Zur Geschichte der Einfuhrung der jetzigen Ziffern in Europa durch ...

bibnum.enc.sorbonne.fr

Zur Geschichte der Einfuhrung der jetzigen Ziffern in Europa durch ...

Zur

cesckke der E der jetzigen

Nein in hop Éà Gerbert,

Eine Studio

von

Professor Dr. H. Weissenborn.

Berlin.

Mayer & Millier.

1892.

-

Document

l l II II

0000005900954


sir

storax

*

r'

T s

X Mi

ÏiV3ilth

k

- - -, ^;y-m'V

y

L


Vo r w O r t.

Ais ich vor mehr ais fUnf Jahren meine 'Schrift:

,,Gerbert. Beitrge zur Kenntnis der Mathematik (les

Mittelalters" verfasste, hatte ich keine Ahnung davon,

dass in zwei weit von einander entfèrnten Gegenden, in

Russiand und in Frankreich, zwei Forseher zwei wiehtige

Fragen: liber die Reihenfoige von Gerberts Briefen und

über die rtseihaften und unlesbaren Stellen in denselben,

zu beantworten und vu itisen bemiiht waren. Dasseibe

Bestreben, etwas beizutragen zu einer richtigen und auf

Thatsachen begriindeten Wiirdigung semer Verdienste,

hatte ja auch mich bestimmt, der Meinung, die Gerberts

Namen tragende. Geometrie ktiuiue cinem und demselben

Verfasser zugeschrieben werden und derseibe ktinne Gerbert

gewesen sein, entgegenzutret.en, obsehon ich daran zweifelte,

dass cine Absteilung fast 200 Jalire alter, tief greifender,

durch dcii TJruck gieichsarn geheiiigter lrrtiimer auf einmal

werde bewirkt werden ktinnen. Uni so melir aber auch

hielt joli es fUr Pflieht eiues jeden, die Griinde geltend

zu maehon, die ihn veranlasst haben, diese.r vor der Rand

keinen .Lohn verspreehendeii Arbeit sicli zuiii Besten der

Wissensehaft zu unterziehen, demi nur wenn sic bekirnpft

werden, und alimihlich, nieht aber von selbst, schwindeii

soiche irrige Ansichten. Es gereiclite mir daher zu grosser

Freude, nicht nur in einer deutschenZeitschrift (in Zarneke's

Literarisehem Centralblatt. 1888. Nr. 30. p. 1010-1012),

sondern auch in Gerberts Vaterland Zustimmung gefunden

zu haben. Denn die Annales du Midi. Toulouse. 1889.

Nr, 2. schreiben in einem H. A." unterzeichneten Artikei


p. 238: L'auteur fait remarquer que depuis longtemps

011eris et Friedlein avaient émis des doutes sur l'authenticité

(le la Géométrie de Gerbert. Il aurait pu ajouter que

dans un article inséré dans les Mélanges d'arcltéoiogie et

d'histoire, publiés par l'Ecoie française de Rorne (avril

1885), et intitulé: ,,Note sur une collection décrits mathématiques

du moyen âge, d'après deux manuscrits du Vatican",

M. André Berthelot était déjà arrivé â des conclusions

identiques aux siennes." und p. 240: Si l'oit

remarque maintenant qu'aux onzième et douzième siècles.

• . . l'opinion universelle était qu'il (Gerbert) avait puisé

sa science chez les Maures. pendant son voyage en Espagne,

il semble bien naturel que le copiste de Salzbourg, ou

quelque autre avant lui, se trouvant en possession d'une

collection d'ouvrages mathématiques sans nom d'auteur,

les ait réunis sous le nom de Géométrie de Gerbert, sans

faire autrement attention aux différences qu'ils présentent

et qui empêchent de les attribuer â un même auteur".

(Vergi. Gerbert. p. 95).

Die Er6rterung einer andren, ebenfails Gerbert bebetreffendeii,

Frage - diejenige nach der Achtheit der

Geometrie des Boetius und liejenige aach der Aehtheit

der Geometrie Gerberts sind ja, wie ich schon auf p. IV.

bis V. des Vorwort.es zu ,.Gerbert" gesagt liabe, cia Paar

der wichtigsten Streitpiin kte, und durch (lie Entscheidung

iihei dieselben in dem eineii oder 4cm andreii Sinne wird

das lirteil iiber die Geomet.rie des Mittelalters vornehmlich

bestimmt - ist die, wo Gerbert das Rechnen gelernt

habe. Der Beantwortung dersebeii ist das vorliegende

Schriftchen gewidmet. Sic ist zwar schon mehrmals versucht

worden, allein man bat die Frage meist iiur oberflc.h1ich

gestreift und eiiie eingehende Uiitersuchung gescheut,

offenbar, weil man keinen Weg sah, 4cm Gegenstande

beizukommen. Zuni rpeil auch frugen irrige Ansichten,

von deiien man ausging, moderne Anschauungen,

von denen man sich jetzt nur schwer losmacht. Meinu]lgen,

die gegenw.rtig ais selbstverstndiich ersche.inen, und


hiiijehtiich dcrtii niaii Miihe hat sicli vorzustelien, dass

es chie Ztit gih, da sic iioch nicht vol'iLariden waren, der

uft iiicht geliii'ig T tii'ksiclitigte TJinstaiid, dass (i-eiberts

Briefe incistns iiiciit l.estirnmt waren von •Jederrnaiin,

sundiii nui voin Emptinger verstanden zu wcrden, ungentig-iidc

Kt'ïiiitnjs der Zustiinde iuid Verbiiltijisse im

10. Jalirhundcite, dies Ailes und Anderes trug dazu bei,

der Beantwortung jener Frage eine Schwierigkeit beizu-

Iegeii, die sic f(ir die damais Lebenden nicht batte.

I)urcli zalil tiiche und aiisfiu]rrliclie Anmerkungen,

Nvelche dazu dicueit solldn, teils das Ausgespioehene zu

belegeii, teils dasselbe durch Hinzutiiguiig von Verwaiidtein

und Nahestehendem zu eiklren, sowie durch Mitteilung

von EinzcUieit'ii der verscliiedeiisten Natur &aube icii

dcii Leser in den Stand gesetzt zu haben, sicli von der

Anc]iauungs- und 1)eiikweise des M. .Taiirliunderts eiiie

dcutliehe \Torsteihuig zu lïladlIelI. T)a*i ci hier ibersichtlich

und in eineni kleinen Biiihleiii veiinigt findet, was

er soiist aus sc.hwercn Folianten iniilisalil zlIsanhinensII4iieIl

imiss, diii'fte ehent'aiis in Bctraciit komnien.

Sehiiessiieli bliibt. mir noL ii]ig. dci \7erva.ltung

der (iro.s1ierzogli1icii Car Alexander .. Ehhuiot}ic1 zu Eisenach.

der Herzoglultcii Bililiothek in (. ot.lia. der Stadtbihliot.lwk

zu Leipzig, und der KSnigluhen ITuiversituits-

Bitiliothek in GUttingen, weiclie mir au! Jas Fieunillichste

'Werke der von iltiicu geleitct.cii Biitlieieicii zu bi-nutzi-n

gestat.teteii. Ineinen scliuldigen und wrmsten T)ank ausziispiechen.

Eiseiiacli, am 1. A1)1il 189.

H. \\T( issenborn.


Nr. 1. Wer die vieleit TJnternehinungen, welche gegenvrtig

auf allen Gebieten mensc.hliclier Thtigkeit ausgefiilirt

worden sind und fur die Zukuuft geplant werden,

iiberbliekt, der kann und wird sicli gewiss der Erkenutniss

nicht verschliessen, dass, weun aucli nicht der eiiizige,

SU (loch ein G-riiitd fffr die MSglichkeit, manches Werk

der Neuzeit herzustelien, was eliemals auf iiniiberwindliche

Schwierigkeiten gestossen sein wiirde, in der Leichtigkeit

zu sucheit ist. mit weleber miser jetziges Rec1iiverfabren

aueh grosse Zahlen zu behandeln und zu beberrsehen

gestattet. Rein )Vunder daher, dass Ailes,

was sich auf die Entwiekung und Ausbreitung des

Reclitièns hezieht, gewias sein darf, in weiten Kreiseii Bealitung

zu finden. Dass aber bei aller Auerkeiinung des

Wei-tes itiid des Nutzens del- Beschifftigung mit den

Zahleii Aile in gleicher Weise derselben htten G-eschniack

abgewi iinen kiiiiieii, kann nicht behauptet werden. Bedenke

n wir ferner noch, dass Zalil en auf versehiedene Weise, an

Gegeiisttideii der Natur oder Kunst 0(1er durcli die Schrift

anscliauli(l1 gemaclit und dass die Handluiigen (les Rechiiens

auf verschiedene Arteti ausgefiihrt werden kinnen, so

werden wir es begreiflicli finden, dass cine Geschichte der

Entwieklung und Ausbreituiig des Rechnens zu geben,

keine leieht zu 1isejide Aufgabe ist und dass uiisere Keuntnisse

auf (lesem Gebiete an manchen Stelleii liickenhaft

shid, sogar an solehen, wo wir es iiicht erwarten soliten.

2. Su sind seit Jahrhunderten die Schriften der fur

uns wichtigsten Vilker des Altertums, der Griecheii und

Riwer, iiacli alleii Richtiingen auf (las Sorgfiidtigste und

Eingeli en ciste diirclifirselit, und inan solite wobi meinen,

wir wi.rcu mit ihren \Vissenschaftcn, Kiiiiste.n und F'ertig-


keiteii, sowie mit ihreii Anscliauuiigeii, Sitteit und G-ebriiuclieri

iiacii allen Seiteit und bei allen Vorkoiiiriuiissen

des hiiusiichen und ffentheheii Lebeiis aitf (las Genaueste

vertraiit: und docli wissen wir iiber die Art, wie sie geiechiict,

wie sre aso eine der hiufigsten Haiidluiigen alisgeUbt

haben, wenig Sicheres. Es ist uns allerdings bekannt,

dass Griechen sowolil ais Rimer die Zahien durch

die nacli einein bestinimten Plane ausgeffflirten Stellmigeii

der Finger (larstc.11e]i 1), die s. g. Fingerrechnung (mi (iruiid

diirfte diesc.lbe weniger dazu gedient haben, mit Zuliiltenahine

der Fiuger zu reelmen ? ais die Zahleii durcli sic

darzustelleim, was freilicli, tiaitientiieli wenn es seime11 geschehen

soute, eiiie unglaubliclie Fingerfertigkeit und ciii

bewiiudernswertes Gedâclitiits voraussetzen wiiide,j, und

ès' ist uns ebenfalis bekannt, dass (4iieehii umul Ramer

sicli ciimes Recheiibrettes, cfjcyao,, abacus, mit Rechen-

Ma.rkeii, meFqin, calculi, bedienten ; wir sin(l aber imi(ht geiiaiier

iibei manche wesentliche Punkte unterrichtet, oh

die gemianhiten Vilker ausser ehieni Hcchenbrette mit ioseti

i1arkeii nicTit etwa ciii anders cingerbiitetes gebrauchten,

oh die ileihemi der Reehen-Ma.rken parallei mit dciii Rechner

oder senkreeht gegen denselben gericiitet waren ), muid es

ist dies uni so auffiiliiger, da ans denselimeit Wortemi Herodots

3), die Eineii auf (lit Fine, die Aimdren auf die

andre Einrichtung schiiessen, ein Beweis, wie scliwierig

es ist, so zu beschreibeti, dass kein Missverstndnis eutsteheim

kann. Jedenfalis aber ward bei tien Aiten, falis

grssere Zalilen in. Betraclit kamen, welche ha Kopfe

nieht mehi bew1t.igt werdeim konten, das Reciinen iiiitei

An\vendllng eines iusserlichen Hi1±smittels, eben des getianuten

Abakus, volizogeim, und dies haVre zur Folge, dass

es mi Altert.iun miter den Wissenschaften mid Kiinsten

eiiie andere Stelluiig einnalim, ais gegenwrtig. I)enii die

Griechen iiimd itach ihnen die Riimer, saheii in ilini oftiibar

eiiie, alleidimigs Uberlegung und Verstand erforderude

wid daher von ihnen mit deni Namen ,Logistik" bezeicimuete,

Kunst oder Fertigkeit, untei Anweitdung chies


3

Werkzeugs Aufgaben des gevhidichen Lehens zu Uisen.

Aber eben deswegcn, weil das Rechnen ein instrumentales

Hflfsinittei ntig maehte, verrnoehte mati in deinselben

wohl eine Thiitigkeit des Verstandcs (yo), a]iein nicht

eine \Vissenschaft (c{ha) zu erkennen. I)enii miter einer

soichen verstand man mir dcii G-egenstand und das Ergebiiis

des reinen IJenkcns, ohne Atiwendung der Erfahiuiig

und besuiidercr Werkzeuge. Gelten docli aueh

in der Geumetrie mir das Lineal und der Zirkel ais erlaubte

I{ilfsmittel, und Archytas von rf.fff iiiid Meiihmus,

welche die \Terdopplung des \\Tiiifels (hircli ciii Instrument

ausfiilirten, wurden von Liato (obsclion derselbe

(iii Gleiches that) herbe getadeit, weil sie Mecliaiiib- und

Geometrie vermcngten, und su das liohe und helire 'Wesen

dci' le.tzteren heiabzgeii 4). Man kami sicil daller nieht

aflzu sehr vei\vunderji, wenn die Griechen im Recliiieii

al lerdiiigs wolil ci tic den Verstaiid in Anspriich itehinende,

in Iiherem Grade aber dock instrumentale, Fertigkeit erblickten,

etwa wie ha Klavierspieleii u. a. Erst sp'ter

finden wir bei ihnen, naineittiicli bei 1-leron, geonietiisclie

Aufgalieii , welche Reciniung beansprucbeii, unc( diesei

Zweig der Geometrie faiid naturgemiiss seine Verbreitung

zu den rimisclien Feidmessera. Mun wird sicli vielleiclut

wundern, dass ich ais eiiie \Vissenschaft. bci der das

Reclinen zur Anwendnng geiangt nui die Geometrie und

nicht die Aritinnetik, nènne. da doch Rechnen und Arithmetik

imcli moderneu Begriffen su verwandte l)iuige sind,

dass sic hufig gar nicht getreniit werden k-0- mien. Allerdiuugs,

itack ni o d e r ii e n Begriffeit aber nielit riach dcii

AuischaiuLngen der Alten. 1"iir die (:hiechen 1111(1 ltniei'

vareii praktisches Rechuien, iiibesondere TJbuiig mi Gebraucli

des Abakus, und Aritluuetik ganz versehiedene

G-egenstiiuidc, die niclits mit eiaander geniciut hatten. Dent

miter .. Àrithinetik oder .. Lemire von dcii Zahien" (im 7.

bis 10. Buche der Eleniente Euklids werden sic durci

I iiuien (largestelit) verstand man die Lelire von dcii Proportionen

(d. h. geometriscli die Lehre von der Aliniiclu-

1


4

keit der Figuren), Spekiilationen iiber die Natur de-r

Zahien, welche zur Lehre von der Summierung der arithmetisehen

Progression fithrte. und etwa noch Kenntnis von

Polygonal- oder Vieleeks-Zahlen. Man sieht, dass wenn

man ..Arithrnetik" in diesem beschrrikteii Sinne auffasst.

wie es die Alten thaten. allerclings der Beriihrungspunkte

mit der Logistik mir wenige siud, dass vielmehr die Lehre

von den Proportionen und \Terhltzissen die Arithrnetik

der Musik nhei stehend erscheinen liess ais dem praktisehen

Rechneu, dass hingegen dieses weit rnehr in der

G-eomefrie, und zwar 111 (1cm rechnenden Teile derselben,

zur Verwendung gelangt, so dass es iur eigeiitliIien

WTisenschaft, der Mathematik, mit welehem Namen man

vorzugsweise die Geonietrie Euki ids bezeichnete, kaum geziihit

ward. Und, frage icli, wird jetzt das praktiselie

Rechnen in der q'Iiat aligemein zu deii Wissenschaften gezh1t,

und ais aine scdehe , oder ais chi Teil einer solulien

geschiitzt? Von vielen geschieht dies oline Zweifei, daruntei'

aucli von tiichtigen und iiamhaften Mathematikerii,

aber finden sich unter den Matliematikern niclit auch

sohhe, welche die s. g. Zahieniehre, die Lelire von dcii

Eigenschaften der Zahleii, allerdings ais einen Zweig ihrer

\\Tjsse ii sei iaft anseheii und aeliteii, (las Ziflerrechnen aber,

welches mit dem Lesen und Sciireiben den G-egenstand

des Anfarigs-TJnterrichts bildet, und aucli von Andreii iiur

ais cine niitzliche Fertigkt4t angesehen wird, ais etwas

Untergeordnetes betracliten?

1\re1i11 wir nun a]so bei denjenigen Vi1kern, iiber

welche wir uns wobi fur ain eingeliendsten iinterriehtet

halten diirfen, in Beziig auf (las von ibnen beiin Ziif'errecline.n

geuibt.e Verfahren, iiber niclit unwesentliche Punkte

im Tlngewisseri bleiben, uni viel mehr mass dies dci

Fali sein bei VdIkern, iibei welche wir wenige Nachriebteri

besitzeii. So wisseii wir woki, dass aueh die alteii Agypter

sieh eines Recheiibrettes bedienten 5), ailein iiber die Eiiiriciitung

desselben gelieri die Auslegungen de y Worte Herodots

5 ) eheiiso nuseinander w-je bei den Uriechen.


o

Bei den Indern findet sich, so lange wir Kunde von

ihiieii haben, kein Finger- und kein instrumentales Rechneri,

sei es, da.ss sic ein soiches nie getibt, oder, was

wahrscheinlieher ist, dus es schon seit iangei Zeit in vi]Iige

Vergessenheit geraten wor. Ehi arabisciier Schriftsteller

(les 10. Jahrhunderts, Massudi, spricht von 9 Zeichen, mit

denen die lnder rechneten zu ihnen war seit 400 n. Clii.

die Nuil gekommen 6), Sie schrie.ben beim Rec}iiien mit

einem Schreiherohr auf sehwarze H1ztfelch(,,,n oder auf

eine weisse mit rotem Mehi bestreute Tafel; die astrononiisehen

Rechnungen aber volizogèn sic und voUzieheti sic

wohl no(h, ohne eiiie Ziffer zu schreiben, indeni sic Muschelii

auf den Erdboden odei einen Tisch hinlegen tiird

gelie.imriisvolle Verse dazu vol sicli hinniurmein 7). 'Von

den Indern kani Astronomie iind Rechenkunst zu den

A raberu S)

Ais diese nmlich mis dem bisherigen Dunkel hervortrat.eii,

uni in die Geschic.ke anderer V1ker einziigreifen.

waren sic des Schreibens weriig kundig; sic liessen daher

dieses, wo es iiiclit zu umgelieiu war, von Christ(-n uuid .Juden

bcsnrgen, und der Khalif WaIid oder We]id (705 - 715

n. ( 1hr.), welchei anf den Amtern (lie arabis(ebe Spraclic

angewandt wissen wolite, mnsste dodu den G ebraiich anshndischer

Zahizeiclieti gestatteii.°) IJ)a itiso (las Volk,

welches wir mi engeril und cigentiiclien Sinne Arabei

nennen, des Schreibens wenig kuiidig war. koonte es ofliibar

Anfangs auch von dciii indischen Verfahren, welches

die .fiarstellmig von Zahien durch Schreiben auf chie nuit

Sand bedecktc Tafel voraiissetzte, nieht sogleieh Gebrauch

machen, um so weniger, du sich bei dcii Indern verschie-

(lene Formen (lei , Zaliizeichen fande.n, iuul aueh die Rechnungsweise

mochte Scliwierigkeiten bereiten, du diescibe

bei astrononiischen Reehnurigen eiue aiidere (sexagesiuiiale)

war, ais bei anderen Gelegenheiteri (». Auf keineii Fali

aber darf ans dem Umstand, dass wir hei dcii Àrabern

ein Rechenbrett nieht erwiihnt finden, gesehlossen werden.

dus sic ein soiches niebt gekannt hitteui il), deun wir


mflssen, worauf seLon obea hingewiesen woiden ist, 'bedenken,

eilinia], dus aucli lui Vil1erii, Uber clic wir wohI

unterriclitet zu sein glauben diii'fen, unsere Kcnnt.nis in

dieser Beziehiuig doeh schr niangelhaft ist, feriier, dass

si(h fur die Besclireibung so ailtaginher .IJinge, vie des

Rechnens bu gemeiiien 1-landel und Wandel am splt.pnsten

Vcranlassung bietet, die Riieksicht auf eitie Beleh rang

einer feriien Zulunft dem iiatiirlichen Menschcn ganz abgelit,

und endLich, dus das arabische Volk ein iiusscrst

sturnpfsinniges iuid wenig geweckfes gcwe.sen sein miisste,

wenn es nielit das Bediirfeis enipfunden hutte, fur die

Rechrmngeii (les gewuhiiliclien Lebeiis cia Hilfsniittel zu

ersinneii aiid auf diese Weise auf die lfingerrechniiiig und

dcii Abakus in der cincti oder andren Forii verfallen

wire. M'as aber die iibrigen Vuilker angeht, clic von dcii

Arabern unterworfen waren, 50 waren vicie (le1)sell)en,

svenigsfeiis Anfangs, an Kenntnissen iiberlegeii, sie Lesasseti

ilire eigne Art und Weise zu rechrieii, (lie sic nicht

sogl(ielI aufgcben rnoi.hten, nia so weriiger, (la (lie Sièger

selbst ihiien nichts Bc.sserès zu liieten vcrmochten. I )ass

flan hci der grossen Ausdeliniing (les arabisehen Reiches

1111(1

bei der Versehjederi}ieji; tier unterworfeiicn Vilkcr,

die, worauf I-Taiik-e1 12 mit. Recht aufmerksam geniaclit hat,

vornehiidicli (lurch die Religion und durch die Sprache

znsammengehalten wiuden, in Bezng auf die Bezeichnung

der Zahien 1111(1 das Ree.hnen cine Verwirrnng eintrcten

mu.sste, die geraunie Zeit hiiidurch daucrte, wird man

lcicht elniessen. '\Venn (laher attcb friihe Sehriften erseliicn

en (1urch Welche das indische Reehenverfahreri gelehrt

werden soute 13) , mie konntc dies von Erfolg sein

entsveder Lei Solchen, die ihr eigenes Ve.rfahreii hesassen

imd ein nettes zii lernèn keine .Lust liatten oder Lei Sol chen,

die nicht selireiben uiul dalier Geschrieheiic.s nicht lesen

koatiten P 'Unter soichen TJmstiinden wird es erk1rlicli,

dus unter den eigciitiichen Arabern G-elehrtc, welehe iibe.r

das Reehneii schrieben, noch geraurne Zeit, naehdem die

Sclireibekunst sich rnehr verbreitet 'batte, darauf verzich-


7

teten, Ziffcrn anzuvenden, uiid dass sic, uni iliri . Schriftt'il

nigiie1ist weiten Ki'eiseii zugiitiglicli zu maclieii, lieber in

rccht iirnsffindliciter, sehwerfii.lhger und iiist.iger Wcise

die Zablen (iiiid (lie Araber gebrancheii wie die liider mit

Vorliebe rec.ht grosse) mit dcii Zaii1wSrtern iiiid Buchstaben

selirieben 14) Su verfiihrt noch dci Verfasser einer

in dcii J ahren 1010 -- 1016 ii. Chr. in Bagdad gesehiiebenen

.Abhandiung i[ber das Reclinen, in welelier Ziflbrn iiberhaupt

gar nicht vorkoinmen' 5). Dass aber die .Aegypter,

die spater (loch auch zu den ..Xrabern" ge.zihit vurclen.

nacli (1cm Zeugnisse des Heindot enien Abakus besassen,

ist, sehon erwiihnt \vorden. Zudeni berichtet ciii Chronist,

der lit Niitte des 12. .iahriiunderts lebte, William von

Malnicshui-, (icibert liabe den Abakus dcii Araberii entrissen,

woraus zu entnchmen, dass diese sieh eiiies soichcii

bedient liabeii und weiin iiun aueh William, ais Kind

semer Zeit, iikiit frei ist von Abergiaubcii, n nd in gescbichtlichen

Dingen irrigen Meinungen hiildigt. (su hi1t er z. B. den

Papst .J uliann XVi. iiiid dcii Papst Silvester II., friiher Gerbert,

fur cine und dieseihe Person), die er, wie es seliejiit, aus

einem in seine Tiiiiide gekomnienen Buclie geschipft liat,

so reieht dies doch iiicht liin, sein bestimmtes Zeugnis in

Zweitel zu ziehen 16). .fa, icli giaube, miter den voit

angeffihrten Sciiriften des ais Arzt, P]iilosopii und Mathematiker

beriilimten .A.leiiiiidi, Alkiiidi oder Alciiendi 7

cine Stelle (Yefunden zu Iiabeii, die aiif (lei! Gebrauch eiiies

Reilieubrettes liinweist. Ais ziir Abteilung Arithmetica"

geiiiirigc Wecke Alchiiidis fii1rt iiiimlicii Casiri S) foigende

auf, die icli der TJbersic1tiichkeit wegen mit Nuiiuuern

vtisehe: 1) Opus isagogidum in Niuneroruni diseiplinam,

Liber 1. 2) De Aritiunetica Tiidica Liber 1. 3) De. Nunieris

liarmoiticis â Platone in Timaco inemoratis Liber I

1) ])e Numerorum eoinjiositioiie Liber 1. 5) De Vuitate

niinierali Liber f. 6) 1)c Numerb» abdit.is extralietidis

Liber 1. 7) De Omine ex Numeroruni suppntatione Liber I.

S) De. Numeris per lineas & grana 1iordeaea niultiplica.n-

(lis Liber I. 9) De Quantitate relativa (id est de nume-


8

ralibus Fiactionibus, ne de earum ad integriirn reductione,

juarn Arabes posterions aevi Algebrain voeit,avei'unt

Liber 1. 10) De rebus Genealogicis & Chronologicis Lih. I.

11) De. Àrithrneticae nidustria & areams. Von diesen

Schriften A lehindis wnrzelt augenscheinlich eiii T-d1 in

indischer, cin anderer in griechiseher Wissenschaft und

L'bung 19). Unter ihnen fiflt mir tiameiitli(.h die tinter )

genanute auf. I)enn vas sol! (lie Multiplikation der Zahlen

mit ifil te von Linieii und Gerstenkrnern 1ieileu1ii ? Wie

sou durch Anwendung von Mittein und 1)ingen so versehiedener

Xatur, wie Liiiien und Gerstenkrticr, eine

Mult.iplikation ausgefiilirt werderi? bi gestehe, dass ich

diese Stelle nicht anders zu eik1iren weiss, ais durch (lie

Armahme, bei wenigstens eineni Tel der Araber sei eine

(vielleicht mit Sand hestreiite) r11(f1 iiblich geweseli, amif

welcher, naehdem auf jhr Liimien gezogen wordeii waren,

unter Anwendniig von (]e.rstenkirnern an Stdlle der anderswo

gebrauchten ,,calculi" gereclinet wor(len sei. Es w(iL(le

danim durcit diese \Voite (las besttigt werdemi, was kit

a. a. 0.20) gesagt liabe, imm1ic1i dass weiiigstens nntei

einem Teil der Araber und auf eillige Zeit. aucli nach-

(1cm sic schon mit der iiidischen Methode bekaimnt goworden

waren, cin Reclienbrett oder Abakus gel)Iauchlich

gewesen soi. Uenn es war mir schori friiher niclit glaitbhaft,

dass die Araber (sic hitten ja sonst wohl tinter alleri

V1kenmi allein gestand en vom Kopf- und Fingerrechn en

iinmittelbar zutri schriftlicheii Reciinen iibergegangen sein

soilten), uluic, wenigstens eiiie, wenn aucli tiur kurze,

Zeit hindurch, cm Recheiibrett zn benutzen. Freiiich

fehite friiher von Sciten arabiseher Schniftsteller noch

Ioder Beweis fur (las Vorhandensein eines Ahakmis, und

ein soicher ward dalier das Zeugnis des William von

Malmesbur y soute ja niehts ge]t.en -- allenthalben in Ahrede

gestelit; jetzt glaube job, so lange nieht eine andere,

Vertranen verdienendo, Erkhirung der in 8) angefiihrten

\Vorte gegeben ist, die Ric.1itigkeit meiner danialigen Vermutung

ais durch (lie Worte cines Arabers selhst ausser


9

Frage gestelit b€rac1itcn zu dfirfun. Ebenso, wie von

der Art imd Weise der Ausfiihrung von Rechnungen wird

mari wohl auch voit Stelluiig der Rechenkunst zur

Arithmetik bei dcii Arabern a.nneiimen diirfen, dass dieselbe

iii dent weiten manriseheii Reiche tijcht an allen

Orteir mid zu aflen Zeiten dieselbe gewesen sei.

\Venderi wir urisere Blicke nuri nach Europa, iim zu

seheri. wie etwa um (las jahr 1000 n. Chr. hier (las

Rechnen liesehaffen war. Wir finden uni genairnte

Zeit zwar das aite R6rnerrcich zertriimmert und zerseMagen,

allein die freilich vicifacli rohen, grausarnen und

abergiihibisehen, zugleich aber tba.tkriiftigen, zielbewussten

mit besoriderem Sintie fur Kriegswesen, Redit und Staatseinrichtungen

hegabten alten Humer hatten es verstanden,

ihrem Staate cine solehe Festigkeit zu geben, dass er den

Stiirmeri der Jahrhunderte trotzeii konnte, und dass

Bruchstiicke alter (1-ebrihiche, aiteri Reehtes, alter G-ewohnheiten

und Ansichten sich eben su lange erhieIten,

ais die Triimmer ibrer Amphitheater. Wasserleitungen

und iHeerstrasseii, Su kôiineii wir uns denn nicht wUr1(Ie.rIi,

wenn \vii', itoch in deri Zeiten der Macht des Rejoues

liber dits Ileclineii nur mangelhaft ituterriciitet, beim EintriLte

(les Verfails und dei die fernsten Provjnzen am

stiirksten betreffenden Erschlitterungen uns in iioch undtirohdringliciierer

Finst.ernis und f)urrkeliieit 1)eflhlden.

Su hesitzen wir von doit Zustihiden Spaniens zu den

Zeiten der Ureiriwohner, der Iberer, Celtiberer, Lusitaner,

Vaseoneri, u. n. su gut wie keine Kmide, wenig mehr ans

spteren ,Jahren, ais Phnizier, Karthager, Gricelren sich

hier niederliessen, worauf die Rirner sich des landes bemiichtigten;

wir kennen mir einige Namen und Ereignisse

ans don auf den Verfail des R5merreiches folgenden Jahrhuiiderten,

ais Alanen, Sueven, Vandalen, West.gothen

Spanien in Besitz nahmen, bis der Einfail der Araher

dasseibe tinter maurisclie Herrschaft brachte und es zum

Ànsgangspunkte einer neueu Bildung erhob. Insbesonderc

trat jetzt auf ciumal vllig unvermitteit und unerwartet


:10

(las Zifferrechnen, iiber welches wir bis dahin bei allen

Vilkern mir geIegentlieh uiizusainm eiihi%ugetide Mittei I ungeti

erhalten hatten, in den Vordergrund wissenschaffliclier

BescIiiftigung hier und im henaclibarteit Fraiikreich. In

der zweiten }liUfte des 10. Jahrliuiiderts niiinIic1i wirkte

miter Erzbiseliof Adalbero ais Vorsteher der Klostersc.hiile

in Rheims der nachrnalige iapst Silvester II., Gerbert,

der in! Kioster zu Aurillac in Frankreicii erzogen var,

sicli zur Vervoilkomrnriung semer Stuclien niit dem (-'Trafen

Borrefl von Barzeiona in die Spanisclie Mark begeben

iuid skli hier drei .Jahre lang aufgehaiten hatte'). Einer

seinel Schiiler, Rieher, der sich naehmals der Medizin

znwandte, giebt uns in chier von ihm vcrfassteii G-e.seiiiehte

semer Zeit Naehrichten iiber die Art und Weise, wie

@erTert seilien Unterrielit betrieb 2). Indem ieh nielit

erst aiiszufUhren braticlie. dass (lerselbe das rirriviulu und

Q uadriviurn zum G-egenstand batte, hebe ich nui dus liervor,

worauf es hier ankommt, wie niimli(-h das Rcchnen

be]iandelt ward. Bics gesehali naeh Riche.rs i)arstellung

folgendermasseii G-erbert lies von eine.ni Schiidmacher

vine (lederne) Rechentafel ariferfigen, welche in 27 Columnen

gefeilt wurde und ferner wurden 1iirneriie Rechen-

Mauken, ,.apices'. hergestelit, welehen die Ze.ichen fur

die ersten 9 Zahien von 1 bis 9 ciii- 0(1er (wenn mati

will) aufgepriigt wareu, und zwar iiess Gerbert deren im

(;anzeii 100() Stiick herstellen. Bas Bemerkenswerte hiehei

ist nun Folgeiales: 1) Ehi Abakuis mit Columnen,

welche, wie es bei (erl.erts \achfolger der FaIl ist, nuf

den Rechner zu (nicht dernseiben parallel-) laufeit, ist,

mit Sicherlieit wenigstens, vo r Gerbert nicht uachweisbar;

2) Es siuid uns wohl Rechenhretter hekannf., bei

w(lclien an cime bestimmte Stelle gesetzt.c Maiken dei]

\Vert 5, aile iibrigen dcii Wert 1 liaben, aber niclit so1ch,

hei welchen smt1iche Rechenmarken je einen der Wei-te

1 bis 9 be.sitzen. 3\ Wir knnen nic.ht anders schiiessen,

ais dass die Form der den .Reehenmarken aufgepriigten

Zahizeichen, ,,characteres', keune andere war, ais die-


li

jenige, welclier sich Cierberts Xachfoger im Verlaufe

mehrerer Jahrliunclerte bedienten, die wir auch in der angeblichen

Geoinetrie des Botius fluiden, nilinlich die westarahischeii

Gobarziffcrn, aus we]cher si(h diejeuiige nnserer

jetzigen ZiÏhrn entwickelt hat 23). 4) Pie Nui! ist Gerbert

unhckanuit, oder er rnauht wenigstens ke.inen Gebrauch

von derselben. 5) Gerbert lelirt in semer Schrift : Libellas

de numerorum £[ivisione ein ganz eigenes rnittelst seines

Ahacus auszufflhiren(les i)ivisions -Vcrfahren, die sg, coInplementiire

Division, deren Ursprung in 1)unkel gehiillt

ist. 6) Das Rechnen endiicli betrachtet Rieher, wahrcluein1ich

nach dem Vorbilde seines Lehrers Gerbert,

uuicht etwa Wie wii' Moclerneru es thuui. ais Teil der Arithmetik,

sondern der wie Verfasset der sg. Boêtius-

('&'cornetrie 24), ais Einleitung ziir Geometrie [s. Anrn. 24),

Cap. 54.], ein rieuer Beweiss, dass die Boêtius-Geoinetrie

von einern Schriftstefler nieht des 5. bis 6. Jahrhunderts,

sondern friihestens des 10. bis 11. herriihrt. Diese Art,

anf dem Abacus zu reclunen, der wir zuerst bei Gerbert

begegnen, ward nun 2 Jahrhiuidert.e huuidurch weiter ansgehildet

und rniiglichst vereinfacht, wobei von Bernelinus

ii ani cii tlich die Fertigkeit der Lotiiringer liervorgehoben

wir(1 25); auch treteii fir die Ziffern eigene freindartige

Naineri auf, ais fur 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8. 9, beziglich:

Igin, Andras, Ormis, Arbas, Quinas, Caictis. Zenis. Ternenias,

(*clentis, und fuir 'Nul]: Sipos, jedoh erseheint dieses

Zeichen 1111(1 dieser Naine noch niclit bei Berneli nus,

sondern erst bei Rudolph von Laon lin 12. •Jalirhuuidert;

der Ursprnng dieser Narnen ist noch nieht mit Sicherhe.it

aufgekliirt, doch scheint so vie] festzustehen, dass sic in

semitisehen Sprachen wurzeln. Whrend so im christlichen

Abendiande das .Rechenbrett nnbediugt herrschte,

scheint sich bei den Arabern einerseits die Schreibekunst

weiter ausgebildet, andererseits eine Festset.zung der

Ziffer-Formen voUzogen zu haben, so dass nunmehr dem

Gebrauche des von Alkliârizniî aus Indien eingefiihrten

schriftlichen Rechen -Verfahrens niebts mi Wege stand.


12

Pie oben genanuiten Namen: Igin u. s. w. kamen wieder

ausser Gebrauch, und statt des ,.Sipos" ffi die Xnll erscheint

jetzt: Ciphra. Zephira, Zephirum U. a. iminer

aber ersclieint die Nuil ais etwas Besondercs und von dcii

iibrigeuu Zahizeicheju Verschiedenes, und wir lesen von

dcii ,,n o y e ni figurac hndorum" ; so in dem mn das Jahr

1200 gesehiiebenen Codex des Kiosters Salem' 2I): Hujus

artis scientia plurirnum est utilis et necessaria, bis

maxime qui volunt in quadruvio proficere. Novem itaque

inventac sunt figurac, ut pio(IamniOdo per fiuiitum comprehetidatur

infinitum. Nam omne., quod dici aut cxcogitari

potest (le numeris, scribi et legi potest his IX

figuris, a(ldita ista O, quae cifra vocatut nichfl habens

significare, praeter locum absque nuinero demonst.rare, und

in dem von dom Fiirsten Bouicompagni herausgege.beneui

mi •Jahre 1202 gesehriebeiien Liber Abbaci 27): De eognitiouie

noiiem figurarum yndoruin, et i 1ualiter cmii eis

omnis numerus scribatur; und ebenda: Nouem figure iiidorum

lie suit 9 8 7 6 5 4 3 2 1 Cviii his itaque nouem

figuris, et eum hoc signo 0, quod araldce ze1)hirum appellatur,

scribitur qui I ibet numerus, ut inferius dom ii nstraittur.

Immer also erschcunt die Nul] ais etwas von dcii iibrigeui

Ziffern Verschiedcnes, ob dies aber schon die Meiimng

der Araber oder erst der spterenn cliristiiehen Ubersetzer

und Bearbeiter ist, vermag ich nicht mit Sicherheit zu

entscheiden Jedenfails ward Anfangs die Nuil gewissermassen

mit Misstrauen angesehen, fast nocli mehi' ais die

Eins.(s. meune Schrift iiber Gerbert 28) u erst al1mh1ich

brach sich die Erkeniutuuis Bahn, dass sie den tibrigen

Ziffern beizuziihle.n sei, ja, der lJmsch'wung war eiri sa

volistiudiger, dass mati die 9 Zaliizeichen, die man

chemals als etwas von der Nul], ciphra, Versehiedene.s mit

flgurae bezeiehnet hatte, jetzt ebenfails, und ohuie eineui

llTnterschied zu machen, mit (lem Namen Z j ff e r n (cifrae)

helegte. Su thut ilies, wenn aueh nicht dureligehend, schon

Adam Riese in der orsteru Hi1fte (les 16. Jahrhun(lerts29).

1\Tir seheui also hier eunen ganz hnuicheu Vorgauig wie


13

(Ie1eInge ist, den wir bci Leonardo Pisano bemerkeii.

1)ena obsehon derselbe, wie er selbst sagt, das indisehe,

dureh Alkhârizrnî zu den Arabern gebrachte, sehriftlic

1 e Rechnen ais dem instruinentaleji weit vorzuziehen

erkannt hatte. nenut er doch sein Wei-k: Liber Abbaci,

iridem er offetibar ,,Abacus" fur ,,Rechnen" Uberhaupt

gebraucht30), wie wir noch jetzt den Ausdruck: ,.calculieren".

die Redensart ,.hebt sich" u. a. anwenden, in Erinnerang

an das ehemalige Reehenbrett des Mittelalters. ]Irn

Abendiande freilieh faiid (las sehriftliche Rechnen aucb

jetzt noeh nicht sogleicli ailgerneine Yerbreitung. Denn,

wer sich noeh der Zeit crinnern kann, \vo man nieht

selten von schon damais âlteren Leuten h6ren konnte,

eutweder sic hiitten iesen und schreiben nie gelernt, oder.

sic h.tten es zwar gelerut, aber lngst wieder verleriït

und vergessen. oder, sic kftnnten wohl iesen und selireiben,

aber nichts von einern Arideru G-eschriebenes 1€sen, oder,

sic knnten wohl lesen, aber nicbt selireiben, u. dergL,

wer solehes und ihnliches noch in diesem Jabrhuiidert

eriebt bat, der wird auoh wolti begreifen, dass cm

Reclinen. welches die sehwierige Kunst des Sciireibciis

zui unbcdingten Voraussetz1]1g bat sicli bu Abendiaiide

ebeiisowenig schnell einbiirgern konnte, und auf ebciisoiche

Schwierigkeiten stiess, ais friiher bei dcii Araberu 1m

Morgeniande. und dass irian zu uwc]ianischen ITiifsniitteln,

die der Miihe des Schreibens iibcrheben soilten seine

Zufluclit nahni. Nui das ist befremdlich, dass der alte

von Gerbert eingefiihrte Coluinrien - Abacus mit Marken

von 9 versehiedenen Formen verlassen wird und statt dessen

gauz unvermitteit ein R.echenbrett auftritt mit liorizontalen

Linien iixd mit Reehenrnarken von einerlei Gestalt, die,

auf einer Li ni e stehend, die Zahien 1, 2. 3, 4, 10, 20,

30, 40, 100, 200, 300, 400 u. s. w., in einem von zwei

linien eingesclilossenen Z wisch en raum stehend, die

Zahit-n 5. 50. 500. u. s. w. bezeichiieten, Wanit, wie

und vo dieses Reehenbrett aufekommeii ist, ist, wie so

vicies auf itas Rechnemi Beziigliche. in Dunkei gehiilit.


'

14

Ditsei Stand dei Dinge daiierte das ganze Mit.telalter

hindurcli. und bis ziir Zeit Adani Riese's vard Jas Rechnen

auf der Linie uebeii deiti Rechiien mit Zitlern oder mit

der Feder geiibt, bis von da an mit Verbreituug der

Bilduuig, besonders dci' Iiribekunst, lctzteres imnierinelit

dcii Vorrang gewanhl3 ).

3. wir die in vor. Nr, kuirz dargesteilte

Entwic.kelung unseres lieutigen Zifferrechnimis, so werden

wir nicht zweifelhaft dariiber sein, dass, wenii aucil lInsieherlicit.

und Ungewissheit mioch an mehreren Steliem

besteht, doch sowohi deni G-ebihleten mi Aligemneinen ais

Jeun Matheniatiker ha Besomidern genauere A.ufkiiirung

iiber keineii Punkt erwiinse}mter erselmeint., ais tiber dcii

Urspruumg des 80 pUtzlieli und unvermitteit auttretendeui

Verihhreiis der komplemnemmffircn Division auJ iiber deum

Tiergang des in die gleiclue Zeit fallemiden Erseheinens

uinserer hnntigen ZifFerformeum iii1 cli ristiichen Abendi onde.

Narneutiich witre also chie Beantwortung der Fragen erwfinselit,

ob Gerbert die von ibm aufgestellten Rechemi-,

insbesondere Divisions-Regeiii, selbst iiiid ailein gefundium,

oder oh er tlie Anregiing 'in ilircu Aufsteliuiig von Amideremi

erhalten luabe. und von ment? oh er demi Abakus, dessen

er siclu bedientè, in dieser Forin schon vorgefuuiden, oder

sic ihm erst gegeben hat, und oh er Iuierbei vilhig selbstiiuidig

vtrfkhren sei, oder oh et sieh dabei aiif Vorarbeiten

Aiideiei gestiitzt lmabe, und atif welche,? Woher er die

Formn der von iliimi den 1irnernemm Marken aufgeprigteii

.c1maracteres erhalteii liabe, und 80 noclu einiges Amidre.

flwr diese i)inge aile aber bkibeui wir un tngewisseum.

nur das Eine ist ans Gerberts Briefeii zu entumeinnen, dass

juin niinmlich die von eineni gewissen, tibrigeims viIig unbekannten

,,Joseph sapiens" oder ,,J osepli Hispanus verfasste

Sclirift: Libelius de unultiplicatione et divisione

numnerorum, welche ihreni Titel mmach zu urteilen, fast genau

deuiselbeim Gegeuistand behandeit liaben niuss, wic Gerberts:

"Libellas de divisione numerorum ," wenigstens iliielu

Vorhandensein imd ilurem Titel nach bekauint gewesea


1)

sein iniiss. Bcdauerlichei Weise min ist diese Àbhandlung,

dereii Kenntnis mis wohl iiber dcii Ursprung von Gerberts

ReIlenverfahren Aiifscliiuss geben kiuite, un Laufe der

Jahrliunderte verioreic gegangen und auch die Xachforscliuiigen

naeh ihreni Ve.rfasser, welche angestelit

wordeii sind, uni auf dieseiii Wege etwas G-enaueres tiber

sie zu erfb.iiren, liaben zu keinem Ziele gefiihrt. So bat

es demi den Ansehein, ais sei in der That keine Aussicht,

dass. wemgsteiis in absehbarer Zeit, das iiber diesei Angeiegenlieit

sehwebende Duiikei aufgeheilt werden wirde.

G-leiehwohl irabe ieli nie die Hoffnung aufgegeben, dass

(lies dereiiist dccii gesehehen wcrde, 1111(1 icli schrieb daher,

ais icli moine Sclirift Über Gerbert verfasste, in dersclben

p. 238 bis p. 239 ,,wo und miter welchen TJrnsthideii

Sufl5t z!! beiden (nrnlieh zu der coinp1ementreii Muitipiikation

und Division) der Giund gelegt woideii, dariber

sitid wir gegdnwitig nocli im iliigewissen, liirfen aber

'o1i1 iiolfeii, dass eiii gliickliclier Fuiid oder der Spiirsinii

1-ii- Forseher aucli iiieriber dereinst Aufk11irung

sciialfen wird." .Ja, ais mir cinige Zcit nacli Vollendung

des Buclies diese Stelle wieder eininal in die Augen fiel

uiiil icli (lie niihereii Unistiitule nochmais elwog, da bereute

ich fast., so geschrieben, und die derciiistige 14(Jsung dieser

Frage, wenn auch iikiit ais hoffnungslos, so docli mimerhiri

ais erst in we.iter und lingewisser Zuknnft zu erwartend

liingestelit zu liaben. T)enji, wenn icli aucli der

\Feiiiung lui, dass ein (+esehleeht cinem kiinft.igen die

Lsung mancler Aufgabe zusehieben darf, su balte jeu

duel dafiir. dass von dieser Berechtigung nui cia nig-

Iieiist euigesc1irnkter Gebraiich gemaeht werdeii darf,

dass vieImehr das, was in der G-egeiiwart gethan werden

kann, incht auf die ZukILnft versclioben, und. (laSS eine

IJntersuchung soweit gefiilirt werden soute, bis entweder

thatsc1iiic1je LTmstihlcle oder Griinde (les Veistandes und

der Vernunft eine w&tere Forsehung zuiichst uniiiuiguieli

inachen. Die hier vorliegeude Frage aber wenn auch nicht

zu lien su docli (lei , Liisung niiher zu bringen, erschien


le

mir zwar hein leichtes, aber doch aueh kein so ausichts

loses Tjnternehnien, dass man Urache h'.tte, sie ganz aufzugeben,

mi (irunde bios deswegen, weil sic den geinaehten

Versuehen. sie zu beantworten, bisher widerstanderi hat.

