den Ländern des Mittelmeerraumes

gibt. Literarische Zeugnisse von

gefärbten Eiern finden sich bereits im 13.

Jahrhundert in Byzanz.

16 Nr. 173 Februar 2013

17


Europa und Weltkirche

Eine knappe Sperrminorität der Laien verhinderte

den Beschluss der Einführung von

Bischöfinnen. Nun sind weder Bischöfe

noch Geistliche bereit, das Wahlergebnis

zu akzeptieren. Nach dem Nein zur Zulassung

von Frauen zum Bischofsamt ist der

scheidende anglikanische Primas, Erzbischof

Rowan Williams von Canterbury, hart mit

der Generalsynode ins Gericht gegangen.

Interessant seine Vermutung, die Kirche von

England hätte damit „eine Menge Glaubwürdigkeit

verloren“. Man könnte meinen, sie

sei „absichtlich blind“ gegenüber modernen

Bedürfnissen, so Williams, der zugleich vor

einer gegenseitigen Abrechnung warnte.

Auch sein Nachfolger Justin Welby stimmte

in das englische Wehklagen ein, indem er

von einem „sehr bitteren Tag“ sprach, an

Papst Benedikt verlieh am 24. November

2012 einem Patriarchen und fünf weiteren

Erzbischöfen das purpurrote Birett und ergänzte

damit das letzte Konsistorium vom

vergangenen Februar, vom dem man sagte,

dass die Liste der neuen Purpurträger stark

„europalastig“ war. Im Kontext der Neuevangelisierung

wollte der Papst damit die

Universalität der Kirche demonstrieren. Es

ist das erste Konsistorium seit 88 Jahren, in

dem kein Europäer ernannt wurde, und das

fünfte in der Amtszeit des deutschen Papstes.

Mit den sechs neu kreierten Kardinälen, die

allesamt Nichteuropäer sind, wächst die Zahl

der von Papst Benedikt XVI. ernannten Kardinäle

auf 90. Davon sind 84 wahlberechtigt,

das heißt unter 80 Jahren. Johannes Paul II.

ernannte im Laufe seines Pontifikats insgesamt

232 Kardinäle, von denen 125 noch

leben und 53 wahlberechtigt sind. Nur noch

zwei von Papst Paul VI. kreierte Kardinäle

sind noch am Leben: der Brasilianer Paulo

Gescheiterte

Zulassung von Frauen

zum Bischofsamt

dem der Antrag auf Zulassung von Frauen

zum Bischofsamt knapp die nötige Mehrheit

verfehlt hat.

Nun erwägt die anglikanische Kirche von

England offenbar eine Änderung ihres

Beschlussverfahrens. Die Kirche müsse

rasch handeln und Bischöfinnen zulassen,

bevor das Parlament ihr das Thema abnehme,

heißt es in einem Dokument. Deshalb

wollen die Bischöfe einen Dialogprozess in

Evaristo Arns (91) und der US-Amerikaner

William Wakefield Baum (86).

Das Kardinalskollegium zählt heute 211

Mitglieder, von denen 121 wahlberechtigt

sind und 91 die Altersgrenze überschritten

haben. Italien bleibt mit 50 Kardinälen (davon

28 wahlberechtigte) das am stärksten

vertretene Land. Europa stellt insgesamt 117

Kardinäle und ist daher der am stärksten

repräsentierte Kontinent. Es folgt Amerika

mit 52 Kardinälen (Nordamerika 22 und

Südamerika 30), Asien mit 20, Afrika mit

18 und Ozeanien mit 4. Der jüngste Kardinal

ist der neu ernannte Inder Moran Mor

Gang bringen und das Thema 2013 wieder

auf die Tagesordnung setzen. Und die

Ökumene? Da stehen unüberbrückbare

Unterschiede in der Amtsfrage. Die machen

doch, was sie wollen, und wir sollten auch

so handeln. Grundlage des Weiheamtes ist

für Bischöfe und Laien offensichtlich ein

mühsam errungenes Abstimmungsergebnis.

Danke, nein! Im Übrigen ist es blanker

Unsinn, wenn die Kirche in England nur

die Frauen zum Priesteramt zulässt, sie

aber nicht zu Bischöfinnen weiht. Da geht

es um Himmels willen um die Einheit des

Weiheamtes, das nach katholischem Verständnis

in Christus selbst gründet. Klar

ist die Position der katholischen Kirche in

der Frage der Zulassung von Frauen zum

Weiheamt. Danke, Hl. Vater!

Das Vatikan und seine diplomatischen Beziehungen

In seiner Neujahrsansprache am 7. Jänner hat sich der Papst wiederum zu den wichtigsten Fragen der Politik weltweit geäußert.

Der Vatikan unterhält derzeit volle diplomatische Beziehungen zu 179 Staaten; den Vereinten Nationen gehört er (wie neuerdings

Palästina) als Beobachter an. Am 7. Jänner nachmittags trafen sich vier Botschafter am Vatikan von verschiedenen Kontinenten zu

einer Debatte über die päpstliche Grundsatzrede.

Wie sich das Kardinalskollegium

verändert

Ausdruck der Universalität der

Kirche

Baselios Cleemis Thottunkal (53), gefolgt

vom ebenfalls neu ernannten Kardinal Luis

Antonio Tagle aus den Philippinen (55).

Der älteste Kardinal ist Ersilio Tonini (98).

Die Kardinäle, die einem religiösen Orden,

einem Institut geweihten Lebens oder einer

Gesellschaft apostolischen Lebens angehören,

sind insgesamt 33. Am stärksten

vertreten sind die Salesianer, Jesuiten und

Franziskaner mit jeweils sechs Kardinälen;

außerdem zählt das Kardinalskollegium

drei Dominikaner, zwei Dehonianer, einen

Kapuziner, einen Redemptoristen, einen

Sulpizianer, einen Oblaten der Unbefleckten

Jungfrau Maria, einen Claretiner, einen

Augustiner, einen Lazaristen, einen

Scalabrini-Missionar, ein Mitglied der

Schönstatt-Bewegung und einen Studiten.

Der libanesische Patriarch RaÎ gehört dem

maronitischen Mariamitenorden an. Es war

das fünfte Konsistorium in der Amtszeit

von Papst Benedikt XVI.

Die chaldäische Kirche im Irak

Papst Benedikt XVI. hat den Rücktritt des chaldäischen Patriarchen Emmanue l III. Delly angenommen. Kardinal Delly wurde

am vergangenen 6. Oktober 85 Jahre alt. Für die Nachfolge Dellys hat der Papst für den 28. Jänner 2013 in Rom eine Bischofssynode

der chaldäischen Kirche einberufen. Leiten wird diese Synode der Präfekt der Ostkirchenkongregation, Kardinal

Leonardo Sandri. In der Zwischenzeit ist der chaldäische Kurienbischof Jacques Ashaq zum Administrator der chaldäischen

Kirche ernannt worden.

Eigentlich hätte Pater Werenfried van Straaten,

der Gründer des weltweiten katholischen

Hilfswerks „Kirche in Not“, seinen

hundertsten Geburtstag gern noch erlebt. Er

hatte bis ins hohe Alter viele Pläne, wollte

sogar noch Russisch lernen. Diese Wünsche

sollten sich nicht erfüllen: Er starb zwei

Wochen nach seinem 90. Geburtstag am

31. Januar 2003. Sein Lebenswerk ist auch

heute noch aktuell.

Pater Werenfried brachte ehemalige Todfeinde

dazu, einander zu helfen und füreinander

zu beten. Dafür wurde er für den Friedensnobelpreis

nominiert. Er ließ als wortgewaltiger

Prediger unzählige Menschen „den Kopf

verlieren vor Liebe“, so dass sie ihm spontan

Geld, Autos oder Schmuck für die Armen

anvertrauten. Er war der „Entdecker“ von

Mutter Teresa von Kalkutta, als sie Anfang

der 1960er Jahre international noch unbekannt

war, ein Vertrauter von vier Päpsten

und ein enger Freund Papst Johannes Pauls

II. Als phantasievollem Pionier gingen ihm

die kreativen Ideen nie aus, wenn es galt,

Ein Subkomitee der Bischofskonferenz der

USA (USCCB) für Afrika hat am 26. November

2012 angekündigt, 49 Spendenpakete

seien approbiert worden, die an sechzehn Bischofskonferenzen

und vier Regionalverbände

der Kirche in Afrika gehen und insgesamt

1.226.500 Dollar ausmachen. Das Unterkomitee

approbierte diese Spenden während

der Bischofsvollversammlung in Baltimore.

Die Spenden an Äthiopien, Uganda und

Tansania sollen der Umsetzung des Jahres

des Glaubens und der Neuevangelisierung

helfen. Zusammen mit kürzlichen Spenden

beträgt die Hilfe dieses Jahr 2.805.442 Dollar.

„Viele unserer Pfarreien profitieren von

der Anwesenheit der lieben Priester und

Ordensleute aus Afrika“, erklärte Bischof

Ricard, Leiter des Unterkomitees. „Die außergewöhnliche

Großzügigkeit der Katholiken

in den USA, die in diesem Solidaritäts-Fond

sichtbar wird, bietet uns die Möglichkeit, den

Pfarreien in Afrika etwas zurückzugeben.

Wir können sichergehen, dass die Diözesen,

die sonst vielleicht in Vergessenheit geraten

100 Jahre Speckpater

Werenfried van Straaten

„die Tränen Gottes zu trocknen“. Er war

der Erfinder von originellen Lösungen für

die Seelsorge wie Kapellen auf Rädern und

schwimmenden Kirchen. Er hatte Humor

und liebte die Menschen. Und eigentlich

war ihm sein Hilfswerk „Kirche in Not“

(früher „Ostpriesterhilfe“), das Weihnachten

1947 seinen Anfang nahm, einfach nur

„passiert“.

„Er versprach, was er nicht hatte, und Gott

gab es ihm“, stand auf seinem Totenbildchen.

Mit einem einfachen schwarzen Hut, der als

„Millionenhut“ in die Geschichte eingehen

sollte, sammelte er im Laufe seines langen Lebens

drei Milliarden Dollar. Durch sein flammendes

Wort erreichte er die Herzen. Seinen

Hut streckte er auch im hohen Alter noch

aus, als er zum Predigen bereits zu schwach

war und im Rollstuhl sitzen musste. Noch

heute haben viele Wohltäter von „Kirche in

wären, Unterstützung erhalten, um selbst in

schweren Zeiten durchzuhalten“.

Die Kirche in Afrika ist in den letzten 30 Jahren

auf das dreifache angewachsen. Durch

das Unterkomitee für die Kirche in Afrika

unterstützt die USCCB pastorales Wachstum

vieler afrikanischer Bischofskonferenzen

und Diözesen, die daran arbeiten, sich selber

unterhalten zu können. Um dieses Ziel

zu erreichen, braucht die Kirche in Afrika

jetzt aber noch finanzielle Unterstützung.

Seitdem der Fond 2007 ins Leben gerufen

wurde, hat das Unterkomitee 486 Spendenbeträge

ausgegeben, insgesamt 11.196.223

Dollar. Die Katholiken haben 12.228.340

Dollar in den Pfarreien gespendet, wo die

Spendenaktion gestartet wurde. Der Fond

Not“ den Millionenhut vor Augen, wenn sie

dem Hilfswerk Spenden überweisen. Selbst

die Löcher, die der hochbetagte Hut am Ende

aufwies, regten die Kreativität des unermüdlichen

Ordensmannes an, konnte er so doch

stets augenzwinkernd darauf hinweisen,

es sei besser, Geldscheine zu geben, da die

Münzen durchfallen würden.

Was aber war das Geheimnis Pater Werenfrieds?

Er war selbst bewegt von dem, was

er mit eigenen Augen gesehen hatte, und

konnte darüber nicht schweigen. Die Landkarte

des Elends hatte sich ihm auf seinen

zahlreichen Reisen in die Seele gebrannt.

Er schrie heraus, dass Christus bis heute

gekreuzigt wird. Er nahm es eher in Kauf, mit

unbequemen Wahrheiten anzuecken und

dadurch Spender zu verlieren, als die Wahrheit

zu verschweigen. Auch zehn Jahre nach

seinem Tod ist die Botschaft des „Giganten

der Nächstenliebe“, dessen 100. Geburtstag

wir am 17. Januar feierten, aktueller denn

je. Sein Wirken hat in Millionen Herzen ein

Echo der Liebe gefunden.

Das Jahr 2012 im Vatikan

Das vatikanische Jahr 2012 war vor allem von drei Dingen geprägt: dem Ausbruch und der Aufklärung der sogenannten Vatileaksskandals;

den viel beachteten Reisen von Papst Benedikt XVI. nach Mexiko und Kuba sowie inmitten der Syrienkrise in den Libanon;

und schließlich war es die Eröffnung des Jahres des Glaubens, mit dem der Papst die Katechese und die Anbetung Gottes wieder

in den Mittelpunkt des Glaubensgeschehens rücken will.

US-Amerikanische

Bischöfe spenden

für Afrika

erhielt auch eine anonyme Spende über

500.000 Dollar im Jahre 2008, die dazu

genutzt wird, Kirchenpersonal in den ostafrikanischen

Gebieten und den örtlichen

katholischen Universitäten auszubilden. Der

Solidaritäts-Fond für die Kirche in Afrika ist

eine freiwillige Spendensammlung, die jedes

Jahr in den US-Diözesen gehalten wird.

Seligsprechung in Indien

Devasahayam Pillai, der 1752 als Märtyrer

starb, wurde am 2. Dezember 2012 in

Kottar im Bundesstaat Tamil Nadu von

Kardinal Angelo Amato feierlich zu den

Ehren der Altäre erhoben. Der Hindu Pillai

hatte sich durch seine Freundschaft mit

einem Holländer zum katholischen Glauben

bekehrt; mehrere Familienmitglieder

taten ihm diesen Schritt nach. Daraufhin

wurde er von einem Hindu-Priester beim

damaligen König von Travancore verklagt

und schließlich – wohl von Soldaten des

Königs – umgebracht.

18 Nr. 173 Februar 2013

19


Der Präsident in Ägypten, Mohammed

Mursi, hat dem neuen koptischen Patriarchen

Tawadros II. gleiche Rechte für Christen

zugesichert wie für 1andere Bürger. Er werde

keine Diskriminierung dulden. Zugleich betonte

er, die nationale Einheit zu wahren und

einen Konsens über die künftige Verfassung

des Landes zu erreichen.

Ein einheimischer Priester wurde am Weihnachtstag

in einem Attentat auf der Insel Sansibar

in Tansania verwundet. Pfarrer Ambrose

Mkenda ist auf dem Weg zu seinem Pfarrhaus

angegriffen worden. 2Er hat sich gerade auf

dem Rückweg von einer Messfeier in einer

anderen Kirche befunden, als ihm aufgefallen

ist, dass ihm zwei Männer auf einem Motorrad

folgten. Beim Aussteigen aus seinem Fahrzeug

sei Mkenda von zwei Schüssen erreicht worden,

die ihn an einer Backe und am Rücken

verwundeten. Die Attentäter sind dann ins

Pfarrhaus eingedrungen und haben es verwüstet.

Der tansanische Staatspräsident besuchte

den Priester nach seiner Operation.

Der Vatikan begrüßt die Entscheidung der

UNO-Versammlung in New York, Palästina

den Beobachterstatus als Nicht-Mitgliedstaat

zuzuerkennen. Es 3war Erzbischof Dominique

Mamberti, der sich schon letztes Jahr vor der

UNO für eine Anerkennung der Staatlichkeit

Palästinas eingesetzt habe. Es war Benedikt

XVI., der zum Abschluss seiner Heilig-Land-

Reise am 15. Mai 2009 betonte: „Die Zwei-

Staaten-Lösung müsse Wirklichkeit werden

und nicht ein Traum bleiben.“

Die Anschläge auf Christen in Nigeria sind

auch zu Adventbeginn weitergegangen. Nachdem

mutmaßliche Mitglieder der islamistischen

Terrorgruppe Boko 4Haram zuvor drei Kirchen

und mehrere staatliche Einrichtungen an der

Grenze niedergebrannt hatten, schnitten sie am

2. Dezember zehn Christen die Kehlen durch.

Nun sind im Norden des Landes mindestens

sechs Menschen bei einem Attentat auf eine

Weihnachtsmesse getötet worden. Bei der

Schießerei in der Millionenstadt Kano kam

auch der Pfarrer ums Leben.

Die Abtreibung ungeborener Mädchen gehört

in Indien zum Alltag. Indischen Studien

zufolge sind in den letzten 20 Jahren zwölf

Millionen Mädchen im Mutterleib getötet

5

worden, weil ihre Familien lieber einen Buben

wollten. Nach Angaben der Vereinten

Nationen fehlten dadurch heute schon 85

Millionen Mädchen allein in Indien, aber

auch in China, wo es aufgrund der Ein-Kind-

Politik der Staatsführung zu massenhaften

Abtreibungen kommt.

Jan Blaha, Bischof der tschechischen Untergrundkirche

in der Zeit des Kommunismus ist

nach schwerer Krankheit am 13. Dezember

im Sankt-Elisabeth-Hospiz 6mit 75 Jahren

in Brünn in Tschechien gestorben. Der

ausgebildete Chemiker wurde 1967 von

Bischof Josef Stimpfle in Augsburg zum

Priester geweiht.

Mit einem Jugendtreffen in Abu Dhabi und

der Vorstellung der arabischen Version des

Youcat beginnt in den Vereinigten Arabischen

Emiraten das Jahr des Glaubens. Die

Ortskirche will insbesondere jungen Katholiken

neue Glaubensimpulse vermitteln. Am

Treffen haben über 2.500 Jugendliche vor

15

12

Nachrichten aus Kirche und Welt

Die Kirche in Eritrea blutet durch den erzwungenen

Militärdienst personell aus. Die

Arbeit der Kirche in den Pfarrgemeinden

und in der Priesterausbildung werde immer

schwieriger, weil geeignetes Personal in der

Armee festgehalten werde. 47,3 Prozent der

9

10 16

allem asiatischer Abstammung (Zuwanderer

aus Indien, Bangladesch, den Philippinen,

Sri Lanka) teilgenommen, aber auch Araber.

Und viele waren von den Gesprächen und

der Katechese beeindruckt. Rund 5.000

Zuschauer wohnten dem abschließenden

Konzert bei.

8

4

eritreischen Bevölkerung sind Christen. Die

meisten davon sind orthodox. Katholiken

bilden lediglich eine kleine Minderheit von

vier Prozent. Das Land, das 1993 nach einem

dreißigjährigen Krieg unabhängig von Äthiopien

wurde, wird kommunistisch regiert.

