Eine Zukunft für die Kinder zwischen Arbeit und Schule - Morija

morija.org

Eine Zukunft für die Kinder zwischen Arbeit und Schule - Morija

J u n i 2 0 0 4 N r . 1 9 3

Eine Zukunft für die

Kinder zwischen Arbeit

und Schule

In dieser Ausgabe

Die Primar- und Sekundarschule

von Paalga, ein grosser Schritt

ins 21. Jahrhundert

Tische und Bänke für Burkina

Faso, den Tschad und für Togo

Gestern ein Waisenkind, heute

verheiratet und ausgebildet

www.morija.org


Editorial:

Die Ausbildung der Kinder, eine

Lösung gegen deren Ausbeutung

«In den Dörfern der

ärmsten Provinzen von

Burkina Faso ist der

Verlust an Kindern ausserordentlich

hoch. Die meisten

sind noch keine 14 Jahre alt,

wenn sie ihre Familie verlassen

und sich in anderen

Regionen des Landes auf

Arbeitssuche begeben. Zum

Teil passieren sie auch die

Landesgrenze zur Elfenbeinküste.

Manche fliehen ‹freiwillig›

oder auf Bitten der

Eltern vor der Armut. Andere

wiederum gehen den Kinderhändlern

in die Falle.» Dies

ist ein Auszug aus einer

Analyse des Journalisten

Ernest Harsch, der 2001 von

der UNO-Abteilung Afrique

Relance veröffentlicht worden

war. Der Text ist leider immer

noch aktuell.

In wenigen Tagen findet zum

dritten Mal der von der UNO

für den 12. Juni festgesetzte

Aktionstag gegen die Kinderarbeit

statt. Das Problem ist

noch lange nicht gelöst.

Weltweit arbeiten 246 Millionen

Kinder zwischen 5 und

17 Jahren. 73 % von ihnen –

rund 179 Millionen – arbeiten

sogar unter «schlimmsten

Bedingungen», die das moralische,

psychische und physische

Wohlbefinden gefährden.

8,4 Millionen sind besonders

verwerflichen Aktivitäten

ausgesetzt: Sklaverei, Frondienste

zur Bezahlung von

Schulden oder andere Formen

von Zwangsarbeit. Die

Zahl der in Afrika arbeitenden

Kinder wird von der Internationalen

Arbeitsorganisation

auf rund 80 Millionen

geschätzt.

Neben der Armut ist der

ungenügende Zugang zur

Ausbildung einer der Hauptgründe

für dieses Phänomen.

Aus diesem Grund gilt es in

den kommenden Jahren, das

Bildungssystem zu verbessern.

Ausserdem tut eine Unterstützung

der ärmeren Familien

Not, damit diese nicht mehr

so leicht den Kinderhändlern

zum Opfer fallen.

Seit vielen Jahren hilft Morija

mit der Finanzierung von

Schulen und der Übernahme

der Schulgebühren für die

armen Kinder. Dank Ihrer

Grosszügigkeit kann Morija

auch beim Schulinventar –

etwa bei den Tischen und

Bänken – Finanzhilfe leisten.

Kurz vor dem dritten Aktionstag

gegen die Kinderarbeit

wird unser Einsatz nicht

nachlassen. Sie brauchen

unsere Hilfe.

Das Morija-Team

Inhalt

Die Primar- und Sekundarschule

von Paalga,

ein grosser Schritt ins

21. Jahrhundert (Seite 5)

Tische und Bänke für

Burkina Faso… (Seite 6)

Ohne Ihre Hilfe wäre ich

ein Analphabet (Seite 7)

HUMANITÄRES HILFSWERK

En Reutet

1868 COLLOMBEY-LE-GRAND

TEl. 024/472.80.70 Fax 024/472.80.93

E-Mail: relat.publique@morija.org

PC 19-10365-8

Verein ohne Gewinnabsicht,

gegründet 1979 gemäss Artikel 60ff.

des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs

Ziel: Unterstützung der Ärmsten

in Afrika, vor allem im Sahelgürtel,

ohne Unterschied von Rasse oder

Religion.

Sitz: Collombey-le-Grand (VS)

Revisoren: Treuhandbüro R. Künzlé

SA – Monthey

Redaktion:

Alliance Presse, Aubonne

Grafik:

Jordi Humanitäres AG, Belp Hilfswerk

Druck: Jordi AG, Belp

Monatszeitschrift

Abonnement: CHF 25.–

Förderabonnement: CHF 50.–

Jede zusätzliche Spende ist willkommen!