Ein Blick auf die gegeriwiirtige Lage (ter Sache mag dieses

besttigen. Bevor ich dieselbe aber (larstelle, rnuss jeu

mit wenigen Worten Folgewies vorausehicken

4. Von Scliriften, die sich aut irgend cine Weise auf

Gerbert bezogen. wurdeii am frihesten die von ibm geschriehenen

oder an gerichteten Briefe lierausgegebeii, und

zwar zuerst von .Jean Le Masson 1611, hierauf uni 56

Briefe vermehit, vo l) Andr dii Chesne 1636; im I Aaufe

der Zeit wurde.n dann von verschiedeneii Andren noch

andere Schriften Gerberts verftffentliclit. Rille vol1stndige

Ausgabe semer Werke besorgte erst (ulleris 32), und in dcii

letzte,n J abren erseliienen ijoelimals Ausgaben semer Briefe,

je von Nicolaus Bubnov S3) und Julicim Havet 54), 1)a miter

deii Herausgebern versehiedene Meiimungen iiber die Zeit

der Alifassung mehi'erer Briefe besteheu, so dass ein und

derselbe Brief vol, (1cm eiimeii in dieses, von dent andreim

in ciii andres Jalir gesetzt wird, so bat Olieris, mim die

nus dieser Verseliiedenimeit entstelienden Ube1stinde zu

beseitigeii der von ibm selbst in semer Ausgabe den ciiizeliien

gegebenen Nimmnwr auc.li diejenige 1)u C1,esnes in

Lareiithese und mit rmisc1ier Zilfer vorg€setzt. leu werd.e

un Folgenden ebenso verfahreri. nll.mlich 011eris Nummern

in iKianunerim einscliliesseii, und diejenigen }Tavet's, dciii

ivli mich aucli im Texte aiischliessen werde, oline Parenthèse

und oliime Khunmer folgen lassen, so dass z. B. eiiie

Epistola (XIX). f72j. 19: einen Brief bezeichiiet, der bei

Du Chesne der XIX.. hei Oileris der 72., bei Havet wieder

dci' 19. jst 5), u. s. w Die beiden Stelien nuii, an weleheii

des in voriger Nr. genannten Josef Erwiilmniing gesc'iiiebf,

befinden sieli in einem in demi ersten drei Monaten (les

Jahres 984 an miemi Abt Gerald des Kiosters von Aurillac,

und einem nahezu gleiclizeitigen, ami den Bisehof Boniiiiiiis

von Gerona oder Girona gerichteten Briefe, und lauten


17

Epistoa (XVII). [63 1. 17. Geraldo Abbati Aurelia..

ensi ... De miiltiphcatione et divisione nurneroruin

libcllmn n Joseph Ispano edituiii abbas Warnerius ) pes

vos rchqmt, ejus exeinplar in commune rogamus.

Epistoa (XXV). 25. Bonitiiio Geruiidiiiensi

Episcopo . . . De rnulti1)ii(at.ione et divisione tiumerorum

.Jose1)h sa1)iens sententias quasdmn edidit, eas pater meus

Adaibero Reniorum arelupiscopus vestro stuilti> habere

(U1)it.

Naclideni job dies fur dus Verstiindnis des Folgenden

Erfbrdirliclie vorausges(-hie]tt, wen(le ich midi nun der

nui Ende der vorigen Nr. in Aussicht gestellteii BesdlIreil)uhig

der gegeiiwiirtigen Lige der Sache zu.

3. Per erste, welelier auf die in voriger Nuinmer erwiihnt.en

Stellen in (4erla-rts Biiefcn Bezug nalim . war

John un Wallis, welcher sieb iii semer Algebra . Cap.

TV. p. 16. so ausspridnt:

Quodc1ue speciatiin Abaci sen Algorismi euriosus erat

(G erbertus), hoc est, pvaxeos Anthmeticae per lias notas

numerarias (die Ziflrn) liquet ex .Ep. 17: De iliultipf iratimu.

et Dirisione nunierorum libelium. et Joseph I/pa,io

(-(lilum Abbas uarneriuis J)(fle5 rot r-liquit: jus excniplar

commune gam net. Et Ep. 25 1)e ilTuitijdica lion e et

i)iii.one Unit(iOïUm Joseph SO))ieJiS Snte/a.s (jll(fSdafli

ednlil; ea.' pater nieus Arialbero Jttiorunt tircliiepiscopus

studio restro lirthere cupit. Qui c1uideiii Josephus iTispanus

seii Josep/i.us sapiens videtur aut lIiaurus fuisse, aut alius

quis in Ilispania., liarum rerum pentus.

(-hnuieres ais \VaIlis, der uns, glauhiiaft gdnhlg, versielwil,

dei in Rede stelieiide J osef sei entwe(ler cm

).Eauie gewesen oder ciii anderer, der Zalilen Kundiger, j11

Spani'ii, I)erichtet in cineru Artikel iiber GerbertFalinivius )

in den \\To1,teli:

[)e studio scientiarum Mathematicarum quo G

tus pro illa aetate ad miraculiim effloruit, Joan Wal]isius

cal). 4. .Algebrae suae Tom. 2. ()pp. p. 16. sequ., nUi etiam

de iU ius A b a co atque A lg o ri tl ni o, sive de libro de

2


18

num erorum divis j o ne quem scripsif. Magistro in His.

pallia usus Josepho sapiente, qui et ipse libelium de

in ultiplicatione et divisione composuerat.

Nacli ihni also ist der Josepli Sapiens (erberts Lebrer

gewesen, iiiaii erftihrt allerdings nicht, oh daniit genieint

ist: der persiiliclie Lehrer, welcher cinem Andren miin(llich

Uuterrichtcrt.eilt, oderJemaiid, der dureh seiueSchriften

cinen Atideren. m5glieher \Veise spter Lebenden, belehrt

und zu seinem Aii1inger niacht.

Yïelleivbt cal) diese Stelle des F'abricius die Veranlassung,

dass Hock und Gfirer in dem Spanier •Josef

,,Gerberts Le1irrneister' sehen zu diirfen oder zu miisseu

glauben, eine Ausieht, fflr welche nach Biidinger 1. c. p. 7.

Aiim. 24, kein (rund vorliegen sou. Freilich ist ebenso

wenig Ursache vorhanden, vie letzterer, ibid p. 15 thut,

leii . lVeisen" .Josef fur eiuen Maureii zu halten, wenn

niclit etwa cine Stelle hei Middeldoipfl hiezii beigetragen

bat, (lent] Biidinger bernerkt, 1. e. Anm. 55): ,,Vielleielit

ist er (Joseph) eine Person mit dem hei MiddeldorplF

(p. 35) erwhnteii -Joseph heu Omar Algialieri. w(leller

zwar erst 1043 starb. aber ciii sehr houes Alter erreicht

zu haben scheint, da er sich dreissig Jalire bing mit der

A.nfertigung astrononils(her Tafein besehii.ftigte."

Eine aiidere Arisielis spricht Gerhardt ans"»: .,TTiiter

wesseii sl)e(ieller Leitung dies (das TJnte.rrhliten Girherts)

gesehali, wird nicht erwiiiint, indcss gedeiikt G-erlert in

sptren Briefen eines gewisseri .T o s ep li . den er citinial

(lei) Spiriier, ciii anderes Mal dcii Weisen nennt, ii titI

dessen Sehrft iiber Multiplication 1111(1 1 )ivisioii er von

tien Miitielien des Klosteis Aurillac zu liabeii wiinseht.

Die Vermutniig liegt Halle dass (kihert denselben iii der

spanischcn Mark keniien gelerut iinti von ihm unterriclitet

worderi seL Mati weiss niehts Niiheres iiber diesen Manu:

ilocli seheint der Name Joseph auf eiiien .Tudeii hiuzudeute.n,

und der Umgang ejiies Mnehs mit eineiii .Tudeii

dai'f lsoftri! iii lolrtiiideii, Ils iii den sprinisidnti liiiden


die JU(iefl eiac weit hhere Stellung, ais anderswo im

birger1 i cln-n Leben einnalurien.

Eincii Grurid fur Hock's ohen angeffihirte Nleinung

giebt C autor, Mut.Iiem. Beitr. p. 314--315, indein er sagt:

..Tioek daclite um1ich sieherlieh an ein Manuseript der

Abtei St. Emmeran in Regensburg, in dessen Widrnung

der Verfasser G. seineii Vater den G-otte.sgeielirten

J. a n r e det (Theosopiio J. G. fihius ejus; lieet minus

idonciis, quidquid salutis in Christo patri fihius)". Rock

liabe nur, wie friihei Pez und Anfitngs aueh Chasles unter

(le]1 hier mit J. und G. hezeichneten Personen beziiglich

.Joseph und Gerbert verstanden, spter aber hahe skh lierausgesteflt.,

dass mit dein G-, nicht. Gerbert, sondern Gerland,

der ein Jahrlinndert spt.er lebte, gemeint sel. In

Bezug auf Biidiugers oben aiigefiilirte Meitinng, unser

J oset .,sei vielleicht identiseli mit ejoem arabiseheji Astroiioineii

Joseph bon Omar .Algialieri, welcher zwar erst

1043 starb, aber iiiiglic1ier \Veise sehr ait wurde, bemerld

Cantor: .1 )ieses sein' alt wiiide nui allcidiiigs 1m

$uperlativ voriiaxidcn sein, wenn Cl 70 Jabre vor seijiem

rp(i(Ie (le1 weisv Josephus" genaunt wurde" zugleicli spnclit

el ' lie VetllllltIilg ans, dieser •Tosef sei wohl gar kein

Avaler, sondera V ailejelit ciii spanischer Jude, vielleiclit

amli von. Geburt (in Maure, aber in den spanisclien

Mark erzogen, daller des IAat.einisclien kundig und im

Stand. tine lateiniselie Ablia.iidlmig zu verliissen.

Iii der SchliiiiIeh'si1ieii Zeit.schrift ) fiihrt Friedieju

chien •jiidiseJien Sehriftstelier Abu Salil i)una.sch heu Tamini

an, der (allerdiiigs niciit in dein heutigen 51)a1Ii(t))

ta. 845— 933 gelebt und iiber die indisehe Rechnung geseliniebeii

bat.

In eincin anderu Jaiirgaug derseiben Zeitselnift 41)

eriiniert M. Steinsehneider, der oben genaiiiite Oniar licisse

nilitAlgialieri, sondera Algiiheui, ziigleicli eik1iit er,

iiler den .J usef sci ibm kejiie Quelle bekanni und der von

Ca iitoi gc .iisserteii Meiitung gegeniiber, spricht er sicii

daliiii nus: .. \Vciiii Cantor sng'ilr an ei ne.n .1 mIen deiiken


20

rneht.e, so kami ivh wenigstena bezeugen, dass naeh

zwanzigjiihrigen Specialforschungeii auf dem Gebiete der

,jidischen lAitclatur und insbesoiidere dei' arabischeri

cIiriften der .Juden, und ga.nz besonders im Bereiche (lei,

externen (d. h. vohI der sich iiicht auf die (4laiibeiis-

Satziingen, Gebriuche und iiametitlicli auf den Talmud

beziehenden) Wissensehaften mir keiii jiidischer Verfasser

einer rnathernatischen Schrift vor (leu! XI. Jahrhmulert in

Spariien bekannt geworden" (ist).

In semer Auisgabe zo Gerberts Werkcn macht 011eris

auf p. 514 zu Epist. (XXV). [5 1 . 25. (lie Bemeikuiig:

Peut-être dit M. Bfidinger, ce .Joseph est-il -Joseph heu

Omar Aigiaheri, qui est mort vers l'an 1003, dans un

age fort avancé, après avoir consacré trente années, ii la

confection de tobles astronomiques. Son longévité amurait,

en effet, été fort grande, réplique M. Tu. H. Mutin,

puisque soixante ans environ avant sa mort il avait iné

rité le titre de Sapiens. Allein hier Iiegt olme Zweifel

entweder Ciii Vcrsehen, etwa eine Ve.rwechselung voit

Todesjahr 1043 mit dernjenigen G erherts 1003,

odet ein Rechenfehier, vor. Demi setzt mail, vie ja aucli

011eris thut, dits Jahr der Abfassurug der heiden, den

Spanier oder den Weisen, Josef l)etretfn1deuI Briefe. ais 984

fest. 80 ergielut sichu 1043-984 59, also nahe 60, wie

Martin sagt., wdhrend (lie Annahnie 1003 ais Todesjalir

Algialieris nichts Beftemdliehes haben wiirde.

liber das obengeniauinte Manuscript von St. Emmeraui

endlich, in Betreif dessen uiachi Préface seinel Gerbert-

Ausgabe 011eris sich ait iii Mihuchen gewendt. teilt

er auf p. 588-589 derselben Halms Antwort unit: ,, . . . Sur

les Manuscrits de St. Einmeraumn it Ratisbonne, notre

Bibliothèque possède un catalogue très-détaillé par le Savant

Saumftl; celui-ci remarque dans la description dit

Liftera G. Gerbertum siyoificari, huncrj ue esse

auCtore7n, COjiCU(flt Pezius, Thesaur. aflCCdO. t. 1. diss.

isaq. p. XXX Viii et auctores Ilistor. Lift. Franc, tom.

VI. 57,1,.. I'er J. vero indicari puto Josephum sapieotenu,


21

cujus ut supra dixi. Gerbe)-tus in epistolis X V II et XX V

(55. 63). meminit, et quo maçjistro iii llispcuila uses est,

ut suit Fabricius ut Bibi. mcd. et inf. aetat. roce Gerberlus

\T011

weitereii Bemiihungeii, iiber die in Rede stehende

Frage und iiber diesen Josef Niieres und (-eiiaue.res zu

ermittelii, ist mir nichts bekannt geworden. Pas aber,

glaube ich, wird mir naeh (lem Bisherigen jeder cinliitiinen,

dass ci ugehende und sorgfiltige EJntei'suchungcn bi sher

nicht vorliegen, dass iiur Vermntuiigeri aufgestellt wordeu

sind, und dass hein (irund voriiegt, deswegeu, weil sich

dieselben nieht l)estitIgt 1iihen, aUc Hoffiiuiig aufzugcbeii,

und cine TJntersuehnng, die allerdings nul' ciii Ver su cli

aloi' (loch ein eni st h aft er sein sou, von -orii hereiii

fur aussichts10 zi erkliiren.

6. hie Schwierigkeitcn. die sich einem soichen entgcgi'iis€'L'.en,

liegen eiiimal darin, dass mail lange Zeit

hindurchi dariiber im Zweifel war, welchcr Wi*anschaft

maii das Recliiten beizh1en soute. Der }Iauptsaclie nach

noch unter dom liinflusse i'misch-griechischer Anscliaiuuig

stehend, glaubte inan bis zur Zeit (--erbert.s dasselbe iiicht

ais einen Teil der Mat.heniatil betrachtcn zu diirfen, liehstens

(Lass man es ais Eiiileituiig in die (4eometrie aiisah.

licun uutei' (leu Xachfolgern lierons hatte man im Abend-

\vie mi iMorgenlan(Ie zwei Arten von (Teninetrie miter-

Schei(1e]1 zu miissen gcglauht, die icin wissensehaftliehe,

mir auf die Anschauuiig und (lie Gesetze des 1)enkeiis gegriindete,

mit dcii .,subtilitatilms Euclidis geometricae

artjs, wie Leonardo Pisano in seinem 1202 verfassten

Liber Abbaei 30) sagt, fur ,,hi qui secunduni demoiistrationec

geometricas iii dimetisionibus uolueriiit operari, und

dieser gegeniiber die auf die Lisung von Aufgaben des

gewhn1icheii Leberis durch Messen nu d Bei'eehn en hinzielende,

von demselben Leonardo um 1220-1225 verfitsste

Practica Gcoxnet.riae 42) fur jii qui secundum valgarem

consuetll(hincm, quasi laicalj more, in (hmensioml)us

uoluerint operari; letztere stiitzte sich namentlich auf


22

arahischc Schriften. l)ass aber schon friihcr, bevor solehe

un Abendlandc bckannt gewordeii waren, (heselI)en A n-

sehauungeri, Von Italien ausgcgangen, hier hierrschten, das

zeigt cine vor .Jahren von mir verfasste Schrift 43) an

einer Stelle, an dey ich darauf aufinerksam maclie, dass

ejo Geda.nke der vernicinti iheii (-eoinetrie. (les Roths.

nmIieh die Worte: Sert iam teinpus est. ad geornetricai is

Inensac traditioiiein ah Arehita, lion SOl(hdo hittiits (liSciplinac

auctore, Latio aceoinmodatam venire, si piins pracmisero,

qiiof sint geliera angulotinu 44) nitr danu versti.trtIlich

iind crk]ir1i('h wird, wenu mari anninimt, hier hahe

a.nstatt ,,Lat.io" odci ., Lacio urspriinglich gestanden

liano" und der unwisscnde, uni die Zeit Ucrbiit.s 1(iielide

Fiilseher hiabe nicht mir dcii Elemeiiteiisclirejlwr Ewial,

tim 300 y . Clir., mit dem Philosopinn Euchid von Megara,

uni 400 y . ( hr. v(,,rwechelt iuid diii genannten ;\ichitas

zum X ac h tu I g e i Eiiklids geniac!it, 4.) sonderir auchi durchi

die iirtiiiulichie llnistellung der Buclistaben î und C

,,Laico (hiotor veianlasst, in deni h Bof.ius vurkoriiniindcn

.Archvtas zwti versehiiederie Personcti zu irbiiciari, den

ohen gcnannten Philosophe11 1111(1 MathcmatiIer A reliytas

von Tarent und cinen Architas Latinus, eineri lateinisch

schieibenden Areli ytas. von dciii Nieniand et.wa.s weiss,

und der in der Beiii'feilung der Verhiiiltnisse friilicier Zeiten

die bedaiierlichste Ycrwirrung aniichtet.

Eine zweite Schwierigkcit., die eineni klarcn Einbliek

iii die uns .Eindringeii der neueii Ziffern in (las christililie

Abendlaiid I regleitenden Umstiiiide entgegensteht. bat ihru'n

(iurid in (1er Mangelhaftigkeit unserer Keiintiiis dur damaligeti

\Terhiidtnisse. Dieselbc macht sich narncnthicfi

fiihlhiar wciin wir etwas Niflieres zu erfa.hireii wiiiisuhen

iilrcr dcii in Nr. 4 geiiannten Biscliof voir Bonifilins.

Penri der gcnannte Britf (XXV)

1 55 25. ist die

1

einzige Stehie . an welchei diesei Bisehof Boiuifihins ais

Bekan nter von Gerbert e.rscheint und iibcrhau 1ut eiwiihiit

Wir(1 [ri der ,,Marca Hisivanja werden wohi meliiere

Bonitihius" angefiihirt 46) , aber keiner ais Bischof von


23

O'rirmia. iid iimgek(A rt wird eine Reihe von Bischfen

von (iroiia genaniit. alleiii keiner miter ilinen fiihrt den

Naineii Boiiiilius 4) 011eris in semer Ansgabe von Gerberts

Werken, p. 514, verwaist auf Biidinger, P 21 Aiim.

79), naeh welchem in dei' Reihenfoige der Biscliofe von

Girona zwiseheii Miro und Godinar eine I iieke von ungefiihi

eiueni Jahrc sci. die vielleicht gerade dnrch (lie

Àintsdauer (les Bomfihius ausgefiillt werde. Und in der

Tliat fade kil Biidingers Angahe besttigt, iiur (lass der

von ihni ais .,Gudmar Iii" bezeichnete Bisehof hier mir

,Godinariis Episeopus G-eruuderisis genaniit wird. Auch

im .. Index Marene }-Iispamcae" findet si(h cia Verzeiclinis

dci .,G-erundenses E1iiscopi: Es zeigt keine 14ficke und scheint

vo11stiiidig, Iiei naiici-'r Betrachtung aber erkennt mao,

(lass die R.eihenfolge, in der die Risciit'c angcfiihrt werden,

lie alphahet]Sch(( ist., woi'auf dci' L ser nirgeiids aufmcrksam

geniacht wiid. Der Name,,Boiiifluins fiadet sieii

iiieht untei' ilincii aiigegebeii, auch [jel)eIls- 0(1er Anitiiauer

dci' ait fgefiihrten suchen wir vergeblich. Biidinger

lntt. (licses Verzeiciiiiis wohl iibersehen , wenigsteiis ge-

(leiikt el desselben iiirgends.

Eirie dritte Schwierigkeit liegt dariit, (las- nicht al]ein

die. von G-ei'bert genaiint.e Sclirift des .1 oseph Jsiaiius'

odei' ,.Joseph Sa1iens vflUig uiibeka.nnt oder (loch versciiollen

, sui1(lerIl tilCll seine Mitteihiingen iiher (lieseih)e,

die Zeit ihrei À1)fassllflg titul jures Verfiissei's su iinklar

iiitd iii je(lcr Beziehung uiigèniigeiid Sill(l. Pies zeigt

sich zuhiiiAlist in (leu beiden mehrfaeli geliaii iten Brieten,

17 Ufl(l 2.5. l)el]11 ticr Lesci', bleibt in v1Iigei TTngewissheit

dariiber, hi w'icher Zeit diesei Joseph gc]eht habe.

Per erste Eindruek, dcii er, (lei' leser, er1iJt. ist gewiss

d(rjeliige, ais preche Gerbert von einern Zeitgenossen,

bei gelia!iel'er lJberieguiig aber kami er an dieser Aimalime

leicht wieder irre werden. T)enn, wenn auch keine Partikel,

ctwa ciii olini oder q'fondalfl, auf cHie friihere Zeit

hiiiweist, su felilt (loch aueh jede andere A1lgal)(, Vie cm

miper oder eine âbnlichf à, die àuf ciixe sptere. der Lehens.


24

zcit Gerbeits tihere, schiiesseit liesse. Wie sich (lins

aber auch verhalten niige, so viel it gewiss, dass dienr

von einem Manne redet, (lei-, weno er aiieh wirldiuh nicht

mchr sein Zeitgeiosse gewesen sein soute doch nicht

alizu lange vorher gelebt hat, und dessen Andetiken iih

fris eh war.

In gleicher Ungewissheit betindeti wir uns in Beziig

auf die Frage, welchem Voike gehrte dieser Joscph ait

Wir hahen oben in Nr. 4 gesehen, dass Gerhardt bereits

ans dem Namen auf ji(lische Abstammung, ais aiif das

Niehst I iegeiidc, gesehiossen, Cantor aber die Vi 'rniut ung

ausgesprocheii bat., derseibe sci vieilewht gar kiin Araber,

son(lerli niiglicher Weise cia spanischer .Jude, oder nui

in der Spanichnn Mark erzogenel, und des Lateitiiselti-ti

kundige.r Matiti, dass andejerseits M. teinschIIci(ler ciiiwirft.,

ihni soi naeh zvanzig ,jihriger Forsc.hung auf dieseiïi

Gehiete hein jiidiseher Verfasser eiiier matlieinal:.ischen

Schrift. zu Gerberts Zeit bekannt, worauf raein.:s Wissens

die F'rage lu(Ilt wieder erirtcrt wordeii ist. I3ei genanerer

LJberlegung aber erkeiinen wir, (Iass Steinscliiinid.e.rs Eutwan(l

sicli aiif die allcrdings wnitverbreitete, bei uns Moderneit

gleichsam seubstveistiindliehe, aber der friher herrschenden

zuwideilaufende, Ànsicht stiftzt, ais knne mir

cm anti der Wissenscliatt, der e.igentliehen M a t h e mati

k, iiber da Rechnen gesnhrieben haben, w'hrend man

iloch damais in demselhen nur eine freic Kunst erbliektc,

deren Nutzcn man wohl eiusah mal welche zu lernen

die Verhiiitiiisse des genieinen Lebeus Jederinanti gebieterisch

zwangen, ehe er noeh Zeit gehabt hatte, dariibei

nachzugriibein, ob das Rechnen chie .,Wissenschaft 0(1er

ein Teil einer soicheti , urnE welcher?, sci. Wir kmmnnen

aiso in soichen Bedeiiken keineti Grund erbiicken , die

weitere Untersucliung hierniit f iir aussichtslos niai abgeschlosse.n

auzuselien.

Ebeiiso wenig aber auch, wie der Vcrfasser einer

Schrift iiber das Rechnen notwendig ein Mathematiker

sein muss, braucht cia den Namen ,,.Josef' tragender un-


25

hidingt ciii Jude zu sein. AHerdiiigs ist dies ciii nieht

bios bibiiseher, sondent speeidll 1wLrischer Name, allein

derselbe komrnt nicht irni' im alten Testamente, ais der

des Erzvaters, sondera auch im neuen vor, 1111(1 derartige

Xame.n siiid ja zu versehiedenen Zeiten versehieden hinfig

aiich von Christen gefihrt worden, und zwar in um su

gi'sserer Verbreitung, eine je gr6ssere Wichtigkeit mati

ihrem Trger in der Bibel beimass. Sehen wir min das

Werk von 011eris iii besonderer Rtieksicht auf die Nainen

derjenigen ans irgend welche.rn Grun dc bemerkenswertc n

Persotieti tlurch, welche nia die Zeit Gerberts gelebt unil

mit ibm in irgend welcher Bezieliung gestanden liaheti,

so zeigt sieh, dass diesellwn griechisch oder lateinisch, in

iiberwiegender Zahi aber altdeutsch, gothiscli, ange1s(!,hsisch

48) sind. IJnter den 150 von mir eriiiittelteii Persoiteit

fiiideii wir von solc.hen, die hebi'i%isclie Namen gefiihit

liabeti - und Gerbert verineidet es, wie ieh beme.rkt

zu haben glaube, solehe zu latinisicren und zu ile.ktiereii

- 1 Lazarus, wic es scheint Erzbisehof, 1 Zacharias,

Pap1, 2 Jolianiies, der eine Papst, der andre Bisehof und

.Bibhothekar, der Naine josef aber kommt iiicht vor,

ausser in don beiden Briefen 17. itiid 25., und an ciiter

atidreti Stille, wo der ,.patiiaieha Joseph' erwiihnt wird.

J )esgleichen finde ici in ciller Schrift voit Werner 4) in

dem Verzeicliiiisse. dci' Naineii miter 281 (laselbst angefiihrtcii

mir 2 ,Josef," beides Bischfe, der cine in Tours,

der andre in Evreux. und in dem cines aiidreii Werkes

von demseihen Verthsscr 5o) tinter 810 daselbst angefiihrten

Namen 17 ..Johanii, von deiten 9 Ppste, aber ausser

deni hier in lictracht kommejiden keinen einzigell ,,Josef.'

Es scheitit daher dieser Naine (lamais in Siid-Frankreich

iitid Spaiiieii miter deit Christeti wenigstens nicht alizuhufig

gewesen zu sein.

Aiif der andreti Seite 1sst nichts vermuten, die in

Brief 17 und 25 crwhnte Schrift iiloer Multiplikation

und Division dci' Zahien sei eiiie lJbersetzung. Wir

ntiissen also wohl aiinehmen, •das Lateinisehe sei die Ur-


26

sprache l ilii Verfasei' dalier eiii (el.eltrteu uder mit

an(II'en 'SXTurt.en ein Geistiieher, demi mir bèi diesen waren

danials miter den Christ en Kenntnisse anzutreffeu, Aber

soute dci' Reinaine ..apiens'' iii dei Reiiirrseliiing (LI'

]ateinischen Sprache ihren Giund haben? Musste iiicht

eue soiclie liN elliem thristlic.lieii (T'eistlicheii selhstver-

Stiin(Ili(h, ein ]Iangc1 in dieer .Reziehung -i1s Bc'weis von

[nfiiliigkeit erseheinen P Soute niciit Gerbert dureh H

zufiigung des Ranges iuid Standes einen Amtsliruder mehr

geehrt liaben, ais durcli die diiikhar kiiizeste Bezeichiiung

desselben ais cines homo sapions Oder soileti wir vo11-

ends annehnien. eineni chiistiichen (-eist1iehn lIai)e Geschiklichkeit

mi Rechiien den Beinamen -apiens" \'eI'-

seliafit P Wir wiissten iiicht, veni vor (I ibert wir eine

solehe zutrauen kiinten.

[Xiid doeh kana diesei Josef kein su unbokaiinter iuid

unbedeutendei' Manu gwesen sein, demi Gerbert glaubt

uffeiibar sich iiberzeugt halt.en zu diiifen, dass iiicht alirin

Bonililius in Uiroiia in ilci' Spanischen Marl, so?dern

nul! (erald in Aurillac 11(11 Adaibero in Rheims. und

W()lll xioch .Aiidre in Irankreuh Kiinde von ihni l)esitzen,

uiul dass die Eiiipfiingei der heiden, kurz nach vinander,

beide in den ersteii Mnnateii 981 geschriebenen Briefe sogleich

wissen, von weleheni ,Josef die Rede ist. Von seine!'

Religion, seiiier Beschiiftigung. seinem St.ande erfa.hren

wir iiiclits, mit ,j oseph Ispaitus" und .J oseph sapions"

glanl)t tcrbert (lie Persnlichkeit, nia die es sich handeit,

hinliiiiglich eikennbai' gemac.ht zu habên. Da dieselbe

nur zwei \Tal erwiihnt wird, liisst sicli wohl vermuten,

ilass (las ,Tspaiius'' in Aurillac geuiigte, ibn zu bezeiehnen,

(lie andi'e, (1cm Biseliof Boiiifiuius von (4iroiia gegebene

(liarakterisiriing ais .Joseph sapiens" aber 1sst es

zweifeliiaft erscheirien , oh di s aut cia nur augenblickliches

Frteil Geiherts zuriickzufiilircn ist, von dem derselbe

iiberzeugt war, dass es fur Bonifihius liittreichen

wiirde, uni MissverstUncliiissen voizubeugen, oder oh dieses

Beiwort ein in weitereii Kreisen gehruchliches und fest-


27

stPlif'ndes war, wi wir e1w., sage, : ..Nathan dci' fisc."

,,Salomo der \Vcise," ..Alexander der Grosse," ..Karl der

Gisso." u. s. ii.. 0(1er cnillich ol.> nielit dic Bezcic.hniiiig

der weise .Josef` lialb und Iiah ein Neck- iuid

Spottnaine gewesen.

W Tir bleibeti dalior iillsti-indig mi Zweifol, unter don

.gehrigcn wc]chci' Religion wir don ,,Joeph sapions''

oder ,,.Josepli Ispanus' siichen solloli , untcr don (2h riste n,

oder unter den M n Ii n ni e d n ii e r n , 0(1er noter den

J ii d o il?

7. Von ch ri stlie.h e n •rose.f's sind mir beim 1)w'chsuelien

der Monvm. G erman. Script. folgendo Yu (i-csi('hte

gol


wohl angegebeti, der Ort aber ganz uhigewiss ist, urid

p. 449, findeii wir zum Jahre 1042 bernerkt: Novaliciciise

rrioiiasterium tune regebat .Josepli abbas: quo temjiorc qui -

dam Aynio dericus, Filius ITgonis, lege Romana se vivere

protessus, niulta pi(lem monasterio (ontuht. Wir tiiiden

aiso hier wolil eiiie Auzalil Joseph's, allein bei don rneist.eii

verbietet Zeit. odei' Ort 0(1er der Beiriame, in einern von

ihnen den gesuehtcn zu erkenncii oder wir eifahren iiiw

den Narnen ohne ii'gè.fl(I chien Anhaltepunkt ob dies die

fragliche Person ist. Aueh die Bibliotheca Hispana Vetus 51)

giebt 1ei]10 _1.uskiiiitt. 1)enii einrnal ist derjeuige Teil derselben,

auf vekdreii sich der Verfasscr an niehreren Stellen

sclbst bezieht, 1)m1ich der die maurischen U]id J iidiu1i en

Sehriftsteller enthaltciide, leider herausgerisseu, spurlos

verschwuli(len und zum Kuckuk gegangen (' xri , xa aijiit,

wie der Herausgeher in der Vorrede sagt), so dass mir

diejeiiigeii Erwiih nuiig ge.fundeii haben, welche zuni Christouturne

iibergegangen sind, Tiflhl s(Jdann ist dci Standpiuikt,

von dom ans dci' \Vert der Schriftstellei beurteilt wird,

ciii alizu iibei'wiegend kirehiicher. So werden in 10

Biichern, von (lenen 6 auf dcii 1., 4 auf den 2. Baud

kommen, aile spaiiischeii (noch heidnisc.hen 0(1er) christlichen

Schriftsteller angefiihrt von Octavianus Augustus

bis zuin Jahre 1500 n. Chr. Der erste, der auf p. 1 im

Liber I. Caput prirnum, erwilmt wirci, ist .IJiilius 1-Lyginus.

Der Liber V[.: De scriptoribus sacculorum octavi, noiui,

ne decimi enthiilt die Schriftsteller des 8., 9., und, worauf

es hier vor Allem aiikomrnt, des 10. Jahrhmiderts. Wir

lesen in diesei Hinsieht, p. 378, Col. 1. Liber VI, Caput XiV,

ais Ueberschrift: 1)c scriptoribus decunt seculi. Raguci

preshytcr oiartyris lkla.gii historiens.' quod d' praestiti Ros-

;citha virgo Sa.eouiuu. I'etrs de .Monsou io (?npOstcii(thit(S

..Episcopus un auctor orationis Salve Regina. Jni.bcciilibus

argurn.entis id contendere D. Laurentium Rwniroziuin (t

.Prato. S. J rnadus wljunxit ô cicmcns, ô pia etc. D.

Prtrus (rannoa monachus S. Acmdiani. ,Sai vus a1bas

Aihaldensis. Ich theie nus dieseni Kapitel iiur mit:


29

Illl1stre fecere hoc decimum saeculum non tam vjctoriae

})Itlres a1)erto campo Sarracenis areptac, 1]lIiLm (i'orduhensis

triumphus almi pue.ri Pelagii iiiartyris si-il) Hlabderraghmaile

Rege die i)oniinica sexto Kal. Julias erae CMLXIII.

qui annus est Christianus vicesiinus (1uintus supra nongentesinmrn,

roportatus... Sed invicti Martyris eneomiasten

alium peregriinim licèt, hue advertere non extra lineam

erit saltare. Roswitham sive Roswidarn intelligimus, à

Saxonia c.larissirnam virgilleni, in Candersheimensi, aliâs

Gandersiiemensi, non longè ah I{ildesheiin. coenobjo Deo

sacram, quac martyris almi agoneni eleganti carmine cirea

haec ipsa, tempora compreliendit, docens se ab lis, qui

affiuisseiit, en quae in versus fideliter conjecerat, didicisse.

I)as folgende Kapitet p. 381, Col. I. Liber VI. Caput XV.

handeit: De connuntitiis saecuii 1ujus decimi scriptoribus,

Joanne Servo - 1)ei f lilasio, praesuiibus Toletanis.

Pseu(lo-Luitprandi ridieulus lapsus in Ambrosii Moralis

eapienflo sensu. Eugeniac martyris ('ordubensis epitaphium.

De IIlasio altero ïiIetano Episcopo et (jUS quadam epistola.

Kurx wir inden hier keinen ..Jos(,ph". Ebenso wenig in

der Biblioteca Espaiiola des 1). Joseph Rodriguez de

Castro Tonto Segundo. ) o) b). Auch hier wird, vie beim

vorigen Wïerke, mit de y Namhnftivacliung der liciduiselien

Scltriftsteller der Imeide,i ersteii J alirlianderte der christlichen

Kirche begonnen; miter den Escritores Gentiles

Espanoles qUEl florecieron en cl siglo primert) de la yglesia

werden genannt : Cayo Julin F{vgino, Lucio C 1 omnelio Baum,

Luen) Anneo Seneca, M. Annaco I ucano, Pomponio MeIa,

-Marco Valerio Marcial muid der Kaiser Trajan. Tin tiritten

Jalirliundert virc1 kein Scbriftsteller, weder cia lieidniscloer

norh cia christiinlier, aufgeffihirt; in dem vierten werdcti

eliristliehe Autoren besproehen, beini 10. Jalirhundert.

welches aiif nur vier Seiten, p. 475 mcl. - 478 mcl. inhmandeit

wird, ticten clic uns vom vorher erwhnten Wer!

bekammnten Namemi wieder auf: Hiiguel Preshitero, imatiiri1

de Cordova. Pedro de G-ranon, moilge benedictino, Sal vi.

abad del monasterio de Alvelda, auch die .,erudita Momija


30

_Ala.iiiana ilaniada iosvitha, die sih g1seii Ajisehens erfreut

zu haben scheînt. zeigt sieh weder, von dein gcsuchteii

,,.Tosepli" aber ist nichts zu benierken. Mit (1cm VIII. Il alirliuntert

sch1iest der Tomo segundo des \Verkes. l,\Te1lde)(

wir uns nun zu der Marca Hipanica :up u). so wird uns der bei

dcii Verhaiidl tulgen, die dam Absclilusse des Pyrenilisehen

Frièdens vorausgingen betefligte Àbgeordiiete .1 OsepliuS

Jtomeus F'eri'erius ainfallen, der aucli mi Index der N arca

I{isj.aiiica erwiihnt wird, ami eiiier s 1diteren Zeit angehrt,

(lasselbe ist dai Fali mit einem ebenf11s mi index genainiten

Joseplius \[arga ritiis ( ataloniae gubertiatur

\T011 einem an enter aiidren Stalle der Marca 1-lispanica

erwbtiteii arabisclien Joseph wird weiter antan (lie Rade

sein. Ausser dem letzteren aber und tien heiden mi Index

angefii1irteri ist nue, obsehon icli sorgialtig darauf g a('htet

itabe. kein ainziger ..Juseph' in der Marea Hispanica vergekoinmen,

vas lift se itulir Reaehtuiig verdient, ais in

einem .,Appendix iMarcae Hispanicac" iiberschriebenen Aluschnitte

dersaihen die UrInnden einer Menge von Zuwendungeti

und $chenkungen an K1ster, voit rpestalliellteil

in den sic bedacht werden, u dergi, mitget.ei]t, und die

Xaineii der oft zaliiraieheti Zeugen a.ngegehen werdtn. Wir

erlialteit hier also aine Sanmuluiig von der iii der Spanisclieti

Mark bis zur Mitte des 13. .Jalirhunderts jibliehen Nameit.

Tch teile aus amer Anzahl von Urkmuleri, die ivh iii angefilir

gleicher Zahi (lein Àirfang, der \Iitte und dam Ende

des 10. Jabrliuiiderts entnoniinen habe (von 893 eins(Ail

bis 1007 citiselil.), die s ii. mm t] i eh von mir nachgeselien

sind, Namen dur Uriterzeiebneten (natui(remss grsstentIteils

Miinnar) mit. auch denselbeit Nameim, wenn ce mtIirniaIs

in verschiedener Foini erseheint 53) , und kanit ver-

.sichtrn, dass mir ausser an den drei genannten Stellen und

rotz aller aneli atif (lieseit Punkt gericliteteti Auftnerksainkeit,

nie der Naine .,Joseph" t vorgekoriunen ist. Dusgleichun

habe ich in der Histoire générale de Languedoc.

Tom. Ii, welcher die Geseliichte von 877 mcl. -- 11 G5

zuin (tgtntaniie liif, iuid w1elini 53:1 TTrknndtn.


81

die Jahre 88() inc]. --- iiicl. betreffend. ais Belege

beigegeben sind, den Namen ,,.[oseph" nirgends, dcii Namen

,.Juilith' zwei Mal, ais den cilier Abtissin uiid chier

Griin in der Table des noms & des matieres, und die

sonderbaren Nanien Bonissjrnus und Ronafuisse (Preuves.

XVII & CcvrT) getrnffen .Aus aile J)em sciiliesse i1b,

dass der Nanie ,,Josepli" wenigsteus zur Zeit. Gerherts

bei iler christlic.hen Bevilkerung Siid-Frankreichs und der

\Iarca }isI)an iea nieht gebriiuchlicli war, wiihrend er

sI)tcr, wie der des Herausgehers, Joseph Saenz, der Bibiiotlieca

Hispana Vetus in 51), und des Verfassers Joseph

Rodriguez de Castro der Bibiioteca Espaûoia in 52) zeigt,

nichtso selteri ist.

S. Ais erstei der muliamedan j aclien Josef's sei

erwiihnt. melir der Voflstiindigkeit ]ialber, ais weil man

1m Eruste da.ran (leiikeii wirde, in ibm den zweiliundert

Jalire spitt.eren Zeitgenossen Gerberts zu sehen, ein kurz

und veiworren angezeigter Josef.

i'Irl ii nvtn. G crin ai t. Scriptor. Tom 1 in den . .Annales

Lauiissenses et Eiiiliardi'' lesen wii p. 157 bei der Enzltluiig

der Begebeniiciten des Jaiires 777: Eo (in Saxoitiam)

cum rex (Karl der Gosse) venisset. totum perfidatgeittis

senatum ac pop11lim, quem ad se venire jusserat.

luoligerunt a-e faltaciter silo devutiini inviliit. Na il, cuneti

id ciitu venerunt piaeter W i(liciiirldum . utiuni ex

ribus 'Vestfa1oruni, qui miiltorniii tibi faeiiiorum (Otisejus.

et oh id tegeni veritus, ad Sigifnidum I)iuiormii de partibus

Nordnia.nniae confugium fecit una cuni sociis suis Et imun

mil eundem piiuit.uiii veneinut Sarraeeiii de partibus

llispariiae, liii saut lbiriaiarahi (woitl Ibn al Arabi, dey

Solin des Arabers, oder der Araber) et huas fleiizeli, qui

et. latine Joseph nominatur, similiter et gener eius, ibique

inultitudo Saxonum baptizati surit. I)eiitlicher spricht

mcli nus die

Marna Hispauiica: Liber rCeltiiis col. 24G.Cap. VI.

Acciderat ea tenipestate in Hispania per civilia bela &

pieruni fantn.mues ut à gmiim ('ordiibeimsi picrique prae-


fectorum deficerciit et dynastias speziales instituerent in

(ivitatil)us sibi coliliniSSiS. I hinalarabi Caesaiaugustae

praeses datus t Rege Cordubae, ai) oftieio discessit,

& statua u civitate pulsas est. Itaque ut se tutuiii praestaret

i viribus laesi primdpis et erimeil uleisti panantis, et siinu1

ut in praefecturani suam restitueretur, ad Karoli ilientelam

eniifugit. altero Sarraeeno Dive coinitatus, qui filins

.Josephi dicebatiir, atque genero silo, -lit. alu vetusti annales

docent. injecta Regi non vana spe religionis universae cis

Iberum occupaiidae, ahi ex partibus Pip])inuS jamdiu ,jecerat

fundamenta. dominat.iotiis Friuiciae. Vinl

Marca Hispanica. Liber Qvaitvs. col. 342. Anno

DCCLXXVII. ibinalarabius Sarracenus ex Hispaiiia

venit in Gallia.m ad Karolum in Pa(Ierburna civitate

Gernianiac tune agendo conve ntiii intentum, eique se ac

eivitates dedidit 1iiihiis eum Rex Sarracenorum pra.efecerat

ut ait Egiithartus, hi est Caesarauguistaui et Oscilla ac

fortasse alias quasdam. 1uae in vicini) erant. Tain anno

sequenti capta Poinpelø 'L Karolo & Caesaraugusta recepta.

.Ili i rial araldus, qui sub regiis signis nieruerat ., ut Suiita ait?

à Rege praepositus est Caesaraugiistanis.

Selieii vir weiter zut, 01) miter den bei Casiri angefiihrten

Josef's sieh soiche findeti , (lereli IJebereinstimmung

mit dem J osef Gerberts vir fur ru3glicli odei

sogal fui walirselieiiilich lialteii krincii Oder niiissen. Du

Casiri deti Nameit ,,i osef' teils wie Gerbert. uiiveriiitdeit

1isst, teils mit der lateitiisehen Endung us versielit, und

(lu, wie in Alun. 8) initgetbeilt wurde. der Index nicht

voit ibm selbst, sondera voir Paar andertr Bildiotheks-

Beamten aufgestellt wuide, (lie skli nuit ausseiorileiitlicliei

Genauigkeit an Casiiis Text liielten, so diirfen wir uns uicht

wnnderti, venn wir zwei Gruppeii von •Josef's begegnen,

die eine mit ,Josef,'' die andre mit .,Josefus" bezeichiiet.

Die Auzalil der iii den erstercn aufgefiihrten betidgt 13,

(lie Auzalil der die letztere Abtheilung ausmachenden 15.

Zu den ersteren ge1irt aucli dei- in Xi. 5 melirfach erwiilitite

Algialietti. Bei dreicit von ilijien verinisst niait


33

die Aiigabe der Lebeiiszeit oder die Angabe des Ortes,

wo er gelebt, und der Lebenszeit: sie k5nnen daller nicht

iii Betracht gezogen werden. Fiiiif haben erst nach (ehert

gelebt, noter ilinen eiiier, desseii Geburtsjalir allerdings

nicht angegehen, der aber erst 1082 nacli Christus gestorl)en

ist. Diese fiinf ftilire ici aucli nicht mit auf, wolil

aber den mehrfach genannten Algiaheni. Ais frtilieste

Grenze sehe ici die Zeit Karl des Grosseii an. So bleihen

von den in l?rage kommenden ,josephs iibrig 13-3-5 5.

Von dcii 15 ,,Joseplius" falleii 2 weg, deren Lebenszeit

nielit arigegebeii ist, vier andere, nimlich Joephus

Patriarcha, und J osephus cognoniento Ainru, Lier Anno

Egirae 88, Christi 706, in Mokka (las Papier erfand, und

Iloeli zwei atidre, cm im .Jalire 140 uiid ciii 142 der Egira

(also 757 und 759 n. Chr.) ermordeter Prorex und Khalife,

liabeii vor Karl tieni Grossen, und von dcii 9 iibrigen

haben 8 ersl spiter geiei)t (darunter Josephus Abu Amer

A imutamenus, Caesaraugustae Rex rileltitis dessen t eI)urtsjalir

7war unhekaimt, dessen Todesjahr aber 478 der Egira,

also 1085 il. Christ.) ist, aile andren iioch spter. Es bleibt

also vol, Lien 15 ,,.Josep1m8' nur chier, der in Fragc

komnit. So sind also zu untersuclien 5 ,,Josepli'' und

I ,,.Joseplius''; zu Grunde gelegt ist (labei bald der Index,

bah! der Text, welclier sicli in erstereni meist kurz zusaiiiinengefisst

findet. Nur ljei Algiaheni sind Index un Li

Text angegeben, damit man sielit, wie sich beide unterseheiden.

So finden vir demi nach Casiri ans Lier Gruppe

der ,,.Josepli :"

1) Joseph Ben •Jahia Abu Omar Alazadita, vulgô

Aineïyami, Toletanus ex loco lIlagama. Grammaticus paeclams.

Oljiit anno Egirac 183 (aLso 799 n. Chr.) Il. p. 139.

col. 2.

2) Joseph Ben Haruii Alkindi Abu Amr, vnlgô

Alraoadj, ita dictus à loco Ranuda in Mauritania. unde

originem duxisse fertur, ortu (Je lulenis, Potaruiii facile

princeps . . opus praestant.issîiniun, carmen conseriptuni.

De arbus. Vixit anno Egirae 333 (aiso 944 n. Chr.) II.

3


34

p. 139, col. 2. T)abei wird im Index auf den folge.nden,

ais tait dieseiii ideiitisch verwiesen.

J os e p h Bon 1{aron Alrarnadi, vulgô Jannes Abu

Aniu, Potaiiirn Cordubensium facile princeps, plura

varus de rebus, pruesertim de Re equestri, ae de Vnatione

carmina conscripsit. Oh elo(1uentiae dulcedinern Frincipum

virorum Deliciac appeilabatur. 1 s (.'ordubae obiit mm

senior in summa roi familiaris inopia antio Egirae 403

(1012 n, Chi'.) Il. p. 148, col. 1.

3) .J o se p h Boit Abraharni Àbulhagiagaeus, vuigô

AUkogliri, Murciatins, J tiriseonsultus insigiuis Jura praelegit

in Collegio ( alioscitac vol Caiioxae, (jiiod oppidum est in

ditione UrihwJae. Floruit sceulo Egirae quarto (41. h. ca.

910- -1010 n. (lir.) II. pag. 139, vol. 2.

4) J o se p li .Beii Àbdalia Abulcassenius Ben Abdelhar

vulgô Abu Amru. Corduhensis, Jiirisconsultus et Historicus

celeberrimus. E nuniero operum suorum sunt Pandeclue

Jiispani, partes XC, historia Scholarum, Historia (ordubensis

tûm Naturalis tùiii Litterariae. Natus anno Egirae

369 (978 n. Chr.) Cordubae ohiisse fertur anno Egirae 463

(1070 n. Chr.) H. pag. 148, col. 1-2.