11

14

1

Die Regierung in Großbritannien will

2013 die Ehe von zwei Partnern gleichen

Geschlechts erlauben. Damit möchte Premierminister

David Cameron ein Wahlversprechen

erfüllen. Nun hat die katholische

Kirche bestürzt auf die Ankündigung reagiert.

Ebenso wie die anglikanische Kirche

7 9

6

3

2

8

13

7

5

Elf anglikanische Ordensfrauen im Süden von

England sind gemeinsam mit ihrer Oberin

zum Katholizismus übergetreten. Die Frauen

aus der

10

„Community of St Mary Virgin“,

einem der ältesten Orden der englischen

Staatskirche, wurden in Oxford feierlich in die

katholische Kirche aufgenommen. 16 Frauen

bleiben in ihrem alten Konvent zurück.

von England und Wales lehnt sie eine Ehe

gleichgeschlechtlicher Partner ab. Zugleich

fürchtet man, dass sie irgendwann einmal

gesetzlich zu derartigen Eheschließungen in

Kirchenräumen gezwungen wird. Scharfe

Kritik gibt es auch in Camerons konservativer

Partei.

Am 30. September 2012 kehrten die Kapuziner

nach

11

28 Jahren in den Libanon

zurück. Nachdem sie schon 1626 ins Land

kamen, wurden sie im Zuge der kriegerischen

Auseinandersetzungen aus ihrem

Mutterkloster in Abey, einem Dorf auf dem

Libanongebirge, vertrieben.

Der zum Katholizismus konvertierte Musiker

und Gegner der Rassentrennung Dave

Brubeck ist am 4. Dezember 2012 92-jährig

an einem Herzversagen gestorben. Der

Jazzpianist, der von den USA kam, wird oft

mit Klassikern wie „Take five“ in Verbindung

gebracht. Zu einem Spätwerk gehört auch

12

geistliche Musik: eine moderne Jazz-Messe

„To hope – A celebration“, durch die Brubeck

zum Katholizismus fand. Brubeck spielte

auch vor Papst Johannes Paul II.

Zum ersten Mal seit neun Jahren ist ein

offizieller Vatikanvertreter im Irak: der Präfekt

der Ostkirchenkongregation, Kardinal

Leonardo Sandri.

13

Anlass war die Einweihung

der syrisch-katholischen Kirche von Bagdad.

Nun hat das Land wieder eine schwere

Anschlagserie erschüttert. Bei Bombenanschlägen

wurden landesweit mindestens 48

Menschen getötet. Während einer Messe,

die der Kurienkardinal im kurdischen Kirkuk

feierte, wurde ein Bombenanschlag in der

Nähe der Kirche verübt.

Die Salesianer Don Boscos betreiben seit

mehr als 80

14

Jahren eine Bäckerei in Bethlehem

in Palästina. Täglich werden an die

200 ärmsten Familien jeweils rund fünf Laib

Brot gratis verteilt. Die Türen der Salesianer

stehen allen offen, egal welcher Herkunft

oder Religion, und dies seit 1891.

Die anglikanische National Cathedral in

Washington,

15

eine der wichtigsten Kirchen

der USA, bietet sich künftig auch homosexuellen

Paaren als Ort für Trauungen an. Um

in der Washingtoner Kathedrale heiraten zu

dürfen, muss mindestens einer der Partner

Kirchenmitglied sein.

In Großbritannien sind in den vergangenen

zwei Jahrzehnten mehr als 1,7 Millionen

Embryonen vernichtet worden. Diese Zahlen

zeigen, dass

16

für jede Frau, die ein Kind durch

In-vitro-Fertilisation (IVF) bekam, statistisch

15 Embryonen hergestellt wurden. Großbritannien

hat eines der liberalsten Fortpflanzungsmedizingesetze

der Welt. Selbst die

Erzeugung von Tier-Mensch-Mischwesen

durch Fusion von tierischen und menschlichen

Keimzellen zu Forschungszwecken

ist erlaubt.

20 Nr. 173

Februar 2013

21


Europa und Weltkirche

Trotz sinkender Geburtenraten und Krise

der Berufungen in Europa wächst die katholische

Kirche in der Welt, besonders in

Asien und Afrika. So das Ergebnis einer Statistik

der Nachrichtenagentur FIDES, die die

weltweiten Daten zum 31. Dezember 2010

analysiert. Außer mit der Gesamtzahl der

Gläubigen befasst sich die Studie auch mit

ihren seelsorgerischen Strukturen und ihren

sozialen Tätigkeiten, wie Gesundheits- und

Schulwesen.

Bei einer Weltbevölkerung von insgesamt

6.848.550.000 Menschen lag die Anzahl

der Katholiken am 31. Dezember 2010 bei

etwa 1.195.671.000, was einen Zuwachs

von etwa 15.006.000 Gläubigen gegenüber

dem Vorjahr bedeutet. Dieser Zuwachs

betrifft alle Kontinente, ist aber in Afrika

(+6.140.000), Amerika (+3.986.000) und

Asien (+3.801.000) am stärksten ausgeprägt;

etwas schwächer der Zuwachs in Europa

(+894.000) und Ozeanien (+185.000). Etwa

17,46% der Weltbevölkerung bekennt sich

zum katholischen Glauben. Mit der einzigen

Ausnahme Europas, wo der prozentuale Anteil

der Katholiken an der Gesamtbevölkerung

geringfügig gesunken ist (-0,01%), hat er in

allen Erdteilen zugenommen: am meisten in

Afrika (+0,21%), etwas weniger in Amerika

(+0,07%), Asien (+0,06%) und Ozeanien

(+0,03%).

Am 31. Dezember 2010 betrug die Gesamtzahl

aller Priester der Welt 412.236; das sind

1.643 mehr als im Vorjahr. Auch in diesem

Fall sind die Zahlen in Europa zurückgegangen

(905 Priester weniger als im Vorjahr),

während in allen anderen Kontinenten ein

Zuwachs zu verzeichnen ist: +761 in Afrika,

+40 in Amerika, +1.695 in Asien, +52 in

Mehr Katholiken in

der Welt

Zuwachs besonders in

Asien und Afrika

Ozeanien. Auch die Zahl der Seminaristen

hat zugenommen. Zum Zeitpunkt der Zählung

gab es weltweit 118.990 Anwärter auf das

Priesteramt, 1.012 mehr als im Vorjahr. Den

stärksten Zuwachs findet man wieder in

Afrika (+752) und Asien (+513), aber auch

in Amerika (+29), während Ozeanien keine

Veränderung gegenüber dem Vorjahr aufzuweisen

hat und in Europa eine Abnahme zu

verzeichnen ist (-282). Die Gesamtzahl der

Bischöfe ist weltweit leicht gestiegen, von

5.065 im Jahr 2009 auf 5.104 im Folgejahr.

Insgesamt nimmt unter den Bischöfen die

Anzahl der Ordensmänner ab, zugunsten der

Diözesanbischöfe. Die Zahl der Laienbrüder

der verschiedenen religiösen Männerorden

ist um weitere 436 Einheiten gestiegen, auf

insgesamt 54.665. Der Zuwachs betrifft fast

alle Kontinente: Afrika (+254), Asien (+411),

Europa (+17) und Ozeanien (+15). Nur in

Amerika ist eine Abnahme zu verzeichnen

(-261). Eine bedeutende Abnahme betrifft

hingegen die Mitglieder der Frauenorden,

mit insgesamt 7.436 Einheiten weniger als

im Vorjahr (Gesamtzahl: 721.935). Der starke

Zuwachs in Afrika (+1.395) und Asien

(+3.047) wird in diesem Fall vom gegenläufigen

Trend in den anderen Kontinenten

neutralisiert: Amerika (-3.178), Europa (-8.461)

und Ozeanien (-239). Die Zahl der bleibenden

Diakone ist weltweit um 1.409 Einheiten auf

insgesamt 39.564 gestiegen. Der stärkste

Zuwachs ist in Amerika (+859) und Europa

(+496) zu verzeichnen; es folgen Asien

Heiße Pflaster

kirchlicher Diplomatie

Was sich in der Kirche

tatsächlich bewegt

Jean-Paul Gobel (69), bisher Botschafter im

Iran, ist von Papst Benedikt XVI. zum neuen

Botschafter in Ägypten und Delegaten der

Arabischen Liga berufen worden. Er löst

damit den Briten Louis Michael Fitzgerald

ab, der dieses Amt seit 2006 innehatte und

mit 75 Jahren in Pension ging. Angesichts

der schwierigen Lage der Christen im Zuge

der politischen Umwälzungen in Ägypten

und dem wachsenden Einfluss der Muslimbruderschaft

gilt dieser Botschafterposten

gegenwärtig als besonders anspruchsvoll.

Gobel trat bereits 1974 in den Diplomatischen

Dienst des Heiligen Stuhls. Nach dem

Ende der Sowjetunion kam er als erster vatikanischer

Geschäftsträger nach Armenien

und Georgien, baute dort die diplomatischen

Strukturen auf und wurde 1993 erster Apostolischer

Nuntius. Anschließend wurde er

Botschafter für mehrere westafrikanische

Staaten. Von 2001 bis zu seiner Versetzung

nach Teheran vertrat er den Heiligen Stuhl

(+58) und Ozeanien (+1). Einzige Abnahme:

Afrika (-5). Die Laienmissionare sind weltweit

335.502, was einen Zuwachs um 15.276 Personen

bedeutet. Dieser Zuwachs verteilt sich

wie folgt auf die verschiedenen Kontinente:

Afrika +1.135, Amerika +14.655, Europa

+1.243 und Ozeanien +62. Einzige Abnahme

in Asien (-1.819). Die Zahl der Katecheten

beträgt insgesamt 3.160.628 (9.551 mehr

als im Vorjahr). Zugenommen hat ihre Zahl

in Amerika (+43.619), Europa (+5.077) und

Ozeanien (+393), während Afrika (-29.405)

und Asien (-10.133) Abnahmen zu verzeichnen

haben.

Auf dem Gebiet der Schulausbildung verfügt

die Kirche über einen wahren Schatz: mehr als

61 Millionen Schüler und Studenten werden

an katholischen Schulen und Hochschulen

ausgebildet. Weltweit betreibt die katholische

Kirche 70.544 Kindergärten (mit etwa 6,5

Millionen Kindern), 92.847 Grundschulen

(mit über 30 Millionen Schülern) und 43.591

höhere Schulen (mit fast 18 Millionen Schülern).

Hinzu kommen über drei Millionen

Studenten an katholischen Universitäten und

über zwei Millionen Schüler an verschiedenen

Sonderschulen. Gewaltig ist auch der Einsatz

der Kirche für die Gesundheit der Menschen.

Die Zahl der von der Kirche betriebenen

Krankenhäuser beträgt 5.305, die meisten

davon in Amerika (1.694) und Afrika (1.150).

Hinzu kommen 18.179 Medikamentenlager

(überwiegend in Afrika und Amerika, mit

5.762 respektive 5.312 Einheiten), 547 Heime

für Leprakranke (überwiegend in Asien und

Afrika), 17.223 Alten- und Behindertenheime

(davon 8.021 in Europa und 5.650 in Amerika),

9.882 Waisenhäuser (davon ein Drittel in

Asien) und 15.327 Eheberatungsstellen (die

Hälfte allein in Amerika).

in Nicaragua. Nun ist auch Nicolas Henry

Marie Denis Thevenin (54) vom Papst zum

neuen vatikanischen Botschafter in Guatemala

ernannt worden. Der aus Frankreich

stammende Kuriendiplomat ist Nachfolger

des Briten Paul Richard Gallagher, der im

Dezember 2012 nach Australien wechselte.

Thevenin, der mit Gänswein am 6. Jänner

zum Bischof geweiht wurde, war bisher in

der Demokratischen Republik Kongo, Belgien,

Libanon, Kuba und Bulgarien. Zuletzt war

er im „Vatikanischen Außenministerium“

tätig. Alle Diplomaten im Dienst des Heiligen

Vaters unterstehen Tarcisio Bertone, dem

Kardinalstaatssekretär.

Die ersten Jesuiten erreichten Burma auf

ihrem Weg nach Südostasien um 1600 und

bauten dort erste christliche Gemeinschaften

auf. Einige Zeit danach wurden sie jedoch

aus dem Land gewiesen. Nach der Unabhängigkeit

im Jahre 1958 baten die Bischöfe um

einige Jesuiten für die Priesterausbildung.

Amerikanische Jesuiten der Maryland-Provinz

engagierten sich mit großem Eifer am

Nationalen Priesterseminar in Yangon, das

heute noch besteht, und waren hoch angesehen.

Mit dem Militärputsch 1962 verschärfte

Burma und die

Jesuiten

sich die politische Situation in Burma und

1966 wurde der letzte Missionar aus dem

Land gejagt. Im Jahre 1996 konnten erstmals

wieder Bischöfe zum Ad-limina-Besuch nach

Rom reisen. Dort baten ehemalige Schüler

den Jesuitengeneral, wieder einige Jesuiten

Christen in der Mehrheit

Mit insgesamt 2,2 Milliarden Anhängern sind die Christen die weltweit größte

religiöse Gruppe. Davon sind die Hälfte Katholiken. Das geht aus einer Mitte Jänner

in Washington veröffentlichten Studie des New Research Center hervor. Die

zweitgrößte Religionsgemeinschaft ist der Islam mit 1,6 Milliarden Angehörigen.

Hindus kommen demnach auf eine Milliarde, Buddhisten auf fast 500 Millionen

und Juden auf 14 Millionen. Insgesamt gehörten 5,8 Milliarden oder 84 Prozent

der 6,9 Milliarden Menschen auf der Welt einer Religion an. Die drittgrößte Gruppe

überhaupt nach Christen und Muslimen bilden mit 1,1 Milliarden jene, die sich

keiner Religion zugehörig fühlen

Christenverfolgung im Jahr 2012

Das Jahr 2012 war ein schreckliches Jahr für viele Christen: 105.000 Gläubige wurden

wegen ihres Glaubens getötet. Viele Menschen werden auch heute noch wegen

ihres Glaubens verfolgt, bedrängt und ermordet. Überall dort, wo der islamische

Fundamentalismus herrscht, wird es für die Christen besonders gefährlich: Nigeria,

Somalia, Mali, Pakistan und in bestimmten Teilen Ägyptens. Auch in Ländern, die stark

kommunistisch geprägt sind – wie Nordkorea, wo sich knapp ein Jahr nach Amtsantritt

des nordkoreanischen Führers Kim Jong-Un für die verfolgten Christen nichts geändert

hat – oder Ländern mit sehr starken Traditionen, ist es für Christen schwierig.

Mit Gewalt haben rund 200 radikale Muslime

im indonesischen Bekasi Christen an

der Feier der Weihnachtsmesse gehindert.

Die Demonstranten bewarfen die Christen

am 25. Dezember mit faulen Eiern, Jauche

und Urinbeuteln. Die Muslime sollen

dabei von Polizisten unterstützt worden

sein. Knapp 90 Prozent der 240 Millionen

Indonesier gehören dem Islam an. Damit

Was sich in Indonesien

und Malaysia zu Weihnachten

zugetragen hat

ist der Inselstaat das bevölkerungsreichste

muslimisch geprägte Land der Welt. Ganz

anders in Malaysia, wo der Regierungschef

nach Myanmar zu senden. 1998 eröffnete

ein Jesuit aus Indonesien das erste Noviziat.

Heute sind 35 junge Männer in Ausbildung.

Im September 2012 wurde der erste Diakon

geweiht, 2013 wird er Priester werden. Bisher

wurden die Jesuiten lediglich geduldet,

sie besitzen aber keinerlei Rechtssicherheit.

Sie intensivieren ihren Wirkungskreis, denn

schließlich warten 35 gut ausgebildete Jesuiten

auf ihren Einsatz. Die Jesuiten sind nicht

ausschließlich für die Christen da, sie suchen

den Kontakt mit den Buddhisten.

Neue Erzbischöfe

Einer vom Sel. Papst Johannes Paul II.

begründeten Tradition folgend, weihte

Papst Benedikt XVI. am Hochfest der

Erscheinung des Herrn im Petersdom

in einer feierlichen Messe vier neue Bischöfe.

Es handelt sich um Msgr. Angelo

Viscenzo Zani, Sekretär der Kongregation

für das Katholische Bildungswesen; Msgr.

Fortunatus Nwachukwu, Apostolischer

Nuntius in Nicaragua; Msgr. Georg Gänswein,

persönlicher Sekretär des Heiligen

Vaters und Präfekt des Päpstlichen Haushalts

sowie Msgr. Nicolas Henry Marie

Denis Thevenin, Apostolischer Nuntius

in Guatemala. Konzelebranten waren

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone

und Kardinal Zenon Grocholewski, die

den Weiheakt mitvollzogen. Der Bischof

muss Mut zum Widerspruch gegen die

herrschenden Meinungen haben. Das

betonte der Papst in seiner Predigt.

Najib Razak zu Weihnachten den Christen

versichert hat, dass sie nicht vergessen sind.

Er sei nicht der Ministerpräsident einer bestimmten

Gruppe, sondern aller Malaysier.

Obwohl die Christen nur zehn Prozent der

28 Millionen Einwohner des Landes ausmachen,

hoffen die Christen, dass es sich

dabei nicht nur um eine Wahltaktik des

Präsidenten handelt.

Katholische Kirche in Jordanien

Im jordanischen Aqaba wurde am 15. Dezember eine neue katholische Kirche geweiht. Unterstützt wurde der Bau des knapp

2000 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes „Stella Maris“ unter anderem vom Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem.

Die vorhandene kleine Kapelle war den Bedürfnissen der schnell wachsenden Gemeinde nicht mehr gerecht geworden. Grund

für den Anstieg der Katholikenzahlen sind die zahlreichen Arbeiter, die in Entwicklungsprojekten der Stadt beschäftigt sind. Unter

den ausländischen Arbeitern stammen viele von den Phlippinen und aus Sri Lanka. Rund drei Prozent der Jordanier sind Christen.

In der 150 000 – Einwohner – Stadt Aqaba liegt der Christenanteil bei zwei Prozent; davon sind fünfzehn Prozent römisch – katholisch.

Betreut werden die jordanischen Katholiken vom Lateinischen Patriarchat von Jerusalem; dessen Jurisdiktion erstreckt

sich über das Staatsgebiet von Israel, Jordanien, Zypern und die Palästinensischen Gebiete.

22 Nr. 173 Februar 2013

23


Die Fundamentaltheologie bildet das Fundament

der Theologie, in dem sie über Begründung

und Geltungsanspruch von Religion

und Theologie nachdenkt. Ihre Aufgabe

ist es, die Grundlegung des christlichen

Glaubens und der Glaubenswissenschaft zu

reflektieren. In gewissem Sinne, als Reflexion

der Glaubensbegründung, ist sie eine

Einleitung in das Christentum und wird in

der Eingangsphase des Theologiestudiums

gelehrt.