DANKE!


Kinderarbeit:

Eine Beobachtung vor Ort

Der Kampf gegen die

Missbräuche im

Bereich der Kinderarbeit

muss überdacht und

verbessert werden. Er erfordert

auch eine enge Zusammenarbeit

mit den Hauptverantwortlichen:

den Eltern.

Meine Sorge im Hinblick auf

gewisse am grünen Tisch

ausgearbeitete nationale und

internationale Programme

geht dahin, dass dabei

manchmal das Grundproblem

ausser Acht gelassen wird: Die

Bevölkerung von Burkina

Der Bauer, der von

morgens bis abends die

Erde umgräbt, hat

wenig Verständnis für

die Abschaffung der

Kinderarbeit

Faso besteht zu 90% aus Bauern,

d.h. aus Landwirten und

Viehzüchtern. Nur 42% der

Kinder haben das Glück, in

die Schule gehen zu dürfen.

Der Bauer verdient sich sein

Brot, indem er von morgens

bis abends die Erde umgräbt.

Für die Abschaffung der

Kinderarbeit hat er deshalb

wenig Verständnis. «Die

Eselin bekommt Junge, um

die Lasten auf ihrem Rücken

zu erleichtern», so jedenfalls

lautet ein Sprichwort. Der

Staat zahlt den älteren Menschen

weder eine Unterstützung

noch eine Rente. Es

sind die Kinder, die diese

Verantwortung übernehmen

müssen. Dazu müssen sie

fähig sein. Viele Bauern

lehnen es ab, ihre Kinder in

die Schule des «weissen

Mannes» zu schicken, denn

wenn sie dort scheitern, sind

sie für die Eltern verloren: In

die Landwirtschaft wollen

diese Kinder nämlich nicht

zurückkehren. Nach aktuellen

Revisionsplänen des

burkinischen Schulsystems

sollen deshalb praktische

Berufe in den klassischen

Lehrplan integriert werden.

Schon sehr früh kümmert sich die Älteste um ihre kleinen Brüder

und Schwestern

Ein junger Busch-Hirte

Wenn das älteste Kind ein

Mädchen ist, hilft es in der

Regel schon mit 6 oder

7 Jahren der Mutter bei der

Essenszubereitung. Bereits

mit 4 oder 5 Jahren kümmert

es sich um die jüngeren

Brüder und Schwestern. Für

ein kleines Mädchen, das sich

eigentlich lieber mit seinen

Freundinnen amüsieren

möchte, ist dies oft nicht

einfach. Aus diesem Grund ist

es den erstgeborenen Mädchen

nicht immer möglich,

in die Schule zu gehen.

Bei den Nomaden sind es oft

die Kinder, die sich um das

Vieh kümmern. Am frühen

Morgen verlassen sie das

Lager mit einem kleinen

Proviantbeutel mit ein paar

Datteln und einem Kanister

Wasser. Sie müssen etwas

finden, womit sie die Herde

ernähren können, und haben

darauf zu achten, dass kein

Tier verloren geht. Diese

Form von Kinderarbeit ist

eine gute Sache, denn sie

dient der Erziehung und

bereitet das Kind auf seine

Eingliederung in die Gesellschaft

vor.

Manche Eltern lassen ihre

Kinder jedoch riskante Arbeiten

verrichten und hoffen

damit, die Familie ein klein

bisschen besser ernähren zu

können. Eine zu verurteilende

Ausbeutung! Wer mit

adäquaten Mitteln dagegen

vorgehen will, muss bei den

betroffenen Familien eine

Sensibilität für die Gefahren

entwickeln, denen die den

Dealern ausgelieferten Kinder

ausgesetzt sind. Er muss

ihnen ausserdem helfen, ihre

Lebenssituation zu verbessern

und aus dem Armutskreis

herauszukommen.

Guétaouendé Sawadogo

und Agathe Burrus

3


Es gibt nicht genug Schulen

Trotz der enormen

Bemühungen der burkinischen

Regierung

reicht die Zahl der öffentlichen

Schulen besonders in

den Städten, wo die Bevölkerungsdichte

sehr hoch ist,

nach wie vor nicht aus.