5). Joseph Bon Ornai Algialietti. a1is Ebn Ahi

T hait a, Toietanus. Jurisperitus iitid Astronomus clarissiinus.

Egregios composuit de Tabulis Astronomicis libi'os.

Obiit anito Egirae 435 (also 1043 n. Chr.) II. p. 148.

col. 1. So der Index an der genauntdn Stelle sèlbst, p•

148. col. 1 lesen wir:

Josepli Beji Omar Algiaheni, aliàs Ebu Ahi Thalta

dictas, Toictanus, qui praeter litteras humatiiores .Juriscjue

peritiam, Astrormu cognitione inaxiiui' ciaruit. Falo furietus

eft anno Egirae 435. relictiài egregiis libi'is, rf.tl)uIas

Astronomicas comj)lectentibus novis ol)servatlonibus illustratas,

quas ipso XXX annoruni spatio accuratissimè

fecerat.

Ans der Gruppe der ,,Josephus" endlich war noeh,

ais in Frage kommend, aitzuseheii der einzige

1). J osephus Sacerdos, Coinureatarium a Senano


35

Ben Titabet Ben Cori-ah in Librum Archiinedis de Figuris

tnangularibus, conoidibus, &c conscriptum ex Syriaco

selinone iii Arabicum traristulit, quam versionem Seiianus

etiam castigavit 1. p. 438. ed. 1.

Betrachten wir nuit miter den Josepli's Angefiiirteu,

so seheii wir, dass zwar dent nach zu

urteilen, und weil aile Genannten Spanier sind, die M i g-

lic h k ci t, einer tinter iiiieii sei der Verfasser des ,,Libellus

de niultiplicatione et ilivisione numerorum" iiicht

abzuweisen ist; wir niiissen aucli bedenken, dass bei dent

Hange der Araber zur Vielwisserei und ihrer Neigung

sich mit aflen mgIiciieii Zweigen der Wissenschaften zu

beseliiiftigen, die Verschiedeulieit zwisclien Rechiien eiiierund

I )ichtkunst oder Iurisprudenz andrerseits kein Grund

sein wiirde zu meinen, wer (las eiiie Facli betreibe, werde

seb werlieh auch dent Geschrnack abge.winneii

k;iineii; gleiehwoiil aber wird mit. mir Jeder der Aiisieht

sein, es feule ait .A.iihaltspunkten, uni diese Mg1ieiikeit,

die ebenso gut sein, ais iiiclit sein kaun , aueii nur

zu ein er Wahrsciiei niiciikeit zu en ieben.

\Vas (leu noch ilbrigen Joseplius Sacerdos angelit, so

lauteii die der obigen Stelle oriwrgehenderi \Vorte bei

(1asini p. 437 col. 2. Senaii Ben Thahet ( 1orrali ifarranita,

Medicus, perinde, ac eus pater, praestaiitissiiiius, primûni

apud l[octaderum, (leinde apud Alcah.rum, ea tempestate

Imperat.ores, Medici munere funetus est. Quurn autem Aical(erus

Senaniun eadeni religione sibi adstnictuiu (tiperet,

Isia.1iism.unl suasit amplecti quod ilie abnuit, acriter,

diwjue reluctatus. Verûm Aicuheri niinitantis iinmanitatem

J)ertunesceus, irae tandem concessit, nomenque Maliometo

(ledit. Ceterinu Caiiphae sevenitatem niagis, magisquc

in dies expertus, in Chorasanam. profiigit. Al ilenno

iiagcladum redux, il» Maliomet.anus obiit anno Egirae 331

(J. L. 942 n. Clin.), worauf daim auf tien niichsten Seite

die Worte folgen: Nihilominûs ex Senani operuin Catalogo

9UCni Almoseinius, Abrahami Filins Ben Helal Sahueus olini

1Iit, 11t11 mit exeipta . . . ( ) ii ' nIaris i ii Librum. Aï-

34


36

c/iimedis (le Fige ris irianyular?bus, crnwidibus &c. quem

Joseplius Sacerdos ex Syriaco sermone in Arabicuin transtulit;

quam versionem Seiianus etiam castigavit. Hiernach

a]so starnint Senan Ben Thabet nus Harran in Xlesopotaniien

und ist in Bagdad 942 ri. Chr. gestorben, bat also

iii Klein-Asien gelei)t und ebenso wahrscheinlich der genannte

,.Joseplius Sacerdos," der Senans Commentar zu

eiiier Selirift (les Arcliiinedes tinter Senans Augen ans dciii

Syrischen in dits Arabisehe iibertrng. Dieser ,,.Joseplius

Sacerdos' kami daher dei' von Gerbert ais ,joseph Ispanus"

bezeichnete nicht sein. - Der hier genannte Senan

Ben Titabet Beir Corrah ist also der Solin des von Hankel

in semer Gescbiclite der Matheniatik p. 233, Aimi.

angeffihrten Thabet Ben Corrah, der bei Casiri ais Tliabet

Beri Corra, Tabet Ben Corraha Thabetus Ben Coriah

Ebii Mervan Ben Keraia Ben Abrahini Be.ii Marinos, Ben

Salarnanos, Abnlliassan erseheint, I. p. 305. col. 1, P, 324.

col. 2., P. 339. col. 2., p, 340. coi. 1., P. 349. col 1, p.

385. col. 2.. p. 386. col. 2—p. 399. col. 1., und dci' vom

Jalire der Egira 221-28 derselben also von 835 - 900

n. Clir.) gelebt batte. Casiri iuiterscheidet also mi index

zwei Cora, nrniicii Thabet Ben Cora seu Corra liarrarrensis

und Seime Beii Tirabet Ben Corrali Harraiiita,

ebenso Abul Pharadsch 1. e. p. 192, 197, 198, 208. (-X'artz55)

aber drei, Vater, Sohu und Enke. Per erstere heisst bei

ihrn, p. 37 Tliabet Ben ( lori-ah Ebir Mervati Ben Keraja

lieu Ibrahim Ben Marinos Ben Saloinonos Ami] Hassani,

und p. 38. lesen vir : Eraiit Thabeto nostro filins Senen

Ben 2habet Bee Corrah et nepos Titabel lien Sen an Jin

Tliabet iisdem aitibus clan, qui ne ciim fluo confiindantur,

cavenduni est

Man kiinnte endlich nocli versucht sein. den in Aiim,

77) d) genannten Aichindi zu dcii J oseph's, von denen

hier die Rede ist, zu rechnen; allein der beriihmte Aichiudi

liiess iiicht selbst Josef, sondern Jacob, und sein,

nicht weiter bekaniiter, Soue, Josef, sowie sein, ebenfails

iihlit tt'eiter bekaunter, Vater, Isaac: Jacobus Ben Isaac


37

Ahii Joseph d. h. Jacob, der Sohn des [saac. der Vater

des ,Josef, aus der Familie der Alebindi.

ft Wir weiideii uns zu deri J u de n, iim einen ,,Josef"

zu finden, welelier der gesuchte sein kinnf.e. Ein soicher

findet sich mir allerdings, aber sehon miter dem aegyptischen

Kiiiig Ptoiernacus Eucrgctes (246-221 y . Chr.)

Demi wir lesen bei Abul-iFaradsch: 55

p. 64. 110e tempore floruit Timoc'hares sapiens

Mathematiciis, reruin Sphaericarum, et instrmnentorum

ad observationes faciendas e.onficiendorutn peiitts. Meininit

Ptolenwcs sapiens in libro Ai Magesti, ilium se annis

quadringentis viginti praeeessisse.

p, 65, Ptolcmaeus Energetes i. (soviel wie L e.) Bene.-

factor. Regnavit a.nnos viginti sex. Ejus tempore conditae

sunt Iaresiae, & Kalonicus, quae codem Ji-J?aklca

est.. Ifoid Sacerdotuin Judaicoruni principe trihutum,

quod Aeggp(i Regibus peiilere solebat, detinente, iratus

Rex Judacorum extirpationem ineditabatur. Miss-us autem

adipsum Josephus Sapiens Ju(laeus, cura pacavit, panataeque

sunt res Judaeorum.

Tber die Sache selbst vergL Ersch & Gruber: Eiicyclopiidie

).

Fast kinnte mail glauben. hier den fraglichen Verfasser

des Libellus de multiplicatione et thvisione numeroriun

gefuuiden zu haben, allein einmal ist die J 4ebenszeit

des hier genannten eine aflzufriihe, und sodami ist

(las Attribut Sapiens" auch (10m Tiniochares und dem

Knig Pto1eniius beigelegt, iiicht bios dein .Joseph, und

endlich fuilirt eine Anzahl ,,Joseplis", wie man schou gese.hen

hat, und ira Folgenden iioch rnehr sche.n wird, die

Bezeichnung ,,Sapiens', ,,Prudens", und hiu1ic1ie, auf?al-

\Veise aber iiicht diejenige., durch welche der aegyptische

Joseph beriihrnt und sprichwrt1ich gewurden ist.

Nunmehr grif ich zu dein oft und von Vielen erprobten

Mitte.1, da .Iilcher'sche Gelehrten Lexicon zu Rate

zu ziehen, welches icli (die hiesige CarI-Alexander-Bihliothek,

welche dasselbe, wie joli nachmals erfulir, ebenfalis


he.sitzt, vard damais fur die Bentitziiiig des Piiblikums

e.rst eingerichtet), welches ich auf der Herzoglichen Bibliothek

zu Gotha vorfaitd. Freilicli wagte ich nicht mehr

zu hoWen, ais mi ginstigen Faile einen ,,Josef" zu finden,

weieh er weiiigstens mit einiger Wah rsch einlichkeit der

fragliche hutte sein kiitnen. ITtn so mehr war ich daller

iherrascht, aIs ich an der genannten Steile 5S) tinter 74

versehiedenen Josef's einen traf, der mit den Worien angefiilirt

war:

,,Joseph Sapiens, oin Rabbine voir Karaiten-Sekte

im lU. Saeculo, hat wider Saadia Gaon ein luch, liber

mminis be.titelt, gesclirieben. W."

Da jede 'weitcre Aiigabe fehite, 1itte ieh mit dieseit

mir danials rutselhaften und un verstuIIdli( lien Wort,eii zunii.ehst

ilorli nichts anfangeit k6nnen, WC]ln nicht Herr

Bihiiothekar !)r. Georges, dciii ich nuch deshalh ziim verhindhichsteii

1I)anke verpflichtet fihie, die grosse Gite gohabt

hutte, midi auf das Zedier'sche Ili iversal-Lexicon

aufnicrksani zu machen , ans we]cheni Jchcrs Angaben

zuineist gcschpft sein. I)eni erhialte.ncii \Vinkc gern

foigend, sali ici1 (las mir genannte Wet'k riaeh, url faiid

(da ieh des Hehriiischeii nicit kundig un , bezeit'hn e

ich eiri hebriisches \Vort durci e.in Kreuzeheii ) folgende

Angahe 59).

.,Joseph Ohacham oder Sapiens, ein Rabtine, war der

Karuisehen Sckte zugethan. Et schrirb (las Buch ocler

Luminis gegen Saadja Gaon, der mit ihm zu gleicher Zeit

lebte. Triglandius I)is5. (le Karaeis. p, 188. Wolif. Bibi.

Ebr. Tom. 1. n. 887. P. 530".

Zwar war ich auch clurch diese Worte iii meiner

Kenntuis no(4) nicht wesentlich gefrdert, inan wird es

aber hegreiflich (loden, dass ici durcit das hisher Erfahrene

in meiner auf die in Nr. 6 angcfiihi'tcn Grihicle gestiitzteii

Meinung bestirkt wurde, dass bel der Beaiitwortung der

der vorliegenden Frage die Kenntnis fiidischer Personen

und VerhiUtnisse in Betraeht komme und dass ici mir die

Schwierigkeit der Aufgabe daraus erk1'rte, dass jerie


Kenntnis ni Gerherts Zeiteii in grsseren Kreisen vorhanden

gewesen sei, jetzt aber, ebenso wie mir, auch

Anderen mangele. Indessen verhehlte ich mir auch jctzt

nicii, dass, weiin auch die Zeit und der Naine : Joseph

Sapiens" mit iiherraselieiïder Geiiauigkeit a.uf den von

Jucher und Zedier Genaniiten passen, doch die Erledigung

(ter Frage, oh derselbe auch ais Josef Isl)anus" bezeichnet

werden kiinne, Scliwierigkeiten hereiten, la, oh sich nicht

die Spiir vielleicht trotz ihrer anseheinenden Richtigkeit

ais ejiic verfelilte und falsche erweisen werde. Es Wir(l

sich zeigeil, dass letzteres allerdings der Fali ist. Gleic.hwohl

aber glatibe ieh, wenn aiich natiirlich so kurz ais

mg1ic1i, auf die Sache cingehen zu solleti, nicht etwa

deswegen. weil ich se]bst Zeit und Miihe auf jure Er-

]drung verwandt habe, sondera weil der von mir betretene

Weg so ausserordentlich nahe iiegt, und se

verlockend ist, dass ieicht auch Andre verleitet wei'dcn

kinnten, diese Fiihrte ni verfoigen. Bevor ich aber die

Sache selbst behandie, inuss ich auf cinige Fragen cmgeheii,

welche die Artikel im .3c1ier'schen und Zedler'schen

Lexicoii, wie damais bei mir, vermutlich ebenso ])ci mnamiciicin

hervorrufeii werden, und ohne deren .Ilea n twortu 1g wir

viillig lin Duakien bleiben.

10. Diese Fragen 5111(1 : 1) Was ist w)t r eiiumn

Gaon ni vcrstehen? 2) Wer war Saadia? 3) Was ind

Karier oder Karaiten 4) Was hedeutet Chacham?

5) Wer war Trigland? (i) Wer war Wolff? Die Antworten

sind:

1) Gaon (Plural: (honim oder Geouim), e.igeiitlicli

Herrlichkeit, Excellenz, war der Amtstitel der religisen

Schulhihipter der jiidisehen Akademien, welche voin

7. Jahrhundert bis 1040 in Babylonien in dcii Stiidten

Sera oder Sura, mal Anbar 0(1er Pumpaditha, belle mu

Enphrat, bestanden, naclideni die Sdhule von Tiberias

mit der Stadt gleichen Namens zu Grunde gegamigen war,

Zugleich hatten die Gaonen die Gesetzgehung und die

Entscheidung in Rechtsfragen; sic hatten (lie immera An-


40

gelegenheiten zu leiten. Die Besorgung der iiiisseren, die

Vollziehurig der Gesetze, die Regelung der Steuern und

Abgaben, die Reprisentation, war Sache des Resch-(-x'lutha

(Emigranten-Chef, Aechmalotarch).

2) Saadia aus Al-Fiumi 0(1er Pithon in Aegypten,

lebte 802-942 n. Chr.; einer der beriilmitesten und

gclehrtesten Gaonen in Sora. Er schrieb ausser seirien

Schriften polemisehen Inhaits, noeh vicie andere, auch

cine hebrische G-raminatik, vicies auch in arabiseher

Sprache, die er volikommen beherrsehte.

3) \Vie bekanritiich untet den Chiisten verseliiedene

Ansichteii un d Meinungen aufgetel1t wurden (Mon opliysiteii

und flyoj hysiten, Arianer und Athanasianei u, n.), die

skh so lange bekinpftcn, bis endlich eiiie den Sieg davon

trug, so auch bei aitderen Reiigioncn, dem Islam Scliiiten

iuid Suniiiten) iiiid dem Judentuni. IJass es aucli im

letzteren versehiedene Sekten gab; Esser, Saducer, u. a.

ist bekannt. Nainentlicli letzfgennante, welche auch lin

TIMiCn Testamente, bei dcii Syiioptikern und in der

Apostelgescliichte, erwhiit werden, konimen hier in Betracht.

Sic erkenne.n hein Fatum, sondern nehnien eiiieii

freien Wilien an, leugnen die TJnsterblichkeit, die Auferstehung,

Lohii und Strafe bu Jenseits, und -erwerfen

die Tradition, indem sic sich an die streiige 1111(1 buc.hstiibi

iche Befolgung (les mosaischen Gesetzes, halten.

(anz iihnliche Lehren wurden mi 8. Jahrluindert, mn

740 n. Chr, aueh miter dcii Arabern in Basra oder

Bazora von einem gewissen )Vazil aufgestellt. lhre Anhnger

nannten sich Mutazihten. Ihrer gedenkt Abul-

Faradsch flO) und ('asiri'); die Verbreitung dieser, lin wesentlichen

sadiiciischen Lehren bei dcii Arahern steigerte das

Ansehen auch bei dcii Juden. Schon bei der Aufsteilung

der Leimre der Mutaziliten, mit Ausnahrne derjeiiigen des

Leugnens der Unsterhlichkeit und der Aufersteliung, hatte

sich in Basra ein daselbst geborenerJude, Anan, beteiligt(;2).

J)erselbe forderte auf zu freier Forschung in der Schrift,

und bewirkte, dass durch begeisterte, nach ailen Orten


41

gesan(Ite Boten diese Leliren mglicIist weit vcrbreitet

wurdeti. Die Anbinger derselben wurden Kar'er. Karaiten,

Karaimen genanut. Infolge der fir die Ausle.gung

der Schrift notwendigen freien Forschuiig mussteii sie

ich besonders mit gramniatisclien Stulien beschftigen;

ferner hatte bereits Arian eine von der bisherigen ahweicliende

Kalender-Ordnung fcstge.setzt, indexa er 13estimniungen

traf, iiach welchen sieh die Feier des Pesaeh

(Passali) und anderer Festc richtete. Zugleich verbot er

nach ilem Bibelvers Ex. 35.3: IL: solit nicht Feuer

anziinden am Tage des Sabath', an (hesem Tage Aller

und Licht anzuzilndeii, Speise zu hxreiteu u. n., und

endlich legte er die Bestiminungen iibcr verbotene Verwandtschaftsgrade

beiin Eiiigehen von Eliexi sehr streng

ans, nini seine Naclifolger delinten diese Verbote se wcit

ails, dass nach soichen Grundstzeii fast jede Ehe ais

unerlaubt ange.fochtcn werden kounte. Die (-regner

der Karier wurden mit dem Namen ,.Rahbaniten" bezeichnet.

4) Chacham (im Plural: Chachaniim), bedeutet urspriinghch

soviel wie sapiens; ist der Titel des Vorstehers

einer Karier-Gemein(le, und scheint spter iiberhaupt der

Titel eines jiidisclien Gemeindevorstandes zu sein, wenigstens

finde ieh ihn hufig in der Form ,,Iiaharn" in der

Anm. 52). b) genaunten, Sclirift von Kayserling, z. B. •

2. Coi. 1. Abendana de Brito, Yshac Hajiin, Haham de la

communauté israélite portugaise d'Amsterdam; p. 3. Col. 1.

Aboab, .Jacob de Semuel, successeur de son père comme

Haiiaxn à Venise; p. 46. Col. 1. Fonseca, Jacob Lopez

de Haham à Curaçao; p. 53. Coi. 2. Jesurun (Yesuriin),

Yshae de Abraham Havini. 1-Laham de la communauté

israélite portugaise de Hambuurg; u. s w.

5) Über aile diese, in 3) und 4) angegebenen Ver-

IiiItnisse und (lie Lebre der Kar.er haben wir nacli Fiirst

erst genaixeres eifahren seit dem Anfange und narn:ntlich

seit der Mitte des 17. Jahrhunderts, ais sich Theologen und

Orientalisten in den Niederlanden, England, der Sehweiz,


42

Deutschland, Schweden mit den jfidisdien Sekten der Pharisiier,

Saduciier und Ess'âer zii beschftigen hegannen,

ich branche mir an Josef Scahiger, .Johannes Seiden, ,Jo!i.

B. Btixdorf, N icol ans Serrarius, J oliann Sep1ia n R itta 11go1.

Jan van Dricsc.he (1 )rusius), •Johann Heinrioh Hottinger,

Augnst Pfeiffer, Lewin Warner, Daniel Lund, •Johann

Christoph Wagcnseil und E. Pocock , dcii He.iausgcher

chies Auszuges aus Abul Pliaragius Historia compendiosa

1)vnastiarum, zu nemwn. Zn diesen gehirt auch der

I'rofessor der Theologic au der Uiiivcrsitiit zu Leyden,

J a e oh Tr ig land. Je Genaucres man, namentiieli iinterstiitzt

dureli die in die Levdeiier Bibi jot.liek iibergegangeni'

Saminlung karischer Randschriftcn \Variiers iibrr die

Kar3icr erfulir, uni so gr5sscrc Beaclitung schetiktc mail

ihnen in der Zeit nach clein 3Ojhrigcii Kriogc, U_lfl 80

grsserc Teilnahnie waiïdte man ilinon zu, da man in

ihiien die um des Glaubens wilien Bedriickten und Vergewaltigfen

zu sehen meinte (und solehe I]abehl ja zu allen

Zeiten die Edlereii und semer F(iIi1ndcn auf ihrer Seite

geliabt), und in dcii nicht-lkatholischen Lindtrii Europas

moc.hte iiiaii wolil. Vergleiche anstellen zwischcn liingst

Verschohlenen und Solehen, welche neuern Zeiten angeh6rten,

und manche triibe. Eriniicrung rnochte wachgerufen

werden. Se kanu es demi nicht Wunder nehmen, wenn

sieh die Teil nahnie lied Bcachtung, lie mail der Sache

der Karier, ais derjenigen der Protestaiitii des •Judcntuins,

wie Fiirst mi Vorwort zu Teil II semer Schrift p.

VII sagt, hie und da fast bis ziir Begeisterung fur die.-

seihe steigerte. Daher hiess der Kiinig von Schweden

.KIarl Xi. (wohl in Eriniwrung an s(-.ineii Ahnen Gustav

Adoif) dcii Professor der oriciitalisclieti Spracheii an der

ITniversitiit zu Upsala, Periiigei, 1690 nach Litthauen

reisen, mn die Karier in ibren Wohnorten Birs, Torok.

u. s. w., anfzusuchen und sich persnlich nacli ihrdn

G laubeiisi chren und den Unterscheidungspniikten zwischen

ihiwn und deii Rabbaniten zu unterrichten und ka.risclie

Handschriften zu sammein, und sieben Jahre spiiter, 197,


43

reisten zwii andere schwcdisehe (e1e1irte zn demsellen

Zweck naeh Litthatwn und Samogitien. Bei ilirer Riiekreise

wurderi sie von zwei Kariteru begleitet, die in Upsala.

5(111' ehrenvoli aufgenommen wnrdeit und derin einer

hier eine Selirif€ vcrfaste, in welcher or den lJnterschiecl

der Lebre dci' Kariier vol) derjenigen der Rabbaniten anscinan

dersetzte.

6) Pass endlich in deni un Zedler'schcn Tjniversal-

Lexicon angezuge.nen ,.Wolff" -Joli. Christoph Wolf, 1683

bis 179. zu vrrstelien ist, bemerkt, n w bald. In Wittenherg

gehoren, 1715-1739 Prediger an der Katiiarinen-

Kirclie in Hamloirg, ais Bibliograpli bekaunt. s(lIri ph er

1715 seine Bihliotheca Uebraea" (l)(i Zedl er:.. Bibi. Ebr.').

zu wticher dann iioeh 3 weitcre Biinde, der letzt( , (4.)

1733 hinznkaineii, vas, wie es scheint, urspring1ieh nicht

lwabsiehtigt war. ) Zugleicli gab derselbe (lie VOU Zedier

mit .Trig1andins 1)iss, De Karaeis" hezeichnete Schrift

heraus. 4)

11 1)ieselbe, arich ..Notitia Karaeorum' genannt, istjedeiifaits

eiues der selt .samstcn Bâcher, (IJ( mir je vorgekomnien

sind, dean es besteht cigcntlieh auo 3 Biicliern und euthuit

3 Vorreden. Nachdim niiinlich Joh. Cliristopli Wolf

dem Prediger ailder Nicolai-Kirche in Hauuburg Joh.

Friedrieh Winc}der das Buch gewidmet hat, bericlitet er

in einer ,, [jectori Benevulo' iiherc11rw1)eneI1 Vorrede:

Der iProfessur der Theologic ail Universitiit Zll Leyden,

.iaeolu Triglami, habe, (la er sic]) VOil der Lehrc der

Karer angezogen gefiih1t., iiber einige Pnuukte derselben

aber genanere Auskmift gewiinscht liabe, in einem in hehi'ischer

Spraclie a.bgefa.ssten Briefe sicli an eineii ibm

(lem Namen naclu unhekaunten Cliacham der karïtisclien

Gemeincle in Litthanen gewwdt, und ais Antwort cine

von einem sonat unbekannten Kariier, Mardochiiiis ben

Nisan, und zwar e1)elufalls hebriiseh, geschrie.bene Ahhandiung

erhalten. Diese haije Triglaiid zu eiuuer eigeuien

Schrift iiber (lie IKaruer beauf zt, welche zugl(ich mit soichen

von Sealiger, Serrarius, Drusius iiber (lie jiidisclien Sekten


44

1703 zu 1)cift gedruekt wordeii seL 1)iese Sehriftcn, diejenige

des Karders iiiid diejenige Triglands erstere zum

ersten, letztere zum zweiten Male gebe er, Wolf, jetzt

heraus. Nach Triclands r1 fltle iidrnlich, zu Anfang des

18. Jahriniiiderts, ,ci seine Biljliothek sub basta versteigert,

seine Haridselirifteii und die Briefe grsstenteils zerstreut

worden, die Abhandluiig des Karers aber sei in die

Hinde des Hamburger Pfariers Joli. Friedr. Winckler gekommen,

und dieser liabe sie ibm, Wolf, zur Veriffentlichung

iibergehen. 1)iese Scltrift des i(ariiers Mardoc1i'us

also maclit Wolf bekaimt, indem er dem hehrischen

Texte die lateiiiische Ubersetzung uiicl er1iiut€rn(lo Anmcrkuiigen

beitiigt. ilir Titel lautet in der Uebersetzung

Arnicas Mardoehai; sic beginiit mit einer Vorrede und ist

in 12 Kapitel eingcteiit, deren jedes ais TJberscbrift den

Narnen eines der 12 jiidisclien Stiimme triigt. Dann folgt

die Ai)handlung Triglaiids, welche, \vie Wil• luiS eriiiiwrfl,

auf dem (jesarni-Titel: ,,Dissertatio de Karis" heisst;

innerhall) (les Buches aber, auf cinem besonderen Blatte

lautet der Titel: Jacobi rrjigiaflclii J. F. J N. in Academia

Lugduno - Batava S. S. Theol. Doet. Theologiae et

Ânthjiiitatum Hebraicarum Professons Diatribe de Secta

Karneoriun, Quae hic enivarratur et illustris .Jos Sealigeri

(le iis Opinio vincicatur. Auf 3 weitereii (nicht paginirten)

Bliittern folgt min eine ,.Lectoni Benevolo et q ,?. S. 19ar

h

iiberschniebene Praefatio Triglands, in welelier derseibe

erzh1t, ais cine neuere und bessere Ausgabe der Schiiften:

de tribus Jiulaeouiun Sectis von Joseph Scaliger urni Johannes

Drusius iahe veraustaltet werdeii solien, sei der

I)riucker zu ibm, Trigiand, gekomrnen und liabe ihu ge.

beten hinzuzufiigen, was er von der auch von Scaliger

erwhnten Secte der Karaim (Mehrzahl von Karer) wisse,

und mi Interesse der Wisseiischaft sci er (ilesem Wunsehe

nachgekomrnen Daim folgt auf p. 161 - 317 die Abhaiidlung

Triglauids, Sic ist in 11 Kapite] getheilt, und Wolf

hat, wie es in semer Vorrede rnitteilt, die Seitenzahlen der

Delftei Ausgabe vont J alune 1703 beigesetzt; ich werde


45

sie, in Kianimern [ ] gesehiossen, den durehgehenden

Seitenzahlen beifiigen. Auf sie bezieheti sicfi auch die in

Zedhrs Lexicnn angefiihrten Zahien. [eh erwihne (lazu

iioch: Wie man nus eiriem Artikel der Bibi. Hehr. IIL

p. 722. MCDXCITX. R. Mordechai Karaeus ersielit, ist

die Abliandiung des Kaiers bu Jahre 1721 noch eiiirnai,

uni 4 Seiten verrnehrt iuul iiiit Zuriiekweisung der von

einein unbekannten Gelehrten erhobenen Bedeiiken gedruckt

worden. .I)em 3. Teile des Fiirst'schen Buehes p. 68 zufoge

ist Triglands Diatribe in Blasio Ugulinos Thesaurus

A ntir 1uitatnm sacrarnin hebraicarum. J ahrg. 1751 abgedruckt

niai von Fürst im Litteraturblatt des Orients nuszugsweise

in das Deutsche iibersctzt worden. - Der

Naine Mardechai findet skh, wie icli hiiizusetzen will,

sehr verscliiedenartig gesebrieben, Mardoehius, Mardocliai,

Mordeeliai in Wolfs Bibi. llebr., Mardecliai bei Triglands

etc.

Ans dey Vorrede des Kariiers Mardoehius au Trigland

liche ich folgende Stefle ais bezeichnend hervor:

itiuic et.iank Deus periiiovit animuni Sapientis exinuil, Principis

magni, ducis celsissimi, qui docet legem & Sapientiain

in Acadeunia celeberrirna, quae est in urbe Lugduiuo-

Batavorum. Dieser, Jacobus TrighLndiuIs, Sapiens, inter

Sapientes Cliristianos celeberriinus" ....,,scri1)sit auno 459

COifl1)Uti minolIS ab O. C. (L e. Atino A. C. 1699) ad fratres

nostros coetusque riostri asseclas & Scripturae iflios, ut

teuIlJ)US quo dissensio illa orta est, & causam ex jus requireret"

.........opterea cum alii Viii deessent, liteiis

aestumatissirnis, una eum i1uaestioiiibus lauudati Sapientis

ad maiius mens perlatis, minimus ego, qui lento gradu

vestigia eonim sequor, an. 459 compati minons, prout

conilihonem quaestioiium Sapieuitis illius coetuis nostri

Sapientibus, qui vicini mihi habitant, propouere potui, ita

illis retuli, & petii, ut respomierent ipsi. Construxerunt

itaque Sapientes, quicquid inprornptui ipsis fuit, & animo

suecurrit. Sic & ego animo lubenti investigare conatus

sum, ut desiderium Sapientis explere possem, & ex siilgu-


4

laii studio voluntati ejus respoiiclendi, laboravi & inveni

iioniiulla, quoa(l per vires incas exiguas licuit, eademque

instar rnaiiipuli ad liorretim complexus suin (Jci. LX. 21)

libro singulari, tan(lemque in brevem dissertationem retu]i,

cui titulum feci Amicus Mardochaei.... . . . Nunc itaque

accipe, Domine, hoc quoda manu inca proficistur instar

muiieris cujusdain, quod Inetum tuuin vulium miiji poliicitus,

iidsi accipe, inquain, & benevolus sis servo tun, qui me,

& annis & ingemo, iniiniiius ex omnibus coetus nostri

karaitici asseclis prositel)1'. Miiiimus ego sum & abjectus

& relictus a vins (Jes. L III. 3) hahitaiis in loco tenebroso,

iiubiio & (aligmoso prac stuititia & contemtu"

1,Misellus ego suin, & prae ternenitudine cxspirans (Ps.

LXXXVIII, 16), servus Sapientum promtissimus, Clii

pulvere peduni eorum, qui deuni tinicut, volutani volupe

est, conteiiitus in oduhis eorurn (Ps, XV, 4) & spietus, 31ar-

(loel1aeus fil. Doniiid Pttnis mci &c. Çisan. L1)istiiiximus

igitur liane dissertatitiiiem in duodecim capita, seeuiiduin

duodecini tribus filiormii •Jacobi, quorum singuli accedeiit

& sei'inoiies siios coram Patre suo interrogante edissereiit."

12 Sicberlich , und in der Meiiiung, der Joseph Sapicas

sei hier zu findeit, dcii Lescr bcstiirkcnd, und an

Abul-Faradscli in Nr. 9. eniniiernd, ist der liiiufige Gebraucli

(les Wortes Sapiens" dem Leser aufgefailen, und

icli fiilire nur iioch zwei Stelien an, wo das'selbe Wort

,.Lelner des Gesctzes bedeutet. So

p. 73. Regebatitur itaque omnes us legibus, pas

proponebant Sapientes Legis Doctores, qui illo tempore

vivebant, und

i. 74. liii itaque duci patiebaiitur per legem seniptain,

prout docebant illis Levitae aut SapiwLtes, Legis

Doctores.

Sodariii aber lasse icli diejenigeit Stellen der Sehrift

folgen, welche mit Bnnutzuiig der Bibi. Hebr 1. die Aufnaliule

des Artikels iiber Josepli Chacham oder Sapieus

in das Zedler'sehc Universal iiiid douer auch in das Jclwrsche

Gelelirten-Lexicon bewirkt haben und, wie sehou er-


47

wiihnt, auch die Frage itadi dem ,Joseph Sapiens" in

irrige Bahneii leitcii k5nnteii. Es sind solc.he Stt11en, die

sich auf glas Alter der Sekte der Ranier ])ezlehen, welches

fiir eine mgliclist fniihe Zeit. in Ànsprue1i zu iiehmen, diese

ein Interesse hatten. Zu diesem Zwecke steliten sie an

mehreren Stellen eine Reihe, catena, der Nameii derjeriigen

Mitglieder auf, die sieb uni Ausbau und Verbreitung der

Sekte besonders verdient gemac1it hahen. I)ie Nainen

sind meist diejenigen von Orten, mit dciii hebrischen

Artikel ha. I)ieser wird dem Ortsnamen vorgesetzt,

und weim dei' Anfangs-Buehstabe eiii Consonant ist, wird

derseibe verdoppeit; z. B. Benjamin Haoiidi Benjamin (der)

ans ()ndi, Daniel Haceointzi Daniel (der) aits Cornzi, Jitzeback

}Iabbotzeni - Isaak (der) ans Bozrah, Saadias Rappidomi

r- Saadias der) aus Pitoini oder Faijuini u. s. w.

Naelidem jeu dits vorausgeschickt, gebe ich eiiie soiche

Uberlieferungskette, catena, oder wenigstens ein Stiick

einer soichen, naeh deiii T(ariier und iiaeh Trigland:

p. 114. Benjamin Haondi detulit (doctrinam, doctrimini

scilicet Scnipturaniorumn) ad Rab Daniel Haceomntzi

& Rab Jitzschack Habbotzeri, & Rab 1)avid Hammikaniatz

Proselytum justitiae. liii transtulerunt ad Rab Noaeh,

iste, ad R. Schelomno ben .Jerucham & R. Joseph lii. Noacli,

& ad Rab Jacob fiijum jitschack Karkasiiii, & ad Rab

Chafur lwiiMasehiach & ad Rab Abraham ben.Jitzseliack Rai)-

botzni. El orum aetate fuit Rab Saadias Gaon p. m. Rappitomni:

hic fuit discipulus R. Schalmon lien Jerucliam L),

Atque R. •Joseph istius (Saadiae) tempora attigit ., ita ut

aeijuales fuerint, & Rab Joseph, illi se opponens, aigumentis

suis negotium faeessive.rit, icut commemorat in libre

sue Maon, quem composuit Anno 49() post O(rbem) C(ondituin)

(i. è. A. C. 930). III transtiilerunt. ad Rab ]David

iii. Boaz fil. Ja.hoschaphat, fihium ,Josiae Pnincipis, & ad

Rai) Ahouli & ad Rab Amram & ad Rab Saadia Bagi ben

Abraham Habbotzni. & ad Rab Jacob ben R. .Joseph ben

R. Abraham Habbotzri, & ad R. Joseph Videntenm heu

R. Jacob Hakkarkeseni; ille est (lui composuit magnum


48

Tibram praeceptoru .m, ubi descendit etiam ad singuiaria &

subtilia piaeque paicherriino modo. lue t.raiistulit

ad Salornoneni îrineipin &. R. Aaron Aboual Pirga etc.

1) Vixit itaquc initio Saeculi X. ail quod Saadiaia

referendum esse apparet ex Zemacli David . . . Ceterum

liujus Joseplu, et libri ejus deinde corumernorati non video

alibi factam mentionem

mil €inige Seiten weiter:

p. 128. Sic si inspiciinhis temporum rationes, quibus

meminerunt R. Saadiae Gaon sui, de quo R. (edalias

Abeti Jechija in Hhro Sc/ialscheicth hakl.abala tradit, t1uod

chient auno 47O. dcprehendemus, eodem modo majores

miostros memizdsse R. Saadiae ejusdemn, quod fuerit hscj

pulus Schabnoa is ben Jenehtnn, sapieiitis iiostiiitis et

vixenit eadem actate, qua Joseplius Sapiens ex nost.ra.tibus,

qui etiam animnativersiommes quasdam contra meditatioiies

R. Saadiae exaravit., edito contra euni libi'o Ilammaor.

Iiiiiiv vero Sapientes nostri amio 496() ah O. C. exaratum

esse tradunt, sicut observavimus superius ipso lioc capite IX.

Proinde consentiunt illi inter se, et maxime resptindent

seuteiitiis Majoruiii nostrorum, quia comnputus Rabhamtarmii

et majorum nostrorum de R. Saadia in idem tempus cadit.

Fast ebenso Trigland:

P. 311 [183] : (R. Benjamin IJaon(h) detulit doctrinam

ail Rab I)aniei IÏaIkmutzi, cl Rab Jiizschack Ilabholzeri,

et Rab David llamnukaniatz Frosclylum justiiwe, liii

tra.uStUlerU)?1 ail Rob .N'ach, isle ail Salmon lien Jeroucham.,

et Rab Joseph. [ilium Noaeb, atque ail Rab Jacob, fihium

,Tilsclwk X7r1'eseni dc, Eorvm acta te fuit Rab Soadiob Gaon

lfappilo?m. Fuilqac hic disczpu?us Rab Sehahuon .Lkn

Jeroucluan. Al que R. Joseph istius (Saadiah) tenapora attigit,

eousque ut vixerint simul, et ilhi oijiciens, clan vthementer

urserit suis argumen fis quemadmodumn commemorat in libro

suo .ilfaor, composito Ao. qu.a.termiliesimo sexcentesimo et

noflayeSimO (cOmputL Judaici) post creationeni. Ili trunstulerunt

ail Rab David tilium Boaz, fliium Jelwsc/wphaf,

filium Josiae .Principis, ci Rab Abouvali, d Rab Joseph


I ,(frld'n. /)1?uni Iu/i .Jcob Ilakk'irkezeni, 'ille est, qui com-

Jn)sujt Magnum hbruIll Praeceptorum, ubi descendit etiam

OUI sirtgviaria et particula.ria. quae que, pulclierrimo modo.

p. 311 [1831. Accedit, quod Lace series (der Doctoren)

inventa et observata sit in Aegy,pfo; in qua regione Judaei

pacata satis, et tolerabili cotiditione, multoruni saeculorum

dedursu degerunt; hoc practextu gioriarite.s, ( 1uod in pelle

piscis cujiisdani, qvae maxime durabilis, descriptaiti habeant

,enealogiam et seriem ab act aie in aclatem cum cura servatam

Invenitur Iwec recensio in urbe ('airo in regno Aegypti,

obi luit locus habilationis Principum Karaeorum a tempore

J00 CU))ta fut Ilierosolyma.

p. 314 [1871. Ipsius Ananis, Karaitici dogmatis

Restitutoris, nulius, (Jiiu(l sciam, liber su1)erste g est, nisi

laudata bine iiliiie ab alus fragmenta. Sud qui ex

piliqilo (Jus a.etatem sequebaiitur, magna euiii voluptate

mihi lectus est, ingenio & eiegaiitia praestantissiiniis R.

clwlmon Ben Jerouchani, qui cum A. $aadwh II(iJ)JOfOflhi

disputais, degenerem d]sclpulmn ad incitas redegit. H uus

itidem tenipora attigit R. Joseph Sapiciis, qvi , uiuhii

ititenlioiie R. SUa(liU probe peeepta, etiam contra ipsum

librum ifanimaor exaravit.

13. Die in der voligeil Nuninier angefiihrten Stellen

niai 5111(1 die cinzi gen in der Sclirift des Karaeers, welche

gi an d Veranlassung gelieli koii iiteii, von cinem ,,i oseph

Sapieis" zu spreelien. Ein soleher jose1iIi,' der die Buzeichnung

,Sapiens" ais ausseliliessiiches Beiwort fihrte,

konmit bei dieseni nicht vôr, demi an der Steile p. 114

iicgt hein Grund vor, dem Joseph, der zur Zeit Saadias

lelite, die besondere Bezeichnung ,,des Wciseuu beizulegen,

auf p, 125 aber steht nicht .J ose1)lIuS Sapiens, sujidern

,,.J oSeplius Sapiens ex nostratibus," also nicht ,,J oseph der

Weise" sondera ,,Joseph, ein Weiser unter den Tlnsrigen."

Tiigland freliicli bat iii der That, vie p. 314. L187i zeigt,

von eiiieni .,.Joseph der Weise" gesprochexi. Uazu koinmt

uoch, ilass der Joseph, von dem hier die Rede ist, nicht

ais cia Glied in der lberlieferungskette, sonderu ais

4


u

n 'h e n derselben steliend hingeu1h wiil. F-iiui itiL::

vr offenhar im Zwe.ifel bleibeii. ob der unrnittelhar hiit

Rab Schulinon Jeroueliain genannte B. .Joseph fil. Xoai

und (Ter hiiifer j) mit deni blosseri Namen ,,R. Josepi

oline niihere Bezeiehnung angefiihrte Joseph cille und diselbe

Person seien. Letzterer Ansicht ist Trigiand, wie

wir salien, und Wolf, obsehon er iii der oben erwi1Il1tet]

Anmerkung j) zugestelit, den .T0Se1)h und dos Rucli Maoi

nirgeiids wieder genannt gefuirden zu hahen. In seine.r

Bibi. Il ebi. T fiilirt er ilin an p. 530 Xr. 887 mit den

Woiten: R. Joseph Sapiens, Karaeus, vixit Saeculo X.

Saalwe Garni ae 1ualis, contra queiii librum * j. e. luminis

exaravit, eo consilin, ut ilius arguiiientis, (1mbus tradlitinues

adstruere eonatus erat, respunderet. Meminit e,jus

Ac.Trig1andiu. in diss. de Karaeis p 188. in Bibi.

T-Tebr. ITT aber kornmt Wolf tiiclit wieder auf ihn zurick.

Erstercr Ansicht, dass Joseph fil. Noaeli und .Josep]i

Sapiens cine und dieselbe Person seieii, ist, wenri aucli

zweife.ind, •1ost 55). Viillig anders Fiirst; ilim ziifolge bat

Tiepli ben Noacli mit seinem Bruder Nissi heu Noach

tim 780 ge1ebt(; ), ehmen joseph Sapiens" aber siicht mon

bei ibm vergebeiis; vielmehr kommemi SO einfalic Namen

lei Fflrst gar nicht vor, sonderii imaeh Art iTir A inher

iecht lange, so dass man sich beini lAesen seines Buehes

unwillkiirlich uiacli dem orient uiid Pabistina versetzt

tiiluif. Ais Bekii.uuipfer Saadias und Verfasser ciuies Werkes

IXIaor oder 1-la-Maor vird hier angefiflirt ein ,.el Selteicli

.Abu-.Jacuh ,Juisuf ben Ibrahim el Bazir, liebriisch hald

,Joseph Ha-Roelu (ha-Roeh ist die [bersetzung VOii el-Bazii),

balcT ÀhlL-.JacIib oder ,Iosef lia-Maor, von sehieuui Werke

MulOt, oder en(ilieli iiloss el-Scheicli od(r ha-Saken henaulnt

7 )". Zugieich ist die Lebenszeit der hier miter dciii

Namen .Jusuf ha-loch vorkornmeuden .Josef, Salmon heu

•Jerochim, Saudia cille etwas audere, ais man nacli Trigland

von J oseph Sapietis, Schainion Ben Jeroucha.m, und

Saadia erwarten soilte sic haben niimiicli uiaeli Fiiists

Angaben geiebt der erste ca. 870-940, der zweite


.51

ins ,dur diitit S2 - 942 (Fiirst II. p. 50-53; p . 76

bis 7; p. 20 und 92). Der erste, i11 der Tjmgegend von

Rai (dits alte Raga, geboren habe, so berichtet Fürst, die

1hulosophisclien $ysteine der Araber und der Philosoplienseltulen

(lei- G-rieelieii studiert und habe sich bei der AUfassung

semer zaliireicheti \Verke meist der arahisclien

prac1ie bedient. Inter diesen wird aiigefiihrt das Kitmb

el-Schira (hebr.iscli: Sefes Mizwot), das Bueh der (4ebote,

ca. 895 (Fürst Il. p. 56); Kitb el-Sirg (hebriscli: Sefer

ha-Maor), das Bucli des Liehtes, 910 (Fürst II. p. 57);

und eine philosophisehe T)ogmatik, die er iii Rai geselirieben

111)11 dent dortigen Statthalter Marisiir ibri Isaak (914-918)

untei dein Titel Kitb el-MiitiiviiYi 916 gewidmet haïe

(Fiirst II. p. 50-53), ebenso wie sein Landsmamt Abu

Bekr Muhamineci ben Sakarija el-Rasi, der beriiltinte Arzt

Rasi, nia dieselbe Zeit deinselben Ma.nsor ein meditiiselies

\ rei l Kitiib el-Tliabh gewidinet liabe. Dariiber aber, wie

die ohen genatiiiteii Zweifel zu lisen, und worin der

Maiigel au I 1)ereiulstinnnung der rfriglalldsc.11ell Diatribe

niul der 1)arstelluuig Fii'sf's seinen (-rund bat, spricht

sicli letzterer bcdauerlieli4r Weise mit keiner Silbe ans,

obscbon t , i, doeli, wie wir uns nus Nr. 11 eriniieru, die

genannte Seliiift Triglands in das Deutsche iibersetzt bat.

T)as grsste Hedeuikeut aber, liber welches wir ebenfafis

im Ungewissen gelassen werden, ist. der Beinaine ha-Roeli.

Fiirst sagt liber den Naitieii iiur 68) , ,Der Beinaine

e-Bazir, liebi.iiiscli ha - Roc h, ist wie jeder andere

Beiiiame hinzuuielimeui niai dei Zunanie nach seinem 1,Verke

Ma or (Josef ha .Maor) ist aucli in der jlidisc1ten Literatur

gewhnlicii. '\Volil die Wenigstcn aber werden sieh mit

dieserEi]dirung beruhigen. Bei Abul-P1taradseh 69) niii_

Ihit liest niait: Dunique illi (iiiimlicb Saul, der Sohii Kis,

uuid ilesseit ..puer") hoc agererit (im Begritlb varen, don

Propheten Santuel aufziisuchen, uni von juin zu erfabren,

wuhiii Tis verlorene Eselinuieui gekommen seien), prodiit

us ol)viaI) Samuel; ciii illi, Indica iiobis domum Videntis

i1lo eiiiiii tempore Prophetae vocabantur Videntes]. Re-

.t.


spoiidit ilii, E4) stuii Vien (\t1LI, I. Sillimul 1:'

Cap. ). Vis 3, 5, 6. 11. 1 , 19), man sieht also, da Wui1

Roeh bedeutet .,Sehen1l" in iilwrtragciier, hildiiehci I-

4leutung, daier ha - Roih: der Seliende, der Sehei'. li

Lrophet , iiilireiid ,,seheiid" in nattirlielier BedcutluI!.!