Von der Glaubensverteidigung zur

Glaubensbegründung

Die Konfrontation des christlichen Glaubens

mit der profanen Welt fordert die Kirche

einerseits heraus und verlangt andererseits

zum eigenen theologischen Anspruch Stellung

zu beziehen. Schon im 2./3. christlichen

Jahrhundert verteidigt sich die Kirche

gegen Angriffe von innen und außen. Daher

heißt die Fundamentaltheologie lange Zeit

„Apologetik“, Verteidigung des christlichen

Glaubens. Einher geht eine Rechtfertigung

der Glaubensinhalte in die jeweilige Zeitund

Weltsituation, in der der christliche

Glaube Verbreitung findet. Die Apologetik

will nicht einen blinden Glaubensgehorsam,

sondern verlangt ein Verstehen des christlichen

Glaubens, womit ein hermeneutischer

(= Auslegung von Texten und Inhalten) Moment

verbunden ist. Dazu ist die Apologetik

immer auch dialogisch, da sie den Glauben

vor Christen und Nichtchristen im Gespräch

und Diskurs rechtfertigt und diese Gruppen

in ihrem Subjektsein ernstnimmt. Als Selbstrechtfertigung

des christlichen Glaubens ist

die Basis der Apologetik oder Fundamentaltheologie

apologetisch, hermeneutisch und

dialogisch. In der Neuzeit ändert sich die

Bezeichnung im universitären Betrieb von

Apologetik auf Fundamentaltheologie und

richtet den Schwerpunkt auf die theologische

Grundwissenschaft. In diesem Sinne

fragt die Fundamentaltheologie zugleich

nach den Prinzipien des Glaubens, so wie

nach den Möglichkeitsbedingungen der

Theologie, um diese als Wissenschaft unter

den anderen universitären Wissenschaften

zu begründen.

Die drei Wege

In der Fundamentaltheologie nennt man die

methodische Vorgangsweise die drei Wege.

Diese bestehen aus der „Demonstratio religiosa“,

„Demonstratio christiana“ und der

„Demonstratio catholica“. Besonders in der

nachreformatorischen Zeit sind die drei Wege

das Rückgrat der Fundamentaltheologie.

Behandelt die „Demonstratio catholica“ die

Rechtfertigung der katholischen Kirche, so

Theologie: Gelebter

und verstehender

Glaube (6)

Ein Rundgang durch das Studium

der katholischen Theologie

(Fundamentaltheologie)

geht es in der „Demonstratio christiana“ um

die Auseinandersetzung mit der Existenz

Jesu Christi, durch dessen Leben, Tod und

Auferstehung etwas Bedeutsames für den

Menschen und die Menschheit geoffenbart

ist. Darüberhinaus bringt die „Demonstratio

religiosa“ den Nachweis einer grundsätzlichen

Religiosität des Menschen. Aufgrund

dieser ist der Mensch offen für eine Offenbarung

Gottes, die er weder einfordern noch

selber ausdenken kann. Offenbarung ist also

jene radikale, freie, totale und ungeschuldete

Mitteilung Gottes an den Menschen zum

Heil der Welt. Dahinter liegt ein zweifaches

Verständnis, einmal, dass am Anfang das von

Gott gesetzte Grundverhältnis der Schöpfung

zu ihm und in ihr das des Menschen zu

Gott als dem Heil der Welt steht. Einfacher

ausgedrückt: Jede Argumentation in der

Fundamentaltheologie hat den Ausgangspunkt

Gott, bzw. setzt mit Gott ein. Zum

anderen tritt das Christentum als geschichtliche

Gestalt an den Menschen als etwas ihm

Äußerliches heran. Bis heute beschäftig die

Fundamentaltheologie daher die Frage nach

der universalen Heilsbedeutsamkeit des ein

für allemal in Jesus von Nazaret menschgewordenen

Gottes. Unter anderem von

dieser Frage ausgehend, haben sich in der

deutschsprachigen Fundamentaltheologie

vier Denkansätze etabliert.

Ausgehend von der neuzeitlichen Philosophie

kommt der (1.) hermeneutische Ansatz,

der die Frage nach dem Verstehen des

Glaubens in den Mittelpunkt stellt. Der (2.)

praktische Ansatz, der von der neuzeitlichen

Theorie-Praxis-Diskussion stammt, begegnet

der Aporetik (= Ratlosigkeit) systematischer

Theoriebildung mit der Sinngebung und –findung

in der gelebten Nachfolgepraxis. Dann

gibt es den von der Pluralität der Christentumserfahrung

verfassten (3.) ökumenischen

Ansatz, der bei den verschiedenen christlichen

Kirchen gemeinsamen Ausgangspunkten

ansetzt und von daher zu Zugängen

zum christlichen Glauben, seinem Vollzug

und Verständnis führt. Zuletzt existiert der

von der umfassenden Pluralismuserfahrung

geforderte (4.) kontextuelle Ansatz, der die

Frage nach Text und Sprache der im christlichen

Glauben verkündeten Botschaft als

des das Heil der Welt begründenden Ereignisses

in den Kontext eines vielseitigen

Pluralismus stellt. Alle vier beschriebenen

Ansätze bieten aber nur Antworten auf

ihre jeweilige Zeit und Situation, da der

notwendige Bezug zur Geschichte immer

im Spannungsfeld von christlicher Identität

und Relevanz des Christlichen für die Welt

und Weltgeschichte steht.

Grundlagen des christlichen

Glaubens

Ganz wesentlich zum Christentum gehört,

dass sein Ursprung auf die historische Gestalt

Jesus von Nazaret zurückgeht, mit der sich

der Anspruch universaler Heilsbedeutsamkeit

verbindet. Diese Heilsbedeutsamkeit

des Christentums ist aber keine einfache

Information, sondern verlangt aus theologischer

Sicht nach einer Legitimation in der

Welt. Legitimiert wird das Christentum in

Jesus Christus, und zwar einmal in seiner

historischen Lebensgestalt und einmal in

der Übertragung seiner Bedeutsamkeit in

die konkrete Gegenwart hinein. Eine weitere

Grundlage des christlichen Glaubens

ist die Dreiheit Gottes: Dieser ist als Vater

ansprechbar und wird so angesprochen; in

Jesus Christus wird die Nähe Gottes zu den

Menschen dargestellt; und in der Kirche, die

der dynamische Ort der bleibenden Gegenwart

Gottes und eine vom Geist Gottes und

Jesu geprägte Gemeinschaft ist. Daneben

ist wichtig, dass in dieses Verhältnis Gott

– Jesus – Kirche die Menschen, die Welt

und die Geschichte miteinbezogen bleiben.

Eine Bejahung dieses Verhältnisses führt

zum Glauben, woraus sich für die Fundamentaltheologie

drei Themenkreise für eine

ausgiebige Reflexion ergeben.

Der erste Themenkreis ist die Frage nach

Gott und ihrer Bestreitung. Hierbei geht es

um die Vermittlung zwischen der individuellen

religiösen Anlage des Menschen mit

der grundlegenden Gottesbeziehung der

Religionen. Vom christlichen Standpunkt aus

findet eine Rückbindung der Gottesfrage an

das Gottesverhältnis Jesu statt. Aber auch

das Leben ohne Gott in Agnostizismus,

Atheismus und Säkularisierung beschäftigt

die Fundamentaltheologie.

Im zweiten Themenkreis steht die Frage

nach Jesus Christus im Zentrum. Momente

der Betrachtung sind u.a. seine Einschätzung

innerhalb und außerhalb der christlichen Religion,

seine Historizität, sein Leben, Wirken,

seine Botschaft und Auferstehung. Daneben

ist seine Einzigartigkeit und Eigentümlichkeit

als Mensch und Gott ein zentraler Inhalt und

der damit verbundene Absolutheitsanspruch

des Christentums. Der dritte Themenkreis

stellt den Glaubenden mit seinem Glauben

in der Glaubensgemeinschaft in den

Mittelpunkt der Überlegung. Themen sind

hier die Entstehung und Entwicklung der

Kirche, Kirche als Gemeinschaft, Kirche im

Widerspruch, Kirche und Kirchen sowie

Kirche und Welt.

Besinnungstage für Ehepaare

„Partnerschaft in der Bewährung des Alltags“

Fr., 26. April, 9.00 Uhr – Sa., 27. April 2013, 16.00 Uhr

Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner in Wigratzbad, Deutschland

Anmeldung: 0049/8385 – 920753

Am Freitag den 30. November starteten

wir pünktlich um 13 Uhr beim Pfarrheim

mit unseren PKW’s Richtung Admont. In

einer guten halben Stunde waren wir auch

schon am Ziel – dem 938 Jahre alten Benediktinerstift.

23 Frauen und 5 Männer

waren der Einladung unseres Herrn Pfarrers

gefolgt, aus der Pfarre Windischgarsten und

eine kleinere Gruppe, die sogar aus dem

Burgenland angereist war.

Der Einstieg zu den Besinnungstagen war

durchaus gemütlich und startete im Stift mit

Kaffee und Kuchen, nachdem wir unsere

großzügigen Zimmer bezogen hatten. Nach

anfänglichen Orientierungsproblemen fanden

wir doch unseren Seminarraum „Skriptorium“

Reflexion der Reflexion

Als Reflexion der Reflexion ist hier die Reflexion

der Theologie gemeint. Die Aufgaben

der Fundamentaltheologie sind (1.) die Einführung

in das Selbstverständnis christlicher

Theologie und (2.) die Legitimierung des

Vollzugs von Theologie. Die wichtigsten

Themenfelder sind einmal die Quellen der

theologischen Erkenntnis, Wort Gottes, Heilige

Schrift, Weitergabeprozess in Theorie

und Praxis. Ein weiteres Feld behandelt

die Subjekte der theologischen Erkenntnis,

Gottesvolk, Lehramt, Theologie. Daneben

werden die Klärungs- und Entscheidungsprozesse

betrachtet, Weitergabe des Glaubens,

Orthodoxie, Entscheidungsvorgänge. Das

Advent Besinnungstage

Admont 2012

letzte Themenfeld sind anthropologische

Implikate, Rolle der Vernunft, Autorität,

Sprache und Sprachformen, Erkenntnis und

Interesse, Kultur und Philosophie, Erkenntnis

und Wissenschaft.

Zusammengefasst lässt sich sagen, die Fundamentaltheologie

ist jene theologische Disziplin,

die für die fundamentale Begründung

der Theologie zuständig ist und ihren

Geltungsanspruch in der Welt begründet,

einfordert und verteidigt.

Mag. Michael Thallinger

Besinnungsstunden für Ehepaare

mit Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner

„Vitamine“ für unsere Ehepaare

Sa., 2. März, 14 – 18 Uhr Pfarrheim von Windischgarsten

Anmeldung der Paare im Pfarramt (07562/5258)

im wunderschön neu renovierten geistlichen

Zentrum „Karfarnaum“. Am Beginn

hielt unser Herr Pfarrer einen Impulsvortrag

zum Schwerpunktthema für die beiden Tage:

Vergebung und Versöhnung - wobei dieses

Thema sehr strukturiert und leicht verständlich

aufbereitet wurde. Danach teilten wir

uns in Arbeitsgruppen und tauschten unsere

Erfahrungen aus, wo wir Gott in unserm alltäglichen

Leben spüren. Bei der Präsentation

der Ergebnisse kamen sehr gute, interessante

Aspekte zum Vorschein. In der Benediktkapelle

feierten wir am Abend die Hl. Messe.

Auch der tägliche gemeinsame Rosenkranz

wurde gebetet, wobei fast alle munter geblieben

sind… Nach dem Abendessen gab

es noch die Gelegenheit zur Beichte, aber

auch ein sehr ansprechender, stimmungsvoller

Raum für die Anbetung stand uns zur

Verfügung. Am Abend war ein Gespräch

im Gemeinschaftsraum angesagt, und danach

gab es Gelegenheit zum gemütlichen

Beisammensein bei Wein vom Stiftsweingut

in Slowenien. Nach einer ruhigen Nacht in

den alten Klostermauern, dem Morgenlob

und dem Frühstück ging es weiter mit den

Vorträgen zum Thema Vergebung und Versöhnung

in der Familie, wo der Bezug zum

praktischen Leben noch einmal sehr deutlich

spürbar wurde.

Zum Abschluss der Besinnungstage feierten

wir in der Benediktkapelle die Hl. Messe,

und Maria Großauer sorgte für die musikalische

Begleitung. Und dann hieß es auch

schon wieder Abschied nehmen. Schnell

waren diese eineinhalb Tage vergangen,

und in einem Kloster herrscht doch immer

eine ganz besondere Atmosphäre. Dadurch

wirken vielleicht die Vorträge und Impulse

noch stärker, und die Einstimmung auf die

Adventzeit gelingt noch besser – möge uns

Vergebung und Versöhnung in Zukunft noch

besser gelingen.

DI Christian Breitenbaumer

Abendlob

Viele bemühen sich um ein Abendgebet, um Gott für den vergangenen Tag zu danken. Wenn wir vier Mal im Jahr am Dienstag

um 19.30 Uhr ein feierliches Abendlob in der Marienkapelle halten, dann ist das mehr. Wir singen in gewohnten Melodien (vgl.

Zwischengesang bei der Sonntagsmesse) die Psalmen und Gesänge aus dem Neuen Testament. Dazu kommt, dass wir dieses

Abendlob in Gemeinschaft feiern, was wiederum deutlich macht, dass es schön ist, mit der ganzen Kirche zu beten. Aus diesem

Grund möchte ich Sie herzlich einladen, dass wir gemeinsam und beten und singen. Das nächste Abendlob feiern wir am Dienstag,

26. Februar, um 19.30 Uhr in der Marienkapelle unserer Pfarrkirche.

24 Nr. 173 Februar 2013

25


Wann ist der Mensch tot? Diese Frage ist

wesentlich, weil mit dem Tod auch die Trauer

beginnt. Die Antwort ist vielschichtig.

Natürlich gibt es festgelegte Kriterien und

Todesdefinitionen, doch diese verschieben

sich im Wandel der Zeiten. Ein Atem- und

Kreislaufstillstand ist schon lange kein sicheres

Todeszeichen mehr. Ansonsten hätte die

Notfallmedizin einschließlich Erste-Hilfe-

Maßnahmen keinen Sinn. Unser Gehirn

kann insbesondere bei einem jähen „Herztod“

noch ziemlich lebendig sein und etwa

drei Minuten (!), bei Kälte auch wesentlich

länger, ohne Sauerstoff auskommen, bevor

die ersten irreversiblen, unumkehrbaren

Hirnschäden auftreten.

Daher können viele Menschen „wiederbelebt“

bzw. reanimiert (von „anima“ = lat.

Seele, Atem) werden. Umgekehrt gibt es den

sogenannten „Hirntod“ – trotz aufrechterhaltenen

Kreislaufes. Hirntod heißt in Österreich

und den meisten europäischen Ländern: Die

Gesamtfunktion von drei Hirnteilen – Großhirn,

Kleinhirn und Hirnstamm – ist unwiderruflich

erloschen. (In manchen Ländern

wie z.B. Großbritannien ist es nur ein Teil, der

Tod des Hirnstamms.) Die Medizin sieht den

Hirntod als sicheres „inneres Todeszeichen“

an, obwohl die Organe (einschließlich anderer

Teile des Nervensystems wie Rückenmark

und „Bauchhirn“) durch maschinelle Beatmung

und andere intensivmedizinische

Maßnahmen „am Leben“ erhalten werden,

um für die Transplantationsmedizin nutzbar

zu werden. Allerdings darf der Hirntod zur

Organentnahme nur bei Vorliegen einer

„akuten primären oder sekundären Hirnschädigung“,

also nach schweren Verletzungen

wie z.B. durch einen Unfall oder infolge

einer schweren Krankheit wie etwa einer

massiven Hirnblutung diagnostiziert werden

– sonst nicht.

Was gehört zum (Lebe-)Wesen?

Der Hirntod ist jedoch genauso an den

Stand der Wissenschaft gekoppelt wie es

seinerzeit der Herztod war. In Zukunft kann

die Hirntoddefinition womöglich überholt

sein. Nicht in den kühnsten Vorstellungen

hätte man früher geahnt, was heute alles

„umkehrbar“ geworden ist. Das Herz kann

„repariert“ (Stent, Bypass, Schrittmacher) oder

ausgetauscht werden. In Österreich warten

derzeit ca. 1100 Menschen auf ein neues

Herz, ca. 700 erleben pro Jahr die lebensrettende

Transplantation. Heute, zu Beginn

des dritten Jahrtausends nach Christus, kann

der Mensch sogar eine Zeitlang ohne Herz

aus Fleisch und Blut leben (Herz-Lungen-

Maschine oder Kunstherz mit Rekord von

17 Monaten). Die neueste Entwicklung:

Tod und Trauer (2)

Wann endet das Leben?

Körper- bzw. Organteile aus dem 3D-Drucker.

Bei Blutgefäßen und Knochenersatz funktioniert

das jetzt schon. Und transplantierbar,

also „verpflanzbar“, sind mittlerweile sogar

schon Gesicht und Hände.

Kein Wunder, dass bei diesem „Höllentempo“

des Fortschritts die Emotionen überkochen.

Zwar ist nicht (mehr) der Hirntod an

sich umstritten. Dafür ist die Diagnostik zu

genau – es gibt bis heute keinen einzigen

wissenschaftlich akzeptierten Fall, wo ein

Hirntoter das Bewusstsein wieder erlangt

hätte. Aber viele Wissenschaftler, einschließlich

Theologen, sind sich uneinig, ob der

Hirntod mit dem Individualtod des Menschen

gleichzusetzen ist. Beide Seiten haben gute

Argumente. Doch keine sind so gut, dass

sie eine eindeutige Antwort und damit klare

Orientierung liefern.

Zudem werden gerne zwei Aspekte übergangen:

Der Hirntod ist kein natürlicher Zustand,

sondern existiert nur auf der Intensivstation.

Denn zur Hirntoddiagnostik gehört als letzte

klinisch neurologische Untersuchung auch

ein positiver Apnoetest (= Atemstillstandtest).

Es wird ausprobiert, ob der Mensch doch

noch spontan zu atmen beginnt. Zugespitzt

formuliert: Jeder Hirntote wäre ohne intensivmedizinische

Maßnahmen wie Beatmung

nicht nur hirntot, sondern längst verstorben,

samt Herz und allem. Nur weiß man das ja

vorher nicht, sodass die Ärzte alles versuchen,

um Leben zu retten.