Ouagadougou, die politische

Hauptstadt, zählt 1,2 Millionen

Einwohner. Das Wirtschaftszentrum

Bobo Dioulasso

ist halb so gross. Im

Hinblick auf die verfügbaren

Ressourcen sind beide Städte

übervölkert. Vor allem

Ouagadougou kann man

regelrecht wachsen sehen

und hat sich seit 1970 vervierfacht.

Wer sich keine

Die Klassen der öffentlichen

Schulen zählen

mindestens 60 Schüler

4

Die Herausforderung: Seine Kinder in der Schule einschreiben

bebaute Parzelle mit Stromund

Wasseranschluss leisten

kann, lässt sich am Stadtrand

nieder, wo sämtliche Infrastrukturen

einschliesslich

Strom und Wasser fehlen.

Auf Grund der fehlenden

Finanzmittel müssen die

Eltern ihre Kinder gezwungenermassen

auf die öffentlichen

Schulen schicken. Die

jeweiligen Direktoren werden

von den Eltern, die ihre

Kinder unbedingt in den

öffentlichen Schulen unterbringen

wollen, stark unter

Druck gesetzt und akzeptieren

deshalb extrem hohe

Schülerzahlen. Die kleineren

Klassen zählen im Durchschnitt

60 Schüler. Bei den

grösseren Klassen kommen

120 Schüler auf einen Lehrer.

Dieser muss das Unterrichtstempo

nach denen richten,

die seinem Rhythmus folgen

können. Die Anderen bleiben

auf der Strecke.

Der Beginn eines neuen

Schuljahres ist für die Eltern

immer wieder eine schwere

Aufgabe, vor allem die Einschreibung

und der Kampf

um einen Schulplatz. Man

muss die öffentlichen

Bekanntmachungen beachten,

um das genaue Datum in

Erfahrung zu bringen, und

die von der Kommission

gestellten Bedingungen

erfüllen. Vor allem aber muss

man sich bereits am Abend

vor dem Einschreibungstermin

in die Warteschlange

stellen. Vor einigen Jahren

hinterlegten die Eltern

Gegenstände und reihten sich

am nächsten Tag den Gegenständen

entsprechend ein.

Doch diese Methode gab

Anlass zu Streitereien und

wurde deshalb aufgegeben.

In Ouagadougou ist die

Einschreibung des Kindes in

die öffentliche Schule schon

schlimm genug, noch schlimmer

ist es jedoch auf Grund

der armseligen Verhältnisse

in Tanghin, wo sich auch

unsere Schule befindet: Die

meisten Leute haben keine

feste Arbeit. Sie leben von der

Hand in den Mund. Einige

unterhalten dank der Stauwehre

einen Garten, andere

gehen irgendwelchen Gelegenheitsarbeiten

nach und

reparieren beispielsweise

Mofas oder Velos, schlagen

sich als Strassenhändler

durch oder bringen die Leute

aus Tanghin auf Einbäumen

in die Stadt usw. Die sechs

öffentlichen Schulen des

Viertels sind völlig überbelegt,

doch der Besuch entsprechender

Privatschulen ist

für die Bevölkerung unerschwinglich.

Selbst die Schule von Paalga

können sich manche Eltern

trotz der niedrigen Schulgebühren

nicht leisten. Dank

Ihrer Grosszügigkeit wird

eine Reihe von Waisenkindern

und Kindern aus notdürftigen

Familien unterstützt

und kann den

Unterricht besuchen.

Issaka Nikiéma

Eine Gelegenheitsarbeit: die Reparatur von Velomotoren


Die Primar- und Sekundarschule von Paalga,

ein grosser Schritt ins 21. Jahrhundert

Ich heisse Hamadou

Ouédraogo und bin

Direktor des Technischen

Gymnasiums von

Paalga. Die Schule wurde im

Oktober 2003 eröffnet und

bildet für den Arbeitsmarkt

Verwaltungsfachleute aus, die

bei der rationellen Verwaltung

Dank dieses Gymnasiums

hat sich die Lage im

Viertel entspannt, und

dem Bedarf an Ausbildung

wird nun Rechnung

getragen

der Finanzressourcen unseres

Landes ihr Wissen einbringen

können. Wir können zwar

keine vollständige Verwaltungsausbildung

anbieten,

hoffen aber, mit Ihrer Hilfe in

Der Computerraum des Technischen Gymnasiums

den kommenden Jahren

weitere Klassen einrichten

und so einen vollständigen,

mit der technischen Matura

abschliessenden Ausbildungsgang

anbieten zu können. Die

30 Schüler (20 Mädchen und

10 Jungen) sind mit der

Qualität des Unterrichts, dem

idealen Schulrahmen und den

wunderbaren Klassenzimmern

mit den von Morija

gestifteten Tischen und

Bänken aus der Schweiz

zufrieden. Dank dieses Gymnasiums

hat sich die Lage im

Viertel entspannt, denn dem

Bedarf an Ausbildung wird

nun Rechnung getragen.