,,Cllosi - . 4. hie lateiiiisehe Lherset.zung Vo!]

ist nun eigeiitlicli, Videns. se dass Joseph der Seher J osepli

ha-Roeh lieist uiid tiitigekelirt. In der im Anfange diesel

Nuimiici aus der Notifia 1aiaeoiuiii mitgcteilteii iTherlieferiingskette

(catena) nun viid aueli eiii ,, j oseph Videus''

erw.liut (dessen fibrigens auck im Index gedL(lit iviril,

wl[IeIi(l wir einen ...Joseph Sapiens' in dcmselhen verge]ilich

stwheti), iii-iiiilich gegen chas Ende (les ails p. 114

und p 311 [183] iiiitgeteilten Stiickes, wo wir von einem

,,.Josepli, Solin des Jacob aus Circesium" lesen, der auch

ais heriilimter Manu dargestelit wird, der el)enfhils ein

grosses und beriihintes Sefer Mizwot., Biich der Gehote,

liber pite€totttiii seliijeli und mn 990 lebte 7l). I )iizu

kouimt endiicli ehi glei(!hfalls ,,.l oseph" gelieissener Verfiisser

cines Buclis der (-jebote, Sefer Mizwot, der zwai

lei Bhinde,' ,ia-Sonie,' genainit wurde, esaucli wolil

war 72), aber docli (las Bueli, vielleiclit mit 1 lute chies

A ndren und vitassi uni e, 930 lebte. I)ass miter solciien

ITmstiindeii Verweelisel uligen der B .1 osef's, des ,,Sapiens,''

,,\7 idens," und selbst des ,,Some" voikoitiiiieii koiniten, liegt

auf der hand. Vielleiciit komuit bei dcii ersteren l)eiddn

iioeii ein Uwistand dazu. der einen Irrtum herbeifiihite.

Wir lesen niimiicli in der Notifia Karaeorum:

p. 121, J'oile)n modo ait Lumen ilind u!aynum : secta

Sadducaeorum & Baiflinsiicoituit haeretica est, & resarieCtiOli(-ill

fliOitUl)iIlfli itificiatur. Iices(/ 'u.r(rba Lion jais

maya i. Josefi J olentis ,.super qneio Sit

\%rir sehen hier aIse, dass der joseph Videiis' aucli

dcii Beinamen ,.(lasgr Tie1it' batte, ais cia grosser

und berfihmter Mani. hit nic.bt vielleicht ..Maor" die-

Sell)e Bedeu ong, So ili ha-IIaor jiiclit der rlitel eities

Buches, sondern chien .Ehreu-Namen des vermeintiichen


\CiI1Si hezeili:ict I )ic ?P)g1ichkeit. (len Joseph Sapicas

uiid und Joseph Videns zu verweeliseln luge dana

riii1ier.

Pas-on aber, dass sicli die kariische TAehre sciion im

10 ten J abrinin(lert, oder uiocli voiher midi Spmicn ausge-

}ireitet liahe, dass also der -Joseph Sapiens Triglands, wenn

ItIsell)e iiberhaupt nicht auf eincr Vcrwccliselung bcruht,

auteli dcii Nanien .-Joseph. Ispanu54" tragen knnte, cifahren

wir uiichts. Zwar erwi1int Fflrst ) eines gewisscn

ELdaul, ulcr weit gereist, zti Ende des 9ten Jahrlinnderts

na (.11 Kid rvan (dciii alieui Kvrenc an der nordafril nisehen

Kistc) gekomnieui iiuid von da uuacii Spanien i[lnigesetzt

sci, cr sagt auch , class uiiauiclie semer Lclireii dcii Kariiis(-hen

nalie stehen, er bestreitet aber, dass er ciii Karcr

gewescn sci; und ebensoweiiig weiss G-riUz 74) der ilun cinen

Ahenteurer rnud Aufschneider nenn±, etwas von seineuu

ka.riiischcii Ansieliten. \VoliI al.icu erfahrcn wir aiis ciner

s})iitereui Zeit, aus (lem 12 ten Jahrhuuuiert, von kariischeui

(-eineiuideuj in Spauiien. und zuglei(-li davoii, wie selli. sic

angefejiidet wur(Ieul. So crzuililt Jiirst 7 ) und,

mit auderen Nanan .J nst 76): ,,Abraham ben I )awid in

Toledo (geb. 1110 uind aAs Miirtyrer gestorben 11 S()), der

wiii'dige und gewisseiiliafte rabbamtische. CIiionogia.plu, horichtet

iiber die Karer in seinem um 1161 veiIssten

Buche ,,die Reihenfolge der Uberlieferurig' . . . in folgender

Weise: ..Von don Karerui 1)a1st.iiias (.Jerusalems)

ist cl Scheich Abu'I Farâg' Furkan Ibn Asad,

dessen (4eheine in der H5l1e zerrnalmt werdeui uidgeri.

hcrvorzuheben : Doitluiii zii ihni wanderte (cil. 1100) cia

verstocktcr Siinder nus Kastilieui, genannt lb n e 1 rp râ s.

Dieser hesnchte. jenen Ketzer (in Jerusalem) und wurde

zur v1ligeui Ketzerei verfiihrt und verlockt. Iba cl Tarâs

sclirieb daselbst (und fibersetzte) (las verfi1irende und. zur

Ketzerei verloekende Buch seines Lehrers A h u'l Farâg,

hrachte es in seine }Teirnat Kastilien (e. 1110) uiid verleitete

sodaun Vide zum Kariirtuim. Ihii al - r1, a r â s verendete

eiidlich in Kastilien (C. 1126) und fuhi zur Hdlle,


aber es bileb sein verfluehtes Wcib zi1l'i('k .-- • ,

richtet der ,wiirdigc und gewissenhafte rabbatiitisch (.hn

nograph", und mati wird sich wohl vorstelleii, von weicii

teuflisehern Hasse gegeri (lie Karer die Rabbaititen besecit

waren. So kam es deiin, wic Fiirst an der angegeberlfn

Stelle, II. p. 194--196, weiter herichtet, dass, ais nab

Ibn e I - T a r â s Tode seine Witwe die Verbreit.ung

des Kariierturns fortsetzte der rabbanitiehe Ginstiiug

iuid Ministt'r des da.maHgen K5iiigs Alfons VII. von Kastilien,

Joscf Ibn el-Farâg ci-Cabri sicli semer Gesinntiiigsgenossen

annabm und eiiie Verfolgiutg der Kaijier 1130

veranstaltete, und dass, ais sic sich wieder erhoit hatten,

sein Nachfoiger, der ebenfails rabbanitische Giiiist.iiiig Ibn

Esra 1150 eine zweite nocli st'rkere Verfolgung verhibigtc,

von der sic sich zur Zeit der Àbfassung von Abialiain

ben I)a\vid's Bach: ,,die Reilienfolge der UherIiefeiuiig

1161 noch nicht wieder crliolt hatten. Bckanittlieh wurden

(laun 1492 Rabbaititen wie Karer von dci' pvreiiiiisehen

Flalbmscl vertritheti. Fast itocli scMimincr, al.-,

diese (lurch Anwcndung roher (iesvait hervorgcrnfenen

Bedringnisse, ist aber die abgefcimte, liinterlist.igc 1111(1

scharniose Filschung kariiischer Schiif'l:eii. Wir lesmi

hierfiijer hei Fi[rst III. p. 105: .,Dic alten karitisehen Werkr'

von Bedeutung hatten das Missgcschick, von dcii eigencn

Bckenritnisgeriosse.ii vcrna.eliliissigt und unbeaehtet wordcn

zu sein. Die Drangsalo dci' karitisehen Gemeinden, flic

Veifolgiingiit, veclie sic feus von den Rabbaniteii, teils von

dcii (iiristlieilell und islaniitischeiiMachtliabcrn erlitteii habcii,

ffihrtcii tiiese Verkiimmerring herhei. T)ic Babbaniten, in

deren Mitte die Kariter gewohnt, fiberholtcn diese und

verstaIl(leIt bald besser die alten karitiseheti Werkc, ais

die verkommeiien Rekemier der Sehriften und schrichen

sic daher fit sich ah. Es war daller die ganz natiirliehe

Folge, dass sehr hitnfig die spittereii Kariier, wenn (lie

Sehnsuc}it bei ihnen etwachte, die Schrifteii ihicr Ahnen

zu kopieren, sic nui' rabbanitische Schriften vorfanden und

zurBeschitmung eiiisehen inussten, wie derSektenhass sic zu-


iiclitet hat. Die rahbanitischen Abschreiber niimlich }aben

ald die Schnihungeii imd Liisterungen gegen die flerli

ferimg und vider die Gegner ganz wegge.lassen oder

niodiflcirt , hEdd die LObCsSpeii(leii auf die kariiischeii

rossen, die rihmuiehen Epitiieta iiiid Panegyriken weggeschnitten

oder ins Gegentcii iirngvaiïdelt, so dass die

Ahschriften, welche nun zu Origirialen gevorclen, cia veriiridertes

Àiissehen erliaiten liaben. [ii dieser Lage

haben die Kariier, beim Kopicten ilirer alteii \Verke nach

rabbanitischen Absehriften, bald rabbanitisehe Aiidcrungen

beihehalten, wdll sic in ihrer schwaclieii Erkciintnis die

F'1schung nieht bernerkt haben, bald iia&Ii dcii ilrspriinglichen

Lesarten der Tjrschriften geforc1it ... und daher

ausgehessert unci ergii.nzt, vas jedocli ihneii iiieht mimer

gelungen war.' \Venn freilieh, wie wir ol>e1i gesehen

ha.ben, zu iiahezu gleicher Zeit diei Mijijiier gleichen Namens

Über deiiselben Gegenstand miter gicielielil Titel

schreiben , so h'dtte es merkwirdig gliickiicli zugeheti

niiissen, venn nieht grosse Verwirruiig cingetieten mire,

uiid es hitte, uni solche, herbeiziifiihren, gai nicht soleher

Iitte1, wie wir eben gelesen, bedurft: .Jedenthlls kaiin es

iiic!it Wimder neinuen, wenn ans der in neuerer Zeit von

Firkowitsch zusanirnengebraehteii, fur clic kaiseilielw Bibliothtk

in Petersburg angekaiifteii, von Pinskcr Learbeiteten

Sarnmhing kariiscber Haiidscliriften, von di aucli

lFUrst mi Vorwort zu II, uud. 111 zehntcr Ahscliiiitt spriclit,

der Wisseiisehaft Ili(-lit der Nutzeri erwaehseii ist, wechen

man wohl gehofft liatte. So sagt Steiiischiieider, wel cher

iibrigens dcii ,Josepli haroeh und desseit Scliiilcr Jeselivah

ben Jehuclah in das lite J ahrhundert versetzt uiid sic

ais Mutaziliten bezeithiiet 77), in deniselben Autsatze ).

,,Der Erforsehung (lei Litteratur ist in (lei,

letzten Jahrzehnten, besonders uni der Anfiinge dci Massorah,

Exegese, Grammatik und 1 )ogmatik wiflen eine

soi che Aufmerksainkeit entgegengeliraeht word€rn, dass Jahrzehnte

hieriiber cille reichere FUIIe von Aufkliirung gebracht

baben, ais friihere Jahrhunderte. Nicht nui wur-


den hekanute Besitzst.nde an Kir ;nt wit: iiairuitli

die L e y de n er Bibliothek, durci gediegene TJntersnchun

Beschreibuiig 111111 tejiweise aiich Mitteilung in ein vollci.

wissenschaftliches Liclit gesteHt, sondent auch uiigcali rit e

Schiitze des Orients ersehiossen in der Wisseiischaft., viiiiehmlich

dit reh die Verinittelung Ah r ha ni Fi rkowits e li.

Allein mit dciii Offenbarwerden cures iiberreichen, handschriftlichen,

epigraphisclicit 1111(1 epitaphisclieii Materii I

kamen neben vielen glauhwiirdigeii Aufschiiisseii aiieli si,

vicie Befrernden erweekeiide, den ganzen jetzigen Stand

nicht allein der j iidi s clic ii, sondern auch der a 1 g''-

m eine n Gescliielits- iuid Litteraturkuiide unist:ossn,1,'

und umkehrende Naehnichteii zu Tage, dass in dcii letztrn

zwan zig J ahren eiri ansehiil icher Teil wissenschaftl ii lier

Arhejt auf das Naehweisen von F1scliuiigcii iruf (liesem

(-ebiete verwaiidt sveiden nnisste." \Vir selien also, dass

der I(arisnius mit der Einfiihrung der arabisehen Ziffern

in Europa irwlits zu thun bat, wir sehen, wie die Figur

des r1rrigIaEids(hpi1 ,Joseph Sapiens", so sehr ski

auch durci hlosse Riicksichtiiahme auf die Zeit, die Mcinung

zu empfelilen scheint, wir diirften in ilun dcii .Joseph

Sapiens" Gerbert's erkennen , sieli doeh iintcr unscrn

Minden, veriluielitigt und zerbrrkelt, wenn mail fragt:

Liegt irgeiid ciii Grund vor, dicseii Josef aueh ais ,Josef

Tspanus" zu bezeichnen? Ist es niclit ais ciii wahrcs Guick

zu bctrachteri, dass die angeflihrten Stellen im Zedierschen

Universal- und •Tcher'schen Geiehrtcn-1 4cxikoii, deren

Ursprung und I-Ierkunft im Vorigeti iiacligewiesen ist,

dem spfirenden Auge des Gcschichtsforschers entgangen

sind, bevor sic noch Zeit gehabt, Verwirriing zu st.iften

und den Argiosen auf eiiie falsehe Fiihrte zu loeken

Kcliren wir daher wieder zu unserer in Nr. 9 abgebroeheneii

Untersucining ziiriick , und werderi uns den

Ver1iitnisscii der •J mien in Frankreich und Spanien au!

14 Freilich sind dieseben wenig bekannt, und die

\achrichteii, die wir von ihncn hahen, sind sehr diirftig.

\ir wissen bios, dass jiidische Kaufleute schon in friher


Il

/»iI III 1P . ltjviiizen des rmischeti Reie1i'

lamen, hier Handel triebeii und Niederlassungen grin-

(leten, und ebenso, dass jiidiselie Krieger, ais Gefat1g!R.

(lie die Kaiser Ves1asiaii 1111(1 rlljtflS erbeutet liatten, eliit'alls

nacli Gallien und Spariieii geffihrt und hier von ihreii

Glaubcnsge!IosseIl iosgekauft wurden, im T.hrigen aber (iii

lUitiier, und nielit fur eine zurickgesetzfc. \Tolksklasse

ialteti. Auch spiiter, ais die Frauken (las Christentum

an ?lahrnetl. bliehen die .Juden zuiuieiist unbe]ulligt, demi

('liiodwig batte zwar 496 das athaiiasianische oder katliolisehe

Glaubcnsbeken ntnis abgelegf, aber einerseits war

dies rnehr ans Politik, ais ans Fberzeiiguitg geschehen, 50

(iass die Fratiken noch iiingere. Zeit hitidurcli haib und

liai1) Heiden blieben, an(lrenteils i)rauehte Chlodwig, (la

die Erbihige semer Si hne gesiehert war, in dieser H insicht.

die Ililfe der Geistiichkeit. nicht in Anspruch zu

nehmen, und sich duich Riicksicht auf sic iiiclit etwa zu

,judenfeindliclien Massrcgeln bestimmeit zu lassen. Ais

aber die Macht der merowingisehen Kuhiige sauk, begane

fir die Juden in Frankreicii auch enie Zeit der Bedriickung.

Den Chrisl:en vard uritersagt, an jiidisehen (astmiih1ern

teil zu nebrneii. Zur Osterzeit durften sieb (lie Juden auf

Strassen uiid PItzen nieht sehen lassen, zu eiiiem obrigheitliclieii

Amte und zum Kriegsdicn ste wtu'deii sic n ieht

zuge]assen u. s. w. Mit dem Regierungsantritt der harolinger

trat lïir sic wieder eiiie bessere Zeit cm, Karl der

Grosse begiiistigte die Judeti und heseliriinkte nur ihren

Rancie! mit Getride iitid Wein, wil el. (leu ans (1cm

Fiandel mit .1 4ebensrnittelii gezogeneii Gewin n fur unrecht

ansah seiuier an den Khalifeui Barun ais liascliid abgeschickten

(-esandschaft. (Teren Auifiihrer zwei Edeileute,

.Landfried und Siegismuncl, wareiu. war cm Jade lsaak

heigegeben, anfangs mir ais ]iolmetscher, ais aber die

beiden eigentlichen Bcauftragten auf der Riickreisc gestorben

wareui, ais Trger der Gesa]1dL51'llaft. 1)a (las

Schiif, aiif weichem er sic.h befaiid, und welches die Geschenke

Ha.run al Raschids e,itluielt, durch eineii Sturm


von den iihiigen getrennt. ward. miii erst, iiiigeMniiatt

spi ter, ais (lie anderen an das Land gelangte, begah sicL

Jsaak ailein nach Aacheii zur Aiulienz, iim hier 13eric1i

zu erstatten. Noch gisse.ren Einflnss er1aiigtn (lie Juden

iinter LU(l\vig (loin IFrornrncn und dessen Fran Jndit]i.

Ludwig biiligte ihnen cine A..nzahl 1Er] eiehteruiigeii.

liciten und Vergiritigungcn zu und setzte cinen eigneii Beamten

ciii, der (lariiber wachen musste, da *i jute Privilegien

tiielit geschiidigt wiirden. Sein Tite] war Juden -

meitti, miigister Iudaeornni, sein Naine Eberliard. Pie

•Iiiilen (lurftAa gatiz frei mi Aushiifflf- Sklaveii aufiçaufeii

niid im inlande verkaufeii, ihnen zu Liebe wurden die

Wocheiiinirkte 'voni Sabbat aiif don Soiintag vericgt, von

der Feuer- und Wasserprobe ais Beweis ciller Schuld,

wareti sic befreit, sic duift.cn niiheschrnIteii Handel ti'eilien.

iiur musstcn sic an don Fiscus eine Steucr daffir

zahieti; Juden wareii die Steuerpicitt.er iuid hatten dadiu'eh

gegen ausdriicldiulie Bestimmungen des Kanonisciien

Rechtes cule gewisse (ewalt iiher die christiichen Steuerzaliier.

Es ist uiiter solohen Finst3i.nden iiielit zii verwniiderii.

dass sieli (lie Christeii. inshesondere die christliche

Geist.hiehkcit, durci soiche Bevorziiguiig heschwert

fiihiten, 111(1 dass Agobard, Erzbischof von L yon, mit

bittern Kiagen hervortrat. Die, Jiiden, beschwort or sic!1

dein Kaiser gegeniiber, selidigt.i.ii miter dcii obw'alltenden

'V'erhItiiissen don christiiclien Giniiben, sie reilet.en ciiifiilt.igeii

Christen ciii, der Kaiser sei ilineit der Patriarelie.n

wegen gewogen, sic 1itteii froien iuid elirenvollen Zutritt

bei Hofe, die vornehnisten Miiniier erbllen sic]1 iliren

Segen, sie zeigteri prchtige Kleider, die ihren Wciberim

von 1-b fherreu verehrt worden sciemi. unerfahrene Christen

spr'iiehen offen aiis, dass ihnen jiidisehe Kanzcrcclner bessor

gefielen, ais christiiche (reistliche U. S. w. 70 ) Und dabei

blieb es nieht; kurz ver seinem Tode. 839, musste. es Ludwig

iioch erieberi, dass ein vornehmer Hofdiaeonus, Naniens

Bodo, nachdem or zu einer Reise nach Rom cine Ge.Id-

T Tnterstiitzung erbeten und erhalten batte, zuin Judemitum


ÎE

Liherging, den NnLIRI L Eleazar annahm, nach Sai'agossa

tloh, sich heschne.iden liess und 847 die Sarazenen auf

)orderte, die unter ihnen lebenden Christen entweder zii

tMten oder zur Annahme entweder des Judentums oder

les Islam zu nitigeii so• Es verdient iibrigens bemerkt

m werderi, dass tinter dem ebenfa.11s wegen semer Frmn

Ligkeit geprieselien Kdnig Heinricli II. oder deni 1-Iciligen,

ein iihnlicher F'afl vorkani, dass iiiiinlicli ein gewisser

Wezelin, Cleriker eines Herzogs Konrad, zum Judentunie

i1erging81). Ais aber die Macht des karolilLgischen 1-fauses

sehwand, (lie Barone iiberrniitig und ungehorsain wurden

und machten, vas sic woliten, da war(l auch die Stelliing

der .Juden eiiie seliwierigere. Deiiti Allodialgiiter zu erwerhen

und zu hehaupten, war jetzt fur sic nicht leicht,

da die KSnige iiicht rnehr wagten, sic von der Pflicht (1er

Àllodiaigutsherrn, Jem Heerbann Foige zu leisten, zu liefreien.

Sic zogen es daller von, sicli gegen Zahiung einer

Gejdsummc in dcii Schutz eines Herzogs, Grafen u. s. w.,

der die Macht besass, soichen zu gewiihren, zu begehen,

s. g. Schutzjuden. Zugleich war es fur sic schwer, Geld

zu erwerbeii, denn Han dwerke wurdeti rneist von Hôrigen

he.trieben, die sic doch nicht waren, die spii.ter entstandenen

Ziinfte schiossen sic ans und so blieb ihnen demi,

wenn aie nicht Aerzte waren, nichts iibrig, ais Handel

und Geldgeschfte in irgend einer Form, Handel mit

Spczereien, mit Gold- und Silber-Arbeiten, ferner Bescii,ftigung

in Miinzen 2), Besorgung dci' Geld-An

eines Grossen ais Scbatzmeister u. dergi. Vor aflem aber

war es der Handel und zwar der Sklavenhandel, der fast

ganz in ihren Hiiiiden war. In jenen kriegeric.lien, rohen

ruhelosen, gewalttliàtigen Zeiten hatten, seitdem die Araber

bei Xerez de la Frontera die Westgotheii unter ihrern

Knig Roderich 711 b€'siegt und die Unterwerfung Spaniens

he.gonnen hatten, Kriege und Fehden nicht aufgehdrt,

Kriege zwischen Muhamedanern und Christen. zwischen

Heiden und Christen. die Sachsenkriege Karis des Grossen,

die wiederholten Einfdile der Sarazenen in christ-liches


(-chiet, in den Jahren 92083). S5. wlj UuI'zliIJna gestiirrnt

und ein daselhst l)estehelides, dem Skt. Peter geweihtes,

Xoiunenkloster zerstrt ward, so (lass Graf Bore]].

ais er Barzellona wiedei crobert Latte, es wiederherstelIt,

und seine Tochter Bonutilia ais Aljtissin eunsetzte 84 1. 1018,

die Rau}izige der NornianncnsG). die Einbriiehe der Fitgarn87),

liatten G-eiegenheit gegeben, (Tefangene ,j edcr Ai-1

zu erbeuten. 1)ass diese von dcii Siegerii, mocliten

CI iristen, .J uden, Muliamcdaner oder Heide ii sein, nivIII

anders ais Vieh behandeit, versclienkt und verkauft wnl'(h-ii.

dass man ihre dciii Sieger iinverstiid1ic1ie Sprache mit

(1cm Schnappeii und Heulen von Hunden vergiieli, liaben

wir in .Anni. 85) gelesen. Solehe Gefangene min zu kaufiii,

war (lallials besonders dits Gesciiiift der ,Judeii. Sie Insasseti

weit ausgedehiite Verhindnngeii, wareii am hesten

im Stande. die (Tefangeiten nia ()rte der Schlaelit, -,vo sie.

dcii Siegern 1stig werd.en nitissteri. uni ein Billiges zu

erstchen, wussten. wo sie Abiielirner zu fiiidn hoft'en

diirftcn und woliun der Transport ani vorteilhaftcsten zu

lenken var. Die inoralisclie Seite (heses Sklaveiihandeis

zn hedenken, var man in jeneii rohen Zeiten nieht feinfiihlig

genug 88). Bevor wir zu den Verhiiltnissen auf

der Pyrenilischen li-lalbunsel iibergehen, miissen wir einen,

wcnn auch iiur iliielitigen Bliek werfen auf jene Liiiider,

die, auf der Greuze (les lieutigen Fi'aiikreieh und Spanien

gciegen, zu versc!iiedenen Zeiten dciii eitien iiiid dciii ailderen

dieser IReiche zugez'âlilt wurden. Das beste Mittel,

dies darziistellcii, wiirdc freilich eiiie Karte jener Liinder

sein, in Ermangeliing eincr soichen aber nigen ciii Paar

Worte. ans \Verkcii stehen, die jene Zeit und ,jcne Gegenden

betreffen. So finden wir in friiherer Zcit, in der der \Vestgothen

und Pipuns, zwar die Beiieniiung: Beide Spanien, iiihn-

Iich das ,jenseitige oder eigentliche Spanien, und Septirnanien,

welches in Gallien auch (las diesseitige, jenseits der Pyrenien

das jenseitige Spanieii geiiannt wurde (aucli der

Name ('l'othien fur Septimanieii wird gebraucht); ailein

die Xameii: Spanische Mark oder Catalonien konimen vor


U I

I\Iil uni noci, iiiclit vor 89). sondera ersclieinen

ist s1ditcr 90). I)esglcieheii ist es von W whtigkeit eiiieii

zii \ver!eli aut U i'i'Iit und Spraehe in jelien (irdnz-

LeI)iCteI1, woriihcr wir an derseiLeii Stelle A.ufs( .hl liss erlndten

91), indem \VIF dus Gebief, des iimischeit Redits,

iitsbesoiidere des rIheo (1osia Iiis( I tI , I1 Codex sjch hunier rnelir

rweiterxi, dus dei deutsehen S1)rache aber sieli verengerit

ehn. Bedenken mir mut, dass geiade (lei- Sklavenliandei

inc Menge und Gesetze Bestimmungen ntig marhte, je

îiaclideiii der Sklavc Reide, Muhanteilaner, Jude oder Christ

war, dass besondere Verordnuiigen bestehen inussten fur

tien Fult dass cia heidnischer, muhainedaniseher, u. s. w.

Sklnve dent Judentum oder Chii'istcntmn beizutreten

wiinsciite, wenhi, vas aiieh vorkam. cia maitriseher oder

jiidischier Herr, seineil Sklaven mit otier gegen seinen

\Vil len beschnitt, ciwiigen wir fera ci, dass aueh aitiiere,

ais nus deiu Haiidei hervorgeliende, die Juden angehende,

Bestitinnungen vielfachi weciiseiteii, baid Geitnng besassen,

bald SOl(1IC verloien hatteit, dass eudlich die Besehliisse

der Concilien zu Meaux und Paris unter Ludwig dem

Frommen den Judeii hekaunt sein mussteii, so sielit mua

sofoit, dass sie die Kenntnis des Lateinisehen nieht etitbeltreit

koniiteii, wenu es auchi nicht gerade ihre S 1irnelie war,

und dass sic stets der luteiniseheji Spra('iie Kiuidige ais

Berater miter sali habeii inussten, welin sic sich iiielit an

den aiten Satz : ,,Tgnorantia juris nocet" auf uniiebsanie

\\rejse eriiniert selien woliten.

Xliniieh lageit die Verhiiltnisse in Spanien. na.clitlem

87 dci' Westgothen-Knig Reccared das Ariatiiselie UIaubeiisbekenntnis

abgeschworen und die athanasianisehe odei'

katholischie Lelire angenonimen hutte. Dii wiirde dcii Juden

ïintersagt, christiiclie Sklaven zu erweilien, Ehiebiindnisse

mit Chris'tinneii einzugeheri, f?entiiehè Aniter zu bekleideii,

u. u,, vas Ailes sic damais ais clac Bedriiekung empfanden.

Da zudemii d'as West.gothiische Reicit cia Wahlreich war,

und die Grosseii des Landes dalier Gesetze nur in soweit


152

beaehteten, ais ihnen heliebte, su ri huld vllige \i

wirrung eiri, bis sich eiidlich die •Juden mit den Arabero

in Atrika verbanden un(1 sie hei der Eroberung Spaniens

uiiterstiitzten. Dadui'li zogen sie sicli treilicli den Vur

wtirf des Laiidesveriats zu. der melirnials wiederkehrt

obsrlion es in vielen FiLilen seliwer zu entselieiden

wiilLIe. wer seit lngerer Zet im Lande iebte, die Judi

oder die sie des Verrats Ankiagenden. Bei den Sarazeiui:

faiiden sie fieundiiches Entgegenkommeit, erhielten Bel i-

giorisfreiheit, durften G ericlitsbarkeit iiber G-iaubensgeiiossen

iibeii iinil hatten nur gleich dcii unterw(,Ifenen Christen

ChiC Kopfstiier zu zahleii. i)enn dam aucli dieseii gegeniiber

die Muhame(Ianer 1)uidung iibteii und besteliende

Einriclitiingen niclit aiitasteten, er±ahien 'wir von Niernand

aiiders ais von dem piipstlichen (esaiidten Len, der uni

dcii Vorwnrf Gerberts und (Ter franzisisclien Biselife. die

rihnisehe Kirc.lie liaI (e dureli das sindhiafte Leben dei,

Pipste aile Aclitung iiiid ailes Anseh]1 verloren, zu eut-

Iuiiiteii, in einem an Hiigu Capet und seineil Soliii Robert

geriehteten Briefe anfiiliit., erst neuerdings seieii deni

I'a])ste von dein Erzbiseliol Theodorus von Agypten, }[orestus

von •J erusalem, und Juliajius von Cordoha Beweise

der Hocliaclitung zugekoinmen. Wir ersehen also, dass

die Sarazenen (las Fortbeste.hen cilles Erzliistuins an (leu

genannten Orii fe, insbesonele.re in Cordoba, (iuideten 93). Wie

von Fraiikreicli gingen anch voti Spanien ans iifter Anfragen

au clic beiden jiidiseben il-I ochseliuleui zu Soia (1(1er

Sura, ituni Puinpaditlia oder Anbar, beide am Eiiplurat

gelegen , mu iiber Fragen des Dogmas oder (les Ritus

Bescheid eiuizuliolcn , Aitern seliickten ibre Saline dahu,

damit sic dcii Talmud kennen leruiten und ais Talmudkuuidige

zUriickkehit(ui. Dit (las Aiabischc im maurisclien

Rei(lle clic oftizieile Spraclie war, welche von Allen verstandea

werden inusste, verstehen wir, vie es mdgiieli

var, dass damais, ais cler Danipf noch nicht bekauuuit wal,

so weit.e Reiseui unteinonuinen werden konnteuu, wir verstelien

aber aucli, dass die J uden die Kostspieligkeit und Be-


1&lhui1 erkannfen, und dass sic, ais sie

lie uiaurischen }lerrscher sieh vont Mutterlande inniler

itielir losrnachen, und in Cordoba eiue 4 kademie griinden

aIieti, sieh ebenfails von dèii IToclischuleii des Ostetis unabhi-ingig

zu inachen bestrebten. Uiid in der Titat, die

Gelegenheit dazu zeigte skli bah!.

15. Miter den spanisehen Juden lebte 915-970 Abu

•h»of Chasdai Ben Isaak Ibn Schaprut, aus ciller seit

langer Zeit in Spanien anslssigen jfidiselien Familie. Er

scheint nacli alleni, was mai) ilber ihn hurt, ciii iiusserst

hedeutender und gewandter Manu gewesen zu sein. Sein

Vater Isaak war wohIhaben[ und liess seinem Soline eiiie

sorgf3i1tige Erziehung zu Teil werden. I nsbesondere trieb

derselbe Arzrieikunde iind Spraehwissenschafteii 94). I)iese

Keiintnisse und seine G eschineidigkeit. befliigten Cliasdai

ijesonders, diplomatiselie Gesehfte mit Erfolg (IUIelI'/.Ufiilircn.

So gelammgte lin Jalire 944 .-- 949 eine (csaiiiltscimait,

(les byzantiuisehen Kaisers Konstantin VIII. an dcii

Ili;tIifn von Spatiien, Abderraliinan III., 912-901, uni

au ilun einen Biudesgenossen gegen (las morgeiiliiii ilisclie

Khalifat zu gewinneli. iDiese Gesaudtsehaft brachte viele,

reiclie Geseheimke mit sich, dariumter mmcli cia scliSiies

Exemiiplar chies griecliisclien inedizinisehen Scliriftstellers

l)ioskorides. Da aber Niemnand uni I lofe Abderralimaiis

Gricliisc1i verstand, so wanilte shim der Khalif ait den

byzantinisehen Kaiser und bat uni Zusendung eines Mamies,

der neben dciii Griecliisclien auch des Lateinisehen miiclitig

sei. So wurde eiii Mmieh, Nicolaus, geschickt, der iTeim

T)ioskoriiles in (las Lateinisehe ffbertrug. Tinter demi

Àrzteii Cordol)as war aber nehen ilem Arabischemi alleimi

Chmmsdai auch (les fateimiisclieii kuiidig; er iiberset.zte da-

114m die von Nicolaus gernaclite ]ateinisehe Tlebersetzung

ni das Arabisclie 55j. flerselbe Chasdai war aueli eine

wiclitige Persoim bei eiiier Gesandtscliaft, die Kaiser Otto T.

956 - 959 an denselben Kha1iIii Abderralmnman scliickte.

Letzterer Imatte niimljch dem Kaiser Otto dureli einen

Botsehafter bei irgend culer Gelegenheit ciii Sehreiben


herreieheii lassen, welches einigt iï i t 'Iiiit itwiï b'.-

ei(1igetn1e Stellen eiithi1 t. Lan ge beriet man aiii Hot".

Ottos. man vus thun sol le. iuid lieseliloss axa Ende, zwci

Miiiiiiei, A ilgilianlilus und Vvido an den Ehalifexi zi I

sendeii • uni den Resiich und das Sebreiben bei Àbderral

niaxi zit erwidern. Eue aber die Reise niigelit, benimii

sieli Vvido (von Angil x'amnus ist iii(-ht mehr die Rede) sû

dass el' IILL-3 dem Moster gjugt virtI, uiid es handeit sicli

mm daruin an seine Stelle einen Andren fuir die gefiirlhlie

Fahrt zu finden. Endlich erliiel:et si(-Ii Joliannes,

Abt von (iùrze (hei Metz), dcii Auftrag zu uibernehmen

und bi'ingt mit }Iilie Cliasdais die etwas heikie Angelegenheit

gliickiich zu Ende Uurch solehe 1111(1 Jiuu1ic1ie

I )ienste stieg natiirlic.li dessen Ansehu, er ward zugleich

Handels- iiiid Finanzministei, durcli seine ITindc Ilossen

die Abgaben und 711e in die Staatskasse, kurz ci iialiin mîe

bei dcii Juden des Orients die Stellung eines Resch-

Glutha, Exilarchexi oder A chmalotarchen cm, weiuzi er

aucli diesen Titel nicbt fiilirte. 1)iese Stellung batte er

tuiclit iiur tinter Aljderia]inian, sondern ci behielt sic aucli

miter dessen Solin und Xaeuifidgt. r. dcxii wegen semer

Verdienste Um (lie Wissenscliaften und Kiuiste gleich

seinem Vater bcriilnnten Alliakem II, 961-976. Wie

diesé Beiden beniiiht waren, das a.rabische Voik niclit nui

durcli dcii Erfolg der Walfen sonulern aucli d_nrcli

Lcistitngeii auf geistigem Gehiete zu heben, so war aucli

C liasdai bestrel it, seine Glaubensgen ossen in j eder Hiiisielit

zu frderxi. So riclitete ci an dcxi Cliagan J osef der

Chazaren am Scliwarzeii Meere, deren Fiirst ilen jiidisehen

(ilaubeii angenommeil halle, ciii Sc.hre.iben und liess es

durci zwei Auden, die sieli mit einer Gesandtschaft des

siaviselten Knigs Tiunu oder J)ukii, ail der uuutereui I)onau,

in Cotilova enigefuuidexi hatten, an iliie Adresse gelangen,

(Ter bald darauf crfolgcnde Z usai) mien bruch des Cliazareiireichs

aber verbinderte, dass Cliasdais Beiniihuuigeii ciii

greifbares Resiiltat hatteit. flagegen werdeii seine Bestrebungen

gerUhmt, die hebraiselie Poi.sie, der sieli zu


iiei, Zii ttiItciidcii arabiseheii gegeniiber zu frderii,

ie damais lehenden Grainniatiker und Iflichter Menachem

Leii Saruk und r)uiiasch Ben-Labrat zu unterstiitzen und.

die Iiebriische Sprache von dem aiif ihr iastendeii Banne

1er Starrljeit und lJnl)ehuilfhcllkeit zu befreien. Vor Alleiii

ther war Chasdai bestrebt. das Judentum des Westens

unahlningig zu maclien von dem des Usteiis, und da die

ltberUhmten Hoelisciinien zu Sora und Atibar aus Mangel

mi Mitte!ui offeni)ar ilireni Verfalle entgegengingen , an

jurer Steile eine soiehe in) \Vesten. in Spanien zu er-

'i'hten. 1)er Zufail unt.erstiitzte ihn dabei. Es waren

im1ie1i vier Raijbiiieii aiisgesandt wordeui, uni Geidbeitriigc

ffir Sora einzusanimen. An der Kiiste italiens hatten

aile vier dits i\Jissgeschick , ciuuein maurisch-spanis elle ui

Seeriiuber, Nameuis ibu Rumaluis, in due Hiinde zu failea,

iind iii die Sklaverei veikaulï; zu wcrden, und zwar der

eiiie, walirsclieiniich Ben Isaak Cohen, naeh Narbonne,

cler zweite, }Iuehiei, an die iKilste von Afrika. von wo

ci nacli Kaii'wan gelaiigte. dci' dritte, Sciiexiiaria Heu-

Elclianaui nach Alexandrin, und (leu' vierte, Muses mit

seinem Siinchen Chanoeli oder ilenoch, nach Cordova,

948 il. (In. i?) Hier begab er skh in seinen Sklaveukleideuui

in dits Leiirzinnuicr (les Gottesliauses und 1irte

die Vetinuidiung iibcr eineui Reclitsfall mit an. Ais hier

manches auiders, ais er es von Sora lier gewolint WiLr,

dargestelit wurde, maciite er Einwendungen, dits zuhi3rende

Voik ward auf ihut aufmerksam und wiildte ihn seliliesslicli

zum C)bcrluaupte der .1 udengemeiiule. Ais der Kapitiiui

lhn Runnuhuis hie-von Kuuide erhuieit, verlangte er chien

luiiluereii Picis, ais der \var, fur dcii er Moses hingegelwn

batte. Alleiii der Klialif Abderralnnaiu bedeutete ilun. siehu

zu I)eruhiigen. So gelangte dci' Talmud nach Spanieui.

Xaciu Aiderralunans Tode ijusserte seiui Soini nuni Nachfolger

Aihakem II den Wunscii, eine Ubersetzung des

Talmud odei dci' Misehnah in das Arabisehe zu besitzen

und eiuier dei, Sehiiler des Muses erfiilite sein Verlangen;

es war der dem Sohne des Muses, dem inzwischen heranu


66

gcwacliscin-u }Tt-noli. an TaluIi-i\iiI i- gh !i,

an4lreIn \Visseii aber, namentlich ais i)ichter in hebriiscL r

Spracbe, überlegene •Tosepii Ben-Isaak Ibii Abitur Bn

Stn n as, aus ciner alten angesehenen andalusischen Famili.

Es war dalier hein Wunder, wenn er sich nicht nur duit

Khalifen, dessen Wunsch er erfiillte, sondern iioeh aiidre

Freunde erwarh. und wenn niaii iha anstatt des Soiiiws

(les verehrteii Moses bei desseii Tode uni 968 n. Chr.

zum Xachfblger ernannt zu sehen witiselite. So lange

•jedocli Chasdai lebte. bis 970, blieb Henolis Rabbinat

unangefocliten, dan ii aber traten die Bestrebungen dey

ibm abhoid ( isiiinten iminer deittiielier zii Tage. Aihakem

jedoch rieht etc si(-Ii nacb deni Wunsciie der Mehrlieit der

Gemeindi- lwstiitigte dcii T-Ienoch ais Naeht'olger seines

Va.ters. iiiid ais sic-li •J osepli Ben-Abittir pershili(-Ii au ihu

wan(ltc und mi Vertrauen auf seine Kenntnis der araliisclien

Literatur. sein Talent mir i)icbtkunst und den ibm dureb

die T.bersctzung der Mischnah geleisteten T)ienst (lie Zuriicknalume

dieses Beschlusses zu erwirken hofft.c, sali er siel)

bitter getiuscht, demi dci' Rhalif erwiderte: ,,Weim meine

Araber midi se vei'seIimi1iten. vie Dich f)eine GlalTbensgeno.ssen,

.n \viirde ich mciii Heidi ve.rlassen, Teb kann

Dir nui' dcii I at erteflen, auszuwauderii. So gescliali es

aueh. Josef Ben Abit.ur riiaclite von dci' Provinz Bagiana

()der Begiana iuii G-ebie.t von Murcia ails eineii Versuch,

Moses Stelluiig mi erringeli, ba.id aber uiiusste ci' sieh

iiberzeiigetu, dass dies vergeblicli sein wiirde, ci' ga.h dalier

seine Beniiiliungen auf, schifite sieh naeh Nord-Afrika cia

und begab sich von da liber Agypten nacli dciii Morgcnlande.

o('hma1s schleu losef's Reit Abitur Sterii zu

leucliten, demi ais 976 Alhiak-em mit Hiiiterlassung eines

unmiindigen Sohues 1-liscliain II starb, fur welelien der

beriilimtc und thatkriiftige Vezier Muhame(l Aluna nsor

von dci' g1'itiel1 Insel 98) die Regieruiig fiihrte, derselbe,

dci' 985 Barzeloiia erstiirmte, gelangte cia Paar Auihnger

Abiturs, der Seideuifalirikant (Seide war damais etwas sehr

Seltenes, sic w-urW nuit Gold anfgewogen und Seiden-


F7

1ihiik:ii gaL in Spanien wolil nitr an der siidiichen

Kiiste in Ameria) Jacob Uni G'au und sein Biuder Josef

zu Ansebu und Guiist, und der â1tere Brader ward (mil

zum Oterriehter iiber snit1ic1ie jiidische Gemeinden

diesseits iindjenseits der Mee.renge von Gibraltar (Andains

und Maghreb: fUr die natiirlichen G-reiizeu hatte mail

damais wcdcr G-efiihl rioch Verstn(luis) ernaiitit die Cordovaner

Gerneiiide erkannte ihu ais ()berhaitpt an und

huldigte ihm. Das ente, was er that, war, diss er T-Ienoch

aiizeigte, er habe sich der rabbiiiisehen IFunktiunen gân7-

licli zu enthalten. Zugleich ward Josef Abitur dureh ein

sciiineiclielhaftes Schreiben, welches aueh ehemalige G-egtier

mit umitersebrieben, eingela(len, sich wieder in ('ordova

ciuzulindemi und das Rabbinat zu iihernelinien. T)och ais

scion Vorbereitiingemi zu seinem Empfange getroffen

wurdemi, traf cia Sehreibcn von ihm cia, in dciii ci l-Jenoeh

fur den des Rabbinats wuircligsten Manu erkliirtc, und ihn

wieder einzusetzen net. Baid (larauf hatte ,Jaeob G'au

dits .Missgeschiek. clic Uuiist Aliiiaiisors zu verlieren iuid

in (las (.-efiiignis gevorfen zu wcrdcn. En vard jedoeli

itacli eiiiein ,Jaiire durcii den Rliaittii Tiiseham, den Solin

Alhakeuiis, wiedem hefieii, (111(1 in seine Steilung ais Oberrichter

wieder eingesetzt, wiilireud I Ieiiucli ais Rahbiuer

abgesetzt biieb, docli starb en Laid darauf, und ebeiiso

staib Henoeli uni 10 14, indem ibm cia einl)recilendes Geiiist,

von dciii nus er am r1lagc des Lanhiiuttciifcstes (lie

Biiebei Mosi voizuiesen pflegte , ersehlug. Man sielit

ideraus deutlich, dass die Spanischeii Juden, su sehr sic

sicli auch in andremi l)iiigeii von dcii .J uden anderer I iinden

untersehieden, damais niciit gesonneim waren, gegen den

Talmud, dcii sic ja soeben kennen gelernt hatteim, auzueffi,rn,

dass aiso die damalige Beweguuig, die sic eigiiffeii

leitteri, fli(i1t mit dci Absielit dci Ausbieituiig kanjiisclier

Aiisiciiteii in Verbiiiduiig stand, wie man zu ineinen geneigt

suiti kte. \\,rolll aber erkeimt flan deutlielj, wie tief

die Fiage die Gemiiter bewegte, ver das Amt cines Rabbiners

in Cordova fibennehmen soute, der Solin des ver-


dienten Moses, dei un alteii Aiisiiihtiii f ti ilttul, I[eioih.

oiler der in 1 )iiigeii, die mit dem Glauben iiu1,ts zu fluiti

hatten, freier deiikeade Josef Beii Abitui; wir erkeniieii

dies daraus, dass dieser Streit, riachdem er vom Toile

des geiiannten Moses 965 bis zur Entscheidung durch

Alliakem gedanert bat, nach dessen Tode wieder erneiwrt

\vii(1 und mati kaun sicli ciné Vorstelluiig davon i,iacheti.

w'ie vici Staub ilerseihe aufgewirbclt lia.ln-'ii mag.

16. Die araluseheii Khaliteii Abderrahman III. uniT

Alliakeni II., die ja ohit ZwoitT bedetitetide Miiiier giweseii

suni, finden wii doua auch bei arabisehea Selur ittstellern

nach (;ehihi gelobt iuoi gepriesen 99), alleitu ciiiniai

haberu iiahoi d.och arge Ubertreibungeui stattgefuiidéii.

wennja auclu an arabische Ziistnde in inaneher Bezieliurig

ein besonulerer Maassstab angelegt werden inuss, und sodaini

haben unvorsiclitige Leser Manches hinein- oder

herausgelesen, was gar nicht dariit stelit. So wird von

Aihakem erziihlt, ci' sèi ciii so eifriger Musehnanii gewesen,

dass or die Weinreben mit dci' Wurzel habe

nus spanisehein Boden reissen lassen, whreiid die 1)etreffende

Stelle nur besagt, e r h n b e si e h mitI; il e m

G cd a nk e n g e tr age n, dies zu thun, ohue hinziizufiigen,

oh derseTbe auch zur Ausfiihrung gekommen. Wirkliche

tbertreibuiigeii liabeii aber in dci' That stattgefuiden.

Demi wie wiire es 11lglicl1, dass zu €iner Zeit, ais die

Entwickelung der arabischen iiteratiir durcli hesti.ndige

1(riege gehenunt var, iind noch nicht ibren Hi1iepunkt

erreiclit hatte, sehoit dus Verzeichniss der Titel einer

einzigen Bibliothek 44 Blinde, was man sieli niicli unter

eirieni Band' voistelleti uhiige, ausgeunacht luiitt.e ; wie cross

lu.tte alsdanui die Aiizahl dci' in einer s1)iiter gegriin(IeteuI

BibliotIuek vorliandenen Werkc sein ittiissen. Ariffiiilig ist

es auch, dass wir die Naineti der arabisclien (ieheimeuuund

1TofTiiite Ab(1elraiimans erfahren 100), von ('Iiasdai

aber, seineti Venhensten und semer Stelhuig, desgleichen

Über, -Joseph Beit Abitur, fiber seine Tahiiud-Vbersetzung

nichts hiiren, und bei Casiri einen ,.Chasdai" oder


nder w1er ,,Hiclai" e.benso vergeblicli

.uchen. auch im Index, ais eineii ..Àhitur, .,Abitliur'

der ,,Staiias", worans hervorzngelien scheint, dass die

Judeii bei dei nuiselrniiiiischcn Bevi1kerung Spaniens

(1QCII nielit sc iwliel)t und geachtt waien, ais, man wobi

denken soute. Nitr nnttelhar erlulit(n xvii' Uher Chasdai

genauere Xaciiricht. Ibii !bi-( )eibia nii.miic}i in semer

.,Geseliiehte der Arzte i'iihrt nach \Iunlc 10 ') eine lie

Ubersetziing des 1)ioseuride lfl (las A rabisehe betreffende

Sielle eines unter Alliakems Solin 1-Tes(!ham H. (976—I00I)

leben(len arabisehen Arztes lbii 1 ),joldjoi, (wahrscheinlich

desselben, dem xvii' in .A.nm. 17) 1) he.gegnet sind), an,

wo sicli derseihe iiber Chasdai folgeiidermasseii ansspri(ht:

..( 1hadai ben Isaak, in der }Teiiknnst bewandert

war im Ï)ienstc Al-Hakems, Sohn (les Abd-al-Rhaman

(genaniit) Al -Nacir, Leclin-allah. C 1hasdai lien Isaak ge-

Ii'rte zu dcii jfldisehen G-elehrten, die iii Keiiiitnis ihrcs

Ge.setzes im eistea Rang stainlen et' iffnet.e seitien

Glaubensgenossen in Andainsien clic Pfirte der Erkenntnis

in dei' religisen Rechtslehre (fikh), Chronologie

u, s. w. Vorher inussten sic sich in Reclitssacheii, wegen

Kenntnis des Kalenders und der Festzeiten ail die •Juden

in Bagdad wenden und liessen sieh die Berechiiung chier

gewissen Ànzahl .Jahre behufs der Kalender-Prozcdur und

der Jaliresantiiiige von jenen kominen. Ais aber Chasdai

hci Al-Hakem angestelit wurde und cine sehr hohe Stellung

bei ibm erhaiten hatte, gelangte er dazu. sieb Ailes,

,vas er an Biiche.rn wtinchte, von den •Jud'n des Orients

zu versehaffen. Seitdern wussten die Juden in Audahisien

vas sic vorhei nicht kannteiu, und wurdcn

der Mtihe, clic sie sich vorher zu geben hatten, liberhoben."