Ohne Lebenschance

Der andere Aspekt: Für einen Hirntoten gibt

es – im Gegensatz zu einem Komapatienten –

kein Zurück ins Leben, egal wie lange die (anderen)

Organe noch arbeiten. Wenn man also

davon ausgeht, dass der Hirntote erst durch

die Organentnahme „getötet“ wird, hat er ja

auch ohne Organentnahme keine Lebensalternative:

Sobald bei festgestelltem Hirntod

klar ist, dass keine Organe explantiert werden,

wird in Österreich der Hirntote trotzdem

„getötet“, nämlich durch das aktive Beenden

der intensivmedizinischen Maßnahmen wie

der kreislaufstabilisierenden Medikamente

und der künstlichen Ernährung. Daher ist es

für die Organspende eigentlich müßig, sich

zu fragen, ob ich als Hirntote halb tot oder

ganz tot bin. Das bedeutet, man kann auch

unter der Annahme, dass der Hirntod nicht

dem Tod des Menschen entspricht, für eine

Organspende sein. So wird sozusagen das

lebende Herz, das ohne Hirn keinen Sinn

und Zweck mehr hat, für einen anderen

Menschen zum Leben verwendet. „Verwenden“

ist das richtige Wort, das muss man auch

beim Namen nennen. Denn unserem „Ich“

ist es egal, was für eine „Pumpe“ unser Blut

ins Hirn befördert. Wenn dem nicht so wäre,

könnten Menschen mit einem Spenderherz

damit nicht lieben, lachen oder weinen. Sie

tun es aber, wahrscheinlich intensiver als

vor ihrem zweiten Geburtstag.

Letztendlich ist es daher eine viel tiefer gehende

Frage als die nach einer biologisch

nicht definierbaren Grenze zwischen Leben

und Tod und eine sehr persönliche Entscheidung,

ob man „als Ganzes“ bestattet werden

möchte oder ob man nichts dagegen hat,

Teile seines Körpers noch einem „Nutzen“

zuzuführen. Diese Entscheidung braucht

man sich auch nicht ausreden zu lassen und

schon gar nicht darf man dafür angefeindet

werden. Auch Druck, z.B. seitens der Ärzte,

ist völlig inakzeptabel.

Widerspruchslösung

Da jeder in so eine Grenzsituation des Hirntodes

kommen kann, ist aber eines wichtig

zu wissen – und das ist auch der Grund für

diese ausführliche zweite Folge der Serie: In

Österreich gibt es eine Widerspruchslösung.

Wenn Sie keine Organe spenden möchten,

dann tragen Sie sich (und ihre Kinder) in

das „Widerspruchsregister“ unter www.

goeg.at (Tel.: 01/51561) ein. Dann dürfen

Ihnen (und ihren Kindern) zwar keine Organe

entnommen werden, Sie erhalten aber

trotzdem im Fall des Falles welche. Wenn

Sie auch dies nicht wollen, dann müssen Sie

eine Patientenverfügung machen. Falls Sie

Organe spenden wollen, dann sagen Sie es

Ihren Angehörigen, denn diese werden in

der Regel gefragt.

Totenbeschau

Unabhängig von der eigentlichen Todeszeit

und den Todesumständen ist ausnahmslos

an jedem Verstorbenen eine Totenbeschau

vorzunehmen. Erst wenn ein Totenbeschauarzt

unter Einhaltung bestimmter Fristen

(außer bei mit dem Leben nicht vereinbare

Verletzungen) sichere Todeszeichen wie

Totenflecke, Totenstarre oder Fäulnis feststellen

kann, ist der Mensch sozusagen auch

„amtlich“ tot, informiert dazu Psychologe

Mag. Martin Prein, ehemaliger Bestatter

und langjähriger Rettungssanitäter. Denn

ohne Totenbeschau stellt die Gemeinde keine

Sterbeurkunde aus und ohne Sterbeurkunde

darf niemand bestattet werden.

Mein Fazit: Der Tod ist nicht zu fassen. Er

ist biologisch betrachtet ein Prozess. Nichts-

destotrotz ist für unser Bewusstsein der Tod

ein punktuelles Ereignis. Es ist jener Moment,

wo jedes Fünkchen Hoffnung erlischt, weil

einem gewahr wird: Der geliebte Mensch

ist tot. Das kann der „letzte Atemzug“ sein

oder die Nulllinie des EKG. Oder der Arzt,

der bei einer erfolglosen Reanimation zu

Spenden für unseren Pfarrbrief

Unser Pfarrbrief wird von vielen Lesern sehr geschätzt, und

trotzdem ist er ein großes Verlustgeschäft. Wir dürfen Sie deshalb

sehr herzlich bitten, dass Sie unsere Pfarrbriefarbeit mit einer

großzügigen Spende unterstützen. Allein der Druck kostet sehr

viel Geld, die persönliche Arbeit, die damit verbunden ist, darf

ohnedies in keinem Fall gerechnet werden. Ihre Spende macht

uns Mut, dass wir auch in Zukunft zum Wohl der Leute aus der

Pfarre bzw. der vielen Auswärtigen diesen Pfarrbrief gestalten.

den Ersthelfern oder Rettungssanitätern

sagt: „Hört’s auf.“ Mit diesen Worten ändert

sich alles. Obwohl objektiv gesehen

derselbe Mensch ja nicht anders tot ist als

eine halbe Stunde zuvor. Der Tod ist also im

Auge des Betrachters ziemlich subjektiv und

plötzlich. So wie die Trauer, die ebenfalls

Kleine Notizen

zur Geschichte des

Christentums (37)

Donatistenstreit

Ausgehend von offenbar persönlichen Querelen

in der christlichen Gemeinde von

Karthago im Gefolge der diokletianischen

Christenverfolgung – man vermochte sich

nicht auf einen neuen Bischof zu einigen –

kam es in Nordafrika zu einer Spaltung der

Kirche in Katholiken und Donatisten, wie

letztere Kirche nach dem sie prägenden

Bischof Donatus von ihren Gegnern genannt

wurde. Donatus, ein früherer Bischof Karthagos,

verweigerte am Ende der Christenverfolgungen

den Wendehälsen die Rückkehr

in die Kirchengemeinschaft. Besonders rau

verfuhr er mit den „gefallenen“ und durch

Verrat beschmutzten Priestern.

Als Konstantin nach 312 nur den Katholiken

während der Verfolgung enteignete

Kirchengebäude zurückgab, die Donatisten

aber leer ausgingen, appellierten diese an

den Kaiser, den Streit durch unparteiische

gallische Richter schlichten zu lassen. Schon

das war ein bemerkenswerter Vorgang: Zur

Schlichtung innerkirchlicher Streitigkeiten

wandte sich eine der betroffenen kirchlichen

Parteien an die Staatsmacht. Das war zwar

im Rahmen der antiken religionspolitischen

Verhältnisse insofern juristisch korrekt, als

der Kaiser als oberster Kultherr für vermögensrechtliche

Fragen zuständig war. Doch

die sich daraus ergebenden Vorgänge werfen

ein bezeichnendes Licht auf das sich von Anfang

an spannungsreich entwickelnde neue

Verhältnis zwischen Kirche und Kaiser.

Konstantin kam der donatistischen Bitte

nach und setzte ein Schiedsgericht aus drei

gallischen Bischöfen unter dem Vorsitz des

Bischofs Miltiades von Rom ein. Damit wies

Konstantin den Bischöfen eine staatliche

Aufgabe zu. Miltiades machte indes aus

der staatlichen Instanz (einem kaiserlichen

Schiedsgericht) eine kirchliche Einrichtung,

nämlich eine Synode, indem er weitere fünfzehn

Bischöfe aus Italien hinzuzog. Während

Konstantin im Rahmen staatlicher Organe

handelte und die Bischöfe wie Staatsbeamte

behandelte, agierten die Bischöfe im Rahmen

der mittlerweile üblichen kirchlichen

Vorgehensweise, Streitigkeiten auf Synoden

zu regeln.

Auf der unter dem Vorsitz des Miltiades im

Oktober 313 tagenden Synode standen die

Mehrheitsverhältnisse so, dass die Donatisten

unterlagen. Nach dem Einspruch gegen

das Vorgehen des Miltiades setzte Konstantin

eine Berufungsverhandlung an, diesmal allerdings

gleich vor einer kirchlichen Instanz:

die Synode von Arles im August 314. Das

war der nächste bemerkenswerte Schritt:

Der Kaiser verfügte über eine kirchliche

Einrichtung (die Synode) wie über eine

staatliche, indem er die Synode initiierte,

die Synodalen einlud, Reise, Unterkunft

und Verpflegung kostenlos zur Verfügung

stellte, die Tagesordnung bestimmte und die

Beschlüsse bestätigte. Mit der Synode von

Arles begann die lange Reihe der kaiserlichen

Synoden der folgenden Jahrhunderte.

Wieder akzeptierten die Donatisten ihre erneute

Verurteilung nicht und legten Berufung

ein, und noch einmal wechselte Konstantin

den Verfahrensweg: 315/316 wurden die

Donatisten vor ein kaiserliches Gericht in

Mailand zitiert, nochmals verurteilt, doch

beugten sie sich auch da nicht. Auch die

Zwangsmaßnahmen, die Konstantin daraufhin

gegen die Donatisten von 317 bis 321

„augenblicklich“ im Todesmoment beginnt.

Wie sich das „Wesen“ des Menschen durch

den Tod von einer Sekunde auf die andere

verändert und welch eigenartige Gefühle

damit verbunden sein können, wird Inhalt

der dritten Folge sein.

Mag. Anita Groß

Wussten Sie,

dass die 30 österreichischen Ordensspitäler rund 20 Prozent

der heimischen Krankenhausleistungen erbringen? In

Oberösterreich sind es sogar um die 40 Prozent. Damit wird

österreichweit jeder fünfte Patient in einem Ordensspital betreut.

Die Ordensspitäler sind gemeinnützig und arbeiten im

öffentlichen Auftrag. Mit mehr als 20.000 Mitarbeitern sind

sie einer der größten heimischen Arbeitgeber.

anwenden ließ – eine Ausnahme von seiner

sonstigen Toleranz – brachten keinen Erfolg.

Konstantins Bemühungen blieben ohne

Ergebnis, die Donatisten verstanden sich als

die Erben der verfolgten „Kirche der Märtyrer“,

und die Spaltung der nordafrikanischen

Kirche dauerte ein Jahrhundert und darüber

hinaus. Unter ihrem Anführer schließen

sich in Nordafrika die meisten Bischöfe den

Donatisten an. Auch die Verweltlichung der

Kirche und des Klerus verleiht ihren Gründen

neue Dringlichkeit.

Als Augustinus 396 Bischof in Hippo wird,

findet er beide Parteien hoffnungslos zerstritten.

Gewalt gegen Priester und Zerstörung

von Basiliken sind die Früchte des Wirkens

der fanatischen Donatisten. Kaiser Honorius

beruft 411 ein Religionsgespräch nach

Karthago ein, an dem 286 Katholiken und

279 Donatisten teilnehmen. Augustinus

vertritt die katholische Seite und betont

die Einheit der Kirche. Er selbst hielt es mit

den Gemäßigten und betonte, dass Taufe,

Eucharistie und alle anderen Sakramente

und Handlungen der Kirche gültig seien

durch den bloßen Vollzug, auch wenn die

Hand eines Todsünders sie spendete. Der

kaiserliche Gesandte spricht den Sieg den

Katholiken zu.

Für die kaiserliche Kirchenpolitik der folgenden

Jahrhunderte war damit ein Präzedenzfall

geschaffen: Unmittelbar bediente

der Kaiser sich kirchlichen Personals (der

Bischöfe) und einer kirchlichen Einrichtung

(der Synode), um seine religionspolitischen

Interessen durchzusetzen. Die Kirche wurde

für staatliche Belange instrumentalisiert.

Weil das dem römischen Verständnis der

Rolle von Religion im Staat entsprach, hat

der Kaiser ganz selbstverständlich so agiert,

ohne dass jemand daran Anstoß genommen

hätte, auch auf Seiten der Kirche nicht.

26 Nr. 173 Februar 2013

27


Einen Bahnbrecher der „katholischen Aktion“

nannte Papst Pius XI. den Priester Vinzenz

Pallotti, der die Geschichte der Kirche im

19. Jahrhundert maßgebend beeinflusst hat.

Die Ideen der Aufklärung, die Unruhen der

napoleonischen Zeit, die Geburt der so genannten

Arbeiterfrage, die Veröffentlichung

des kommunistischen Manifests, liberale

Tendenzen und nationale Bewegungen in

Europa sind einige Stichworte, die die Zeit

des Hl. Vinzenz Pallotti beschreiben. Papst

Johannes Paul II. nannte Vinzenz einmal

„einen überaus vorbildlichen Priester“.

Am 21. April 1795 wurde er in Rom als drittes

von zehn Kindern in eine wohlhabende

Familie hineingeboren. Seine Kindheit wurde

geprägt vom tiefen Glauben seiner Eltern.

Das gläubige Elternhaus war nur die eine

Seite. Daneben erlebte er auch im Umfeld

dieses katholischen Milieus den sich immer

formierenden weltlichen Staat. Er besuchte

die Schule bei den Piaristen und dann das

Römische Kolleg und begann sein Studium

1814 an der römischen Universität La Sapienza.

1818 empfing er in der Lateranbasilika die

Priesterweihe. Nun beginnt sein seelsorglicher

Dienst an verschiedenen Stellen der Diözese:

als Pfarrer, in der Armen- und Jugendseelsorge,

als Volksmissionar, als Spiritual, u.a.

Bald sprach sich seine Begabung herum; er

wurde zu einem gefragten Beichtvater und

Prediger. Für Menschen in Not war er zu

Anweisung des Pfarrers

Da eine Kirche kein öffentlicher Konzertsaal ist, sondern ein

heiliges Haus, in dem Gott angebetet wird, müssen grundsätzlich

alle Texte und Lieder, die in der Pfarrkirche im Rahmen

einer Liturgie von einem Sänger bzw. Chören vorgetragen

werden, dem Pfarrer vorgelegt werden. Chorsätze und rein

weltliche Lieder, wo Gott nicht vorkommt, dürfen in unserer

Pfarrkirche nicht präsentiert werden. Da in den katholischen

Kirchen von England ganz sicher Engländer in der Liturgie

keine deutschen Lieder singen, soll man in Zukunft englische

Lieder auch nur in England singen. Viel Erfolg!

Heilige in der Welt

Hl. Vinzenz Pallotti

(1795-1850)

jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar. Er

wirkte ständig in Rom, wo man ihn bald „den

zweiten Philipp Neri“ nannte.

Vinzenz erkannte in diesem Umfeld der herausziehenden

Umbrüche in Europa, dass die

den Glauben bedrängenden Probleme und vor

allem die Neubelebung des Glaubens nicht

von den Priestern alleine bewältigt werden

können. 1835 gründete er die Gemeinschaft

der „Pallottiner“, 1843 deren weiblichen

Zweig. Er scharte viele andere Mitarbeiter

um sich. Der Kreis der Menschen um Pallotti

wird größer; es wuchs die „Vereinigung des

katholischen Apostolats“ heran. Jeder Getaufte

soll die Möglichkeit erhalten mitzuwirken,

„den Glauben zu verbreiten und die Liebe

neu zu entzünden“, wie er sagte. Dazu ist

nach seiner Vorstellung jeder befähigt, nicht

nur der Priester, sondern jeder Mensch als

Ebenbild Gottes auf seinem Platz und in seiner

Aufgabe. Vinzenz wollte ein weltumspannendes

Netz kleiner Zentren aufbauen, die

der Evangelisation dienen sollten; doch sein

früher Tod verhinderte den weiteren Ausbau

der Gemeinschaft.

Viele seiner apostolischen Pläne konnte er

in seinem Leben nicht verwirklichen. Auch

musste er schwere Tiefschläge einstecken.

In den Straßenkämpfen der Revolution und

durch manche innerkirchliche Missgeschicke

schrumpfte seine Gemeinschaft wieder auf

wenige Mitglieder zusammen. Ein besonders

schwerer Schlag in seinem Leben war, dass

er seinen leiblichen Bruder, Alois Pallotti,

nicht vor dem Selbstmord bewahren konnte.

Vinzenz starb am 22. Jänner 1850. Sein Grab

ist in der Kirche San Salvatore in Onda. Erst

1950 wurde er von Papst Pius XII. selig- und

von Johannes XXIII. heilig gesprochen. „Nicht

nach der Menge der Erfolge, sondern nach

der Größe der Opfer wird jedem der ewige

Lohn zugemessen“, schreibt Vinzenz Pallotti

in seinen Aphorismen. Erst im 2. Vatikanischen

Konzil wurde Vinzenz Pallottis Weg der

Ausweitung der apostolischen Aufgaben für

jeden katholischen Christen aufgenommen.

Sein Werk und seine Botschaft sind höchst

aktuell.

Auf dem Weg durch Rom (11)

San Silvestro in Capite

Am 24. Juni 2012 – am Festtag des Hl. Johannes des Täufers – hat

der australische Kardinal George Pell – in der Kirche San Silvestro in

Capite eine Hl. Messe gefeiert. Diese Kirche, die im 8. Jahrhundert

erbaut wurde und ursprünglich als Heiligtum zur Aufbewahrung

der Reliquien der Märtyrer und Heiligen aus den römischen Katakomben

gedacht war, besitzt ein Stück des Schädels von Johannes

dem Täufer. Der gotische Reliquienschrein wurde in vergangenen

Monaten intensiv gereinigt und restauriert und anlässlich des

Festtags in der Seitenkapelle der Kirche neu ausgestellt.

Wenn wir heute von den Zeichen der Zeit reden, dann müssen wir nicht nur die Zeichen der Zeit deuten, sondern sie

auch setzen. Nicht die Suchenden und die Zweifler stören mich, sondern jene, die es sich geistig, geistlich und sittlich

allzu bequem gemacht haben auf dem Sofa ihrer Vorurteile, der negativen Gefühle und der Eitelkeiten.

Was Liturgie ist

Liturgie ist zuerst ein Handeln Gottes und nur in zweiter Hinsicht eine Antwort des

Menschen. Liturgie geschieht mit den Worten, die Gott selbst seiner Kirche gelehrt hat

und die in ihr gewachsen sind. Nicht die Riten müssen uns und unserer Zeit angepasst

werden, sondern der Gläubige muss sie verstehen lernen. Bei der Feier der Liturgie

müssen die Gläubigen mit ihrem Agieren aufhören, damit Gott handeln kann und sein

Handeln zum Tragen kommen kann. Weder der Priester noch die Gemeinde dürfen

sich selbst feiern.