Dafür möchten wir Ihnen

nochmals herzlich danken.

Essensausgabe in der Schulkantine

Ich heisse Belinda Nyampa

und besuche die erste Buchhaltungsklasse

des Technischen

Gymnasiums. Die

vernünftigen Schülerzahlen

erleichtern den Lehrern den

Unterricht und die Einhaltung

der Disziplin innerhalb

der Schule. Der Computerraum

ist genauso angenehm

wie das Klassenzimmer. Wir

fühlen uns dort sehr wohl.

Dies kommt dem Unterrichtsablauf

zugute. Die Schulgebühren

sind erschwinglich.

Ich heisse Fidèle Nikiéma, bin

14 Jahre alt und komme aus

einem 5 km vor Tanghin gelegenen

Viertel. Meine Familie

ist arm. Mein Vater arbeitet

als Gärtner, aber sein geringer

Lohn erlaubt es ihm

nicht, für alle unsere Bedürfnisse

aufzukommen. Mittags

bereitet uns Mama kein Essen

zu. Wir beschränken uns auf

das Abendessen. Dies hat

meine schulischen Leistungen

in den letzten Jahren

stark beeinflusst, und der

Lehrer, der von meiner familiären

Situation keine

Ahnung hatte, war wütend

und hielt mich für faul. Als

ich über meine Freunde

erfuhr, dass es in Tanghin

eine Schule mit Kantine gibt,

bat ich meine Eltern sofort,

mich trotz der Entfernung an

dieser Schule einzuschreiben.

Ich konnte meine Noten

verbessern und habe meinen

Eltern für das Schuljahresende

noch bessere Leistungen

versprochen. Jeden Mittag

reichen mir die Köchinnen

ein Akra-Reisgericht oder ein

Reisgericht mit Bohnen. Ich

esse im Schatten der Mangobäume

und ruhe mich ein

paar Minuten aus. Dann

mache ich meine Aufgaben.

Ich bin stolz darauf, Schülerin

der Paalga-Schule zu sein,

und danke Morija für die

Kantine, ohne die meine

Schulausbildung scheitern

würde.

5


Tische und Bänke für Burkina Faso,

für Togo und den Tschad

Eine Primarschulklasse der Paalga-Schule

Bei den letzten Transporten

schickte

Morija insgesamt

185 Schreibpulte, 237 Stühle

und 3 Lehrerpulte nach Burkina

Faso. Ein Teil davon war

für die vor zehn Jahren eröffnete

Primarschule von Paalga

bestimmt. Auf Grund der

zunehmenden Schülerzahl

(316 Schüler in diesem Jahr)

reichten die vor Ort fabrizier-

ten Tische nicht mehr aus.

Auch das Gymnasium sollte

mit Beginn des neuen Schuljahres

eröffnet werden und

brauchte deshalb auch dringend

Schulmöbel. Die Tische

und Stühle kamen genau zum

richtigen Zeitpunkt. Sie tragen

wesentlich zur Verbesserung

der Unterrichtsqualität bei.

Ein bequem sitzender Schüler

passt besser auf als einer, der

sich zwischen zwei Klassenkameraden

zwängen muss.

Als ich die restlichen Möbel

ins Frauenbildungszentrum

Sokodé in Togo brachte,

konnte ich mich von der dürftigen

Einrichtung dieses

Zentrums überzeugen. Ein

Dankeschön an all diejenigen,

Ein bequem sitzender

Schüler passt besser auf

die es möglich machen, dass

Morija uns jedes Jahr Container

mit Materialien schickt,

die unsere Lebensbedingungen

wesentlich verbessern.

Issaka Nikiéma

Die Schule sollte geschlossen werden

Die Grenzwächter kontrollieren die Kinder nicht

Idee positiv auf. Unser Anliegen

ist es, den Kindern ein

Basiswissen zu vermitteln

und den Älteren eine praktische

Ausbildung im Gemüseanbau,

in der Maurerei,

Schreinerei usw. anzubieten.

