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Vorteil gegenüber einigen anderen anorganischen

Blau- und Grünpigmenten gewertet

werden, daß die Ko altpigmente

frei von Blei und Schwefel sind. Die Säure-

und Alkalibeständigkeit der Kobaltpigmente

ist teils als gut und teils als sehr gut

zu beurteilen ; lediglich die Alkalibeständigkeit

des chromhaitigen Pigmentblau

5001 wird als befriedigend gewertet. Säure-

und Alkalibeständigkeit der Titanpigmente

sind ausgezeichnet.

Systematische Untersuchungen über

Mischphasenpigmente, zu denen sowohl

die Kobalt- als auch die Titanpigmente

gehören, sind bekannt (7-9). Diese ergaben,

daß zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten

von verschiedenen oder gleichen

Kationen gegeben sind, so daß prinzipiell

die Herstellung vieler Buntpigmente

möglich ist. Die Bedeutung der Mischphasenpigmente

nimmt zu, u. a. deswegen,

weil diese wegen ihres Streuvermögens

organischen Buntpigmenten im Deckvermögen

überlegen sind (3).

O

eFlammruß

Titandioxid

o

Cadmium

- gelb

• Eisenblau

• Furnaceruß

• Gasruß

Abbildung 9: TeIlchengrößenvergleich verschiedener Pigmente

Abbildung 11 : TEM-Aufnahme von VOSSEN-Blau 705

VOSSEN-Blau 705 hateine mittlere PrimärteilchengrößevonO,05

!Am, während

das feinl3rteilige VOSSEN-Blau 2000 einen

Wert von etwa 0,02 f!m aufweist. Die Abbildungen

11 und 12 zeigen transmissionselektronenmikroskopische

(TEM-)Aufnahmen

dieser Produkte. Die Standard-

Type 705 wird auf herkömmliche Art vermahlen,

während die vorwiegend für die

Fungizideinfärbung gebrauchte Spezialtype

705 LS in einer Luftstrahlmühle vermahlen

wird.

4

Eisenblaupigmente

Die Eisenblaupigmente der Degussa tragen

aus Traditionsgründen den Namen

VOSSEN-Blau vor der Typenbezeichnung.

Eisenblaupigmente nach DIN

55906 sind komplexe Cyanide der Zusammensetzung

Me 1 +Fe 3 + [Fe 2t (CN)61 . H 2

0wobei

Me 1 + für K+, NH 4 + oder Na+ steht (4).

Abbi Idung ., 0 zeigt das Kristallgitter von

Eisenblau, in dem der Platz des Wassermoleküls

nicht eingezeichnet ist. Die

Anwesenheit dieses Konstitutionswassermoleküls

ist Voraussetzung für den Erhalt

der Kristallstruktur. Selbst eine schonende

Entfernung des Kristallwassers führt zu

deren Zerstörung und damit zum Verlust

der Pigmenteigenschaften. Aus diesem

Grunde ist die Temperaturstabilität von

Eisenblau begrenzt, eine kurzfristige

Einwirkung von 150 °C wird vertragen,

z. B. bei Einbrennlacken. Der Color

Index nennt eine Grenze für die Langzeit­

Temperaturbeständigkeit für Eisenblau

von 120 °C.

Eisenblau wird durch Fällung von Fe 2 + -

Salzen mit komplexen Fe 2 + -Cyaniden in

wässeriger Lösung hergestellt. Das farblose

Fällungsprodukt wird in einem zweiten

"Produktionsschritt zum eigentlichen Pig- Abbildung 10: Kristallgitter von Eisenblau (2). Die offenen Kreise stellen FeH,

ment oxidiert.

die dunklen Fe in [Fe(CN)&!4- -Ionen dar

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Abbildung 13: Rückstandssummenkurven der Pigmente VOSSEN-Blau 705

(herkömmliChe Vermahlul"!g) und VOSSEN-Blau 705 LS (Luftstrahl.Vermahlung)

Abbildung 13 zeigt am Beispiel der Rückstandssummenkurve

den Unterschied in

der Agglomerat-Teilchengröße zwi chen

28 30 VOSSEN-8Iau 705 und VOSSEN-Blau

705 LS, die beide die gleiche Primärteilchengröße

aufweisen. Die aus der stärkeren

Vermahlung resultierenden Unterschiede

im Schüttvolumen zeigt Abbildung

14 auf.

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