Katholisches Eheseminar

für Brautpaare, die kirchlich

heiraten wollen

Samstag, 4. Mai 2013,

8.00 – 12.30 Uhr

Pfarrheim, Windischgarsten

Infos: 07562/5258 – 0676/87765477

Beim Treffen der „Comunione e Liberazione“

in Rimini gab es heuer das Thema: „Die Natur

des Menschen ist das Verhältnis mit dem

Unendlichen“. Dazu sagte der Rektor des

Päpstlichen Athenäums „Regina Apostolorum“,

Pater Pedro Barrajón: „Das diesjährige

Thema berührt eine der größten Wunden

unserer Zeit: den fehlenden Bezug zur Transzendenz“.

„Die heute vorherrschende Art,

die menschliche Natur aufzufassen, könnte

man als ‚Anthropobiologie‘ bezeichnen: eine

Auffassung, in der der Mensch auf seine

biologische Dimension beschränkt wird,

während doch die Natur des Menschen im

Verhältnis mit dem Unendlichen steht und

sich deshalb zum Transzendenten hin öffnen

muss.“ Wie der belgische Kardinal Julien Ries

sagte, ist das Thema dieses Jahres auch die

große Voraussetzung für die Neuevangelisierung.

Von Gott müssen wir also reden,

um die Neuevangelisierung vorantreiben

zu können.

Die Beschneidung ist sehr alt und ein

weitverbreiteter Initiationsritus. Auf ein

hohes Alter deutet die Verwendung von

Steinmessern hin (Ex 4,25; Jos 5,2-3). Die

Beschneidung wurde zunächst wohl in

der Pubertät oder bei Erwachsenen vorgenommen,

in Form eines Einschnitts in

die Vorhaut (Incisio, so z.B. in Ägypten)

oder deren Entfernung (Circumcisio, so in

Israel). Die Beschneidung von Säuglingen

dürfte sich erst später durchgesetzt haben,

als damit der einzelne in die israelische

Volksgemeinschaft aufgenommen wurde.

Für die Teilnahme am Kult und die Gemeinschaft

mit Jahwe war es Voraussetzung,

beschnitten zu sein. Diese religiöse

Verpflichtung sollte möglichst früh erfüllt

werden und wurde schließlich auf den 8.

Tag nach der Geburt festgesetzt (vgl. Gen

17,12; Lev 12,3). In der priesterschriftlichen,

der jüngsten Überlieferungsschicht

des Pentateuch (5 Bücher Mose), erhielt

die Beschneidung schließlich einen neuen

Sinn als Zeichen jenes Bundes, den Gott

mit Abraham und dessen Nachkommen

AUF DEN PUNKT

Ohne Seele kann man

nicht leben

Damit die Neuevangelisierung erfolgreich

sei, brauche man, so Pater Barrajón, „eine

neue Aufmerksamkeit für die sakrale Dimension,

die nichts anderes ist als das

Verhältnis zum Unendlichen und der Glaube

in Christus.“ Der Mensch braucht ein

Verhältnis zum Heiligen, denn nur so kann

er ganz Mensch sein. Über das Treffen in

Rimini sagte Pater Barrajón, dass diese

Initiative von „Comunione e Liberazione“

organisiert worden sei, um einen schweren

Bruch mit der Moderne zu sanieren,

nämlich die Trennung von Kultur und Glauben.

„Die Veranstaltung“, so der Rektor des

Päpstlichen Athenäums, „will diesen Bruch

heilen, indem sie sich mit dem Verhältnis

des Menschen zum Unendlichen befasst.“

„Aber der Mensch in seiner materiellen

Dimension ist doch endlich?“, möchte mancher

ergänzen. Das leugnet Pater Barrajón

nicht, wenn er sagt: „In seiner körperlichen,

biologischen Dimension ist der Mensch

ein endliches Wesen; aber in seiner seelischen

Dimension hat er einen Bezug

zum Unendlichen. Deshalb dürfen wir

sagen, dass der Mensch als Abbild Gottes

erschaffen wurde. Unter allen Geschöpfen

ist der Mensch das einzige, das Gott auf

persönliche Weise wiederspiegelt. Gott

kann den Einzelnen lieben und von ihm

geliebt werden. Gott baut zum Menschen

eine persönliche Beziehung auf; darin liegt

die Größe der menschlichen Natur.“

So hat der Theologe Hans Urs von Balthasar

längst behauptet, der Mensch habe

„etwas mehr“ als nur Natur. „Der Mensch

ist ein Geschöpf, und dass er zugleich eine

Person ist, ist ein grandioses Geheimnis.“

Kleine Zugänge zum

Alten Testament (11)

Die Beschneidung als

Initiationsritus

geschlossen hatte (Gen 17,11-14). Die Beschneidung

war wohl erst im Exil zum

Unterscheidungsmerkmal zwischen Israeliten

und den anderen Völkern geworden.

Der Verlust der Stadt Jerusalem durch den

babylonischen König Nebukadnezar II. und

der eingebüßten Freiheit des Volkes Israel

ließen die Frage nach der eigenen Identität

wach werden. Bei der Besinnung auf die

eigene Identität werden nun überlieferte

Symbole und Rituale in ihrem Aussageinhalt

wichtig. In konkreten Zeichen wird etwas

ausgedrückt, was für die Identität, für die

eigene Überzeugung, für die eigene Geschichte

und Herkunft steht. Ausgedrückt

wird die Besonderheit der Erwählung des

Dazu zitierte der Rektor des Päpstlichen

Athenäums die Worte von Giancarlo Cesana:

„Die Neurowissenschaften können

das Geheimnis Mensch nicht erklären.“ „Es

gibt seitens mancher Neurowissenschaftler

den Versuch“, erklärte Pater Barrajón, „das

Ich des Menschen auf die Gehirntätigkeit

zu reduzieren.“ So habe Francis Crick behauptet,

die menschliche Seele sei weiter

nichts als eine „Ansammlung von Nervenzellen.“

„Das Problem“, so Pater Barrajón,

„liegt darin, dass man den Menschen auf

diese Weise auf seine biologischen Funktionen

reduziert. Der Mensch wird nur noch

unter einem strikt materialistischen Gesichtspunkt

betrachtet, der keine Öffnung

zur Philosophie oder zur Theologie mehr

zulässt.“ Mehr als alles andere erweist sich

das als die Sackgasse des Menschen.

Für den Rektor des Päpstlichen Athenäums

sollten die Neurowissenschaften „einen

weiteren Horizont in Betracht ziehen, statt

ihren Blick auf den Körper und die Nervenzellen

zu beschränken. Der menschliche

Leib erhält seine höhere Würde nämlich

daher, dass er vom Geist durchdrungen ist.“

Pater Pedro Barrajón hält am Päpstlichen

Athenäum „Regina Apostolorum“ einen

Kurs über „Seele und Wissenschaft“. Man

müsse den Neurowissenschaften ihre humanistische

Dimension wiedergeben, da

sie sonst Gefahr liefen, reiner Selbstzweck

zu werden.

einen Volkes Israel durch Jahwe. Das Zeichen

beschränkt sich nicht auf das äußere

Merkmal, sondern weist über dieses hinaus,

drückt damit ein Mehr an Bedeutung aus,

denn die Beschneidung wird auch auf die

innere Zugehörigkeit zu Jahwe übertragen,

wenn der Prophet Jeremia die Beschneidung

des Herzens (Jer 4,4) fordert oder des

Ohres (Jer 6,10b) einfordert. Eine lediglich

physisch-äußerliche Beschneidung genügt

nicht, so lange das Herz unbeschnitten ist.

Im Gegensatz zu den Ägyptern lässt sich

die Beschneidung bei den Babyloniern,

Philistern und Assyrern nämlich nicht nachweisen.

Der Beschneidung als Zeichen des

ewigen Bundes zwischen Gott und seinem

Volk kommt an Bedeutung nur der Sabbat

gleich. Als Zeichen wird die Beschneidung

zur mahnenden Erinnerung an den Bund,

d.h. auch zu einer Bundesverpflichtung.

Es ist ein gemeinsames Zeichen, das die

Gemeinschaft nach innen stärkt, indem

es zum Bekenntnis- und Zugehörigkeitszeichen

wird. Gerade im Exil hat das Volk in

diesem Zeichen Heimat gefunden.

28 Nr. 173 Februar 2013

29


„Um der Menschen willen“ ist ein Lebensgrundsatz,

der als Grundanliegen der Kirche

in unserer Zeit näher hin formuliert

werden muss. Dieses besteht darin, für die

Menschen und mit ihnen Wege zu suchen

und zu gehen, die in unserer Gesellschaft

zu Gerechtigkeit und Frieden, ja zu mehr

Menschlichkeit führen. Die Sorge um die

sozialen Belange hat immer schon den Weg

der Kirche bestimmt, denn die Kirche hat

der Gesellschaft nie gleichgültig gegenübergestanden.

Zwei große Sozialenzykliken hat der Sel.

Papst Johannes XXIII. verfasst. Nach der

Enzyklika „Mater et magistra“ aus dem

Jahr 1961, die den Menschen als „Träger,

Schöpfer und Ziel aller gesellschaftlichen

Einrichtungen“ ausgewiesen hat, war es

„Pacem in terris“, die er am 11. April 1963

wenige Wochen vor seinem Tod veröffentlichte,

die weltweites Aufsehen erregte. Auf

Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit

baut jener Friede auf, von dem er in seinem

Rundschreiben an alle Menschen guten

Willens sprach. Damit wollte der Papst,

der um seinen nahen Tod wusste, nach der

Einberufung des 2. Vatikanischen Konzils

noch einmal den Kernpunkt des Christentums

und des Glaubens an den Gott Jesu

Christi festmachen: Dass Friede herrsche!

Vom großen „Papst des Friedens“ müssen

wir sprechen.

Worum geht es? Es geht um den inneren Frieden,

den es braucht, damit der äußere Friede

gesichert werden kann. Ist es zunächst der

Hl. Paulus, der im Philipperbrief schreibt, dass

der Friede Gottes alles Erkennen übersteigt

(vgl. 4, 7), so ist es auch der hl. Johannes,

der in seinem Brief betont, dass wir „die

Liebe, die Gott zu uns hat, erkannt und

gläubig“ (vgl. 4,16) angenommen haben. So

ist der innere Friede die unerschütterliche

Gewissheit, dass ich vom andern geliebt und

angenommen bin. Aus diesem Bewusstsein

Die Enzyklika „Pacem

in terris“ vom Sel. Papst

Johannes XXIII.

50. Jahrestag

der absoluten Liebe des Vaters lebt Jesus

Christus, der, wie die Pastoralkonstitution

„Gaudium et spes“ in Nr.22 hervorhebt, der

„vollkommene Mensch“ ist, ein Menschsein,

das er in seiner Menschwerdung offenbart

hat. Dieses Bewusstsein wird jedem

Menschen zuteil in der Taufe und durch

das sakramentale Handeln der Kirche, d.h.

Menschen müssen die Liebe Gottes spüren.

So kehrt der Friede in die Herzen der Menschen

ein, und der Mensch will in keinem

Fall das Böse tun. Wo der Mensch den Frieden

im Herzen trägt, weil er sich von Gott

unerschütterlich geliebt weiß, gelingt sein

Leben ganz anders als für einen Menschen,

der den Glauben an die Liebe Gottes und

den Menschen verloren hat. Friede entsteht

aus dem Wissen, über alle Maßen geliebt

zu sein. Ein solcher Friede ist etwas, dass

jedes Verstehen übersteigt, denn die Liebe

rechnet und zählt nicht. Ein wahrer Friede

wartet nicht auf den andern, dass er eine

Gegenleistung bringt, sondern er ersetzt,

was bei anderen Menschen noch fehlt. So

hat wenigstens Gott gehandelt, von der

Schöpfung an durch die gesamte Geschichte

des Volkes Israel hindurch bis die Zeit erfüllt

war, und er seinen Sohn sandte, um den

endgültigen Frieden der Liebe Gottes zum

Menschen zu offenbaren.

Und heute soll der Mensch nach außen so

leben, in politischen und wirtschaftlichen

Verhältnissen, wie es seiner inneren Welt

und seinem inneren Erleben entspricht.

Wenn der Friede im Innern da ist, wird es

auch nach außen Frieden geben. Gibt es im

Innern Neid und Eifersucht, werden auch

am Ende in der Welt Mord und Totschlag die

Folge sein. Deswegen schreibt der Sel. Papst

Johannes XXIII. in einem der zentralsten

Sätze am Ende seiner Enzyklika: „Der Friede

muss jedoch ein leeres Wort bleiben, wenn

er sich nicht in jenem Ordnungsgefüge entwickelt,

das wir voller Hoffnung in diesem

Rundschreiben in den Umrissen angedeutet

haben: Wir meinen ein Ordnungsgefüge, das

in der Wahrheit gegründet, nach den Richtlinien

der Gerechtigkeit erbaut, von lebendiger

Liebe erfüllt ist und sich schließlich in der

Freiheit verwirklicht.“ (Nr 167) Johannes

XXIII., der damit das göttliche Sittengesetz

in den Mittelpunkt seiner Darlegungen stellt,

fordert die Ausschaltung des Krieges als

Mittel der Politik überhaupt.

Hier haben wir die gesamte katholische

Moraltheologie und Sozialethik, ja auch

Staats- und Wirtschaftsethik vor Augen: Der

inneren Ordnung muss die äußere Ordnung

entsprechen; daher sprechen wir auch vom

Ordoliberalismus, denn die Freiheit des

Menschen muss einer bestimmten Ordnung

entsprechen. Der Mensch muss Liebe erfahren

und seinen Platz in der Gesellschaft

entdecken. Und diese Liebe muss in der

äußeren Ordnung in Formen der Gerechtigkeit

ermöglicht und gesichert werden.

Wenn das ist, dann entsteht auch ein Friede,

der jedes alltägliche Verstehen übersteigt.

Bereits im Jahr 1962 hat der Roncalli-Papst

diese Botschaft in die Tat umgesetzt, als in

den Oktobertagen eben dieses Jahres die Kubakrise

zwischen der Sowjetunion und den

USA ihrem Höhepunkt entgegentrieb, und

der Papst im Verborgenen sehr erfolgreich

vermittelte. Es war eine Radiobotschaft, die

Papst Johannes XXIII. am 25. Oktober 1962

an die Staatsoberhäupter der USA und der

Sowjetunion richtete, sich dem Schrei der

Menschheit nach Frieden nicht zu verschließen.

Präsident Kennedy dankte dem Papst

für seine Hilfe, denn ein furchtbarer Krieg

konnte abgewendet werden.

Was das 2. Vatikanische Konzil zur Geschichtlichkeit der vier Evangelien sagt

Unsere heilige Mutter, die Kirche, hat entschieden und unentwegt daran festgehalten und hält daran fest, dass die vier genannten

Evangelien, deren Geschichtlichkeit sie ohne Bedenken bejaht, zuverlässig überliefern, was Jesus, der Sohn Gottes, in seinem Leben

unter den Menschen zu deren ewigem Heil wirklich getan und gelehrt hat bis zu dem Tag, da er aufgenommen wurde (vgl. Apg 1,1-2).

Die Apostel haben nach der Auffahrt des Herrn das, was er selbst gesagt und getan hatte, ihren Hörern mit jenem volleren Verständnis

überliefert, das ihnen aus der Erfahrung der Verherrlichung Christi und aus dem Licht des Geistes der Wahrheit zufloss. Die biblischen

Verfasser aber haben die vier Evangelien redigiert, indem sie einiges aus dem vielen auswählten, das mündlich oder auch schon schriftlich

überliefert war, indem sie anderes zu Überblicken zusammenzogen oder im Hinblick auf die Lage in den Kirchen verdeutlichten,

indem sie schließlich die Form der Verkündigung beibehielten, doch immer so, dass ihre Mitteilungen über Jesus wahr und ehrlich

waren. Denn ob sie nun aus eigenem Gedächtnis und Erinnern schrieben oder auf Grund des Zeugnisses jener, „die von Anfang an

Augenzeugen und Diener des Wortes waren“, es ging ihnen immer darum, dass wir die Wahrheit der Worte erkennen sollten, von

denen wir Kunde erhalten haben (vgl. Lk 1,2-4) [DV 19].

Der Name Ezechiel (in der alten Schreibweise

Hesekiel genannt) trägt einen bittenden

Wunsch-Namen (hebräisch): „Gott möge

kräftig machen“. Ezechiels Namenstag wird

am 23. Juli gefeiert. Sein Grab befindet sich in

der Nähe von Bagdad im Irak [2010 berichteten

israelische Medien im Radio Vatikan vom

19. Jänner 2010, dass das südlich von Bagdad

gelegene Grab des Propheten Ezechiel mit

einer Moschee überbaut werden soll. Dabei

sollen sämtliche hebräische Inschriften sowie

ein Thora-Schrein aus dem Heiligtum entfernt

werden. Als offizieller Grund für die Baumaßnahmen

werde der renovierungsbedürftige

Zustand der Pilgerstätte angegeben.]. Ezechiel,

der Sohn des Busi, war ursprünglich Priester

und wurde bei der ersten Deportation (=

Wegführung Israels nach Babylon) im Jahr

597 v.Chr. mit vielen anderen in Tel Abib

am Fluss Kebar angesiedelt. Seine Tätigkeit

als Prophet begann im 5. Jahr der Deportation

und dauerte bis 571 v. Chr. (Ez 29,17), also

rund 20 Jahre. Die Frau des Propheten starb

um 587 vor oder während der Belagerung

Jerusalems (Ez 24,18). Ezechiel hat daher

als Prophet ausschließlich in Babylonien

gewirkt. Er verstand sich als Prophet, der

zu den judäischen Deportierten gesandt ist.

Sein prophetisches Wirken lässt sich in drei

Perioden gliedern:

Der gebürtige Windischgarstner Mag. Martin

Mayr war kürzlich wieder auf Besuch in

seiner Heimat und berichtete im Rahmen

eines KMB-Abends von seiner Arbeit in der

Das Buch Ezechiel (Ez)

Der Prophet Ezechiel

und seine drei

Tätigkeitsperioden (1)

In der ersten Periode, die von seiner Berufung

bis zum Untergang Jerusalems reichte

(592/593 - 587 v. Chr.), kündigte er das

kommende Unheil für Jerusalem und den

Tempel an. Damit wollte er bei seinen Zeitgenossen

die herkömmliche Auffassung

zerstören, dass Jerusalem und der Tempel als

Wohnstätte Jahwes nicht zerstört werden

könnten: So will er die Hoffnungen der Judäer

in Babylon auf eine baldige Heimkehr

als falsch entlarven! In diese Zeit fällt eine

erste Bildrede von der treulosen Frau (16,1-

63; vgl. Hos 1-3; Jer 2,1ff), die Ezechiel mit

dem Motiv des ausgesetzen, geretteten,

später jedoch undankbaren Findelkindes

verbindet. Diese Bildrede in Ez 16 besteht

aus vier Szenen:

• die Rettung des Kindes (VV. 1-7a)

• die Vermählung und der Reichtum der

Pfarrgemeinde St. Jakob - Windischgarsten -

solidarisch mit der Diözese Barreiras -

(Bahia, Brasilien)

Diözese Barreiras. Neben seiner Tätigkeit als

ständiger Diakon in der Diözese Barreiras

widmet er sich besonders den Landlosen

und Kleinbauern sowie der Jugend. Diese

Hilfe ist angesichts verschiedener Schwierigkeiten

vor Ort (Pfingstkirchen, Umstrukturierung

der Landwirtschaft, Bedrohung

der Kleinbauern und Landlosen ...) umso

wichtiger. Noch vor einem Jahr wollte er

die Arbeit beenden und wieder nach Österreich

zurückkehren, wurde doch ein

guter Freund und Mitarbeiter ermordet.

