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anruf - Evangelische Kirchengemeinde Mainz-Hechtsheim

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Das aktuelle

Das aktuelle Kurzinterview Pflege mitten im Leben Brigitta Berger, Jahrgang 1949, lebt seit vier Jahren in Hechtsheim und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie ist gelernte Kinderkrankenschwester und seit 2007 bei der Evangelischen Sozialstation Mainz-Oppenheim beschäftigt, die nach bereits getätigten Anfängen ihre Aktivitäten hier vor Ort ausweiten möchte. Für uns Anlass, Frau Berger ein paar Fragen zu stellen. Im Jahr 1973 entschloss sich die Evangelische Gesamtgemeinde Mainz an dem rheinland-pfälzischen Modell der „Sozialstationen“ teilzunehmen, seit 2008 arbeiten die Einrichtungen in Mainz und Oppenheim unter einem Dach. Mit 20 Mitarbeiter/innen hat die Evangelische Sozialstation auf dem Stadtgebiet von Mainz dabei als lebendiger Teil der Evangelischen Kirche die Aufgabe übernommen, Menschen mit körperlichen, seelischen und sozialen Einschränkungen das Leben und Sterben in ihrer gewohnten, häuslichen Umgebung zu ermöglichen. Wie viele Menschen werden täglich von Ihnen betreut und welche Aufgaben gehören in ihre Tätigkeit? Die Mainzer Sozialstation betreut in etwa 200 Patienten im gesamten Stadtgebiet mit Schwerpunkt in Neustadt, Oberstadt und Hechtsheim. Das Altersspektrum unserer Patienten ist dabei so verschieden wie die anfallenden Aufgaben. Wir betreuen in der häuslichen Pflege sowohl junge Patienten nach einer Operation beispielsweise mit Verbandswechseln und dann nur über eine kürzere Zeitspanne hinweg, als auch ältere und alte Menschen oft über Wochen und Monate bis hin zu deren Tod; momentan gehören zwei 100-Jährige zu unseren Patienten. Pflege ist dabei viel komplexer als oft landläufig angenommen. Ich beobachte bei meiner Arbeit den ganzen Menschen, sehe beispielsweise beim Waschen auch nach dem Zustand der Haut insgesamt, verschaffe mir auch einen Eindruck über Gemütsverfassung und Mobilität des mir anvertrauten Menschen. Unsere Pflegedienstleitung, Frau Wagner-Tebbe, schaut nach dem Aufnahmegespräch auch danach, dass Patienten und Mitarbeiter gut zueinander passen, denn neben der Hilfe bei körperlichen Verrichtungen entsteht hoffentlich ein Vertrauensverhältnis, das auch Gelegenheit zum Austausch bietet. Beim Waschen wird einige Zeit mit Gesprächen gefüllt und man darf nicht vergessen: in nicht wenigen Fällen sind die Besuche der Pflegemitarbeiter für die Patienten der einzige Sozialkontakt am Tag... Die Evangelische Sozialstation Mainz war bisher vor allem in der Neustadt präsent und wird nun verstärkt auch hier vor Ort tätig. Welche Beweggründe gab es hierfür und welche erhoffen Sie sich in diesem stark umworbenen Feld vielleicht bei der Wahl Ihres Pflegedienstes? Zunächst spielt zweifellos eine Rolle, dass immerhin drei der Mitarbeiter in Hechtsheim leben. Bei unserer Tätigkeit geht auch viel Zeit in die Wege von einem zum anderen Patienten, da ist die Wohnortnähe des Personals natürlich auch praktisch. Doch ebenso natürlich lädt Hechtsheim der großen evangelischen Gemeinde wegen ein. Viele Patienten, die der evangelischen Kirche angehören, legen großen Wert darauf, auch vom Evangelischen Sozialdienst betreut zu werden. Die religiöse Komponente ist nach unserer Erfahrung sehr hoch. Und das ist ja imgrunde auch vollkommen nachvollziehbar. Der entstehende Gesprächsbedarf hat ja eine ganz andere Basis, wenn der Patient davon ausgehen darf, dass auch der Pflegemitarbeiter Christ ist. Bei uns sind auch die schwierigen Themen gut aufgehoben und ich selbst erlebe es stets als einen wichtigen Teil meiner Arbeit, mich mit meinen Patienten auch über religiöse Themen austauschen zu können. Ich habe beispielsweise eine recht lange Zeit eine Pfarrwitwe gepflegt, mit der ich sonntags gemeinsam den Fernsehgottesdienst sah und wir haben es beide als wohltuend empfunden, zu singen und zu beten. Wir ermutigen Patienten auch zu noch anstehenden klärenden Gesprächen mit Angehörigen und Freunden, denn manchmal kann man sehen: hier ist noch etwas offen, hier kann der Lebenskreis noch nicht geschlossen werden. Und ab und an benötigen auch pflegende Angehörige Lob und Motivation, die ihnen vielleicht im Familienkreis vorenthalten wird. Sicher kommen mir da neben meinem offenen rheinländischen Naturell auch Lebensalter und Lebenserfahrung zu gute. Die finanzielle Situation der Evangelischen Sozialstation Mainz- Oppenheim ist ausgesprochen angespannt. Auf der Ende Oktober absolvierten Herbstsynode des Evangelischen Dekanats Mainz wurde kontrovers über mögliche Wege zur Sanierung der gGmbH diskutiert. Die Mitarbeiter erklärten sich beispielsweise bereit, auf das diesjährige Weihnachtsgeld zu verzichten. Wie erleben Sie diese Situation inkl. der doch recht hitzig geführten öffentlichen Debatte? Ehrlich gesagt waren alle Kollegen regelrecht geschockt durch die plötzlich entstandene Öffentlichkeit zu diesem Problem. Der Artikel in der Allgemeinen Zeitung unmittelbar nach der Herbstsynode des Dekanats erschien uns wenig hilfreich. Zudem verunsicherte die Meldung über die schwierige Finanzsituation unserer Einrichtung auch Patienten und solche, die mit uns erst noch Kontakt aufnehmen wollen. Wir machen uns natürlich alle zusammen Gedanken über eine mögliche Sanierung und die Ausweitung unseres Einzugsgebiets ist sicher eine Handlungsoption. Neue Patienten bedeuten eben auch Hilfe auf diesem Weg. Für deren Gewinnung sind ne- 10 11