17. Es blcibt uns nun noch iibrig, uns unter den

jidlischen Josefs nach cinem soichen uinzusehen, welcher,

dcii liber ihn gemachten Angaben iiach, dei' von Gerbert

erw'hnte sein kiiiinte. 1ass dies mit dem in Nr. 9. von

Abul Pharadsch genannten, der im 3. ,Jahrhiindert y . Chr.


lebte, niclit der Fali ist, ist ottn1nri (Lus Glci&1i gi Lt

von (lem an mehrereii Steflen der M o n y m. Germa ri

Script; z. B. T o ni. II, VI. Vii, X, etc. angefiiliitii

jii(liSCIicfl Geschichtssehreihr Flaviariris .Josephus odr

Josephus historiograplius. Wir eriunrin tins, dass net

Herausgeher der in Nr. 7. geirannten Bi] niiotiipra 1-fispania,

Vetus, in der Vorrede don Verlust des (lie. .Juden 1)etreffeiiden

Tous inedauert. Oh sieh (lerselbe spter witder gefiinderi

hat, odei auf welche 1Vcise sonst der entstaiirlene

Mangel erse.tzt worden ist, vermag icli iiicht zu sagen;

jedenfails enth'àlt der 1. Teil des in Nr. 7. Aiun. 52 ce

angefiihiten Werkes eirte nacli Jalirhtuiderten grordiiete

Anfiili rang j iiriisrIier (-ele1irter bis ziim XVII. •Taii llliLIideL't

(Siglo XVII de la Iglesia), aiso urigefiJir bis linndnrt

•Tahre vor dom Erscheineri des betreffeiiden 'Werkes. lin

Prologe dessiiben findeti wir don ,,Rabi Moseli, tiino de

ios mas fhniosos sabios (le in Persia Con tut hijo suyo

ilamado I. I I anoc" erwhiit., sowie auf Nicolas Antonio

und dcii Cardinal Agiiirre Bezi ig got ommen. P ei, A iifai g

des eigentlichen Wcrkes triigt die Uebeischrift: ..Escritores

rabinos espafioles (les (le la plinwi'a edad de los Sahios

rabanim." Hierauf wird aiif p. 2. Col. 2. wiedcr erwiliitt:

..R. Mosib , uiio de ]os mas famosos Sâbios (le Pombidita",

und inieraiif folgen ans (lerselberi Zeit R. Menachem Bon

Sarue tind 1)onasc, jedenlalis Punaseh Bon Labrat, deren

wir uns ans Nr. 15 erinnern, beide ais Graminat.iker angefiihrt

aber in (las Jalir 836 vcrsetzt. lias X. Saeeulurn

wird gai' nicht erviiliiit, sondern aiif das vorlier Mitgeteiite

folgt sogleicin ein Abclinitt. iibcrschrieheii .. Escritores

rabinos espanrnlos. Siglo XI de. la Iglesia', den .. Samuel R.

Bon ( iopinni Hacohen" in Cordova ,,en aflo (la niundo

4794, (le Christe 1034 hetreft'end, Von soicheri, die dcii

Namen Chasdai fiihrteii, von denen auch in Wolfs Bibi,

Hehr. T. und III. nielirere genaiint werdeu, wrrrden hier

bei Bodrigiiez de Castro mu' aufgefflhirt: Ein Abraham

Ben Schentuel Chasdai ans dem XII., und cia Chasdai

Qresquas von Zaragoza aus dein XV. Siglo. Ein Joseph


1wii I .utk 11w \i et ai' koninit nirgerids vor und in ei.nem

Abscliiiitt endlich, der iberschriehen ist: .. Raliinos eSpaflOi's

(le e1a(i incierta, y (le quiches setienen noticias escasas

Y alguilos Arabes espa.fioles que han ese.rito en He.breu,

o cuvas (_)bras han sido traducidas en Hcbreo pur Rabiiius

Espauoles" werden ei'vhnt eiii R. Josepli Hac.ohen, ein

R. Joseph Ben Moseb Beiibenista (le Segovia, clii .Joseph

(le Vega, ciii R. Joseph Barzeloni, cia R. Joseph Penso,

iiad cia R. Joseph Bueno Silva, aber riirgend cia Josepli

nipiens oder •Joseph Ispanus. Erwhuit sei mir iioch,

dass ani hiiufigste)t der Naine Abraham erseheint, ii.niIichi

33 Mal, daim folgt: Moseli 2(i Mal, hieiauf Joseph '25 Mal,

(Iann Izcha1 (Isaak) 23 Mal, ferner Jahiu1nob (Jacob)

20 Mal u. s. w. Per Naine .Josef ist als(j bei dcii Juden

einer der hufigsten.

18. liideni wir soniit am Schiusse uiiserer Uiitersueliung

aiigehangt siiid, sei es, l)evor wir das Ergebnis derselbeti

initteilezi, gestattet, ituf ilie in Sj)àfli(ii ZU •jOhl(1 Zeit

herrschenden Zustânde eineii Blick zu werfeii. Betraehtcn

wir die obigeii Aiimerkuiigeii 83), 84), 85). 86), 87), 92).

so erkennen wir, (lass derjenige .inc sehr liTige Ansiclit

von der Lage der i.)iiige luiben \virde, der meinen wollte,

jrn 10. .Jahrhundert sèieii die Bewoliiier der PyreILischen

Halbiiisel und der angrerizeiiden (iebiel.e zur Rulie go-

Iangt. I)enn vir ersehen nus dcii genaiiiiteii Stellen, dass

1'rankreich und Spanieii von den Norina.imneii, LTngarn und

Sarazenen, von letzteren namenthidi die Spanisclie Mark,

Septinianien und die Provence, bedrngt wuideii. Wir

findeii dies auch besttigt durch Liutpraiids Antapodosis

und Floi[oards Annalen 10 ). Doeli (las Zusainnientreffiii

der verschiedeneii 'VWker war iticlit immor ciii foiiidlic.hcs.

Handel und Wandel fi1irten auch friediiche Begegiiungen

herbei, das eine leinte die Sprache des aiidren, frèilich

nicht sogleicli iiach tien Regelii der Grainniat .ik, sondern

man spraeh die fremden Worte bios nach deni (ieidh' und

Kiang, schrieh sic auch wohl (natiù1ich mir diejenigen.

(lie ilbcrhailpt des Schreibens kundig waren), aber mit den


7

gewohiiten Schrift.zeichii, winlurvh ti'i eh die gi,teii

Irrtirner entstaiuTeri. 'Man verweehselt z. B. die in Nr. 13

genanrite alte Stacit Rai, latinisiert Raja, am Caspiscllî

Meere, mit der Stadt Roja in Spanieii unweit Malaka iIII

1sst den ,,Alrazi, Hispaims Cordubensis, origine tain ii

ex urbe Ra ja (wide ortiis etiam est alter Philosophas \:

medicus .....Moharnaci Bon Zacharia Hazi dictas)

Cordubac Historiam & Geographiam ad instar Bagdadeiii

IlistOi'iae schreiben 103). Auch die iNarnen geberi vielfiiehi

Zeiignis von der Miscliiing der verschiedcnen Vlkcr.

eriniiert (tcr in Nr. 7 bei Rodiilfus Gla.ber vorkonimeiid

Name Maurigenensis, eberiso wie der in Anm. 36 b) augefiihrte

Maurogenus (der Abkimrnliiig (les Mauren) an

die maurisclie TIeikniift des Betreff'enden, Oui iii der Appeti-

(lix Marcae His1janicae (Acta detlicationis Ec.elesiae sancti

Stephani Baliicolejisis An. 88). Ex archivo monasterii Balneolensis

col. 821-822 angefiihrtcr ,,A i'ald Presbvter" 04)

mahnt an einen Geistiiehen, der von arabiseher Ahkunft

war, ,,des .Tnalaralii" (L Ii. .,Solin des Arabers, der A rahet'

wnrde schun in Nr. $ gec[acht; der auch in Deutschland

vorkoxnniende Fami I ien n aine ,, Sarraziii" erini rert an zii -

gleich frauzisische und sarazenisehe Ahkiinft; das am Einfiasse

des Taro in die Garonne gelegene ,,Castel Sarrazin"

beweist diirch seinen Narnen, dass vor Àlters hier ciii eutweder

zain Schutze vor (leu Sarazenen oder ciii von (IOn

Sarazenen angelegtes Fest.uiigswerk sich befand. Ebenso

wie die Verrnischiing der V1kerschafteii war auch miter

dcii drei monotlieistischeii Religionen der tebertril.t aus

der eineii mir andren iiichts Seltenes. Wir haben hier

soeben in ,,Arabi Presbyter" einen Priester kennen gebrut,

der zu seinen Ahnen chien arahiscIicn Re.negateii

zihltc, in dein inehrfach angcfiihrteii Werke Mabillons

Annal. Beiiedict, IV. Liber L. p. 53, wird clic Bekebrung

cmos Juden, Theodolin, bei'ichtet, des Tiiacoiius Bodo und

des Clerikers Wezelin ist in Nr. 14 bereits gedacht worden,

hier mag mir noch hinzugefiigt werden, dass auch einer

von Gerherts Schiilern von jfldischer Herkunft . war. Bei


ÎR

)iii, tiii1ih wii. Fuihert avait pour condisciple

Ierbert, juif d'origine, que son instruction et sa piété firent

iommer abbé du monastere de Lagny;" Bidinger aber

vcrwcist 106) mit den Worten: ,Herbert, der sptere Abt

von Latigny auf die Ol)clI iii Anni. 36 e) geiiaiiiiten Aniialeti

\[abilioiis 107). Zugieieh bcriehtet Biidiiigei' 108), dass xii der

Zeit, ais Gerbert an tien Hof Hattos gekommen sei dieser

dcii Bischofsstuhl von Vie, Vi jucs (Viens, Viens Ausotiensis,

Ausa) inne gehabt, zugleich die Geschiifte eines Erz-

Lischofs des damais in sarazeiiischen Hiin(len heu n diichen

rral.rago lla mit besorgt liabe und bald darauf auch Biséhof

von Girona geworde.n, in dernselben Jahre 971 aber iioch

rmordet wordèn seL Dasselbe berichtet die Marca His-

1Ja11ica' 0 ), und, in etwas andrer \Veise, die Histoire generale

(le Langiie(loc 10) . •'\\rir seiie.ii dcii damais niicht.igen,

hochfahren dcii und hochstrehen dell Grafen von Barzelona

III) die R.echte eines souve .riicn Fiirsteii ausflben

und eigne Minzen prgen, was iibrigcns auch dcii Bischfeii

von Girona und von Vie odei' Ausa gestattet war'12).

Benierkenswert erscheiiieii endlich noch die Unterschriften

rnehrerer, einige Pyren.eiiklister und deren Angelegenheiten

betreffenden Verordnungen des Kiiiiigs Lot.Iiar von

Frankreich 3). W'ir erkerinen aus diesen TJnterschriften,

in denen sich ciii gewisser Arnulf bald as Notar, bald

ais Kauzier Adalljeru's. Erzbiscliofs von Rheims und Grossk-anzlers,

unterzeieluiet, dass cille Anzahl der Pyrenenk1ster

miter der obersten Gerichtsbarkeit des Gro8kanz-

1ers Adalbero von Fraiikreic.h stand, mir sehen ferner, da

letzterer mit Gerbert sehr befreiindet war, vie dieser

von Aflem, was sich jenseits der Pyreneii zutrug, unterrichtet

sein konute., und schiiessen aus (1cm Tmstande,

dass der Ort der TJnterzeichnuiig nicht immer derselbe ist,

sondern wechselt, dass der Sitz dieses, den Grosskanzler

ertretenden Notars oder Kanzlers kein stndiger war,

sondern dass er iiur erforderlic.hen Falls 1)ienstreisen dahin

unternahm, wohin ihu Geschifte riefen. I)ieser mit

,,Arnulf" Unterzeiehnete aber [wobi aueh derselbe, der in


74

der Trkunde einer vont (-rafen Min,j (1(1

Kirche von Girona. gernacliten Schenkung vom .Jahre 968

genarnit wird (Marca Uispanica col. 889)] is wahrschcinlich

hein Andrer, ais der iiat[irliclie $oliii Lothars vor

.Frankreich der nach Adalbero's r1i11 989 auf Hu

Capet's Betrieb zu dessen Nachfolge.r ei'wiihlt, hieianf r

eiiier Synode fr iizsivhrr BLrhfe abzudanki'ii g€zwuiig î I

und endhrli vii (hiil. I>: \vi1i 1 •irisetzt

WlU'(lt.

wiv iiiîiiLi' \\'i ii1ii (tir ...lo1li

Isl) a!llis" uri(r .,J osepli Sapiens', ciesseli (rbert in seiiin

in Nr. 4 erwi'ihnteti Briefen, Ejiistola ((VII) 163117. iiiiil

pisto1a (XXiV) F 5 i 25 gedfnikt, so kirinte man, (lit aucli

die in Ni'. 17 genaiint€' Biblioteea Espafiola. Tomo pi'imero

des Joseph Rodriguez de Castro, Aiim. 52 (t), hieriihci'

keine Auskunft giebt, versnclit sein, tien in Nr, 15

crw'iilint.en Josoph Ibn Abitur fur tien fragliclien zu lialten.

1Jfl(l in (Ter Tliat, ejiien Spanier durfte man ihui wohl mit

Recht nennen, und dass ci' aueh dcii Zunainemi ,,der 'SVeise"

verciente, wird man Angesichts der Tliatsache, dass er

(le!! Talmud oder die Misclinah in das Arahische iiberst'tzti',

iuid mi Hinbliek auf seine dicliterisclie Begabiing

(s. oben Nr. 15) iiimht bet.reiteii. Freiich iiiideii wir bei

Casiri davon iiielits, ja wir suclieti hier sogar seinen Nanien

vergebens ; und auch dci' Lm8t4IJid, dass diesel' Joseph

Àbitur, clic el, Spanien verliess, sich citie Zeil: lang in

der Bagiiiaischen oder Begianiseheit Provinz, \Viè von tien

Arabern dits Gebiet von Miircia genannt wurde 4), aufhielt,

kann unseren Glaubemi nieht bestrken. Ein Anderes

wiirde es sein, we!m wir tîi'fiihi'en, dass er eiiie Zeit lang

m der Spanisehen Mark gelebt hutte; docli davon ist nirgends

die Rede.

20. So befinden wir uns demi trotz der sorgfiultigsten

Nachforschungen humer noch in Zweifel dariiber, wer

wohl der von Gerbert so kmu'z mit tien Worten ,,Joseph

Ispanus", ,,Joseph Sapiens" Bezeichnete gewesen sein

mage, und warum derselbe sich i[ber ihu in den heiden


XXVII 17, und (XXV). 53. 23 SO inildar

ausgcsprocheii hale'. 1 ie A ntwort ist. Es konrite Gerbert.

vI1ig ge.nflgeii, W(>1111 ! or clic Empfiinger derseihen ver-

,taiiden, von weni die ilede war, vor dcii Ebrigeii aber

s gelieini zu lialtengebot die Kluglieit, falis tiieser Joseph

ivorauf auch der Naine hi nweist, wirklich (iii Judewa r;

von jeneli, deni A.bt Gcrald von Aurillac und de.ni Bisehof

Bonitilius in G-irona, koniite er wohi wissen, ilss sic, 'wie

('r e1bst, voriirteilsfrci genug wai'en, 11111 (1CI1 •Veikelir

eiiies eliristhchen Geistiichen und nic.hiiiaIigeii Papstes

toit eineni Juden niclit ansti3ssig zii lindeti. Wir hahe.ii

aber nus Aiim. 92) uns iibei'zeugt, dass HaSS und Verachtung

der lctzteren die ich auf die rolicste Weisc

kuitd gab, weit verbreitet gewesen sein in'issen, w(I.nn

seiche G-cbriiuche, vie der doit beschriebeiie, anfkommeii

nul sich JaIii'liuiiderte iaiig erhalteii koiinten. Ahnhi('he

Erwiguîigeii scheinen aucli Geiherts Schiiler Richerus bestiinmt

zu haben, in 5410cr Gescliiclite dessen Aufentludt.

in der S1euiisclien Mark, fails or iibcr (lenselben genaner

uiiteri'iclitet war, mir kiuz zu heriehten. Seine Worte

hirriiher. Aiim. 22). Cap. 43 sind .,1)ux (t-iorrellus) itaque

non abnuens petenti liberaliter favit, ac fratrum consensu

(4orbertum assuinptum tiuxit, itaque }{att:uii epiScO1)O

ii istruendum coninnit.. A1m1 (l11c'm e.tiani in ni athési pluriinu,m

et officaciter studuit," Hier lesen wir ja deuthch

genllg, dass Gerbert vom Grafeii BorreU von Barcelona

1cm Biscliof von Vie, Hatto. Aiun. 1OS). 109) iiberwieseii

wurde, 1er ., damais oft'cnbai' in freundliclistom Veinehiiien

mit seinern Gehieter Boireli" I stand Du nun Hatto

wohl schweilicli selbst sich der ?iîiihe des TTnterrichtcns

itnterzogen haben wird, so liegt der Gedanke itahe, dass

(lies, wenigstens zmn Teil, nament.lich mi Reclinen, wozu

ja von jehor die Jiulen ais besonders beanlagt gegoltenhaheri,

der genannte Joseph ge.than haben mag. Zwar kami ich lem

nicht lieistiinmen , was Gerhardt 116) sagt: ,,Der lTmgang

cines Mtichs mit einem .Tuden darfinsofern nicht hefremde.n,

ais in leu spanisehen Landen die Juden eine weit 1iere


76

Stellung ais andcrssvo mi btirgirlih Lt-bunHi ialwieii.

demi mit diesen Worten k5iiiien offenbar mir die im nianrisehen

Spanien lebenden J uden gerneint sein hier aber

kommen nur die iii der Spaiiischen Mark, die ja zu Fran

reieh gerechiiet ward , wohnenden in Betracht; diesi

aber unterschiednn sich von dcii fraiizsisc.heii niclit s

wesentlich. .Der Grund fur den freieii Verkehr eiw

Gcistlichen mit eineni Jiiden lag vielmehr andersivo. Mil'

lesen niinilich bei IRicher nur, dass (+erbert aiis (1Cm

Kioster zu Aurillac ausgetreten . nicht aber. dass cr in

ein anderes, etwa in Vie, wieder eingetreten ist. Fii

ihii war also (lie khisteriiche Ordiiung, die afierdings W{)1i I

cinem solehen Uingang huiderlich hitfe in dcii Wcg

treten knnen , nicht niehr bindend. Hatto, der wahrscheiiilich

selbst nieht so iiiigstlicli dachte, batte dafir

einzustehen, dass das, was er anordnete, den kirchiichen

Gesetzen ik1it widerspraeh. Wir }iabeii ferner in Nr. iS

gesehen, dass mm, 111), der damalige Graf Borreil von

Barcelona zwar ciii hoehfalireiider, aiimassender, stoizer

und rn.c1iI iger, licute wiirde man sagen schneidigr. I-1 err

war, der sich mit (hwait in dcii Besitz der Grafsthaft

Rareciona gesetzt hatte 117), dass er aber auch seinen IJutergebenen

imcl den Juden, die seinen Schutz gesucht

hatten, (icnseibcII nachdriicklich ilini wirksam aiige(leihen

zu lassen wobi in der Lage war. Auch die sonstigen

VcrhiiIt.nisse seines Gebietes waren ganz geeignet, ietztere

anziiiockcn, sich hier niederzuiassen, wie (Teun anch in

Barce.lena seit aiten Zeiten vicie Juden lebte.n, so dass

ciii in der Niihe gelegener Berg wegen der vi&eii daselbst

befi iidliclien Grabdenkrniiier mit hebriiischen Àufschriften

Mons Judaicus hiess. 118) Pie immerwJirenden Kriege

imini Fehden koniiten (lem Hamidel, namentlich dem Skiavenilandel

nur erwiinscht sein. A n Kriegsgefangenen, Christeii,

Sarazenen, Heiclen ais Norniannen imd Ungaru, fehite es nieht

und Orte, wo dieselben verkauft werden konnten, lagen nicht

weit entfcrnt. 1m Faile chies demi Juden drohendenllnghicks

aber kounte es nicht sehwer sein, die nahe Grenze des


7

Kha ittts oder die Wistu des Mitt elmeers zu erreiclien,

itin exitweder fur jiinner zu entfliclicn oder abzuwarten,

bis sicli dits (Irohende Fnheil verzogen haben wiirde. Wir

itaben in Nr. 18 Aiim. 112) gesehen dass in Barcelona,

Vie iiiid Giioiia Miinzsttteii vorhanden waren und er.

innern uns aitXr. 14 Aiim. 82), dass (lie Judeti besonders

gern an solchen BeschiiStiguiig sue tcn und iiiiideui. Erw.grt1

wir dies Alles,, so kiiniieii wii', iiiid allerdings mit

ciniger Wahrscheinliehkeit, sagen, dass der fragliclie J oseph

Sapiens ein s. g. Schutz-Jude, N i. 14., des (-rafen von

Barzellona, unit der Verwaltuiig des Vermgeiis desselben

lmeauftragt, oder an eier der Miinzstitten in Baiceilona,

Vie oder Girona besc1iftigt gewesdn ist. Verni titi licb

geniigte ein \Vimmk des (irafen Boireli, ihn zu veranlassen,

dass er den juilgen Gerbert im Reciinen uiiterwies, Jedenfails

war er hein Gelelirter, Rabbiner oder Arzt, demi

das wuirde bemerkbar gemaeht sein, sondent, was man damals

bei. einem .Judèn. oh mit Recht oder Unrecht, mnag

dahin gestelit bleiben , ais selbstverstïnidlicli annahm,

,,Jin1en 1111(1 andere Kaufleute" sagte Kaiser Otto 1119)

KalLf- und Geschiiftsmanmm tinter irgeiid einei, vielleiclit

mebreren, Formen. Mit (lem Namen ,,Cliaeiiam", Sapiens"

der iiberliaupt bei den Judeut, vieiieieht aiieli bei dcii Arabern,

kein sehr seltener gewesemi zit sein sclieint, ameute

er bei seinemi Glaubensgenosseii genauint werden, weil er

der lateinisehen Spraelie, und z'war njeht mir voni Spreehen1iren,

sonderiu soweit kumidig war, dass er ene lateiniseli

gesehriebene Verordimung. Nr. 14, zu veistehen und

eine Sclirift uihcr (las Reeliuien iateinisch ahzufassen im

Staude var, mmd Gerbert mochte , uni un von Anilreii

gleieiieii Naineiis zu uuitersclieiden, diese Beneiinuiig Ucibehaiteui.

Jedeuiiblis wurden die beiden nmehrfaeh erwhiiteii

Bncfe (XVII) I6. 17 und (XXV) [551. 25, und der an

Lupitus in Baruelona gerichtete(XXfV) [601 24, in weleliem

er hesen hifi cille VOfl iliin nus dent Arabisclmeii uibersetzte

Astronomie bittet, bald nach einander und ehi ,lahr

vor dem Sarazenen-liinfail und der Erstiirmung voit


celona im •Tahre 985 geschrieben. \\ iit-ii 1i t Kricg

tuiruhen sciicint der \Terkehr des Notars und Kanz1er

Ainulf mit Jeu Pvreiien-Kldstcrn unterhrochen ge\vesei I

zu sein, (lenu nach 985 findet sich erst wieder mi .JaIii.

988, ais die kriegerisclien Wirreii die docli wolil liing.-i

atiitielten, ais man zu glauben geneigt ist, tiocli niclit I

eiidigt %varefi, ein Se1iIeil)en desselben. Wahrselicinh

hat der iKriegsstiirm Jeu I upitus Bareliinoiiensis, dcii RischofBonitihus

von Girona, den Joseph Sapiens und lessen

1fi&li1ein, den libellas de mulhplicatioiie et divisione numerorum,

hinweggefegt. Penn keine dei genannteii dii

['ersotien zeigt skli in Geibeits Briefen wieder, und die

Sclirift scheint ver.seliolleit mUgiieli aber auch, dass sic

in Rarcelona, 'Narbonne odcr auf ciner der Bibliotheken

(les \Tatikaus. oder von Toulouse, wiedr zurti Vorschein

koiniut. Voti Gerl)eIts Briefen geben mir Epistola (LXXT)

92]. 70 niai (CXII . [1201. 112. Xachrieht von jenet,

nueli fur die Wisscnseliaft uiilieilvollen Begebenlicit. Per

cistere ist ati dcii AM (-eiaId (les Klosters von Aurillac bu

•Jaltre 986. deinjenigen seines TOJCS, gesclirieben dci

letztere, von G erbert mi Naiiteii des Kinigs Hugo ('apet

(Ex Persona Regis 1-lugeais Rorello Ma.rcbioiii" ) art dein

Grafcn Borrel 988 geriehtet, vciheisst. ilini Hilfe zu bringeii,

aber mit dciii bedeutungsvollen Zusatze, de y ln-weisst,

wesscn man sicim auf Hugo Capefs Seite von Borrefl verselmen

zu kinneii glaiibt. das s er (la ,, (el6bnis der Treue

erneuere, und sicli voilier iiberzeuge, dass es fur ihti (loch

iiitlielier sci, deni Kiitiige von Frankreicli zu gelwrehen,

ais dcii ..}iismaelitis" (Sarazenen). I Si ergo fidem tociens

tiobis iiostrispie antecessomibus pi internuntios oblatam

Coiiservare vultis, . inox ut exercitum nostrum per Aqiiitaxiiam

diffusum cognoveritis, cmn 1)aucis ad tins usque

propeiate, ut et fidem proissani m eonfinnetis, et vias,

exercitui necessarias doeeatis. Qua in parte si fore mavuitis

tiobispie potins obaedire delegistis quam Hisinaelitis

legatos ad nos usque in Pascha dirigite, qui et nos dc

vestra fidelitate laetificeiit, et vos de uost.ro adventu ter-


ii.ssiiixos teddant. Fiagen wir endlich noe.h, oh Geiberts

I )arstellung in den Briefeii (-",Vil) I 31• 17 itiid (XXV)

V.2i der Art nnd Weise, \vie ex zu seine!! Leistiingeii

auf dem (ebiete des Reclijiens gelangte, mit seiiiem Charakter

iiiid semer Natur iiberein,stimnic, und daller eine

j !lnere '\VaInselieinlichkeit fui si(b liabe, wiillreu(I sich

gieif- und fassbare Beweise ffii die Riehtigkeit der oben

ousgesprochenen Ansicht unserer Keixntniss entziehcn, so

knnen wir nui- sagen, dass diese seine l)arstellung mit

semer sonst geiibteii Art, etwas zu bericht.en, auf das

Reste iil)ereinstirnmt, Es ist schon oben darauf aufmerksain

geinacht worden, dass die Schwierigkeit und Unsicherheit

des 1)riefhcheii Verkehrs in jener Zeit, nainentiicli

wenn sicli der Sthreiber in einer liedenklicheii Stellung

und Lage befand, Gerberts Mitteilungen selir oft ais in

gelieimnissvolles I )uiikel geiii1it, woitkarg iuid knapp cischeinen

lasseix, und stets mit der grssten Vorsicht ohgefasst

sind. leli erinnere nur an dus in Aniii. 33) iuid

34) beriehtete Ergebnis (Ter Forsclmngen von Bulrnov

und Havet, nach welchen Gerbert von seinen Briefen

einen Entwurf zuriiekzubelialten, sich eiiier in Ttalien gelernten

Geheimsehrift zu bedienen pfiegte, u. n. Oft aber

auch ist das, was er sclireibt, uns mir deshaib unverstnd1ic1i,

veiI von Personen, die uns unhekannt Oder

vomi Verh1tiiissen mit demi Kennt.nis wir iiicht melir

vertraut sind, die Rede ist. kb inauche nur ami die StellllIig

der Juden, ailden Skiavenliandel, u. a. zu eriuineru,

Über die in Nr. 3. gestellteui Fragen aber, auf welche wir

friher Antwort zu erlialteii huilen durften, sowie iil)er die,

oh das von •Josef Sapiens und Gerbert gelehrte Rechen-

Verfahremi der in Cordoba hestehenden maurisehen oder

der daselhst von Chasdai begrtindeten jiidisehen TToehseumuue

entstammt, 0(1er euidiieh, oh seine Wiege zu suchen

ist nicht ail Sttte der Wissenschaft, sonderui

des Han d cl s, etwa in deni (lamaus bedeutenden Tiandelsumxd

Sta1w1-Platz Narbonne, dariiber lileiben wir 1eider

ohue Aufkliirung. Die sehon friihe, von Bernelinus, lier-


vorgehobene l Thung ira Gebrauchc dos À t ii

der J othringer, sclieint fast fur Letzteres zu spreche i.

liiid 111 (le p Tliat zeigt Js.11es, dass man ira Recli ni

iiur die Kunst , Aufgaben iiiid Fragen des praktmc1n

Lebens, insbesondcre des }fandels. zu 1sen und zu beaii

worten, erh]ickte, vhreiid man von dem wissenschaft1ie1n:

Werte desselben, ja mir von der Miglwlikeit, dass c

soicher vorhanden sein kniie, keine Abnung hutte, wi

ja jede \Visseiihaft zuniiclist nus der Notvendigkeit, dcii

l3edtiifiuisseii des Lebens gerccht zu w'erden, hervorggangen

ist. rfl,otz des surgf1tigste.n Sucliens aber hat chu

keiji gelelirter J\Iaiiti, keiii lien , orragender Àstronuin, keit

namliafter Mathematikur gefund.eii, in dciii wir Gerbert-

.Joseph Ispanus oder J use 1ili Sapiens wieder findeii,

und dciii wir cinen À nteil an der Einfiihiung tinserer

jetzigen Ziffern (aber oliiie die Nuil) in Europa zuschreiben

khinten. Ich branche nur an dcii in Airai. 13). angefiilirten

,, Tiuctatus DeXumcrorum i'uetu, ad mereaturarii

pertitietis, Elispaiiis usitatissimus von (erheits Zeitgeiiosswi

iMoslema i\Iatiitciisis zu erinnerri, (le p , ol;seliùii Astronom

von Facli, Anfertiger astrononiischer Tafi1n, docli weit duvon

entfernt isf, an die \Terwendung des Reoliiiens in der

Astronomie, die sicli allcrdings vorzugsweise auf Beobaehteii

besc1iriikte iiiid atif geonietiisehe Vorkeu iitnisse

stitzte, zu detiken, wiihreiid vv seine Verweiidbarkeit ira

1-landel anerkamite. Eju. mclii durcli natiirliehen Verstand

aIs durcli hesondere Keniitnisse liervortretender, gewlin1ieher,

gleieh so vicieii Àiidieii Handel, vielleicht

Ski avenhamle], treibender Jude, bat dcii Wert iiiid die

Rraiiclibarkeit der damais neuen Ziffern fur (las R ec ha en

mit Zalilen, iiielit bios (las A lise hi ci b cii von Zalilen,

crkanrit, und cia christiiclier Geistiicher hat dcii Giund

ziir weiteren Ausbildung und Vcrvollkommnung (lCSSelI)cIl

gelegt, bis endlich der gieiehfalls zuniichst auf ilas iNiitzliche

bedaelite 1ianfinann Leonardo Pisano 120) durnli Eiufiihruiig

der Nul] dus instrumentale Itechnen in cia sehriftliches

verwandelte, die Anwendung der Schreibekunst au.f


Jltlnun Iuvijkt, uni dasseibe auf diese Weise den

I n \Vjsseihaften gieichstellte.

! ( ,Ii haLe im Risherige.n meine Ansicht über den lier-

1, p Verbreitung unserer jetzigen ZifFern in Europa

!aigeicgt. Zwar kann icb fur die Richtigkeit derselbeii

kine zwingendeii Beweise beibringen, und kann sic dalier

tiur ais chie, allerd]ngs sehr wahrsclieinlielie, auf die

Worte von Riehers Geschichte gegriindete, Vermutung Leeiehnen;

ailein ailes erk1rt sich aus dcii damaligen Zcitverli1tnissen

auf das Einfichste und Natiirlicliste, dus

spuilose Ve.rseliwindeii des Libellus de numerorum multi-

1(lieati(.me et divisione, (les Bisehols Boiufihus, des Lupilits

Barehincinensis und des Joseph Sapiens, die kurze

I LZei(lulUllg (les letztereti, das geheiiunisvolle I)unkei,

welilies der l])(] l{erkuiift 'voit Gerbeits R.echen-Verfahren

seliwelit. 1111(1 manches .Audere. Sein unermiidiiches Bestielieii

aber, etwas ais niitzlith Anerkanntes zu ]ernen,

\vo un(1 vo1ier es aticli sei, liisst den meikwiirdigrn Matiti

iii eiiieixi itenen. l)ezeichneltden l4iclite e1i(IIeiIIe1l


Aniiierk tuigen.

I) a). Scritti di Leonardo Pisano, pubblicati da Baldassorre Boneonipagni

40

\rOlUfl. 0 I. Leonardo Pisani Liber Abbaei. bina MDCCCLVII.

Volume II. Leonardi Pisani Practi-a 6eometriae Fil I )1jnscoli.

borna. 1862.

Vol. I. Liber Ahhaei p. 5,

b) G. Friedicin: Die Zahlzeichen und das elernentare Rechnen der

Griechen und blnier urni des liristIiehen Abetidiaudes voni 7. bis 13.

Jahrliundert. Erlangen. V(crlag von A. J)eichert. 1869. 8 11 . P. 6-7, p. 26.

c) 11. Stoy : Zur (SesoFLiehte des Rechenuiitorrichtes. Erstir Teil.

Inaugural-Dissertation. Jena. Druck von Ed. Froniinaun. 1876. 80. p.

33, nebst den zugelidrigon Tafein.

d) F. \ rjlli ( u. das Zah]nnwesen dci- Vijlker im Altertuine und die

Entwiekelung des Zifforrechii€'ris. Jaliresboricht der K. K. $taat.-FeaIschule

und der Foitbilduiigsscliule am Schott"nfolde. fOr dus $tuilienjalir.

bezOglicli 1879 —1880, 1880-1881. 1 8B1-182. Veriiffentiidit vou den]

liirector .iu,o'r Karl Sneinz. Wien. 1880, 1881. 1882. ilin:hdruekerei

L. W. Sei(iel & Solin. Selbstverlag der Direction. lleft I. p. 12 4;

lleft H. P. 5-6.

2) a) M. Cantor: Mathernatisehe Beitriiga aiim Kulturleben lei

VOlkei-. halle, bd Il. W. Schmidt. 1863. 80. p 132; p. 138.

b) M. Cantor: Vorlesungen tiber (lescliiehte dei' Matheinatik.

ENter Band. Von don iiltesten Zeiten bis zuin ,Jaliie 1200 n. Chi. Leipzig,

bd Teubner. 1880. 8. p. 109-111, p. 444--450.

C) Z(,.it,sehi-ift fOr Mathomalik und Chvsik von O. $elildmileh.

E. Raid und M. Cantor. .Iahrgaiig IX. 184. p. 299. Tut. V. in ciriem

ALLfSiitZe von G. Friedlein.

3) llerodiiti historiai-uni libri LX. Jili. 11. Cap. 36;

503 ).oïi oYraI fl'0lUt 'Î l7U ci?ii TdV (i()(UTU()IY 1rù

(YUIa (fiE0i'T5 Tr/ V I()X, .i(7iTtt0l 0T0 T(frY iif')Y 5T1 T(Z

x& T0?61i( tt aroi 1110' (f001 & ( eia 1r0u,v, "Ellyn tb

dQtaro,d.. lçaai'owi -()ci11uaa1 x''"" r& ft?U air y 'ci, rà N

auortx iw).*Irw.

\rèrgl . M. Cantor; Matiieniat. Beitr. z. Kuituri. d. VOlk. Anm. 21.

Fernet. G. Friediein: Zahizeichen, p. 74.


83

I : \hiii \i liatid[uiig lin Programme des Realgyninasiums zu

L Ostein 1877: Die Entwickeiung des Zifferrechnens,L , 3•

4) C. A. Bi'etsehneider: Die Gaornetrie und die Geometer ver

I'uklides, Leipzig, Teuhner. 1870. 8 0. p. 141-143.

5) M. liantor: Oesehiclite dci' Math(,matik. p. 43-46.

0) Ibid. p. 512, 51, 52.

7) a) II. ilaukel: Zur Oeschichto de' Mathomatik in Altertuin mal

Mittolalter. Leipzig. Toubner. 1874. 8 1). p. 174; p. 186.

b) Pas Rechenljuch des Maximus Planudes. Herausgegeben ver

C. J. Gerhardt. Halle bei Il. W. Schmidt. 1865. 40, p. 1V

8) Ich halte mich iiai,iendich an Casiri. Da dieses fOr die

Keuntnis arabischer \Visseusehaft hiichst wiehtige Wo,'k zwar von Stemschneider

in seinen Abliandiungen, in Schlhmilch's Zeitschrift Bd. 10,

11, 12. und sonst, von Libri in semer Histoire des sciences mathématiques

en Italie, von Heiberg in sehien Studien über Euklid. von Haukol

in seiner (ieschichte d2r Mathematik, und von noch oinigeii Andren, wic

uir selien wnrdeu, lci'iicksichtigt. ire (hinzen mal Orosseti aber doch

silfener bwiutzt worien ist. ais mati deriken colite, se sc]iieu es mir

tiiclit unpassend, wean ich in Bozug auf dasselbe ciwas ausfiilulitlier

but, ais hit const sein wtirde. Freilicli musc jeu , des Amahiselien weriig

kundig, imiieli an die lateinisch geschrieheaen Stellen halten. Dci' Titel

des lietreffenden Werkes lautet:

Ribliotheca Arabico-lEispana E.scuriaiensis sive Libroriim omnium

M$$. quos Araijicé ah auctoribus mrignem partem Ai'abo-llispanis coinpositoc

11i1.liuthoca Coenobii Escu'iaicusis complectitui' Ht'ierisio & Evlianati

tjuia & Studio Michaeiis Ua.sïm'i Syro-Afaroniiae . . . 'dita Mat riti.

Toniu ow. A iiiio M. DCC. LX; Tomas pasteiier. Aimo M. 1)(V. IX X. l'al.

Nach I raofat. p. IV. liess schon der I iegrii nder des Escurial- K lest ers

Ihili pp 1f. cille Sainte] uu g voit Biichein aller Spr'achen (oie ils li iio:uac

hronm in Bibliothee:u ii) an legou, und sein Salin urid Nachl'olger Phil ipp

M. veigrhsrte diesi'lbe, indem or von arabisehen Schrifteu uoch 3000

bis über 4000 Werk Medizirt . Philosophie, Politik und Erkliir'ung dos

Koran hinzufiigte. Die genaue Zahl les iu'sprOngbclien Bostandes kaun

lehici' nilit tiichr erinittelt werden, denn, vie Casii'i. 1. e. p. V., weitor

lerichtct, ist des Laurentius-Xlostei' aie 7. Juli 1671 von eijiem' geivnitJgIii

l'tuersli'nnst heimngccucht worden, bel welihei' der griissto Teil dot' in

1 ii O1Xi1'Oii )iiUhiIei I iufgespeiclierteii Il aiidcclniften verbrannte, se dass

ter ungofiiln 1300 arahisclie Codices. cinige syriseho, pei'sischc, tiirkische,

Suivie latoiriisehe bersetznngen miii Àusziige gcr'ettet wurden. Casiri

selbst liat in sehr dankeiiswerter \Vcise soiclie (bersetznngen um]

Ausziigo goliefert, demi or }oi'ielitet 1. e. p. Vi: Pari studio, diligoittia,

lide coucinuata nobis oIt Latina ex Ai'abico intorpretatlo. Ilaoc iutordum

ad verijuni, inteidnmn ad sententiam, modù priosioi', modù fusior, ex utriusque

liilguaevi acpt'opri'tuto: alter alteri itaeonuuoddaptat, utlrabutu hominem

6"


Romana non dedeeeret toa. Besonders berieksiehtigt sind (egenstAndc

und 1mstiinde, welche Spanièn angehu, demi, lesen wir ibid. p. XVIII:

inilii . . nihil autiquiim fuit qum ut ex ipsis Auctorum Aiabum foutibu

s haurirem . . . q uaecunhlue ad Ai'tium & Scica ttiaruin oognitionelll,

piaesertiin I1uma,i%at,s, Geo,çraphiae, /lalura/is ae Civilis h'isto,-iae, Docorurn

1'irorum, Znvenio,um mrnorihi/iun:, Pei Lilierariac proçressui4ni

atque ad ZJisaaiarn in primis pertinentium conduccie quovis modo

poissent. I)iese Handschriften min der Reihe nach mit rhitiisehen

Ziffern hezeichuet., dom inhalte na&h in gewisse Abteilungen geliracht,

und nach dein Formate georduet, besciireibt ('asiri, giebt ihren Inhait an.

fiigt oft Zusbtze bei, uaine.ntlich arabisilie Stelion, liefert Ausziige. inacht

Benierkungen, die zum besseren \eratiindiiise diiic,i soIIu, u. s. w,

80 umfasst Toni. J. Grajumatici, Rhetorici. l'oitici. I 'inlologici & Miscei-

]anei. Lexicographi, Phiiosophici, Ethici k Politici, Madici. Ad historiam

natui'alem peitinentes, Matlieiriatici . A jurisprudeutiain pertinentes,

Theologici Tom. 11. ('ograpIiii, Ilistorici, und cinen ais ,,Appendix"

bezeichueten Anhang und Naelitrag: ciii 210 Seiten starkes, ais ,,Index"

bezeichnetes pagiaiertes, Inhait.sverzeiohnis bildet dcii Sc]iluss. .Jede

Seite ist in 2 Colonnen ge.spalteii, die ais ,coi. L",,coi. 2" unteniiiiedeti

werden sollen. Tom. 1. hesitzt eine ..Praefatio"; Tom U. ein Moiiituin

ad Lectorem". Ans Ietzterem ersieht man inshesondere. dass der Index

nieht von casiri, dci' inzwischen mit einer andern À rbeit beauftragt

worden war, selhst, sondern von 3 Unter-Bibliot.h ekaren, Franciscus

Moran, Joseph Rôdrquez de CasIro, unil 7ohaaw il"ernandez de Qeo

welch iiitzterer wllhrend der Arbeit vertar}, aiigefertigt worden ist.

Es ist vielleieht Miuichein nieht unerwiinscht, wenn job die Anzahl der

fOr Iodes I"aeh vorhandeneu Randsehrifteii mitteile, Freiheli kiinnen

diese Zahien mir anniiheind sein veil heim Nummorieten di'isciben

intiimer und Fehier vorgekommen sind. Es niiifassen also die

Theologici ungefiihr 3x9. T[dscln; Matheniatici. ungeralir 0 1Idshr.

Ad juneprudent pertin 274. ,. Philol. & Miscollanei . Po.tici ....... 221. ,, ; Ethici & Politiei .... . 79

Uiamniatici ..... . 204. •. Rhetorici .............1

ITistorici ...... 182. Lexicograihi ...... . 44

Xledici ....... 108.., Ail Iiift. natui. pci-tin 12

Phi1os1,hi ..... . 100... Geogruphici....... . S

zusaminon 1843 FlaIlds(iI riften.

Ein zu Hdselii. (MLXX. gehilrigor Abschnitt. Tom, I. . 402.

col. 2.-1). 444. inshesondere ist iiherschrieben: Catalogue Matheinaticorum,

qui Aiabic' sei'ipsere, ex Arabica Phuiosophorum Bibliotheca excerpius

ac per iiberos distributue. lliei' aiso Iosen wir:

I. p. 426. col. 2: Katka, iiatione Indus, longé vetiistissimue, Iiidoi'uin

uiiiuiuin Astioiogorum faei1' princels est habit us: cujus ii alla sel

aetati,, viii retiiiii Ilotiti:i 11111 pripter iot.iiiiin distautiam. tùiii proIlcr


85

it il,•1 lita ad nos pervenit. fine factum, ut

n Inruui scripta vix aliqua acueperimu. Enirn vero tria illorum, cf juilem

ir,tissinia, Systemata À strologica rcccnsentur. videlicet Sindum. Jndu?n,

hçebahrum, atque Arkandum: ex quilus mmm dumtaxat Sindum indum

LI nos olini perhtum est, quod pleriqito Mahometani Doctores sequuti.

Tabulas Asrionoinica.s condiderunt. tinnipe Mohiunad 1km Abrahiin

A1j5/za:ataeus, Ilabs l-leu Abdalla Bagdadensis, Mollama Ben Musa

Xhua,tzmita, Hossein Heu Mohamad. diotuR Heu Aladami. aliique. Porr

Sindum Indum sonat Per!eluum, uelernîemqiie: ita quidam i'fert in suis

Tabulis Aihosainus Ben Alaniadi. (uod autein ad cumin Sciiptoruin

opera spectat, in manus nostras iuciilit Liber Musicus, lndicâ linguti

Jlaiftfior dictu, id est Sapientîao Fruclus, Musicac et Harinonicac Artis

elemetita complectens; Liber Ethicoruin, JCa/ila & Dimna inseriptus

Liber Anis Logisliene, là Mohainado l3eri Musa Alkhuarezniita exornatus.

qui ceteros omnes brevitate inethodi ar facilitate puiestat. Jndorumque

in ptaeclaiissniis Inventis ingeniuin et acumen ostendit. Ex Katkae igitur

operibus nobis hactenus notis sont: Liber De Actatuin tciupore, titulo

Ainamuzar Liber De A.riroioiae genei/tiiacae secretis; Liber coujunctionum

Major'. Liber Conjinc1ionu.n Minor.

L p. 128. col. I: .\Iohantad Ben Abmahuin Alphazati, Asti-01uin

scientb & puritià insignis, h ujus disciplinae stiidi uni in Mahonietatioruin

artimus, regnantihus .4hb.sids, induit princeps. Anno Egirac 156 (1. h.

uugeE'dir 772 n. Chr,) Almansoris principatu advenisse tmadit Aihosainus

[km Nohaininad Ben Alaclaini in suis 7abuiis MzjoniIns, qItas i.1argari-

(aruai 5-je yj itiscripsit, Astronijiti fui 1 ucindaiii I udui ii si bu-ails scientiac

peiit:ssiniuiii. eùni Tabulis Acquationuin secundiini Illeuit glIli :uleuluin

•.ligst s, tutu alus ( )liservationihus de dupli:i E:l ipsi, Signouuuuuijuw asceulsiotuibus

instructuni. FEasce Tabulas Indus ipso retulit se ex Tabous â

Phigaro Indoruni Rege ohm confectis exeerpsissi. (uiai}1 ob icet liuperator

.4inun,,sor hujus modi Libmunl & Àrabici converti &. Araijiujus tut

us. quas ad Sideruin motus pertinent. veluti norinatil vouom jussit.

Provnteia liaee Mohaniedo Beti Abraluin Aiphazari dêunamlata eujus

Arahicam versionoun Ast.runonii Librum Sindu,n indum .lfajorem appellant,

qua picrique ad Aimai,nonis risque tempora usi sunt. l-Lune etiain Librum

Abu (iaphau' Mohaivad Ben Musa Je/suarezrni/a in iluitonien ad Aimai.