Er merkte aber dann doch, dass ihn (und

seine brasilianische Frau) die zweite Heimat

schon sehr geprägt hat.

Was wir von den Brasilianern lernen

könnten?

Den tiefen und einfachen religiösen Glauben

(z.B. die Wallfahrten, ...) - und - alles

ein wenig mehr mit Ruhe, Gelassenheit

und einer Portion Humor tun - trotz der

Schwierigkeiten, die es manchmal gibt.

Mag. Kurt Rumplmayr

herangewachsenen Frau (VV. 7b-14)

• die Sünde der Frau (VV.15-34)

• die Bestrafung der zur Dirne gewordenen

Frau (VV.35-41).

Es ist die Lebensgeschichte einer Frau (=

Jerusalem) von ihrer Geburt bis zu ihrem

Scheitern. Dieses Kind stammt von sündigen

Eltern (V.3), d.h. die Treulosigkeit ist

diesem Kind schon in die Wiege gelegt. Eine

unschuldige Beginnzeit, wie noch Hosea, Jeremia

und Jesaja die Wüstenzeit bezeichnen,

gibt es nach Ezechiel nicht. Später ist diese

Frau allen möglichen (politischen) Mächten

und deren Göttern nachgelaufen. Israel hat

also vergessen, dass es zu einer einmaligen

Beziehung mit seinem Gott Jahwe berufen

war. Die Folgen dieses Tuns werden als

Strafe Gottes gedeutet (V.43). Erst wenn der

Zorn Jahwes zur Ruhe kommt (V.42), wird

für Israel durch Jahwes Gnade neues Heil

möglich sein. Eine zweite Bildrede nimmt

dieses Thema nochmals auf: In 23,1-27 wird

das Gleichnis von den beiden treulosen

Frauen erzählt. Wie in Ez 16 wird auch in

Ez 23 in sehr drastischer, manchmal auch

verletzender Sprache, dem Volk Israel ein

Spiegel vorgehalten. Nach dieser Periode

dürfte Ezechiel eine zeitlang geschwiegen

haben (vgl. z. B. Ez 9; 15).

Mag. Kurt Rumplmayr

Beten mit

Benedikt XVI.

Gebetsmeinungen des Hl. Vaters

für das Jahr 2013

März

1. Für unseren Umgang mit der Natur:

dass der Respekt wachse im Bewusstsein,

dass uns die ganze Schöpfung

als Geschenk Gottes überantwortet

ist.

2. Für die Bischöfe, Priester und Diakone:

dass sie als Verkünder des Evangeliums

bis an die Enden der Erde nicht

ermüden

April

1. Für die Gläubigen: öffentliche Gottesdienste

mögen ihr lebendiges Christsein

fördern.

2. Für die Kirchen in den Missionsländern:

dass sie durch den Glauben

an die Auferstehung Hoffnung vermitteln.

30 Nr. 173 Februar 2013

31


Zum „Päpstlichen Haus“ zählen Einrichtungen

und Personen, die im direkten Umfeld

des Papstes wirken. Dazu gehören etwa die

Kardinäle, der Päpstliche Haustheologe und

die persönlichen Mitarbeiter des Papstes.

Die „Casa Pontificia“ wird koordiniert und

geleitet von der Präfektur des Päpstlichen

Hauses. In der Regel ist ohne sie kein Zutritt

zum Heiligen Vater möglich, und kein

öffentliches Auftreten des Papstes geschieht

ohne sie. Zur „Casa Pontificia“ gehören die

Cappella Pontificia und die Päpstliche Familie.

Es ist in gewisser Weise der Nachfolger

des Päpstlichen Hofes, wie dem Päpstlichen

Jahrbuch bis 1926 zu entnehmen ist, dessen

Wurzeln bis in die konstantinische

Zeit reichen. Papst Paul VI. (1963-1978)

führte mit dem Motu Proprio „Pontificalis

dominus“ vom 28. März 1968 eine umfassende

Reform des „Päpstlichen Hauses“

und seiner beiden Teilbereiche durch. Dabei

wurden eine Reihe von Titeln und Funktionsgruppen

abgeschafft. Alle Mitglieder

des Päpstlichen Hauses werden vom Papst

ernannt, und ihre Ämter sind nicht erblich.

Die Amtszeit beträgt in der Regel für Laien

fünf Jahre; erneute Ernennung ist möglich.

Ordensregel

des Hl. Benedikt (41)

Gegen häufiges und

ungezügeltes Gelächter

Grundsätzlich geht es um die Aufmerksamkeit

gegenüber dem Wort, denn zum

richtigen Umgang mit dem Wort gehört

in der Tradition des Mönchtums nicht nur

die Vermeidung von oberflächlichem Geschwätz,

sondern auch des unbeherrschten

Lachens. Benedikt spricht eine deutliche

Sprache. Bereits im 4. Kapitel, die Verse

54-54, betont Benedikt in seiner Regel,

dass „leere oder zum Gelächter reizende

Worte“ vermieden werden sollen, und die

Mönche sollen „häufiges oder ungezügeltes

Gelächter nicht lieben.“ Wie vieles von

dem, was wir reden, ist einfach hohles

und leeres Gerede. Im Gerede drückt sich

eine bestimmte Lebensausfassung aus, der

Redner verrät sich selbst, und es drückt sich

unsere Durchschnittlichkeit und Banalität

aus. In RB 6, 8 heißt es ganz unmissverständlich:

„Albernheiten aber, müßiges

und zum Gelächter reizendes Geschwätz

verbannen und verbieten wir für immer

und überall.“ Mit einer äußerst scharfen

Verurteilung erklärt Benedikt alle Oberflächlichkeit

mit der monastischen Lebensweise

als nicht vereinbar. Dass oberflächliches

Geschwätz gemieden werden soll, fordert

schon der Hl. Paulus (vgl. Eph 5,3-4), da es

die innere Sammlung zerstört. Paulus untersagt

gemeines, albernes und zweideutiges

Geschwätz und empfiehlt stattdessen die

Danksagung. Nur in diesem Zusammenhang

ist auch der Umgang mit dem Lachen

im Mönchtum zu verstehen.

Die Frage nach Humor und Freude steht

dabei nicht im Vordergrund, sondern das

ständige, törichte, ausgelassene, verletzende

und zügellose Lachen. Bereits in der Weisheitsliteratur

charakterisiert das Gelächter

den Toren, der die Gebote Gottes verachtet

und sogar verspottet (Spr 29,9; Sir 21,15.20).

Im Leben Jesu ist das Verlachtwerden Signal

des Unglaubens, der Ablehnung und Verhöhnung

(vgl. Mt 9,24; Mk 5,40; Lk 8,53;

Lk 16,14; 23,35). So fasst die Bergpredigt

diese Haltung in den Wehruf: „Weh euch,

die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen

und weinen“ (Lk 6,25), was der Hl. Basilius

kompromisslos so deutet, „dass der Gläubige

nie Grund zum Lachen hat“. Der Verzicht

auf solches Lachen dient der Verinnerlichung

des Lebens und der Konzentration

auf den Herrn. Basilius meint allerdings

leichtfertiges und zügelloses Gelächter,

Der Vatikan in Vergangenheit

und Gegenwart (51)

Das Päpstliche Haus und

Erzbischof Gänswein

Die Amtsdauer der Kleriker richtet sich

nach den Normen, die in der Konstitution

der Kurienreform „Regimini Ecclesiae

Universae“ vom 15. August 1967 und in

anderen entsprechenden Dokumenten

erhalten sind. Die Casa Pontificia untersteht

der Leitung eines Präfekten, der seine

Mitglieder zu den jeweiligen Zeremonien

zusammenruft und die Durchführung ihrer

Dienste regelt. Die Aufgaben, denen sie im

Vatikan nachkommen müssen, verlangen

die möglichst perfekte Beherrschung der

Etikette und ein hohes Maß an diplomatischem

Feingefühl.

Nun hat Papst Benedikt XVI. am 7. Dezember

seinen Privatsekretär Prälat Georg

Gänswein zum Präfekten des päpstlichen

Hauses ernannt und ihn gleichzeitig zum

findet es aber „keineswegs unschicklich, in

sanftem Lächeln die Entspannung der Seele

zu zeigen.“ Das Lachen bleibt eschatologische

Verheißung (vgl. Lk 6,21), und Humor

erlaubt uns, das Leben aus einer neuen

Perspektive zu ergründen. Gelächter aber ist

zusammen mit Schwören, Lügen und Verfluchen

Ausdruck mangelnder Umkehr und

Ausdruck mangelnder Selbstbeherrschung.

Als Erbe der Wüstenspiritualität findet die

strenge Beurteilung des Gelächters Eingang

in die Mönchsregel.

Nun wird von Benedikt nicht der Humorlosigkeit

das Wort geredet. Wir kennen Situationen,

in denen das Lachen wie eine Medizin

wirkt. Da steht ein Missverständnis im

Raum, dort baut sich mehr und mehr eine

Spannung auf, und ein Unbehagen macht

sich breit. Oftmals gibt es dann keinen

besseren Ausweg und kein wirksameres

Heilmittel als ein erlösendes und gelöstes

Lachen. Ganz gleich, wodurch es ausgelöst

wurde, es ist auf alle Fälle ein einmaliges

Geschenk; wer die Fähigkeit dazu besitzt,

der hat ein echtes Charisma in der Hand.

Ein solches Lachen bewegt die Gemüter

und steckt an. So kann vielleicht jeder

ein wenig erkennen, dass im Lachen eine

Weise der Lebens- und Problembewältigung

steckt, die sehr gut ist und ganz und gar

nichts kostet.

Erzbischof mit dem italienischen Titularbistum

Urbisaglia erhoben. Gänswein,

der zu den bekanntesten Gesichtern des

Vatikans gehört und einer der einflussreichsten

Männer im Umkreis des Papstes

ist, übernahm damit den Posten des

US-Amerikaners James Michael Harvey

(63), der von 1998 Präfekt des Päpstlichen

Hauses war. Diesen hatte Benedikt XVI.

zum Kardinal berufen und ihm das Amt

des Erzpriesters der römischen Basilika

St. Paul vor den Mauern übertragen. Mit

dieser Aufgabe übernahm Gänswein auch

die Gesamtverantwortung für das Päpstliche

Haus, wozu unter anderem der offizielle

Terminkalender des Papstes sowie dessen

Audienzplan und die protokollarische Betreuung

von Staatsbesuchen gehören. Als

Privatsekretär ist Gänswein der engste

Mitarbeiter von Papst Benedikt XVI. Bei

offiziellen Terminen steht der 56-jährige

dem Kirchenoberhaupt stets zur Seite. Da

der Vatikan nicht zugleich die Ernennung

eines neuen Privatsekretärs mitteilte, füllt

Gänswein diesen Posten gemeinsam mit

seinem maltesischen Kollegen Alfred Xuereb

(53) weiter aus.

Immer wieder wird die Sexualerziehung in

der Schule zum Thema. Wenn man genau

hinschaut, dann sieht man, dass es nicht um

die Stärkung unserer Kinder geht, sondern

darum, dass die schulische Frühverführung

der Kinder endgültig durchgesetzt werden

soll. So dürfen wir nicht vergessen, dass

sich seit den siebziger Jahren in der westlichen

Welt eine wahre Revolution in der

Sexualität abspielt, die geradezu ansteckend

nahezu die ganze Welt erfasst hat und noch

heute die Menschen anregt und beschäftigt.

Tatsache ist: Die Trennung zwischen Vereinigung

und Fruchtbarkeit in der Sexualität

hat den Akt, der von Mensch zu Mensch

einer der bedeutendsten ist, auf seine rein

instinktive Dimension reduziert. Menschen

wachsen im Klima des Pansexualismus

und der Hyper-Erotisierung auf. In der Tat

haben die Mächtigen und Einflussreichen

dieser Welt, die die Freiheit der Menschen

zugunsten verschiedenartiger schandhafter

Interessen zu unterdrücken suchen, alle

Mittel benutzt, bis hin zu den Botschaften,

die unterbewusst wirken, die von Kindheit

an dem Menschen eingehämmert werden,

wie zum Beispiel durch Zeichentrickfilme,

um psychisch gefühlshafte Fähigkeiten der

menschlichen Person zu zerstören. Indem

Kinder bereits mit Halbinformationen vollgepumpt

werden, ist es längst gelungen,

dass die Menschen sich ihren eigenen

Instinkten unterwerfen. Längst ist es weit

verbreitete Mentalität, die dazu neigt, die

Würde des Menschen anzugreifen und

die Institutionen der Ehe und Familie zu

schädigen.

In diesem Zusammenhang hat schon der

Sel. Papst Johannes Paul II. in der Enzyklika

„Familiaris consortio“ vom 22. November

1981 in der Nr. 37 betont: „Aufgrund der

engen Verbindung zwischen der geschlechtlichen

Dimension der Person und ihren

ethischen Werten muss die Erziehung der

Kinder dazu führen, die sittlichen Normen

als notwendige und wertvolle Garantie für

ein verantwortliches persönliches Wachsen

in der menschlichen Geschlechtlichkeit

zu erkennen und zu schätzen. Deshalb

wendet sich die Kirche entschieden gegen

eine gewisse, vielfach verbreitete Art

sexueller Information; losgelöst von sittlichen

Grundsätzen, ist sie nichts anderes

als eine Einführung in die Erfahrung des

Vergnügens und ein Anreiz, der den Kindern

– schon in den Jahren der Unschuld

– ihre Unbefangenheit nimmt und den Weg

des Lasters öffnet.“ Zusätzlich zu dieser

sexuellen Revolution müssen wir heute

die Massenmedien erwähnen, besonders

Lebenswichtige

Fragen der christlichen

Erziehung (41)

Gegen jede Banalisierung

von Sexualität

durch das Fernsehen und in jüngster Zeit

auch durch das Internet, welche Bilder in

jedes Haus und in jedes Zimmer importiert

haben, die zuvor unzugänglich waren. Es

genügt, durch die Straßen mancher Städte

zu schlendern, um einen wahrhaften

Bilderhagel zu erleben. Diese Bilder, mit

denen junge Leute buchstäblich „bombardiert“

werden, hinterlassen im jüngsten

Alter Eindrücke und Erinnerungen, die

das Gedächtnis, die Vorstellungskraft und

sogar das Unterbewusstsein der Person

derart beeinflussen, dass das Verhalten

viel schwerer zu kontrollieren ist. Schon

vor 200 Jahren wusste Goethe um die

verhängnisvolle Macht von Bildern, als

er schrieb: „Dummes Zeug kann man viel

reden, kann es auch schreiben, wird weder

Leib noch Seele töten. Es wird alles beim

alten bleiben. Dummes aber, vors Auge

gestellt, hat ein magisches Recht; weil es

die Sinne gefesselt hält, bleibt der Geist

ein Knecht.“

Alle Erinnerungen und Laster, die in der

Vorbereitung auf die Ehe nicht verarbeitet

und überwunden worden sind, kommen

im Nachhinein wieder zum Vorschein und

bereiten ernsthafte Probleme im Bereich

des psychisch affektiven Gleichgewichtes,

was schwere und schmerzhafte, moralische

und psychologische Folgen haben

kann. Wenn infolge der Erbsünde die

psychosexuelle Dimension des Menschen

schon immer geschwächt war, so haben

die jüngsten Veränderungen schwere

Schäden mit sich gebracht, die sich nicht

mehr nur auf die Privatsphäre (jene der

Versuchungen) beschränken, sondern zu

einer weit verbreiteten Sitte werden, eine

Art allgemeiner Kultur, die jedes entgegen

stehende Verhalten als „fremdartig“ beurteilt.

Nun hat die künstliche Trennung

zwischen geschlechtlicher Vereinigung

und Fruchtbarkeit die weite Sphäre der

Affektivität unumkehrbar auf die schlichte

Ausübung der Geschlechtlichkeit reduziert

und sie ihrer Endgültigkeit beraubt: auf

diese Weise hat sie ihre tiefe Bedeutung

verloren und ist bis heute zu einem banalen

Akt geworden. Eine solche Situation

findet ihren Ausdruck vor allem in der

Oberflächlichkeit mancher Handlungen

oder Gesten, die von Natur aus reife Überlegungen

und endgültige Entscheidungen

verlangen: in einer großen Mehrheit der

Fälle sind diese Eigenschaften verloren

gegangen, ohne jedoch im Geringsten das

Gewissen aufzurütteln.

Es ist kein Geheimnis, dass junge Leute

ihrer Sexualität völlig freien Lauf lassen, mit

der Leichtfertigkeit, mit der man jemandem

die Hand gibt bzw. ein Butterbrot schmiert.

Was ist von Aufklärungsbroschüren zu

halten, in der die klassische, heterosexuell

ausgerichtete Form der Vater-Mutter-

Kind-Familie praktisch total ausgeklammert

wird? Und dann bedauert man noch in

einer Textpassage die Hartnäckigkeit des

Ideals der Mutter-Vater-Kind-Familie. Dem

halten wir entgegen, dass sich Kinder und

Jugendliche nach Familie sehnen. Vater-

Mutter-Kinder ist kein Rollenklischee einer

längst vergangenen Zeit, sondern fordert

das Heranwachsen von beziehungsfähigen

und vor allem auch konfliktfähigen jungen

Menschen.

Dass das alles nicht registriert wird, dass

man Tatsachen einfach verkennt, kann nur

den Verdacht nahelegen, dass hier eine

„Umerziehung im Denken“ stattfinden

soll, eine Umerziehung, von der ich aber

überzeugt bin, dass sie die Mehrheit der

Menschen gar nicht wünscht. Auf den

Rücken der Kinder wird Gesellschaftspolitik

gemacht und den Kindern werden abartige

Meinungen aufoktroyiert. Wer nun in einem

hyper-erotisierten Umfeld aufwächst,

in welchem eine unordentliche Sexualität

herrscht, ist im Unterbewusstsein selbst in

seinem täglichen Handeln und in seinen

gewöhnlichen Beziehungen beeinträchtigt.