Forts. Kurzinterview ben den guten Erfahrungen, die Patienten mit uns machen, natürlich auch Mund-zu-Mund-Propaganda und der Ausbau der Kontakte zu Kliniken, Ärzten und Apothekern wichtig. Ich könnte mir gut vorstellen, hier noch offensiver zu werden und sich den möglichen Ansprechpartnern auch persönlich vorzustellen. Eine gute Möglichkeit zu ersten Kontakten war „Aktion Brückenschlag“ Neuer Schwung für das Miteinander von „Kunst und Kirche“ im Evangelischen Dekanat Mainz Begonnen hatte alles in der Kaiserstraße 35. Unter dem Titel „Kleinstgalerie k35“ wurden in den dortigen Büros der Ev. Stadtkirchenarbeit Arbeiten regionaler Künstlerinnen und Künstler gezeigt. Ausstellungsvorhaben mit großem Begleitprogramm der Ev. Stadtkirchenarbeit z.B. zu Barlach, Hundertwasser oder Felger in der Christuskirche setzten dann überregionale Akzente und baute weitere Brücken zwischen den Geschwistern Kunst und Kirche. Mit der „Aktion Brückenschlag“ konnten seit 2004 viele „Brücken“ zwischen Künstlerinnen und Künstlern und Gemeinden des Ev. Dekanates Mainz gebaut und gepflegt werden. Aktuell treffen sich im vergrößerten Kreis 11 Mitglieder zweimal im Jahr. Programm: ein Atelierbesuch in der auch unsere Teilnahme am Hechtsheimer Kirchentag Ende Mai, nur leider war unser Stand recht abseits vom Hauptgeschehen gelegen. Nach meiner Auffassung gehört das Thema Pflege mitten ins Leben und nur durch gute Erfahrungen helfen wir mit, Berührungsängste abzubauen. Das Interview führte Cornelia Funke Region – daraus entwickelbar eine Ausstellung oder ein Gottesdienst mit Bildbetrachtung, und ein gemeinsamer Ausstellungsbesuch. Die Hechtsheimer Gemeinde besitzt in Brigitte Zander und Andreas Koridass zwei engagierte Künstler und Gemeindeglieder, die seit Jahren beachtliche Kunstaktivitäten entwickeln. Auch Pamela Stokes wirkt als Gast in der Projektgruppe mit. Herzlichen Dank und Anerkennung für dieses tolle Engagement und weiterhin auf gute Zusammenarbeit. Liebe Gemeinde, nutzen Sie diese interessanten Angebote – weiter. Rainer Beier, Stadtkirchenpfarrer Aus der Gemeinde Visitation in unserer Gemeinde Im Januar nächsten Jahres findet in unserer Kirchengemeinde eine Visitation im Rahmen der allgemeinen Visitation in unserem Dekanat statt. Visitation heißt „Besuch“ und ist in unserer Kirche bewusst als partnerschaftlicher Austausch konzipiert. Die Visitation ist ein Zeichen der Zusammengehörigkeit aller Gemeinden, Werke und Dienste einer Kirche; sie wird von Mitgliedern des Leitenden Geistlichen Amtes – in unserem Fall von Propst Dr. Volker Schütz – verantwortet. Die Kirche lebt von Kontakten und Beziehungen zu anderen Christen und Gemeinden. Aus diesem Anlass wird vom 21. bis 22. Januar eine Gruppe der evangelischen Kirchengemeinde aus Worms-Herrnsheim unsere Gemeinde besuchen. Die Besucherinnen und Besucher wollen mit uns Rückschau halten auf das, was bei uns gewachsen und vielleicht auch an unerfüllten Wünschen vorhanden ist, sie interessieren sich für das, was uns gut gelingt, für unsere Stärken und unsere Pläne für die Zukunft. Folgendes Programm ist angedacht: Samstags nach Begrüßung der Besuchenden durch den Kirchenvorstand, Spaziergang durch die Gemarkung, dabei Kontakt mit wichtigen Arbeitsfeldern der Gemeinde (Ökumene, Seniorenresidenz, Schule etc.), und Mittagessen stellen wir ausgewählte Arbeitsschwerpunkte aus den Bereichen „Jugendarbeit“, „Integration und Fluktuation“ und „Kontakte/Öffentlichkeitsarbiet“ vor. ! Dieser Teil ist öffentlich, Sie sind herzlich dazu eingeladen. Sonntags endet die Visitation mit dem Besuch beider Gottesdienste in den jeweiligen Gebäuden, im Gemeindezentrum und Gemeindehaus Frankenhöhe. Merken Sie sich dieses Wochen ende doch schon einmal vor, damit Sie in den öffentlichen Teilen und den Gottesdiensten mit dabei sein können! Wir sind gespannt und freuen uns auf die Besuche und versprechen uns Anregungen für unser Gemeindeleben. Nähere Ausführungen über Programm und Ablauf erfahren Sie rechtzeitig durch Aushang, Abkündigung in den Gottesdiensten und auf der Homepage. 12 13

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