,IIO,JiS USUfli contraxit. & ad ejus instar Tabulas suas Mahometanis celebratissima

condidit; in ( 1ulbus tamen Indurons Tabulas. 1uoad luotuïn

uuicdiuun, tut iuiinùs accuratas repreluenilit. 1.'nde ab illututu Systematè,

in us niax nu' quae ad aequationem & leclinationein attineut, discedens.

Ae(luationem secuundùm Persarum Svstetna, 1)eclinationem verô Sous ad

Ptolemaci menteun institit additis etiatut de suo Inventis sans non :OfltemnenJ1s.

Egregiuni home opus Indis Astrotuomis ea tempostate aurisit,

ac toto tel-rarum orbe ad hune diem Iongè latéque pererebruit. Postea

verù .ibdali'a Almaimon, Ualipha creatus, nobilissima ejusmodi studia magno


quidem aniore atque honore (iohito prOsCie .i arii 10 j

ut viras in primis (iOCt.US, 41 L 11 Alrnaesii Obsorvaticuies cliiigeiitor ree' y-

noscerent et Instrumenta novis speculationihus pararenr., a(hiu000d

curavit. 1)e quituis singulis iterum infra sua boa, uhi oorum enai'ralumus

Vilas.

%fan sieht ans dom hier Mitgcteilten (oints freie deutsche lI,i -

sef.ztttig cmos Toits dosselben findet sicli in llankels Gosciuchto t1ri

Matiiemat.ik P. 229 und Caiitors (esehichte der Mathetnatik. p. 517.

dass man, wenn (las Casirisci:e \Vork friilier mchr Beaclitung gelund:n

hâte, über das \%rOrt ..Algorithtnus', ila der Naine Khuarezmita niuhi

bios an der angefiihrten Stdlle, sondern ifter erwiihnt wird, tiielit sa

lange im Ungowissen gebliuhen sein wiirde, ais es cler Fali gewe.serl ist.

[eh fdge hinzu dams Bezeichnung ,,Perlenselmnur", ,.Margatitarum

Sonos". ..Margaritaruin Ordo".. ,,Margaiitarum Piseatits" uni ihnli,l,u,

sowie ,,larganita" mit cinem Attribut, ais: .Margarita Gralnn,atic.a1isL,

Margarita Mi1ionaria'. u. s. w, hdufig ais Titel arahiseh,:r \Vcrke e,-

:cheint (Vergi. ausser der obigen Stelie asini : (1. . 428. oit!. 1; 1. p.

21, col. 1; 1. p. 45. col. 1.; I. P. 52. col. 1; 1. p. 89. coi. I 1. p. 135.

col, 1; I. p. :lfl. col. 2; I. p. 430. col. 1; 1. li. 496. col. 1; 11. p. 84.

col. 2; 11. p. 90. col. 2) unit wahrsclieinlich ist der Titcl [iii (las lin

Anfange des 16. Jahrhnndorts t.'rscliienene Saminelwei'k des 6regonius

hcisch : ,,Margarita phulosophica" im llinhlick auf diose Gcwohuil,eit dci'

Araber gewiihit .Aiso der Titei cines dci' ersten gedruckten deutschon

RO(,her, und zwar cilles sein viol gelosenen, nacli arahischein Vorlild

9) z) .M, Cantor; ;e .eluchte der Matlieinatik , p. 595, 1300,

606, 608.

H. llankel Zut Geschichte der Mathcntatik ira Allertum unit

Mittelali ir ,. 254.

U. libii : Histoire des sciences mathématiques en Italie, depuis

la renaissance des lettres jusqu'i'i la fin du dix-septième siècle. 1)enxièine

édition. 4 Teilo. Ratio. H. W. Schmidt, 1865. 8°. tom. 1. p. 375.

10) 11. lla,ikcl. 1. e. p. 255.

11) a) Zeitschr. Jahrg. X. 1S5 in ci ricin Autsatz von Fniedicin.

p. 27 S-279.

f) Il. iTa,,kel. 1. u. p. 328.

e) 1'. Tieutbcin: Geseliiclit(3 unsetor Zahizeichen mal Entwickelutig

der Ansichtcn über dieseibe. 1875. 50• p36, p. 65.

12) 11. Hankel. 1. e. p. 247.

13) lob lasse hierhber 2 Stellen aus t asir'i foigen, niimlich: 1. p.

378 col. 1 tinter der thersdinift : Moslemao Magritensis. sive Matrit.erisis

vita u. scripta: Mosierna Bon AiIt!:cd Abulcassom. (wahrsoheinlieh identisch

mit dom p. 112 meinies ,.Gethert" ) erwhhnten ..las1inia ci ?tledschriti,

oder kurz Maslem, ortu Matriensi.ç", (lotniuilio corduhePti'i.i', Mathematicorum

& Astronomorum, qui alite ilium in Hispariia floruerunt,


87

lSuIUIRIfl UfltIII & smfliunl in Astiis ,tservandis.

in iii A1mag'sti Libre inteliigendo coilocavit. Adscril,itui' ei

regius Tiactatus De .\u,nersrum lructu, ad inercaturam pertinens,

I lispani. usitatissirnus: item Compendium Tabulas Astronomicas ex Tabulis

xlbategni excerptas compiecteus. Ta] nias quoque A.stronomicas Mohaineti

Ben Musa Kuarezmitae illustravit, nec non e ,jusdem Tabulas Chronolugicas

Persicas, 1uas ad Arabicaruni norniam exegit. Epochac Egii ianae

initium instituit ieeundini inotum Sideniin medium adjunctis praeelaris

Tabuii, quas r 1uidin accuratas condidit, e ,jnsdem vestigia, non erreres

sc'juutus. ()Iiiit tandem Moslema anno Egirae 393, CIni5ti 1007. egregios

ac'.ioljilcs discipuios ielinr1uen. lilius tarne]i oliituin Ebu Pasi 1ual &

Ebn Aiphardi, Sciiptoies Tiispani al atinum Egirae 353 (ungelalir 964

n. Chr.) referendum censnt; ferner:

1. P. 411. coi. 1. Ail BejiAlunai Abuicasset" Àluiogctabi Antioche-

JIIeS, urlieni /$agdaa'um, 1ionee decessit. incoinit. Ex praccipuls quideni

1egis h/ad/ieIdauia1i Buiditain Fanuliarihus fuit Aiithmeticae & Geoinetriae

peritià Iiaud ignobilis. Praeelara de utraque scientia edidit opera

ii sanè cùin seiluonis cloquentii'i, hi ni styli elegantht eouinieitdaiitlus,

u1Uiilfl efficax

iileln 4iue in Hes1ionsisi,d Quaesita nuli niinùs peispicUus

'jnod cert€ egregia ejus scripta salis. SilpeI1L. testantur. Quorum

nuinoro sunt : Tiactatus fusior de Indica Nuineinruin Aite, ïbbuia rniocinaloria

inscriptuS; Liber De Arle in Tabulis sine litura numerandi Jlrra-

/'hraiis Arithmetica. Liber 1. £'ommentarius in 1:11cfidzs Ijbros, Liber 1.

Liber De Grij/iis Aritbméticis extrahtn.dis, aique inferiretandis; Liber /c

supp fotonibuI; Liber De .4rfe cak,elatoria, manu &' jine 'Izhubi

e,eyce,zda. JIch,Ius veli, Ben A&eham Sabans in sua L/iroiwlogia proilidit

_lbu/casn,mum Ail Ben Àhinad Antiocbenn,n, in Anthmetiuis & Geonietricis

disci1,liuis versatissimum, decessisse fend 6. die 13 nienSis I )iihagiae an,w

Egivai 376 (Christi: 986). Hier aiso lindon win ciii lleeliiien auf ciller

lechcn-Tafel : talubi ratiocinatoria mit uiid uhnc Ausvischeit: hmm;

Fingerrechnung: ars caici/atoria, manu sine 7bbnla t.ircc,:da.

14) a M. Cantor. Geseh. d. Math. p. 607.

b) H. Ilankei. 1. e. p. 253.

13) (Kdti fil Hisiib (geniigendes iiben Adthmetik.) des Aloi ]Jckr

Jluhammed Ben AhJzurain .4/karkhi. Il erausgegeben von A. lloehheim. 1.

11, 111; Halle a. S. lie.i Neberh j88.. 1879.. 1880. 4 0. I. p. 2-3 und

1. p. 9,.,. Wisse fornei, dass die Einheit bis ins Uriendiiche geteilt

weidcn kann, aber die Leute teilen die Uniissen, mit welchen sic im

Verkeiu xii thun habeii, in (eine Anzahi) von hestimmten Teiien, uni

sich dadtueh die llecliiiuug au enieichtern, und begniigen sich 'la,

vo ihrc Bezeichnung iiïlit ausreicht, mit der Annhenung. Iliese iEinteilung)

ist in jeder Gegend anders. Ici aber lasse mich au! l)erartiges

niht cm. . . Da nun dieses mein Buch fOr Aile verfa.sst ist, so fubre ici

in uni nicit dits Specielle an, aus genommwn das was IOr die Stadt de


Fridiri.s (Bagdad) giit, in w'elclier mb [uh .. Isst lcib'.

-- VeigI. ineine Schriff.Über: (eiheif. Berlin 1888. 1Ui.

16) Ich citiere die gante Stelle ans Peitz: Mffllv metita (eiinaiiiai

Historica. Scri plorvm Tomes X. 1852. Fol. In vinen i .%ufsatz-. iilerschriehen

,,Ex \Vilhelnu Malmeshuriensis scriptis hitorieïs. Edente \Vaitz.

Il. 449-485" lesen wir p. 4(11 in cinem ,. 167. De Gt-rhr1o" betiteltem

Absclinitte 167. 1* Gerbc'rt . Ducedente hoc Johanne succcSSit (iregorius.

Ei item Joliannes scxtus ileciinus. De hoc situe Johanne, qui

et Gerhei'tus dietns est, non abstuduit urit, ut opinor, si litteris inandemus

rIuat umniutu ora volibmt. Er Gallia natus. monacbus a puero

apud F1oiacum a'1o1evit inox catin Pitagorieum hivium attigissr't. sen taedio

inonachatns sen gloriac cupiclitate captus, nocte profugit I [isjianiaui,

anime praocipue inteiidwis ut astrologiam et deteras id genus ai-tes a

Sanai-nis edisceret. I hspania, olini moitis annis a Romanis possessa,

tempore llonoi-ii imperatoris iii jus (icI lioruni concessorat. (inthi UllUe

ad tempora hati Gr€'gori Arriani, finie pet' Leandrum episcoitun II k-

pafls et lier iicareduni regeni, fiati-eni lierminigildi, quem paterr urit

paschali ioo fidei confessione interfecerat. catboliço ehorti uttiti sunt.

Succesit Leandro Isidorus, doctrina et sanctitate nobilis, cuius cirpus

nostra aetate Aldefonsus rex Galatiac Toletuni transtulit, ad jondunuro

coinjaratuin . Sari-aceni eniin. qui U otiios suiiugarant, i lcai quoyle s

Karolo Magne vi-ii. Galatiam rit Lu'itaniant, titaxiinas IIi .. pariiat' l irovincias

uiuserunt. POsSjllOtlt us'[ue hoilie sujeliores regiones. Et sicut cliristiani

Toictuni, ita ipsi II ispal in quant Si hiliant vuigatitor vocant. caput rrigni

halent. -divitiatiunibus et incantation ibus inca -e gentis fanuliari tilde tes.

AI lins igitur% ut lixi, (iorbertus perveniens, clesidcrio satisfecit. lIn

vit-if sientia Ptholorneu,n in astrolalie, Alaudracum iii astrorum interatitio,

J nu uni Firmicuin in fit.->. liii quiti catitus et volatus aviuin pottendant

didicit, ihi excire tenues ex infruo figuras, i hi pu- tremo qiucquid

rioxittni vel salubre curiositas huinano deprehendit. Nain (le licitis aPiluis,

arithmetica. musica et astrononua et geometi-ia, tiilul attinet (liccri

uas ita chihit, ut inferiorcs i ngeiuo sno ostenderet. et magna industrie

revocaret in Galliain omnino ibi iani iridein obsol-tas. Âhinuin ecrte

lirinius Sarracenis rapins. régulas iIdit. mac n sulari tifus abat-istis vix

inteiliguntur. Non folgt rite Ei'ziihlung lei Spuli- und Zuherer-(ieschh-hte

und dur Flucht Uerberts. worauf fortgefalu'cti wird Tiuu Uerbertus via,'i

celerans, levenit ad male. [hi per incautafiones diabolo rocersits,, p-

petuutn paiscitar homini uni, si se ah illo, 'lui dcii u t insequc bafur dcl'ensatuiii,

tilt,, pelagus eveheiet. Et factum est. Sed liaet' vulgaritet- licta

'aeiliderit aliquis, quod soleat populos litterafou-um fautant laedere, dicens

ilium loqui coin deinone quem in aliquo viderint oxcellentem opere.

Pndti I iot-tius in Iibi-o de tonsolattonu Philosophiae jucritur, se proptor

stucliunt safientiae de talibus notatuin, quasi consuientiain suatri sacrilegio

poiluisset ob ambitnm d ignitatia......liaec Boctius. Mihi veto lidein


l

lu

H IL5tis Cur exc'iitLrii. eflilli Hi II

il postea diceimis, exearnilieai'c't ipse sui corporis horrenclus laitista. nisi

Havi seeleris consr.'ius esset? Unie in vetusto voluniine, quoi1 in manus

ea.s ineidit, ubi onuuurn apostolicuiuiii nomina continehantw' et auhii,

it seriptiim vidi : ,,Johannes qui et Gerbertus, menses docem. 11k terrer

vitani suam linivit.'

17) e) 1k. C. Gerhardt: 1)io Entdeckung der hôheren Analysis.

C ilagi' I. ('ber die Entitohung unci Ausbreitung des dekadCelien

Zalmlerisysteiims. (l'rogramm der Schule in Saiuiveclel 1853). Halle. II. W.

iliiiiidt 1855. 80 i . 111 rienut ibn. Atkciidi, und setut ibn titi' die

j tto des 9. J alirhuimderts."

b) JE. Jlaukel. 1. e. p. 240. Anmn. *). uenut ihn al Kindi Oint

sagt voit ibm. ci' halte ,,etiva 813-873"

') historia cuinpendiosa Dynast arum , toit tore Gi'egorio À butl'iiai:ijim.i.

iIati jnsi (Eedjco, 1-Iïsbii'iatu coni piecteits un ivci'saleiit. à III tmulo

cormdito, maque tel Teinpora Autlini'is, i'es Orien(aliuiii aecuratissiiime

bons. Arabioc edita, & Latine versa, ab Edvurilo Pocockio l.mtieiiac

lh'lrakae in Acadeimiia Oxoniensi Piofessore ltegio Oxoniac MDCLX III.

40• lk'r angezogoiw Uregorius Abul Pliarajius otier Abulphai'agius, oder

aui'h Abut-Pliara)ius EUn Harun Bar Ebrai, odL'l' gewohnlich kuru Ikir

I Eeht'aeus genatmnt. 1212G-1286 n. Chi'., geb. un Melitone in Ai'menien,

seli rieh tin ('hï thon syliacuin, chie Weltgesdmtelmte bis 123G, von

,rm,IIimer Pucuok 1663 ein'm Auszng, arabiseR mit lateiniscliei' (T botsetu

uiig, lierausg: tlt. 1) \\r 'k e nthult, z uerst den arabisehe ri Titi I. von

Soue 565 riikwhrts bis in Seite I, mml aud'autr die lateinisc'he i:l,er-

.sctztmng, vorwiirts bis p. 368. 1ttmginiert. (lotztoi'e wird im Folgerulon don

N tu'lm ivoiseim z mi t i'uimde gelegt wenle tu. Daim folgt cm •.l und nde.x"

lu imtr'r dmiimmsul bon die Iietiierkung Monend us caL I atotot' eam esse plupriment

N (IiIiiUUIIi itt 1100 Indice dis1tositiouomi, rit A1ipellativornni, exquilmits

sao j e conipomuntum', via tilla hic ratio Imabeatur, qualia snnt. Abu

lbtcr, Lbn Iiiius, Bain, Pilli, Al Malec Ra-, Al Soltan idem, Al Emil'

Dur vel Prinemps, Sclmoich Dodo,', Max Dovmi;ws. Al Einam ,4n/istes, Bal,

et quoci idem Pei'sir'e souat. l)ci',vaze, lirla, & siqua hujusniodi oceurreiut.

euh cum Am'ticulo Al. Daran schliesst sich cine dankenswerte

Anweisung, die in, Wei-L3 vork'oniuienden .Jahre dci' lledsclira in Jahre

dci' cbristhchen Zeitreehntmg urnzusetzen, nebst chier Tabelle. die ich

gcrn henutzt halte. Ami Endo des mir von dci' Herzoglichen Bibliothek

un Gotha gelielmi'nen Exeinplai's angobunden lindet sieh (sclbsttindig

1taginieit) : Supplernentum Ilistoriac Pynastiarum in qt o llistoriae Orientalis

Serins a Gregorii .&bui Fai'agii Exitu ad nostra usque tempora

compendius deducitm'. Ah Edwardo Pocockin. Oxoniae 1663. 4".

Ahiit Faradseh, dciii J3einamen Bai' Hebraeus naeh zu urteilen, vol,

jiidiseher .bst.ariimun g. war ein iler Sekte der Jacobiten aiigehhriger

rnormiphysitiseliei' Christ. Er ,elh,t sagt in seineni Werke p. 93: Lais


vu

autel ii inter Arabes et Roman.,' causa iiii j.

refui' Patios. (1u1 unain nturam a.ssei'ci'ent, cùm Arabes Christiani titi

temporis 11011 aliàin quai ii Jacol ilai'uin cunfessioneni ample ctei'entui' I li

ebenso Casiri, II. p. 19. col. 1 imbus von') Christiani sunt acebitz,

de quibus Abuipharagius p. 93., unain in Christo Domino adstruenti*

-naturam, ex divina et humana conflatani. 1)cniijue Arabes Mohamotsuif

tieculiari nomine 1.-Jistoricis Eai'opiwis Sarzccni dieti sont, vai'ium iiemu

istuil iiiisfuni ae turhulentwu genus honiiniun. At1uc ii prulècto sont

Sarace'zi, quos Comrnw:icanies. vol fOed/re t-enjzmctos , uro ilixelis, lUosq1.le

ineiiurat I'tol(!maeus. I'hotius, Isidorus, etc. Ahu1-Farad,cli. also I

zeichnet tien hier in Eh'de ste]ienden Aikiirli islur ulkendi mit Al. Ccii.

d) Casii'i nelint dcnselbcn baH Aicheidus. Y. B. I. p. 339. ool.

Euclides ergo, ut rel'ert Jacobus lsaaci filius Aichundus. Ueoiiictra ai\

sui pi'aeclaiissiiiius, 0w.. hald. und Iiiiufiger, Akliiridi, so inshesondrc 'ri

01110m in (1er Abteilung ..Matliciiiatici" seines \'s'orkcs enthalteii'ri

,,Alelnudi Vita & Scripta" ilbei'scliricl,eneii Aufsatz. 1. p. 353. col. 1 --

356. col. 2. In demseftc'n lesen lir; 7coo6us Ben Isaac &n Alsa/'a/

vulgd A/'v ,7ost'jih Alchi,zdus omnigente disciplinae Graecae, I'ersica:,

indicat peritiù :i nter Mohainetuios. ut. & I-Hgia Akhin (orum stipe clarwi

Aiclundus, inquit Heu Giolgiol, scriiitor ibspenus, illusfii tut genelu.

Ba.soiain se contulit, inde Bagdaduin, uhi litei'is est iiistitutus. kdi'ifuit

et I'hilosophus. Arithmcticae etiam 'ac Diahtcticac. Musicac. (Je

metriac. atquc Astrouumiae Scions. Plorosiue philosophorum librillustrandos

susecpit. Illius scriptorum tititius qua t'as est, brevitat

reeoiisebiinu,s. Nun folgt auf fiinf Folio-Seitttn 1. p. 352. col. 1 md.

p. 336. col. 2. md. die Mittcilung semer Sirhrittcn. nii.nilich 0pora

Pluloso1ihica. Logica, À rititinetica. Sphaei'ica. Miisica. .tsti'ologiea, (Je ' '-

inetrica, 1)e Orbe Coelesti O1iera, Medica. Astrologica, l'roblematica, I (r

Anima. Politica, Meteorologica, Optica, Prolegomena. Miscellanea. Casir

iehhesst mit dcii IVorten, 1. p. 356 col. 2: Abnipharagius in Dyuast.

Ilist. p. 179 (der lateinisehen (bersetzung) Ad boum CCLXXIX (soU

boisson 179: crg1. Hankel p, 240. Anm. +) haoc de Alehindo habet:

Quod ad •Jleobum Ak'hindium autem, illustris pt'osapiae fuit, J(,sorcnsi,n

Pater ipsius fit Isaac Aicofac nomine. ,4hnohdi &" Airascliidi praofectus.

Yeieobus vei'd Medicinae. Plulosophiac. Arith.meticae, T)ialecticae. Musicac,

Geome€i'iae & Asti'onoiniae leritus luit, au in plerisque liarum seiciifiamm

Lihi'os celebres &, uhei'ioi'es Ti'actatus composuit ; nec fuit inter

)lahomtnetanos, qui Plulosophiac studio apud honiincs adeo claritit. ut

I'hifosophus noinnu-etur, praotel' Jacohum istuur. Uni in 1er r1hat

stimmen diese Worte fast ganz genau mit denjenigen des Ahul-Fai'adsch

an dci' aiigegehoneri Stalle dberein, tir setzt diesot' riocli hinzu: ,.Coaetaneus

fuit (Alehinli odet' Al Cendi) Jtoftae Ebu Luca BaItacossiu und

giebt daniit wenigstens cine ungofiihro Andeutung semer Lehensze.it1

w'dhrend chie soiclie auffallenier W'eise bci Casii'i viillig fehlt.


O I

I. p- 2j.:. I. . ;51. col. 1.

9) Man soue moine Schrift: ,,Gerbert. Beitrige zur K onntnis

ior Matliematik des Mit.tc!alten. Meyer il. _Nkiller. BrIin. 888'. .

207. Donn von zvei Seiten, von don iircclwn und vol ' den In(lorn

rrirntcn don _&rabern Bil(lungsstoff unit 1(enntnisse, Z. T. gauz i'i-

Iiiedner Natar1 au, die sie verschnielzen und au einem gIoiehn.sig'u

Gauzen zusammonai'heiten iiiusstcn.

20) Elunda. p. 235. p. 238.

21) o) Max Biidinger: 1hcr Gcrbort.s wissensehartlb'lie und politisehe

Stellung. Eine llaliilitationsscln'ift. Kassel. Kriogur'sche Bnchhandiung.

1851. p. 1G-p. 21.

b) Moiivin. Gerinan. Script. Tom. IV. Ademari Histoiiarum Lihri

111. Edmit D. G. \Vaitz. p. 1OG—p. 118 berichtet p. 130. lib. 11E.

(cap). 31 Ailumar vol, (,habonnis (iridoin er die llaupt.stadt mit dciii

Lande vorivecliseit) Girbertus vero nationelquitanus, inonacus Aureliaconsis

saneti Geraldi ecclesiac, causa sopiiiae primo Frar.ciam. deinde

Cordobam lustrans. cogaitus ail iruporatore, archiopiscopatu Ravetiac

donatus est. l'mcedenti temporu cour (; regorius papa, frater imperatoris,

doccasissot, idem (;irbertus ai) iniporatore p:ipa Ronianornin suliliniatus

est projiter piulosophiae gratiam, niutatumque est nomen dus pristinum,

et vocatus i'f Silvestor.

22) Monvni. Gerinaii, Script. Tom. 111. p. 561-657: ha-lied Ijistoriarum

Libri TV, ii. 448-995 iiiiil p. 6.57: Richeri Annales. a. 999

bis 998, erfasst bozugl. 093 nid 006. 996--008. p. 562-563. I-li

toile hier dirige \Vorte dci' (von Pertz herriibrenden) Einleitung, uni

dann die Gorberts Lehrplan, dot' seinem 1_Tntorrichte an dci' Kiosterre'hule

zu Reims zu Gronde Iag. I.mti'u:lîeuden Capitel, 43-55 des Liber

111 mit. In dot ersteren lesen wil':

p. 961: 111e (Richerus), sa ipso tradente disci,nus, Sancti Rcmiçz'i

extra 'aurez Rc,nnss monachus, Jafrcm Jiabuit A'oduifnm, I.ndowici Transmaeini

(Ludwig ut'Outt'einer) reçis ,nllhlem et consiliarium . . . . Riclicrus

iilur bonifate cf ingenio amicifiam Gcrhcrti sihi com,5aravit, ,,viri, ut dus

verbis sitar, rnagi:i ac miri clo,juii, 'no lofa Gallia acsi lueer,:a ardente

ne) 'nis ii". Qui quwu infimis Adaibérôni anchiepiscoto u cansiliis esset, atque

itinerihus, ejlistûlri et magistcnio scimmis is Gtzilia, Germania et Italia

familiaritate iungeretur, opfimaon inv,nj rerum sf1 temporis cognoscendau'um

et perspiciendarun Jaculfalcin 1iedit. ilfcdias ionien inter turbos. qune Aura-

Iorum casum et novi ?.egni initia comitabantur, A'ieherus ara niedicac se

dedil, qziam quo studio sit ampiexus, ex piunimis morl,oruni descriptianihus

oJeri inu'€rtis colligir'ur, (Richers Geburts- und Todesjahr ist leider nicht

angegeben.

p. 616. Lib. III. 43. Coi (metropolitano) etiam cum apud sese super

hue alii 1ua detiberaret, ah ipsa 1)ivinitate direetu.s est Gerbertus, magni

ingenii et miii eloquii vir, quo postmodutn tota Gallia acsi tucerna ar-


!12

(iiut_, \I 1 '1altll,lt »u1i. tui A 1 iiLirL)N 11-1. III

'orifessoiis Geroldi a puero altus, et graininatica edoctus est. In (Jilo ut -

pott adolescens eutit adliue ititentus inorarotur, , Borrelium , eiteriork

llispariiae duecin orandi gratin ml idem coenubiun contigit devenisse. Qui

n Joui abbate humanisime oxueptus, post sermones quotiibet, an in a-

tibus perfecti in liispanhis hahaintur, sciscitatut. Quod coin proniJitissime

asseteret, ei inox ai, abhate persuasuni est, ut suoruin aliqueni susuiperet

seoumr1ue in arfihus docendum duceret. Dux itw 1ue non ahuneits. petenti

lilcialitor favit, ac fratruni conse.nsu Gerhertuin assumptuni duxit, atque

ilattoni episcopo (.&usune.nsi, .knin. von lèrtz) instruendum coniniisit.

pud quein etiam in inathesi plurimum et efficaciter studuit. Sud eu.in

l)ivitiita.s Galliam min caligantem magne luinine ieluceie voluit. plaelictis

duci et episcopo inentem (ledit ut Romain oraturi peterent. l'aratislue

necessariis, itoi , carpunt, au adolescentein commissumn secum eleduomit.

bide Urhein post ingrssi. prames anti , apostolos effusas.

heatac recordaliunis Jp» (.Johannam Xlii. qui aniii 96.5 Oct. - 972.

Sept. 5, salit. Amun, von lertz) ....oleummt, au sese ci indicant, quodque

visumn est de suo iocuiidissimnmi impertiunt.

44. Nec intuit papamn adolescentis indutria. sirnuh1ue ac discendi

vrlunta. Et quia musiun et a.tiononna in italia tuno penitus ignorahautin,

inox papa Otioni mugi i;eniianiae et lta]iao ir legatuni indicavit.

illuc hutius niodi advcnisse iuveneimm, qui inathein optime imoaset. suosque

strenue doecre v;deiet. Mox etiali ah loge papao suggest.uimi est, ut

iuuveneni retineret, nulliunque regrediendi aditumn ci nue mutin praoberet.

Sed et duci et opiscopu qui ah Jlisiranis convencrant n papa mudestissime

inclicitur, regelu veI1 sibi iuvenemn nul tempus iotinere, au

1.

non mutin post ou» sese cum honore remissurun ; iruSuper eliam gratins

imite reoomn1,ensaturum. lingue duel au episeopo Id Ilersuasum est, ut

hou pauto juvene dimisso, i!si in llispauias iter retoruiuerent. Invenis

igitur apud papani relictius. ab eu regi oblatu.s est. Qui de alto sua

interrogatus, in mathesi se satis posse, logicac voie scientiamn se addiscere

voile respondit. Id quamn guis provenire moliehatur, non adeo in

docendo ibi inoratus est.

45. Quo tempore C. (Biidinger. I. e. p. 44. Anin. 119. Vt'Fi]llLtCt

nicht mit Tnrecht Gatatunus) lemensiumn arehidiaconus in logha ciarissinius

imabcbatnr. Qui otiam n n tharlo Francoru In rego ,adenm tel»-

postate Ottoni, regi Italiac, legatus direotus est. Cuius advem,tu iuvenis

cxhdaratus. regeni adiit, atiuc' ut G. . . . o coinmniticietur optinuit.

E G. . . . o per aliquot twnpoia haosit, Remosquc ah en doductus est.

A que etiam iogicac sciontiam accipiens , in brevi admoduni pmofec.it,

G. . . . s vero coin rnathtsi oporarn daret, anis diflicultate vi,,tus, a

musica reiectus est. Gerbertus interca studiorum nobilitate piaeilicto

inetropolitano cornmendatns, eius gratiam plae omnibus proineruit. tJnde

et a ;u u atu- •ii! J ui_oui u, tuiva art, »5 uj;trunta ci adhibuit.


inc j i! librorum peinrrens, dilueidis sentenv

lis enodait. Juprimis ctiain Porphirii ysagiigas id est introitiitiones

secunduin Victorirti rliethoris traiislationein, bide etiani easdeni

.tUti.lUfli Manhiuin explanavit. (i'athegoriaruiti. id est proedicainentoruin

!ilrum Aristotelis cousequentor euucleans. Periermonias vol-0, id est du

itifeipretatione libruru, cuius labotis sit, aptissime monstiavit. bide etiatu

iplua, id est argumentoruni sedes, a TuIlio de tiraeco in Latinum trans-

I:ita, et a Manlio consule sex coin rnentarinrum libris dilueirlata suis

utditoribus intiniavit.

47. Necnon et quatuor de topicis differentiis libres, de sillogisniis

cat.hegoricis duos, de ypotheticis tres, diffinitionunique libruin utium,

divisionuin aequo unum, utiliter legit et expressif. Post uorwn laborelu,

eum ad rhethoricam sues provehere rellet, id sibi suspectuni erat,

quod sine Iocutionuni modis, qui in poetis discendi sont, ad oiatoriani

arteni tonte perveniri tien r1uèat. Poetes igitur adhibtiit. puhusassuescents

arijitrabatur. Legit itaque ac dotuit Maioneiu et Statium

Tui-entiumque poelas. .1 uvenalem ilimilie oc Persiuin Hotatiunique

satiricos, Lucanum crions historiographuin. Quihus assuefactos, locutionuniqiic

modis cotupositos, ad rhetiioticuns transdnxit.

48. Qua itistructis sophictam adhibuit, apud queiti in cOtitiover.0

ex rurritur, ac sic ex arte agerent, ut praeter artein agent videtentur,

quod otaforis maximum videfur. Sed haec de Iogica. In mathesi veto

(Ilailtiis sudor expensus sit, non incongnlum ditere videtur. Atithuieticatit

enini, quae est niatheseos prima, inprimis disposifis accoinnodavit.

49. bide etiain inusicam, inulto tinte ( hilli s igin dam, notissi niant

eflecit. ('nies genuro in nsoiiocord disponens . euruiti insouti utias sive

siitipliunias in tutUs ac semitoniis, ditonis quoque toc diesibus distingueits,

tu110s1 tic in Sois rat.ionabiliter distribuons, in plenissiniam itt fitiam

redegit.

50. Ratio veto actronoinica 1uanto sudore collecta sit, dicere

inutile non cd, ut et tant.i viii sagacitas advertatur, et artis efficacia

lector commodissime capiatur. Quais cons paene iiitelleetibilis sit, tanne

non sine admiratione quibusdam instrumentis ad cognitionefli adduxit.

Jnprittis enim mundi speram ex solide ac rotnndo ligno argunientatus.

niincris siinilitudine. maiorein expressif. Quant eum duobus polis in

,iizonto obliquaret, signa septentrionalia polo nuectiori dedit, aush-alia

Ver) deiectiori adhibuit. Uu.ius 1iositionein eo circule rexit, qui a (iaecis

otii.tin, n Latinis limitaus cive detenninans appullatur, eo 1uod iii o

signa quae vitientur ab bis t iiae [loir distinguat ne lintifet. Qua

in cl izonte sic collucata, ut ut ortwn et oceasuin signoruns utiliter ai

proltabiliter d initiistraret. reluni naturas dispositis insinuavit, iiistitnitjue

iii sigiioru in coi u pièhoit siot e. Nain teni pote tiocturno aidti itibus steil iS

upeluni tiabat ogebati1ne ut cas in niundi regionibus dii cisis obliquatas,

tant in ortu quant in occasu notarent.


51. Circuli quoque qui n Graeuis par;IRii.

dic.untui', quos etiani incorporales esse dubiuui non est, bac ab ce art

comprehensi tioscuntur. Effocit. semicirculuiu recta diametro divisuir.

Sed hanc dianietriux fistulam constituit, in cuius cacumitubus duos poio

boretint et austronothum notandos esse instituit. Seitticirculum vero

polo ad poluin 30 partibus divisit. Quarurti sex n polo distinctis listemm

aifliibuit, per '1uatn cit-cularis linon arctiei signaretur. Post r 1u:ietiani

quinque diductb., listulain quoIue adiecit, quae aestivalern circulatiooetn

indiearet. Abinile (uoiiie quatuor divisis, fistulatit identidein

addidit, unde aerjuinoctialis rotunditas coininetidaretur. Retiqautu vet

spatiutn usque ad uotiutn polunt, oisdern lituensionibus distinxit. Culeinstrunienti

ratio in tantani valuit, ut ad poluin sua diameti'o directa, e-

semicirc.uli productione superius versa, circulos visihus inex per tos, scientiac

daret, at1ue alta ineinoria reconderet.

52. Errantiumque aiderum circuli eum intra niunduni t'erantui', et

contra contendant, quo tanien artifii'io viderentur scrutanti non desuit:.

Jnpritnis oui ni spetam cii'cularem effecit ; hoc est ex sous circulis constauteni.

In qua circulos duos qui s (raeeis coluri, a Latinis incidentes

dicuntur, co moU in sese meulant coniplicavit ; in quorum extremitatibus

polos fi x it. Mies veto quinqite circules, qui paralleli dinuntur, coluris

tiansposuit, ita ut n polo ad polunt 30 partes, s1ierae niedietatetti dividerinit.

idque non vulgo neque confise. Nam de 30 dimidiae sperae partibus n

polo ad primitttl Cit'Uu1, sox constituit; at primo ad socundum 1uinquo

; n iecundu ad tertinm, quatuor; n tertio ad quarto ni, itidc ni I uat ocr

a quarto ad 1 uintum. i 1uinque: a quinto osque ad polun. sx. Per Itos

quol lue ciroulos eum cii'culum oliliquavif, qui n (lraecis Ioxos, vol zoo,

a Latinis obliquus vol vitalis tlicitit r, eu 1uod iutiinaliu n figuras in steli in

continent. I titra hune ohlit1u uni, erratitiunt ciriulos miro artiticie suspendit,

Quorum absidas, et altitudines t sese Miaiii distaittitis, eflicacissirtie

suis denroitetravit. Quod (lue ttiudmotittlit fuerit, oh jtrolixit,at.cin trio pollen,

comnitiduin uon est, ne idmis n proposito discediire videainus.

53. Fecit planter baec Sperain alterani eircularem, i titra quam ciicolos

quidoin non colloiavit. sid desuper rerreis abr1ue nereis luis signorom

figuras cotupiicavit. Axisque loco, fistulam traiecit. lei' quant polos

i:oiilestis notarettir, ut ce 1terspeeto, machina coeloaiitaretnr. Enfle et

factum est, ut siriguloruni sigiiortun stellae, sitigulis lutins sperne sigriis

claudoiontnr. IIlud juoque in lin dlviii tin fut, quod cum aliquis artem

igiiorai'et, si un utu ci signu in deniuti tiatun t foret, absque niagisti'o cotera

per sper:itti cognoseei'et. Inde otiani suos libej'aliter instruxit. Ati1ue

haec aefenus de astronomin.

54. ]il veto non initio] in docendo labor oxuensus est.

Cuius inti'oductioiri. abacuin id est tabulatti diinetisiotubus aptatu opore

seutarii effeeit. Cuitis longituditti. in 27 partibus diductac., itovein nuniero

notas omnem nunterum signititantos disposuit. Ad quaruin etiani


efïcicit characteres. (lui per 27 ahaci paies

'intuati, cuiusque numoti inultiplicationem sive divisionem desigirnrent.;

tnto cornpendio nuinerorum niultitudineni dividentes vel niultiplicantes.

iii nae nimia nnniei'ositate potins iritelligi quarn vorbis valerent ostendi.

uorum scientiam ( lui ail pienniit scire desiderat, legat oius librum, quem

-ioribit ait C. grtunrnaticum (ait Constantinum de divisione muneroruni.

\11111. von Pertz) ibi enim hace satis liabundaitterque tractata inveniet.

55. Fervohtat studiis numerusque discipuloruin in dies accrescebat.

Nomon etiam tanti doctoris ferebatur non solum lier

I allias sed etiam

per (hrmartiae populos dilatahatur. Tiansiitque per Alpes, ac diffunditur

in Italiain USqUO Thirrenuin et Adriaticiini. Quo te]flOti Otricus in

Saxonia itisignis habebatur. etc.

lell fiige der hier mitgeteilten, auf Gerberts beini lJnterrichte voit

ihm eittgeschlagenen Verfahren beziiglichen Stelle noeli Folgendes bei

Ei'stens: Ans Cap. 48 ersehen wir, la.ss, worauf schon Biidingei

L e. p. 49 aufmitksam gemacht hat, Gerbert einen cigenen Leu ici, leu

er tint dciii Ni.tition eines Sophisteti hozeichnet, hielt, diutiit. ilerselbe

Fisputiei- oder richtiger r rhetorisehe iTbungen der Sciibler leito. Dass

htzteres der wiehtigsto Zwcek i st. ersieht clan ans den beigefiigteit

\Vorteri: ..ai' si ex acte agerent, ut practer artern agere viderentur, quod

oratoiis maximum videtur". .1iehcr sagt also, der Reduer musse danach

strebèit, dass ci ganz kunstios unit vatiirlich zu sprechen selucine, unit

die auf seinen Vortrag verwandte Miihe und Ktntst nicht nierkcn lasse.

Das sci las hitebste Zie]. Man sielit solin hicraus, eiiien w'io grossen

Wert tirbort au! die Rlletorjk unit die I"orin 1 egtc. Erwiigen wir nuit

vergi. das untou iit)(;Ii au erwiih tende \Vork voit llavet, lntioditit.ion

p. XIV; P. XXJX—XLI). dass seine Feder weit unit 111-vit gesuclil ival,

dase er chien ausgebritct.ett Brefweclisel lulitte, nuit nidjt bIos in

set tient cigoneti \aiiiett, sondei'n dass ci autit fi i' Andere ( I e.rliortus ex

persorta N. N. . . .) schiieb. unit dass or mit den hitcltsteit Personnit,

Raisoru unit Kittiigen in Verkehr stand, so kann niait nui sagen, dass

man sieh an dent Aitde.nken des Mannes goradezu versiindigen wiirde.

wiiiii mail ibm die Urhebetscltalt eitier die ersteti Itegelit dci' Stilistik

ii ilotzenden, gauz zusaiunietihanglosen Geonwtrie zuschreilion wollh.

Zweiteiis. Da, wie Ricbern.s in Cap. 44 unit 49 beiiclitut, Musik

und Astronommiic in Italien zu Oeil,erts Zeiton gauz in Vergossenheit

geraten wat'mti, dii rfe t vi r wohl veiiiiutwi, dass de r Crund von ( erberts

1 J nterricht in der Astronontie (Cap. 5(1-53), dent liclierus offonhar mit

besoiderer Auftnetksainkeit unit Teilnahnie gefolgt ist, wiilirend or Aritltimieti

k (rtiLht aber das Zifferrechnen Unit Geoiiiefrie nur hehaudelt,

au suchen ist lu doit astioriûuutisiIien Keitiit nissen, die terbert aus dci

l'bersetzuug chies, jedetifails rabisehen, Buches gescliitpft hutte, die

Lupitus von Barzelloua augefeitigt, tutd uni die ur, Gerbert, iliti 1m


Brief (XXIV). [60]. 24. geboten hatte. H igL t;t . . HI .L1tI. î.

35, :03 zu orwbnende Wcrk von Havet. Introduction. p. VII. Note. 1).

1)rittens Es mass hefremden. dass in tin Ka1titeln 51. 52, 54 iii

Zahien 30 und 27 mit den heutigen, inodernen Ziflern, und noch dazu

die eine. die 30, mit Zuzieltung 1er Nul I gedruckt ist, dio dccli, tuindesten

selir wahnchein1icIc, Uerbrt und dnher auch sein Schiller licher nici.i

gokantit, jedenlalis iciclit aiigevan '1t bat. Sollteli iticit in ducr Handsthrl

ft Hie hetrffucnden Zahi en mit Won rn, w cc das ,.c 1uatuor'', ,q uillq ne".

,,sex" in 51. 52, das ..novemL. in .,mille 54, oder mit rdmisehen Ziffern

gcsehriebeu sein?

Viertens. Es wan vielleiclit nicht chue 4 rand, dass Gerbet t g rade

10(x) Marli-cil atifertigen liess. Ha et niliuilich dcii Ahakus iii 2î Hi-

Itiitiitèn feilte, so kOiifltetL in eine Horizontairoihe :3 Mal die Ziftcrn I

bis il gccsuctzt werdeci. utid da 10131 - 27.37 -j- 1 ist, so liisseti sieli

37 sclelier I Iorizoritaliei lin biklcin, und 1 Marke 1 ilieb 0hni. W ahieliiti

[toit aise ljess (nlcit von jecier duir Zitîern 1. 2. 3. . . . 1, gliieli

vicie, tiiiul ic,li 3.27 = 111 Exemplare acifertigucu, und nnch ci tic unbeau:ltrii,hetie,

etwa wie bei dent hekanntcii 1/Jttospiel hit Kiiidur ,i(,Ii

aucli aine cHer ("iutige nicht beachriebine I I olzmarken beli ndeti, tua itil

Falle dass icitie Xutnmer verlorin gelit, sic wioder ersetzen zu kiitineti,

23) H. ilatikel. 1. t. p. 325__p. 326.

24) Anicii Manlii Ton 1 uati Severini Boefii : Duc iuistitnfioit arOlitiitica

libri duo. 'Je insfitutione musica libri quitiqn cc. Accedit Oeotm'-

tria quae fertur Boetii. Edidit- O. Fricdlein. T.eirzig. Toubner.

MfO'((IXVIJ. 80. p. 400, 2 --30: Ifaee veto brevi ititrciducticuie prae-

IiI ai I tes'' .....diligentis ex eruitio tuctccu'is ce ncunitti j nu'.

25) Liber Abaci. Incipit p1ac fade Iii ri abac'i, I IUC nu JUniOr Bertic]

titis edidit I 'arisiis. I)omino Auwlifi Bertiehinus anus aicternac fi 'Iiei -

tatis munus in A. 011eris Oeuvres de Oei'beut. Paris 1867. 40 p 357.

Quod si tibi taodium non esset, ..... Loti jarietises epttut'e.

(1ttOS in li k ut cuni maxime espertus sum bière.

26) Zeitschr. Jahrg. X. 1365. in cineni Aufsatze voit Cantor:

l'[ceu chien Codex des Kiusters 3:ilem, p. 2.

27) Sci-itti di Leonardo Pisano. Vol. I. Liber Abbaci. p. 2.

28) 1; c'rbett. Beitriigi' zut Kccrinttiis tler Matluetnafik dN M ittelalt-ers.

Berlin. Meyer & Millier. 1388. 3 0. p. 219-226.

29) 1m dieseli.ce Zeit scheint aucli die lti'utige Beiictttiutig Nuli

ait l'gekom mon au soin vtuigstet s sagt Kuekce.'k iii semer Soit ii t ,,Pie

]licchenkunsti lit Si 'ohjzc'Ij tttt]i ,Tait rh il nde rt. Berlin, Wi'idniantisohe Buehhatidiung.

1874" p. 7. Anin. , daas in cincm von Johann Albrecht,

Iecheuuneiccter an 011))X Wittenberg XIH1 ,.jm jar" hioi'ausgegehietten

Reclionluch das Zeicheut O mit dent Natuen ,,Nulia" hezeii'hntt wird.

30 Stritti di I .eonardo l'isanu. Vol. 1. Liber .Aljliaci. ,,. 1. (viii

geutitor MOUS a : ii ria 1culdio us soriba in duana Liugec pro piatti s iller-


97

atoiibus ad eanl conflueritihus eonstitufus praeesset. me in pueritia mea

ad se uenire faciens, inspecta utilitate et commodifate future, ibi mu

studio ahbaei per aliquot dies store volait et doceri. Vbi ex mirabili

niagisterio in arte pci' nouein figuras indorwn intiodtictus, scient.ia art.i

in taiifum inihi pre ceteris placuit. et intdllexi ad illam, qund quicquid

studelatur ex ea apud ogyptum, svriain, greciam. siciliam et proninciain

(uni suis iiriis modi, cd que Inca negationis tam postea pemgrani per

meittun stndium et disputationis didici contlictum. Sed hoc fotum etiam

et algorisinuin atque ai-eus pictagore quasi errorem computaul respectu

modi indoruni. Quare amplectens strictias ipsum modum indorum, et

fIttentiue sttnIns in eo, ex proprio sensu quedam arlilens, et 1ucdaiu

efiam ex subtilitatibus imclidis geornetrice ai'tis apponens, suinmaui huius

libri, quam intelligibilius potui, in. XV. capitulis distinctam eomFonel'e

lahorani, fere omnia que inserui, enta prohatione ostendens, ut extra,

perfecto pre ceteris mode. haie seientiflm appetentes instruantur, et gens

latina de cetero, sieut h:oteiius, aIsque dia minime inueniatur. Si quid

forte minus aut plus juste ui ne'ossai'io intermisi , mihi 'lepiecor

md ulgeat tir; cutis nemo titj qui nifio careaf, et in omnibus undi1ue sit

cireumspeetus.

31) Per Titel meines Exemplars Von Adam Riese lautet (das Rheli-

1cm isf i.ibrigens durehwog tilt dentaehen Buolistaben gs'1riokf:

.,Rechenijueh . AntI Linien vnd Ziphron . mn alIerl 1 Inndtierung,

Geschefften vnd Kaulltuaunschafft. Durci Aulani Rysen. Mit noweti

kil istiichen Regein vund Exeni pein gemeliret , hinhait fiirgu 'steltetu

[egisteis. Visier und \Veclisclruton kiiustlïeh uni gerecht au icuhen,

a1i . s d'ut Quadrat, Durci die Arith metie vnd ('ometri. V é, ii i' hait

I lei n Matliomafju'o aU Frflh1(kfl11't hu'srhriben. Zu Franc, lud I lir.