Am 1. Oktober 2002 wurde

die Schule mit 88 Schülern

eröffnet. Die Hälfte davon

sind Mädchen. Da das notwendige

Geld fehlte, sassen

die Schüler auf Backsteinen.

Der Staat ordnete deshalb die

Schliessung der Schule an.

Doch mit Hilfe Ihrer Spenden

konnten wir 30 Schulbänke

kaufen. Sie haben unsere

Schule gerettet! Dankeschön!

Kidalaye Djoguina

N’Dinganguli liegt 10 km vor

N’Djaména, einem Dorf an

der Grenze zur kamerunischen

Handelsstadt Kousserie.

N’Dinganguli zählt rund

3000 Einwohner. Vom Gemüseanbau

einmal abgesehen,

geht ein Grossteil der Bevölkerung

vor allem dem

Schmuggel und Diebstahl,

dem Alkohol- und Drogenkonsum

nach. Beim Schmuggel

werden meist Kinder

zwischen 6 und 12 Jahren

eingesetzt, denn die werden

in der Regel von den Zöllnern

nicht kontrolliert. Diese

Kinder sind für die Eltern

eine Einnahmequelle, und

deshalb denken sie nicht

daran, sie in die Schule zu

schicken.

Wir waren uns dieser Not

sehr wohl bewusst, als wir

zum Dorfältesten gingen und

ihm die Gründung einer

Gemeinschafts-Primarschule

vorschlugen. Er nahm unsere

Dank Ihnen haben sie eine Zukunft

• Mit CHF 75.– finanzieren Sie den Unterricht eines Kindes

für ein Jahr

• Mit CHF 30.– bieten Sie ihm ein Jahr lang 1 Mahlzeit pro Tag

• Mit CHF 2500.– verfügen 90 Schüler über Tische

und Bänke


Ohne Sie wäre ich wie meine älteren Brüder ein Analphabet

Ich heisse Urbain Sawadogo

und besuche die sechste

Klasse der Primarschule von

Paalga. Ich bin einer jener

Schüler, für die Morija die

Schulgebühr bezahlt. Mein

Papa ist körperbehindert und

kann nicht arbeiten. Meine

Mutter arbeitet im Haushalt.

Die Lebensbedingungen

innerhalb der Familie sind

schwierig. Meine grösseren

Brüder haben keine Arbeit.

Dank des Stauwehrs können

sie während der Regenzeit die

Leute mit einem Einbaum

befördern und sich so ein

paar CFA verdienen. Doch das

bringt nicht viel ein. Mein

Vater muss trotz seiner

Behinderung mit dem gleichen

Einbaum ein paar

Fische fangen, die er für den

Unterhalt der Familie den

Frauen unseres Viertels

verkauft. Ohne Morijas Hilfe

wäre ich ein Analphabet

geblieben. Weil das Geld

fehlte, konnten zwei meiner

grösseren Brüder nicht zur

Schule gehen. Ich danke

Morija, mir die Chance gegeben

zu haben, zur Schule

gehen zu dürfen. Zuvor hatte

ich mittags nichts zu essen,

doch dank der Kantine unserer

Schule kann ich wie alle

Menschen zu Mittag essen

und in Ruhe meine Schulaufgaben

machen.

Urbain und seine Eltern

Gestern ohne Vater und Mutter, heute verheiratet und ausgebildet

Die Hochzeit von Samuel am 9. Januar 2002

Als Samuel in seiner frühen

Kindheit seine Mutter verlor,

änderte sich die Atmosphäre

innerhalb der Familie. Im

Alter von sechs Jahren verlor

er auch seinen Vater. Damit

stand Samuels ganze Existenz

auf dem Spiel. Die bedürftige

Familie, die mit den wenigen

verbliebenen Mitteln für

seinen Unterhalt aufzukommen

versuchte, befand sich

Ohne die Hilfe des HZW

hätte er nicht zur Schule

gehen können

auf der untersten Stufe der

Sozialleiter. Samuel stand

mit seinen Geschwistern im

Leben alleine da. Seine Tante

hatte jedoch bereits nach dem

Tode ihrer Schwester im

Waisenhaus von Kaya einen

Kurs zur Zubereitung von

künstlicher Milch (Saugflasche)

besucht und übrigens

damit Samuel am Leben

erhalten. Sie entschied sich,

ihm ein zweites Mal zu helfen.