Was wird aus unseren Kindern werden,

wenn Sexualität und Pornographie immer

noch früher auf sie einprasseln?

Der Kirche geht es darum, die Größe

des göttlichen Plans über die Sexualität

wiederzufinden und dabei die heute verbreitete

Banalisierung zu vermeiden. Zu

fragen ist, ob der Mensch als Person mit

leiblich-geistig-seelischer Einheit gesehen

wird oder ob man viel mehr Sexualität

aus den Bezügen und Verankerungen des

Menschen lösen möchte. Die Päpste Johannes

Paul II. und Benedikt XVI. haben

immer wieder davor gewarnt, Sexualität

isoliert darzustellen, sondern integriert in

Persönlichkeit, Beziehung und in die Ehe

zwischen Mann und Frau.

32 Nr. 173 Februar 2013

33


Er wurde in Kampanien als Sohn einer adeligen

und begüterten Familie mit Hausbesitz

in Rom geboren. Am 27. Oktober 625 zum

Papst gewählt, nahm er sich den Hl. Gregor

d. Großen zum Vorbild, indem er sich mit

Mönchen umgab und seinen Palast beim

Lateran in ein Kloster verwandelte. Er sorgte

sich aktiv um die Bekehrung der Angeln

und die Entwicklung der englischen Kirche,

wobei er das Pallium den Erzbischöfen von

Canterbury und York zukommen ließ, und

leitete die Bekehrung der Sachsen ein. Die

irische Kirche konnte er nicht zur Anerkennung

des römischen Ostertermins bewegen.

Es gelang ihm, die Geistlichen der Kirche von

Aquileia in die Kirche Roms zurückkehren

zu lassen, die sich zusammen mit jenen von

Mailand von ihr abgewandt hatten, weil

sie in der berühmten Streitfrage der drei

Kapitel des Konzils von Chalcedon, die die

Häresie Eutyches verurteilten, eine von Rom

verschiedene Meinung vertraten. Honorius

selbst wurde als Häretiker verurteilt, weil

er dem Patriarchen Sergius von Konstantinopel

zwei Briefe geschrieben hatte, in

denen er die These des Monoenergismus

(nur eine einzige Energie in Christus) annahm

und dem Monotheletismus (zwei

Naturen, aber nur ein Wille), einer in der

Die Päpste: Ihr Leben im

Laufe der 2000-jährigen

Geschichte (69)

Honorius I.

(625-638)

Kirche – besonders in der Ostkirche – sehr

verbreiteten Theorie, zustimmte. Er wurde

sogar durch ein Konzil, nämlich das 3. Konzil

von Konstantinopel im Jahre 681, d.h. nach

seinem Tode, angeklagt und mit einem Bann

belegt, weil er, wie Leo II. klarstellte „sich

nicht darum bemüht hat, die katholische

Kirche mit allen Kräften zu verteidigen“.

Erst nach dem Tod des Honorius wurde

unter dem Einfluss des Maximus Confessor

die Lehre von den zwei Willen und

den zwei Energien in Christus erarbeitet.

Zu seiner Verteidigung kann man sagen,

dass die zwei Briefe nicht als dogmatisch

angesehen werden können. Außerdem

schrieb Honorius diese Briefe nur mit der

Absicht, ein praktisches Problem zu lösen

und zwar eine Diskussion zwischen Sergius

und dem Mönchstheologen Sophronius von

Jerusalem. Im Wesentlichen war Honorius

eher unvorsichtig und nicht darauf bedacht,

die in den Briefen behandelten Themen

eingehend zu prüfen, welche daher nur auf

eilige und oberflächliche Weise dargelegt

wurden. Auf jeden Fall konnte er als fähiger

Verwalter des Kirchenguts enorme Summen

auf die Restaurierung und den Bau vieler

Kirchen in Rom verwenden, wobei er auch

auf sein Privatvermögen zurückgriff. Es

genügt, den Wiederaufbau des Aquäduktes

Trajans‘, das das Wasser vom Braccianosee

bis zum Janikulus brachte, die Erneuerung

des Daches der Peterskirche sowie die

Umwandlung verschiedener heidnischer

Bauten in christliche Kirchen zu erwähnen.

Auch die Kirche Sant’Agnese fuori le Mura

ließ er restaurieren. Er achtete besonders

auf die Kirchendisziplin und spornte die

Geistlichen und Bischöfe zu ihren Pflichten

an. Während seines Pontifikates fiel im

Jahr 638 Jerusalem unter die islamische

Herrschaft Omars. Er starb am 12. Oktober

638 und ist in den Vatikanischen Grotten

beigesetzt. Seine Grabinschrift definiert ihn

als „Führer des Volkes“. Der Name dieses

Papstes spielt in den Auseinandersetzungen

um das Papsttum und die Unfehlbarkeit

des Papstes bis ins 19. Jahrhundert eine

große Rolle.

Da selbst aktive Katholiken nicht mehr wissen,

was Quatembertage sind, möchte ich sie

heute wieder in Erinnerung rufen. Wie jede

Woche durch die Feier des Sonntags eingeleitet

wird, so bilden die vier Quatemberfeiern

im Kirchenjahr gleichsam die Einleitung der

vier Jahreszeiten. Die Quatember umfassen

je drei Tage: Mittwoch, Freitag und Samstag

der sogenannten Quatemberwoche in den

folgenden Wochen

die erste Woche im Advent,

die erste Woche in der Fastenzeit,

die Woche vor Pfingsten,

die erste Woche im Oktober

Die liturgische Farbe der Quatembertage ist

violett: denn sie haben Bußcharakter. Sie

weisen die Seele nach innen und zeigen den

Weg nach oben. Dazu dienen Fasten und Abstinenz,

die mit diesen Tagen verbunden sind.

Zugleich sind sie aber auch bestimmt, Gottes

Segen auf Saat und Früchte der Jahreszeit herabzuflehen,

für empfangenen Erntesegen zu

danken und zu Spenden an Arme anzuregen.

Die Quatember sind im Sinne der Liturgie Tage

der Erhebung der Seele zu Gott, aber auch

die Bitte ums tägliche Brot und dankbarer

Armenliebe. Höhepunkt der Quatemberfeiern

ist jeweils der Samstag der Quatemberwochen.

In der lebendigen Überzeugung, wie wichtig

es für die Gläubigen ist, auf den Gotteswegen

Von den

Quatembertagen

Eine notwendige

Klarstellung

der Wahrheit und des Heiles sicher geführt zu

werden, sollen wir an solchen Tagen eigens

um gute Hirten beten.

Wenn wir die Geschichte näher hin betrachten,

dann können wir sicher sagen, dass es

sich um eine spezifisch römische Institution

handelt. Die älteste Nachricht findet sich in

einer Schrift des 4. Jhdt. (Pontius Maximus),

in der unter Berufung auf den Propheten

Sacharja (8,19) ein viermaliges Fasten im Jahr

empfohlen wird. Von Papst Leo dem Großen

(440-461) sind 25 Quatamberpredigten

erhalten, die den Zusammenhang mit den

vier Jahreszeiten betonen und aus dem sich

immer erneuernden Kreislauf des Jahres die

Notwendigkeit ständiger Läuterung ableiten.

Papst Gelasius I. (492-496) zeichnete sie dann

mit der Würde von Weihetagen aus. Als die

römische Liturgie im 8. und 9. Jahrhundert

von den karolingischen Herrschern für ihr

Reich angenommen wurde, fanden auch die

römischen Quatemberfeiern große Verbreitung.

Für den eigentlichen Entstehungsgrund

der römischen Quatember gibt es mehrere

Hypothesen. Nachdem einige die Wurzeln

in drei heidnisch-römischen Erntedankfesten

und in der römischen Sitte des Stationsfastens

an drei Tagen in der Woche sehen, sind es

neuere Forschungen, die die Wurzeln des

Quatember mehr in alttestamentlichen Fastenvorschriften

wie Sach 8,19 und Joel 2,12-

19 sehen. Zusammenfassend lässt sich der

bisherige Sinngehalt dieser Tage als besondere

aszetische Bemühung am Beginn der vier

Jahreszeiten (Gebet, Fasten, Almosen) und

als Dank für die verschiedenen Ernten des

Jahres erkennen.

Die Neuordnung der Quatemberfeiern betont,

dass die weltweiten Gegenwartsprobleme des

Friedens, der Gerechtigkeit und des Hungers

den periodisch wiederkehrenden Übungen

der Buße und christlichen Liebestätigkeit eine

besondere Bedeutung verleihen. Zur inhaltlichen

Gestaltung fordern die Deutsche und

Österreichische Bischofskonferenz, dass unter

dem Generalthema „geistliche Erneuerung

der Gemeinde“ für jede Quatemberwoche

eine bestimmte Thematik festgesetzt und

die besonderen seelsorglichen Aktionen der

betreffenden Kirchenjahreszeit einbezogen

werden.

Immer wieder üben Gruppen äußerste Intoleranz im Namen der Toleranz aus. Sie treten die Gewissens- und

Meinungsfreiheit mit Füßen, obwohl sie Jahrzehnte lang laut Toleranz und Meinungsfreiheit eingefordert haben.

Schon im Psalm 143 lesen wir: „Wie ein

Hauch ist der Mensch. Wie ein Schatten, der

dahinhuscht, sind seine Tage“ (V.4). Am Ende

unseres menschlichen Daseins wartet der Tod:

das Leben wird abgebrochen und das Körperliche

zerfällt und wird in die Grundstoffe der

Erde aufgelöst. Im Sterben verlässt die Seele

den Körper, und übrig bleibt tote Materie.

Es ist das Ich des Menschen, seine Seele,

die unzerstörbar ist. Von der menschlichen

Wahrnehmung derer, die zurückbleiben,

kann diese Seele nicht erfasst werden.

Was erwartet dich im Jenseits? Die Heilige

Schrift erwähnt an vielen Stellen, dass nach

dem Tod die Geistseele des Verstorbenen

die Begegnung mit Christus erwartet. Der

Mensch tritt vor das Angesicht Gottes und

er begegnet der vollkommenen Liebe. Gott

ist Barmherzigkeit, aber immer auch Gerechtigkeit.

Im Spiegel seiner Heiligkeit siehst du

klar den Zustand deiner Seele und in deinem

Bewusstsein verdichtet sich das Urteil über

dein Leben. Dein abgeschlossenes Leben auf

Erden trägt in sich die Konsequenz für die

Ewigkeit, je nachdem, wofür du dich hier

Unser ewiges Heil (6)

Das Fegefeuer

entschieden hast: Vollkommene Geborgenheit

in Gottes Liebe und Nähe oder totale

Verlorenheit in der Gottesferne. Das eine ist

der Inbegriff ewigen Lebens in Seligkeit, das

andere ewigen Todes in ununterbrochenem

Bewusstsein selbstverschuldeter Verdammnis.

Das Urteil entspringt dem endgültigen

Zustand deiner Seele in Ewigkeit.

Gottes Angebot einer Läuterung „Armer

Seelen“ in einem Reinigungort (Purgatorium;

Fegefeuer) ist fester katholischer Glaube. Es

ist die brennende Sehnsucht nach dem endgültigen

Sein bei Gott. Die Seele lebt in dem

Zustand, damit aus Liebe zu Gott die letzten

Flecken ihrer Sünden getilgt werden, die der

Heiligkeit des Himmels nicht würdig sind.

Dass der Sünder die positive Möglichkeit

hat, diese „Reste“ der Sünde, die ihn in den

Augen Gottes unreif für die Liebe erscheinen

lassen, abzutragen, ist eine von Gott gebotene

Haltung. Das Purgatorium stellt folglich

ein Geschenk der Liebe Gottes dar, sodass

Katharina von Siena sagen konnte: „Wie

wunderbar muss doch der Himmel sein,

dass Gott eine so peinlich genaue Reinigung

der Seelen vornimmt.“ Die Seelen befinden

sich in liebevoller Hinordnung auf Gott

und unterwerfen sich freiwillig und in nun

absolut reiner Gottesliebe dem Reinigungsprozess

bislang ungesühnter Verfehlungen.

Sie können hier nicht mehr sündigen, aber

auch keine Verdienste mehr erwerben. Es

ist deshalb gute katholische Praxis, für die

Verstorbenen zu beten (vgl. 2 Makk 12,45).

Die Seelen im Fegfeuer sind Teil der gesamten

Kirche, die „leidende Kirche“. Die Kirche

brachte „Fürbitten und insbesondere das

eucharistische Opfer dar, damit sie geläutert

werden und zur beseligenden Gottesschau

gelangen können“. Sie empfiehlt bis heute

auch „Almosen, Ablässe und Busswerke

zugunsten der Verstorbenen“ (KKK 1030).

Auch wenn wir annehmen, dass sie unser

Gebet und unsere guten Werke nicht mehr

brauchen, sollten Christen in ihrer Nächstenliebe

nicht nachlassen.

Eucharistie als Herzmitte unseres Glaubens

und die Erneuerung der Kirche

Wenn wir uns nun inmitten des Glaubensjahres befinden, dann muss freilich auch von der

Herzmitte unseres Glaubens die Rede sein: der Eucharistie. Es ist die Deutsche Bischofskonferenz,

die vom 5. bis 9. Juni zum Eucharistischen Kongress nach Köln einlädt. Dieser

Kongress hat eine ganz grundsätzliche und entscheidende Lebens-, ja Überlebensfrage der

Kirche zum Thema. Wie wichtig ist für das Leben der Christen die Eucharistie, und wie ernst

nehmen die Leute Jesus Christus, der in der Eucharistie bleibend gegenwärtig ist? Ist er die

lebendige Mitte, um die sich alles dreht, von der aus die Kirche zu den Menschen kommt,

um Gottes Liebe zu verkünden, die Mensch geworden ist? Christus in der Eucharistie: das

ist die Mitte von allem. Hier ist er gegenwärtig mit Fleisch und Blut, mit Leib und Seele. In

diesem Sakrament ist Gott für den Menschen da, denn hier lebt wirklich der Mensch durch

Gott. Wenn in unseren Tagen immer wieder von der Erneuerung des Glaubens und der

Kirche die Rede ist, dann kommt diese Erneuerung aus der Herzmitte des Glaubens, aus der

Eucharistie. Gelingt es uns nicht, die Menschen von der Kraft der Eucharistie zu überzeugen,

dann wird das Geheimnis des Glaubens in Zukunft noch mehr verblassen, aber auch die

Krise der Kirche wird sich in unseren Ländern noch mehr verschärfen. Worauf es dabei

ankommt, steht für mich vollkommen außer Zweifel: es ist die Entscheidung eines jeden

Einzelnen, denn die Erneuerung der Kirche beginnt immer bei einem selbst.

Vortrag: „An der Seite der Toten“

von Mag. Martin Prein, Psychologe und ehemaliger Leichenbestatter

Mittwoch, 10. April 2013 um 19.30 Uhr, Pfarrheim

Der Leichnam, das für uns einzige sichtbare Zeugnis des Todes, ist vielfach mit Ängsten,

Mythen und Tabus belegt. Doch das bewusste Abschiednehmen, dieses „Begreifen“

des toten Körpers eines uns nahestehenden Menschen hat für den Trauerverlauf

eine hohe Bedeutung. Der Vortrag will versuchen, den möglichen Ursachen unserer

Unsicherheit im Umgang mit dem Leichnam nachzuspüren.

Geschenkt

Ein Kind bekam zur Erstkommunion

100 Euro, Inlineskates,

DVDs,

eine Stereoanlage,

eine Digitalkamera,

ein Gebetbuch,

eine Kinderbibel

und das Wort seiner Mutter:

Jesus ist bei dir.

Als das Kind erwachsen war,

waren die 100 Euro nichts mehr wert,

die Inliner verschwunden,

die DVDs vergessen,

die Stereoanlage im Müll,

die Kamera von vorgestern.

Aber immer noch standen im Regal

die Kinderbibel,

im Schrank das Gebetbuch

und im Herzen das Wort der Mutter:

Jesus ist bei dir. --- Ja, wirklich?

Altenwallfahrt

am Montag, 6. Mai

nach Maria am Waasen und Leoben.

Anmeldung erbittet das Pfarramt

(Tel. 07562/5258)

34 Nr. 173 Februar 2013

35


Kinderseiten

Wie ihr sicherlich schon gehört habt, hat

Papst Benedikt XVI. ein Glaubensjahr verkündet.

Dieses „Jahr des Glaubens“ hat

am 11.Oktober 2012 begonnen und dauert

bis 24.November 2013. Darum möchte ich

dieses Mal ein paar Gedanken für euch

zum Glaubensbekenntnis weitergeben. In

einem Buch von Marcus Rosenkranz habe

ich einiges dazu gefunden. Im Glaubensbekenntnis

haben Christen aufgeschrieben,

was sie glauben. Bei der Heiligen Messe am

Sonntag sprechen wir nach der Predigt das

Glaubensbekenntnis. Wir bekennen unseren

Glauben an den dreifaltigen Gott = Gott

Vater, Gott Sohn und Heiliger Geist.

Ich glaube an Gott

den Vater, den Allmächtigen.

Jesus hat den Menschen immer wieder

gezeigt, wie lieb uns Gott hat – wie ein

guter Vater. So wie du zu deiner Mama oder

deinem Papa gehen kannst, wenn dich etwas

bedrückt oder du Angst hast, und dich bei

ihnen geborgen fühlst, so ist es auch mit

Gott, dem Schöpfer des Himmels und der

Erde. Niemand ist größer als unser Herr

und Gott. Gott ist der Anfang von allem. Er

hat alles erschaffen, er sah alles an, was er

gemacht hatte, und er freute sich: Alles war

sehr gut. Vielleicht hast du schon einmal

einen großen Turm mit Bausteinen gemacht

oder eine schöne Sandburg. Dann warst du

sicherlich sehr stolz auf dein Bauwerk. Wenn

aber alles zusammenfällt, bist du traurig.

Gott ergeht es nicht anders. Er liebt alles,

was er gemacht hat

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern

Herrn.

Jesus erzählte vielen Menschen immer wieder,

wie sehr Gott uns liebt. Aber er hat

diese Liebe nicht für sich alleine gefordert. Er

schenkte diese Liebe weiter. Dies wird auch

bei dir spürbar, wenn du eine gute Freundin,

einen guten Freund hast, mit der/dem du

dich gut verstehst und ihr viel zusammen

sein möchtet. Solche Menschen, die du lieb

hast, gehören dann auch zur Familie. Sie

werden oft wie Bruder und Schwester. Auch

Jesus hat es so erlebt, und seine Freunde

sind auch für ihn wie Mutter, Schwester

und Bruder.

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria.