Egenolfi". 80. Pin Angbe des .iahros fehlt. Auf dci' Riicksoito des

Tit'lblatt.s fo]gt dot ..lnhalt di hechenbiirtileiis". Pas Iliiclilein 1sf

nach Art dci' llandsehrilteu nicht Se if en - sondern BI att wcis' juaginiert,

Auf Foi. 6.3. dei , s. g. Regula falsi, ist au les's .,Nacii

diser vnuiorrichtung kanst du auffs beheudest aile Exempel 11111 .1er F'alsi

maclien. Wuillest solich Biielilein vund kurtze erkiirutig jetzt. w'lehes

mii zuin anderu niai iflSsC aussgelieu, au danck n nnemen, w il] ii li verdiciteri

vnd dir auffs eliest ich mag, die Practica nacli aliwa lleiss berauss

sti'eiehcn. Datons auff Sanet Annaberg, I)intag naci Martial mi jar

M. P. XXV." 1)as vorliegonde Biichleiu ist aise die andie, d. li.

zweite. Autiage. oder ein unveriinderter Abdruck deunliuon. Aut

tins genannte Biatt foigt auf tiem niichst.eu, Fol. 64. e. rioch : Eine kurtz'

vnd gevisse Regel, Wie manu soll ]Sil'lICn den vmbki'eyss, wio vil Mcii

wegs die Eiden gerings vinbhoi', nid strack vberzwerch, halte". Es ci'-

giu'lit sich ais tmfang 540) ..teut.schor ineii" und ais Durclimesser (liii

der A n uahm e r - "_) 172S . Moiie I. Pat n folgt u ute r l"ertsel 'Ii iig

dci' bisherigen Paginierung die Abhcndluug von Ei'hart H'Ini tiber die

7


Ausfiihrung von Mes.sungen, bis Fol, R4. . Mit 'nrr!irirt En!.

zu Franekfurt bei Chi'. Egenolif, Arino 1551. 1m Merben L . Es ist vi'lloieht

Manehem orwinseht, anch die Vorrede des alf.en Rechen rit eist.ors

zu vernehinen. Sic ist Uborsehriehen ,Xorred in dis IèClieiihLitlL,

Adam fliscn und laut.'t .,Wie hoeh vol] nilten soi A nthmetice, viind

der gantzen Mathernatisehen Kunat, kan marin hiorauss Ieichtlicli ci'-

messen, da.ss niehts hest'hen niag, so aicht inif. gewisser zal und ruas

veleynt ist. Dass auch keyn fi'ie Kunsf, on gewisse Mensuren vnd Proportion

der zalen sein mag, Derlialben hillii'h Plato, ils ciii haupt der

Philosophen, ke. y iien mu seine ehiiI oder andcrn kiinsten ziigelasson.

de y de y rail nit orfarea were, aLs dem nicilit mii g! ieh, irgent lan eine r

Kunra zrizunvitien, Ï)ispatirt vnd bestendiglich besehleust, dass on A rittimetieain,

\1risieani vnl Geonietriarn , welehe mn dci' zal gegriindet,

niemand weise rnôg priantwerden. I)ann dise kunst, wie .Josephus

schi'eibet, nit von menselien, sonder von G.tt olien lierai) gegeben ist.

Welehes wol besunnen hahen die Greei, 50 sic mn einein sprichwort

ii'gcnds chiera groas lob aller kiinsfn zumesseri wolten, spi'aehen Er :

Ianri zelen. Auch obgcnannter Plato zu ciner zeyt gefiagi- ward, -'vo

dureh ohm mnenseh andre Tliiei- vberfi'ette, geantwortet tint: Dass ci'

reclinen kali, viii verstand de y zalo hab : Âlsir dass Reclinen ciii fnndanient

vund s-rouit aller kiiiist ist, Dann on zal rnag keyn Musieus

seinen gesang. hoyri Geometer sein niensur volibritigen . Àneh keyn

Astronomnus den lanif des lliiniiiels erlenrien. Dergieii'hen andere kiinst.

Isiclorus sprieht ha hirt die zal von dcii dingen, so vei'goheri sic. Vncl

es sei keyn underscheyd zwischen menschen und unverri!inlîrigen t.hieren.

danri erkrrntnus der zal. Derbalben die k-unst des flèchens :uidvreii

froien ktinsten hillieh fiirgesatzt wiirt, Angesehin das :inilcrr kiinst diser

nit inangein miigeii . Derhalbcn balle ici ci ri geniry n leieht Dii :11 lei n

zusaruengelesen Cii r .1 011go anliehendo Sc'!iiilei , auff di Linien uni

F'dei'u, ni i t. anluangenden 'lu ineri Regeluu und Exein poli u". N a 'h dey

Vu-redû konunit die Piemerkiung ..Anfengliclu volgen ilil , Aigoristi.eluen

Spec'ies", uni zwar ist die oiste (las: .,Xuinerirn". wobei clic Erkli.rung

gugelien wird ,.Tlevst zelen, T.eret wic manu iogliche zal schreibu'uu viii

aussspreehen sol, Dai'zu gcluireiu zolien figuien also besehi'eibeuu. 1. 12. 3.

4. 5. 6. 7. S. 9. 0." Auch llurt A. lise das Rechneru auf dciii Reohonbrette,

jedoeh mir k urz. Tu der Vourede finie! nain alt ciii iugs an ver'-

soi iedenen (itou Bezug geni hmm en an C t'4! ellen dvr Aiten und begeiin t

AiikIiingcui an clas Pr000mi ion zur A rilli inotik les Boit iris und die Lehru

voin Quacirivium. Zugleicli aber aucli stellt Vise das ]teoluien ais eiuen

Teil dci' ganzen Mathemiutik, uni ais zur Aritliaetik gi.luiirig. un, iva.,

die Grieci I ni nioht t.liaten. Die NulI i-echnet or hoi'eit.s zu den iilirigent

ZahIzeiclion einen lesonderen Namen fur sic neniit or mdci!, sondei'n

hilft sich auf anderi' W'eise. Die einzige hierlier gehiirige Stelle. Fol.

:i. &, mute! niinilicl ,,Koiuipt dii' drain Ciii' '-ille zal zu soluiiben. 80


99

chtei rLi Irivst ZLIIO eir.n wrt aber aussgolasseo das tausent,

hundeit. zehen oer eiiis, So setz an die soibige stat ein O. vie hie

zuschreibeu, fiinf irnd zveutzig tausent vrid siben md dreissig, satz

25037. Aise wiirt fOr das hui'dert cm O. gesehreihen", Mie Zahireiclien

hezeichnet et- aniser auf (lem 'ritel zwar ais ziphren und

zweinial. auf Fol. 3. e. und Fol. 8. P. ais ,ziffern", sonst aber stets ais

.Jigurn", deren er aise (mit der Nuit) zehn annirnmt.

tionnéesvivestre 32 Oeuvres de Gerbert, pape sous Il, le nom collationes

sur les manuscrits, précédées de sa biographie, suivies de notes

de critiques & historiques par A. 011eris. Clermont - Pd. Thibaud, iinpr.

- Libr. - editeut und Paris Cii. 1)unioulin, libraire. 1807. 40.

33) Eut Vierteljahr, nachdeut moine in 28) erwiihnte Sehrift orsehieiien

war, erhielt icli aus Petersburg ciii (erborts 1-iv efe behaudeludes.

in russiseher Sprache verfasites Werk zugesandt. Des Pussiselien

au Ineilleni Bediujerti unkundig, wiirde ich nicht einunal doit Nauten des

Vt.rfasseis habeit entzifferu kniieji, iveun midi nicht ein beiliegemider

deutseh gescliriebener Brief dahiu anfgcklmirt hhttc, da.ss ich demi damnais

soeben erachienenen ersten Teil dues von Nicoiaus Bubnov in Petersburg

verfaïsteti Werkes iiber Gerberts Briefe ver ciir h)itte. Der z'veite

und (Iritte Toil iblgten iiii n i0hsten Jahie miacli, ailein vieiliieiit wii lic

itit noeh uvule über don Zweck des Wei-Les ha 1)unkdti sein, i.umiti

du ein tinter (loin 7. Jaunir 1891 an Herrn Bnbnov tinter Semer mir

188 angegolionen Adresse von mir abgesandter Brief ais unbesteiihar

zuriictkam, woun mir miieht au! andre \Veis Aufklhrung au Teii geworden

'ware. l)ureh chie mir ha .Tah vo 1800 zu I j esichte gekonii an.

K.--u nt.erzeichneto Rezension in Zarwkes Lii mrarischemn ( ''ii -dblatt

Ni. 13 ara 22. Mirz 1800. Spaite 428-49 niuiuhch wiri Oh

aufiticrksani auf L-iii laid nacli dent iii I htiovschwi erieliienones FrauzhsisrlI

verfasstes Werk hier denseihen egenstaitd:

34) Lettres de ( emIiert (983-997), 1 iljIie avec une introhwtion

et des notes par Julien }lavt. Pins, Aiplicinse Piemni. éditeur, 1889.

80. In der ,,Introduetion'. p. X LIT-1. LVI. beriehtet hier liavet:

whlimwid sein eigenes hier vorhegeimdes lluch siuh aoeh unter der l'us e

l.iofunden haie, cci das tinter :13) angeliihrte cisehienen obgleiehi dusseibe

in russiseher Sprache abgefasst soi, haie or docli keine MOIte goscheut,

es au verstehen, er zolit dci» Fleisse und dom Scharliiinc des

russisehen Verfassers aile Anem'kennnng, et- eralhit, liabe lait dent cibon

brieflieh verkehrt und erkliiri offen, in den wichtigsten t(iken stimine

or mit dieseni imberein, in nianehen jedocli sei ev amidercr Miinung. Ici

glaubo nichts l'ber!liussiges au thun, wenn joli eiiiige Eigelaisso dei

heiden neuesten Forsehutigen, wolclie erst Licht au! Uenbents Briefe

vcrtcii und vicie Dutikehheifen aufliejien. tuer initiciie. Dii ito be

stout darin, dais man nioht pinsiolit. ivli ii mnïglioh goivisen. zumn

Zwecke der versehiedenen von durnselben nach leu y ;o1iiedeusten

7*


Oo

Linderii, Frankreieh, Deutschla'd. JtaP:i. Spanicit. ni-l1tf1ten ini

Narrion eines Anderen gesehriehonen Briefe zu samnietri. Havet, und

mi \Vesentlicheri mit ilim iibereinstimmerid Bubnov, sagdn nun hierüber:

cia solclies V orfahreii wiii'de allei'dings unausfiihrbar gewesiii

sein, allein (ierhç,rt. (lOfli liej rien ViOlCi) mitunter wielitigon, Angelegenheiten,

iiher welche or sioh zu hussein batte, dai'an gelogen sein musate,

zu wisse-ti. Was or den Eiiizetnen mitg-eteilt hatt.o. 'intretenden Faits

aueh diesen gegenfiher sicli zu rechtfertigen, hehi'lt, worauf aneh dnzeino

Stellen tiinweisn, von seinen Briefen je eiIIPn Entwnrf rurGek

und howahrto diee oinzelnen BIiit.ter. natiirlieli der ZeitTolge mcli ge_

ordimet, aoL Diese Sammnlung hat (erhert wahrsheinlich nachdemn ur

Papet geworrien, seinem Freunde Constantin, damais iiodi lioIasta'n-.

in St. Benedict ait dom Loire, spitter Alt des Kiostors St. Mu'smuin (Munastoriuni

Mieiacense) bel Orleans, iibe,ehickt. ulemselhcn Uomistantimu,

dciii or seinen Libellas de numeroruni divisione, und seirien Bi'ief iiher

die Horstelluimg einer }Iimmolskugel, zusandte (Olberis. p. 349— -p. :1r6

p. 479--p. 480) odet' zugesandt batte, und dieser Imat, bevor cm das Original

znriieksanclte, doc Abschrift diesel- Sainmlung niachen lassen und

zurdckbehalten. Dies'è Abschi-ift, ist, wiihrend as Original vorloi'en gogangen,

w-ahrseheintich auf unm-echtniiissige Weiso in der 2. Iliitfte des

1G. Jahrlmummderts von St. Mesmnin weg und nach vcrsclmi pdpimen Besitzemn

sehiiesslicli an die Universitiit L'den gekonimon. Bei dcii schwierigen

und svceliselvollen Vei-hiltnissen. mit cnen Gerbert sein ganzes Lehen

Ling zu ringemu InitIe, wi i-d mali es wolil begreiflich finden, dace or Voi'-

kchmnngen traf. mes geuisse Paiiere cingeseimoim weiden konnten. chue

ihn ljloszustelIen, und dace et , zu iliesoni Z'veeke die 01100 'rwithnton

utiviirfe semer Bride iiberarireitete uni miter seinen Augen ablhesen

liess. en dass sic 4cm jungen Kaiser Otto III. vorgelegt werden konnten.

l)ahei wandte ci' an manchon Stolleuu e-inc Goheim- odor Sehnell-Sehrift

mn. il. h. nii'lut etwa die sonst tinter dciii Namen ,.Tironisehe Notea"

uckannte, eonr'i-n eiue andere, mir in Italian, ivac allerdings, wie Havet

eagt, Buhnov besti'eitet, und mir in der zweiterm Htill'te des 10. Jalir-

Imundertsangewandte und vectandene $ilben-Selirift. Die Entzifl'ei'umig

derselben, die clac \"ei'stiindnis dci' Gei-l'i't'sc'heim Briefe amisseroi'dummtlich

ei'schwei'to, iet dcii heiden Gelehrten bis anf wemiige zveifethaft gohuiebene

Punkte gr'lungcn. Auch cliese zweitc', von (erbei't selhst vorgenomnwim&',

'hei-arbeitung semer Briefe ist voiloien gegangen, ehenso

eine ,-},eilmrift (lm'i'scilJei), dli' fji u' don Uni-huai und Hibliothekar Ciisar

Barormius von sine-ni t"i'eunJe. 4cm Letirei' Louis' NUI, Nie-clac Le

Fevre zwischen 1602 1111(1 1605 augel'em'dgt und ihmrm von Pais nacim

Rom zugescliiokt van1; eine dritte Ahehrift und Collation aber siud ci'-

halte; erstere findet sich in Bom. M'as endlieh die Reihenfolge dci'

Briefu beti'ifft, so weiss man lucrùber nichts Sichei'es. 'la sic nie-lit clatiert

sud, allein, wh' au-li liai-et 15il1l0l'lt : ist CY scion von Aumfang an raimi'-


101

il, da-se der Zeit nacli in dci sel heu Urduuug auf einander

Igen. die ie ili ( erbeits Verzeili nis niugeilomniori haben. wid in der

That zoigt, naeh haret, cine genauere ljntersuchung, &lass von den 180

iten Brieïen jeder jauger sein mussais der vorhergehende, aber hltei

aIs (1er naehfotgcncie. Von ila an jedoch trifft dies nieht mulir zu, allein

die ganze Abweiehnng erklhrt sich, wenn man siøhen auf cinander folgende

Briefe art due andere Stelle setzt; es liegt daher die Annahmo

iralie, dass diese dureh irgend einen Zufail an cine andere Stelie gokoinmen

sind, ais an velche sic gehiiren. Die Willkiir aiso, mit wolchcr

in don rersehiedenen Ausgaben die Anordnuiig dur Briefé getroffon ist

ist jetzt durch die acuesten Foischungeii beseitigt und die Zeit der Ah-'

fassung derseihen mit geniigender Sieherheit festgestellt. Picas mag

ILinreiclien, uni (lie Aufinei'ksainkeit auf die beiden ne,rern Werke au

leuken.

35) Jeh bedinne midi absichtlich gerade dieses BeispieLs, weii der

airgefiihite Biief die \Voite enth1t: ,.ljnius anni tria (iivera imperia

super te, doceat lune vides fallacia et inconstantia", ans doue ilavet.

p. XII und p. 15. Anin, 4. mit Recht, wie mir scheint, pgen Bili(linger

Il. 70--71. Awn. 218) folgert, dass Oerberts Aufenthalt in Bobbio niclit

gana I .iahr gedauei't habe. Zug!eich begreift es sieli bei se kurzeiu

\rerweilcn da.selbst und bei su schwiorigon Vorhiiltnisen, vie sic Gerbert

dasolhst vorfand, ieicht dass derselbe der dortigen Bibliothek, lalla sic

iiberliaupt schon vorhauden war. SO getinge Beachtnng sehenkte (vergi.

ineine Schrift: .,Gerbert". p. 75.)

Anders aber liegt die Sache luit dom Briefe (VIII). [701. 8. Perselbe

ist n'aeh 11avet gegen Ende 1 uni 988 Von Boijliio aus an don Erzhisehof

Adalbcro von Reiius geschrieheu uni torboit teilt deniseihen

hier mit, er habe iii ?,fantua ,,praueiarissima quoqUe figurai-uni goometriac"

gefunden. Havet setzt. mn hitizu p. 7. \ nui. 1: ,,Gerbert désigne

sans doute bi le mnusenpt des agr:menere. latins, au j nrd'hui sous le

nom d'A,ceianus. Ce manuscrit ....appartint jus'm 1 u'au XVe siècle

l'abbaye le Bobbimm, wobei ci sicli auf die Seiiriften der rimmisehen FelUmusser

von lilumo. Lachmaun und Itudorif hezielit. Ailuiti venn scion

keiu triftiger I runcl Jafiir vorliegt, vie ici un Piogramni des Reaigylunasiums

au Eisenach. 1880 in der Abhandlung: zut' Boetius-Frage.

p. 2 auseinarimler gesetzt habe, ans den Woi'teu, welche den oben go-

I]almion unmittelbar vorhergehen, auf dits Vorliandensein ciner voit

Boctius verfa.ssten (ièoinetrie au schiiessea, \vie Cantor, math. Beitr.

p. 183. Gescim. d. Math. ]J. 740 thut; su liegt voliends keine IJrsachc

ver. diese \\Tom.t , seibst auf don Arcerianus au beziehen. 8ie sind eben

su nukiar muid uudentlieh. dass titan ans ihiien ailes MJghche folgern

karmn. liL LIreinelil Uci'bei't". p. 47-80, derm Haret p. Vil. Aiim. 1•

citiert, findlet man die Frage, oh ilem' Arcerianus scion zur Zeit (erImerts

der Bibliothek des Kiosters Bobbio angehi$rt habe, oh ci hei der an-


102

gel thit von I ' tjrhwt herri Itrenleni (iconietrie, vorausgesetzt, dass diese

dberliaupt ciiten einheitlieheii Verfasser habe, virk1ieh sel b s t benutzt

worden soi, oder oh nicht etwa cine Variante n, an cire Le s a r te n

u. s. w. o n t h al te n do Recension zu Grande golegen babe, ibid. p.

fit, 63, auf da-: Eingehernlste erdetert. \rpflJi aber wirklirh die fraglicite

Hatids':ltrift nier Arcerianus witro, soUte ibm Iann Gerbert niclit

licher an Adaihoro, an don er ja soehen sehrieb, nach Rheims, wo seine

Bi.icher in versehiossannen Ka.sten lagon, Epist.. (VIII) [76]. 8. Aiim. (i

geschiekt haben, ais class tir ihn etwa der Bibliothok zu Bobbio geschnrikt

!littte, von wo or ein halhes .iahr spitter flbchteii inusste Und welter

kommt es, dass mari ihn in item alten Katalogo nier Bohhiensur Hihhothek,

don aueh lEavet erwithnt, nicht genannt findet? p. 69 70, 75-7(j.

36) In eiuor Artnwikung 5. setzt Havet. dein Namen \Varneriu

zu ..Personnage inconnu. Nuit siud nacit B.dinger 1. e. p. 22. wie

ans seinen Worten .,Uuarin iGuarner. Warner)" hervorgeht. (uarïrn,

Guarner, und \Varner nur verachiederie Formen les Nameits eines unit

desseilen Mannes, Derseibe Guarin vir1 auch in E1n. (XXVII). [2V II.

28. Anm. 3 und (XLV). 15 7 1. 15 urwiihrit, Indetit also Havet hier au

Warnerius hinzuselzt ,,Personnage inconnu" giebt or au verstehod, dass

ibm Bcidrigeis Etymologie niclit ric:htig erseheitit. ])ie Iledeutung des

Mannes aber, uni don es sich handeit. rnag es entseliu1digin, venn ich

hier otwas ausffihriielier l'in, ais ieh sornt sein wiir(lo. lch sI(itze inich

dalici auf foigende Werku:

e) \Faiea Ilispanica, sive limes Ilispanicus, Autore iliustrhsimo viro

Pitru de Mai-es. I'arisiis MDCLXXXVIII. (heransgegehn von Hamac).

Fi:!. Mit oinr Karte der 81 animh, n Mark Ais nutmiïeh, Si) lautet die

Vonede, die Zeiwcirfnis.se zwis,licn F'rankreiult unit Spanien heindiet

waren und M. sg. Pyrn'niiisc.he) Friedo den 7. Novenihor 169 vom

Marquis de haro von spanisoher unit dein Cardinal Mazarin von Iranzôsisoher

Seite auf einer insol des i"liisschens Bidassoa gesehiossen

wurde, wai-en Verhaudluna-en über di' Grenais vorhergegangen zsvischeit

don Abgeoidneten ,tosct Romeus F'errerius und Michael Saiha de Valpillera

voit ISeiten Spaniens, uiicl dom 13isn!rof Iiiaevntiius Serronius und

Erzhiseliof von Toulouse I'etïus de Marea von S itn Frank.ieiehs, whIi

letztsaier von 1644-1651 don wichtigstcn Vieil der spanischen Mark.

clic L'rovinz Catalonien. verwaltct batte. Seine Aufzekhrungen vuiden

lauri 16h8 von Baluz. demi Bihliofhmnkar von Nazarins Xaclifolger,

(.'clbert. lterausgegehen. - lia in diese.jn Werke jede Seite in awel

besonul,nrs paginierte Coloriitua gespalton ist, citicre ic'h nuch diesei'.

Ii) Acta Sanctoruni (irdinis S. Bonedic.ti, in saoculorum classes distribrita

Sanjenluni V. ( uod est ai) Christo CM. ail M. 1). .Johauries

Malit iloji absolvit. illustrant. .'lirfltque eutn indicihus necessariis. Lutotiae

Patisiorum M. DCLXxxV. Fol.

c) Annales Irdinis S. Jienedicti. Auctore 1)omno Johann


il: J l etc- lii tU -. cieplectens tes gostas ah anno Christi

'(XI XX li. ad annuni MLXVI. mcl. Luteciac Parisioruni MDCC.

\I. Fol.

Ich lasse zuniclist ein Paai SteJien über (a.s Kioster Cusan. su-

'Luin über ivarin und die verschiedenen F'ormen soines Naniens folgeri.

Zunhchst licst man in dent mit a) bezeiclineten Werke

col. 302. Es tempestate (n8rnh(;li Aune DCCCLXXVI), si ruiquam

ttlià. experti stuit iiicolao valus Conflueutitiac vers esse. juse de Toti

fïitvio prodidit Mols, larvuin tiurnen, ubi accrevit , esse persaevuln.

Cires annuin eniin DCCCLXXVIII adeo intumuit, ut tien solum se ipso

non eaperot, sed etiam cunctani subnieigeiet avine vastaret regionein. Unde

votera temiioruin illoi'uin acta hanu Tetis exundatiuttein vocate soient di-

Iuviuni;...Tum ergu destnietuni est monasturiulu Exalatetise

monachi superstites decreverunt se suaque in alium locum transferie, oiegoruntque

prolitelea villam Cuxatiani - . . . Haec sunt initia & piimordia

monasterii Cuxaneusis.

col. 900. Acta cmsccra/ionis Ecciccsiac mm,astcrii cusancnsis

Pioinde igitur Princeps 1uondani Soniefredus divjiw aftlatus spiraruino

inter cetetus specialiter eiegit quendam coenobioluiti . . . . in valle Ccii-

Iluentana in louent quem Coxanuin dudurn vomit vocitare vetustas sitwu

* . . locavit ihi Abbatoui egiegiuin noine m Uuarinuui, qui ecu ut sydris

lueiduin affutini vibrai-e satagit COSmUIII.

col. 1072— col. 1082. Gariae mena clii Ca.vancnsis cpi.rtela ad

Oiitam Episcapum .4uscusem (lc initiis Cuxaninsis - dc sacris rcliqy.iis

in co custdtis . . . . Licous \rvari iills ejusdaui fuirdi religiosus Abbas

.jus in IOCO nempe ra]Jitur, ut decuit, angelus vel caelestis homo

Vvaiinus.

Die bi Hiidiuger p. 24. Anni. t) und 9) citierte Stelie der

Monvin. tierni. Tom. VI, iiiimuich Monvm. Gerinan. S cii t. Tout. 1V in

dom Aufsatze: Ex vita S. Romualdi . Auctore I'etro Damiaiti. Edente

Waita. p. 346--p. 854 lautet:

p. 848. Zeile 20-22. 32-36. Quidam autein venoraliilis abbas,

uarinus eoinine ex ulterioris (;alliae 8) Jinihus orationis gratia per diversas

mundi regin tes peiegiinnre solitus est .....I pst autem post

coniugem remaitemie. Lis de suis thesauiis quac sibi videbautur ablatis

coin quodam suc, fainiliari Jolianne Urautlenico qui itaefatae cutiuratiojiis

conscius fuerat et coin tribus illis beatis juos Pl50110sui1110s navent

ascenulit. deinde Galliain ad monasterium abliatis Uuarini 9) tuagnus conversus

aufugit, mit den Aninerkungeu von Peitz:

) Nempe ex mnonasterio Coxanense in Catalonia. ut ex praedieta

I'ctri [iseoli vint constat.M AB. cfr. Acta V. p. 533. cfr. Clir. Sagoru

p. 72. ubi Il uuaiinus veneinhiha abbas saticti Michaulis monasterii, quod

in Aeu1uitaiiae partibu in loi o qui vocal tir usarium situ iii mnacere deoernitur",

appèllattu.


1ft1

) cfr. infra. o. 11. .4iiv. qu; ' w w , L'(,1;! u in

demi Gaiiizrm partibus era1 s/, cniu.s inre ,nonasttriurn quoque Jraedicli

Guarini fuerat osium. Et de ipso idura u. 15 narrat.

In dom oben mit b) hezeichnoten Werko !ahil1ons Ibide ich ni Iii

bios wio he.i Iluditiger I. u. p. 4. Aiim. 8) angegriben ist., an ci ne r Stili.

sonclern an violon andoieri erwji.hnr. : fr. 458. Ni. 82. oiiwii Vveiiiiliariii

abbas: p. 49. Ni. 83. chien Veiinharius advocatus: p. 552.N i. 2.

Abhates Vvarinus & Benedietus; y . 761. Nr. 3. Vvarnerius & Vvarennerius;

p. 876. Ni. 4. Guarinus. Johannes Maurocenus (jedonfaik

Maurogenus); un Index historiens cineri Guarinus Abba.s Cuxanensis.

einen Gitarinus Abbas lJticensis, cinen Vvainerius Episoop. Lingonensis.

etc.

in (lciii mit e) ljzoichnetn \Verke Mal,illons enillicli leseii wir

Il. 13. XXVI.W'erinharius sen \Veriiheru Fuldensis Abbas; Il. lb. XLII.

Warinus Coloniensis archiepiscupus bu Liber LIV. Il. 269. eineii %Varinu,

suii Guari nus episcopus Redonensis. 6. h. joui mdix peculiaris. p. 839.

zufoIgre Rischof z ii Rennes, dom mdcx eneialk iiauh aber Ehachof in

Englamul. Alicin, dieser suheinbaie WiiLeistreit eikliirt dcli. wuiiii imian

don Ii,toi'isehon Sehul-Atias von I'utzgcr, fiinizelinte Autiage. iiielefeld

und Leipzig, Vullucen und Klasing 1889, Kaite il, zu Rak zieht,

woliui inan sich u] e rzuugt, dass Rennes in 6cr dai ii ais m iritkilwn MaiL

liegt ; lin I nilux gene ialis treffen wir wuit,cr p. (7). chien ( unrinus vide

(jarirrus Gai ucri us vide U uarnemius. \\'arnerius; Waririus vide (iarn us.

Guariniis; etc. etc.

i'ilan sielit also -Mabillon iotiaulitet uaIi1ius, ( u rinus, Wai nus

ai u l,.ntisch. und G uarnurius. (Jarniiri us, Wari ieiius anilororseits 14 10 j 011

-fiiis.tii ii1entich, aber ais von don cisteren verseinedon, nnd ibm folgt

ii avi , uni] wie mir .seheint. nul Redit. Die crstcri 1'or111 ist niimniicli

die e iii f n e li e : Warin. \Vorin. roinanisiert G uam'in Weiirendoi,

Suhiitzer, ein ahi. Mannsnanie; die lotatere ans dieseni und '1cm ahi,

han, honi herr z u sain ni en ge st zt , (s, I)eutsches \\r,iteri,tii]i

von Karl W ei ga n il. (Jiessn. 1860. Zveiter Band, A.itiLei: Weiuer.

Arieli stht iiiami niclit chi, vcsIiaIb derseibe Gerbent don Nainim obier

und dorseihin Poison, dciii Ahte 4jerald 'les Kiosters Autillac l gegwiiiiier

in Epist. (XV Il . [63]. 17 nut \\r a] .flcj.ius.. dciii Mdnohe 12i'iniiind dessoihen

Kiosters gegeniiber in ,inein ungeflilir eimi .laiir spbtei geuchnielierien

lnief,.' abor XLV). 157]. 45 mit ,.0 uarinus latinisiert haben soute,

su wilhkiirli,:h niait soust aiwh mit Eigennamnen veifu.hr.

37) Jo1maiimms Wallis S. T. I) . . . . lue Algebra Tiuctatus

Ihisliinicus & Practicus. Aniio 1685 Anglice editus, Nunc aufem

Latine. ( )jierumn Mathcmaticorurmi Volunien alterum. ixuniac 31I)UXU11I.

Cap. 1V. P. 16.

38) Joli. AIlioitj Fabiieii Bibliotheca latina mecliac et iufimae


C).5

i.iwi 'lwettgeuii. l'atavii 17. Vi.

IIL P. 46.

39) C. J. ( tirliaitit Diià Eiitd kutig dor î, fiIiùron Àualysi. Halle.

H. W. SchmiIt. 1855. 80 p. 112. (le lilag I. welche das l'rograitnn

lei Sehute au Salaweilel 18.,53 enthillt;.

40) Zcitsuhr. Jahrgang IX. 161. lit ci icni Aufsatze von Friedli

ii .. I tas Rechnen mit Coluinnet t y et dein zehnten J ah rh utele r'

_ .•\ttm.

I Zeitsehr. Jahigang XI. 1866. In cillent t ufsatze von M.

iii-' 111it•ji.1j': 1-larili. Soitit ilus Zeid und (arih. Solin des Saut.

u 36 237.

42) Sci'itti di Leonanlo Pisano . puhbhcati ila Baldassarro lIon-

(0m pagni.

Volumen Il. Leonardi Pi-ani Prie-tics Geometriac Ed.

liomna 1862.

p. 1. I1ogasti ainice dominice et revoienle tmiagisI . t. ut tibi libretti

in ifratica geometrian conscribemem igitur ammeit.ia tua coactus. tuis

ihus condescendons, opus jani dudum inueptuimi taliter tua gratin ediili.

ut hi pu secundwim demoristrationes geoinetri-as: et lii qui secunduni

uulgaieni cousuetudinein, quasi laicalj more. in diimiensioni}tu.s uolucririt

operari super: VIlj. hujus artis distinotiones, qua inferius explicantur,

perfet-tuin irmueniant ciocumnentum.

p. 2- 3. Sine lus omnibus, et sine radiciun iniientiomme, ipsi qui

secunduni uulgareni moi mm pi-ocedere uoi ucrint: eutit his que ostenriam

inferius, iunttenienh ioeo poterutit sitfficieiiter itrocederc.

p. 95. Sed hue talis inuestigatio non est operanda al agi musotibus,

qui secundutti uulgaroin moduin procedere uoiunt . . Sed ut

i1tsi. qui secundum geometricani scientiaul operarj desiderant leiuus quamn

ilictuimi sit per notas cordas arecs ipsarum repuriri usl(-ant, sequentes

tabulas tomuposci, in 1 nibus ordinate arcus 66 notes proposai.

43; S. moine Alihandiung: ,.Zu.r Boetius-Fiage' im Prograinin des

;rosslmerzogi. Realgymnimasiumus ait Eisenach. l80. p. 2-4.

41) Bodtius, cd. Friedlein. p. 393 1. 5:1 tain tempus est, ad

geotuetriutiis mensac traditiommeiti ah Aichita. non erdido huius diseiplinae

auctore, Latio aeeomnoatam veimime, si prias praemmmmsemo. i 1uot sint genima

angulorum.

45) Ebenda, p. 412, 20-23: ijnuin etiam, quod Atthitae iudieio

in hou codent orthogonio approbatum est, ut Euelidis diligentissima pet'-

scrutatione prias est tationabilitet' adinuentuni opelae precium duxiitiu

non esse praoternuttendum.

46) Marca Hispatiica. i-uI. 425.. 435,, 439. 1 998,, 1002., 1027.

47) Ehenda, col. 413. Aurmo DCCCCLXXXVII. prilie Non. Januar.

Borrellus Coines Bareinonensis dedit Ecelesiae Ausonensi inedietatem

castri de Miralias in comitatu Bareinonensi sive Menresensi. Huic


106

(loilati oit i subscipscriiiit Iaiinuitius ui

onin fuit ('onies Baiciiionwisis. & 3ondeinaru, Episcoptvs lit roor.

Gerunrionsis.

Eodom anno VII. Kal. Jul. juuIn iileni Borrullus Comu.s cum a-

sorihus suis suduret in mallo ad causas judicanda, adessentquc ut H

Godinarus Episcopus Geruwiensis & Seniofredius Vicocomos, ad liuno riventuin

liildusindus Episco3itis ilekiionsis & Abhar, sancti Petri ho1r11H

(lucrelani detulit adversus huas cujusdaiu Uirebeigac. quac dicebantiir

injuste possidere alodem queildani in coinitatu Gertindenso vocatum

Olivares.

Ebenda, col. 03. CXXXII. (hurla dci dans quac Jfiro Ei.cojius

Gerundep,sjs dcdjl ,,,anas/er jo ('uxanCosi, Iii Bel nomine. Ego Teui!eri:us

Abba & Miro Pi'csbvte.r etc. Aus cincus Cliartular dus Kiosters zu CuNari.

rom Jalire 9314.

lui Iud.x dci' Marca Ilispanica: Geruiukuic Episcopi •.Arualdus

de iifonterotuado, Ariiulfus, antea Abbas Rivipullensis, Berengarius de

castdllo episiopali. Berengarius l)alniatii. Ikrengaiius Guifrudi. (;aufreins,

(li,ilniarus sive G oiideiiiarus. tiluhIelin u. Ilermemirus. Miro.

11k vii ()tto. Petrus. ilairnunilus. Servtis-Dei. Swiifredus. TIiootatns,

V ii. \viIller.

48) Z. B. Phulipus, Tiieodoius. Chiistophorus, lionifacius. Bone-

LiJ.us, Bonifihius, Augustinu s. u. s. w. Rainerus. Ieniorti. Reinharius,

IHtialierius. Ro(uiI'us. 1atolritiu. Goteliidus. \Villegisus, 1 Iciitrieus, lienfl(Us,

Gueiniicus, Gibuwinus, Geiruinus, Sigifiedu, Sigilbertus, Siguinus,

lioiii nICu, lotIifrr1us , Uohertus Rothoniagus . Rottiardus. Otto, Ode,

riplto, Hugo, Azo, Ilerzilo, Guide, Dudo, Ilaldo. liatto. Gûzilo, Thankrnar.

F'ridericus, Fritlteri(:or. Foliiiarus. Iliukinarus u. S. W.

41)) \Vrnr' r : ,tI kuiri urici soin Jalirh undert. Wiwi, bei Bi'au.

,nullei. 1581.

50; \rini erbeit iiiid sein .Iahrli uridert. Wien. liii Biaumtiller.

1*l1.

51) Bibuiothurca Hispana V('Lus. Auctore 1). Nieolao Antonio liispaleriru

J. C. 0pu postumuni. .Nunc priiidnii 111 .0dit jussu & expensis

1). JoepIti S euz. Cardinalis deAguirre. Romae 11396. 2 lltindo. Foi.

Wie dio Vorrede bes.tgt, luit d ieser Nicolaus Aritonius ode.] . Nicolas

Antonio, gtiboreii iii SitvilIa 1617. auf der Uiiivei'sitiit au Salamanca mit

seinoni Coinilitoneii. dent nachinahgen Cardinal de Aguirre. die Redite

stwlit'rL hat sich dailii in Sevilla wissenscliaftlicli besciihiftigt, ist voin

Kiinig Philipp nauli Roui geschickt wordetr. uni bol der dortigen Inquisition

die Redite Spaniens waln'zunehmon und hat seine Studieri fortgesetzt,

eino Tiibliothek voit 000 \Verken zusanmiengebracht uni! iii

Rom chie Schrift .,Billi'jtheca Hisparia Nova. vei'fassf.. Nacli Sitanien

zuriiekgekehrt, und mit dci' Vollendung des vorliegenden Buches hoschftlgt,

ist er im Frkhling 1684 gestorben. Letzteres Ht danu liegen


1 Vrv;tiiitcu entsch!ossen liahen, don einstign

Studiengenossen und tiunniclirigun Cardinal de Aguirru mit der Bitte anzugclieu.

ci' in))ge die Vcrïtfl'eutlichung iihmnehmen. 1)ieser hat sieli

Lazu auuh loreit erklirt und die Arlwif flein in Rom wegen semer

Kenntnissc holianuten D. Einnialiuel Marti ans Valetioia in Spanien ithcrtragttt..

- 1)a in diesem Werke, in deseii \'nrrede u. n. suc!i dci'

rlui'eli die reuersbrunst im Lait rentius-K1oser (.Ann. 8) vu rttrsnclite

Veriust beklagt wird, jede Seite in 2 Colonneti gtcilt iSt, wic hei Casiri

und in der Marca Hispanica ci tiere joli nach (' I macH.

2) ) Bililioteca Espaiioia, su noter I). Joseph Rodriguez de

asti. En Madrid en la Im1jrcnta Real. Fol.

Tiitu !'rinlero, pic comiene la noticia i les Escritores liahinos

lsjrariolc desde la i poca conocida de u hasts el 1i'usente. Afio.

'LX XX J.

Tonili S ,,guud(lî. que cantiene la noticia le les Escritores Gcntilcs

1h' . y lit de les t liristianos ha.sta rifleS (ici sigle Xl IF do La iglesia.

Aijo. MI)tYi.XXXVI.

) Uihlitei Es1iiola-l'ortugueza-.Judak'a. Pur M. Kayserliiug (in

I iuidi j est . S1rahourg. Charles J. Triibner, 1890. 50•

Die tvjrogra1his'che EinriuIutung aie bei Casiri. lui 3t)i. n) und bei

51. Ans iler in 12) u) hefindiichea Widinuiig Al n'y nuestro Setier"

tint! dereri Unterschrift: ...Jùeph Rodrigucz de Castro" ersieht mail, (issu

mi Titel des in 52) 6) auf p. 36 col. 1 angefiilirten Werkes der Vorliame

.,.Juan' su beiiehtigen ist in ,,Josejh": zugle.ieti ist del- Vertasscr

jfli -Registre de Personnes" ais ciii citristiioltuir luezeichnot. Vurinujlich

ut diee'r Joseph Rodriguez le Castro derseihe, dci' 13--18 Juhre fi'uhor,

ularnais imuili Unter-Ribliothekai, die Ant'ertigung des Iriile.x sont Ca,sivisCli(ttl

Werke (Anm. S) mit besorgt hatte.

53)

Adalbertus, BelIns. Biadila. Ekiericus. Fauvanes.

Aetius. .Bencione. Bremueidus. Emerig. l"erraiius.

Almetadus. Benedictus. Chintila. Ennego. F'erruz.

Aniairicus. Beta. Constantius. Enornus. Franous.

Anuelius. Bei'anes. Daniel. Erifons. Fredatius,

Amie. Beruuar'Lu;. 1)ela. Erinengodo. Fruga.

Antereeo. Blaehet. Dcusdedit. Ernienisclit. Frugifer.

Antunga. Boncfatiu_. Doda. Ei'noeiuila. (ac1vi'ious.

A riultus. Bouuiruiia. Domenieus. Ermesindis. Palindone.

A rnaiLus Bonitilius. Douinu, Ermessendis. (;ai-iuius.

A miii fus. Bonus-hento. Duran. Erovus. tiaubertus.

Ato Bonus homo. 1)ut'ando. Eiradus. (auzfredus.

Ausei'ig. Bonushonio. Ebriarius. Ervigius. tJeiïiedus.

Bogila. Boi'rellus. Edral. Esegudus. Geribertus.

Baldericua. Boso. Eidefredns. Fauva. Girbertus.


1( e

(i5c.laiiliF le. Ju ilit il,. I ui reiu. u . \ (aH

t ioderus. lgitza. rus. Sinuefietius. V ina' li

oltiedus. lltleiuiis. l'i,viziiis. Sonifridus. VitalH,

Gotofredu ..Jolinnt. tui xi lu. Stepltaiius. Vi vu

Gotefredus. lsnarlus. haguita. Steteftedu, Vire

Gonisiiiius. Latidiig. U.aimon. tiatarius. Vndi

(i nadainirus. Langoaidus. I a( in undus, Suniari us. VniI

(ivanta. Laiireni.ius. iliculfus. Suniefretius. Voiia.

G uatinus. Ledgardis. 1oclbalilus. Sunirdus. Voluerad u..

Guifredus. Lepardus. Hodbertus. Sunvaldus. Vvaclarniii

Guillara. I eutariu . . lodoI,eîtus. Teduiniro. V videfic ii.

Guillolmo. Libanus. I,odulfus. Teodisecliis, Vvifredu.

Guilloinius. Lotigoardits. Salainun, 'l'euclosius. Vvigila.

Guiinei'a. Lopardiis. Salla. Tuderodu'.. Vvigo.

Guisado. Lubo. Sanha. Tindimus, Vvilimus.

Guisadu.s. Marcuta. Saporellus. T'tndehitus. Vvil!ernius.

Guisuafledus. Menaidus. Secoinus, Tondolendes. Vviinar.

tiiscliafre lui, Miro. Segariits. Tra.sfer. Vvisaridus.

Guitardus. Ubba. Selva, Tiidericus, Vviselo.

Guitita. (Jdonci'us. Sendeiedus. Vularius. V,viskafi'cdus.

Giiitiza. Odolardus. Seniofreclus, Vaui(ertu. Vvisinoda.

1-laofredus. Oliha. Senriullus. Vcttsandus. V itaul(ts.

I lelinet alus. Ijiibane. Seui'ibertus. Vdulgarius. Vvitiza.

Tiiogarius. Oriolus Sicardus. Vgo. Ysolus.

54) lIistuIVC genetalu' de Languedoc. Arec des Notes et les Pieces

jnstilicativc's 'flJllpcsee sur les Auteurs & les titres originaux. & enrichie

de diver, Monumeus. l'av deux Religieux Bemûdictiris de la Cougregation

do S. Tonte second. A Paris. ('liez Jacques Vincent.

M PCt'.X XX lJJ. Mit oirier Karte, li*'titelt: Royaume et Duché de Septimanie

avec iiiie partie des Royaumes et Dnehez voisins. Dessigné par

J. B. Solin. Vol. 13cr Inhait diesos zweiton Teils des gauzen Wc'ikes

umfasst in S Jiichern (Lire onzi!lne ejnscluliessl. - Livre dix-huitk'uie

einse]ilicssl die Geschichte dot Jalire 577 ita'!. - 1163 mcl.

3) J C. Gattz: De ititeipretibus et explanatrnihus Euclidis arabicis,

Ilalac ad Salam. .Ml)t 'XXII } 4 1). p. 37. p. 38.

36). Àluul Faradsch (Abul Pluai-ajius). I. u. p. 61--435.

57). Erseli und Gruber Enevolopiidic der Wisscnscliaften und

Kiinstc. 1. Section. 11.N. Ilerausgegeben von A. G. Hoffuivann. 23.

Teil. 1844. 40 p, 166 in einein V011 M. lieuss heuiiïhren(len Artikel:

..JOsellll,..

58). Jdehers: Geleluten-Lexicou. Teil 11. 1750. 8°. p. 1974.

59). Grosses Universal - Lexicon. Leipzig uud halle. Verlag:

Johann Heiurich Zedier. Fol. Bd. 14. Anno 1735. p. 1185.

60) Abul Faradsch. 1, e. p. 104-107.


ÏU9

• •, 2 und. H. p. 343. col. 1. wo von oiner

IIkuhrift gesagt wird: Uodx nitidè exaratus die 9. Gemadi ploris.

qu:untinctur Tornns secundus & ultimes opens Dogmatici, cul titulus

fuse f)oetrina .Scciarurn, uhi auctor Mohamad Ail Ben Ah inad Bon

I lzam, i'eligiune Sunita. bi est. Oi'tho'ioxus. Motazelitas, lui inter Moka-

''' T aUOS haeretwi halentur. multis s l futilibus arguinentis rafaliere

•sritur. Motazelitae contra Sunitas doi,ent henni pe(-cata. put:l liauresin,

.'eliilteriuin minimè velie; ca ver hommes hbero arhiti'io piw1ttos p'

erpetrare coutendunt.

62) Fürst: (ieschiebte des Karbertums. Leipzig. bel Leiner, 1862.

I 'i15. 869. Das Werk ist in dom von Philippsohn, Ooldschmidt und

il rzfeld in Leipzig ersehoirienden Institute mur Fdrderung der israelitisciien

Lit.eratnr heransgegeben und zwar un 7., 10., 14.. Jahrgang.

I )bschon dicsn drei Schrilten auf dein Titel ninht ais Toile desselben

\Varkes genannt wei'den, werden 51e Ào(, l1 von Fiirst selhst beziiglieh

;tls 1., 2., 3. Tei1 bezeicitiiet. - Dci' 1. Teil dieses Voi'kos ist aueh in

Z e i ts eh r, .lahig. f). 14. Il.32),Antn. von Friedicin angezogen

w rden.

03) .Jo. ('li itopIioi'i \Vollii, l'ots. Pub!. Lingvaruni (Ii rientt. &

li .a.('iniitasii Rect.oris Iib!iotheea ilebraea. IEaniluii'gi & Lipsiae.

nijierisis ( hristiaui Lieis'zuit. Anno i. S. MD(CX V. 4°. l)er Titel des

8. Teils mulet:

Je. (Ihrist.'phori sVollii. Pastois ad. d. (atliai'. llainiluI'g. et Selinlarchac,

Bibli this'ae Hehraeae Volurnen 111, complectens accessiones et

ciendatines TiIJ Vr,lunien prinium totem. et partem secundi, (Iuu:ul de

scriptis anonyluis exponit, pertinentes. I lainburj & Lipsiac. A pud B.

Thaod. (hristo1jh. Foigneri Viduam. Anno M1)C'CXX Ii. 4°.

64) Notifia Karaooruin ex Mardochaei. Karaei ri'cerlt.ioris, t.ractatn

hanrienda. quein ex Ms',. enin version.- latina nofis et pi'aefation&' de

Karaeoiutu robes scriptis l ii' lAidit Johannes thristophoi'ns \Volflus, hebr.

't oriental. lingg. prof. publ. Accedit in 'ahi' ,laeoli Triglanlii : Pisserlatin

de Karacis 'nin Indicibus varus ris'uisa. Jiamburgi & Lipsie'. Irepnis

Christiaru Liehezeit. Anno R. S. I. MUII't XIV. 4'.

(15) Jost: Geschichte der Israeliten soit dci' Zeit dci' Maccahiier

bis auf unsi're Tage. Berlin. Sehlcsinger'sche Builihand1iin. Ç) Telle.

1820-1828. 80. 8. Teii 1828 7 p. 1311. lue!, p. 140. mcl. p. 146. S. accu

Iaselbmf 6, 'I'eil. 1828. Anhang zum 19. Bnch Sr. 3) & 4). -_ l)or auch

von lest hhufig angeftihrt.c \Vo1f heisst, wie im ZedIorschen ('niversal

Lr'xicon, bai ihni fast lurnhgeitend ,, \VoltT".

(16) l"iirst : (es'lichte des Kariiertunis. 1. ii. GO., p. (1-2..

bis 68.. 1.1. p. 54.

6) Ehenda. 11. p. 50. folgg.

US Ebeudiz. 11. p. 53.


11 'J

09t ÀbuI Faiadch. I.e. p. 28. 1, wiiH. q'. .

9-12. 18-19.

70) Wolf: Bibi. Heur. J. p. 5(31. F. ,itsiqi[t Viden : 1.j.

Àbraham Vidons aber i 575 : Elieser Iio.se, 1reilich w

Astrologo, SO dass uich die erstei'e BO(Ieutiiiig m5clich wiir.