Auch Morijas Hilfszentrum

für Waisenkinder (HZW)

griff ein: Er wurde in eine

Schule eingewiesen und

bekam Medikamente, Kleider

und Nahrungsmittel zur

Verfügung gestellt. Ohne die

Hilfe des HZW hätte der

Junge nicht zur Schule gehen

können. Die Tante setzte sich

für ihn ein, als ob sie ihn

selbst in ihrem Bauch getragen

hätte. Als er alt genug

war, um einen Beruf zu

erlernen, öffneten sich ihm

die Türen des BAZ und er

wurde zu den Aufnahmeprüfungen

zugelassen. Nach

einer dreijährigen Ausbildung

bekam er sein Abschlusszeugnis

als Schreiner und Möbeltischler,

einen Werkzeugkasten

und sein kleines

Sparguthaben, das sich während

seiner drei Ausbildungsjahre

angesammelt hatte.

Samuel liess sich in der Stadt

Kaya nieder und steht seitdem

auf eigenen Füssen.

Guétaouendé Sawadogo,

HZW von Kaya

7


Ein Solidaritäts-Raclette

Zum Anlass des Lottos

der Freunde von Pétoli

in Blignou-Ayent

(Wallis) hat Patricia Délétroz

den letzten Preis – den Trostpreis

für den Verlierer –

erhalten: Das «Maison villageoise»

wird ihr einen Abend

lang frei zur Verfügung

gestellt. Aber dieser Trostpreis

hat etwas eingebracht!

Gemäss dem Zweck des Hauses

selbst wollte Patricia ihren

Preis mit anderen teilen.

Diese Idee brachte sie darauf,

einen Raclette-Abend zu

organisieren, damit den durch

Morija unterstützten Bedürftigen

geholfen werden kann.

Verwaiste Säuglinge, Greise,

Witwen – also die Ärmsten der

Armen – gibt es in der Sahelzone

immer noch allzu viele.

Ohne Hilfe können sie nicht

überleben. Bewegt von so viel

Leid setzt sich Patricia

Délétroz bereits seit Jahren

für den Suppenverkauf im

November ein und lädt Freunde

zum Mithelfen ein. Dieses

Jahr hat sie als freiwillige

Helferin einen weiteren

Schritt unternehmen wollen,

indem sie für Morija dieses

Solidaritäts-Raclette-Essen

mit Fendant, Walliser Weisswein,

organisierte.

Ein Solidaritäts-Raclette, um

Kinder zu retten, aber auch

ein Freundschafts-Raclette:

Jemand bringt den Wein,

andere backen Kuchen und

noch andere dekorieren den

Saal. Am besagten Tag sind

das Servierpersonal und die

Raclette-Spezialisten auf

ihren Posten. Was anfangs

Patricias Raclette-Abend war,

verwandelte sich in ein Unternehmen,

an welchem das

ganze Dorf aktiv teilnahm. 70

Personen folgten der Einladung.

Trotz seiner zahlreichen

Beschäftigungen nahm

selbst der Gemeindepräsident

teil. Wir danken allen herzlich

für ihr Engagement, welches

eine Quelle neuen Lebens ist.

Dies war Patricias Idee zur

Feier des 25-jährigen Bestehens

von Morija. An diesem

Essen kamen CHF 2029.–

zusammen! Und Sie, haben

Sie ebenfalls eine Idee, um

den Benachteiligten zu Hilfe

zu kommen? Sie haben es

lesen können: nichts hindert

uns, gemütliche Momente des

Zusammenseins mit einer

Aktion von Grosszügigkeit

und Mitgefühl zu kombinieren.

Ihr Morija-Team


Ich möchte eine Hilfsaktion organisieren zum 25-jährigen Bestehen von Morija

Ich möchte am Murtenlauf teilnehmen

Ich möchte mich einer Freiwilligengruppe anschliessen

Ich hätte gerne Material (Broschüren, Videokassetten, DVD)

Anderes

Anne-Marie Grand d‘Hauteville

Koordinatorin «Freiwillige Helfer»

Name:

Strasse/Nr:

Tel.:

Vorname:

PLZ/Ort:

E-mail:

Bitte senden an: Morija / z.Hd.von Frau Anne-Marie Grand d’Hauteville – En Reutet – 1868 Collombey-le-Grand oder per

Fax: 024-472 80 93. Sie wird mit Ihnen Kontakt aufnehmen.

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