Wenn ein Kind geboren wird, spüren alle,

dass dies etwas Wunderbares ist. Die Eltern

sind schon sehr gespannt und aufgeregt,

und mit leuchtenden Augen warten oft die

Unser Glaube

Geschwister und Großeltern auf die erste

Begegnung. Auch Gottes Augen haben

geleuchtet, als Jesus geboren wurde, und

Maria hat gewusst und gespürt, dass Jesus

ein besonderer Mensch war.

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben.

Doch es gab auch Leute, die mit Jesus nichts

zu tun haben wollten. Sie haben Jesus nicht

verstanden und ihr Herz verschlossen. Sie

wollten nicht, dass er von Gott erzählte und

hatten große Macht – sie konnten über

Leben und Tod entscheiden. Jesus musste

am Kreuz sterben.

Aber auch in diesem schrecklichen Moment

vertraute Jesus auf seinen Vater. Wenn du

dich schon einmal ganz alleine und unglücklich

gefühlt hast, dann tut es gut, an Gott

zu denken und auf ihn zu vertrauen. Er ist

immer bei dir. Genauso wie deine Eltern

achtet er auf dich.

hinabgestiegen in das Reich des

Todes,

am dritten Tage auferstanden von

den Toten.

Jesus ist am Kreuz gestorben. Die Freunde

waren sehr traurig – doch plötzlich war er

wieder mitten unter ihnen. Gott hat ihn

auferweckt, und Jesus ist nun bei ihm.

Er hat ja versprochen, dass nach dem Tod

das Leben weitergeht. Vielleicht sind deine

Oma oder Opa auch schon gestorben – da

warst du sicherlich sehr traurig – aber Gott

möchte, dass sie weiterleben – bei ihm

und in unseren Herzen. Der Tod ist nicht

das Ende.

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vater;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und

die Toten.

Wenn Menschen einander nicht verstehen,

brauchen sie Hilfe. Auch bei euch Kindern

kommt es immer wieder zu Streitigkeiten

– und es ist nicht leicht, sich wieder zu vertragen.

Manchmal braucht es ein Gespräch,

und Ärger, Wut und Zorn lassen nach, und

man spürt, dass Streit keinen Sinn mehr

macht, und jeder fühlt sich wieder besser.

Auch Gott meint es gut mit uns. Er möchte,

dass wir im Frieden miteinander leben,

wenn wir einmal bei ihm sind, und uns die

Hände reichen.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige katholische Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen.

Wenn du Geburtstag hast, lädst du deine Familie,

Freunde ein, um mit ihnen gemeinsam

zu feiern. Ihr seid eine Gemeinschaft – dies

ist ein schönes Gefühl, dazugehören, sich

wohlfühlen, sich geborgen fühlen. In der

Gemeinschaft in der Kirche schenkt uns

Gott diese Kraft, den Heiligen Geist. Dies

haben die Jünger Jesu am Pfingstfest nach

der Auferstehung von Jesus erlebt. „Wo zwei

oder drei in meinem Namen versammelt

sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

Vergebung der Sünden.

Es fällt uns nicht leicht, unsere Fehler zu

bekennen, oder wenn wir jemand mit

Worten oder Taten verletzt haben. Gott allein

weiß, wie wir sind. Es kostet Mut und

Überwindung, seine Sünden zu bekennen

und um Verzeihung zu bitten. Gott schenkt

Vergebung und Frieden – mit seiner Hilfe

wollen wir es schaffen.

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

Nun bin ich schon am Schluss angelangt.

Das Glaubensbekenntnis endet mit dem

Wort „Amen“ – was so viel heißt wie „Ja,

so soll es sein.“ Mit diesem einfachen Wort

bekräftigen wir alles, was wir vorher gesprochen

haben.

Elisabeth Baumschlager

Woche der Versöhnung

für unsere Kinder

Schülerosterbeichte

VS Rosenau

Mi., 13. März, 7.45 – 8.30 Uhr

VS Roßleithen

Do., 14. März, 8.30 – 10.00 Uhr

VS Windischgarsten

Fr., 15. März, 9.45– 11.45 Uhr

HS Römerfeld

Mo., 18. März, 8.00 – 10.00 Uhr

HS Kirchfeld

Mo., 18. März, 10.00 – 12.00 Uhr

Schi – HS

Mo., 18. März, 16.30 – 18.00 Uhr

Jeder Schüler ist herzlich

willkommen, denn jeder, der

beichtet, gönnt sich etwas Gutes!

Kindererwartungsfeier

Alle Jahre wieder gibt es am 24. Dezember um 16.00 Uhr eine Kindererwartungsfeier

in unserer Pfarrkirche, die musikalisch von der Jungschar gestaltet wird. Auch

heuer gab es wieder ein schönes Krippenspiel, das unter der Leitung von Frau Karin

Schoiswohl von der 2.A der Volksschule Windischgarsten aufgeführt wurde. So können

sich unsere Kinder ein wenig vorstellen, was sich tatsächlich vor 2000 Jahren in

Bethlehem zugetragen hat.

Nikolausaktion

Immer sind es konkrete Menschen, die als Nikolaus unterwegs sind und in die Häuser

und Wohnungen kommen. In unserer Pfarre sind es die Herrn Josef Grill, Christian Aigner,

Karl Stockreiter und Stefan Edelsbacher, die allesamt ihre Aufgabe bestens erfüllen. Sehr

bewusst sind wir in unserer Pfarre ohne Krampus unterwegs. Kinder sollen keine Angst,

aber eine große Ehrfurcht haben. Ebenso sind es in Windischgarsten nur Männer, die

diese Aufgabe erfüllen. Dass beim Krippenspiel der Hl. Josef selbstverständlich von einem

Mann gespielt wird, hat bis heute wohl keiner angezweifelt.

Wo Gott geleugnet wird, da gibt es keinen Frieden.

Wenn in unseren Familien immer weniger von Gott die Rede ist,

ist der Friede immer mehr in Gefahr.

Die Bedeutung der

Osterkerze

1. Die Kerze brennt

Sobald ich die Kerze entzünde, wird das

tote, starre Wachs lebendig: Die brennende

Osterkerze, geschmückt mit den Wundmalen

Jesu Christi, sagt uns: Jesus lebt, denn der

Tod hat nicht das letzte Wort. Die Liebe des

Vaters greift weiter als der Tod reicht. Er

schenkt Leben ohne Grenze und in Fülle

– ewiges Leben.

2. Die Kerze leuchtet

Wer einen stockdunklen Weg gehen muss,

hat Angst: Angst, anzustossen bzw. überfallen

zu werden; Angst, sich zu verlaufen.

Das Licht der Osterkerze zeigt uns den Weg,

dass wir uns orientieren. Jesus erleuchtet

uns, die wir den Weg suchen.

3. Die Kerze wärmt

Wir halten unsere Hand über die Flamme

und spüren aufsteigende Wärme. Wir alle

sehnen uns nach Wärme, nach Licht, Sonne,

nach Zuneigung, Vergebung, Anerkennung

… nach dem Frieden mit Gott. Das alles,

verspricht die Osterkerze, will Jesus uns

schenken, dazu seine Freundschaft.

4. Die Kerze verzehrt sich

Indem die Osterkerze leuchtet und wärmt,

wird sie immer kleiner. Sie verzehrt sich. So

war auch Jesu Leben ein einziges Dienen. Er

verzehrte sich vorbehaltlos auf dem unteren

Weg: Nicht Macht und Ansehen, Nehmen

und Besitzen, Richten und Verurteilen.

Schulostermessen

VS Rosenau

Mittwoch, 20. März, 8.00 Uhr

VS Roßleithen

Donnerstag, 21. März, 7.45 Uhr

VS Windischgarsten

Donnerstag, 21. März, 10.30 Uhr

HS Kirchfeld

Freitag, 22. März, 8.00 Uhr

HS Römerfeld

Freitag, 22. März, 9.00 Uhr

Wir laden Schüler, Direktoren,

Lehrer und Eltern sehr herzlich

zu diesem Glaubensfest ein!

36 Nr. 173

Februar 2013

37


VS WINDISCHGARSTEN

Anita Groß / Edith Löger

Klara Groß

Selina Aigner

Moritz Aigner

Michaela Löger

Anna Antensteiner

Stefan Lindbichler

Lorenz Pölz

Katja Stressler

Simon Stressler

Julian Eggl

Bernadette Gößweiner

Anna Hatzenbichler

Leonie Kerbl

Rosina Pernkopf /

Gerlinde Aigner

Erstkommuniongruppen 2013

Ulrike Pernkopf

Lena Polterauer

Jonas Pernkopf

Viktoria Aigner

Teresa Gressenbauer

Nadine Kasper

Tobias Großauer

Maria Kniewasser

Matthäus Kniewasser

Elias Breitenbaumer

Julia Gruber

Magdalena Briendl

Laura Santner

Alexandra Stummer

Benedikt Stummer

Florentina Glanzer

Samuel Glanzer

Jennifer Neumaier

Christian Pernegger

Flora Reiter

VS ROSSLEITHEN

Barbara Kreutzhuber

Magdalena Kreutzhuber

David Stadler

Gabriel Kalß

Leonie Berger

Emma Perner

Katharina Ebner

David Ebner

Montan Kotsios

Sebastian Koppler

Roswitha Grassecker

Anna Grassecker

Alle Neune!

Das war nicht nur die Anzahl der Kegeln, sondern auch die Zahl der Kegler, die sich zum

alljährlichen Jänner-KMB-Kegelabend im Gasthof Gruber in Spital am Pyhrn einfanden.

Dass auch alle Marzipan-Schweine als Preis für die „Sauen“ ihre Abnehmer fanden, war

angesichts der guten Schubleistungen klar.

Mag. Kurt Rumplmayr

Dankgebet der Eltern nach der Hl. Kommunion

Himmlischer Vater,

du hast uns Jesus Christus, deinen Sohn,

als Licht für unser Leben gegeben.

Unsere Kinder haben angefangen, ihn zu lieben.

Darum haben wir den Mut, sie teilhaben zu

lassen an der Tischgemeinschaft mit ihm.

Hilf uns, Herr, mit unseren Kindern

das Geheimnis seiner Gegenwart

und seines Lichtes dankbar zu glauben.

Schenke uns durch diese heilige Kommunion

eine immer tiefere Freude an der Gemeinschaft

mit dir und mit allen, die dich lieben.

Hilf uns, das Licht, das wir von dir erhalten haben,

weiterzutragen an alle Menschen,

sodass wir deine Lichtträger werden. Amen.

Lukas Klinser

Hannah Höller

Alexander Edelsbacher

Florian Eggl

Tobias Auerbach

VS ROSENAU

Dagmar Stummer

Lorenz Stummer

Marius Pernkopf

Nadine Stoll

Julian Schober

Michaela Sölkner

Lukas Sölkner

Corinna Edlinger

Annika Schönemann

Freud und Leid in

unserer Pfarre

Das Sakrament der Taufe empfingen

Katja Schober, Schweizersberg 139

Severin Ebner, Pießling 86

Pia Humpl, Friedhofstraße 4

Mathias Schmid, Pichl 311

Gott segne diese Kinder, ihre Eltern

und ihre Paten!

Aus unserer Mitte verstarben

Karl Altmüller, Rosenau/Hp. 32

Wilfried Edelsbacher, Dambach 40

Hildegard Foitzik, Salzastraße 5

Josef Tongitsch, Rading 112

Hubert Gössweiner, Edlbach 10

Maria Eder, Gleinkerau 97

Matthias Trinkl, Salzastraße 5

Bernhard Diller, Pernköpfl 15

Kreszentia Stollberger, Bahnhofstraße 5

Emmerich Schwarzenbrunner,

Hauptstraße 34

Maria Böcklinger, Salzastraße 5

Herr, nimm sie auf in deine Herrlichkeit!

Der Vatikan hat seine priesterlichen Angestellten

aufgefordert, im Dienst und

in der Öffentlichkeit eine angemessene

priesterliche Kleidung zu tragen. In einem

Rundschreiben, das Kardinalstaatssekretär

Tarcisio Bertone ausgeschickt hatte, erinnert

er seine geistlichen Mitarbeiter an die

geltenden kirchlichen Normen. Gerade in

einer säkularen Welt ist es wichtig, dass

ein Priester als Mann Gottes und Diener

der Kirche auch optisch erkennbar ist.

Der Advent ohne Lieder? Undenkbar! So

ist es in unserer Pfarre gerade auch der

Singkreis, der jedes Jahr am 8. Dezember

im Kulturhaus ein Adventskonzert gibt,

aber auch die Rorate am 3. Adventssonntag

um 6.00 Uhr festlich gestaltet. Dabei

kommen Musikstücke und Lieder, die die

Zuhörer von Kindheit an kennen und die

die besondere Stimmung dieser Tage und

Wochen betonen. Ebenso engagiert ist die

Hinteregger-Hausmusik im Advent unterwegs.

„Jauchzet, frohlocket“, so beginnt mit Pauken

und Trompeten das sechsteilige Weihnachtsoratorium

von Johann Sebastian Bach, das an

den Weihnachtstagen 1734/35 uraufgeführt

wurde und das wohl den Inbegriff der Freude

über das Kommen des Herrn darstellt. So hat

seit alten Zeiten die Geschichte der Geburt

Jesu Christi die Menschen zum singenden

und klingenden Lobpreisen angeregt. Dabei

reicht die Musik von kirchlichen Lobpreisliedern

über einfache Volksweisen bis hin zu

den eindrucksvollen Werken bedeutender

Komponisten, wie es Bach war. Nimmt man

es aber ganz genau, dann stammt das älteste

Weihnachtslied aber nicht von Menschen,

sondern von Engeln, die in der Heiligen

Nacht sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und

Cäcilienfest

Für mich ist die Cäcilienmesse ein Erlebnis der besonderen

Art. Jedes Jahr laden wir am 22. November, dem Gedenktag

der Hl. Cäcilia, Musikgruppen in unsere Pfarrkirche. Es sind

der Singkreis, die Blasmusik, der Rosenauer Männerchor und

das Doppelquartett, die zusammen die Festmesse um 19.00

Uhr musikalisch verschönern. Und nachher ging es dann wieder

in unser schön restauriertes Pfarrheim zum gemütlichen

Beisammensein mit Speis und Trank.

Musik für die Fastenzeit

Sonntag (Laetare) – Pfarrkirche – 10. März

19.00 Uhr Abendmesse

Posaunenquartett mit Hans Radinger, Oboe und Orgel

Musik in der Adventsund

Weihnachtszeit

Friede den Menschen seiner Gnade.“ Frühe

Zeugnisse weihnachtlichen Liedguts, die wir

auch heute noch singen, stammen meist aus

dem Mittelalter. Zum Teil handelt es sich

dabei auch um einen lateinisch-deutschen

Mischgesang, wie etwa bei „In dulci jubilo“.

Aus dem 16. Jahrhundert stammt das allseits

bekannte „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Viele bekannte Weihnachtslieder wurden

erst im 18. und 19. Jahrhundert komponiert,

darunter wohl das berühmteste aller Weihnachtslieder

„Stille Nacht, Heilige Nacht“, das

vom Hilfspfarrer Joseph Mohr getextet, vom

Organisten Franz Xaver Gruber komponiert

und am Heiligen Abend 1818 erstmals in

Oberndorf bei Salzburg aufgeführt wurde.

Nun ist Musik Balsam für die Seele, sodass

sie für die meisten Menschen zu ihrem

Leben gehört. Nicht nur zur Advent- und

Weihnachtszeit, sondern auch zu Ostern,

Pfingsten, Patrozinium usw. verschönert

Musik Feste und Feierlichkeiten. Oder stellen

Sie sich Feste ohne Musik vor, oder

die Sonntagsmesse ohne Lieder! Ja, Musik

hat glücklich machende und heilende Wirkung.

Heute lade ich Sie sehr herzlich ein,

in Zukunft vielleicht den Singkreis mit Ihrer

Stimme zu unterstützen.

Rorate und Roratefrühstück

Wenn wir uns in der Adventszeit in der Früh auf den Weg zur

Pfarrkirche machen, um die „Rorate“ mitzufeiern, dann ist es

draußen noch ganz finster, in unserem Herzen aber schon sehr

hell. Auch heuer waren es wieder eine Bläsergruppe unter der

Leitung von Ing. Walter Aigner, der Zaumklaung, der Singkreis

und die „Pfiffigen Pfeifen“, die die Rorate musikalisch schön

gestaltet haben. An vielen Orten der Pfarre traf man sich nachher

zum gemeinsamen Frühstück. Für alles Mittun möchten wir

sehr herzlich danken.

38 Nr. 173 Februar 2013

39


Mit 6. Jänner, dem Fest der Erscheinung

des Herrn, wurde die Dreikönigsaktion, der

„Marathon der Nächstenliebe 2013“, erfolgreich

abgeschlossen. Viele Sternsinger

haben sich auch heuer wieder in unserer

Pfarre in 27 verschiedenen Gruppen auf

den Weg gemacht, um allen Menschen das

Evangelium zu bringen. Schade, dass wieder

manche übersehen wurden, die sich zu Recht

beklagt haben, dass niemand angeläutet hat.

Trotzdem war alles von Elisabeth Wägner

bestens organisiert, und mir ist aufgefallen,

Sie folgten wieder

dem Stern …

Sternsingeraktion

dass viele mit großer Begeisterung unterwegs

gewesen sind. Danke allen für die freundliche

Aufnahme und die Spenden von 24.009, 50

Euro. Das ist um 700 Euro weniger als im vergangenen

Jahr. Leider haben Missverständnisse

unter Jungscharführern dazu geführt,

dass im Ortszentrum von Windischgarsten

keine Sternsinger angekommen sind. Danke

allen, die die Sternsinger zum Mittagessen

aufgenommen haben, und den Chauffeuren

und allen Begleitpersonen möchten wir sehr

herzlich Vergelt’s Gott sagen. Ein besonderes

Danke sagen wir der Familie Burger, die die

Handy-Sänger neu und schön eingekleidet

hat. Dass wir die Sternsinger feierlich aussenden,

ist für uns alle selbstverständlich,

dass wir einen würdigen Abschluss feiern,

versteht sich ebenso.

Jungscharkinder

Königin in der Küche

Ehepaare-Könige

Handy-Sänger

Königstreff im Pfarrheim

Impressum:

„Lebendige Pfarre“ – Herausgeber und Verleger: Röm. – kath. Pfarramt in 4580 Windischgarsten, Rosenauerweg 1,

Tel.: 07562/5258; Fax: 07562/5258 – 4; E – mail: pfarre.windischgarsten@dioezese-linz.at

Redaktion: Pfarrgemeinderat – Arbeitskreis Verkündigung. Pfarrer Dr. Gerhard M. Wagner, Tel.: 0676/87765477

Herstellung: Satz, Gestaltung und digitale Druckvorstufe: Kren Medienmanufaktur, 8911 Admont; Druck: Wallig, 8962 Gröbming

40 Nr. 173

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