7F! Fiirst I. . [r. p. 140- i-1 I

7) F1endzi. II. ii. 9S und A nineikungen und N:i'lio s! ii

drittrin Absclinitr.. p. 35. Anmerkuiig 440,

73) Eljt'nila. I. p. 101 --106.

74) Dr. 11. (Jrdtz: Vol kstuniliehe Geschichte (loi- .Juderi in dei

Minden. Hand If. Leipzig. Verlag von Oskar Leiner. 1888. 80.

p. 351.

75) I'iirst 1. (-. il. p. 104.

76) Jost: Ueschiehte der- Israeiiten. G. Toil. p. 153-157.

77) Erseli tnid (iiubor. 2. $oefiori. 11.-N. IIoiansgegeben von

Auust Leskien. 33. Tu. i83 Artikel : ,,Kat-uit*n odtr KarSer" Von

M. St,'iriscliri p i (le r. p. 11 ..24. p. 16.

7811 Elenda. p. 11.

79) e) Ji)-.,t: Oeschichte der Ismeliten. 43. Toit. j. 15 - 435.

) (hiitz Volkstiiinliche Uoseliielif.e der Judeit. Hart] 11. p.

lOS-p. 314.

c'i \Vei'ner: Aleuiri uiid sein .Jahrhundert..

80) e) (jrittz : Volkstiitnlic]te Geschichte dci' Juden. Hand II. i

314- 31(3,

1) Werner: Aleuin ami sein Jahrhundert. p. 332. W,iiiui'

nenitt. auffallenider 'Veise tr'otzdenin, dass er ich auf 1w Annale, Bertinianti

hezieht. don l-IotUiakonus: Dodo.

C) Mouvin. Germai). 3crilitor. Tonnvs 1. Annales Bertinianti.

p 419 •. p. SIS, und zwar in don .JaIuen 339, p. 433. 847, ii. 4•

81) Mouvai. Germait. Seriptor. Tuiliv., 1V. Alpe]-Gis: 1)e divc'rsitate

teinpomunn. p. 704. lits I.: Istis etiain 4 lobas, videlii:nt ileini'iei rogis,

qui postea benedictione apostolica inniperator Oictus est, quidam

\V:liiius, qui fucrat Cuonradi ducis elericus, i11uione Diabollea se-

Iluttus errori .Jiidaeoriim consentit. Da im W'1i ris A nfwort p. 720

lis 723. Fil). Il.

3..lion fiUli linden wir sic in S0ICIIiJIL t1iitig. Se leuiclitet ta.siii

11. 174, eøl. 2: Moavia I lori A hi Sophian L (pri mus O,nmiadife rie t alipli e'

anno Egirac 43 (aIse 663 n. Chr.)) nuhnimnOs amens signavit iii

enat ejus ulligies expressa, virum gladio einetunn referens. Situ Lit r

anmno 43rae 76 (093 n. Chr.) Calipha Abclelmalecus, praoside Ilagiturnu.

artifice VOL ô Juilaco quodam, nomine Sainir, nunimos & aureos & argontees

71-arae culit symbole, effigieu jue signatos, ex quorum altera parte

legere crat : Deus anus; exaltera: .\n evi J)u' n! -»--. in priori

VISU : cusa si JJ.neia Isoec in ente; in alt€ru: sWohameiu Do A,/sus//us,


111

i /ri. iYc u u.. 'cto efiam nomine Hagiagaci. Peuique

-.Illial pkvs Àldliahor Rvkveddinvs B ibars Alhondokdari Alsalehi Alnegeini

\'gvpti Rex anno Egirne 658 (1-259 n. ti'ltr.)) nitinnios, quos voaut

/'hiheiia. leonis effigia signant.

$3) histoire generale de Languedoc. Tutu, II. p.54 : Ces dernier

(nffluI41L les Sara.sins d'Espagne), tien contons de fortifiez dans lus

montagnes du Provence, d'on ils u'ommettoient une infinité de desoruires,

& inteiroiiipnierit le commerce avec Italie, entreprirent en 920 une

iouvclhu irruption en ileca des Pyrenées sous la conduite da leur roi

Ahudurrame 1V. Ce prince infidele après avoir défait Ùi'donius roi do

Leuri, & Oarcias roi de Navarra. qui avoient voulu s'opposer â ses

courses, passa ces montagnes. ravagea toute la Gascoigne, & savançil

jusqu' aux portes de Toulouse sans trouver la moindre resistance.

84) Marca Hispanica. COI, 411. Eodem mao (niimiicli Aune

DCCCt 'LXX X V.) Sairnueni obsederuut civitatem lhar'inouenseni Kalendis

Juliis, feria quarta. & priulie Nouas enin vi ceperunt, ac depopulati surit

ferro igiliquc giassautes. Tutu verà etiam emnes l'S'elesiaruni privatoruin-

'' eli:trtae aut eonsuintae a barbaris suit, aut in I lispaniani asliortatae,

quac tes un nensum cain urbu'm afflixit. hlac eldu consumptuin est muna,stcriuin

piiellaic saucti Petri, quod supià vidimus â Suniario fuisse

fundatiuin. hllud postea Borrellus, iiini civitateui recuperasset reparavit

in enque coustituit ancillas Dei vekia: ru'gu/aris habi/vs nar,.v. quihus

 hliatissain praefecit filiain suant clictamn Bu uni huant.

85) histoire gonerale de Languedoc. Terne H. p. 150. JIs (les

$aiasiIls) coniptoient de surprendre cette ville, sur lassureacui que leurs

devins leur donnée qu'ils s 'er rendroient facilement les maîtres; ils

l'investirent de grand matin: tuais ils furent bien trompez dans leurs

attente. Les liabifaus s' voyant assiegez eurent recours â la tricie,

& ayant fait une communion generale, ils tirent une sortie si vigoureuse

sur les assiegeane, qu'ils passerent les uns au lii de l'u'ipée, emmenerunt

les autres piisonniei, et se saisirent de tous lent' bagage. Ayant en

suite partagé le butin et les prisonniers ils exposeront ces derniers iii

vent. à la t esurve d'une vingtaine qui utoient d'une taille tr's-avaiitayeuse,

et dont ils firent présent ii .Josfrad abbé de saint Martial de I.iuioges,

lequel en retint deux à sou service. & donna les autres j plusieurs princes

étrangers qui se trouvoiemit alors cii cette ville. Nous apprenons toutes ces

circonstances (mn historien contemporain (Adentar von ('habonnais) t1iii

remarque que ces captifs ne pailuien t pas la langue propre des Sara_sins, niais

une espece dc harragouin, et qu'eu parlant ils jappoitnt comme de petits

'biens , . . , les Sariasins firent leur tentative sur Narbonne ou vers la

lin de l'an 101$. ou au conuneucement de Faunue suivante.

86) Ibid. p. 28. La craint. qu'avoient les i'rovencaux d'une ii'-

iUI'tion de La part. des Not'nians, n'était pas tout-â-fait sans fondement:

Car un assure qu' ils étendirent leurs courses l'année suivante (ail


11 1-J

890) jusques sur les côtes de la Meditteri'c. & r rt 1eu .' liir:'

in Rhône, ce qui exposa la Septimanie de nouveaux revages de In

part de es pirates ils ;rvOient riea fait une autre imrlrtion rlrrirs eet

province en 89. durint ils avoient, piIl les villes t Avic,\

de Nisuies.

7) Marra ilisp:rniru. d. 84.A nue [il 'I 'CCXXIV. Il iii ai' s

vaslasse ( ni hiani Fn,loar'd lis i,bservat in ehron ica. flue; çari, mi1 t. q '

Gotijiam vaslahant, pestem quandam peipessi, ca,jliIzem i,:fialioae a'

feria peni cunefi, , aucis cvadeulzhns, nue rianfur esse consumtfi. Vertetant

autern ex I talia, ri ride parilr anté prilsi frrer'ant d Rodrilfo Rege

Gallu p cisalpinac, rit ideni tracit. T)ubium est autem i und

heu' let f;othjanr intelligat l"lndoardus, Septirnanianinre .rrlam, air (,tiam

nia ria in Hispan am

88) Wie lange sic-11 iibrigens das Sklavenhaitenr aneli lrei don

( hi'irrten ei'halte,ii bat, darii ber s. (' Arr ni, 9) c). I .i I ri : I Iistrrrie des

c'ivnicr's nrath"miitiqrres en Italie. Tom. Il. Note VIF. p. (IR--51G.

89fl Airégé de l'histoire gi'nér:n!e de Lanigriedoc Pat' l)orri •Jrrseph

Religieux do la Congrégation di' Saint Maur. Chez

,1ai' 1 11rs Vinrent, lninirr'inrieui' des États de Langnredoc_ À Paris. M.(('.XLTX.

120 tom. I et iL Mit viner Karte in Tom. T. iretiteit : Carte dii Languedoe.Avec

les Provinces voisines. Oit l'on à marqué la division (lit

Rovrne et Duché. de Septimanie. Et celles des tr'oir S en ecltaussees.

Anciennement comprises soirs le Nom de Languedoc. Fui liée le 8 Mars

1749. Dies 'W'ei'k ist vin hrandiicherer Auszug nus dent in Mire, 54)

angvzogene.rr lIauptw'er'l. hier ir]so leseri wir:

Tom. L p. 289. À 1irAs la mort rie Liuva roi des Visigots, arrivée

Pl] 572 Leuvigilde son fret' rit soir collegrie, qui régnoif dja au de l

des Pvrenr'res. r'eunit la Septimanie a sa couronne; (lu sort qiril n'eut

plus désormais ri u'un seul roi 1)0111' CC 9U 'Ofl appelloit aluns les h ri x

Espagnes, sçavoir l'ultér'ie rire ou proprement dite, et la Septimanie, à

laquelle on donoit claris les Gaules le nom d'Espagne citérieure, tandis

iii_Iii l'appelloit ultérieure au de la des Pyrénees.

Ibid. p. 452. Au reste ou doit entendre par les Gots qui traite-

"rit avec Iris François pour les introduire rions Narborrnrri, & qui ri'-

r'orrnum'enir Pepin pour leur souverain, non scurlenient lis Gcts d'origine

rirais aussi les Romains 011 anciens habitaris dii pirys. En 'fief, les ('cri-

Vains rie ce temps-là comprennent indiff'remucnt suris le rieur ginéral dis

(iots, tous les habitans de cette iii'ovirrre pour les distinguer des Sanasius:

avec lesquels ils vivoient, de mémo que des Fr'ançoi. des Gascons,

ries Aquitains & des peuples des pays voisins. C'est p' la même raison

1rfoni doniroit le nom de Gothie à la Septimanie. Il n'y a donc pa lieu

de rloufer, que le roi Pepin en eomrfirmnarrt Ie.e Gals de la Sepliinanie dans

'usage do leurs loix. n'ait également (-il cri vire les loi Romaines, comme

1s lix Gothiques.


11.,;

II o I g'neral du Languedoc. 'loin 11. p. 41. Cette charte

usai que le royaume de Gothie. ou de Septimanie dont il est

dots divers autres inonuinens du X siecle s'étendoit en deça et

'n delà des I'yreuées. et qu'il comprenoit non-seulement la Septimanie

ou partie du Languedoc avec le Roussillon, mais encore la

Marche (l'Espagne ou Catalogne, contre le sentiment d'un moderne (am

iaude lieigedruekt : Baluz.) qui paroit soi'itenir que le seul dionôse

lUrgel dans la Marche d'Espagne, ttoit compris dans in royaume.

(Ici benterke, da.ss hier die Rode ist von) Jabre 904).

91) Ibid. Tom. Il. p. 111. La province étoit encore habitee dans ce

siecle {am Rande ist die Jahreszahl 975 angegeben) par difl'eren.s peuples

distinguez entr'eux, sçavoir les Romains, les Gots, et les François,

& chacun de ces peuples suivoit la loi qui lui dtoit propre; c'est ce

qu'on voit dans divers plaids tenus dans le pais ou aux environs en

918. 933 et 908. et où assisteront des juges iii la loi Romaine, de lu

Gothique, cl de la Salique ou Françoise. Ces actes, et quelquas autres

prouvent que la loi Romaine fut en usage dans le Languedoc pendant

to t ce .secle, du moins pour les anciens habitans du pais qui se conformoient

au code 'I'lieodoien, comme il est maiqué expresseineut dans

une charte de Louis l'Aveugle roi de Provenue de l'an 894. Quant â

la lui Gothique, il y a des preuves qu'elle éfoit encore en vigueur dans

la province à la tin du X. siecle, ou au commencement du suivant.

De Li vient sans doute iU'Ofl Y` ciicore alors l'usage de dater

quelquefois les chattes suivant l'ère espagnole.

Les Romains, les Got_s & les François d'origine (lui liabiroiemit la

province, y furent donc encore distinguez entr'eux pendant la seconde

ace de ros vois; mais il paroit lino depuis ht cininencenient de la

tm'oisieine ces trois peuples se mt'1crcnt & se conloudirent pour n'en faire

qu'un seul, qui ne suivit quo la seule loi ruiiuune. à quelques usages

particiiliitis prés, qui s'introduisirent dans chaque canton, ou qu'on retint

des mix larbai'es. Tel l'ut liai' exemple, celui du duel permis alors par

les loix aux parties, au défaut de i''

Ibid. 'loin. li. p 112. ()il aussi i la lin du IX siecle la

monarchie J',ance Latine & I''a,,ce Tudesque, par l'apport au différentes

langues qu'on y l :arl o it, ensorte qu'on se servoit de la Romaine ou d'uit

latin corrompu dans la pl'nnkiom'e qui renfermoit le Lan guedoc, & de 1

Allemande dans l'autre. 11 iaroit que mies rois parloient encore cette

derniere au milieu du X. siccle.

92) Abrégé de l'histoire générale de Languedoc. Tom. U. p. 107.

Les Nom'muands se rendirent (mm Jahi'u 848) cependant neutres de Beurdeaux

é la faveur (le loiR, qui étoient d'intelligence avec eux.

Marco 11i5 1 aiéu cl. 325. l'est oppressos rebelles & perfides

marcae liispanicac procerea, pacenique cum Eee Abdei'raniane consti-


114

tutani, non videbatur tinieiiila esse Mauturutii iii ha artes irruptio. Et

tamen in annalihus Bertinianis prodituin est eos anno DCCCLII Barci-

Bonein invasisse ac vastasse, Sic enim illie legitur: Mauri Borcinonam

idaeis rodnIibus eapisont,' inlerjeclisque pene omnibus Clirisi'ianis &

urbe vastala, imune redeunt. Itaque oportet aut rursum belinin fuisse

eum Manne, aut referenda ista surit ad irruptionem Mnzae in marcam

Ilispanicain vel denique ad Mauros Italicae orae domitores.

Histoire gerierale de Languedoc. Tom. 11. p. 151. L'historien qui

rapporte l'entreprise des Sarasins sur la ville de Narbonne, fait mention

quelques lignes auparavant d'un fait singulier (lui arriva vers le meule

teins (nuihich uni à Toulouse. Il raconte ,,qu'Àymerio vicomte

do Bochecliouard ayant fait un voyage dans cette ville, accompagné

d'Hugues son Chapelain, celui-ci fut chargé de faire la cerenionie de

donner un soufrt à un 7uif à la lite de Pâques, comme il avait toujours

été /'usage. Il ajoute que le coup l'ut si violent, qu'il fit tomber i-

tei'i'o la cervelle & les yeux du Juif, (lui expira sur le chaitipe, & que

la synagogue de 'Iou/ose enleva rie la cathedrale de saint Etienne pour

l'inhumer dans son cimetiere." Ce fait, qui prouve, qu'il y avoit alois

un grand nombre de Juifs à Toulouse, semble confirmer celui qui est

rapporté par l'auteur de fa vie de S. Theodard archevque de Narbonne,

sçnviii' que l'empereur Charlemagne avoit condamné de soit temps les

JuiFs de Toulouse i tre souffletez les trois principales fêtes de l'année

devant la porte te la cathedrale. pour avoir autrefois livré In ville aux

Sarasius: mais outre ( 1 11e cette vie est remplie 'le fables & ilanaelu'oniIuee,

il est faux d'ailleurs que les Sarasins se soient jamais rendus

niaitl't'S de Toulouse. L'usage établi dans cette ville ait

du Msieele de donner un soufflet les tous ans ' titi le ,juin' de

I'ues. n donc quelque autre origine lue nous ignorons. Cette peine

étoit déjim connue au coninionçeinent du XII. siecle eu une leude ou aiage,

(lue les Juifs étaient obligez de payer dans le l'ouxbourg de Toulouse,

au profit des chanoines de saint Saturnin, depuis la fête de tous les

Sainte, jusqu' h celle de cc saint martyr, qui tombe à la fin du Novembre,

l.i'.luil's (le Toulouse payoient aussi sans doute pal' la uime raison,

un la fin de ce siec'le & au couimencemenit du XIV. mute redde --

value de quarante-quatre livres de cire à la t'athicdrale de saint Etienne,

qu'elle einployoit pour le cierge pasehal. Vei'gl. (rhtz : Volksthi.imliche

der Juden. Baud il. p. SiS.

1)3) t)lleris. Oeuvres de Gerbert. p. 237-243. Leonis ahhatis et

legnti epistola ad Hugonieun et Rofiertum reges. p. 242. Simuu!que do llispiutia

ternporibus Johannis papa(!, Mii Alberici l quam vos iuucu,nmgrue derogastis,

Juliujus (.'orduhensis ai'chiopiscopus de multis et difficilioi'ibus ('TU1SS

epistulain cum legatis mittens, consilinun petens. non interrogans, cuis

aut qualis fuiset, sed Vien eratiunem praebens apostolicae sedi, quod sihi

utile erat, quacaivit. Ex qua i'ecognoseite £omanam ecclesiamn adhuo ab


il t. 't cnciiri, solcumuodo a vobis detii et

ICt'_'Titii.

.1 est Oesc}iichte dii' 1moliten 6. Teil. p. 10G-111 : p. 121-133.

't atx. Volkstiirnliche Gcsehichte der Juden. Baud 11. p. 341-369.

15) Zeitschr. Jahrg. XI. 186G in eiaeni Aufsatze von Steinschneider:

Rarj1. Solin clos Zeid und Garib. Sohn des Seid. p. 242-243

96) Mabillon: Acta Sanetorum S. Benedicti: Vita Saneti Johantus

Abbatis i3orziensis, p. .104. Nr. 115 mcl. - p. 412. Xi. 136 md. Cuin

diu is (ciii anderer ais Vviiio) qwiereretur, p. 405. No. 117, ornuos'ptc

prorsils refugerent, nec in tanta congregationo (juisquam inveniri possot

qui se id aggrcdi ullo modo fatei'etur, •Johannes repente nihil euiieta-

Itutidus se ultroneus offert. Ein .Jude (Judacorum jueindam, cui nomen

lTa.sdeu, p. 406. Nr. 121, uffenhar Cha.sdai; die Stelle ist liickenhaft)

maolit. don Vermittier. 'acluleiii Abderrahmann veigehens versucht hat.

Johaiutes von Uorzc eiuzuschiiehtern, wird bestimrnt, dass nochnmals cm

Gesandter zain Kaiser Otto gehen, und cine wenigcr bedenkliehe Fassung

tics Sehreibens Iierbeifiihi'en soute. Dazu wird gewiihit der Bisehof

Recemundus. p. 409. Xi. 128. nie! eine Anmn. dazu lautet: Recomnundum

hune Bollandus esse censet Raitnundum sivit Hegeinunduni, Liberitantun

sen llliheritanunm Episcopum. coi suam historiant reruni a/ Enroae 1mperaforihus

& Re'i:is gestai'wn dodicavit Liut!ntIidus Ticiicensis ecclesiae

Diaconus, (lui tune in Ucrumania apud t)ttuneni exsuiabat, cura Recemanclus

cd a Maure Logatus venit. u. s. w.

Die t ita Sancti Johannis Abbatis (iorziolisis ist aue.h abgedruckt in

den Monvrn. Oerinaîi. Seriptor. N. p. 335-477.

Dass iihrigens ml Otto 1, verschiedene arabisehe Gesandtachaften

algegangen sind, erfabren wir nus dent Schi'iftc:hen: ..Ein arabischer

Berichterstatter nus dom 10. Jahrhundert über Fulda, Schie.swig, Soest,

Paderborn und andere deutsche Stiidte. Vol) Di'. Ueorg Jacob. 2. Ausgahe

Berlin. Mayer & Müller. 1891." I)asselbc enthJlt (s. p. 5, 6, 7, 10 1 21.

23), Stiicko aus Ibn Fadiân bel .iâ( l ùt und dcm Kosmographen Qazw-ini

13. Jahrhundert) und sus Ibrdhiin ibn .Ja'qûh bel al-Beiri. Ais Quelien

nennt Qazwini die (jetmtt verlorne) Geogi'aphie eines Spaniers Ahmad

ibn 'Omar aI-ITdrî und einen gewissen Tai'tui e. Mann aus Tortosa).

1)ieser war verrnuthlieh Mitghed '1er maurischen Gesancitschaft die

Otto 1. 973 in Merseburg einpling, und hei der sich huichst wahrscheinlieh

auch Ibriiiiin ibn Ja'qùb befand.

97) Jost: Ueschiohte der Israeliten, 6. Teil, p. 108, giebt ais Jahr

an 990.

Wiihelni Presse!: Die Zeisti'euung des Voikes Israel. Heft 3.

Per Talmud. Berlin, Reuthent iiur'iiiianIlung. 1886. 8 0. P. 70, nennt 900.

Ersch mal Grubet'. 2, Section, 27. Teil. 1850 in einem Artikel:

,,Jnden' von Seelig Cassel. p. 207., und in einem andern Artikel:

8*


i l fl

Jiidisehe Litterafur von 11. Steinciiier wii'i »in etiInrntes

genannt; ,,Chasdai" heissi hier ,,Chisdai.'

\Vo!f. Ilihi. Hehr. I, p. 53(1 (Soli heissen 538). Ni-, 910. nennf in

dem Artikel: .,R. Joseph f. isaae Satanas vol $atanes" den mer vorkofllni Pflden

Moses: .,Moses captivus" und sein hier geriannter Sehiiler winl ici i1w,

.Jahr 990, dci' R. Moses, pater Flenochi aber in

Wolf- Bihi. Hebr. 1. p. 823. Nr. 1554 in clac XI Jahrh. gesetzt.,

Wolf. Bibi. Hehr. III. eiwhhnt diesen ,.Moses eapfivus" nicht wieder

98) Ca.siri. II. p. S0.uol. 1. Ferunt, inter ailes reruin Ilispanarucic S'riptores

laudatus Ben Halancis & Alhoinaiclaeus, Ahnansoreni huis' iii f,ssula

liridi, quarn Arabes A4'ei'a1 Akhadra vocacit. patre nolliisciino esse

precreatum, labente Egirac aune 327 (aise 038 n. Chr2. Oeincint ist

jedenfalis nicht Cap Verde oûer die Cap-Verdischen Insein, sondein die

Stadt Aigesiras, in der Nhhe von Gibraltar, die erste, die 713 von cen

Mauren genomnien wurde.

99) Casiri. II. p. 37. vol. 2. Abcielrahinanuc. hujus nominis fortins,

idernque liispaniarum Rc'x i, stirpe ()nimialitaruni octavus. A inasseins

Ledinella d ictes,.ordubao Rex reniiriciatus aune Eirae 300. Christi

912. fcrià quinta clic 1. mouds Rahii prions, excessif S vita amie 350.

(d. h. 961 n. Chr.) clic 3 Bamadani, postquam annos quinquainta &

menses fer' ccx iinperasset. flic Arabuni factiones & boita civilia

(leinvit extinxifijue : adco ut, ce Bege , Impei'iwn . . . quam maxime

fluniierit ac' proinie Liftera.. ... non parum oeperint inci'ementi_

In Regnurn sic pacatuni sucoeccsit ejus filiL[s Aihakemus hujiic riominis

secundus. Aimostanserus Buis nuneupatus, qui fate fun'tue est

aune Egirae 366 (niinilich 976 il, Chr.), die 2. mensis Saphari.

impera.sset aunes quindecitn et menses quinquu. Aihakeiniis, testa Airazaco

k Ebn I taiaiio omnj sujolitiaruni gelli'l'e fuit excultissiinus : it.'l ut

surnniani in ou .lurisperitiam. nec vulgareni cnliciitionenl facilé agnoscores.

ufluiic enquam evolvif hbrum, in (lue doutas annotationes manu sua

exalatas non reiiquerit. Bonarum Artium in Hispania augendarum in

primis stucliosus, eruditos quosque vires ex Oriente summis praepositis

praeruiis evocandos; Codices praeterec't omni doctrina refertos iminensis

pecuniac largitionibus undique conf luirendos curavit. ilo]'wn fauta confluxerat,

copia, ut, Si Snriptoi'ibus JOies, Bibiiotheca lOgin illo aevo ad

sexcenta voliiininum nililia exoroverit: qiiao non nisi quairaginta quatuor

ingenti mole (.'aralogis 1'eu-'nselantur. Celebeni'ima Ccrduhcusis Academia

tanti Piincipis auspiciis condita, eomplura etiain Collegia studioruin eausà

extructa compiures per uruversam Hispaniam Bihiiothecac eonflatae: nec

pauci Scriptorns, podem iOg fluetore, viru'urn doc.trin;'i & erudifione

inter ffispanos exceilentiuni l'acta ]iftenis cOnSignarunt.

Ibid 11. p. 201 col. 2. Alhakemus quadraginta & septem annoi'um

cum regnai" i - coepit. Quo Rege, quanti'im in 1-lispania flomuerjut


117

r j t ri xiterint. hand facile dicta pst. 111e oiniiiittil

prin1u,taiTiquisitis undique lihris 1ntiosissiinis. Fogiaui Bihuiothecain

instituit; nec pauca condidit G yinna.sia. arcessitis vins doctrina lau&Ie

praestantihus. qui disciplinas loceront scriptisque illustrarent. Princeps

Iongiiiie vita dignus, brevi tarnen non sine magno 1ei1iub1icac litteistac

detrimento rebus huinanis ereptus est. A vino sic ahlioi'ruit; ut vites ex

Ilispano solo i'adiiitus eve1let meilitaretui'. Air supp/e .nenlo Aihôniaidi.

Alhakemiisniiiio XLVII. vel, ut allis placet. XLVIIT & ultro natus,

Tmpei'iurn auspioatu st anno Egir;io 35() (d. h. 901 n. (_hr.) furia 5.

die 5. 1anidaiii ; ubiit anno 306 j1. h. 0713 n. (Ilhr.) die 2. Saphani. postquani

aiinos X V. & menses fer quinquc reguasset. Princeps liumanitate,

erudition e, alu ire in litteras n ulli posi habendos. Cujus roi aiguinento

sit I h hiiotheca acico insttueta se n unierosa ut ejus lilirorum

J ilex volutnina quaihaginta & quatuor mi pluverit. Nullus erat Sive

l'anis, Sivo uxtiflius ('odix, quein noir vOl exsenihi saltem ,jubont.

Virus omni scientiarum genero praecelleutes undeqitaque accitO( in prirnis

cal-os hahuif 1racnirs, honorilius ainplissimis cuiuulavit ; quot'U.m nOns

i'enuin Hispanaruin A rinalibiis, alios 1-listotine ant Naturali, sut Litterariao

conscrihendac k'ligelat. Id qiiS accin'atius Goret. unhium Praefectis

cacteroruinque louoruui Roctoribus 11e.otiui1i daliat ut certiores quasque

notitias chut ad Antiquitatum monuments Cuit toi Faniiliantun origines

& st(mirnata pertinentes ex incolis diligent-ci- exquirercnt, niittendasque

curarent. Ebu Alaharus.

100) Casiri 11. p. Io:. cul. 1. Ahdalrahnianvs Hispuiiarum Rex,

huj us noniiriis lirtius. ex Ommiadileuzim Stinle, Amasser Ledinalla flanrupatiis,

patreni habuit ilegeni Moha,nduw, ruattein verb iWaranafam

..ilios genuit decem l ô quorum numerO sutitA//zakernns cJUs

Successor, AI,nnndcrus, AidaI/a & .4/uicçiahr. liii ililtClfl & Scretis

fuci mut j?ad, d usa )?n A'/,ajr; A ulac ver; Praefecti Aslemus Ben

J!/d5l7Z/Z, .Jhietus fie,: JlÉa, i Monderus hue Liii Althuti. 4jbiit die

1. b'amd;u ni. RI] 110 Egirae :iso c1. h, 0(j1 n. Clii.) postq uain pacatissinhilm

felieissimiiniquo principatum rjuinquaginta foi-ô annorum spatic tenuerat.

101) Philosophie und philosophisehe Schniften don mdcc. Eirie

historisehe Skizze. Aus dciii 1'ranzbsisclien des S.Munk-. Mit ei'lhuterndec

und orghnzenden Aiunerkungcn VOfl 1)1. B. Beer. Leipzig 1852.

Verlag von llunger. 80. p 102.

Ver-l. aucli hicniihen in der Eucyc1opxlie von Ersch und Gruher

. Section. 11-N. 23. lei!. 1844. p. 160. Artikel ,.Jtidisclie Gelehrte.

2. Section, 27. Teil. 1850. Artikel ,,Juden von Seelig, Cassel.

p. 206; 207.

Ebenda. Artikel ,,Jiidische Litetatur' von M. $teinschneider.

p. 387; 388.

2. Section, 31. Teil. 1845. Ai'tiket ,Joseph bon t.hitliui' bec Isaac

bec Stanas von D. Casse! p. 44-45.


118.

102) Monvm. German. Script. Tom, lir. p. 329. iii Liudprands

,,Arrlapodisis" lesen wir Duin liaec aguntur, montana quibus occiclua

seu seplintrionali Italia cingitur parte. a Saraceijis Fiaxenetum inhabitantihus

depopulantur, und

Ibid. p. 379 l,emei'kt Flodoard in seinen Annalen: Graeci Sarracenos

per mare insequentes usquo in l'raxiiiidein saltwn, ubi erat

refugiuin ipsorutu, et unde ugredientes italiain suluIis praodabantur incursibus,

Alpihus eciani occupatis. celeri Dec propitio iiiternetione proterunt,

quietam reddentcs Alpibus italiain.

Ma billon: Acta Sanctor. Ord. Benedict. Saec. V. p. 760 iii.

p. 610 inul. Salirti Maioli Ahhati.s Uluniacensis Quarli Elogiuin Ilistoi-iciirii.

p. 765. Nr. 13. Quunam veri, sil iii0 clades. ,fe îuà hc agit .vrus, /z,z,jd

usqueqluzqne cxploratzpn. Dien /zastiiey ensra Zi-cv5zci,zm per id temples infes/arwit,

11wz.çari el Sayaenj. /ii Jfra/ico more ex Iii.ania in italiam

Jortc del,,ii, J"raxineftem arcem ad Aip's Cos'ias oceupczrun: auna DCCCXCI,

- a,,zec JIu halas Rex ,narjjj,,w tas as ftrres tri e.rcrcih, adorlus, iliorum

,savibus gracia içut co,nb-zu'tii', pierosque P)-axinctum relinqucre, C-' in .ifntem-

,naurnm se rec/'cre coesit. DCCCCX/J.

\\rojjn wir die in Anrn. M. erwbhnte Kaite in I'utzgers Schulatlas

1889 au Rate ziehu, findeii wir das alte Wnier-Uastc1! Fraxinetuni.

das heutige Frainut. in k;allia Narbonnonsis, iialie am Mittelmeor.

zwischen Nizza tiret Toulon, mit d,r lie igudrucitcn Benierkung ,,(ca. 890

saraz.)"

Ici lieincrko lainer, da.ss ici in genannfem Werke Mabillons

p. 681, p. 706 einem ,,Bernelinns" ('ain 1)audo dtuieben gedruckt: al

Ileornelinu...) alla der Zcjt Dunstans (909 --988) begeanet hiti, da.ss ich

aber augetiblickiicli nielit in dur lige var, atwas tiber seine Identitkt

oder Nicht-Iilentitt mit dom Vei'fa.aser dus Liber Abbaci (s. Ocuores

de Gerbert par 011eria. p. 223-227) festzuatellen. S. im Index ltistoriens:

..}Ieorneliiius Scottorum I'ontifex 681 ni. 706 in." Aucli chien

,Anie1ius" cilet ,Amelinus" habe icli biter in der andren Schrift Mabillons:

,,Annales Ordinis S, Benedicti. Tom. 1V. p. 76, 349, 381, 427,

439 1 731. Col. 2 mi Index'. sowit: in der Histoire generale de Languedoc

gefunden.

103) ('a.siri. 11. p. 329. ce]. 2: cet-g!. ibid. 11. p. 105. col. 1 und

11. p. 137 col. J.

104) Marca Hispanica. Appeud.ix. col. 821.

105) (juans Oeuvres de Geibert. Vie de Gerbent. p. XLVI.

106) Btidinger. 1. e. p. 65.

107) Mabillon Annales Ordinis S. Benedicti. Tom. 1V. Liber L.

(Kali.) LXXI. p. 78: 1)el-ve]isiunl (Monasterium ist der Munster von

Montier-en-Der mie-unis patronus & benefactor en tenipore (ann. 992)

exstitit .1-lerbertiis Trecensis Cornes, eo nomine secundus, uti testantiir

complures donationcs eidein loco factae, quaruin nonnulla.s in superiorihus


119

retulimus. Idem cornes se maxime munilicitin etiam praeisrifit in Latiniaoense

agri Parisiensis rnonaste,iuni. ab Erehinoaldo conditum saoculo

septinLo, sid post annos ducetitos a paganis, est Nortmannis destructum,

&. in solitudinem redactuin. quod Herbertus instaumuduni curant .....

Quo praecise anno hace instauratio tacta sit. 1uive piituns ab instaurationu

ahbas fuerit. incertum. Cette non videtur frinius fuisse lierbertus

ejus loci abbas, qui sancti Bonedicti regularilius diiplinis in motiastedo

Lattiacense (Kioster zu La,-1 11y. s, Index peculians p. 831. col. 2.) se

submisisse dicitur in libre de nuraculis sancti Wulfrauini opiscopi Senonensis.

Iarn ergo ante ejus istuc ingressum, at certo paullo ante, ibidem

restituta erat disciplina singularis. Ilic est Herbertus ex Judaeis ortus,

sed a puero cIiistiantis, qui in orniii divina & huniana philosopha intei'

Frtmcos nulli inferior fuisse dicitur, & cantaudi aite vocislue excellentia

inter ceteros maxime excelluisse , Gerberti auditor in urbe Heinonsi,

ac Hotbei'ti Fraucotum regis, nec non Fulborti, postea Carnutensis episcopi

eondiscipulus."

Ex lis intelligitur, propagatiunem doctruae lire tenipore potissintum

factam fuisse ah ecelesia Rerniisi. obi Rernigius Autisiodorensis (d ' Auxerre)

& Iluebaldus liinonensis (de Si. Amand) u monjuhi sub ilecimi saeuuli

initia restituerant: 4gitte a Flodoardo dein exculta, ac demum a Cerberto

excitairt: quo praeveptore usus est Fulbertus, a quo deinceps ceteil fere

omnes instituti sont. Ah eodeni poque Gerberto ei'uditiis est Abho,

lui iliriaci studia littornium persecntus, eadem etiani in Angles traustulit.

iI,id. Liber Liv. (lap.) LXIII. p. 264 Jain anime decinius uipnus

capta millesirniun inehoatus erat , cum Sfephanus t ampaiiiae & Brie-ii

filins Herberti cortiitis. qui Latin iacum monasteri uni instan raverat.

paterna ductus aemulatioxie, eidein loco amplificando studiuni sutun contulit.

108) Biidinger. 1. e. p. 19--p. 21.

109) Marca Ilispanica col. 403. Anno eodem [niinilicli: Anno

l)CCCI'l.XX] Borrellus Cornes Barcinonensis oi'ationis & redemptionis suae

causa ni Apostolotum Petri & Pauli limina profectue cuni Hattone

Epi'opu Ausonensi & Gerberto monauho Auriliaceasi à .Joanne XIII

impctravit ut luoniam Tarraco ploviIxiao metropolis in potestate erat

Sarracenoruni, nullaque spes affulgebat ejus recuperandac, jus illius metropoliticuin

transferretur ad Ausoneusem, & ut Episcopi suffraganei

Ecclesiae Tarrauonnnsis Ausonenseni colerent ut Metropolitanum; deeretoque

eudem, adduetis exeniplis ex beato Gregoriu, uuitae sunt Ecclesiac

Ausnencis & Tarraconensis, ut color huic noyau institutioni quaereretur

hutte itaque Ausononsis Episcopus iisdetn literia èveetus est ad dignitatem

Archiepiscopi.

110) Histoire generale de Languedoc. Tout. II. p. 100. L'usage de

doter les eglises à la curemonie de leur consécration étoit religieusement

observée dans ce siec]e ou trouve la-dessus, entre autres. un dutail tréscurieux

dans plusieurs chastes du Roussillon & de la Marche d' Espagne;


120

inounnieus meinorables de la pieté des comtes du pays. & Pn particulier

de Borrel comte de Barcellone. Comme ce prince dont la domaine était

très-utendu, & qui soi duc de la Gothique, ports son autorité

beaucoup plus loin qu'aucum de ses predecesseurs; il souffroit avec peine

l'assujettisenient des évôques de son domaine é l'archevèque de Narbonne

qu'il regardoit commue étranger, depuis nue par l'usurpation des droits régaliens,

chacun 'les grands vassaux s'étoit formé un état indopenilant

l'un de l'autre. Boirel sollicité à ce qu'il paroît par lévè lilme (f Ausorine

k déja porte de lui mntne à établir un archevèclié dans ses états, résolut

de retablir l'ancienne metropole de Tarragone qui aroit été détruite par

les Sarasius. Un voyage de dévotion qu'il lit à Reine sur le lin de

lait 970 lui donna heu de proposer ce dessein au pape Jeau XIII, â

qui il ropresenta que la ville de Tarragone étant détruite & sans évéque,

& Jue n'y ayant aucune osperance de pouvoir reprendre le pays sur les

intidellits, il conviendroit d'en unit' larcheveohé ,i'Ansonne ou de Vie.

Le pape Sur ce seul exposé, & sans appeller l'archevèque de Narbunne

qui avoit (iii trés-grand iutorét dans cette affaire, accorda au ceinte de

Barcelomimie ce qu'il deinandoit. li fit expedier une bulle au mois de

Yauvier, inh'ciion XI1 e' est à dire l'un 971. l'adressa aux ézx'ques des

Gaules & ordonna (JUC tous les anciens echèvez qu avoient nité Soumis

auuufinis à la metropole de Tanagone, le seroient à l'avenir é Aton

éveque d'Ausonne, comme à leur métropolitain. Jean XIII, pal' une secomldft

bulle commit l'oxeeution de la premniere aux eveques Wisode d'

Urge!, Pierre de Barcelonne, & Suniarius d'Elne, Ce projet denieura

cependant sans execution; par l'tpposition sans doute dAvitierie archevèque

de Narbonne, qui dans une affaire si nporuiute polir les droits

du sou église, u'avoit été ni apjellé mmi oui, & en effet lits évèjues de

la Marche d'Espagne continuerent du recominoîtru la jurisdic'tion & celle

de ses successeurs jusqu'au pontificat d'l'm'baiu il. qui m'établit l'ancien

arcliuvêche de Tarragone.

111) ibid. p. 87. La plûpart des con -mtez (le la Marche (lEspagmie.

& quelques-uns de la Septimani appartenoient doue en ce teins-lé é la

maison de Barceloune, ('cliii d'Urgel étoit aussi alors dans cette immaisun,

& Souai'ius oncle paternel du nième Sun.'fmed, qui l'avoit ou pour soit

partage, étant djù mort en 954. liichulde sa veuve confirma la donation

qu'il avoit faite à l'abbaye de la (im'assc' de diverses terres situées dans

les comtez tic Buzalu & À usonne, Soniarius ent trois fils de cette

comtesse, Erniengaud, Borrol & Miron. Le second lui succeda dans le

comté d'Urge], & dans la suite â Suilifreol soit cousin dans celui de

liarcelonne, qu'il transmit à ses descendaus,

112) Ibid. d. 110, On voit, par ce que nous venons de m'apporter,

qu'avant le milieu du X suitée les grands vassaux jouissoient du droit

regalien de battre niunmoye. Les ceintes de la \1wc}me d'Espagne cii

étoient en effet en possession dès l'an 934. & Wifm'ed U, ceinte de


121

To,tament de 1 in 9il que je roi lui azOil

inné la rnonoye de Vic ou d'AusonnC: on voit d'ailleurs qu'en 965 il

ut des deniers & de la Jnonnoye de cette ville, & de celles de Bai-

:t-Jnine & de Gironne. C'est donc au regne de Charles le Simple qui

It rapporter l'ori,ine des monnoyes des seigneurs, car encore sur la

liii (je celui de Charles le Chauve le droit de taire battre monnoye étit

au seul souverains. Il est vrai, qu'on prétend que l'emperèui

Charles le (Iras l'accorda à l'abbasse de Zurich, & suivant deux diplonnH

qui nous restent, le roy Endos donna li l'abbaye de Turnus le privileg

d'avoir une monnoye, ce que le roy (harles le Simple confirma, mais

suivant ces concessions » les especes devoient être frappêe au coin du ici.

La monnoye seigneuriale, qui fut plus en usage dans la province

fut la Melgorienno, ainsi appellée des comtes de Melgueil ou de Maugiu,

qui la faiseaient battre dans un chateau de no nons où ils avoient fix'

leur principale demeure. il est fait mention des sols Melgoriens dati

deux actes du X. siecle. l'un du 12. dumois de Mai la XII] année du regiic

de Louis d'Outremer, ou de l'an 949. & l'autre de l'ait Les co1nte,

de Melmrucil , jouissoient donc dès-lors de ce droit. Il est fait mentie,,

aussi sur la fin du même siecle des deniers Narbonnois. Nous parltions

aillcus de la rnonnoyc des comtes de Toulouse, & des autres mon

noyes des seigneurs de la province.

113) Marca liispaisica. Appemidix. col. 925. CXXVIJI. A. 981.

Er clmariulario S. Feire Rodnsis, i.olkarii Regis ,tranorum praecqii'nm

pro G'uifredo Comité Â'uscinonensi ...Am'nulfus canoellarius ad vicom dot,-

ni Adalberonis Archiepiscopi sumnmique cancellarii recognovit & subscripsit,

Ibid. col. 925 mcl. - 927 immel CXXIX. A. 981 Ex archiva S.

Genesji de Fontanli: Ejusdem LoMarii praeceptum pro monastsrio. S. G-

nesii de Fontanis . . . Aruulfus caucellarius ad viçem donmni Adalberomil-

Arehiepiscopi suinniique cancellarii recognovit, & subscripsit.

Ibid. col. 927 iucl. - 929 mcl. ( !XXX. An. 982. Ex ehartula, i

S. Pétri Rodensjr. Ejsdem .Lothariae praeceptum pro monaster jo S. Pei,

Rodensis ......nulfus Notarius ad vicein domni Adalberouis Reiaioruiii

Archiepiscopi relegit. Actum Borciaco villa sita in comitatu Arvernem

super Iluvium Helerium aimno dominie.ae incarnationis I)( t t t IX X X Il

regnanto lElotario anno XXVIii felicitor.

Ibid. col 929 mcl. -. 931 mcl. CXXXI. An. 982 1_! ïh.z-tula,io

monasterii Rivipullensis. 4iusdem paecettum pro rnnasterio /lk1p0/Jc,25i

Am-nulfus Notarius ad vicem domnni Adalberonis Remoi'um Archiepiscopi

relegi. Actum apud Parintaniacuni vilain sitamn in comitatu Arvcriiensi

sulitus enstium Vie auno doniiniene incarnationis DCCCCLXXXJI resnante

domno Lothai'io aimno XXVIIII feliciter.

Ibid. col. 937 hici. - col. 940 mcl. CXXXVII, An. 988. 1


122

tr/t san-Ii i-v,js .': :...-i i"arci,w/ n-i ... Arnitifus Notarius ad

vieem domni Adalberonis Archiepiscopi & suinwi Cancellaiii recognovit.

114. Casiri II. p. 48. col. 1. Alrazaeus, ilispanis Rasis, . haec

prodit . .....judo e,cereitùs Rispalciisis Dncein creatiuii Mureimam Ptovin(jani

(Arahihus &igiana ... dietam). . . . suljeeisse,"

flid. 11. p. 59. col. 5. Ah. . . . Re-ni Gienniensis Prorex, tain provi

nciae Berianae,

Ibid. lI. p. 117. col. 2. Jaltia . . . Jans scientM adù claruit, ut

Praetnras 7liiberis, Baçiana, 7aen & Toleti obtinuerit.

115) Bilihinger. L e p. 20.

116) Gerhardt. 1. e. p. 112.

117) Marca 1-lispanica. col. 399. [Aniio DCCCC'LXVI]. $eniofredus

Cornes Bancinonensis de (ujils tè.starnento inox dictum est, vitani ultra

baectompora non adnioduni produxit. .Mortuus cairn est auno 1)CCCCLX Vi E.

sine libenis. in Ecclesia inona.stenii Rivipullensis sepulfus. Post ilium

Cornes Bareinonensis fuit Borrellus filins Suniani Cornitis Vrgelli'nsis,

fanion et.si trial viveret Oliba Cornes Cerdaniensis & Miro Levita fiattes

Seniofiedi. Multùni auteni in bac loco anxii surit seniptores Hispani dam

'junernnt causas ob pas Jloi-rehlus Olibac praelatus est in successione

Comiratus Bareinonensis. Non vident autem ideo delatum ei fuisse

successionens non sani per electionem civinm Baicinonensium & nobihiuru

Vi101uili, neque in viin testanienti Seniofredi, ut falso sibi persuasertint

Ilispani, sed quia manu prornptus & hliaiidi peiitus statiin inva.sit in norneii

potcstatornquo Comitis Baicinoriensis. Pon, id tiietum esse citra bellum

hine 'juoqne colligi potest, juôd utilla Olibae , riulla Y[ironis fratris ejns

contra(tictio ftusse iepei-itur. Quainquain valde puto conditiones aliquas

inter eus intercessisse. Etenim in gestis Cornituni Bareinonensium reperla

Boiicllwn tradidisse eornitatus b'isuiduni & Ceritanine Otibano Cabretat.

Sani quoad conntatuni Bisu.Idunensem, certuin est enia ah initio non

peiiuuisse ad Olibamn, sed ad Vvifredtun fratiem ejus. - Ob vielloicht

Borreli dureh seineri in col. 415 und col. 936 erwhuten Schwiegersohri,

,,Genibertus Vicecomns Barcinonensis", den Manu semer (Borrell's)

Tochter Ei-rnengaid. mit Gerbent vei-svandt gewesen ist, k-ana ich nicht

eutschoiden.

118) Ibid. col. 151. Sita est illa (Rarcinona oder Bareilona) in

litore maris, modico intervalle à colle quodampiaeiupto . . . ., ubi speculator

perpetuô exeubat, qui advenientes vel praoternavigantes naves atque

ttiremes diveisis signis prolatis denuntiat. A/iniig vulgô clicitur, & in

actis vetenibus Mens 7uduicus j Judacorum sepuleris, quse ihi CUUI inscriptionibus

Hebiaicis, iict temporuni injuria detritis, visutitur, quorum

en est vetustas, ut alun MLIX locus ille vocaretur nions Judaicus, ut

antea monui, & in sententia lata à judice Miione auno MXCI zetres


I 2:

:/iIrr??/ I Ii//,iraç p10 limite ito poiiantnr terrant in il ime i n oa r0mtnmo-

:affl:tr. Nonnulli tamen. & inter lies laudatus pau1r aritè Ilïeionynius

I 'aulus , volunt collein iturn ii Mela dietum eSSO Jovis nionteni , quod

1URTItUt1 distet à "010 agnoscet lector ex his que di(turi suinus infrà.

119) Oriitz: Vo!std pnliche (ioschichte der Juden. II. P. 370.

120) M. Cantor: Matlieinat. Beitr. z. Kulturi. d. V.ilk. p. 341, 343.


Druck von ki. Zthu II. 3ttendi, Kir*hhiii N.-L.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine